Traumasensible Fachpflege

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1 Traumasensible Fachpflege Interdisziplinärer Lehrgang für MitarbeiterInnen im Gesundheits- und Pflegebereich in Kooperation mit ötpz Österreichisches Traumapädagogikzentrum

2 Traumasensible Fachpflege Ziel der Fortbildung: Pflegen bedeutet mit bedürftigen Menschen in Beziehung sein und sich an den Bedürfnissen der zu pflegenden Menschen zu orientieren. Nicht selten weisen diese Personen in ihrer Biografie traumatische Erlebnisse auf, was sich im pflegerischen Alltag oft durch schwer verständliche Verhaltensweisen dem Fachpersonal aber auch den anderen PatientInnen gegenüber ausdrückt. Diese Verhaltensweisen erschweren die Kontaktaufnahme und den täglichen Umgang mit den zu pflegenden Menschen sowie auch eine positive Veränderung des Gesundheitszustandes der PatientInnen. Fachliche Grundlagen und praktische Erfahrungen aus Traumapädagogik und traumazentrierter Fachberatung können für die Fachpflege eine große Hilfestellung bieten, indem sie eine Brücke zwischen Fachpflege und PatientInnen bauen. Durch diese interdisziplinäre Fortbildung lernen Sie, wodurch die Verhaltensweisen der PatientInnen ausgelöst werden und welche praktischen Möglichkeiten es gibt, um mit den Anforderungen eines anspruchsvollen Arbeitsalltages aktiv und konstruktiv umzugehen. Es werden sowohl die speziellen Anforderungen an Fachlichkeit und Beziehungsgestaltung in der Praxis aufgezeigt als auch Methoden und Möglichkeiten vorgestellt, um PatientInnen zu einer größtmöglichen Selbstermächtigung zu begleiten. Im ersten Schritt der Fortbildung werden praxisbezogen die Grundlagen der Psychotraumatologie und der Bindungstheorie sowie die notwendigen Rahmenbedingungen für eine gelingende Pflegebeziehung vermittelt. Der zweite Schritt beleuchtet die speziellen Anforderungen an die Fachpflege und verbindet Fachpflege mit traumapädagogischer Haltung und Methodik. Im dritten Schritt werden Methoden der Biographiearbeit, zur Selbstermächtigung der PatientInnen, der Stabilisierung und der Krisenintervention vorgestellt und praktisch vermittelt. Inhalt der Fortbildung: Grundlagen der Psychotraumatologie Diagnostik von Traumafolgeerkrankungen Störende Verhaltensweisen bei PatientInnen mit Traumafolgeerkrankungen Traumasensible Gesprächsführung Erkennen von fachlichen Beziehungsdynamiken und Vermeiden von Gegenreaktionen Traumasensibles Skillstraining Selbstfürsorge Pflegediagnosen Praxisübungen Voraussetzungen Ein Abschluss in einem pflegerischen Berufsfeld (insbesondere Diplomiertes Krankenpflegepersonal, Pflegefachkräfte, etc.)

3 Module Qualifikation Traumasensible Fachpflege Die berufsbegleitende Fortbildung in Traumasensibler Fachpflege setzt sich aus 10 Modulen zusammen und dauert knapp 1,5 Jahre. Modul Modul Modul Modul Modul Modul Modul Modul Modul Modul Erfolgreicher Abschluss Teilnahme an allen Modulen Bei Verhinderung ist in Absprache mit der Fachleitung eine Ersatzleistung zu stellen Die erfolgreiche Realisierung der Praxisübungen Abschlussarbeit mit Abschlusskolloquium. Als Voraussetzung für die Zertifizierung sind zwei Fallvorstellungen in schriftlicher Form sowie eine mündliche Fallpräsentation erforderlich. Referentinnen: Michaela Halper - Lehrgangsleitung Geschäftsführende Gesellschafterin/Fachleitung Diplomierte Traumapädagogin, Diplomierte Kinderkranken- und Säuglingsschwester, Geschäftsführerin Verein Ubuntu Hermine Elkaffas Dipl. Traumapädagogin, Kommunikationstrainerin für Gesundheitsberufe Lehrerin für Gesundheitsberufe, Dipl. psych. Gesundheits-und Krankenschwester Schule für psychiatrische Gesundheits- und Krankenpflege der LNK Linz, Wagner Jauregg Mag. a Petra Orville Gesellschafterin/Fachleitung Diplomierte Traumapädagogin, Pädagogin, Geschäftsführerin Wohnhaus Ubuntu, traumapädagogische Facheinrichtung für junge Männer mit Traumafolgeerkrankungen Dietrich Brunner Dipl. Traumapädagoge und Traumazentrierter Fachberater, Sozialarbeiter Psychotherapeutisches Fachspezifikum Konzentrative Bewegungstherapie

4 CURRICULUM TRAUMASENSIBLE FACHPFLEGE MODUL 1: Grundlagen der Psychotraumatologie Die traumatische Zange Die Physiologie psychischer Traumatisierung Dissoziation Akute und chronische Folgen von Traumatisierungen Diagnostik von Traumafolgeerkrankungen Risikofaktoren für Traumatisierungen Praxisübung PTBS-Symptome im Arbeitsalltag erkennen MODUL 2: Basisstrategien der Traumaarbeit Orientierung im Hier & Jetzt Häschen & Denker-Modell nach Lydia Hantke Ressourcenbarometer Innere Haltung / traumapädagogische Haltung Beziehungsdynamiken der fachlichen Arbeit o Übertragung und Gegenübertragung o Reinszenierungen Praxisübung MODUL 3: Bindung, Beziehung und sicherer Ort Bindungstypologie & Bindungsstörungen Angehörigenarbeit Sicherer Ort (Gestaltungsmöglichkeiten für Pflegende im Kontext des klinischen Settings) Sozialanamnese Praxisübung MODUL 4: Basiswissen der Traumasensiblen Fachpflege Teil 1 Trauma, Traumafolgeerkrankungen und psychiatrische Diagnosen Traumasensibel pflegen Akutbereich (geschlossene Bereiche der Psychiatrie, Forensik) Einschränkende Maßnahmen (Fixierung, Zwangseinweisung und Zwangsmedikation) Invasive Eingriffe / Retraumatisierung (Spritzen, Blutabnahme etc.) Fallbeispiele Umsetzungsmöglichkeiten im eigenen Arbeitsbereich

5 MODUL 5: Basiswissen der Traumasensiblen Fachpflege Teil 2 Integration in die Pflegeplanung (Ressourcenorientierte vs. defizitorientierte Pflegeplanung) Traumarelevante Pflegediagnosen (POP-Pflegediagnostik als ressourcenorientierte Möglichkeit) Methoden der Biographiearbeit (Mein Lebensbuch, Spiel des Lebens) Etablierte Maßnahmen (Therapeutic Touch, Vivarte Kinästethics) traumasensibel betrachten Methoden der Traumapädagogik als Maßnahmen im Pflegeprozess (Imaginationsübungen, Ressourcenbarometer, einen sicheren Ort gestalten, Sozialanamnese als Biographiearbeit) MODUL 6: Traumaspezifische Methoden Traumapädagogische Gesprächsführung Skillskoffer für Fachkräfte (Selbsterfahrung) Traumasensibles Fertigkeitstraining für Patienten (Traumapädagogisches Skillstraining) Selbstfürsorge Krisenintervention Vorbereitungen Diplomarbeiten MODUL 7: Stabilisierungsmethoden und Ressourcenaktivierung Methoden zur Stabilisierung ( Übung, Ressourcenbarometer) Ressourcenaktivierung (Ressourcentagebuch) Der soziale Kosmos MODUL 8: Körperschemastörungen Psychosomatik bei PatientInnen mit Traumafolgeerkrankungen Körperschemastörungen Psychoedukation als Pflegehandlung Abgrenzung und Klärung der Zuständigkeit im institutionellen Kontext Betreuung Diplomarbeiten MODUL 9: Praxis und Pflege Pflegerisches Praxismodul (Fallbeispiele aus der pflegerisches Praxis im Hinblick auf die schriftliche Abschlussarbeit) Exkursion in eine traumapädagogische Facheinrichtung oder Vorbereitung für die Abschlussprüfung

6 MODUL 10: Abschlussmodul Diplomprüfung mit Abschlusskolloquium Präsenzunterricht Praxisübung/Fallarbeit Diplomarbeit Gesamtumfang ECTS 210 UE 80 UE 150 UE 440 UE 15,5 Pkt.

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