Elternbefragung in der Kinderkrippe kikri ETH Zürich-Hönggerberg Sommer 2003

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1 Elternbefragung in der Kinderkrippe kikri ETH Zürich-Hönggerberg Sommer 2003 Wie zufrieden sind die Eltern mit der kikri Hönggerberg? Auswertungsbericht Sergio Tassinari, Beauftragter für Kinderbetreuung der ETH Nina Wettenschwiler, Krippenleitung kikri Hönggerberg September

2 Einleitung Auf Anregung einzelner Eltern und im Rahmen der Qualitätssicherung der kikri Hönggerberg haben wir im Juni 2003 eine schriftliche Befragung zur Elternzufriedenheit durchgeführt. Die Befragung der Eltern wurde kurz vor der Integration der kikri Hönggerberg in die Stiftung für Kinderbetreuung im Hochschulraum Zürich (kihz) vorgenommen. Seit dem 1. Juli 2003 ist die kikri Hönggerberg teil der Stiftung kihz Die Zufriedenheit der Eltern mit dem Krippenalltag ist ein grundlegendes Qualitätskriterium für unsere Arbeit. Nur eine offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit garantiert, dass sich die Kinder in beiden Lebenswelten daheim fühlen. In einer Erziehungspartnerschaft zwischen Eltern und Betreuerinnen ist das Verhältnis von gegenseitigem Respekt und Wertschätzung geprägt. Nur unter dieser Voraussetzung können beide gemeinsam zum Wohl der Kinder beitragen. In diesem Sinne ist die Elternzufriedenheit ein Gradmesser für die Qualität der Betreuung. Das Krippenteam bemüht sich, den Bedürfnissen von Eltern und Kindern soweit möglich entgegenzukommen, ist dazu aber neben der eigenen Beobachtung auf die Rückmeldung der Eltern angewiesen. Die Umfrage soll deshalb aufzeigen, wo wir uns auf "den Lorbeeren ausruhen" dürfen und wo wir unser Angebot noch verbessern können. Es wurden 58 Fragebogen verschickt, wovon 41 ausgefüllt wurden. Mit einer Rücklaufquote von 71% können wir somit eine aussagekräftige Auswertung vornehmen und die entsprechenden Anpassungen vornehmen. Die Auswahl von Themenkreisen und Fragen wurde in Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat der Krippe getroffen. Bei der Konzipierung der Fragenbereiche beschränkten wir uns bewusst auf jene Themen, bei denen allfällige Änderungen und Anpassungen auch realisierbar sind. Eine offene Wunschliste, die unsere organisatorischen und pädagogischen Rahmenbedingungen nicht berücksichtigt, hätte Erwartungen geweckt, die die kikri gar nicht erfüllen kann. Bei der Ausarbeitung des Fragebogens wurden wir durch eine Fachfrau Vera Indermaur, Politologin, unterstützt. Wir möchten uns hiermit bei allen bedanken, die bei der Entwicklung der Umfrage mitgearbeitet haben und bei allen Eltern, die sich die Zeit für die Beantwortung des Fragebogens genommen haben. 2

3 Zusammenfassung für den eiligen Leser, die eilige Leserin Das Erfreuliche vorweg: Alles in allem gesehen sind die Eltern mit der Kinderkrippe zu 75.6% sehr zufrieden und zu 24.4% eher zufrieden. Oder umgekehrt formuliert: Es gibt keine Eltern, die bei der Gesamtbeurteilung eher unzufrieden oder sehr unzufrieden sind mit der Krippe! Wie zufrieden sind die Eltern mit der Betreuung und Förderung ihrer Kinder? Bei der Gesamtbewertung der Betreuung sind 68% der Eltern sehr zufrieden und 29% damit eher zufrieden. Keine Nennungen gab es bei der Kategorie eher unzufrieden oder sehr unzufrieden. Wie zufrieden sind die Eltern mit ihren Vertrauenspersonen und den regelmässig geführten Gesprächen? Bei der zentralen Frage nach der Vertrauensbasis gibt es ausschliesslich positive Nennungen. Wie zufrieden sind die Eltern mit den administrativen Abläufen und den Informationen zur Kinderkrippe Hönggerberg? Mit dem Schriftverkehr sind die Eltern in der grossen Mehrheit sehr zufrieden. Wie zufrieden sind die Eltern mit den Öffnungszeiten und dem strukturellen Betreuungsangebot? Mit den bestehenden Betreuungsmöglichkeiten sind total 97.5% der Eltern eher zufrieden und sehr zufrieden. Wo können wir uns verbessern? Bei der Betreuung der älteren Kinder in der Krippe wünscht sich die Mehrheit der betroffenen Eltern eine Anpassung. Die Unterstützung der motorischen und sozialen Entwicklung der Kinder könnte nach Aussagen der Eltern noch verbessert werden. Bei den Gesprächen mit den Bezugspersonen wünschen sich einige Eltern, dass diese häufiger stattfinden sollten. Zudem wurden mehr Informationen über ihr Kind gewünscht. Schlussfolgerung Die vorwiegend positiven Antworten bestätigen unsere Bemühungen um ein gutes Vertrauensverhältnis mit den Eltern und eine gute pädagogische Betreuung der Kinder. Wir werden alle kritischen Nennungen mit Sorgfalt überprüfen und, soweit möglich, die nötigen Anpassungen vornehmen. 3

4 Die Auswertung im Detail Bei der Konzipierung des Fragebogens waren für die Leitung der kikri Hönggerberg folgende Zielsetzungen wegleitend: 1. Wie sind die Eltern mit der Betreuung und Förderung ihrer Kinder zufrieden? Dabei interessiert insbesondere die Förderung im sozialen, motorischen und emotionalen Bereich. 2. Wie zufrieden sind die Eltern mit ihren Vertrauenspersonen und den regelmässig geführten Gesprächen? 3. Wie zufrieden sind die Eltern mit den administrativen Abläufen und den Informationen zur Kinderkrippe Hönggerberg. 4. Wie zufrieden sind die Eltern mit den Öffnungszeiten und dem strukturellen Betreuungsangebot (Hol- und Bringzeiten etc.)? Welche Änderungen würden sie unterstützen. 5. Wie planen die Eltern den Übergang vom Vorschulalter ins Schulalter. Aus den Zielsetzungen leitet sich auch die Gliederung der Themenbereiche ab: Betreuung und Förderung des Kindes Gespräche Eltern - Vertrauensperson strukturelles Betreuungsangebot / Öffnungszeiten Schriftliche Information, Merkblätter Fragen zur Planung und demografische Angaben Zur Gewichtung ausgewählter Aspekte haben die Eltern eine Priorisierung vorgenommen, aus der sich ergibt, dass ihnen besonders das Vertrauen in das Betreuungspersonal sowie die Förderung des Kindes wichtig sind. Die im Jahr 2001 durchgeführte Befragung bei verschiedenen Kinderkrippen in der Stadt Zürich kam zum gleichen Schluss. Fragen zu diesen Themenbereichen müssen also bei der Auswertung stärker gewichtet werden. Welche Aspekte sind für Sie besonders wichtig, damit Sie mit der Krippe zufrieden sind? sehr wichtig eher wichtig eher unwichtig sehr unwichtig keine Antwort / weiss nicht Vertrauen in das Betreuungspersonal Förderung des Kindes Öffnungszeiten der Kinderkrippe Unterschiedliche Betreuungsmöglichkeiten Schriftliche Informationen, Merkblätter Total

5 THEMENBEREICH 1: Betreuung und Förderung des Kindes Bei der Betreuung und Förderung der Kinder sind in der Gesamtbewertung 68% der Eltern sehr zufrieden und 29% eher zufrieden. Bei den Kategorien eher unzufrieden oder sehr unzufrieden gab es keine Nennungen. Anzahl in % sehr zufrieden % eher zufrieden % eher unzufrieden 0 0.0% sehr zufrieden 0 0.0% keine Antwort/weiss nicht 1 2.4% Total % Gefragt wurde in dieser Kategorie auch nach Freiheiten und Grenzen in der Betreuung. Über 90% finden diese angemessen. Des Weiteren interessierte, ob die Eltern den Eindruck haben, dass auf die Bedürfnisse ihres Kindes adäquat eingegangen wird. 61% der Eltern sind damit vollumfänglich zufrieden. 29% antworteten mit "eher ja". Die Unterstützung der motorischen und sozialen Entwicklung der Kinder könnte nach Aussagen einiger Eltern noch verbessert werden. Die Antworten der Eltern teilen sich etwa gleichmässig auf die 2 positiven Antwortkategorien ( wird eher gut unterstützt und wird gut unterstützt ) auf. Eine schlechte Unterstützung wird nur von insgesamt 2 Eltern angegeben. Auf die Frage, wie gerne ihr Kind in die Krippe geht, antworteten mit "sehr gerne" 56% und mit "eher gerne" 34% der Eltern. 3 Kinder kommen eher ungern, allerdings keines "überhaupt nicht gern". Betreuung der älteren Kinder in der Krippe wünschen sich 9 der 15 betroffenen Eltern eine Verbesserung bei der Förderung der älteren Kinder. Mehr als die Hälfte der Eltern kann dazu noch nichts sagen, da ihre Kinder noch nicht in diesem Lebensabschnitt sind. Neben der musikalischen Früherziehung mit weitaus am meisten Nennungen (12) sollte aus der Sicht der Eltern auch das Bewegungstraining (7) und eine gruppenspezifische Förderung der älteren Kinder (6) intensiviert werden. 5

6 THEMENBEREICH 2: Gespräche Eltern - Vertrauensperson Bei der zentralen Frage nach der Vertrauensbasis gibt es ausschliesslich positive Nennungen. Sehr viel Vertrauen (51,2%) und viel Vertrauen (46.3%) in die jeweilige Bezugsperson haben insgesamt 97.5% der Eltern. Auch hier gibt es keine Nennungen im negativen Bereich ( wenig Vertrauen, sehr wenig Vertrauen ). Anzahl in % sehr viel Vertrauen % viel Vertrauen % wenig Vertrauen 0 0.0% sehr wenig Vertrauen 0 0.0% keine Antwort 1 2.4% Total % Bei den Gesprächen mit den Bezugspersonen wünschen sich einige Eltern, dass diese häufiger stattfinden sollten. Zudem wurden mehr Informationen über ihr Kind gewünscht. Auch gibt es einige Eltern, die sich bei Problemen und Fragen offensichtlich nicht an die jeweilige Betreuerin wenden konnten. THEMENBEREICH 3: Strukturelles Betreuungsangebot und Öffnungszeiten Bezogen auf die Öffnungszeiten decken sich diese mit den Bedürfnissen der Eltern zu 90,3% (eher und voll und ganz). Sie sind aber nicht für alle Eltern ideal (10%). Hier besteht von 7 Eltern der Wunsch nach späterer Schliessung. Neue Abhol- und Bringzeiten Die Mehrheit der Eltern könnte sich vorstellen, dass die flexiblen Bring- und Holzeiten am Vormittag zugunsten grösserer Flexibilität am Nachmittag gestrichen würden. 4 Eltern wären mit einer neuen Regelung des Betreuungsangebotes allerdings nicht einverstanden. Wie zufrieden sind sie mit den bestehenden Betreuungsmöglichkeiten in der kikri? Anzahl in % sehr zufrieden % eher zufrieden % eher unzufrieden 0 0.0% sehr unzufrieden 0 0.0% Keine Antwort/weiss nicht 1 2.4% Total % 6

7 THEMENBEREICH 4: Schriftliche Information, Merkblätter Beim Schriftverkehr zwischen Krippe und Eltern äusserten sich 63% sehr zufrieden und 37% eher zufrieden. Die Verständlichkeit bei Informationen und Merkblättern ist für über 90% der Eltern gegeben. 3 Eltern haben offensichtlich aber Mühe damit. Alles in allem gesehen, wie zufrieden sind Sie mit der Kinderkrippe? Anzahl in % sehr zufrieden % eher zufrieden % eher unzufrieden 0 0.0% sehr zufrieden 0 0.0% keine Antwort/weiss nicht 0 0.0% Total % THEMENBEREICH 5: Planungsfragen und demografische Angaben Bei diesem Themenbereich interessierte uns insbesondere wie die Eltern der kikri Hönggerberg den Übergang von der Kinderkrippe in den Kindergarten bzw. in die Schule planen. Das gibt uns Aufschluss, ob die Kinderkrippe sich in den nächsten Jahren verstärkt auf die Betreuung von Kindern im Kindergartenalter ausrichten muss. Rund die Hälfte der Eltern konnte zu dieser Frage noch keine Auskunft geben. 11 Eltern beabsichtigen, ihr Kind bis zum Eintritt in den Kindergarten in der kikri betreuen zu lassen und lediglich 6 Eltern möchten das Kind bis zum Schuleintritt in der kikri betreuen lassen. Weitere 6 Eltern beabsichtigen, ihr Kind ergänzend zum öffentlichen Kindergarten auch in der kikri betreuen zu lassen. Um die konzeptionelle Vorgabe des Familiensystems mit allen pädagogischen Auswirkungen anzustreben und um die Auslastung einer Kinderkrippe auf einem vertretbaren Niveau zu halten, ist die Altersdurchmischung ein zentraler Aspekt. Im Alter bis zu einem Jahr sind 6 Kinder, deren Eltern aber nicht an der Befragung teilgenommen haben. Zwischen dem 1. und 2. Lebensjahr sind 7 Kinder, zwischen 2 und 3 Jahren deren 13, zwischen 3 und 4 Jahren sind deren 10, zwischen 4 und 5 Jahren deren 7 und schliesslich zwischen 5 und 6 Jahren deren 4 Kinder. Die Altersdurchmischung kann wie folgendes Schema aufzeigt als optimal 7

8 angesehen werden, liegt doch eine relativ gleichmässige Verteilung auf die verschiedenen Alterskategorien vor. Alter der Kinder in der kikri Hönggerberg 10% 0% 17% 17% 32% < 1 J. 1-2 J. 2-3 J. 3-4 J. 4-5 J. 5-6 J. 24% 8

9 Handlungsbedarf und Schlussfolgerungen Grundsätzlich wünschen wir uns natürlich bei allen Themenbereichen und Fragen, dass die Eltern sehr zufrieden sind. Die Bedürfnisse von Eltern und Kindern sind aber aus vielen Gründen unterschiedlich, sei es kulturell bedingt oder durch die Arbeitssituation der Eltern. Auch befinden sich die kleinen Kinder in einer rasanten Entwicklung und die damit einhergehenden Bedürfnisse und Befindlichkeiten ändern sich entsprechend schnell. Die Umfrage hat in einigen Bereichen aufgezeigt, dass Anpassungen, Überprüfungen und Verbesserungen nötig sind, um noch besser auf die Wünsche der Eltern eingehen zu können. In den folgenden Bereichen sehen wir einen Handlungsbedarf: 1. Betreuung der älteren Kinder Konzeptionell ist die Krippe eher auf die kleineren Kinder ausgerichtet, da diese die überwiegende Mehrheit darstellen. 10% der an der Umfrage beteiligten Eltern haben aber Kinder im Alter zwischen 5 und 6 Jahren und wünschen sich eine gezieltere und altersgerechte Förderung ihrer Kinder. Dies wird uns veranlassen, konzeptionelle Änderungen vorzunehmen und die Betreuung dieser Kinder noch vermehrt zu beachten (teilweise bereits erfolgt, durch Projekt Schatzkiste). Zudem haben einige Eltern bereits angeboten, im Rahmen ihrer Tätigkeit an der ETH, den älteren Kindern etwas Spannendes zu zeigen. 2. Förderung der Entwicklung Sowohl im sozialen wie auch motorischen Bereich sind die Eltern nicht vollständig zufrieden mit der Förderung ihrer Kinder. Wir werden aus diesem Grund stärker auf die sozialen Interaktionen achten und überprüfen, inwiefern es Massnahmen braucht, um dem Bedürfnis der Kinder nach motorischer Aktivität mehr Raum zu geben 3. Gespräche mit Vertrauenspersonen Die Eltern nennen hier konkrete Massnahmen zur Verbesserung der Gespräche. Zum einen werden mehr Informationen speziell über ihr Kind gewünscht, zum anderen sollten die Gespräche häufiger stattfinden. 4. Änderung der Bring- und Abholzeiten Die Aufhebung des Angebotes Halbtagesbetreuung ohne Mittagessen am Morgen und eine gleichzeitige Flexibilisierung der Bringzeiten am Nachmittag wird eingeführt. Mit den wenigen, die damit nicht einverstanden sind, wird für eine Übergangszeit nach einer individuellen Lösung gesucht. Dies sind gemäss Auswertung die vier wichtigsten Bereiche, bei denen die Zufriedenheit der Eltern nicht ausschliesslich den obersten Wert erhalten hat und Handlungsbedarf besteht. Wir fühlen uns aber auch verpflichtet, einzelne kritische Nennungen ernst zu nehmen und werden in Zusammenarbeit mit den Eltern die notwendigen und realisierbaren Anpassungen planen. Zürich, 10. September

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