holzbaumarktschweiz Holzbau Holzbearbeitungsmaschinen Interview Ein Tag im Leben von Verband

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1 hbs Nr. 4 Juli / August holzbaumarktschweiz MAGAZIN FÜR HOLZBAU I ARCHITEKTUR I INNENAUSBAU I SCHREINERHANDWERK Holzbau ETH Zürich: Leuchtturmprojekt in einzigartiger Bauweise Holzbearbeitungsmaschinen CO 2 -neutraler Abbund in Qualität und jeder Grösse Interview «Wir wollen unsere Kunden weiterhin optimal bedienen und im Schweizer Markt weiter wachsen» Ein Tag im Leben von Reto Riedberger, Geschäftsinhaber der Arnold Hohl AG Verband Pro Holz: Die 60. Generalversammlung des Vereins gebührend gefeiert Noch stärker im Heben. Noch stärker für Sie.

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3 Liebe Leserin, lieber Leser Die Aufgabe der Zeitungen und Zeitschriften ist es, ihren Lesern u. a. gesellschaftsrelevante und gut recherchierte Nachrichten und Informationen möglichst objektiv zu präsentieren. Zugegeben, es lässt sich darüber diskutieren, was unter «gut recherchiert» und erst recht unter «objektiv» zu verstehen ist. Zehn Menschen, zehn unterschiedliche Auffassungen darüber. Trotzdem versuchen wir es, den Begriff «gut recherchiert» zu erklären: Erstens gibt es «wissenschaftliche», «journalistische», «Bibliotheksrecherche», «Recherche im Internet» usw. Unter «journalistische Recherche» versteht man gemäss Wikipedia das eigenständige Beschaffen von Informationen, im Gegensatz zum blossen Verarbeiten von Pressemitteilungen, Agenturmaterial oder Informationen aus Pressekonferenzen. Journalistische Recherche benutzt viele Werkzeuge: unter anderem Archive, Datenbanken, persönliche Gespräche (Interviews) mit Betroffenen, Fachleuten und Augenzeugen, offizielles Pressematerial, Anfragen bei Pressestellen, Anträge auf der Grundlage von Informationsfreiheitsgesetzen, Fachliteratur oder das Internet. Warum diese Erklärungen? Einfach deshalb, weil wir Menschen heute über alle möglichen Informationswege und -mittel regelrecht «bombadiert» werden, ohne dass wir uns dabei auf die «zuverlässige» Arbeit der Recherche verlassen können. Kein Wunder wird heute im Allgemeinen kritisiert, dass aufgrund der wirtschaftlichen Engpässe Journalisten kaum noch in der Lage seien, ausreichend zu recherchieren. Pressemeldungen würden häufig unkritisch übernommen. Aus unserer Sicht eine absolut berechtigte Kritik. Hierzu einige Beispiele verschiedener Presseartikel von den letzten zwei/drei Tagen: «Digitale Revolution und ihre Folgen», «Regeln für die virtuelle Realität», «Nach dem Brexit: Brüssel lässt die Schweiz im Ungewissen», «Wirtschaftspolitik im Ausnahmezustand» oder «Brexit-Schockwellen treffen Bankaktien und zyklische Titel». Alles durchaus interessante Titel, aber die angesprochenen Themen sind manchmal nicht «zu Ende gedacht» und nicht ausreichend bis ungenügend recherchiert. Für die Fachpresse präsentiert sich zwar die Lage etwas anders. Trotzdem, untersteht auch die Fachpresse insgesamt diesen Anforderungen. Wir versuchen, mit sehr viel Aufwand und Eigenleistungen, Ihnen, geschätzte Leserinnen und Leser, ein informatives Fachmagazin zu präsentieren. Es ist nicht immer einfach, aber das ist für uns ein Ansporn mehr, es immer wieder zu versuchen. Dass dies ohne Ihre Unterstützung und die der Branchenteilnehmer nicht geht, versteht sich von selbst. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine interessante Lektüre mit der neuesten Ausgabe von «holzbaumarktschweiz». Die Bässe im Griff! LIGNATUR dämmt mit silence12 tiefe Töne trägt über grosse Spannweiten widersteht Brandeinwirkungen mit Feuerwiderstand REI60 überzeugt das Auge mit sichtbaren Holzoberflächen verwandelt mit Absorbern den Raum in einen Konzertsaal eignet sich für die MINERGIE-ECO-Bauweise Interessiert? Rufen Sie uns an: +41 (0) Dr. Flavio Sanader Claudia Binder Lothar Mayer

4 hbs Inhalt holzbaumarkt-welt 6 Uniteam wird Teil der Unternehmensgruppe 6 Wechsel in der Verkaufsleitung von Pavatex 6 Poesia-Gruppe: Nachfolge gesichert 7 Führungswechsel in der Leitz-Gruppe 7 Baupreisindex fällt um 0,5 Prozent 7 Homag Group AG: Änderungen im Vorstand Waldwirtschaft 8 Eigentümer wollen Wald fit erhalten Holzindustrie 10 Weiterhin gute Frischholz-Nachfrage Holzbau 11 SkyAccess AG: Auszeichnung «Herkunftszeichen 12 ETH Zürich: Leuchtturmprojekt in einzigartiger 14 Bauen für Flüchtlinge was der Holzbau leisten Holzbearbeitungsmaschinen 16 CO 2-neutraler Abbund in Qualität und jeder Grösse 18 Abbundsystem TW-Mill ein Multifunktions- Wärmedämmung 19 Gutex Holzfaserplatten der Sicherheitspuffer 20 Effizienz und Sonne für eine vorbildliche Interview 22 «Wir wollen unsere Kunden weiterhin optimal 26 «Velux steht für optimale Wohnatmosphäre Fenster/Türen 24 Das Maximum an Wohnqualität 25 Regelmässige Pflege von Fenstern und Haustüren Innenausbau 28 Reinigen oder Schleifen die richtige Pflege 29 Churer-Unternehmen liefert Waschbecken Ein Tag im Leben von 30 Reto Riedberger: Das Gesicht der High-Tech- Stapler 32 Benutzerorientiertes Design bringt Cat Lift Verband 34 Pro Holz: Die 60. Generalversammlung des 36 VGQ: 16. Generalversammlung mit Verleihung DV in St. Gallen: Schreiner wählen Thomas Messevorschau 40 Klagenfurt: Internationaler Branchentreff der 41 Holz 2016 das ultimative Branchenerlebnis! Unternehmen 42 Soprema übernimmt Pavatex-Gruppe 43 «Dort, wo im Jahr 1872 alles begann» Jubiläen Jahre Felder-Gruppe: Mut, Weitsicht und Events Internationales Branchenforum für Frauen 48 Rothenburg: Eröffnung Handwerkercenter 49 Architektur und Modularität im Spannungsfeld 50 Stuttgart: Spannende und informative 4 holzbaumarktschweiz 04/2016

5 Produkte/Service 51 Produkteservice 52 Spezialisten 54 Vorschau 54 Impressum Juli / August 2016 Zum Titelbild Foto: ETH Zürich/Marco Carocari holzbaumarktschweiz 04/2016 5

6 hbs holzbaumarkt-welt Uniteam wird Teil der Unternehmensgruppe Biesse Biesse Group, ein multinationales Unternehmen mit Sitz in Pesaro (Italien), aktiv auf dem Markt der Maschinen und Systeme zur Bearbeitung von Holz, Glas, Stein und Verbundmaterial und im Star-Segment an der italienischen Börse notiert, hat die Übernahme von 100 Prozent der Anteile an Uniteam S.p.A. angekündigt. Hierbei handelt es sich um ein venezianisches Industrieunternehmen, das seit 1991 auf die Planung und Realisierung von numerisch gesteuerten mehrachsigen Bearbeitungszentren spezialisiert ist, die in besonderem Masse für den Bereich Holzbau, aber auch zur Bearbeitung modernster Materialien und für Spezialanwendungen, wie z. B. im Automobilbau oder in der Prototypenfertigung, bestimmt sind. Dieser Zusammenschluss steht im Zeichen eines integrativen Zusammenwirkens, das die Spitzenstellung der beiden Unternehmen sicherstellen soll. Tatsächlich profitieren beide Unternehmen von dieser Vereinbarung: Biesse Group wird zum einen sein Produktangebot weiter ausdehnen und in einen «Nischenbereich», aber strategisch wichtigen Bereich wie dem Holzrahmenbau (strukturelle Balken und Fassaden) vordringen und zum anderen, dank des Know-how von Uniteam, auch die Produktpalette und die Anwendungen für die Bearbeitung der modernen Kunststoffund Verbundmaterialien erweitern. Dieses Vorgehen ist Teil des Entwicklungs- und Wachstumsprojekts, das vor einiger Zeit von der Unternehmensgruppe auch für externe Produktlinien umgesetzt wird. Uniteam dagegen kann aus der unbestreitbaren internationalen Präsenz der Unternehmensgruppe Vorteile ziehen, die sich auf globaler Ebene zwischen den Hauptakteuren der Industriemaschinen zeigt. Hier haben sich zwei unterschiedlich grosse Firmen zusammengeschlossen, die sich jedoch an den gleichen Grundwerten orien- HOLZBAU MIT GEPRÜFTER QUALITÄT. tieren, wo Innovation und Technik die Grundlage eines jeden Projekts bilden und Forschung und Entwicklung als wesentliche Bestandteile für industrielles Wachstum betrachtet werden. Diese zwei Unternehmen werden aus dieser Fusion beidseitig Nutzen ziehen und gleichzeitig ihre eigene Identität und Besonderheit bewahren, die sie zu Kompetenzen auf ihrem Fachgebiet gemacht haben. Wechsel in der Verkaufsleitung von Pavatex Schweiz Daniele Di Ninno leitet heute bereits den Verkauf der Schweizer Organisation von Soprema, des neuen Pavatex Eigentümers. Zusätzlich zu seinen Aufgaben bei Soprema führt Daniele Di Ninno nun auch den Schweizer Verkauf der Pavatex. Damit wird eine reibungslose Integration in die Vertriebsorganisation der Soprema sichergestellt. Der bisherige Schweizer Verkaufsleiter Michele Ino verlässt Pavatex auf eigenen Wunsch per sofort. Poesia-Gruppe: Nachfolge gesichert Unzählige Schweizer KMU stehen vor dem Problem der Nachfolgeregelung. Nicht so die Poesia-Gruppe in Unterkulm (AG). In diesem Jahr wird Emil Brändli den Stab an seinen Sohn Michael Brändli weiterreichen. Zur Poesia-Gruppe zählen fünf Firmen: mk dichtungs ag, pbc plymer ag, bk brändli ag, stuck ag sowie als operatives Dach die poesia holding ag. Die Gruppe stellt Dichtungen, Profile und Komponenten her. Sie werden im Bau, der Industrie, in Schienenfahrzeugen, dem Fahrzeugbau, in Kraftwerken oder der Aviation verwendet. Das Unternehmen hat seinen Firmensitz in Unterkulm (AG). Michael Brändli, der bereits heute die Geschäftsführung der stuck ag und der mk dichtungs ag ausübt, wird ab 1. Mai 2016 auch die Gruppenleitung übernehmen. Die Stellvertretung in der Gruppenleitung übernimmt Daniel Brändli, welcher bereits Geschäftsführer der bk brändli ist. Damit wird er seinen Vater, Emil Brändli, ablösen, der sich in Zukunft ausschliesslich auf das Amt des Verwaltungsratspräsidenten konzentrieren wird und die poesia ag immobilien weiter führt. Bisher war Emil Brändli als VR-Präsident und als Geschäftsführer der Gruppe tätig. Mit dieser Nachfolgregelung bleibt der Poesia-Gruppe das enorme Wissen und das Netzwerk von Gründer Emil Brändli erhalten. Die interne Nachfolgeregelung mit Michael Brändli als neuem Geschäftsführer sorgt zudem für einen nahtlosen Übergang, da er bereits seit der Gründung der Gruppe im Jahr 1997 mit an Bord war. Der Verwaltungsrat, die Geschäftsführung und alle Mitarbeitenden danken Emil Brändli für die geleistete Arbeit und für den Aufbau des Unternehmens. Sie wünschen ihm für die Zukunft alles Gute, beste Gesundheit und Erfolg bei seinen Aufgaben als Verwaltungsratspräsident und mit der poesia ag immobilien. Thomas Dorsch neuer Leiter After Sales Service Thomas Dorsch (34) wird zum 16. Juni 2016 neuer Leiter After Sales Service Deutschland bei der Roto Dach- und Solartechnologie GmbH. Zuvor leitete er den Gesamtbereich Marketing und Vertrieb bei einem Unternehmen für Monitoringsysteme, Anlagenkommunikation und Kraftwerksregelung für PV-Kraftwerke. Das gesamte Spektrum von Verkauf bis Beschwerdemanagement gehörte zu seinem Verantwortungsbereich. Vor Dorsch hatte Daniel Häusler (37), Leiter After Sales Service International bei Roto, den deutschen Kundenservice kommissarisch für ein Jahr inne. Er leitet weiterhin den internationalen Kundenservice. 6 holzbaumarktschweiz 04/2016

7 holzbaumarkt-welt hbs Führungswechsel in der Leitz-Gruppe Zum 1. September 2016 wird Jürgen Köppel (53) neuer Sprecher der Geschäftsführung bei der Leitz GmbH & Co. kg, Oberkochen. Alessandro Telesio (59) verlässt das Unternehmen nach über drei Jahren an der Spitze der Firmengruppe. Jürgen Köppel ist seit 2009 als Vorstand Vertrieb, Service und Marketing (CSO) der Homag Group AG (Schopfloch) und zuvor seit 2004 als Geschäftsführer der Brandt Kantentechnik GmbH (Lemgo) in der Holz und Holzwerkstoff bearbeitenden Branche bekannt bis 2004 führte er Vertrieb und Anwendungstechnik der Gildemeister Drehmaschinen GmbH, Bielefeld bis 2000 durchlief er leitende Positionen bei der Leico GmbH & Co. Werkzeugmaschinenbau, Ahlen. Während seiner zwölfjährigen Dienstzeit in der deutschen Bundesluftwaffe schloss er ein Studium der Luft- und Raumfahrttechnik und ein Betriebswirtschaftsstudium zum Wirtschaftsingenieur ab. Neben seiner Funktion als Sprecher der Leitz-Geschäftsführung wird Köppel auch die Ressorts Marketing und Vertrieb verantworten. Gemeinsam mit seinen Kollegen Dr. Georg Hanrath, Robert Lukassen und Michael Voss wird er den strategischen Ausbau der Leitz-Gruppe vorantreiben und ihre Position als Weltmarktführer bei Präzisionswerkzeugen zur professionellen Holz-, Holzwerkstoff- und Kunststoffbearbeitung weiter stärken. Dr. Cornelia Brucklacher, Vorsitzende des Leitz-Beirats: «Wir freuen uns, dass wir Jürgen Köppel als neuen Sprecher der Geschäftsführung für die Leitz-Gruppe gewinnen konnten. Er kennt unsere Branche sowie deren Besonderheiten gut und wird von unseren internationalen Kunden als Ansprechpartner geschätzt. Wir wünschen ihm eine glückliche Hand für die herausfordernden Aufgaben und freuen uns auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Ich möchte auch Alessandro Telesio sehr herzlich für seine Verdienste um die gute Entwicklung unseres Unternehmens danken.» Baupreisindex fällt um 0,5 Prozent In der Schweiz ist das Bauen in den letzten sechs Monaten generell günstiger geworden. Überdurchschnittlich stark fielen die Preise für Büroneubauten sowie für die Renovation von Mehrfamilienhäusern. Der halbjährlich berechnete Baupreisindex des Bundesamts für Statistik (BFS) sank zwischen Oktober 2015 und April 2016 um 0,5 Prozent. (sda) Homag Group AG: Änderungen im Vorstand Der amtierende Operations- und Entwicklungsvorstand der Homag Group AG, Harald Becker-Ehmck und der amtierende Vorstand Vertrieb, Service und Marketing der Homag Group AG, Jürgen Köppel, haben den Aufsichtsrat um vorzeitige Beendigung ihres Dienstvertrags gebeten, um sich ausserhalb der Homag-Gruppe einer neuen beruflichen Herausforderung stellen zu können, wie das Unternehmen mitteilte. Der Aufsichtsrat bedauert diese Entscheidung und dankt Harald Becker-Ehmck und Jürgen Köppel im Zusammenhang mit der strategischen Neuausrichtung der Homag-Gruppe für ihr hohes, persönliches und erfolgreiches Engagement, heisst es weiter. Ab dem 1. Juli 2016 wird sich der Vorstand der Homag Group AG aus zwei Personen zusammensetzen. Pekka Paasivaara, Vorstandsvorsitzender der Homag Group AG, und Franz Peter Matheis, Finanzvorstand der Homag Group AG, werden gemeinsam die Leitung der Homag Group fortführen. InteriorDay 2016: Wege in die Zukunft 28. September 2016: Bereits zum vierten Mal organisiert die Berner Fachhochschule BFH den InteriorDay die Fachveranstaltung rund um aktuelle Entwicklungen in der Möbel- und Innenraumbranche. Schwerpunktthema in diesem Jahr sind die Wege in die Zukunft. Wie werden durchschlagende Innovationen entwickelt? Welche Massnahmen helfen, sich erfolgreich gegen die Konkurrenz im Inund Ausland durchzusetzen? Wie können Schreinerei- und Innenausbaubetriebe in Zeiten von Frankenstärke und generell schwierigeren Rahmenbedingungen erfolgreich wirtschaften? Am InteriorDay 2016 diskutieren und thematisieren namhafte Fachleute aus dem In- und Ausland Ideen, Gedanken und spannende Antworten auf diese Fragen. Die Referierenden zeigen uns ihre Ideen und berichten, wie sie die Zukunft ihrer Unternehmung gestalten wollen. Die Veranstaltung rund um aktuelle Entwicklungen der Möbel- und Innenausbau- branche findet am Mittwoch, 28. September, an der Solothurnstrasse 102 in Biel statt. Die Fachveranstaltung verbindet praxisorientiertes Wissen auf dem neusten Stand der Technik sowie Gestaltung mit gesellschaftlich relevanten Fragestellungen. Der InteriorDay bietet die Möglichkeit zu einem intensiven Erfahrungsaustausch zu den Themen Innenarchitektur, Innenausbau, Gestaltung und Möbel. Termin: Mittwoch, 28. September Ort: Berner Fachhochschule, Solothurnstrasse 102, CH-2504 Biel. Detailprogramm und Anmeldung: interiorday.ch LKW-Bühnen Selbstfahrer 3.5 t Gelenk-, Teleskopbühnen Gelände-, Anhängerbühnen Scheren-, Mastbühnen holzbaumarktschweiz 04/2016 7

8 hbs Waldwirtschaft Eigentümer wollen Wald fit erhalten Der Appenzeller Nationalrat Daniel Fässler wurde an der Delegiertenversammlung von WaldSchweiz zum künftigen Präsidenten gewählt. Der Verband vertritt die Interessen von rund Waldeigentümern. Weil diese auf dem Holzmarkt zunehmende Einbussen beklagen, müssen neue Wege zur Sicherstellung der Waldpflege gefunden werden. An der diesjährigen Delegiertenversammlung von WaldSchweiz am 24. Juni in Teufen, AR wählten die Mitglieder den künftigen Präsidenten des nationalen Waldeigentümerverbandes: Dr. Daniel Fässler, Nationalrat und Landammann von Appenzell Innerrhoden. Herr Fässler wird dieses Amt ab Juli 2017 übernehmen. Bis dahin wird der Verband weiterhin durch alt Nationalrat Max Binder präsidiert. Daniel Fässler zeigte sich über seine einstimmige Wahl hoch erfreut: «Ich stelle mich mit Herzblut für dieses Amt zur Verfügung, weil ich mich seit Kindsbeinen für Wald und Holz interessiere. Ich bin selber Waldeigentümer und in einem Sägereibetrieb aufgewachsen; ich bin ein überzeugter Anhänger der wirtschaftlichen Komponente des Waldes. Ich werde mich dafür einsetzen, dass wir unseren Wald trotz aller widrigen Umstände auch in Zukunft nachhaltig pflegen können.» Probleme mit hartem Franken Nach wie vor bereitet der harte Schweizer Franken grosse Probleme für die heimische Wald- und Holzwirtschaft. Zu den vergleichsweise hohen Produktions- und Verarbeitungskosten im Inland kommen noch die Währungsunterschiede zur ausländischen Konkurrenz hinzu, weshalb immer mehr Holz importiert wird. Präsident Max Binder erklärte dies wie folgt: «Holzprodukte sind global frei handelbar und kennen keinerlei Zollschutz, wie landwirtschaftliche Waren. Wir können den Wald weder ins Ausland verpflanzen noch die Konkurrenz mit einem exklusiven Wunderholz ausstechen.» Eine Entspannung auf dem Holzmarkt ist nicht in Sicht, viele inländische Sägereien sind existenziell bedroht. Damit der Schweizer Wald jedoch fit und stabil gehalten werden kann, ist eine regelmässige Bewirtschaftung und Verjüngung notwendig und die kostet Geld. Die Waldeigentümer appellieren deshalb an alle öffentlichen und privaten Bauherren, Konsumentinnen und Konsumenten, Schweizer Holz zu verlangen, damit die heimische Waldwirtschaft Warum der Brexit auch die Schweizer Förster betrifft Die mit dem Brexit verbundenen Auswirkungen auf die Währungen (Euro und Pfund) dürften wenn sie länger anhalten auch die heimische Wald- und Holzwirtschaft treffen. Bereits seit Jahren geht die Branche im Krebsgang wegen dem harten Franken, besonders seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses im vergangenen Jahr. Im Ausland produziertes und verarbeitetes Holz geniesst gegenüber dem Schweizer Holz ohnehin Konkurrenzvorteile: tieferes Lohnniveau, rationellere Ernte (je nach Gesetzen und Relief), günstigere Transporte, grosse Verarbeitungswerke usw.; die Währungsunterschiede kommen noch hinzu. Es ist nun zu befürchten, dass die Holzimporte weiter zunehmen, während die Schweizer Förster auf ihrem Holz sitzen bleiben und auf Einnahmen verzichten müssen. Wenn in der Folge weniger geholzt wird, dürften ganze Waldgebiete überaltern. Anders als andere Branchen kann die Urproduktion der Waldwirtschaft nicht ins Ausland verlegt werden und vom tiefem Euro profitieren. Holz ist Holz und bietet auch kaum die Möglichkeit irgendwelcher Nischenprodukte. Sollen die rund 5000 Arbeitsplätze in der Schweizer Forstwirtschaft längerfristig erhalten bleiben, gilt es, weiterhin Schweizer Holz zu verwenden (aus Prinzip) und die Forstbetriebe müssen versuchen, im Wald andere Dienstleistungen zu erbringen und zu vermarkten. vital und der Wald fit erhalten werden. Ausserdem sind sie bestrebt, andere Waldleistungen wie etwa für die Erholung, das Klima oder den Naturschutz künftig besser zu vermarkten. Sorgen mit der Buche Ein Sorgenkind auf dem Holzmarkt ist die Buche, immerhin die zweithäufigste Baumart der Schweiz. Ihr robustes Holz hat interessante Eigenschaften, wird aber beim Bauen neben dem Fichtenholz kaum verwendet. Seit Jahren ist die Nachfrage für Buchenstammholz deshalb rückläufig und schönste Stämme wandern direkt in den Ofen. Das möchten nun einige Nordwestschweizer Waldeigentümerverbände ändern. Sie planen ein Werk zur Herstellung von hochwertigen Buchen-Bauelementen im Jura. Der Antrag, dass der nationale Dachverband den Aufbau dieses Werks mit namhaften finanziellen Mitteln unterstützt, führte zu lebhaften Grundsatzdiskussionen an der Jahresversammlung. Die Verbandsführung empfahl das Ansinnen zur Ablehnung, weil es gegen die Statuten und ein Fondsreglement verstosse und nicht der bewährten Verbandspolitik entspreche. Der nationale Verband beteiligte sich bisher nie direkt am privatwirtschaftlichen Holzmarktgeschehen, er will die knapper werdenden Mittel für die klassischen Verbandsaufgaben einsetzen. Auf der anderen Seite argumentierten die Initianten der Idee, man dürfe nichts unversucht lassen. Sie sind überzeugt, mit einem qualitativ hochstehenden Nischenprodukt die Verwendung von Buchenholz fördern zu können. Diese Hoffnung bewog eine knappe Mehrheit der Delegierten, dem Antrag zuzustimmen. Somit fasste die Verbandsführung den Auftrag, die Verbandsstrategie zu überarbeiten und eine entsprechende Statutenanpassung vorzubereiten. Nur wenn diese angenommen wird, kann tatsächlich eine finanzielle 8 holzbaumarktschweiz 04/2016

9 Unterstützung des Buchenholz-Projektes erfolgen. Dem Verband stehen herausfordernde Diskussionen bevor. Neue Website für den Schweizer Wald Seit Jahresbeginn heisst der frühere Waldwirtschaftsverband «WaldSchweiz Verband der Waldeigentümer». Unter kommt dieser nun mit einer völlig erneuerten Online-Plattform für den Schweizer Wald daher. Auf der neuen Website findet sich erstmals eine landesweite «WaldAgenda» mit einer Übersicht aller Veranstaltungen rund ums Thema Wald. Ferner werden laufend die neusten Nachrichten aus der Wald- und Holz-Branche getickert. Die Website richtet sich an Forstfachleute und Waldeigentümer; neu finden aber auch alle, die sich für den Wald interessieren, viele interessante Hintergrundinformationen. Die erweiterten Themenspektren und Aktualitäten für ein breiteres Publikum sind Ausdruck der Öffnung des Verbandes. Die Waldeigentümer sehen sich als Gastgeber im Wald: Besucherinnen und Besucher sind willkommen, sie sollen aber dem Wald Sorge tragen und die Interessen der Eigentümer, respektive der Bewirtschafter respektieren. Mehr dazu im Kapitel «Zu Gast im Wald» auf der neuen Website. (md) Roto Zubehörsysteme für optimalen Sicht- und Blendschutz Das Beste für Ihren Kunden. Eine Lösung, die zu seinem Einrichtungsstil passt und gleichzeitig den architektonischen Charme der Dachschrägen bewahrt. Ob im Bad, Schlafzimmer oder Arbeitszimmer Roto bietet dekorativen Sonnenschutz für individuelle Wünsche. Roto. Die clevere Alternative. holzbaumarktschweiz 04/2016 9

10 Internationale Holzmesse Hundegger Halle: 5 Stand: A 07 Weiterhin gute Frischholz- Nachfrage Die Fachgruppe Industrieholz tagte am bei der Utzenstorf Papier AG in Utzenstorf/BE unter Leitung von Dr. Andreas Hurst. Im Mittelpunkt standen Holzversorgung, Branchen- und Marktentwicklung. Innovationen für den Holzbau Das erste Semester war geprägt von Käferholz-Vorsorge, die erwarteten Schäden traten witterungsbedingt nicht ein, sodass Rückkehr zur Normalität angesagt ist. Die schlechte Witterung der letzten Wochen hat die befürchteten Käferschäden verhindert. Als Vorsorge wurde da und dort Nadel-Industrie und Energieholz partout abgeführt, was zu Annahmeproblemen führte. Dies ist nicht mehr nötig. Die Werke begrüssen es, wenn das Frischholz wieder gleichmässiger und im Rahmen der abgemachten Mengen angeliefert wird. Die Auslastung der Werke ist und bleibt hoch. Mit Befriedigung stellt die Fachgruppe auch fest, dass die im Mai erfolgte Besitzänderung bei zweier seiner Mitglieder ohne negative Auswirkung auf den Holzmarkt bleibt. Die neue Pavatex-Besitzerin Soprema will in Cham weiterhin produzieren und hat bereits Ersatzinvestitionen veranlasst. Und die Stromproduzentin BKW, mit der Übernahme der Mehrheit an der AEK Energie-Mehrheit auch Mutter der AEK Pellets AG geworden, will ebenfalls weiterhin Pellets in Balsthal produzieren. Pavatex und AEK Pellets bleiben und treten auch weiterhin unter dem bewährten Markennamen auf. Holzübernahme tadellos Im April wurde die Übernahme der spezifischen Industrieholzsortimente in den Werken inspiziert und die Probenahme sowie die Bestimmung von Volumen und Trockenmasse von unabhängiger Stelle nachgeprüft. Erstmals auch beim Pellets-Hersteller Tschopp Holzindustrie AG in Buttisholz/LU. Die Prüfer von der Berner Fachhochschule konnten mustergültige Abläufe und geeichte Genauigkeit überall bestätigen und die entsprechenden Zertifikate ausstellen. (red) holzbaumarktschweiz 04/2016