Zwischen Inklusion und Markt strategische Ausrichtung von Sozialunternehmen

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1 Zwischen Inklusion und Markt strategische Ausrichtung von Sozialunternehmen Prof. Dr. Wolfgang Wasel Professur für Management im Gesundheitswesen Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege Hochschule Ravensburg-Weingarten Doggenriedstr Weingarten

2 Kulturelle Funktion Regulationspole für intermediäre Dienstleistung Staat Politische Funktion NGO s z.b.altenhilfe Neue Soziale Bewegungen Soziale Funktion NPO s Markt Privates Ökonomische Funktion

3 Entwicklung des Sozialbudgets von , ,3 222,9 32,3 84,2 20,9% 23,3% 28,3% 25,9% 31,2% 31% Jahr Sozialleistungen in Milliarden Euro Sozialleistungsquote in % von BIP

4 Refinanzierungsentwicklung

5 Chronologie der sozialen Arbeit Exklusion Inklusion Menschenbild Gesellschaftspolitik Sozialrecht Finanzierung Verwaltung Refinanzierung Dokumentation Methoden

6 Verortung inklusiven Handelns 1. Quartiersprojekte 2. Mehrgenerationenhaus 3. Gemeindenahes Wohnen 4. Wohnen in Kontakten und Bezüge 5. Ambulant betreutes Wohnen - Supportet-Living-Konzept 6. Hilfemixmodell Einzelfallbezogene Hilfe etc. 7. Integrationsfachdienst 9. Arbeitsintegrationsprojekt 10. Kooperative berufliche Bildung und Vorbereitung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt (KoBV) 13. Bildungsbegleitung Case Management 14. Kooperativ und Integrative Bildungsmaßnahmen

7 Raum + erfahrene Sozialstruktur = Sozialraum

8 Case Management Inklusionorientieru ng Gemeinwesenarbeit Inklusion und anschlussfähige fachliche Konzepte (Hafner-Laux; im Druck, S. 45) Bezüge Raum- und Personenbezug Institutionsbezug Rolle der Professionellen Kontextbeteiligte Ansatz Community Organizing Die Menschen im Gemeinwesen als Experten ihrer Lebenswelt. Die Bürger in einem Stadtteil, einer Gemeinde oder Community mit ihren Problemlagen und Interessen. Der Hilfebedürftige mit seinem Willen und seinen Ressourcen im Kontext seiner Lebenswelt. Mit den persönlichen und lebensweltlichen Ressourcen der Adressaten werden im Kontext der Hilfesysteme Ziele und Maßnahmen vereinbart. Die Gemeinwesenarbeit ist oft in kommunaler Aufgabenstellung oder im Auftrag von Organisationen des Dritten Sektors tätig. Dabei steht die Dynamik der Gemeinwesen mit der institutionellen Systemlogik in einem spannungsreichen Verhältnis. CO definiert ihr Selbstverständnis unabhängig von Institutionen; Dritter Sektor-Organisationen und Unternehmen sind Bündnispartner für Ermächtigungsstrategien bei Problemen. Die Institution wird kritisch überprüft, ob sie der Stärkenund Netzwerkarbeit der Adressaten förderlich ist und sich Inklusionsförmig weiterentwickelt. Die Institutionen werden über Forderungen aus der Fallbearbeitung in ihren Angeboten, Strukturen und Abläufen weiterentwickelt (Systemsteuerung). Der Gemeinwesenarbeiter aktiviert und unterstützt, er moderiert und vermittelt. Organizer sind Befähiger und Unterstützer der Bürger und Schlüsselpersonen für Ermächtigung Auf der methodischen Arbeitsebene ist er Unterstützer und Netzwerker, auf der Steuerungsebene Organisationsentwickler und Sozialplaner. Der Case Manager begleitet und berät mit einer parteilichen Rolle den Adressaten, damit ressourcenorientiert und gerecht die Unterstützungsarrangement s ausgehandelt werden. Die Menschen werden gefördert, in Selbstorganisationen ihre Themen selbst anzupacken. Die Bürger werden dazu aktiviert, für eigene Interessen einzutreten und sich gegenüber den verantwortlichen Machtinhabern zu bemächtigen. Die jeweilige Sozialstruktur mit den betroffenen Akteuren wird durch Aktivierung und Einmischung verändert. Die Fall- (Leistungsnehmer), Organisations- (Leistungserbringer) und die Politikebene (Leistungsgewährer) werden miteinander verbunden.

9 Dimensionen Staat Markt Dritter Sektor Selbstverständnis Dienstleister des Staates (Subsidiär) refinanziert versäult staatlich reguliert und gesteuert Dienstleister des Kunden Durch Nachfrage gesteuertes Angebot und optimierter Preisgestaltung professioneller Netzwerker vernetztes Unternehmen offenes System mehr Selbstbestimmung abhängiges Unternehmen autarkes Unternehmen Kein Unternehmen Strategie (Angebote, Konzepte, Orientierung an rechtliche vorgegebenem Ausschließlich markt-, kunden Lebenswelt-Angebot (Inklusion) vor Leitlinien) Leistungsspektrum orientiert Expertenangeboten partnerschaftlicher Umgang mit klaren Rollen Struktur(Aufbaustruktur, hierarchische Struktur von oben nach unten, Struktur orientiert sich an den partizipative Strukturen mit flachen, kleinen und Hierarchie, zentral-dezentral) versäulte Struktur in Anlehnung an Vorgaben des Handels- und regionalen Einheiten eher an Verwaltungsorganisationen Organisationsrecht, an Genossenschaften, Stiftungen und Vereinen Organisationsformen des freien Marktes soziale Institution Soziale Unternehmen Soziale Netzwerke Menschen, Gruppen, Klima Expertenmacht (reine Staatsmacht) Marktmacht; machbar ist was Menschen als Experten in eigener Sache (Wissen, Können, Markt, Orientierung erfolgt an dem was Recht und bezahlt wird(reine Mittelallokation) Werthaltung, Gruppierung) Verwaltung wollen Rollen, Funktionen (Aufgaben, Leitung, Leitung und Ihre Benennung Moderator lokaler Kompetenzen, Verantwortung, Versorgungsstruktur; Typische hängt an den rechtlichen Verantwortungsgemeinschaften Gremien) Funktionsbezeichnungen an Verwaltung Organisationsformen (Vorstand, orientiert (Direktor, Verwaltungsleiter etc.) Geschäftsführer etc.); häufig verwaltungstechnische und oder kaufmännische Prägung Inhaltliche Prägung konfessionelle Prägung Abläufe (Anteilsprozesse, Leitungs- und Fachkonferenzen Leitung hat vornehmlich Beteiligungskonferenzen Informations-, Entwicklungs-, wirtschaftliche Entscheidungs- und Controllingfunktionen Steuerungsprozesse) Mittel, Medien (Gebäude, Räume, voll-/refinanziertes Angebot Marktfinanziertes gemischt-finanziertes auf Ressourcen und dem finanzielle Mittel) (kundenfinanzierte) Leistungen Willen aufgebautes Angebot (Welfare Mix)

10 Widerspruch zwischen Inklusion und Markt (Institutionen) Inklusionsorientierung Solidarität und Reziprozität Individualität Schwach oder nicht finanziert Netzwerk Stakeholder = Bürger institutionskritisch Institution Organisation Stabil finanziert Unternehmen Marktgängig Wettbewerb und Freiheit Zentraler Träger

11 Die Stuck-in the middle -Position (in Anlehnung an PORTER 1980, 43)

12 Unternehmenssteuerung

13 Chronologie im intermediären Regulationsdreieck Staat 60er Bismarck sche Gesetze 80er 19. Jahrhundert 90er Markt Bürgergesellschaft 2000er/ Inklusion

14 Die drei Sektoren und neun hybride Handlungsschwerpunkte (Billis, 2010; S. 57) state

15 Unternehmenssteuerung Strategie Kultur Organisation Personal

16 Hybride Unternehmen und Outpacing

17 Hybride Unternehmen und Outpacing

18 Veränderung der Organisationsformen (Priller at al. 2012, S. 16)

19 Veränderung der Organisationsformen (Inklusionslandkarte) Gesamt Sonstige e.v. Schulen GmbH ggmbh Stiftungen AG

20 Veränderung der Organisationsformen (Inklusionsprojekte Altenhilfe) Gesamt e.v. Sonstige GmbH eg GmbH Genossensch Baugesellschaften aft Stiftungen AG

21 Die Umkehrung des Eieruhrenmodells Holding

22 Strukturelle Löcher der Handlungsschwerpunkte (Weber, 2012,S. 5)

23 Demut als Führungskompetenz Überordnung Subjektive Positionierung Unterordnung Narzissmus Demut Führungsanspruch Selbstbezogenheit Selbsterhöhung Fehlerblindheit Konkurrenzbereitschaft (u. -empfindlichkeit) Hohe Gratifikationserwartung Geführtsein (Transzendenz, Spiritualität) Ziel- und Organisationsbezogenheit Vergessen des Selbst Fehlerkultur Konkurrenzunempfindlichkeit Langfristige Zielbindung Disziplin

24 Hybride Unternehmen brauchen SROI Leistungsempfänger Familie, Unterstützungssysteme Lebensqualität SROI 5 Öffentliche Hand Politik Sozialunternehmen Transferkosten Analyse SROI 1 Sozialleistungsträger regionalökonomischer Effekt SROI 4 Kommunen Wirtschaftsraum

25 Leistung und gelungener Veränderungsprozess

26 Ausblick und Zusammenschau: Wer sind wir? Und wenn ja, wieviele? Inklusion ist ein Paradigmenwechsel Inklusion ist eine strategische Herausforderung Inklusion erzeugt hybride Unternehmen Inklusion braucht ein Revival assoziativer Systeme Inklusion braucht die Reflexion der Identität Inklusion braucht eine Outpacing Strategie Inklusion erfordert Broker Inklusion braucht Demut Inklusion erfordert Change Management

27 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

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