Faunistische Bewertung möglicher Potenzialflächen des sachlichen Teilflächennutzungsplanes Windenergie der Stadt Weinheim

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1 Faunistische Bewertung möglicher Potenzialflächen des sachlichen Teilflächennutzungsplanes Windenergie der Stadt Weinheim Hamburger Allee 45 D Frankfurt am Main Telefon: Telefax: E Mail: FB 1 FB 1 FB 2 FB 2 FB 3 FB 3 FB 4 FB 5 FB 5 FB 6 Projekt-Nr.: G12-42 Projektleitung: Dipl.-Ing. André Balke Frankfurt am Main, 15.November 2013

2 Bearbeiter: Dipl. Ing. André Balke PGNU Geländeerfassung Dr. Benjamin Hill PGNU Geländeerfassung M. Eng. Anna Pietsch PGNU Geländeerfassung B. Eng. Sybille Hennemann PGNU Geländeerfassung M. Eng. Nico Waltz PGNU Geländeerfassung

3 Regelmäßig verwendete Abkürzungen BNatSchG Bundesnaturschutzgesetz FB Freibereiche für die Ausweisung von Windenergie-Konzentrationszonen FFH-RL Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (92/43/EWG) LAG-VSW Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten LSG Landschaftsschutzgebiet NSG Naturschutzgebiet Vogelschutz-RL Vogelschutz-Richtlinie (2009/147/EG) VSG Vogelschutzgebiet WEA Windenergieanlagen WSG Wasserschutzgebiet

4 INHALTSVERZEICHNIS 1 Vorbemerkung Anlass und Zielsetzung Vorgehensweise Potenzialflächen-Kulisse Windkraft & Artenschutz Artspezifische Empfindlichkeit Vögel RastVögel Fledermäuse Artenschutzrechtliche Vorgaben Vermeidungsmaßnahmen Methodik Geländeerfassung Brutvögel Fledermäuse Biotoppotential Datenrecherche Bewertungskriterien Vögel Fledermäuse Schutzgebiete Ergebnisse Brutvögel Überblick Kurzcharakterisierung und Verbreitung der Arten Funktionsbeziehungen Freibereichsspezifisches Konfliktpotenzial Vögel Überblick Bewertung Freibereich-Bewertung Fledermäuse November

5 5.3.1 Überblick Kurzcharakterisierung und Verbreitung der Arten Funktionsbeziehungen Freibereichsspezifisches Konfliktpotenzial Fledermäuse Überblick Bewertung Freibereich-Bewertung Freibereichsspezifisches Konfliktpotenzial Gesamt Gutachterliches Fazit und Empfehlungen für den weiteren Planungsprozess Zusammenfassung Literaturverzeichnis Anhang November

6 1 VORBEMERKUNG Das Stadtgebiet von Weinheim umfasst eine Fläche von ha mit über Einwohnern ( Einwohner ). Die Stadt Weinheim hat die alleinige Zuständigkeit für die Flächennutzungsplanung im Stadtgebiet. Zur Stadt gehören außer der Kernstadt die Stadtteile: Hohensachsen, Lützelsachsen, Oberflockenbach, Rippenweier, Ritschweier und Sulzbach. Abb. 1: Untersuchungsgebiet Stadt Weinheim. Das Planungsgebiet grenzt im Norden an die Stadt Hemsbach (Rhein Neckar Kreis), im Verlauf seiner östlichen Grenze an die Gemeinden, Birkenau und Gorxheimertal im Kreis Bergstraße und damit an das Bundesland Hessen, im Südosten an die Gemeinde Heiligkreuzsteinach, im Süden an die Stadt Schriesheim, im Westen an die Gemeinden Hirschberg und Heddesheim, sowie im Nordwesten an die Stadt Viernheim. 15.November

7 2 ANLASS UND ZIELSETZUNG Durch neue Zielsetzungen der Landesregierung Baden-Württembergs haben die Regionalverbände keine Möglichkeiten mehr Ausschlussgebiete für Windenergieanlagen festzusetzen. Eine abschließende Steuerung ist somit nur noch auf der Ebene der Flächennutzungsplanung möglich. Damit wird den Kommunen die planerische Aufgabe gestellt, auf ihrem Gemeindegebiet substanziell Raum für den Ausbau der Nutzung der Windenergie zu schaffen, d.h. es muss die Möglichkeit der Ansiedlung von Windkraftanlagen auf dem eigenen Gemeindegebiet geprüft und ermöglicht werden. Die Stadt Weinheim hat deshalb einen Aufstellungsbeschluss für einen Sachlichen Teilflächennutzungsplan Windenergie gefasst. Ziel ist die Ausweisung von Konzentrationszonen mit Ausschlusswirkung (vgl. Planungsbüro Fischer 2012). Bei der Ausweisung von Konzentrationszonen mit Ausschlusswirkung formuliert die Rechtsprechung hohe Ansprüche an die Herleitung, Dokumentation und Prüfung der Konzentrationszonen, anders als bei anderen Konzentrationszonen, die nicht mit Ausschlusswirkung versehen sind. Das Bundesverwaltungsgericht fordert für die planerische Darstellung von Konzentrationszonen mit Ausschlusswirkung ein abschließend abgewogenes, schlüssiges gesamträumliches Planungskonzept (bezugnehmend auf Grundsatzentscheidungen zur Regionalplanung: z.b. BVerwG 4 CN 2/07 vom à analog anzuwenden auf FNP-Ebene). Bei der Erstellung des geforderten Planungskonzeptes sollen insoweit auch die artenschutzrechtlichen Belange angemessen in die Abwägung eingestellt werden. Die vorliegende artenschutzrechtliche Beurteilung soll das Risiko reduzieren, dass artenschutzrechtliche Verbotstatbestände einer späteren Verwirklichung der planerischen Ziele entgegenstehen. Zwar können Darstellungen bzw. Festsetzungen des Regionalplanes oder des Flächennutzungsplanes nicht selbst gegen die Verbotstatbestände des 44 BNatSchG verstoßen. Jedoch stellt eine planerische Festlegung, bei der erkennbar ist, dass sie wegen entgegenstehender artenschutzrechtlicher Vorgaben nicht umsetzbar ist, eine im Sinne der Rechtsprechung nicht erforderliche Planung dar, die keinesfalls eine Ausschlusswirkung im restlichen Planungsgebiet entfalten kann. Auf der Grundlage eigener Erhebungen von Avifauna, Fledermäusen und Lebensraumpotenzial war daher zu prüfen und zu dokumentieren, ob die möglichen Konzentrationszonen für die Windenergienutzung (im folgenden Freibereiche genannt) mit artenschutzrechtlichen Konflikten verbunden sind, und inwieweit diese auf der Planungsebene durch eine eventuell veränderte Abgrenzung der Freibereiche vermieden werden können. Die artenschutzrechtliche Beurteilung dient somit der Erfüllung des naturschutzrechtlichen Vermeidungsgebots, indem anschließend vorrangig die Bereiche mit vergleichsweise geringem Konfliktpotential für die Auswahl und Festlegung als Konzentrationszonen für die Windenergienutzung geprüft werden können. 15.November

8 2.1 VORGEHENSWEISE In einem ersten Schritt wurden im Auftrag der Stadt Weinheim mögliche Potentialflächen ermittelt (Planungsbüro Fischer 2012), die dann einer artenschutzrechtlichen Bewertung unterzogen werden. Hierbei behandelt das vorliegende Gutachten sowohl die als windkraftempfindlich geltenden Brutvögel gem. LUBW (2012, Anhang) als auch die Gruppe der Fledermäuse. Relevante Auswirkungen von WEA auf die Avifauna sind insbesondere aufgrund von Kollisionen und Meideverhalten, bei den Fledermäusen durch Kollisionen zu erwarten. Hier bestehen artspezifisch sehr deutliche Unterschiede, wobei sich der Kenntnisstand in jüngerer Zeit zunehmend verbessert (ILLNER 2012, ITN 2012, PNL 2012). Ziel des vorliegenden Gutachtens ist es deshalb, zum einen anhand eigener Datenrecherche und Erhebungen die Verbreitung der als windkraftempfindlich geltenden Großvogelarten und Fledermäuse im Bereich der Freibereiche der Stadt Weinheim zu ermitteln. Zum anderen wird anhand der artspezifisch unterschiedlichen Empfindlichkeit das jeweilige Konfliktpotenzial der einzelnen Freibereiche bestimmt (4-stufige Skala). Durch Benennung von Ausschlussflächen (= Konfliktpotenzial sehr hoch ) können bestimmte artenschutzrechtliche Konflikte bereits im Vorfeld minimiert bzw. vermieden werden. Für alle übrigen Bereiche lässt sich anhand des Konfliktpotenzials erkennen, inwieweit eine mögliche Errichtung von WEA mit hoher Wahrscheinlichkeit nur mit unverhältnismäßig hohen Naturschutzauflagen bzw. Einschränkungen zu realisieren wäre. Das Gutachten umfasst dementsprechend die Beschreibung möglicher WEA-bedingter Verbotstatbestände (Kap. 3.2) eine Kurzcharakterisierung der als windkraftempfindlich geltenden und deshalb näher untersuchten Vogelarten (Kap ), sowie der Fledermäuse (Kap ) die Ergebnisse der Geländeerfassung in den 6 Freibereichen (Kap. 5.1) die Anwendung eines gestuften Bewertungssystems zur Ermittlung des artenschutzrechtlichen Konfliktpotenzials aus Sicht der Brutvögel & Fledermäuse sowie in der Aggregation (Kap. 5.2) Das vorliegende Gutachten entspricht sowohl bezüglich der untersuchten Arten als auch der angewendeten Untersuchungstiefe den Anforderungen an eine Flächennutzungsplanung. Sie kann eine artenschutzrechtliche Prüfung auf Ebene der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung nicht ersetzen. Nachfolgende Karte enthält die Flächen, die nach Abzug diverser nicht-artenschutzrechtlicher Restriktionen und Berücksichtigung von Mindestabständen nach derzeitigem Stand für WEA in Frage kommen (Abb. 2).Folgende Tabukriterien sind hierbei bereits zugrunde gelegt (vgl. Planungsbüro Fischer 2012, Kap. 5): bauliche Nutzung (z. B. Vorsorgeabstand Wohnbebauung 700 m) naturschutzrechtliche Bestimmungen (FFH-Gebiet, NSG, WSG Zone I-II) Infrastruktur (z. B. Autobahn 100 m, Freileitungen 150 m) 15.November

9 2.2 POTENZIALFLÄCHEN-KULISSE Der Bezugsraum des Gutachtens umfasst das gesamte Stadtgebiet von Weinheim mit 10 Windenergie-Potenzialflächen (Abb. 2). Für die Zwecke dieses Gutachtens und aus Gründen der Übersichtlichkeit wurden nah beieinander liegende Flächen zu insgesamt 6 Freibereichen zusammengefasst, die sich aus maximal zwei Teilflächen zusammensetzen. Deren Größe beträgt zwischen 26,8 ha im Bereich Wachenberg bzw. Hirschkopf (FB 3) und 96,5 ha nördlich von Ritschweier (FB 4). Für eine Kurzcharakterisierung der Freibereiche sei auf die folgende Tabelle sowie die Ausführungen in Planungsbüro Fischer (2012, Kap. 7.4) verwiesen. Abb. 2: Lage der Freibereiche für Windenergie im Stadtgebiet Weinheim. Tab. 1: Kurzbeschreibung der behandelten Freibereiche. Freibereich- Nr. Teil flächen Name Lage Größe (ha) 1 (a+b) 2 Hemsbach West Westlich von Hemsbach im Bereich von Neuer Weschnitz und Grenzgraben 35,2 2 (a+b) 2 Weschnitz Zu beiden Seiten der BAB 5 bzw. der Alten und 92,4 15.November

10 Freibereich- Nr. Teil flächen 3 (a+b) 2 Name Lage Größe (ha) Wachenberg- Hirschkopf 4 1 Ritschweier Nord 5 (a+b) 2 Ritschweier Ost 6 1 Eichelberg Neuen Weschnitz nordwestlich der Ortslage von Weinheim Südöstlich des Steinbruchs Weinheim sowie nordöstlich der Ortslage am Hirschkopf Zwischen Ritschweier und Gorxheim im Bereich Goldkopf und Geiersberg Östlich Ritschweier, zwischen Oberflockenbach und Oberkunzenbach im Bereich Kohlplatte Zwischen Oberflockenbach und Altenbach im Umfeld des Aussichtstums 26,8 96,5 35,9 52,1 3 WINDKRAFT & ARTENSCHUTZ 3.1 ARTSPEZIFISCHE EMPFINDLICHKEIT Das Themenfeld Windenergienutzung und deren Auswirkungen auf Vögel und Fledermäuse ist noch vergleichsweise jung. Erst in den letzten zwei Jahrzehnten hat man sich intensiver mit den Fragen des Meideverhaltens und möglicher Kollisionen befasst, wobei der Kenntnisstand insbesondere in den letzten Jahren einen deutlichen Zugewinn erreichen konnte. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass in der Anfangszeit überwiegend Anlagen in Küstennähe betrachtet wurden und eine Vergleichbarkeit mit der Situation in Mittelgebirgsregionen nur ansatzweise gegeben ist VÖGEL Für das vorliegende Gutachten wurden in erster Linie die zusammenfassenden Erkenntnisse aus dem Gutachten von PNL (2012) herangezogen. Dort wurden die Ergebnisse einer vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) in Auftrag gegebenen und vom Michael-Otto- Institut in fünf Bundesländern durchgeführten Studie integriert (HÖTKER2008, MAMMENet al. 2010, GRAJETZKY ET AL. 2010, JOESTet al. 2010, RASRAN et al. 2010, 2010a). Die Aussagen werden wo möglich um Ergebnisse aktuellerer Publikationen ergänzt (z. B. ILLNER 2012, LAG-VSW 2012). Die Auswahl der aus artenschutzrechtlicher Sicht zu behandelnden Arten folgt den Vorgaben des sog. Helgoländer Papiers (LAG VSW 2007 bzw. 2012) bzw. der LUBW (2012: Anhang). Für alle dort genannten und potenziell im Betrachtungsraum auftretenden Arten wird die artspezifische Empfindlichkeit in einer dreistufigen Skala vergleichend bewertet ( hoch, mittel, gering vgl. PNL 2012). Unterschiede in den aktualisierten Artenlisten der LAG VSW und der LUBW bestehen lediglich hinsichtlich des Wespenbussards, der aus Vorsorgegründen aber nachfolgend mit betrachtet wird, und des Raubwürgers, dessen Vorkommen im Rheintal und den geschlossenen Wäldern an der Bergstraße mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann. Entscheidende Wirkfaktoren für die Einstufung sind das Kollisionsrisiko und Meideverhalten auslösende Effekte. unter Berücksichtigung der diesbezüglichen Empfindlichkeit der verschiedenen Arten (vgl. Tab. 2). Diese Vorgehensweise wird als erforderlich erachtet, um dem aktuellen wissenschaftli- 15.November

11 chen Erkenntnisgewinn Rechnung zu tragen und eine unspezifische Festlegung von Abstandsempfehlungen entsprechend des Helgoländer Papiers (ebd.) zu vermeiden. Gänzlich gegenüber WEA unempfindliche Arten, die die Mehrheit der in Baden-Württemberg vorkommenden Vögel darstellen, werden im vorliegenden Gutachten nicht vertiefend betrachtet, weil sie für die Ermittlung eines flächenbezogenen Konfliktpotenzials keine Rolle spielen. In gleicher Weise wurden Arten, deren Brutvorkommen im Untersuchungsraum mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann, wie etwa Alpensegler, Raufußhühner, Korn- und Wiesenweihe, versch. Adler und Ziegenmelker, von einer weiteren Bearbeitung ausgenommen. Insofern behandelt dieses Gutachten ausschließlich artenschutzrechtlich relevante Arten, d.h. solche mit einem ungünstigen Erhaltungszustand sowie seltene Arten, da nur hier negative Auswirkungen aus artenschutzrechtlicher Sicht möglich sein können. Häufige, in Baden-Württemberg weit verbreitete und ungefährdete Brutvogelarten, deren Populationen einen günstigem Erhaltungszustand aufweisen, werden nicht weiter berücksichtigt, da bei diesen Arten trotz möglicher Betroffenheit das Eintreten von Verbotstatbeständen im Sinne des 44 BNatSchG insbesondere bei kleinräumigen Eingriffen durch WEA ausgeschlossen werden kann (vgl. auch Kap. 3.2). Tab. 2: Artspezifische Empfindlichkeit potenziell windkraftempfindlicher Brutvögel im Stadtgebiet Weinheim im Hinblick auf Kollisionsrisiko und Meideeffekte an WEA (gem. PNL 2012, z. T. aktualisiert) sowie Abstandsempfehlung und Prüfbereich um bekannte Vorkommen gem. LAG-VSW (2007). Abk.: AS = Analogieschluss anhand der Einstufung nahe verwandter Arten; * = aktualisierte Einstufung gem. ILLNER (2012) bzw. LAG-VSW (2012). Art Kollisionsrisiko Meidung LAG-VSW (2007) bzw. LUBW (2012) (Abstand m) Bemerkungen zu Kollisionsrisiko (K, nach DÜRR 2013) und Meidung (M) Baumfalke Hoch* Hoch (4.000) K: 7 Kollisionsopfer, nach ILLNER (2012) hohes Kollisionsrisiko M: mehrfach Horstaufgabe nach Errichtung von WEA in geringer Entfernung zum Brutplatz; dichteste Brut aber nur 340 m Bekassine Gering (Mittel)* Hoch (1.000) K: 1 Kollisionsopfer M: analog Kiebitz Graureiher Gering (Mittel)* Hoch (4.000) K: 5 Kollisionsopfer Abstandsempfehlungen gilt für Kolonien Großer Brachvogel Gering* (AS) Hoch (1.000) K: 1 Kollisionsopfer M: analog Kiebitz Kiebitz Gering* Hoch (1.000) K: 4 Kollisionsopfer M: zunehmende Meideeffekte in Abhängigkeit von der WEA-Höhe bei Rast- und Brutvögeln (HÖTKER 2006); im Zuge der Erschließung möglicherweise sekundäre Folgestörungen Kormoran Mittel Hoch (4.000) K: 3 Kollisionsopfer Abstandsempfehlungen gilt für Kolonien Lachmöwe Mittel? (4.000) K: 71 Kollisionsopfer; hohe Zahlen aufgrund v. Beeinflussung großer Kolonien in Küstennähe; deshalb Abstandsempfehlung nur für Kolo- 15.November

12 Art Kollisionsrisiko Meidung LAG-VSW (2007) bzw. LUBW (2012) (Abstand m) Bemerkungen zu Kollisionsrisiko (K, nach DÜRR 2013) und Meidung (M) nien gültig Mittelmeermöwe Mittel (AS)? (4.000) K: 44 Kollisionsopfer bei nah verwandter Silbermöwe; Abstandsempfehlung nur für Kolonien (Begründung s. Lachmöwe) Rohrweihe Mittel Mittel (6.000) K: 11 Kollisionsopfer M: kein ausgeprägtes Meideverhalten Rotmilan (Sehr) Hoch Gering (6.000) 1 K: 193 Kollisionsopfer M: kein nennenswertes Meideverhalten; 2/3 der Aktivitäten im Radius von m um den Brutplatz (MAMMEN et al. 2010) Schwarzmilan Hoch Gering (4.000) K: 22 Kollisionsopfer M: kein nennenswertes Meideverhalten Schwarzstorch Mittel (Hoch*) Hoch (10.000) K: 1 Kollisionsopfer M: hohe Störungsempfindlichkeit; Meidungs- und Barrierewirkung durch WEA anzunehmen Uhu Hoch Mittel (6.000) K: 14 Kollisionsopfer M: minimale Distanz jagender Vögel bislang 200 m (MÖCKEL & WIESNER 2007); mögliche akustische Beeinträchtigung Wanderfalke Hoch* Mittel K: 6 Kollisionsopfer, nach ILLNER (2012) hohes Kollisionsrisiko M: Datenlage unzureichend, gelegentlich jagende Tiere in Windparknähe Weißstorch Hoch Hoch (6.000) K: 28 Kollisionsopfer; 80 % aller Nahrungsflüge zur Brutzeit im 2 km-radius um den Horst, aber größere Aktivitätsräume in Ackergebieten als im Grünland M: Brutabbrüche nach Errichtung von WEA im Flugkorridor nachgewiesen Wespenbussard Mittel (Hoch)*? --- K: 4 Kollisionsopfer 1 : gem. des aktuellen Entwurfs der LAG-VSW (2012) Ausweitung der Abstandsempfehlung auf m bei einem Prüfbereich von m 15.November

13 RASTVÖGEL Neben der Erfassung von Arten, bei denen im Untersuchungsraum mit Brutvorkommen gerechnet werden konnte, wurden jene Arten bei den Beobachtungen mit eingeschlossen, bei denen zwar nicht mit Brutvorkommen gerechnet werden muss, die jedoch als Rastvögel auftraten. Für viele dieser Arten kann während der Zug- und Rastzeiten das Kollisionsrisiko höher sein, als zur Brutzeit, da sie aufgrund der meist kurzen Verweildauer im Gebiet keine oder nur geringe Gewöhnungseffekte zeigen (LUBW 2012). Meidungseffekte durch WEA in der Nähe der Rastplätze treten dabei ebenso auf, welche das Flächenangebot an Rastplätzen verringern können. Tab. 3: Artspezifische Empfindlichkeit potenziell windkraftempfindlicher Rastvögel im Stadtgebiet Weinheim im Hinblick auf Kollisionsrisiko und Meideeffekte an WEA (gem. PNL 2012, z. T. aktualisiert) sowie Abstandsempfehlung und Prüfbereich um bekannte Vorkommen gem. LAG-VSW (2007). Abk.: AS = Analogieschluss anhand der Einstufung nahe verwandter Arten; * = aktualisierte Einstufung gem. ILLNER (2012) bzw. LAG-VSW (2012). Art Kollisionsrisiko Meidung LAG-VSW (2007) bzw. LUBW (2012) (Abstand m) Bemerkungen zu Kollisionsrisiko (K, nach DÜRR 2013) und Meidung (M) Wiesenlimikolen Bekassine Gering (Mittel)* hoch (1.000) K: 1 Kollisionsopfer M: analog Kiebitz Großer Brachvogel Gering* (AS) hoch (1.000) K: 1 Kollisionsopfer M: analog Kiebitz Kiebitz Gering* hoch (1.000) K: 4 Kollisionsopfer M: zunehmende Meideeffekte in Abhängigkeit von der WEA-Höhe bei Rast- und Brutvögeln (HÖTKER 2006) Goldregenpfeifer (nur rastend) mittel hoch 1000 K: 13 Kollisionsopfer M: hoch u. mit WEA-Höhe zunehmend, beim 100m etwa 600m (HÖTKER 2006), am Brutplatz möglicherweise geringer (s. REICHENBA- CHER 2004) Möwen Lachmöwe Mittel? (4.000) K: 71 Kollisionsopfer; hohe Zahlen aufgrund v. Beeinflussung großer Kolonien in Küstennähe; deshalb Abstandsempfehlung nur für Kolonien gültig Kranich mittel hoch 1000 K: 2 Kollisionsopfer M: am Rastplatz > 1500m Abstand (MÖCKEL & WIESNER 2007) Zuggeschehen bei günstigen Bedingungen u. Flughöhen ab doppelter WEA- Höhe kaum Beeinträchtigung, bei ungünstigen Umständen bis zu 1500m (u. schwach ausgeprägt bis 3000m) Meideverhalten 15.November

14 3.1.2 FLEDERMÄUSE Für das vorliegende Gutachten wurden in erster Linie die zusammenfassenden Erkenntnisse aus ITN (2012) herangezogen, da es in dieser Form für Baden-Württemberg keine aktuellen Vorgaben gibt. Die Aussagen werden, wo möglich, um Ergebnisse anderer und aktuellerer Publikationen ergänzt (z. B. BRINKMANN ET AL. 2011). Anders als bei den Vögeln, werden alle vorhandenen Fledermausarten erfasst und nach ihrer artspezifischen Empfindlichkeit gegenüber Windenergieanlagen bewertet. Dazu erfolgt ebenfalls eine Einteilung in hoch, mittel und gering empfindlich (vgl. ITN 2012). Zusätzlich werden noch zwei weitere Bewertungsstufen verwendet: sehr hoch für die Anwesenheit von Quartieren von Langstreckenziehern oder sonstigen Quartieren von besonderer Bedeutung (Bsp. Stollensystem im Porphyrsteinbruch Weinheim Mopsfledermaus, Zweifarbfledermaus) in der näheren Umgebung, oder für Flächen die im Bereich sehr wichtiger Funktionsbeziehungen liegen. Außerdem wurden Flächen mit Altholzbeständen aufgrund ihres erhöhten Quartierpotentials und der daraus folgenden Empfindlichkeit bezüglich waldbewohnender Arten gesondert bewertet. Entscheidende Wirkfaktoren für die Einstufung sind das Kollisionsrisiko während dem Transfer- und Jagdflug sowie während der Schwärm- und Erkundungszeit, aber auch die vorherrschenden Habitatstrukturen und Quartierpotenziale der untersuchten Standorte (vgl. Tab. 3). Die am stärksten in der Planung zu berücksichtigen Fledermausarten sind die hochfliegenden Langstreckenzieher wie Abendsegler, Rauhaut- und Zweifarbfledermaus. Aber auch Mittel- und Kurzstreckenwanderer sind je nach Verhalten während der Jagd und Schwärmzeit einem Kollisionsrisiko ausgesetzt. Ein ausgeprägtes Meideverhalten ist derzeit nicht bekannt. Daher stellen nur laufende WEA ein Problem bezüglich des Kollisionsrisikos dar. Grund dafür ist, dass das Echo-Ortungssystem der Fledermäuse mit der Geschwindigkeit der Rotorblattspitzen überfordert ist und sie deren Dimension und Herannahen nicht erfassen können (BRINKMANN ET AL. 2011). In nur etwa der Hälfte aller Todesfälle kommt es zu Frakturen infolge einer tatsächlichen Kollision. Mindestens genauso viele Tiere sterben am sogenannten Barotrauma. In ein bis zwei Metern Umgebung des Rotorblatts wird der Luftdruck durch Rotation und Luftverwirbelung um etwa fünf bis zehn kpa gesenkt. Wenn die Fledermäuse in diesen Bereich gelangen, überdehnen die Lungen infolge des plötzlichen Druckunterschiedes und die umliegenden Blutgefäße platzen (BEARWALD ET AL. 2008). Die einzig bekannte Fledermausart ohne Konfliktpotenzial gegenüber Windenergieanlagen aufgrund ihrer Lebensweise ist die Teichfledermaus (ITN 2012). Diese fehlt aber in Baden-Württemberg vollständig. Tab. 4: Artspezifische Empfindlichkeit potenziell windkraftempfindlicher Fledermäuse im Stadtgebiet Weinheim im Hinblick auf Kollisionsrisiko an WEA sowie bau- / anlagebedingte Auswirkungen im Wald (gem. ITN 2012). Art Wanderung Kollisionsrisiko (Transfer / Jagd) Großer Abendsegler Nyctalus noctula Kleiner Abendsegler Nyctalus leisleri Rauhautfledermaus Pipistrellus nathusii Bau- / anlagebedingte Auswirkungen Wald (Quartiere) Bemerkungen zu Kollisionsrisiko. Funde deutschlandweit nach Dürr (2013) Langstrecke Hoch Hoch 672 Kollisionsopfer Langstrecke Hoch Hoch 94 Kollisionsopfer Langstrecke Hoch Hoch 472 Kollisionsopfer 15.November

15 Art Wanderung Kollisionsrisiko (Transfer / Jagd) Zweifarbfledermaus Vespertilio murinus Breitflügelfledermaus Eptesicus serotinus Nordfledermaus Eptesicus nilssonii Zwergfledermaus Pipistrellus pipistrellus Große Bartfledermaus Myotis brandtii Wasserfledermaus Myotis daubetonii Kleine Bartfledermaus Myotis mystacinus Mopsfledermaus Barbastella barbastellus Bechsteinfledermaus Myotis bechsteinii Fransenfledermaus Myotis nattereri Großes Mausohr Myotis myotis Mückenfledermaus Pipistrellus pygmaeus Braunes Langohr Plecotus auritus Graues Langohr Plecotus austriacus * = bei Erkundungsverhalten hoch Bau- / anlagebedingte Auswirkungen Wald (Quartiere) Bemerkungen zu Kollisionsrisiko. Funde deutschlandweit nach Dürr (2013) Langstrecke Hoch Kollisionsopfer Mittelstrecke Mittel Keine 41Kollisionsopfer Mittelstrecke Mittel Keine 3 Kollisionsopfer Mittelstrecke Mittel* Gering 397 Kollisionsopfer Mittelstrecke Gering Hoch 1 Kollisionsopfer Mittelstrecke Gering Mittel 5 Kollisionsopfer Kurzstrecke Gering Mittel 2 Kollisionsopfer Mittelstrecke Gering Mittel 1 Kollisionsopfer Kurzstrecke Gering Mittel keine Kollisionsopfer Kurzstrecke Gering Mittel keine Kollisionsopfer Mittelstrecke Gering Gering Kollisionsopfer Mittelstrecke Gering (AS) Mittel 42 Kollisionsopfer Kurzstrecke Gering Mittel Kollisionsopfer Kurzstrecke Gering Keine Kollisionsopfer 15.November

16 Tab. 5: Zusammenfassende Darstellung des räumlichen Konfliktpotenzials für Fledermäuse, ohne bau- und anlagenbedingte Risiken (aus ITN 2012) Die in Tab. 4 letzte Spalte gelisteten Zahlen der Kollisionsopfer ist nur eingeschränkt repräsentativ. Die Anzahl der Kollissionsopfer ist insgesamt als gering einzustufen. Das liegt zum einen an der geringen Datendichte u. a. in Verbindung mit der Schwierigkeit Kollissionsopfer zu finden und zum anderen an den unterschiedlichen Lebensweisen und Populationsdichten. Für Zwergfledermäuse beispielsweise besteht nur ein mittleres Kollisionsrisiko, da ihre Gesamtpopulation so groß ist, dass sich anders als bei der Rauhautfledermaus das Kollisionsrisiko relativiert. Wie Tab. 5 nochmals unterstreicht sind insgesamt die Risiken für Langstreckenwanderer am größten. Selbst wenn keine Wochenstuben oder Winterquartiere im Untersuchungsraum liegen, besteht bei Ortungen ein noch hohes Risiko, dass einzelne Tiere Opfer von Kollisionen werden. Generell sind aber geringe bis hohe Risiken als beherrschbar einzustufen, da zu Zugzeiten und besonderen Anlässen die WEA gestoppt werden können (Abschalt-Algorithmen). Als nicht reduzierbar sind die Risiken bei Vorhandensein von Wochenstuben und Winterquartieren von hoch fliegenden Arten im Untersuchungsgebiet einzustufen, weil in diesen Fällen auf Grund einer kontinuierlichen Aktivität auch mit Abschaltalgorithmen kaum eine Risikoverminderung zu erreichen ist. Gegenüber dem baubedingten Verlust von Quartieren sind alle Arten empfindlich, da hier auch nicht schlaggefährdete Arten berücksichtigt werden. Die Bewertung bezieht sich nur auf den Standort selbst (oft ist durch Verlegung bereits eine Vermeidung des Risikos zu erreichen). Die Empfindlichkeiten ergeben sich aus dem Seltenheitsgrad und der Quartierspräferenz (Wald, Siedlung). 15.November

17 3.2 ARTENSCHUTZRECHTLICHE VORGABEN Die für die Zwecke dieses Gutachtens relevanten artenschutzrechtlichen Bestimmungen sind in den 44 und 45 BNatSchG geregelt. Die Notwendigkeit für eine Artenschutzprüfung im Rahmen von Zulassungsverfahren ergibt sich aus 44 BNatSchG. Dort werden für alle europarechtlich geschützten Arten die im Folgenden aufgeführten Verbotstatbestände ( Zugriffsverbote ) definiert: 44 (1), Nr. 1 BNatSchG Tötungsverbot : Es ist verboten, wild lebenden Tieren der besonders geschützten Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören, 44 (1), Nr. 2 BNatSchG Störungsverbot : Es ist verboten, wild lebende Tiere der streng geschützten Arten und der europäischen Vogelarten während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten erheblich zu stören; eine erhebliche Störung liegt vor, wenn sich durch die Störung der Erhaltungszustand der lokalen Population einer Art verschlechtert, 44 (1), Nr. 3 BNatSchG Zerstörungsverbot (Fortpflanzungs- und Ruhestätten): Es ist verboten, Fortpflanzungs- oder Ruhestätten der wild lebenden Tiere der besonders geschützten Arten aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören, Betroffen sind alle nach der EU-Vogelschutz-RL geschützten Vogelarten sowie alle auftretenden Fledermausarten. Des Weiteren regelt 44 (5) BNatSchG: Für nach 15 zulässige Eingriffe in Natur und Landschaft sowie nach den Vorschriften des Baugesetzbuches zulässige Vorhaben im Sinne des 18 Abs. 2 Satz 1 gelten die Zugriffs-, Besitz- und Vermarktungsverbote nach Maßgabe von Satz 2 bis 5. Sind in Anhang IVa der Richtlinie 92/43/EWG aufgeführte Tierarten, europäische Vogelarten oder solche betroffen, die in einer Rechtsverordnung nach 54 Abs. 1 Nr. 2 aufgeführt sind, liegt ein Verstoß gegen das Verbot des Absatzes 1 Nr. 3 und im Hinblick auf damit verbundene unvermeidbare Beeinträchtigungen wild lebender Tiere auch gegen das Verbot des Absatzes 1 Nr. 1 nicht vor, soweit die ökologische Funktion der von dem Eingriff oder Vorhaben betroffenen Fortpflanzungs- oder Ruhestätten im räumlichen Zusammenhang weiterhin erfüllt wird. Soweit erforderlich, können auch vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen festgesetzt werden. Ausnahmen von den Verboten des 44 BNatSchG werden durch den 45 (7) BNatSchG geregelt und von den zuständigen Landesbehörden zugelassen. Ausnahmen können zugelassen werden, 1. zur Abwendung erheblicher land-, forst-, fischerei-, wasser- oder sonstiger erheblicher wirtschaftlicher Schäden, 2. zum Schutz der natürlich vorkommenden Tier- und Pflanzenwelt, 3. für Zwecke der Forschung, Lehre, Bildung oder Wiederansiedlung oder diesen Zwecken dienende Maßnahmen der Aufzucht oder künstlichen Vermehrung, 4. im Interesse der Gesundheit des Menschen, der öffentlichen Sicherheit, einschließlich der Verteidigung und des Schutzes der Zivilbevölkerung, oder der maßgeblich günstigen Auswirkungen auf die Umwelt oder 5. aus anderen zwingenden Gründen des überwiegenden öffentlichen Interesses einschließlich solcher sozialer oder wirtschaftlicher Art. 15.November

18 Dies darf allerdings nur dann geschehen, wenn zumutbare Alternativen nicht gegeben sind und sich der Erhaltungszustand der Populationen einer Art nicht verschlechtert. Außerdem ist Artikel 9 Absatz 2 der Richtlinie 2009/147/EG zu beachten. Das bedeutet für die bei der Errichtung von WEA auftretenden Wirkfaktoren, die im Rahmen dieses Gutachtens betrachtet werden, dass folgende artenschutzrechtliche Vorgaben des Bundesnaturschutzgesetzes von Bedeutung sind: Verbotstatbestand des 44 Abs. 1 Nr. 1: Tötungsverbot, durch Kollision, Verbotstatbestand des 44 Abs. 1 Nr. 2: Störungsverbot, durch anlage- und betriebsbedingte Auswirkungen, u.a. mit der Folge eines Meideverhaltens. Verbotstatbestand des 44 Abs. 1 Nr. 2: Zerstörungsverbot, bau- und anlagebedingte Verluste von Fledermausquartieren im Wald. Für die betrachteten Vogelarten kann von einer vollumfänglichen Vermeidung ausgegangen werden, da im Regelfall die Brutplätze ermittelt wurden (vgl. auch Kap. 4). Für alle übrigen ( nicht-windkraftempfindlichen ) Arten ist dieser Punkt nur auf Ebene der Genehmigungsplanung mit hinreichender Konkretisierung zu bearbeiten. 3.3 VERMEIDUNGSMAßNAHMEN Nachfolgend werden stichpunktartig Vermeidungsmaßnahmen vorgestellt, die das Eintreten eines Verbotstatbestandes im Sinne des 44 (1) BNatSchG mit hoher Wahrscheinlichkeit unterbinden. Es ist allerdings unumgänglich, dass im Zuge der Genehmigungsplanungen artspezifische Maßnahmen entwickelt werden, die die jeweilige Situation vor Ort berücksichtigen. Tötungsverbot ( 44 (1) Nr. 1) Das Tötungsverbot kann im Wesentlichen bau- (Baufeldfreimachung) und betriebsbedingt (Kollisionen) einschlägig werden. Signifikante anlagebedingte Individuenverluste sind durch WEA nicht zu prognostizieren und werden im Folgenden nicht weiter betrachtet. Baubedingt sind bei Vögeln im Regelfall nur immobile Stadien also Nester und Gelege betroffen. Folgende Vermeidungsmaßnahmen dürften im Regelfall erforderlich sein: Optimierung Bauzeitpunkt: Baufeldfreimachung und Gehölzrodung außerhalb der Brut-, Fortpflanzungs- und Vegetationsperiode. Kontrolle von Höhlenbäumen: Außerhalb der vorgenannten Periode müssen weiterhin ältere Höhlenbäume auf die Anwesenheit von Fledermäusen und Vogelgelegen hin kontrolliert werden. Vorhandene Höhlen sind ggf. zu verschließen, um eine Neubesiedlung bis zur Rodung zu verhindern. Im Vorfeld ist zu klären, ob Bäume vorhanden sind, die möglicherweise als Winterquartier dienen könnten (in der Regel ältere Bäume mit entsprechendem Stammdurchmesser von mind. 80 cm)! 15.November

19 Es stehen mehrere Vermeidungsmaßnahmen zur Verfügung, um das betriebsbedingte Kollisionsrisiko zu reduzieren: Optimierung des Standorts: durch kleinräumiges Verschieben einzelner WEA kann das Kollisionsrisiko im Bereich stark genutzter Vogelzuglinien ggf. deutlich reduziert werden. Ausrichtung der WEA: Durch eine Anordnung der WEA in einem Windpark weitgehend parallel zur Vogel- und Fledermauszugrichtung lassen sich mögliche Barrierewirkungen und das Kollisionsrisiko deutlich reduzieren. Kurzfristiges Abstellen: Vermeidung von Kollisionen bei sehr starkem Vogelzugaufkommen durch kurzfristiges Abstellen der WEA. Besonders praktikabel im Rahmen des Kranichzugs, da fast alle Kraniche innerhalb weniger Tage in sehr hoher Anzahl ziehen. Abschalt-Algorithmen (Fledermäuse): Im hessenweiten Fledermausgutachten (ITN 2012) ist dargelegt, dass nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen bei Windgeschwindigkeiten unter 6 m/s in niederschlagsarmen Nächten, bei bestimmten Mindesttemperaturen und nicht im Winter signifikante Individuenverluste der Fledermäuse durch entsprechende Abschaltzeiten vermieden werden können (HMUELV 2012). Ein auch bei niedrigen Windgeschwindigkeiten möglicher WEA-Betrieb kann sich auf der Grundlage der Ergebnisse eines Gondel- oder Höhenmonitorings ergeben. Er kommt ausschließlich bei nachgewiesenen Vorkommen der besonders kollisionsempfindlichen Langstreckenzieher (s. Tab. 4) und generell im Zugzeitraum der Fledermäuse zum Einsatz, um artenschutzrechtlich erforderliche Abschaltzeiten verringern zu können. Bei zahlreichen Vorkommen (nicht nur Einzeltiere) kritischer Arten in der Hauptflugzeit sind für geringere Windgeschwindigkeiten vorläufige Abschaltzeiten festzulegen, die auf Grund des Monitorings in den Folgejahren konkretisiert und erleichtert werden (HMUELV 2012; vgl. auch BRINKMANN ET AL. 2011). Lebensraumaufwertung: Aufgrund der Attraktivität des näheren WEA-Umfelds als Nahrungshabitat für den Rotmilan und ggf. anderen Arten besteht im Bereich des Mastfußes ein erhöhtes Kollisionsrisiko. Als Vermeidungsmaßnahme bietet sich deshalb an, zum einen die nähere Umgebung der WEA im Hinblick auf die Habitatansprüche der betroffenen Art(en) unattraktiv zu gestalten (z. B. Anpflanzen von Gebüschen oder ungemähte Mastfußbrache ). Zum anderen können im Aktionsraum dieser Arten allerdings in WEA-entfernten Standorten entsprechende Habitate optimiert werden. Dies kann beim Rotmilan auch in Form sog. Ablenkungsfütterungen an speziellen Luderplätzen erfolgen (ggf. Überbrückung bis zur Wirksamkeit sonstiger Lebensraumaufwertungen). Schutz von Altholzbeständen: Eine weitere Form der Lebensraumaufwertung, die allerdings auf die Brutstandorte und nicht auf die Nahrungshabitate fokussiert, umfasst den Schutz geeigneter Waldflächen mit Altholzbeständen in WEA-entfernten Bereichen durch Aufgabe der forstwirtschaftlichen Nutzung (ggf. Anlage Nisthilfen, Anbringen Fledermauskästen). 15.November

20 Störungsverbot ( 44 (1) Nr. 2) Baubedingte Störungen resultieren aus der Anwesenheit von Menschen und Maschinen. Erforderlich sind Vermeidungsmaßnahmen eigentlich nur bei der Anwesenheit besonders störungsempfindlicher Arten mit großen Fluchtdistanzen und längeren Bauzeiten. Eine Optimierung der Bauzeiten im Sinne der Brut- bzw. Rastvögel kann dazu dienen, erhebliche Störungen im Sinne des 44 (1) Nr. 2 BNatSchG zu vermeiden, auch für die Gruppe der Fledermäuse. Außerdem ist aufgrund der nächtlichen Lebensweise der Fledermäuse im Regelfall nicht von einer erheblichen Störung im Sine des 44 BNatSchG auszugehen (wenn die Rodungszeiten und die Rücksichtnahme auf mögliche Winterquartiere eingehalten werden). Aufgrund der Anlagensilhouette und der Rotorbewegung (Schattenwurf) ist eine anlage- und betriebsbedingte Meidung der WEA-Umgebung bei einigen Arten des Offenlands und der Gewässer bekannt (vgl. Tab. 2). Somit ist eine indirekte Habitatentwertung zu konstatieren, für die keine geeignete Vermeidungsmaßnahme möglich ist. Denkbar sind Lebensraumaufwertungen, die verhindern, dass sich der Erhaltungszustand der lokalen Population verschlechtert und somit das Eintreten des Verbotstatbestandes vermieden werden kann(sog. CEF-Maßnahmen gem. 44 (5) BNatSchG). Zerstörung von Fortpflanzungs- oder Ruhestätten ( 44 (1) Nr. 3) Die bau- und anlagebedingte Beeinträchtigung von Fortpflanzungs- oder Ruhestätten (Nester, Wochenstuben- und andere Quartiere bzw. essenzielle Rasthabitate von Vögeln) lässt sich aufgrund der geringen räumlichen Ausdehnung der WEA vielfach durch kleinräumige Standortverschiebungen von vornherein verhindern. Als problematisch erweisen sich überwiegend Waldflächen, insbesondere wenn Altholzbestände betroffen sind, da hier im Regelfall mit zahlreichen Fledermausquartieren gerechnet werden muss. In diesem Fall müssen geeignete CEF-Maßnahmen (gem. 44 Abs. 5 BNatSchG) durchgeführt werden, wie z. B. die Anbringung künstlicher Quartiere für Fledermäuse, die Errichtung von Kunsthorsten für Großvögel und/oder Erhalt und Ausweitung geeigneter Altholzbestände im Umfeld. 15.November

21 4 METHODIK 4.1 GELÄNDEERFASSUNG BRUTVÖGEL Im Anhang des LUBW-Leitfadens zum Untersuchungsumfang bei WEA (2012) sind insgesamt 24 Vogelarten bzw. -gruppen (Limikolen, Reiher) als windkraftempfindlich aufgeführt. Für einige Arten kann ein Brutvorkommen im Planungsraum mit Sicherheit aufgrund geographischer Restriktionen bzw. dem Fehlen geeigneter Bruthabitate ausgeschlossen werden (z.b. Alpensegler, Seeschwalben, Korn- und Wiesenweihe, Raufußhühner, Ziegenmelker). Dies trifft auch auf einige im Helgoländer Papier (LAG VSW 2007) genannte Arten zu (versch. Adler, Goldregenpfeifer, Kranich, Rohrdommel), welche zum Teil jedoch als Rastvögel relevant wurden. Bei zahlreichen generell seltenen Brutvögeln, z.b. Kormoran, Graureiher, lassen sich die besiedelten Areale sehr gut anhand der Literatur (z. B. Hölzinger: Vögel Baden-Württembergs) eingrenzen, so dass keine gesonderte Erfassung erforderlich war. Bei schon lange im Fokus des Artenschutzes stehenden Arten, wie Uhu, Wanderfalke und Weißstorch konnte ebenfalls die Verbreitung über eine Kontaktaufnahme mit den Naturschutzverbänden mit hinlänglicher Genauigkeit ermittelt werden (vgl. Kap. 3.2). Hier waren allenfalls gezielte Kontrollen bekannter Brutplätze erforderlich. Insofern fokussierte die Geländeerfassung der windkraftempfindlichen Arten auf mittelhäufige Großvogelarten mit unzureichendem Kenntnisstand (Rot- und Schwarzmilan, Rohrweihe, Baumfalke, Wespenbussard, Schwarzstorch) bzw. Arten mit einer höheren raum-zeitlichen Dynamik (Kiebitz). Die Erfassungsmethodik folgt den Anforderungen des LUBW-Leitfadens bzw. den Vorgaben der artspezifischen Empfehlungen von SÜDBECK et al. (2005) und schloss bei Großvögeln im Falle von Brutverdachtsflächen nach Möglichkeit eine Horstsuche mit ein. Die Milanerfassung orientiert sich an den Vorgaben der aktuell in Baden-Württemberg vorgesehenen landesweiten Kartierung beider Arten. Hierbei wird der Rotmilan-Erfassungsleitfaden des Dachverbands Deutscher Avifaunisten (DDA, berücksichtigt. Im Regelfall umfasste der Betrachtungsraum neben der eigentlichen Freibereichsfläche einen Puffer von m, insofern geeignete Bruthabitate vorhanden waren. Das bedeutet, dass bspw. Siedlungsflächen nicht betrachtet wurden. Für den Schwarzstorch kann gem. Anlage 1 des LUBW-Leitfadens der Betrachtungsraum auch darüber hinaus reichen (<3.000 m). Da keine Beobachtungen des Schwarzstorchs erfolgten und auch keine Hinweise auf Bruten im Planungsraum bestanden, wird im Folgenden nur der 1 km-puffer um die Freibereiche betrachtet. Die Erfassung erfolgte von prägnanten Geländeübersichtspunkten, die bei günstiger Witterung (Thermik) für mehrere Stunden aufgesucht wurden. Hierbei wurden alle Beobachtungen von Großvögeln inkl. des Verhaltens (Balz, Flugrouten u.a.) in Geländekarten protokolliert. Neben der konkreten Erfassung von Revier- bzw. Brutpaaren ließen sich hierdurch weitere Informationen über funktionale Zusammenhänge und die Raumnutzung der einzelnen Paare ermitteln. Hierbei sei darauf hingewiesen, dass die Beobachtungen zu Funktionsbeziehungen und Raumnutzung keine eigenständige Funktionsraumanalyse ersetzen. Hierzu wäre ein weitaus höherer Arbeitsaufwand erforderlich, was 15.November

22 über den Anspruch an Anforderungen für Untersuchungen auf Ebene der Flächennutzungsplanung hinausgeht und bei Notwendigkeit Teil der Untersuchungen auf Ebene der immissionschutzrechtlichen Genehmigung ist. Anhand der durchgeführten Untersuchungen kann aber ein ausreichendes Bild zur Konfliktbewertung der Freibereiche aufgezeigt werden. In der nachfolgenden Grafik sind die Erfassungstermine gem. SÜDBECK et al. (2005) für die maßgeblichen Arten der Untersuchung zusammengestellt. Demnach lassen sich mit den 5-10 Begehungen im Zeitraum von März bis Juli 2013 (vgl. auch Tab. 6 und 7)mit hinreichender Genauigkeit die Brutvorkommen ermitteln. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass bei Uhu und Wanderfalke lediglich eine Validierung der zuvor recherchierten Vorkommen erforderlich sein dürfte. Erfassungszeiträume Februar März April Mai Juni Juli Arten (relevant) 2. Dek. 3. Dek. 1. Dek. 2. Dek. 3. Dek. 1. Dek. 2. Dek. 3. Dek. 1. Dek. 2. Dek. 3. Dek. 1. Dek. 2. Dek. 3. Dek. 1. Dek. 2. Dek. 3. Dek. Uhu Wanderfalke Rotmilan Schwarzmilan Rohrweihe Kiebi tz Baumfalke Wespenbussard Durchgang 2. Durchgang 3. Durchgang 4. Durchgang Abb. 4: Überblick über die durchgeführten Erfassungsdurchgänge (schwarze Rahmen) und die optimalen Erhebungszeiträume gem. SÜDBECKet al. (2005, schwarze Balken). Erläuterung s. Text. Insgesamt erfolgten an 14 Tagen Geländeerfassungen, hauptsächlich zeitgleich mit mehreren Bearbeitern. Sie erstreckten sich über einen Zeitraum von 4 Monaten, von Mitte März bis Mitte Juli (vgl. Tab. 6). Hinsichtlich der Erfassungszeiten pro Freibereich und Beobachtungspunkt konnten aufgrund der Lage der Freibereiche bestimmte Beobachtungspunkte für die Beobachtung mehr als eines Freibereiches (inkl. 1km Puffer) genutzt werden (z.b. FB1 + FB2; FB4 + FB5; FB5 + FB6) und dadurch bezüglich der Erfassungszeiten Synergieeffekte genutzt werden. Dies hat dazugeführt, dass die im LUBW Leitfaden vorgeschlagenenen Anzahl an Erfassungstagen nicht erforderlich waren, um eine valide, fachlich fundierte Erfassung durchzuführen, die außerdem dem Rotmilan-Erfassungsleifaden des DDA entspricht der bei der landesweiten Kartierung von Rot- und Schwarzmilan in Baden-Württemberg berücksichtigt wird. Nachdem sich früh im weiter laufenden Planungsprozess zeigte, dass die Freibereiche 1 und 2, sowie der Freibereich 3 (a + b) wegen anderen harten Tabukriterien unabhängig vom Artenschutz nicht weiter berücksichtigt werden können, wurde in Rücksprache mit dem Auftraggeber der Aufwand der Untersuchungen hier zugunsten anderer Bereiche zurück genommen. Leider war das Untersuchungsjahr 2013 durch ausgesprochen wiedrige Witterungsbedingungen gekennzeichnet, welche die Erhebungen deutlich erschwerten und sicherlich auch Auswirkungen auf 15.November

23 die Ergebnisse entfalteten. So kam es noch vergleichsweise spät zu Wintereinbrüchen (März), welche das Zuggeschehen verlangsamten. In der Folge erwiesen sich sowohl Mai als auch Juni als extrem verregnet. Dies dürfte bei einigen Großvögeln zu Gelegeverlusten und/oder Brutabbrüchen geführt haben. Gleichzeitig musste in diesem Jahr, wahrscheinlich unabhängig der Witterungslage, ein sehr niedriger Kleinsäugerbestand verzeichnet werden, was vielerorts auch Uhus zur Brutaufgabe brachte. Aufgrund mangelnder Nahrungsgrundlage ist zu vermuten, dass vielfach Wespenbussarde überhaupt nicht zur Brut schritten. Dennoch kann aufgrund der Beobachtungen von einer für diese Bereiche umfassenden, für die Flächennutzungsplanung verwertbaren Bewertung ausgegangen werden. Tab. 6: Überblick über die Erfassungstermine in den einzelnen Freibereiche und die jeweiligen Bearbeiter. FB Begehungstermine Bearbeiter , 3.04., , , A. Balke, A. Pietsch, B. Hill, S. Hennemann , 3.04., , , A. Balke, A. Pietsch, B. Hill, S. Hennemann , 3.04., , , A. Balke, S. Hennemann, B. Hill, N. Walz , , 3.04., , , , , A. Balke, S. Hennemann, B. Hill, N. Walz , , , , , , , A. Balke, S. Hennemann, A. Pietsch, B. Hill , 4.04., , , , , A. Balke, S. Hennemann, A. Pietsch, B. Hill Tab. 7: Verteilung der Erfassungstermine in den einzelnen Freibereichen auf die Phasen der Erhebungen. Revierkartierung Horstsuche und - kontrolle FB1 FB2 FB3 FB4 FB5 FB6 Balz, Nestbau, Territorialverhalten; Balz, Nestbau, Territorialverhalten Nahrungssuche, Flüge zum Horstbereich Nestsuche, Registrierung von Rotmilanen ind der Nähe gefundener Nester Kontrolle Nestbesetzung Beute eintragende Altvögel, (Kotspritzer unter dem vermuteten Horst), Jungvögel in Nestnähe Tage November

24 Ausgehend von den im Gelände dokumentierten Flugbewegungen (s. Abb. 5) und anderen Verhaltensweisen wurden entsprechend der Vorgaben von SÜDBECK et al. (2005) Einstufungen hinsichtlich des Status der verschiedenen Vogelarten getroffen. So stellt bspw. das Eintragen von Nistmaterial in ein geeignetes Bruthabitat ein eindeutiges Indiz für Brutgeschehen dar. Weitere Indikatoren können Revierstreitigkeiten zwischen Artgenossen oder ausgeprägtes Balzverhalten sein. Soweit erfolgversprechend und aus artenschutzrechtlicher Sicht verträglich, wurde, zusätzlich zur Horstkartierung im Winter 2012 / 2013 (in Verbindung mit der Einschätzung des Biotoppotentials), in solchen Brutwäldern im Anschluss nach Horsten der Großvögel gesucht, die dann mittels GPS-Gerät eingemessen wurden. Sie sind im Kartenteil als genau verortetes Brutpaar eingetragen. Allerdings war es nicht in allen Fällen möglich, die Horststandorte zu ermitteln. So ist es ganz generell während der Vegetationsperiode in den belaubten Bäumen ausgesprochen schwierig, Vogelnester zu entdecken. Hinzu kommt, dass gerade in den Mittelgebirgslagen mit ausgedehnten Waldflächen viele Bereiche oft nur schwer zugänglich sind. In diesen Fällen wird im Kartenteil von Revierpaaren gesprochen, weil auch nicht immer eindeutig zu klären war, ob die Tiere überhaupt zur Brut schritten. Dies betrifft allerdings keine Vögel im Gebiet der Freibereiche (inkl. 1km Puffer), sondern Vögel deren Revierzentren außerhalb liegen und die keinen direkten Einfluß auf die Bewertung ausüben. Abb. 5: Exemplarische Geländekarte (Vögel) für den Freibereich 5 (Ritschweier Ost) FLEDERMÄUSE 15.November

25 Da es für die Gruppe der Fledermäuse bis zum Beginn der Erhebungen keine Vorgaben seitens des LUBW analog zu den Hinweisen für die Vögel gab, wurden für diese Planungsebene 4 Begehungen zur Zugzeit der Fledermäuse durchgeführt, um vor allem das Potential an Langstreckenwanderern und somit hochfliegenden und stark kollisionsgefährdeten Arten (s. Tab. 4) festzustellen. Das unterschiedliche Gefährdungspotential durch Windenergieanlagen resultiert aus den verschiedenen ökologischen Ansprüchen der Arten. Das Wanderverhalten spielt hier die wesentliche Rolle. Bei der Errichtung von Anlagen im Wald sind allerdings auch die Vorkommen von Kurzstreckenwanderern relevant, sofern sie geeignete Quartiermöglichkeiten und Nahrungsangebote vorfinden, welche eingriffsbedingt verloren gehen können. Die Fledermausarten werden in drei Großgruppen eingeteilt (vgl. ITN 2012): Langstreckenwanderer sind schnell fliegende, schmalflügelige Arten, die Insekten im freien Luftraum jagen. Sie überwintern in der Regel nicht in unterirdischen Höhlen, sondern oberirdisch z. B. in Baumhöhlen und Felsspalten in weit entfernten Überwinterungsgebieten. Max. Wanderdistanz 250 bis über 1000 km; Mittelstreckenwanderer weisen sowohl residente als auch ziehende Populationen auf. Der Anteil nicht wandernder Tiere ist dabei deutlich höher als bei Langstreckenziehern. Maximale Wanderdistanz 100 bis 250 km, durchschnittliche Distanz ca. 10 bis 100 km; Kurzstreckenwanderer sind Arten mit relativ kleinem Aktionsraum, die keine gerichteten Wanderungen durchführen. Der Anteil nichtwandernder Tiere ist hoch. Maximale Wanderdistanz liegt unter 100 km, die durchschnittliche Distanz liegt unter 10 km. 4.2 BIOTOPPOTENTIAL Zur Einschätzung des Lebensraumpotentials für windkraftrelevante Vögel und Fledermäuse wurden die Freibereiche auf geeignete Biotopstrukturen untersucht. Dabei wurden soweit vorhanden die Forsteinrichtungsdaten eingesehen und durch eigene Aufnahmen ergänzt. Der Wald wurde bei den eigenen Erhebungen nach den Faktoren Alter, Struktur, Totholzanteil (stehend) und Baumartenzusammensetzung aufgenommen. Außerdem unterstützten Daten zu geschützten Waldbiotopen die Einschätzung. Die Einschätzung des Biotoppotentials dient neben den Detektorbegehungen in den Freibereichen im Wesentlichen als Grundlage zur Beurteilung des Lebensraumpotentials für Fledermäuse mit entsprechenden Nahrungsräumen und Fortpflanzungs- und Ruhestätten in Form von Höhlen und Spaltenquartieren und findet somit Einklang in die Fledermausbezogene Konflikteinschätzung der Freibereiche. Bestände mit hohem Laubholzanteil, sowie reifere, ältere Bestände werden dabei höherwertiger eingestuft als Bereiche mit hohem Nadelholzanteil, junge Bestände und Stangenholz. Des Weiteren sind auch Gewässerstrukturen für Fledermäuse relevant und führen ggf. zur Aufwertung von Lebensräumen für Fledermäuse. 15.November

26 4.3 DATENRECHERCHE Zur Datenrecherche wurden neben der Abfrage der örtlichen Naturschutzverbände (Stellungnahmen) und der Berücksichtigung von Meldungen und Stellungnahmen von Bürgern (Bürgerinitiativen, Einzelpersonen) Artdaten bei der LUBW (z.b. Daten der Koordinationsstelle für Fledermausschutz) abgefragt, sowie unten aufgeführte Gutachten mit einbezogen. ARGE FFH-PEPL (2009): Pflege- und Entwicklungsplan für das FFH-Gebiet Odenwald bei Schriesheim und das Vogelschutzgebiet Bergstraße Dossenheim Schriesheim. Tier- und Landschaftsökologie Dr. J. Deuschle & IUP Prof. Dr. K. Reidl (Verfasser). unveröff. Gutachten im Auftrag des RP Karlsruhe, 225 S. + Karten. Eppler (2004): Grunddatenerhebung für das EU-Vogelschutzgebiet Wälder der südlichen Oberrheinebene unveröff. Gutachten im Auftrag des RP Darmstadt, Seeheim- Jugenheim, 49 S. + Fotodokumentation. ARNOLD (2013): Ergebnisse der Netzfänge am Stollensystem im Steinbruch Weinheim im Jahr 2013, Gutachten im Auftrag des RP Karlsruhe, Referat 56, 19 Seiten KLIESCH, ARNOLD & BRAUN (1997) Fledermausquartier in einer Stollenanlage bei Weinheim (Rhein-Neckar-Kreis); carolinea, 55 (1997): S.57-64, Karlsruhe Zur Sammlung von Informationen wurden auch die Veranstaltungen zur Bürgerbeteiligung genutzt. Konkreten Hinweisen aus der Bevölkerung sowie den Angaben von Naturschutzverbänden, sowie Jagdpächtern, etc. wurde nachgegangen. Für die Biotoppotentialanalyse wurden Forsteinrichtungsdaten des Forstamtes des Rhein-Neckar- Kreises abgefragt sowie eigene Erhebungen vorgenommen. Alle aus diesen Quellen stammenden Hinweise wurden mit entsprechender Kennzeichnung ins Gutachten übernommen. 4.4 BEWERTUNGSKRITERIEN Für die ausgeschriebene Erfassungs- und Bewertungsaufgabe ist aufgrund der Komplexität in Kombination mit der Gebietskulisse ein fachlich befriedigendes und gleichzeitig effizientes Vorgehen entscheidend. Ziel ist es, das mögliche Konfliktpotenzial in den einzelnen Freibereichen bzw. deren Teilen im Hinblick auf die Brutvögel (u. Rastvögel) sowie für die Fledermäuse zu ermitteln VÖGEL Hierzu wird eine 4-stufige Bewertung des avifaunistischen Konfliktpotenzials vorgesehen ( sehr hohes, hohes, mittleres und geringes Konfliktpotenzial vgl. PNL 2012). Diese Stufen lassen sich gut mit der artspezifischen Empfindlichkeit von Vogelarten der sog. Helgoländer Liste gegenüber WEA in Einklang bringen (ggf. getrennt nach Kollisionsrisiko und Meideverhalten vgl. Kap ). 15.November

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