Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde...

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1 SYNODE DER EVANGELISCHEN KIRCHE IN HESSEN UND NASSAU Drucksache Nr. 04/06 Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde... (Prediger 3, 1) Bericht zur Lage in Kirche und Gesellschaft für die 5. Tagung der Zehnten Kirchensynode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (gemäß Art. 48 Abs. 2 Buchstabe i, KO) Frankfurt/Main, Mai von Kirchenpräsident Prof. Dr. Dr. h. c. Peter Steinacker

2 4 Die Zeit, ein sonderbar Ding... Die Zeit, die ist ein sonderbar Ding, singt die Marschallin, eine gerade noch junge Frau, in Richard Strauss Oper Der Rosenkavalier nach einer Liebesnacht. Wenn man so hinlebt, ist sie rein gar Nichts, fährt sie fort, aber dann, auf einmal, da spürt man nichts als sie. Das, was diese Frau in dieser Oper erfährt, ist die tiefgreifende Veränderung, die die Zeit in unser Leben bringt. Nichts geht ohne die Zeit. Daher hat die Kirchenleitung empfohlen, die Zeit zum Jahresthema 2006 zu nehmen. Wir können weder denken noch leben ohne sie, aber was sie eigentlich ist, wissen wir nicht. Meistens denken wir auch nicht daran. Aber dann, in solchen Momenten wie sie die Marschallin erlebt hat, prägt sie unsere ganze Lebenshaltung. Auch wenn wir nicht wissen, was die Zeit ist, können wir Zeit und Zeiten berechnen. Sonne, Mond und Sterne dienen auch dazu, wie uns die Bibel sagt (1. Mose 1,14). Es gibt ja, obwohl wir die Zeit nicht festhalten können, Regelgewissheiten. Ohne diese könnten wir uns z.b. niemals verabreden. Diese Regelgewissheiten gewinnen wir dadurch, dass unser Bewusstsein Zeitmodelle konstruiert und dazu Naturvorgänge benutzt. So entstehen Tag und Nacht, Abend und Morgen, Sekunden, Stunden, Monate, Jahre usw. In der Liturgie der Kirche vermischen wir die Naturgeschichte mit der Heilsgeschichte. Jedoch, wenn uns die Zeitlichkeit des Daseins bewusst wird, bemerken wir, dass sie schon längst vor uns da war und vermutlich auch nach uns sein wird. Denn wir bemerken am eigenen Älterwerden und vor allem am Sterben der Anderen, dass unsere Lebenszeit begrenzt ist und wir, wie alles, was lebt, auf den Tod zugehen. Endlichkeit ist die zeitliche Struktur allen individuellen Seins. Auch wenn es solche Regelgewissheiten und die Erkenntnis der Endlichkeit gibt, bleibt das Wesen der Zeit im Dunkel. Deshalb haben manche Kulturen der Zeit dämonische Züge verliehen und sie als eine göttliche Macht verstanden, der sich sogar die übrigen Götter unterwerfen müssen. Viele Menschen aus unserer Kirche haben bei der Ankündigung des Jahresthemas zuerst und sogleich an die Weisheit des Predigers Salomo gedacht: Alles hat seine Zeit. Viele von uns haben daraus Trost in schweren Zeiten erfahren und darin sogar eine Anleitung zum richtigen Leben gesehen, die uns auch heute noch in ganz anderen Lebensverhältnissen sagen kann, worauf es ankommt, nämlich nicht immer alles zugleich zu tun und den richtigen Augenblick abzupassen, wenn etwas getan werden soll. Und in der Tat gibt es viele Analogien des Predigers, der auf hebräisch Kohelet heißt, zur heutigen Lage der Kirche in der Gesellschaft. Um die Mitte des 3. Jh. v. Chr. hatte sich die Welt des Alten Orients total verändert. An die Stelle von größeren Königreichen im Alten Orient (die Perser oder Ägypter z.b.) und den Stadtstaaten in Griechenland und Kleinasien waren das riesige Reich Alexanders des Großen und nach seinem Tod die Großreiche seiner Nachfolger getreten. Es war eine Leitkultur entstanden, die wir heute den Hellenismus nennen, die alle anderen Kulturen der alten Welt dominierend veränderte. Wir können in dieser Welt sicherlich zum ersten Mal von so etwas wie Globalisierung reden. Diese Leitkultur zerbrach auch die bis dahin in Israel herrschende Weisheit, die zu zeigen vermochte, was der Mensch ist und wie er auf dem Weg zum Guten sein Leben zu führen habe. Es entstand in Israel ein Lebensgefühl, das unserem in erstaunlicher Weise zu gleichen scheint. Menschen machen persönliche und politische Ohnmachtserfahrungen, weil sie das Gefühl umtreibt, sie könnten am Lauf der Welt und am eigenen Schicksal überhaupt nichts mehr ändern. Globale Steuerungsprozesse verfügen über die Individuen, für Geld ist alles zu haben, Korruption und Erpressung werden alltäglich (Pred. 7,8). Die politisch Mächtigen leisten sich groteske Missgriffe, und das Land ächzt unter den Folgen schwacher Könige (Pred. 10,5-20). Die Gottheit Gottes ist unerkennbar tief verborgen. Was das Wesen des Menschen ist, verschwimmt im Dunkel. Wer weiß denn, ob die Seele des Menschen, wenn er denn stirbt, wirklich nach oben geht, wie die Alten sagen, oder wie bei den Tieren in der Unterwelt verschwindet? Geht es nicht

3 5 dem Menschen wie dem Vieh: alle müssen sterben (Pred. 3,18-21)? Was unterscheidet den Menschen, der genauso der alles nagenden Zeit unterworfen ist, von allen anderen Wesen der Welt? Muss der Mensch sein Wesen nicht selbst erst herausprozessieren und ausprobieren, sich entwerfen und dann sehen, ob dieser Entwurf zu ihm passt? Wie vermag der Mensch angesichts der Macht des Schicksals glücklich zu sein? Diese zentrale Frage der hellenistischen Philosophen treibt auch den Weisen Israels aus dem 3. Jh. v. Chr. um. Im Buch Kohelet finden sich mindestens vier Versuche, seinem Leben einen Sinn zu geben: Der erste besteht darin, dass ein Mensch sich selbst als Tatmensch begreifen möchte, sozusagen als Unternehmer, der all seine Lebenskraft in seine Arbeit steckt. Aber als dieser Mensch alles bedacht hat und sein Leben gelebt hat, kommt er zu einem resignierten Fazit: Verhasst wurde mir all mein Mühen, womit ich mich abmühe unter der Sonne. Muss ich es doch einem Anderen, der nach mir kommt, überlassen. Und wer weiß, ob es ein Weiser oder ein Tor sein wird? Und doch wird er schalten und walten mit allem, wofür ich Mühen und Weisheit aufwandte unter der Sonne. Auch das ist nichtig, und so kam ich dazu, an allem zu verzweifeln, worum ich mich abgemüht hatte unter der Sonne (Pred. 2,18-20). Das andere Modell, womit man seinem Leben und seiner Zeit Sinn geben könnte, ist, sich der Erkenntnis der Welt zu verschreiben, alles ergründen zu wollen, um das Ganze zu verstehen. Aber auch der Freund der Weisheit sieht seine Träume vom richtigen Leben scheitern, wenn er das Fazit zieht: Ich gedachte, alles, was unter der Sonne geschah, durch Weisheit zu erforschen und zu ergründen: eine leidige Mühe, die Gott verhängt hat, dass die Menschenkinder damit sich abmühen. Ich betrachtete alles Geschehen, alles, was unter der Sonne geschieht, siehe, alles ist nichtig und ein Haschen nach Wind. Was krumm ist, kann man nicht gerade machen, und was unzureichend ist, nicht voll.... Doch ich erkannte auch, das ein Geschick dem Toren wie dem Weisen begegnet. Da dachte ich bei mir selbst: Was dem Toren begegnet, wird auch mir begegnen, wozu bin ich dann so viel weiser gewesen? Und ich sagte mir: Also auch dies ist nichtig. Denn das Andenken des Weisen bleibt ebenso wenig wie das des Toren, weil in den künftigen Tagen längst alle vergessen sind. Ach, der Weise stirbt wie der Tor! (Pred. 1,13-15 bzw. 2,14-16). Alle Weisheit der Welt scheitert an der Sterblichkeit und an der Unveränderlichkeit des Weltlaufs. Schließlich können Menschen drittens auch den Lebensgenuss als Lebensziel wählen. Auch so einen Menschen hat der Prediger vor Augen: Ich sprach zu mir selbst: Wohlan, versuch s einmal mit der Freude und genieße! (Pred. 2,1) Und er unternimmt nun alles, was das Leben steigert, legt sich Lusthaine an, labt den Leib mit Wein, gibt sich der Musik und vielen Frauen hin (Pred. 2,8): Was irgend meine Augen begehrten, das entzog ich ihnen nicht, und keine Freude versagte ich meinem Herzen; denn mein Herz hatte Freude von all meiner Mühe, und das wurde mein Lohn für all meine Mühe (Pred. 2,10). Doch auch ein Leben, das nur der Lust gewidmet ist, ist letztlich sinnlos: Siehe, auch das war nichtig, vom Lachen musste ich sagen: Es ist sinnlos, und von der Freude: Was schafft die? (Pred. 2,2). Besser unmutig sein, als lachen; denn bei finsterer Miene ist das Herz in richtiger Stimmung (Pred. 7,4). Auch das Leben nach dem Lustprinzip findet keinen Sinn und ist ein Haschen nach Wind. Nun wählen Menschen sich auch die Religion als Lebenserfüllung und Lebensgrund. Auch einen frommen Menschen hat der Prediger viertens vor Augen. Aber auch hier gilt es, vorsichtig zu sein: Wenn man zum Haus Gottes geht, ist es besser, zurückhaltend zu sein, nicht vorschnell Gott irgend etwas anzubieten, oder zu geloben, was man dann eh nicht halten kann (Pred. 4,17-5,6). Vor allen Dingen empfiehlt der Prediger, die Frömmigkeit nicht zu übertreiben: Beides habe ich gesehen in meinem flüchtigen Dasein: Mancher Fromme kommt um bei all seiner Frömmigkeit, und mancher Gottlose wird alt bei all seiner Schlechtigkeit. Sei nicht überfromm und gebärde dich nicht gar zu weise; warum willst du dich zugrunde richten? Sei auch nicht zu gottlos und sei kein Tor; warum willst du vor der Zeit sterben? Gut ist es, wenn du an dem einen festhältst und auch von dem anderen nicht lässt (Pred, 7,16-19). Also auch die Frömmigkeit entgeht nicht der Ungewissheit und der

4 6 Ambivalenz des Daseins. Im Gegenteil: Gerade der Fromme weiß, dass das Walten Gottes unverrückbar über der Welt liegt. Und darum ist es besser zu begreifen, dass eben alles seine Zeit hat. Denn ändern kann man überhaupt nichts. Es gibt die göttliche Logik des Lebens nicht, wie sie die Alten noch kannten: Der Gutes tut, dem widerfährt Gutes. Nein: Alle trifft Zeit und Zufall (Pred. 9,11). Das einzige, was man noch tun kann, ist, auf den richtigen Zeitpunkt zu warten, nicht alles gleichzeitig zu tun: Alles hat seine Zeit! Aber das ist gerade nicht tröstlich gemeint, sondern zutiefst skeptisch: Niemand kann Gottes Worte, seine Pläne und seine Absicht ergründen. Niemand weiß, ob alles einen Sinn hat angesichts der Ewigkeit. Das Geheimnis der Zeit ist uns so verborgen wie das Wesen Gottes. Es bleibt nur der Rat, seine Augen offen zu halten, um nicht blindlings ins Unglück zu laufen. Aus diesen verschiedenen Lebensentwürfen, die alle irgendwo ins Nichtige abgleiten, folgert der Prediger schließlich, dass man sich am Glück des Tages freuen soll, das Gott unergründlich zuteilt oder verweigert, solange man noch lebt: Wer noch zu der Schar der Lebenden gehört, der hat noch etwas zu hoffen; denn ein lebender Hund ist besser als ein toter Löwe. Die Lebenden wissen doch, dass sie sterben müssen, die Toten aber wissen gar nichts mehr, sie haben auch keinen Lohn mehr; denn ihr Andenken ist vergessen. Auch ihr Lieben und Hassen und Neiden ist längst dahin, und sie haben an nichts mehr teil von allem, was unter der Sonne geschieht. Geh, iss mit Freuden dein Brot und trink deinen Wein mit fröhlichem Herzen; denn längst hat Gott dein Tun gebilligt. Trage allzeit weiße Kleider und lass deinem Haupt das Öl nicht mangeln. Genieße des Lebens mit dem geliebten Weibe all die Tage des flüchtigen Daseins.... Alles, was du tun kannst, das tue nach deinem Vermögen; denn in der Unterwelt, wohin du gehst, gibt es nicht Schaffen noch Planen, nicht Erkenntnis noch Weisheit mehr (Pred. 9,4-10). Der Prediger versucht, die scheiternden Entwürfe von menschlichem Leben und die Ungewissheit, was unser Wesen und Gottes Plan mit uns eigentlich ist, die Ungewissheit vor der stets sich wandelnden Zeit und dem unentrinnbaren Tod auszublenden: Es gibt eigentlich nichts Neues unter der Sonne. Aber dieser Versuch, die nicht festzuhaltende Zeit lebensdienlich zu runden, Wiederholbarkeit und Verstehbarkeit in die Zeitwahrnehmung einzubauen er misslingt gründlich und endet in einem verzweifelten Genuss des Lebens solange man jung ist (Pred. 11, 9+12)! Das Leben ist kurz (Pred. 5,17), Jugend und schwarze Haare sind nichtig, nichtig ist alles, was nachkommt (Pred. 11,10) 1. Hilft uns dieses biblische Modell, unsere eigene Zeit zu deuten? Hilft es, die Lage der Kirche in der Gesellschaft im Jahr 2006 zu verstehen und daraus Folgerungen für unser Handeln zu ziehen? Wenn ja, was folgt daraus? Aber wenn nein was folgt dann daraus? II. Zeiterfahrung und Globalisierung Die größte Verwandlungsdynamik unserer Zeit, die sich auf unsere Raum- und Zeiterfahrung gleichermaßen auswirkt, liegt gegenwärtig in der Globalisierung, und zwar in ihren drei Hinsichten. Globalisierung meint ja den Sachverhalt, dass wir in allem, was wir tun und denken, sowohl privat wie öffentlich, in der Gesellschaft und in der Kirche nicht angemessen mit der Welt umgehen, ohne den sozusagen kosmologischen Blick, der alles, was auch in unserer Individualsphäre passiert, mit der Perspektive eines globalen Vorgangs in Zusammenhang bringt. Dieser kosmologische Blick ist der Christenheit von dem Augenblick an vertraut, als ihr klar wird, dass das Gottesereignis Jesus von Nazareth das Heil der Welt meint und sie sich mit dem Auftrag der Kommunikation des Evangeliums in die Welt und nicht mehr nur an Israel gesandt erfuhr. Sodann ist die Perspektive der Globalisierung in dem Vorgang zu sehen, dass nicht nur ökonomische sondern auch kulturelle Strömungen unsere nationalstaatlichen Grenzen und ihre Traditionen unterlaufen oder überspringen, 1 Otto Kaiser, Grundriss der Einleitung in die kanonischen und deuterokanonischen Schriften des Alten Testaments, Bd. 3, 1994, S. 83: Auf der Suche nach dem bleibenden Gewinn allen Sich-Abmühens des Menschen kommt er zu einem negativen Ergebnis; die Endlichkeit des Lebens und die Vergänglichkeit der Erinnerung, die jeden schließlich dem Vergessen und Vergessensein ausliefern, setzen dem Verlangen nach einem bleibenden Resultat die absolute Grenze.

5 7 ganz wie man es sehen will. Die modernen Kommunikationsmedien erzeugen ein neues Verständnis von raum-zeitlicher Wirklichkeit. Davon geht ein starker Druck auf Vereinheitlichung von unterschiedlichen Traditionen und Kulturen aus, gegen den sich auch regionaler Widerstand formiert. Die Wirklichkeit der Welt unserer Zeit wird geprägt von gleichzeitiger Ungleichzeitigkeit, wenn man sie unter der globalen kosmopolitischen Perspektive sieht. Und schließlich ist Globalisierung als Globalismus das zentrale Stichwort der Ökonomie, die sich die alle Grenzen überschreitende totale Verwandlung der Welt nach dem Vorbild des offenen, möglichst wenig regulierten Marktes zum Ziel gesetzt hat. Es ist nun sehr spannend zu sehen, wie diese Globalisierung als Zentrum unserer Zeiterfahrung sich in wesentlichen Punkten in unserer kirchlichen Arbeit gegenwärtig zeigt, ob wir das wollen oder nicht. Ich möchte Ihnen an einigen Beispielen vorstellen, wie sich diese Zeiterfahrung in ihren Ambivalenzen niederschlägt. Vom Prediger lässt sich lernen, dass diese Zeiterfahrung uns als handelnde Kirche stets auch mit der offenen Möglichkeit des totalen Scheiterns konfrontiert. Danach schließlich möchte ich fragen, ob es denn auch eine andere Möglichkeit gibt, diese Zeiterfahrungen der Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen, der Vergänglichkeit und der Unwiederholbarkeit und der scheinbaren Unmöglichkeit des gerechten Ausgleichs gegenüber vergangenem und gegenwärtigem Leben als aktive Gestaltung und passives Ertragen gibt, als die, die uns der Prediger Salomos so eindrücklich in einer in vielem vergleichbaren geschichtlichen Zeit nahelegt. III. Die Zeitstruktur der Globalisierung stellt geordnete Lebensabläufe in Frage Wichtigstes Kennzeichen der ökonomischen Seite der Globalisierung ist die raumzeitliche Beschleunigung aller Vorgänge. Nur so sind die wirtschaftsliberalen Vorstellungen mit ihrer Kernforderung nach schrankenlosen Märkten und möglichst freiem Kapitalverkehr effektiv zu erfüllen. Rund um die Welt wird im Schichtprinzip produziert, geplant, werden Dienstleistungen erbracht. Durch Weltmeere voneinander getrennte Länder und Erdteile sind in unmittelbare wirtschaftliche Konkurrenz zueinander geraten. Und umgekehrt befinden sich die Konkurrenten der heimischen Firmen oft nicht mehr in Deutschland oder Europa sondern irgendwo in der weiten Welt. Die deutsche Wirtschaft gehört als ganze zu den Gewinnern der Globalisierung, auch wenn wir immer wieder von Verlierern und Opfern hören, vielleicht gar selbst dazu gehören. Die deutsche Volkswirtschaft wächst seit einem halben Jahrhundert. Die Exportweltmeisterschaft Deutschlands gehört zu den Indikatoren des Gewinnerstatus unseres Landes. Gäbe es nicht den weltweiten Handel, wäre unser Land und auch unsere Gesellschaft schon längst am Ende. Auch wir im Wirtschaftsraum Rhein-Main gehören zu den Gewinnern, jedenfalls aufs Ganze gesehen und: noch! Auch unsere Kirche partizipiert an diesen Vorteilen, sonst hätten wir es nicht schaffen können, 2007 wieder einen ausgeglichen Haushalt vorlegen zu können. Einsparungen allein hätten das nicht bewirken können. Dennoch wird die Globalisierung von vielen in unserer Bevölkerung als existenzbedrohende Fremdsteuerung angesehen, gegen die nicht anzukommen sei und der man schlechthin ausgeliefert ist, denn auch für die deutsche Gesellschaft gilt, dass die Globalisierung Gewinner und Verlierer produziert, und vermutlich steht noch mehr auf dem Spiel. Unter den Fachleuten wird intensiv darüber gestritten, ob unser Sozialstaat und die soziale Marktwirtschaft die Globalisierung überleben kann, ob und wie sie reformiert werden soll oder ob sie gar beseitigt werden müsse, um in der Globalisierung überleben zu können und dann wirklich sozial zu sein. 2 So gibt es auch in der Ökumene der weltweiten Christenheit völlig konträre Meinungen zu der Globalisierung, die offensichtlich in ideologischen Gewissheiten festgefahrener 2 Vgl. z.b. Hans-Peter Martin/Harald Schuhmann: Die Globalisierungsfalle. Der Angriff auf Demokratie und Wohlstand, 6. Aufl., 1996; Wolfgang Kersting: Theorien der sozialen Gerechtigkeit, 2000, S. 376ff; Wolfgang Münchau: Das Ende der sozialen Marktwirtschaft, Vgl. auch: Kirchlicher Arbeitskreis, Jahrbuch Gerechtigkeit, Armes reiches Deutschland, Jahrbuch Gerechtigkeit I, 2005.

6 8 Standpunkte erstarrt sind. Die Generalversammlung des Reformierten Weltbundes hat im August 2004 eine Erklärung formuliert, die wie andere Verlautbarungen im Kontext des Ökumenischen Rates Globalisierung als eine evangeliumswidrige Ideologie zu entlarven sucht. In diesem sachlich unzureichenden Papier kann ich keine mögliche Position für unsere Kirche erkennen. Darüber war allerdings auch in Porto Alegre in diesem Jahr keine Einigkeit zwischen den europäischen und US-amerikanischen Kirchen und den Kirchen aus der dritten und vierten Welt zu erzielen. Die Kundgebung der Synode der EKD hat bereits 2001 die Verantwortung für die Schwachen betont, sieht aber im globalen Wirtschaften sowohl Risiken wie Chancen, eine Feststellung, die sicher richtig ist, aber kein Problem löst. Ich kann das nicht entscheiden, aber im Blick auf Zeitwahrnehmung und Zeiterfahrung sind die Auswirkungen für uns alle spürbar. Die Beschleunigung, die von der ökonomischen Struktur ausgeht, verlangt von den Menschen immer höhere Flexibilität. Nicht nur müssen viele bereit sein, an jedem Ort und zu jeder Zeit zu arbeiten und zu leben, sondern es müssen immer höhere Ausbildungs- und Fortbildungsgrade erreicht werden, um den immer komplexer werdenden Arbeitsbedingungen gerecht werden zu können. Immer weniger ungelernte Arbeit kommt zum Einsatz. Zeitarbeit, Leiharbeit, Mini-Jobs, alles prekäre Arbeit, stehen den sogenannten Normal-Arbeitsverhältnissen gegenüber. Eine einigermaßen verlässliche Lebensplanung, die auf ihre Weise gerade auch die Industriegesellschaft über Jahrzehnte zu ihren Bedingungen geboten hatte, ist in der Informationsgesellschaft so nicht mehr möglich. Die Zeit wird nicht mehr von der Fabrik berechenbar fremdbestimmt, sondern gerät aus dem Blickwinkel der Betroffenen in völlige Unordnung. Die gesamte Zeitkultur, die über Jahrtausende nicht zuletzt durch die kulturbildenden Beiträge der Kirche geschaffen wurde, wird schrittweise eingeebnet. Die lebensdienlichen Unterscheidungen unseres Zeiterlebens zwischen Alltag und Fest werden aufgehoben zugunsten einer Kette von einheitlichen Augenblicken. Daraus speist sich das Gefühl, die Zeit drehe sich immer schneller, und insofern ist dieses Gefühl ein direkter Reflex auf die Beschleunigungstendenzen innerhalb der ökonomischen Globalisierung. Lebensübergänge geraten durcheinander. Durch ständige Zeitverträge entsteht eine Pseudojugendphase von Menschen jenseits der 40. Freizeit wird wie nach einem Fahrplan durchgeplant, Urlaub und Erholung geraten unter Zeitdiktat. Eine wirkliche Gegenzeit zum fremdbestimmten Alltag gibt es nicht mehr. Solche Zeiterfahrungen unter dem Druck der Egalisierung von Zeit greifen vermutlich viel tiefer in unser Selbstverständnis ein, als wir das ahnen. Um dem etwas entgegen zu setzen, setzen wir uns gemeinsam mit der katholischen Kirche unter anderem dafür ein, dass die Sonn- und Feiertage weiterhin geschützt bleiben und in der Regel nicht allein der Wirtschaft für Produktion und Konsum oder uns zur Reproduktion der Arbeitskraft dienen. Wir machen deutlich, dass gemeinsame freie Zeit ein wichtiges öffentliches Gut darstellt. Auch eine völlige Flexibilisierung der Ladenschlusszeiten lehnen wir unter dieser Perspektive ab, weil sie nur die Verfügbarkeitsanforderung an die dort Beschäftigten dramatisch erhöhen würde, aber keinen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität und auch des realen Umsatzes leisten würde. Darum gehört die Feiertagsdiskussion regelmäßig zu den Tagungsordnungspunkten der Besprechungen von Kirchenleitung und Zentrum mit den beiden Landesregierungen, Gewerkschaften, Unternehmern. IV. Zeitliche und räumliche Entgrenzung in der Landwirtschaft Viele unter uns wissen noch, wie unsere Dörfer in Oberhessen im Hintertaunus, im Odenwald oder in Rheinhessen vor 60 Jahren aussahen, wie dort bittere Armut bei den kleinen Bauern herrschte, die zu viel zum Sterben und zu wenig zum Leben hatten. Sie können einigermaßen ermessen, was sich in der Landwirtschaft in diesen 60 Jahren verändert hat. Obwohl die Menschen dort an ihrer Heimat und ihren Böden hängen, sind sie scharenweise in die Städte gezogen, und wenn sie auch dort nicht wohnen, arbeiten sie dort. Die Prognosen für manche hessische Landkreise rechnen in 30 Jahren mit fast menschenleeren Gegenden. Besonders die in der Landwirtschaft Tätigen, und das sind in

7 9 aller Regel treue Glieder unserer Kirche, erleben ihre Zeit als eine, in der nichts mehr feststeht von dem, was sie noch von ihren Vätern und Müttern ererbten. Alles verändert sich, während sie an ihre Böden, an das Land gebunden sind. Im Zuge der jahrzehntelangen Modernisierungs- und Beschleunigungsprozesse zeigen der Ernährungs- und Landwirtschaftssektor unter dem wirtschaftlichen Druck des "Immer mehr" und "Immer schneller" starke Tendenzen, die früher festen räumlichen und zeitlichen Bezüge aufzulösen. Ehemals richteten sich die Arbeitsabläufe der Menschen auf dem Land strikt nach dem Rhythmus der Jahres- und Tageszeiten und den Schwankungen des Wetters. Das Leben war von Naturzyklen geprägt. Die verschiedenen Feste im Kirchenjahr setzten zeitliche Orientierungspunkte. Heute hat sich dies rapide verändert. Jedoch ist der biologisch-soziale Rhythmus der Menschen auf dem Land nach wie vor langsamer als in den hektischen Städten. Gleichzeitig sehen sich die Bauern einem zunehmenden Druck zur Beschleunigung ihrer Handlungen ausgesetzt, der im Gegensatz zu diesem biologisch-sozialen Rhythmus steht. Durch den Verlust ihrer Zeitsouveränität entsteht viel zusätzlicher Stress. Zum bäuerlichen Selbstverständnis gehört das Denken in mehren Generationen zum Erhalt des Betriebes. Bauern müssen immer über den Tag hinaus denken. Wenn der Hofnachfolger oder die Hofnachfolgerin fehlt, dann verlieren die aktiven Landwirte ihre Zukunftsperspektive. Investitionen für die kommenden Jahrzehnte werden stark eingeschränkt und Betriebe technisch abgehängt. Zukunftsangst und Zukunftsunsicherheit bestimmen das Handeln im Jetzt von sehr vielen Landwirten und Weinbauern. Oft werden ihnen bittere Wahrheiten vorenthalten. Denn insgesamt wird es für viele der kleinen und mittleren landwirtschaftlichen Betriebe sehr schwierig werden, ein angemessenes Einkommen zu erwirtschaften, das dem hiesigen allgemeinen Lebensstandard entspricht. In Hessen und Rheinland-Pfalz schließen pro Jahr ca. 4% der Betriebe. Versteckte Armut, Altersarmut, Selbstausbeutung, Paar- und Generationenkonflikte sowie starke Existenzsorgen sind nicht selten. In Hessen und Rheinland-Pfalz arbeiten seit Jahren engagierte haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter der Landwirtschaftlichen Familienberatung der Kirchen (LFB), die Menschen bei familiären oder betriebswirtschaftlichen Konflikten beraten. Dem Bereich ländliche Entwicklung stehen in Rheinland-Pfalz und Hessen auf Grund von Kürzungen von EU-Mitteln, drastische finanzielle Einschnitte von 2007 bis 2013 bevor. Davon sind die ländlichen Regionen der EKHN in unterschiedlichem Maß betroffen. Es wird in Zukunft verstärkt darum gehen, tragfähige spezifische Konzepte einer integrierten ländlichen Entwicklung für diese Regionen zu erarbeiten. Bei der Entwicklung von Regionalentwicklungskonzepten sollte sich unsere Kirche als profunde Kennerin der Verhältnisse vor Ort und als Sprachrohr unterprivilegierter Menschen beteiligen. Das Prinzip der Subsidiarität sollte dabei gestärkt werden. Der europäische Landwirtschaftssektor wird in Zukunft verschärft den Globalisierungsprozessen ausgesetzt sein. Industrialisierten landwirtschaftlichen Betrieben stehen familiär betriebene landwirtschaftliche oder weinbauende Mittel- und Kleinbetriebe gegenüber, die in unserem Kirchengebiet üblich sind. Die Effekte der gewachsenen internationalen Agrar-Konkurrenz sind bereits jetzt in unseren ländlichen Kirchengebieten deutlich erfahrbar. Beispiele dafür sind die Folgen zweier verbindlicher WTO-Urteile. Das eine Urteil führte zur Beendigung des De-facto-Moratoriums der Europäischen Union für gentechnisch verränderte Pflanzen im Jahr Das andere Urteil bewirkte die Reform der EU-Zuckermarktordnung im Jahr Gerade beim Konflikt um die Zuckermärkte es gab auch in unserem Kirchengebiet einige kontrovers geführte Informationsabende zeigte sich sehr eindringlich, wie schwierig es ist, im internationalen Maßstab tatsächlich gerechtere, nachhaltigere Lösungen bei den umkämpften Agrarmärkten zu finden. Eine kirchliche Positionierung war und ist u. a. deshalb

8 10 so kompliziert, weil sich die EKHN in einem starken Spannungsfeld zwischen der tiefen Solidarität mit unseren eigenen bäuerlichen Mitgliedern und unserem entwicklungspolitischen Auftrag wiederfand. Eine doppelte aufrichtige Loyalität gegenüber den einheimischen Landwirten und den Kleinbauern aus Entwicklungsländern mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von unter 500 Dollar ist nur sehr schwierig zu kommunizieren. Dabei benötigen beide Gruppen, sowohl unsere Landwirte als auch jene Kleinbauern, bestimmte Schutz- und Unterstützungsmaßnahmen, um überhaupt überlebensfähig zu sein. Denn eine vollständige Liberalisierung der Weltagrarmärkte würde hauptsächlich den stark exportorientierten Agrar-Schwellenländern mit ihrem Export-Business wie Brasilien oder Thailand dienen. Dort sind jedoch die Sozial-, Umwelt- und Tierschutzstandards in der landwirtschaftlichen Produktion oft äußerst niedrig und mit unseren überhaupt nicht zu vergleichen. Dies stellt auch eine Form des Preisdumpings dar, welches lediglich durch eine Verankerung verbindlicher Mindest-Produktionsstandards im Rahmen der WTO- Verhandlungen sowie einem so genannten qualifizierten Außenschutz der EU verhindert werden kann. Allerdings kann auch die EU-Landwirtschaft gerechterweise nicht einerseits Schutzrechte für ihre Märkte in Anspruch nehmen und gleichzeitig z. B. über marktverzerrende Agrarexportsubventionen die Agrarmärkte anderer Staaten erheblich stören. Ich habe mit den Bauernverbänden intensive Gespräche geführt und bin immer noch auf der Suche nach einem Termin zwischen den Bauernverbänden und dem Evangelischen Entwicklungsdienst (EED), um Missverständnisse auszuräumen und zu zeigen, dass unsere Kirche sich diesem Thema intensiv zuwendet. Aber auch wir Verbraucher tragen neben strukturellen Gründen zu den Schwierigkeiten der Landwirtschaft bei. Wir sind generell nicht bereit, für Lebensmittel angemessene Preise zu zahlen. Anfang der 70er Jahre gab ein Durchschnittshaushalt noch etwa einen Drittel seines verfügbaren Einkommens für Ernährungszwecke aus. Heute beträgt dieser Anteil nur noch 11%. Und der Erzeugerpreis für einen Liter sehr wertvoller Milch z.b. beträgt oft weniger als für einen Liter eines Marken-Mineralwassers. Unsere Ernährungsgewohnheiten haben sich mit dem steigenden Wohlstandsniveau drastisch verändert. Wir sind es inzwischen gewohnt, Fleischwaren alltäglich auf dem Speiseplan zu haben. Längst sind ehemals exotische Lebensmittel Alltagsware. Die Zeitrhythmen sind aus unserer Ernährung nahezu verschwunden: Mitten im Winter essen wir Sommergemüse, frische Salate, Erdbeeren, Pfirsiche und Trauben. Natürlich trägt auch die Überproduktion zum Preisverfall für Lebensmittel bei. Und wir haben es in Deutschland mit einer sehr starken Marktkonzentration im Lebensmitteleinzelhandel zu tun. Diese Handelsketten können auf Grund ihrer Marktstellung den vielen noch mittelständischen Lebensmittelerzeugern die Preise diktieren, welche diese an die Bauern weitergeben. Ein Verramschen von Lebensmitteln widerspricht jeglicher Fairness und Wertschätzung und der Arbeit, die aufgewandt werden muss, um diese Lebensmittel zu erzeugen. Wir sollten die Initiativen, die es auch in unserer Kirche gibt, unterstützen, die zumindest den Verkauf von Lebensmitteln unter dem Einstandspreis dauerhaft verboten sehen wollen. Mit unserem Einkaufs- und Verbrauchsverhalten können wir sehr viel mehr steuern, als wir glauben (saisonal und regional kaufen, fair trade etc.). Es geht jedoch nicht darum, verallgemeinernd eine düsteres Bild der Zukunft von Landwirtschaft und Weinbau aufzuzeigen, im Gegenteil: Viele innovative, hochmotivierte und selbstbewusste Bäuerinnen und Bauern, Winzerinnen und Winzer haben mit ihren unternehmerischen Initiativen langfristigen wirtschaftlichen Erfolg. Sie haben ihre jeweiligen Marktnischen bereits gefunden und praktizieren eine sogenannte multifunktionale

9 11 Landwirtschaft. Die Einkommensdiversifizierung über Direktvermarktung, Landtourismus, nachwachsende Rohstoffe usw. stabilisiert die Betriebe. V. Ambivalente Entwicklungen in Ökumene und Partnerschaften Unsere Kirche hat sich seit ihrer Gründung vor fast 60 Jahren stets in die Gemeinschaft der weltweiten Christenheit gestellt. Unser erster Kirchenpräsident, Martin Niemöller, reiste schon kurz nach der Restrukturierung der EKD in viele Staaten der Erde und wurde dort als Bürge eines anderen Deutschlands angesehen und aufgenommen. Die ökumenische Bewegung war von ihren Anfängen an der Überzeugung, dass nur ein global eben kosmologisch denkendes und handelndes, in Frieden geeintes Christentum in der Lage sein würde, solche furchtbaren Katastrophen und kulturellen Erschütterungen wie den Ersten Weltkrieg zu verhindern. Nachdem auch der Zweite Weltkrieg die Erde verwüstet hatte und die übergroße Mehrheit der Christenheit in Deutschland den Holocaust einfach hingenommen, wenn nicht sogar aktiv unterstützt hatte, hat Martin Niemöller intensiv an einer Erneuerung der ökumenischen Bewegung mitgearbeitet. Er war außerordentlich dankbar dafür, dass der Ökumenische Rat der Kirchen 1948 die deutschen Kirchen, trotz aller Schuld, wieder aufgenommen hatte wurde er in Neu Delhi zu einem der sechs Präsidenten des Weltkirchenrates gewählt. Die Orientierung in die weltweite Ökumene gehört von Anfang an zur Tradition der EKHN, was sich in einer Vielzahl von offiziellen Direktpartnerschaften niedergeschlagen hat, neben vielen Partnerschaften einzelner Gemeinden und Dekanate, deren Zahl der Kirchenleitung nicht bekannt ist. Die zeitliche Dimension der ökumenischen Direktpartnerschaften ist Kontinuität und Dauer. Gerade durch diese auf Dauer gestellten Beziehungen erleben wir die Ambivalenzen der veränderten Zeiten. Wir erleben in den Partnerkirchen Zeitinseln, auf denen ökonomisch und lebensweltlich die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Zugleich beginnen die Länder unserer Partnerschaften unsere ökonomischen und theologischen! Konkurrenten zu werden. Die Beziehung zwischen Organisationen mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund entwickeln und verändern sich. Unsere Partnerschaften haben eine erstaunliche Stabilität bewiesen. Dennoch war die Zeit für eine Evaluation gekommen. Denn die Stabilität kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Voraussetzungen der Beziehungen gegenwärtig stark verändern, so dass die Selbstverständlichkeiten der Partnerschaften fraglich werden. Die Auswertung der Partnerschaft hat gezeigt, dass die Annäherung im Kontext von Globalisierung auch neue trennende Effekte hervorbringt. Die erst 1998 veränderte Neufassung der Lebensordnung der EKHN konfrontiert uns mit der unzeitgemäßen Betrachtung der Welt in unseren eignen Grundlagen. In dem Abschnitt über das Leben der Gemeinde ist ein Verständnis der kirchlichen Partnerschaften niedergelegt, hinter dem sich auch ein Zeitverständnis verbirgt. Dort heißt es: Die Begegnung mit Kirchen in Europa und in anderen Erdteilen öffnet den Blick für die der ganzen Welt geltende frohe Botschaft, und für die Ökumene in gelebter Partnerschaft stellen sich die Gemeinden auf die Seite der Leidenden und setzen Zeichen der Solidarität. Sie bestärken sich gegenseitig im Glauben und tragen zu Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt bei. Die Beziehungen zu den protestantischen Kirchen in Polen und Tschechien waren zu ihrem Beginn von deutscher Seite her als symbolische Geste der Versöhnung für die Geschehnisse im Zweiten Weltkrieg gedacht. Später dienten sie der symbolischen Überwindung des Eisernen Vorhangs und der Teilung Europas. Sie waren ein Protest gegen die Inhumanität der politischen Verhältnisse und den ideologisch motivierten Aufbau von Feindbildern, begleitet von militärischen Drohgebärden. Diese Bedeutung lässt sich unter den neuen Bedingungen Europas nicht konservieren und gerät angesichts der Dynamik der gesellschaftlichen und politischen Entwicklung dieser beiden Länder in den Hintergrund. Die Öffnung der Grenzen hat nicht zwingend zu einer Intensivierung der Beziehung geführt. Zunächst fand ein diakonischer Impuls, die Gemeinden z.b. in Polen durch Hilfstransporte zu unterstützen, ein reiches Betätigungsfeld, doch inzwischen erscheint er als ein

10 12 Anachronismus unserer kirchlichen Bemühung, der sich jedoch hartnäckig hält. Zu lange waren wir gewohnt, die Nachbarn in der östlichen Hälfte Europas unter einer Erstarrung zu denken, während sich bei uns die dynamische Entwicklung vollzog. So scheint Polen manchem Hilfsbereiten eine Zeitinsel der Vergangenheit zu bilden, der wir mit unserem Bewusstsein, auf der Höhe der Zeit zu sein, immer noch überlegen sind. Aber täuschen wir uns nicht. Nicht erst langfristig, sondern schon jetzt befinden wir uns mit den Ländern des östlichen Mitteleuropa nicht mehr in einem Kostenwettbewerb, sondern auch in einem Qualitätswettbewerb. Der Kolumnist der New York Times, Thomas Friedman, meint: Die jungen Chinesen, Inder und Polen gehen mit uns keinen Wettlauf nach unten ein. Sie rennen nach oben. Sie wollen nicht für uns arbeiten. Sie wollen nicht einmal so sein wie wir. Sie wollen uns beherrschen, und zwar in dem Sinne, dass sie selbst die Firmen der Zukunft gründen, die Menschen auf der ganzen Welt bewundern, und für die sie unbedingt arbeiten wollen. 3 Natürlich sind gegenwärtig unsere sozialen, ökonomischen und bildungsbezogenen Infrastrukturen noch viel besser als in anderen Ländern. Friedman übersieht auch die tiefen Spaltungen, die sich durch die Gesellschaften der Länder ziehen, die er nennt. Modernität und sagenhafter Reichtum stehen Sklavenhaltung und bitterer Armut in der gleichen Gesellschaft gegenüber. Insgesamt aber beginnen die Lebenseinstellungen und damit ihre Zeitverständnisse, sich rapide zu verändern: Kinder und Erwachsene setzen unvergleichlich mehr Lebensenergie daran, ihren Bildungshunger zu stillen, Ziele zu erreichen, als wir es aus unserem Land in der Regel kennen. Gleichzeitig gewinnen in unseren lutherischen Partnerkirchen in Polen theologische Tendenzen an Gewicht, die wir theologisch nur als Rückschritt begreifen können. Nur mit Mühe konnte verhindert werden, dass die polnische Ablehnung der Frauenordination nicht auch zur Nichtanerkennung unserer ordinierten Frauen führte. Wendet man die ökonomische Bedeutung der Entwicklung auf die theologische an, so zeigt sich der Wille zur Eigenständigkeit mit nationalem Unterton ganz deutlich. Die Orientierung am Westen und damit auch am Luthertum gilt nicht mehr als Exklusivität einer Minderheit, für die man auch bereit wäre Opfer zu bringen. Sie weicht der Orientierung am polnischen Katholizismus, nur ohne Papst und Zölibat. Für die Kirche der Böhmischen Brüder in Tschechien haben die offenen Grenzen die neue Rolle der internationalen Gastgeberin gebracht, die die Kräfte dieser kleinen Minderheit nicht wenig beanspruchen. Die Studienmöglichkeiten für den theologischen Nachwuchs in Deutschland sind immer auch von der Angst begleitet, diese Menschen zu verlieren. Deutschland als ein Magnet für die leistungsfähigen Kräfte der Gesellschaften weckt Verlustängste auf deren Seite. Aus ihrer Minderheitensituation in Italien und Polen heraus können die protestantischen Kirchen von einer neuen politischen Ausrichtung der katholischen Kirche im neuen Europa berichten, die Minderheiten im politischen Spiel keinen Platz für eine Interessenvertretung lässt. Solche Nachrichten sind für uns in unserem eigenen Verhältnis zur katholischen Kirche nicht leicht einzuordnen. Die Auswertung der europäischen Partnerschaften in Italien, Polen und Tschechien hat deutlich gezeigt, dass es innerhalb der europäischen Beziehungen einer neuen Orientierung bedarf, wenn die Partnerschaften nicht zu einem Relikt der Vergangenheit werden sollen, so bedeutsam diese auch gewesen sein mag. Alle Partnerschaften befinden sich inzwischen innerhalb der EU, wodurch eine gemeinsame protestantische Stimme in Europa nicht einfacher zu organisieren ist. Aber an einer Stärkung der europäischen Organe des Protestantismus und der Kirchen führt kein Weg vorbei. 3 Zit. von Wolfgang Münchau: Das Ende der Sozialen Marktwirtschaft, 2006, Seite 55.

11 13 Noch komplizierter erweist sich die Ungleichzeitigkeit in den Partnerschaften mit Kirchen in Afrika und Asien. Die ursprüngliche Motivation für diese Partnerschaften findet sich als Reflex in der Lebensordnung. Die unter einer ungerechten ökonomischen Weltordnung Leidenden sollten Solidarität und Hilfe erfahren. Deshalb spielen Gerechtigkeitsfragen von deutscher Seite her in der Partnerschaftsarbeit eine große Rolle. Auch hier ist eine Art zeitliches Gefälle der Ausgangspunkt der Überlegung. Die globale Situation erschien als eine gestuft gedachte Entwicklung: Unser Land befindet sich in einem Stadium des Fortschritts, den andere Regionen erst noch erreichen müssen. Die Partnerschaften sollten zum Ausgleich dieses Zeitgefälles beitragen, die verzögerte Entwicklung beschleunigen helfen bzw. über die Bedingungen dieses Gefälles informieren helfen. Kritische Beobachter haben darauf hingewiesen, dass dies wie eine säkularisierte Form des klassischen Missionsverständnisses des 19. Jahrhunderts aussieht 4. Die Dominanz bleibt auf Seiten des deutschen Partners. Die partnerschaftliche Aktivität in den Gemeinden besteht oft genug im Sammeln von Geld bzw. in der Projektfinanzierung. Die Projektarbeit geschieht dann in den jungen Kirchen, dem ehemaligen Missionsfeld. Die Partnerschaften sind in den afrikanischen und asiatischen Kirchen oft schon deshalb viel präsenter, weil dort die Ergebnisse der gemeinsamen Bemühung handgreiflich zu erfahren sind. In der Auswertung haben sich beide Seiten realistisch dazu geäußert, dass eine Partnerschaft ohne finanzielle Hilfe nicht intendiert ist. Das wirtschaftliche Gefälle kann nicht einfach übersprungen werden. Doch soll die finanzielle Hilfe nicht zum bestimmenden Thema werden, weil es die Partner auf der einen Seite in die alleinige Nehmerrolle nötigt. Gemeinsame politischen Themen der Partnerschaft wie im Beispiel Südafrika und Korea sind schwerwiegenden Veränderungen unterworfen. Die Solidarisierung gegen die Apartheidpolitik war lange die tragende Säule der Südafrikapartnerschaft. Mit dem politischen Wechsel im Land treten die Unterschiede in Spiritualität und Kirchenstruktur stärker zu Tage. Die Partnerschaft scheint ihren inhaltlichen Bezugspunkt verloren zu haben. Mit Korea teilten wir lange die Erfahrung des geteilten Landes. Mit der deutschen Wiedervereinigung sind beide Seiten in unterschiedliche Ausgangspositionen geraten. Berichte aus der Zeit der Vereinigung belasten die Treffen der beiden koreanischen Teile, da die ideologische Abwehr gegen diese deutsche Erfahrung aus Nordkorea heftig ist. In der Auswertung haben die Kirchen in Afrika und Asien das spirituelle Miteinander stärker betont und eingefordert, weil sie sich hier auch in Lage sehen, etwas zu geben. Sie verweisen auf die starke Partizipation in ihren Gemeinden und fragen besorgt nach der Erosion volkskirchlicher Strukturen bei uns. Ob wir uns als Partner gegenseitig etwas zu geben haben und uns auf Augenhöhe befinden, scheint trotz anderslautender offizieller Erklärungen in der Praxis noch immer eine Frage zu sein. Zu tief verankert ist die Annahme, in den afrikanischen und asiatischen Kirchen den Erben einer längst hinter uns gelassenen eurozentristischen Theologie und eines mühsam überwundenen Schrift- und Missionsverständnisses zu begegnen. Dabei besitzen die Partner eine hohe Kompetenz in der Bewältigung einer multireligiösen Situation und haben lange Erfahrungen im interreligiösen Miteinander. Sie sind der neuen globalen charismatischen Bewegung in besonderer Weise ausgesetzt. Diese Situation ist für uns alle eine neue Herausforderung, so dass unsere Kompetenz in dieser Frage als entwicklungsverzögert erscheint. Nicht nur wir, auch die Freikirchen stehen relativ verständnislos vor dem Faktum, dass ausgerechnet die Pfingstkirchen weltweit am schnellsten wachsen. Inzwischen begegnet uns in der Partnerschaft immer selbstbewusster die Anfrage, ob wir in der ökumenischen Lerngemeinschaft wirklich etwas lernen wollen. Wenn der Satz stimmt: Deutsche wollen in erster Linie nicht lernen sondern helfen, 5 dann braucht unser Selbstverständnis ebenso wie die Lebensordnung durchaus eine Revision. 4 5 Lothar Bauerochse: Zwischenkirchliche Partnerschaften als ökumenische Lerngemeinschaften, S.8; in: Kirchliche Partnerschaften, hrsg. von Akademie Meißen, Michael Brandt: Was wäre Kirche in Deutschland ohne Partnerschaften?, S.19, in: Kirchliche Partnerschaften, Hg. Akademie Meißen, 2005

12 14 Die Kirche sollte der Gesellschaft den Dienst tun mitzuhelfen, unsere Gesellschaft wieder in eine Lernkultur zu überführen. Auf meinen ökumenischen Reisen habe ich immer wieder die unglaubliche Neugier der Kinder aber auch der Erwachsenen bewundert. Kinder und Jugendliche betrachten es als eine Ehre, lernen zu dürfen und waren begierig, so viel wie möglich zu erfahren. Das hat in Korea aber auch anderswo kulturelle Wurzeln. In Kairo waren wir fast 1 ½ Stunden verspätet. Unterdessen und ohne Müdigkeit warteten 400 Studenten auf die Vorlesung des Kirchenmannes aus Deutschland. Intellektuelle Auseinandersetzung war wichtiger als das Mittagessen. Lernen von und Nachahmen der Kunst des Meisters ist eine Ehre. Von unseren Partnern können wir neu lernen, dass Bildung eine zentrale Aufgabe für Kirche und Gesellschaft ist. Ohne Investition an menschlicher Energie und Geld in die Bildung werden wir nicht überleben. Als Ergebnis der bisherigen Auswertung der Evaluation rät die Kirchenleitung zu einer Neuausrichtung der Partnerschaftsbeziehungen in diesem Sinn. Die Ökumenischen Partnerschaften werden dort als sinnvoll erfahren, wo sie die eigene Weltwahrnehmung befruchten können. Die Auseinandersetzung mit dem religiösen Pluralismus, das Zusammenleben mit islamischen Gemeinschaften und die Strategien als eine religiöse Minderheiten können als Themen in der Partnerschaft vertieft werden. Zu diakonischen Fragen ist eine Konsultation mit den europäischen Partnern als Option verabredet worden. Nach dem ersten europäischen multilateralen Treffen kam der Wunsch, es nicht bei dem einmaligen Treffen zu belassen. Die Partnerschaft mit Korea und Indonesien hat die Integration der entsprechenden Migrantengemeinde in unserem Kirchengebiet sehr befördert. Es kämen weitere Gemeinden für einen solchen Integrationsversuch in Frage. VI. Die Veränderungen durch Migration Unser Land wird gegenwärtig aufgewühlt durch die Einsicht, dass es bis heute nicht gelungen ist, die Probleme der weltweiten Wanderungsbewegung in den Griff zu bekommen. Menschenrechtsverletzungen, Armut und die ökonomische Dynamik der Globalisierung sind nur einige der Ursachen dafür, dass Menschen ihre Heimat verlassen, zu uns kommen, oder umgekehrt, dass Deutsche im Ausland Arbeit und Brot und bisweilen auch eine neue Heimat suchen. Die Gesamtzahl der internationalen Migranten wird derzeit auf 175 Millionen geschätzt. Das sind zwar viele, gemessen an der Weltbevölkerung sind das allerdings nicht mehr als in den vergangenen Jahrzehnten auch, nämlich ungefähr 2,5%. Was wir alle in der globalisierten Moderne erfahren, dass unsere Zukunft nämlich offen, aber auch ungewiss ist, dass wir unsere Arbeit und unseren Lebensstil wählen müssen, aber nicht sicher sind, ob es auch Sinn hat, dass unsere Zukunft also zur Sorge Anlass gibt und Vorsorge erforderlich macht, das alles gilt für Migrantinnen und Migranten in noch viel stärkerem Maß. Sie wissen nicht, was sie erwartet, sie können am Beginn der Migration noch nicht sagen, ob sie für immer oder nur auf Zeit bleiben wollen. Und wenn sie auf Dauer bleiben wollen, dann wissen viele von ihnen nicht, ob sie das dürfen. Denn ihre Zukunft liegt nicht nur in ihren eigenen Händen. Sie ist auch abhängig von den Entscheidungen der Aufnahmegesellschaft. Das neue Ausländergesetz heißt nicht von ungefähr Aufenthaltsgesetz. Es ermöglicht, aber es begrenzt auch Aufenthalte. Für viele Migrantinnen und Migranten hat ihre Zukunft bei uns darum die Gestalt der Frist. Das wiederum zeigt an, dass die Migration für uns ein offenes und für viele auch bedrohliches Problemfeld ist. Die Öffentlichkeit unseres Landes schwankt zwischen dem Willen zur Integration und der Abweisung der Fremden, ihrer Kulturen, ihrer Ansprüche auf ein wenigstens geschütztes Leben ohne Hunger und Angst aber auch ihrer Fähigkeiten. Misslungene Integration, wie kürzlich die schrecklichen Ehrenmorde, aber auch die Gewaltverbrechen an Farbigen, sind nur die Spitze eines Eisberges von ungelösten Fragen.

13 15 Bevor ich auf Einzelheiten eingehe, möchte ich darauf hinweisen, dass die Probleme, die unsere Gegenwart jetzt prägen, ja nicht neu sind. Aber wir haben in Deutschland seit Beginn der 90er Jahre in einer Zeit der großen Realitätsverleugnung gelebt, in der Integrationsverhinderer alles taten, um den Zuwanderern, die wir zum Teil selbst als Arbeitsmigranten gerufen hatten, eines klar zu machen: auf Dauer sind sie unerwünscht. 6 Mit dieser Botschaft ließen sich Wahlen gewinnen. Sie wissen, dass ich das Projekt des Multikulturalismus als nicht mehr angemessen ansehe, unsere Integrationsprobleme zu lösen. Es ist angesichts der Probleme nicht zukunftsfähig. Aber verglichen mit dem Ausmaß der Verdrängung in den vergangenen Jahren, verdienen die Menschen, die sich für dieses Konzept eingesetzt und sich den Fragen der Integration von Migranten wenigstens ernsthaft gestellt haben, allen Respekt und unsere Anerkennung. Sie haben versucht, unser Land und seine Kultur bereit zu machen, sich auf die globalen Herausforderungen einzustellen, die die neuen Zeiten und die unmittelbare Nähe des Fremden mit sich bringen werden. Was wir heute brauchen ist ein Perspektivenwechsel. Er ist nicht allein deshalb zwingend, weil das geburtenarme Deutschland Zuwanderung als Überlebensstrategie dringend braucht. Bisher haben wir Migration vor allem als Problem begriffen und zuerst die Nachteile gesehen. Entsprechend haben wir Entwicklungspolitik, statt Migrationspolitik gefordert und in hier lebenden Migranten vor allem Opfer gesehen. Langsam aber wird deutlich, dass Migration genau wie alle anderen Globalisierungsphänomene zumindest ambivalent ist. Sie birgt nämlich auch zahlreiche Chancen, und zwar für alle Seiten. Auch wenn Deutschland zu den Globalisierungsgewinnern gehört, spüren wir die Härten der weltweit agierenden Ökonomie in vorher nicht gekanntem Ausmaß. Aber gerade weil wir ohne Migration keine Zukunft haben werden das gilt nicht zuletzt für unsere Sozialsysteme kommt alles darauf an, dass wir in Zukunft intensiv an der Integration der Migranten interessiert sein müssen. Das Ziel der Integration muss ihre volle Teilhabe an den Orientierungs-, Entscheidungs- und Zielfindungsprozessen unserer Gesellschaft sein. 7 Selbstverständlich gehört dazu das Erlernen und die Beherrschung der deutschen Sprache und die vorbehaltlose Akzeptanz des Grundgesetzes, eine längere Aufenthaltsdauer, auch Einbürgerungskurse und anderes. Den von der hessischen Landesregierung vorgelegten Fragenkatalog halte ich nicht für besonders hilfreich. Er wird in einer bundeseinheitlichen Lösung keinen Bestand haben. Aber umgekehrt muss unsere Gesellschaft auch begreifen, dass sie sich durch die Integration von Menschen anderer kultureller Herkunft auch auf einen Veränderungsprozess einlassen muss und darin auch eine Chance sehen kann. Das geht freilich nicht ohne Anstrengung und Veränderungsbereitschaft, denn das Zusammenleben in einer kulturell und religiös vielfältiger werdenden Gesellschaft ist für alle nicht nur bereichernd, es ist auch anstrengend. Und Ängste gibt es auf beiden Seiten. Eine entscheidende Frage ist allerdings, mit welchem Ziel ich Zumutungen, Verunsicherungen, Verletzungen und Ängste an- und ausspreche, ob ich mich sozusagen scheiden lassen will, oder ob wir zusammenbleiben wollen und uns gerade darum auseinandersetzen müssen. Parallelgesellschaften sind unmissverständliche Zeichen von misslungener Integration, denn sie verweisen darauf, dass Menschen sich nicht integrieren wollten, konnten oder es nicht durften. Besonders problematisch ist die zunehmende Selbstabgrenzung junger Menschen mit Migrationshintergrund der dritten und vierten Generation. Daran muss sich unbedingt etwas ändern, und das gilt nicht etwa nur für Muslime, sondern in bisweilen noch bedrohlicherem Ausmaß für die sogenannten Russland-Deutschen, deren Kinder oft unsere Sprache nicht können und sie auch nicht lernen wollen, obwohl ihnen im Unterschied zu anderen Migranten schon in den 90er Jahren Sprachkurse zugestanden wurden. Diese Selbstabgrenzung hat auch mit der Erfahrung von Ausgrenzung und Chancenlosigkeit zu tun. Migranten-Jugendliche werden mindestens doppelt so häufig arbeitslos und haben mindestens doppelt so viele Schwierigkeiten, einen Ausbildungsplatz zu finden. Es ist richtig 6 7 So Frank Prischner in der ZEIT vom 12. April 2006, S. 5. Klaus Lefringhausen: Die Rolle der Religionen beim Aufbau und der Weiterentwicklung moderner Gesellschaften eine christliche Perspektive, epd Dokumentation 50, , S. 54ff.

14 16 darauf hinzuweisen, dass auch ihre Eltern verantwortlich sind, dafür Sorge zu tragen, dass ihre Kinder Deutsch lernen und sich an grundlegende Regeln halten. Es ist aber auch richtig, dass viele von ihnen sehr wohl deutsch sprechen und sich zu benehmen wissen und trotzdem keine Chance bekommen. Es ist richtig, zugewanderten Menschen Integrationsleistungen abzuverlangen. Es ist aber genauso richtig, dass unsere Gesellschaft viel zu lange weggeschaut hat und gar nicht wollte, dass sich Migrantinnen und Migranten integrieren. Durch die zeitliche Dynamik der Globalisierung rückt daher die Integration in den Focus unseres gesellschaftlichen Interesses. An dieser Integrationsarbeit wird sich die Evangelische Kirche auch in Zukunft beteiligen. Unsere Beratungsstellen für Migranten und Flüchtlinge, die Flüchtlingsseelsorge, ja alle Einrichtungen der Kirche und Diakonie, und nicht zuletzt auch die Kirchengemeinden stehen vor neuen und großen Herausforderungen. Die Arbeit mit Kindern unterschiedlicher kultureller und religiöser Prägung in unseren Kindertagesstätten und in der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit braucht überzeugende Konzepte, um Unterschieden gerecht zu werden und zugleich unsere eigene Identität nicht zu verleugnen. In kirchlichen und diakonischen Beratungseinrichtungen brauchen wir interkulturell und interreligiös sensible und kompetente Mitarbeitende. Der Dialog der Religionen muss als Teil der Integrationsarbeit der Kirchen in dieser Weise geerdet werden, ohne die akademisch notwendige Auseinandersetzung zu vernachlässigen. Mit großer Sorge und Unverständnis betrachtet die Kirchenleitung die Verschleppung der Regelungen bezüglich der sogenannten Altfälle, also von Geduldeten, die schon Jahre bei uns leben und sich mit ihren Familien oft gut integriert haben. Mit dem Zuwanderungsgesetz wurde hier Abhilfe versprochen. Sogenannte Kettenduldungen sollten abgeschafft werden und die betroffenen Menschen eine Aufenthaltsperspektive bekommen. In der Praxis ist oft das genaue Gegenteil der Fall: Vorhandene Arbeitserlaubnisse werden nicht verlängert, mögliche Aufenthaltserlaubnisse nicht erteilt, Familien durch Teilabschiebungen auseinander gerissen. Wer sich von Duldung zu Duldung hangeln muss, hat keine Perspektive. Immer wieder haben wir in unseren Gesprächen mit den Landesregierungen auf diesen Missstand hingewiesen, und ich habe die Interventionen der EKD immer wieder gefordert und auch unterstützt. Im Bereich der EKHN betrifft das rund Menschen. Ihnen versuchen Kirche und Diakonie durch Flüchtlingsseelsorge und Flüchtlingsarbeit unter die Arme zu greifen. Wichtiger aber ist, dass diese Menschen und vor allem ihre Kinder eine längerfristige Lebensperspektive und eine Zukunft hier in Deutschland eingeräumt bekommen, wo sie längst ihren Lebensmittelpunkt gefunden haben. So fordern wir seit Jahren ein Bleiberecht für diese Menschen. In diesem Jahr steht eine mögliche Altfallregelung immerhin und erfreulicherweise auch auf der Tagesordnung der Politik, und die Innenminister von Hessen und Rheinland-Pfalz wollen sich dafür einsetzen. Und ich rufe sie dazu auf, in ihren Bemühungen nicht nachzulassen, auch wenn die Pläne bundesweit bisher nicht durchgesetzt werden konnten! Seit einiger Zeit ist die diakonische Arbeit unserer Kirche in zunehmendem Maß mit einer weiteren Personengruppe konfrontiert, nämlich mit Menschen ohne Papiere, sogenannten Illegalen. Diesem Phänomen kann man nicht allein mit ordnungspolitischen Instrumenten begegnen. Das hat jetzt eine Bestandsaufnahme der Lebenslagen von Menschen ohne Aufenthaltsstatus in Frankfurt noch einmal deutlich gemacht, die der Ev. Regionalverband und das Diakonische Werk in Auftrag gegeben haben. Über die Empfehlungen dieser Studie werden wir mit den politisch Verantwortlichen, aber auch innerhalb von Kirche und Diakonie selbst diskutieren müssen. Beratung und Hilfe für diese Menschen muss straffrei gestellt werden. Statuslose Kinder, die nun wirklich für nichts verantwortlich gemacht werden können, müssen eine Schule besuchen können. Und kranke Menschen haben ein Recht auf medizinische Versorgung, auch wenn sie keinen Aufenthaltsstatus haben. Das gebietet allein die Menschlichkeit. So wird alles davon abhängen, mit welchen Intentionen wir uns auf den fälligen Perspektivenwechsel einlassen und wie viel Energie und Zeit wir gesellschaftlich, politisch, aber auch kirchlich für dieses Thema einsetzen wollen.

15 17 VII. Die Zeit der Transformation Veränderungen bei der Bundeswehr Die veränderten Zeiten haben der Bundesrepublik Deutschland in den 90er Jahren ein hohes Maß an globaler Verantwortung angetragen, die nicht mehr allein durch Entwicklungspolitik wahrgenommen werden konnte. Die Veränderung der Welt durch den Zusammenbruch der Sowjetunion und die auch daraus entstehenden Konflikte haben diese globale Verantwortung auch zum Medium der Außenpolitik, vor allem aber auch der Militärpolitik gemacht. Ich habe seit meinem Amtsantritt als Kirchenpräsident 1993 diese Entwicklungen aufmerksam verfolgt. Bei Seelsorgebesuchen in Kroatien, Bosnien-Herzegowina und im Kosovo habe ich mir von den Bedingungen, unter denen der neue Auftrag der Bundeswehr erfüllt werden soll, vor Ort selbst ein Bild machen können. Die Bundeswehr befindet sich seit dem Ende des Ost-West-Konflikts in einem Prozess der ständigen Veränderung. Bestand sie seit ihrem Aufbau ab 1955 als eine Verteidigungsarmee (GG Art. 87a), deren Aufgabe es war, im Rahmen einer Strategie der Abschreckung einen Krieg zu verhindern, so wird sie jetzt umgebaut zu einer Einsatzarmee, die weltweit zu Operationen fähig ist. Dieser Umbau wird Transformation genannt. Transformation bedeutet so wird der Begriff erklärt in einem bundeswehrinternen Arbeitspapier die Umwandlung von etwas Bestehendem in etwas Neues, anders als die Reform, die eine Neuordnung von etwas Bestehendem ist. Transformation bezeichnet einen völligen Neuaufbau der Streitkräfte, der im laufenden Dienstbetrieb umgesetzt wird. Die dringende Notwendigkeit dieser Transformation hat ihren Grund darin, dass die konfrontativen, staatlich organisierten antagonistischen Militärblöcke mit strategischem Vernichtungspotential in geographisch definierter Ordnung, die über Jahrzehnte den Auftrag der Bundeswehr geprägt hatten, komplexeren Rahmenbedingungen gewichen sind. Die Transformation der Bundeswehr ist daher kein Selbstzweck, sondern eine Antwort auf die Veränderungen des klassischen Kriegsbildes, mithin das Bemühen, sich auf veränderte Konfliktbilder und neue Bedrohungen angemessen einzustellen und vorzubereiten. Und sie ist, das möchte ich betonen, alternativlos für uns und genauso wie für NATO und VN. (Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan am 2. Februar 2006) Zunächst ist einsichtig, dass im 21. Jahrhundert alle Instrumente der Sicherheitsvorsorge daran zu messen sind, wie sie der Globalisierung der Gewalt in asymmetrischer Ausprägung begegnen, deren Ursachen und Auftreten zudem in der Regel multikausal sind und mehr als militärische Antworten verlangen. Auch scheint angesichts der seit dem 11. September 2001 als verändert wahrgenommenen und geschilderten Sicherheitslage der Satz des früheren Verteidigungsministers Wolfgang Struck, der inzwischen innerhalb und außerhalb der Bundeswehr zu einem geflügelten Wort geworden ist, aufs erste plausibel: Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt! Doch die Frage, ob er tatsächlich stimmt und dem Anspruch des verfassungsgemäßen Verteidigungsauftrages (GG Art. 87a) standhält, ist bisher in der immer wieder eingeforderten aber nicht geführten Debatte nach der Sicherheitskonzeption Deutschlands noch nicht schlüssig beantwortet worden. Reicht es aus, den Gebirgszug des Hindukusch künftig einfach durch das Gebiet des Kongo zu ergänzen? Im Blick auf die zahlreichen Auslandseinsätze deutscher Soldatinnen und Soldaten, deren opfervolle Einsatzbereitschaft und persönliche Belastungen ausdrücklich anerkannt und gewürdigt werden, ist vom gesellschaftsdiakonischen Auftrag der Kirche her eine schlüssige Antwort auf die Frage zu fordern, wofür deutsche Soldatinnen und Soldaten in Auslandseinsätze geschickt werden. Ein neues Weißbuch zur Sicherheitspolitik und auch präzise sicherheitspolitische Richtlinien sind überfällig. Die Dringlichkeit dieser Forderung wird verstärkt durch Informationen aus dem Führungskreis der Bundeswehr, die besagen, bei strenger Bewertung seien alle bisherigen Auslandseinsätze als gescheitert anzusehen. (Somalia 1993/1994: Die ursprünglich zu versorgende indische Brigade ist nicht erschienen. Die tatsächlich geleistete humanitäre Hilfe Bau von Brunnen, Wasserleitungen Schulen u. a. ist vom Wüstensand zugedeckt worden. Die politische Lage und die Situation der

16 18 Menschen ist nicht verbessert worden. Afghanistan, seit 2002: Die Soldaten beklagen, dass sie faktisch die Herrschaft von regionalen Kriegsherrn/Warlords stabilisieren, die den Opiumanbau kontrollieren. Das Rauschgift wird auf dem europäischen Markt von unseren Kindern konsumiert, und wir stützen mit unserem Einsatz, dass dieser Markt funktioniert, hört man die Klagen von in Afghanistan eingesetzten Offizieren. Im Kosovo fehlt bis heute ein politisches Konzept, das erklären würde, weshalb man immer noch da ist usw.). Zur Bewertung der Transformation genannten Neuaufstellung der Bundeswehr zur Erlangung der Fähigkeiten, Auslandseinsätze erfolgreich durchzuführen, müssen in der deutschen Gesellschaft folgende Fragenbereiche debattiert werden: 1. Welche Qualität haben die Auslandseinsätze wirklich? Wie unterscheiden sich zum Teil robuste Mandate von wirklich robusten? Der Einsatz des Kommandos Spezialkräfte (KSK) bleibt ohnehin immer außen vor und damit einer öffentlichen Bewertung entzogen. Warum wird dies hingenommen? 2. Wie ist der tatsächliche nicht nur vermutete oder erhoffte Zusammenhang der innergesellschaftlichen Friedenssicherung und des Aufbaus einer neuen politischen Ordnung in einem Einsatzland mit der Verteidigung Deutschlands nach GG Art. 87a? Oder haben die Auslandseinsätze der Bundeswehr einen ganz anderen Zweck als die Verteidigung Deutschlands, dienen eher dem politischen Streben nach einem ständigen Sitz im Sicherheitsrat der VN, haben also außenpolitische Bedeutung? 3. Was kann Militär tatsächlich leisten? Übernehmen die Soldatinnen und Soldaten nicht häufig im Ausland Aufgaben, die soweit von bewaffneter Macht durchzuführen polizeiliche Aufgaben sind? Mit welcher Kompetenz und mit welchem Recht übernehmen Soldatinnen und Soldaten oftmals rein zivile Aufgaben, die dann unter Umständen mit den zivilen Organisationen geleisteten Hilfeleistungen unzureichend oder überhaupt nicht abgestimmt sind? Nach welchem Konzept erfolgt die zivilmilitärische Zusammenarbeit? 4. Gibt es einen Verteidigungsfall bei terroristischer Bedrohung, die von den Militärs asymetrische Bedrohung genannt wird? Darf, ja soll die Bundeswehr dazu im Inland eingesetzt werden, trotz des negativen Urteils des Verfassungsgerichts? Bereits 1963 richtete Carl Friedrich von Weizsäcker in seiner Rede in der Frankfurter Paulskirche anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels den Blick auf die Notwendigkeit einer Weltinnenpolitik: Der Weltfriede ist nicht das goldene Zeitalter, sondern sein Herannahen drückt sich in der allmählichen Verwandlung der bisherigen Außenpolitik in Weltinnenpolitik aus. In der heute globalisierten Welt muss das Streben nach einer Weltinnenpolitik zu einem vorrangigen Ziel erklärt werden, das die Kirchen von ihrer Ethik des Gerechten Friedens her nachhaltig unterstützen. Hieraus ergeben sich Konsequenzen für das Völkerrecht und die Aufrüstung bewaffneter Macht. Es sollte diskutiert werden, ob das Kriegs- und Kriegsvölkerrecht durch ein internationales Polizeirecht zu ergänzen ist. Hierauf soll die Umwandlung von Kriegsstreitkräften in entsprechende internationale Polizeikräfte bzw. Deeskalationsstreitkräfte mit dem Ziel folgen, Verbrechen wie Terror, Vertreibung und Völkermord zu bekämpfen, Täter an der Ausführung ihrer Verbrechen zu hindern oder sie gegebenenfalls der Justiz, etwa dem Internationalen Gerichtshof, zu überstellen. Der Einsatz dieser internationalen Polizeigewalt erfolgt nach dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit, der Güterabwägung und der rechtsstaatlichen Überprüfbarkeit. Sie unterscheidet sich qualitativ vom Einsatz bewaffneter Gewalt nach dem bisherigen Kriegs- und Kriegsvölkerrecht, das die militärische Eskalation zulässt, so dass zerstört wird, was eigentlich bewahrt und geschützt werden soll. 8 8 Siehe: Hermann Düringer / Horst Scheffler (Hrsg.): Internationale Polizei eine Alternative zur militärischen Konfliktbewältigung, Frankfurt (Haag + Herchen) 2002; Horst Scheffler: Die Ethik vom Gerechten Frieden und die Überwindung des Krieges, in: Gerhard Kümmel / Sabine Collmer (Hrsg.): Soldat Militär Gesellschaft. Facetten militärbezogener sozialwissenschaftlicher Forschung, Baden Baden (Nomos) 2003, S

17 19 Beispiel: Im Luftkrieg gegen Serbien wurde die Donaubrücke in Novi Sad ohne ersichtlichen strategischen Grund im Frühjahr 1999 zerstört. Mit EU-Mitteln wieder aufgebaut, wurde sie im Jahr 2005 wieder eröffnet. VIII. Hat alles seine Zeit? Sicher, aber welche? Welches Zeitverständnis, welche Gewissheiten über Gott, das Wesen des Menschen und der Welt spiegeln sich in den Beispielen aus den Aktivitäten unserer Kirche? Alle sind ja verwoben mit der Gesellschaft, und so dürften wir aus ihnen Aufschlüsse über die Lage der Kirche in der Gesellschaft erwarten. Und gibt es die vermuteten, eher gefühlten als belegten Analogien zur Theologie Kohelets? Teilen wir seine Resignation angesichts der Verborgenheit von Gottes Wesen und Wirken? Teilen wir die Sinnlosigkeit, die sich hinter den Wahlmöglichkeiten unserer Lebensgestaltung als generelle Unsicherheit verbirgt, wo doch auch wir die Endlichkeit unseres Lebens offenbar fraglos voraus setzen? Und was ist mit denen, die gar keine Wahl haben, und die schon der Prediger überhaupt nicht im Blick hat, weil er einer gebildeten Oberschicht angehört, die zwar reich aber unter den Bedingungen der Entpolitisierung ohne Einfluss auf die Verhältnisse lebt? Ist der Lebensgenuss des flüchtigen Glücks der einzig verbliebene Sinn des Lebens? Deutlich ist in allen Handlungsfeldern, dass durch die Dynamik der Globalisierung und ihren lebensweltlichen Wirkungen unsere Zeitwahrnehmung und unser Zeiterleben, und das heißt, unser Leben überhaupt, sich in seinen Schwerpunkten und Orientierungen verschiebt. Das macht uns zu schaffen. Aber ganz offensichtlich wirkt in allen Handlungsfeldern trotz vieler Analogien ein anderer Umgang mit der Zeit, als er im Buch Kohelet der Bibel zu entnehmen ist. Und genau dieser andere Umgang mit der Zeit als Symbol für eine andere Theologie und Frömmigkeit könnte für die Beziehung der Kirche zur Gesellschaft wichtig sein und uns die entscheidenden Hinweise darauf geben, was wir der Welt und auch Gott schuldig sind in diesen nicht einfachen Zeiten, inmitten von atemberaubenden Wandlungsvorgängen. Überall da, wo die Kirche sich selbst betätigt oder wo sie beobachtet und analysiert, geht sie offensichtlich davon aus, dass 1.) es auch angesichts der allgemeinen Sterblichkeit nicht nur auf den Augenblick und kurzfristige Bedürfnisbefriedigung und Lebensgenuss ankommt. Im Gegenteil: Alle Aktivitäten der Kirche, von der Landwirtschaft bis zur Bundeswehr reichen weit über den Tag, ja über die Lebenszeit von manchen von uns hinaus. Unsere Prioritätendiskussion hat daher zu Recht die Perspektive ) Wenn unsere Bemühungen, mit dem Evangelium in Wort und Tat bei den Menschen zu sein, nicht durch und durch heuchlerisch und bloßer Schein sind, dann liegt dem eben ein anderer Umgang und ein anderes Zeitverständnis zugrunde, als dem Prediger Salomos. Gewiss gibt es auch bei uns heute Vorgänge, die einfach ablaufen, weil es immer so war, ohne dass noch ein Sinn erkennbar wäre. Manche erleben so auch ihr eigenes Leben, manche Ehe sieht so aus, wie jeder Seelsorger weiß, aber auch manche Arbeit in der Kirche auf allen ihren Ebenen. Manchmal leben und arbeiten auch wir in Kirche und Gesellschaft wie Getriebene, ohne selbst noch Ziele zu setzen, bringt die Wahl unserer Lebensentwürfe mehr Unglück als Glück, klagen auch wir über die Macht des unergründlichen Schicksals. Und auch wir begrenzen den Radius unserer Hoffnungen und Ansprüche auf das Leben, auf die, gemessen an der Dauer der Zeit, gar der Ewigkeit, winzige Spanne unserer irdischen Existenz. Und ganz selbstverständlich runden wir durch Konstruktion wiederholbarer Zeiten den eigentlich uneinholbar ins Dunkle verlaufenden linearen Zeitstrahl in die lebensdienliche und lebensnotwendige Wiederholbarkeit. Dies tun wir, wohl wissend, dass nichts Vergangenes in Wahrheit wiederholbar ist, und die Zukunft unerkennbar und dunkel ist und bleibt. Gerade unsere Prognosen und unsere Pläne lehren uns genau diese Unverfügbarkeit der zukünftigen Zeit. Aber wir verbinden mit der Kreisstruktur der Zeit, die wir mit dem Prediger teilen, weil man anders gar nicht leben kann, nicht seine These von der sinnlos dunklen Wiederkehr des

18 20 Gleichen. Wir sagen gerade nicht mit diesem Abschnitt der Heiligen Schrift: Es gibt nichts Neues unter der Sonne. Und wir bestreiten, dass die Zeit aufs Ganze gesehen vom Zufall regiert wird, auch wenn wir wie der Prediger nicht wissen, was sein wird (Pred. 9,12) und was nach uns kommt (Pred. 10,14). Und wir bestreiten, ablesbar an den genannten Beispielen, dass die Art und Weise, wie wir unsere Religion im Blick auf Gott, Menschen und die Welt leben, im Grunde belanglos, sinnlos und reine Privatsache ist. Aber woran liegt es, dass des Predigers Rat angesichts des undurchdringlichen und sinnlosen Weltlaufs, der eigenen Sterblichkeit und der abgründigen Verborgenheit Gottes das Glück des Augenblicks zu nutzen, zwar verführerisch bleibt, aber unseren Glauben als Denken und Handeln in seiner Frömmigkeit gerade nicht grundsätzlich leitet? Warum teilen wir die Ansicht Kohelets gerade nicht, dass Gott den Lauf der Welt mit Absicht so eingerichtet hat, dass der Mensch ihn nicht zu durchschauen vermag, damit er ihn fürchtet (Pred. 3,1-15)? 9 Die Gründe für dieses grundlegend andere Zeitverständnis erschließen sich, wenn ein Blick in die Konkordanz zeigt, dass das zentrale Wort unseres Glaubens und unserer Theologie, nämlich Liebe, im Buch des Predigers nur einmal vorkommt und auch da in die prinzipielle Unerkennbarkeit des Weltlaufs eingeordnet wird: Alles liegt in der Hand Gottes, der Mensch erkennt (erfährt) weder Liebe noch Hass (Pred. 9,1). Gott bleibt der Geber des Glücks. Aber ob und wem er es gönnt, bleibt im Dunkel. Zeitgleich mit dem Buch des Predigers entstand in Israel eine Theologie, die sich mit der radikal-resignierten Unveränderlichkeit des Weltlaufs nicht abfinden wollte und die Zeit nicht nur zum Kreis rundete, sondern die Geschichte der Welt auf ein gutes und heilvolles Ziel zulaufen sah, weil Gottes Gottheit zwar grundsätzlich verborgen bleibt, er sich aber seinem Volk, seiner Welt immer wieder liebevoll erbarmend annimmt. In dieser die Zeit linear auf ein Ziel öffnenden Spur liegt Jesus mit seiner Predigt vom Reich Gottes, mit seinem Kreuz und seiner Auferstehung, die den Horizont des Todes auf Gottes ewiges Leben hin aufsprengt, an dem wir Anteil bekommen. Die Welt und all unser Tun ist nicht sinnlos, weil Gottes Liebe der Grundantrieb der Welt ist, die sich entfalten kann. Weil es Jesus gegeben hat, gibt es Neues unter der Sonne, wird Evolution auch ein theologischer Begriff. Was folgt aus dieser Öffnung der Kreisstruktur der Zeit prinzipiell für Glauben und Handeln der Kirche in der Gesellschaft über das hinaus, was zu den Handlungsfeldern gesagt worden ist? Drei Dinge will ich hervorheben: Erstens: Der Umgang mit der Heiligen Schrift und den in ihr niedergelegten Gotteserfahrungen und Gedanken über Gott und Mensch ermächtigt uns, neue Erfahrungen mit Gott zu machen, die wir selbst verantworten müssen und können. Dies kann allerdings nicht ohne Kenntnis, Beschäftigung mit und Hören auf die Bibel geschehen. Das Jahresthema Zeit, das uns die Zeit in ihren zwei Dimensionen, der Regelkreisförmigkeit und der linearen Unwiederholbarkeit vor Augen führt, drängt uns zum intensiven Studium der Bibel. Ohne ihre Kenntnis wird sich die Kirche nicht nur nicht erneuern können, sie wird im Gegenteil ihre Substanz verlieren. Wenn Kirchenleitung durch Lehre geschieht, was uns der Tübinger Theologe Eilert Herms immer wieder einschärft, dann darf ein Kirchenleitungsbericht nicht auf Lehre verzichten, sonst bleibt er leer und hohl. Das heißt, er braucht das Gespräch von Schrift und Lebenssituation. Die Bibel und der Umgang mit ihr muss klar und deutlich wieder ins Begründungszentrum aller kirchlichen Aktivität rücken. Zweitens: Der Prediger Salomos bindet das immerhin mögliche Glück des Augenblicks an das memento mori, an das stete Eingedenken unserer Sterblichkeit. Ja gerade von dieser Einsicht her stößt er auf sein Verständnis des Glücks als Lebensgenuss der kurzen Frist, die bleibt. Durch Jesus wird dieses Zeitverständnis und seine Glücksverheißung gesprengt. Aber das Eingedenken der unverrückbaren Endlichkeit weitet unsere Glücksvorstellung in den Horizont der Ewigkeit. Die Aufgabe der Kirche besteht nicht darin, die verzweifelte Spaßgesellschaft nun auch geistlich zu legitimieren, so sehr es im Evangelium um Herzensbildung und Lebensfreude geht. Jedoch die Freude, von deren Zeit wir reden dürfen, wird dadurch erd- und himmelverbunden, dass sie den Schmerz der Sterblichkeit nicht 9 Otto Kaiser. Carpe diem und Memento mori in Dichtung und Denken der Alten, bei Kohelet und bei Ben Sira, in: Zwischen Athen und Jerusalem, 2003, S. 259.

19 21 verleugnet aber relativiert: Wir sind der Gesellschaft schuldig, sie an die Sterblichkeit zu erinnern, damit die Perspektive der Ewigkeit in unserem Leben zu leuchten beginnt. Wenn wir alles Sperrige, Geheimnisvolle, Belastende von unserem Glauben abspalten, verliert er seine Tiefe und Weltzugewandtheit und verkommt zur flachen Aufforderung des think positive. Drittens: Im letzten Kirchenleitungsbericht habe ich gesagt, wir sind der Welt unseren Glauben schuldig. Davon gibt es nichts zurück zu nehmen, wohl aber mit Paulus zu präzisieren: Wir sind der Gesellschaft unseren Glauben, unsere Hoffnung und unsere Liebe schuldig, vor allem aber die Liebe. Denn im Glauben wird die Liebe die wesentliche Haltung unseres Lebens und wichtigstes Organ unserer kritischen und heilenden Weltzuwendung. Glaube wird irgendwann am Ende der Zeit verschwinden, nicht mehr nötig sein, meint Paulus. Genauso die Hoffnung. Irgendwann wird sie enden, weil sie nicht mehr nötig ist. Aber die Liebe bleibt deshalb die größte unter diesen drei Daseinsweisen von Christen, weil Gott in der Tiefe seiner Verborgenheit nicht das Dunkel aller Zufälle sondern hell lodernde Liebe ist. Darum hört die Liebe niemals auf, sondern schafft überall da, wo sie ins Lieben kommt, Neues. Ob meine Vision einer in dieser Weise vor Liebe leuchtenden Kirche jemals Wirklichkeit wird?

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