OPMs WOHLBEFINDEN AM ARBEITSPLATZ MÖGLICHKEITEN EINER GESUNDHEITSFÖRDERLICHEN ARBEITSGESTALTUNG AN DER UNIVERSITÄT

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1 OPMs WOHLBEFINDEN AM ARBEITSPLATZ MÖGLICHKEITEN EINER GESUNDHEITSFÖRDERLICHEN ARBEITSGESTALTUNG AN DER UNIVERSITÄT DIPL.-PSYCH. FRANK GEHRING WESTFÄLISCHE WILHELMS-UNIVERSITÄT MÜNSTER BAYERNWEITER AKTIONSTAG GESUNDE HOCHSCHULE UNIVERSITÄT WÜRZBURG Quelle: Jean Oumard / Pixelio.de Quelle: Katja Neubauer / Pixelio.de

2 GLIEDERUNG Arbeitsplatz Hochschule Betriebliche Gesundheitsförderung Konzepte gesundheitsförderlicher Arbeitsgestaltung Ausgewählte Befunde 2

3 ARBEITSPLATZ HOCHSCHULE (NACH UNNOLD, 2005) Wissenschaftlicher Bereich (bundesweit 8% der Uni-Angehörigen) Nicht-wissenschaftlicher Bereich (bundesweit 11% der Uni-Angehörigen) Studierende (bundesweit 80% der Uni-Angehörigen) Hohe Motivation Flexible Arbeitszeiten Selbstbestimmtes Arbeiten Abwechslungsreiche Tätigkeit RESSOURCEN: Kenntnis der Hochschulstruktur Kontinuität von Personal und Aufgaben Gute Zusammenarbeit BELASTUNGEN Jung und motiviert Engagiert Aufgeschlossen Gesund Befristete Arbeitsverhältnisse Unbezahlte Arbeitszeit Mangelhafte Raumausstattung Schlechte Ernährung Unzureichende Bewegung Fehlende Weiterbildungsmögl. Geringe Handlungsspielräume Unklare Zuständigkeiten Fremdbestimmte Zusatzaufgaben Leistungs- und Zeitdruck Monotonie Fehlende Wertschätzung Fehlende Arbeitsplätze Fehlende Schlüsselqualifikationen Starre Hierarchien: Mangelnde Betreuung, Orientierungslosigkeit Mehrfachbelastungen: z.b. durch Familie, Kinder, Nebenjobs 3

4 BETRIEBLICHE GESUNDHEITSFÖRDERUNG BEDINGUNGSBEZOGENER ANSATZ PERSONENBEZOGENER ANSATZ ARBEITSBEDINGUNGEN UND ABLÄUFE PERSONENGRUPPEN VERHALTEN DES EINZELNEN MITARBEITERS Z.B. AUFGABENGESTALTUNG, FÜHRUNGSSTIL Z.B. RÜCKENSCHULE, STRESSMANAGEMENTTRAINING HERSTELLEN EINES GLEICHGEWICHTS ZWISCHEN ANFORDERUNGEN UND LEISTUNGSVORAUSSETZUNGEN (ABBAU VON STRESSOREN UND/ODER AUFBAU VON RESSOURCEN) 4

5 BEDINGUNGSBEZOGENER ANSATZ SOZIALE UNTERSTÜTZUNG AUFGABEN- GESTALTUNG FÜHRUNGSSTIL VORGESETZTENVERHALTEN PHYSISCHE ARBEITSUMGEBUNG MÖGLICHKEITEN DER MITBESTIMMUNG LAGE UND DAUER DER ARBEITSZEITEN 5

6 AUFGABENGESTALTUNG VIELFALT SICHTBARKEIT DES ARBEITSERGEBNISSES MÖGLICHKEITEN LERN- UND ENTWICKLUNGS- AUFGABEN- GESTALTUNG ANFORDERUNGS- TÄTIGKEITS- SPIELRAUM ZEITGESTALTUNG SINNHAFTIGKEIT DER ARBEIT 6

7 SICHTBARKEIT DES ARBEITSERGEBNISSES Haben Sie die Möglichkeit, vollständige Aufgaben auszuführen? Führt Ihre Arbeit zu einem erkennbaren Produkt bzw. Ergebnis? Wenn ja, dann trägt dies dazu bei, dass die Tätigkeit als bedeutsam erlebt wird erhält man durch die Arbeit selbst Rückmeldung über die Qualität der Arbeit werden Monotonie und Ermüdung verringert Umsetzung durch Aufgaben mit planenden, ausführenden und kontrollierenden Elementen die Möglichkeit, Ergebnisse und gestellte Anforderungen abzugleichen 7

8 ANFORDERUNGSVIELFALT Ist Ihre Arbeit abwechslungsreich gestaltet? Haben Sie viele unterschiedliche Aufgaben zu bewältigen? Wenn ja, dann können unterschiedliche Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten eingesetzt werden werden einseitige Beanspruchung und Monotonie reduziert Umsetzung durch Aufgaben mit planenden, ausführenden und kontrollierenden Elementen Aufgaben mit unterschiedlichen Anforderungen an Körperfunktionen und Sinnesorgane 8

9 TÄTIGKEITSSPIELRAUM Haben Sie Spielraum bei der Ausführung Ihrer Aufgaben? Können Sie selbst Entscheidungen treffen? Wenn ja, dann stärkt das das Selbstwertgefühl und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen vermittelt dies die Erfahrung, nicht einfluss- oder bedeutungslos zu sein Umsetzung durch vollständige Aufgaben und Anforderungsvielfalt Übertragung von Entscheidungskompetenzen 9

10 ZEITGESTALTUNG: STRESSFREIE REGULIERBARKEIT Können Sie Ihre Arbeitszeit flexibel gestalten? Haben Sie Möglichkeiten, sich Ihre Zeit selbst einzuteilen? Wenn ja, dann wirkt dies unangemessenen Arbeitsverdichtungen entgegen schafft dies Freiraum für stressfreies Nachdenken und Kooperation bzw. Kommunikation Umsetzung durch Schaffung von Zeitpuffern bei der Festlegung von Vorgabezeiten 10

11 SINNHAFTIGKEIT DER EIGENEN ARBEIT Erleben Sie Ihre Arbeit als bedeutsam? Hat Ihre Arbeit für andere Menschen einen Wert, leistet sie einen Beitrag? Wenn ja, dann vermittelt dies das Gefühl, dass die eigene Arbeit (gesellschaftlich) nützlich ist und dass eigene und gesellschaftliche Interessen übereinstimmen 11

12 LERN- UND ENTWICKLUNGSMÖGLICHKEITEN Sind Sie der Durchführung Ihrer Aufgaben gewachsen? Können Sie an Fortbildungen teilnehmen, die Sie für sinnvoll erachten? Wenn ja, dann fördert dies die allgemeine geistige Flexibilität werden berufliche Qualifikationen erhalten und weiterentwickelt Umsetzung durch herausfordernde Aufgaben, zu deren Bewältigung vorhandene Qualifikationen eingesetzt werden können bzw. neue Qualifikationen erworben werden müssen 12

13 SOZIALE UNTERSTÜTZUNG Erhalten Sie bei der Arbeit soziale Unterstützung, z.b. durch Kollegen oder Vorgesetzte? Können sie sich darüber austauschen, wie gut die Zusammenarbeit funktioniert? Wenn ja, dann wirkt sich dies positiv auf das psychische Befinden aus (direkter Effekt) bewältigen sie Schwierigkeiten gemeinsam, reduzieren Belastungen (indirekter Effekt) unterstützen sie sich gegenseitig und ertragen Belastungen besser (Puffereffekt) geben sie sich gegenseitig Rückmeldung über ihren Arbeitsfortschritt Umsetzung durch Aufgaben, deren Bewältigung Kooperation nahelegt oder voraussetzt Netzwerkbildung / Vernetzen (Netzwerk Sekretariate) 13

14 FÜHRUNGSSTIL ORIENTIERUNG LEISTUNGS- MITARBEITER- ORIENTIERUNG MITARBEITERBETEILIGUNG INKONSISTENTE BEFUNDE ZU LEISTUNGSMAßEN SOZIALE UNTERSTÜTZUNG WERTSCHÄTZUNG HÖHERE ARBEITSZUFRIEDENHEIT ZIELORIENTIERUNG GRUPPE AUF ZIEL HINFÜHREN ZUSAMMENHALT IN DER GRUPPE STÄRKEN für Führungserfolg ist beides notwendig 14

15 WIE SEHEN DAS DIE MITARBEITER? (JOB AG, FULDA, 2008) Was beeinflusst Ihr Wohlbefinden am Arbeitsplatz derzeit am meisten? 57% ARBEITSKLIMA 40% AUFGABEN 39% GEHALT 30% SICHERHEIT DES ARBEITSPLATZES 15% VEREINBARKEIT VON FAMILIE UND BERUF / PRIVATLEBEN 10% PERSÖNLICHKEIT DES VORGESETZTEN 10% SOZIALLEISTUNGEN UND ALTERSVERSORGUNG 9% ENTWICKLUNGSMÖGLICHKEITEN 9% UNTERNEHMENSKULTUR 6% FÖRDERUNG / WEITERBILDUNG Quelle: 2. JOB AGArbeitsklima-Index (zuletzt abgerufen am ) 15

16 STUDIE AN DER UNI WUPPERTAL (WIELAND ET AL., 2005) Gestaltung der Arbeitsplätze und erlebte Beanspruchung: - Vollständige Aufgaben - Beanspruchungsoptimale Aufgaben (keine qualitative bzw. quantitative Über- oder Unterforderung) Soziale Ressourcen: -Soziales Klima am Arbeitsplatz - Mitarbeiterorientierte Führung - Teamorientierung (weniger Konflikte) Organisationale Ressourcen: - Aufgabenvielfalt - Partizipations- und Gestaltungsmöglichkeiten - Handlungsspielräume - weniger Burnout - geringere psychosomatische Beschwerden - besserer allgemeiner Gesundheitszustand 16

17 FAZIT Große Heterogenität der Rahmenbedingungen an Hochschulen: Beschäftigungsgruppen mit unterschiedlichen Arbeitsstätten, Tätigkeiten, Interessen und Motiven, aber auch Belastungen und Ressourcen Betriebliche Gesundheitsförderung kann bedingungs- oder personenbezogen sein und versucht, eine Balance zwischen Anforderungen und Leistungsvoraussetzungen herzustellen Gesundheitsförderliche Arbeitsgestaltung ist vor allem auch persönlichkeitsförderliche Arbeitsgestaltung, wichtige Aspekte sind die Aufgabengestaltung, die soziale Unterstützung und der Führungsstil wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter sowie Zufriedenheit und Motivation aus und kann Krankenstände verringern 17

18 QUELLENVERZEICHNIS Folie 1: Foto links: Jean Oumard, Pixelio.de Foto rechts: Katja Neubauer, Pixelio.de Folie 3: Unnold, K. (2005). Zehn Jahre Gesundheitsförderung an der Universität Bielefeld. In: Hochschul-Informations-System (HIS) (Hrsg.). Gesundheitsförderung in Hochschulen. Kurzinformation Bau und Technik. B1. Hannover: Hochschul-Informations-System. Folie 5-14: Ulich, E. & Wülser, M. (2009). Gesundheitsmanagement in Unternehmen. Arbeitspsychologische Perspektiven. Wiesbaden: Gabler. S. 223ff. Folie 15: JOB AG, Fulda (2008): Folie 16: Wieland, R., Tint-Antusch, T. & Hölper, K. (2005). Lebensraum Hochschule für alle gesund und erfolgreich gestalten. In: Hochschul- Informations-System (HIS) (Hrsg.). Gesundheitsförderung in Hochschulen. Kurzinformation Bau und Technik. B1. Hannover: Hochschul- Informations-System. 18

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