Auf Kurs. In Deutschland sind Familienunternehmen die dominierende Unternehmensform. Probleme schneller lösen

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1 Auf Kurs Der Unternehmernewsletter Ihrer Volksbank Raiffeisenbank Auf Kurs Februar Steuervorteile 03 Einmalzahlungen an Arbeitnehmer 03 Neuregelungen zur E-Rechnung 04 Online Kunden gewinnen 04 Problem: Raucherpause 05 Mehr Kredite vergeben 05 Ältere Arbeitnehmer einbinden 05 E-Lohnsteuer startet erst Nachhaltigkeit setzt Marktimpulse Probleme schneller lösen In Familienbetrieben kommt es häufig zu Spannungen unter den Gesellschaftern. Regelwerke können helfen, diese zu vermeiden. In Deutschland sind Familienunternehmen die dominierende Unternehmensform. Viele dieser Firmen bestehen bereits seit mehreren Generationen. Das dynastische Prinzip steht daher für viele Inhaber im Vordergrund. Dabei ist zu beachten, dass in familiengeführten Unternehmen andere Gesetzmäßigkeiten herrschen. Wenn die Angehörigen das Rückgrat der Firma bilden, hat das Vorteile, birgt aber auch Gefahren. Stets gilt es, die Balance zu halten, zwischen den Kräften Geld, Einfluss und Familie. Um dieser Herausforderung zu begegnen, geben sich immer mehr Betriebe eine Familienverfassung ein Regelwerk, das hilft, gegensätzliche Interessen abzustimmen und Konflikte zu lösen, solange sie noch klein sind. Eine große Herausforderung stellt beispielsweise die Frage der Nachfolge dar. Insbesondere dann, wenn die jüngere Generation Für eine sichere Unternehmenszukunft: Welche Werte und Ziele sind wichtig? Foto: fotolia/yuri Arcus

2 02 >> Probleme schneller lösen Die Grundlagen jeder Familienverfassung Unternehmen Regeln/Strukturen für das Familienunternehmen Familienverfassung Handelsmaxime und Prinzipien andere Interessen verfolgt als die ältere. Wenn das Unternehmen von einer Generation zur nächsten übergeben wird, will die jüngere das Unternehmen meistens mit ganz anderen Konzepten und neuen Ideen voranbringen. Sie möchte Produkte verändern. Dies wird von der älteren etwas skeptisch gesehen, weil sie vielleicht auch daran zweifelt, ob das Ganze nachhaltig von Erfolg gekrönt ist, sagt Lutz Göbel, Präsident des Verbandes der Familienunternehmer. Zu Problemen führen aber auch Personalfragen oder Geschwisterrivalitäten. Deshalb ist es wichtig, die Kompetenzen und Aufgabenfelder klar zu bestimmen, wie in einer Familienverfassung oder -charta. Diese erarbeitet die Familie im Idealfall gemeinsam und klärt bei Bedarf auch ganz familien eigene Fragen. Zudem sollten sich die Mitglieder über folgende Themen einig sein: Wie geht man mit den Mitarbeitern um? Welche Verantwortung hat der Unternehmer gegenüber der Gesellschaft? Welche Handlungsmaxime hat die Familie? An welche Prinzipien will sie sich halten? Göbel: Dieses Wertegerüst kann schon im Vorfeld viel an Zündstoff binden, um etwaigen Konflikten vorzubeugen. Auch Nicht-Familienunternehmen profitieren von klaren Verhaltensregeln, die beispielsweise im Deutschen Corporate Governance-Kodex zusammengefasst sind. Diese Verfassungsvorlage unterscheidet sich von der Charta für Familienunternehmen, da sie andere Finanzierungsformen und Inhaberstrukturen berücksichtigt. Tipps zur Erstellung einer Familiencharta Eine Vorlage für eine Familienverfassung ist über den Verband der Familienunternehmer zu beziehen. Im Kreis der Gesellschafterfamilie die Handlungsmaxime des Unternehmens bestimmen. Mit Hilfe von Beratern die Verfassung an die familieneigenen Grundprinzipien anpassen. In regelmäßigen Abständen die Familiencharta an die veränderte Situation von Familie und Unternehmen anpassen. Linktipps: Familie Regeln/Strukturen für die Unternehmerfamilie In einer Familienverfassung werden basierend auf einem klaren Wertegerüst Regeln und Strukturen für das Unternehmen und die Unternehmerfamilie zusammengeführt und festgeschrieben. Vorlage für einen Kodex für Familienunternehmen unter kommission Deutscher Corporate Governance-Kodex

3 03 Sonntags- und Nachtarbeit Steuervorteile Für die Bewältigung von Auftragsspitzen reichen die regulären Arbeitszeiten häufig nicht aus. Wenn Überstunden keine Option mehr sind, kann die Arbeit auch in Sonderschichten erledigt werden. Steuerlich kann Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit Vorteile für Arbeitnehmer und Arbeitgeber bringen. Denn: Der Gesetzgeber hat Zuschläge für diese zusätzliche Arbeit innerhalb bestimmter Grenzen von der Steuer- und Beitragspflicht befreit. Das heißt für Arbeitgeber: Sie müssen zusätzlich zum Lohn keine Sozialversicherungsbeiträge zahlen. Auch Arbeitnehmer profitieren, sie haben geringere Abzüge von ihrem Gehalt. Die Grenzen für die Befreiung richten sich nach der Lohnhöhe. Pauschale Lohnzuschläge sind indes nicht steuerfrei. Einmalzahlungen an Arbeitnehmer Keine Schadensersatzpflicht für Chefs Kosten- und Zeitersparnis für Firmen Neuregelungen zur E-Rechnung Arbeitgeber müssen nicht für eine höhere Steuerbelastung aufkommen, die Arbeitnehmern durch eine Einmalzahlung entsteht. Das hat das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz entschieden (LAG, Rheinland-Pfalz, Urteil vom , 9 Sa 155/11). Im Urteilsfall ist ein Arbeitnehmer vor Gericht gezogen, weil durch eine Lohnnachzahlung rund Euro mehr an Lohnsteuer anfielen. Der Arbeitnehmer hatte zuvor erfolgreich gegen seine Kündigung geklagt. Infolgedessen zahlte ihm sein ehemaliger Chef den Lohn der vergangenen 19 Monate in einer Summe aus. Dadurch musste der Gekündigte mehr Lohnsteuer abführen, als wenn er das Gehalt monatlich erhalten hätte. Deshalb forderte er, dass der Arbeit - geber für die steuerliche Mehrbelastung aufkomme. Das Landesarbeitsgericht entschied jedoch, der Arbeitgeber sei nur schadensersatzpflichtig, wenn er das Gehalt leichtfertig einbehalten hätte. Unternehmen können ihre Rechnungen jetzt einfach als PDF per oder Fax rechtskräftig versenden. Mit dem Erlass aus dem Steuererleichterungsgesetz vom 23. September 2011 hat der Bundesrat rückwirkend zum 1. Juli 2011 die E-Rechnung der Papierrechnung gleichgestellt. Für Betriebe bedeutet dies: weniger Kosten und weniger Aufwand beim Versand. Eine qualifizierte elektronische Signatur ist freiwillig. Wer auf elektronischen Versand umstellt, muss die Zustimmung der Empfänger einholen. Der Gesetzgeber hat mit der neuen Regelung zudem die umsatzsteuerlichen Anforderungen reduziert: Die Firma kann die Vorsteuer jetzt direkt aus der elektronischen Rechnung geltend machen und ist nicht auf eine Papierrechnung angewiesen. Mehr Informationen: > Suche > Elektronische Rechnungsstellung Foto: istockphot/alex Slobodkin

4 04 Wirtschaft und Internet Unfälle nicht versichert Online Kunden gewinnen Problem: Raucherpause Foto: gettyimages/jgi/jamie Grill Vor dem Kauf ein Blick ins Internet, das ist vielen Kunden zur Gewohnheit geworden. Immer mehr Verbraucher vertrauen auf Empfehlungen in sozialen Netzwerken und Produktbewertungen im Internet. Auch deshalb hängt der wirtschaftliche Erfolg von Unternehmen immer stärker vom Internet ab. Dies ergab eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) und des Hightech- Verbands BITKOM. Nur noch 18 Prozent von insgesamt untersuchten Firmen aller Größen und Branchen sind offline. Laut der Studie sind Betriebe mit starker Netzanbindung innovativer und machen mehr Umsatz mit Marktneuheiten als digital eher inaktive Unternehmen. 44 Prozent der Befragten gaben zudem an, das Internet habe einen großen Einfluss auf die Kundenpflege. Geschäftsinhaber sind also gut beraten, ihre Präsenz im Internet gut zu planen, um den Anschluss nicht zu verlieren. Der erste Schritt dazu ist eine stimmige Website. Damit können Unternehmen nicht nur bestehende Kontakte pflegen, sondern auch neue Kunden über ihr Produktportfolio informieren. Doch beim Aufbau sind einige Faktoren zu beachten: Der Internetauftritt sollte einheitlich gestaltet (Corporate Design) und Informationen leicht zu finden sein, der Sprachstil muss zum Unternehmen passen. In einem nächsten Schritt können Firmen prüfen, ob und in welchen sozialen Online-Netzwerken sie aktiv sein wollen. Rauchen ist Privatsache. Deshalb gilt: Wer zum Rauchen seinen Arbeitsplatz verlässt, ist nicht versichert. Die betriebliche Unfallversicherung greift nur dann, wenn sich der Arbeitnehmer in Ausübung einer betrieblichen Tätigkeit verletzt. Ein Problem für viele Raucher, denn um Nichtraucher vor den Gesundheitsgefahren durch Tabakdämpfe zu schützen, sind Arbeitgeber verpflichtet, Verbote einzuführen. Muss der Raucher deshalb vor die Tür oder in einen speziellen Bereich, fällt dies nicht unter die versicherten Tätigkeiten. Im Gegensatz zum Gang in die Kantine oder zum Bäcker ist auch der Weg zur Zigarettenpause nicht versichert. Denn ungleich der Nahrungsaufnahme gilt das Rauchen nicht als Grundbedürfnis, das während des Arbeitens befriedigt werden muss. Mehr zu Regelungen zum Nichtraucherschutz: > Suche: Nichtraucherschutz für Beschäftigte Foto: fotolia/piotr Marcinski Tipps zum Aufbau einer Internetpräsenz: > Selbstständigkeit > Vorbereitung > Gründungswissen > E-Business

5 05 Übergangsregelungen E-Lohnsteuer startet erst 2013 Die Finanzbehörden haben den Start der elektronischen Lohnsteuerkarte auf 2013 verschoben. Deshalb erfolgt der Steuerabzug in 2012 wie schon im vergangenen Jahr nach Übergangsregelungen. Vorübergehend gilt: Die Lohnsteuerkarte 2010 ist weiterhin gültig und darf nicht vernichtet werden. Hat ein Arbeitnehmer seine Karte aus 2010 nicht mehr, kann er eine Ersatz - bescheinigung vom zuständigen Finanzamt anfordern. Solche Bescheinigungen aus 2011 können Arbeitgeber weiter nutzen. Hat sich der Status des Angestellten verändert, zählen die Daten aus dem Informationsschreiben des Finanzamtes, in dem die aktualisierten Personalien vermerkt sind. Linktipp: Tipps zum Umgang mit demografischen Wandel Ältere Arbeitnehmer einbinden Die deutsche Gesellschaft altert. Durch diesen demografischen Wandel müssen sich Betriebe verstärkt darum bemühen, ältere Arbeitnehmer zu integrieren auch weil seit Januar 2012 das Renteneintrittsalter auf 67 angehoben wurde. Damit sie bis zum Ruhestand leistungsfähig und gesund bleiben, ist es gerade in körperlich stark belastenden Handwerksberufen wichtig, die Fitness der Kollegen nachhaltig zu fördern. Beratungs- und Förderangebote rund um den demografischen Wandel hat daher nun der Zentralverband des deutschen Handwerks auf seiner Internetseite zusammengestellt. Dort findet sich Wissenswertes zum Gesundheitsmanagement und zu Weiterbildungsangeboten für ältere Mitarbeiter. Linksammlung: > Soziale Sicherung > Demografie > Fit für den Wandel Genossenschaftsbanken Mehr Kredite vergeben Entgegen der konjunkturellen Entwicklung im Euroraum vergaben die Volksbanken und Raiffeisenbanken, Sparda-Banken, PSD Banken und sonstigen Kreditgenossenschaften 2011 mehr Kredite als am Markt üblich. Somit haben sie zur stabilen Finanzierung der mittelständischen Wirtschaft beigetragen. Bei mehr als 90 Prozent der Kredite handelt es sich um mittel- und langfristige Finanzierungen. Diese nutzen die Firmenkunden vor allem für den Ersatz und Ausbau der Produktionskapazitäten. Laut Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) betrug zum Ende des Jahres 2011 der Kreditbestand 425 Milliarden Euro.

6 06 Lohnende Investition in erneuerbare Energie Nachhaltigkeit setzt Marktimpulse Eine Solaranlage spart Energie und Kosten und schützt gleichzeitig die Umwelt. Foto: fotolia/simon Kraus Die Bundesregierung hat nicht nur den Atomausstieg beschlossen, sondern sich auch zum Ziel gesetzt, bis 2050 die Treibhausgasemissionen um 80 bis 95 Prozent zu senken. Bundesumweltminister Norbert Röttgen sieht in dieser Entwicklung eine große Chance gerade für deutsche Unternehmen: Von Klimaschutzmaßnahmen gehen kräftige Impulse für Wirtschaftswachstum, Innovation und Beschäftigung aus. Immerhin werden schon über 20 Prozent des deutschen Energiebedarfs durch regenerative Formen gewonnen. Diese Marktimpulse können insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen oft flexibler umsetzen und davon profitieren. Gerade für diese Firmen lohnt es sich, jetzt auf nachhaltige Konzepte umzustellen um auch in Zukunft konkurrenzfähig zu sein. Investitionen in neue Maschinen oder in die Solaranlage auf dem Dach sparen nicht nur Energie, sondern senken langfristig die Kosten. Solche zukunftsweisenden Anlagen werden vom Bund und von Instituten wie der KfW Bankengruppe besonders gefördert. Informationen dazu gibt es bei den Volksbanken und Raiffeisenbanken vor Ort. Wer aber keinen Platz für die Solaranlage auf dem Dach hat und trotzdem vom aufstrebenden Markt der erneuerbaren Energien profitieren möchte, kann beispielsweise Investmentfonds von Union Investment, dem Fondsspezialisten der Volksbanken und Raiffeisenbanken, nutzen. Und wer abgesichert in die aufstrebende Branche investieren will, kann sich regelmäßig passender wertsicherungsorientierter Anlagestrategien der genossenschaftlichen Fonds - gesellschaft bedienen. Weitere Informationen gibt es auch hier beim persönlichen Berater der lokalen Genossenschaftsbank. > Fonds & Depots > Fondspreise und -portraits > UniSector: Klimawandel IMPRESSUM: Herausgeber: Deutscher Genossenschafts-Verlag eg (DG VERLAG), Leipziger Straße 35, Wiesbaden, Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), Schellingstraße 4, Berlin Partner: DZ BANK AG, Union Investment Privatfonds GmbH, VR-LEASING AG Objektleitung: Jens Witte (DG VERLAG), Tim Zuchiatti (BVR), V.i.S.d.P.: Peter Erlebach, DG VERLAG, Postfach 2140, Wiesbaden Chefredaktion: Martin Reimund, Profilwerkstatt GmbH, Dr. Claudia Klemm, Profilwerkstatt GmbH Art-Direktion und Layout: Profilwerkstatt GmbH

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