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1 Themenmodule zur Verbraucherbildung Regionale Lebensmittel - Lebensmittel aus der Region Unterrichtseinheit mit didaktischen Materialien von Elisabeth Dietz Kurzinformation Themenbereich: Ernährung, Gesundheit Titel der Unterrichtseinheit: Regionale Lebensmittel - Lebensmittel aus der Region Autor/in: Eva Günther Stand: Sommer 2004 Zielgruppe: Multiplikatoren in der Verbraucherbildung, Verbraucher Medien: Computer mit Internetanschluss Copyright beim Verbraucherzentrale Bundesverband e.v. (vzbv), erstellt im Auftrag des vzbv.

2 Regionale Lebensmittel Lebensmittel aus der Region Zusammenfassung 1 Sachdarstellung 1 Didaktischer Ansatz für den Unterricht 1 Methodische Überlegungen 2 Möglicher Unterrichtsverlauf 3 Material für fünf Stationen 4 Material für Station 1: Weit, weiter am weitesten 4 Material für Station 2: Was hat wann bei uns Saison? 5 Material für Station 3: Unsere Region 5 Material für Station 4: Vorteile von Lebensmitteln aus der eigenen Region 5 Material für Station 5: Regionale Lebensmittel einkaufen 5 Diskussion über regionale Lebensmittel 6 Anhang Materialien 7 M1: Woher kommen Obst und Gemüse in unseren Geschäften? 7 M2: Stationenlernen eine Gebrauchsanweisung 9 M3: Weit, weiter am weitesten 10 M4: Weit, weiter am weitesten 11 M5: Was hat wann bei uns Saison? 12 M6: Unsere Region 13 M7: Vorteile von regionalen Lebensmitteln 14 M8 15 M9: Regionale Lebensmittel einkaufen 16 M10: Regionale Lebensmittel Ergebnisblatt 17 M11: Öko-Möhren von Hand bearbeitet 18 M12: Konventioneller Möhrenanbau 19 Copyright beim Verbraucherzentrale Bundesverband e.v. (vzbv), erstellt im Auftrag des vzbv.

3 Zusammenfassung Mit der Bearbeitung des Themas Regionale Lebensmittel soll im Unterricht aufgezeigt werden, dass bestimmte Produkte aus der näheren Umgebung ökologisch, ökonomisch und sozial sinnvoller sind als solche, die aus weit entfernten Ländern kommen. Außerdem soll bewusst gemacht werden, dass jeder durch seine eigene Kaufentscheidung zur Veränderung des Angebots beitragen kann. Es geht aber auch darum, bereits existierende Projekte und Einkaufsmöglichkeiten bekannt zu machen, denn viele Verbraucher/innen möchten wissen, wie die Lebensmittel, die sie kaufen, produziert wurden und wollen umweltschonend erzeugte Nahrungsmittel kaufen, wissen aber nicht, wo es solche gibt. Das Thema lässt sich in verschiedene Fächer integrieren und auch fächerübergreifend behandeln. Die Lehrpläne für die Sekundarstufe II bieten verschiedene Anknüpfungspunkte: in Biologie z.b. die nachhaltige Nutzung und der Erhalt von Ökosystemen, in der Ernährungslehre die Wechselwirkungen zwischen der Ernährung des Menschen, der Gesellschaft und der Umwelt, in den Sozialwissenschaften Aspekte zu Marktwirtschaft, Produktion, Konsum und Verteilung, sowie in Erdkunde zu Landwirtschaft und Ernährung. Sachdarstellung Die Agenda 21 fordert Schulen auf, Ziele und Handlungsmöglichkeiten einer nachhaltigen Entwicklung zu vermitteln. Im Bereich Ernährung geht es dabei um nachhaltigen Konsum. Darunter wird ein Konsumstil verstanden, bei dem jeder einzelne ökologische, ökonomische und soziale Verantwortung übernimmt, z.b durch den Kauf regional erzeugter Lebensmittel. Die werden möglichst nah am Verkaufs- und Verbrauchsort produziert, verarbeitet, vermarktet und konsumiert. In den letzten Jahren sind in ganz Deutschland Initiativen und Projekte entstanden, deren Ziel es ist, die Vermarktung solcher Lebensmittel zu fördern. Da die meisten dieser Initiativen auf einen engen räumlichen Umkreis begrenzt sind, sind sie auch nur dort bekannt und nur dort können die Produkte gekauft werden. So gibt es Lebensmittel der Eigenmarke von hier ausschließlich in den Feneberg-Märkten in der Region um Kempten/Allgäu. Noch immer glauben viele, dass ökologisch und regional das Gleiche sei. Doch das eine hat mit dem anderen zunächst einmal nichts zu tun. Zwar können Bio-Produkte aus der Region stammen, in der sie verkauft werden, das ist aber schon längst nicht mehr die Regel: Bioprodukte kommen, ebenso wie andere Lebensmittel, aus der ganzen Welt in unsere Geschäfte. Auch der Umkehrschluss regionale Lebensmittel sind ökologisch erzeugt ist nicht richtig. Die meisten regionalen Lebensmittel kommen aus der konventionellen Landwirtschaft. Das bedeutet, es gibt regionale Produkte, die nach den Richtlinien des Ökologischen Landbaus und solche, die nach konventioneller Wirtschaftsweise erzeugt wurden. Da sich viele Initiativen eigene Richtlinien gegeben haben, existiert noch eine ganze Palette dazwischen. Also z.b. Produkte, deren Herstellung den Naturschutz fördert, Aspekte des Tierschutzes berücksichtigt oder auf importierte Produktionsmittel verzichtet, z.b. Soja als Viehfutter. Didaktischer Ansatz für den Unterricht Die Versuchung, das Thema mit Daten und Fakten über CO 2 - und SO 2 -Äquivalente anzugehen, ist groß. Doch genau damit wird man die Jugendlichen nicht erreichen. Vielmehr muss die Ebene der Einstellungen und Emotionen mit einbezogen werden. Dies funktioniert bei diesem Copyright beim Verbraucherzentrale Bundesverband e.v. (vzbv), erstellt im Auftrag des vzbv. 1

4 Thema gut, denn die Schüler werden gewollt zufällig - mit ihrem eigenen Einkaufsverhalten konfrontiert. Allerdings ist es nicht Aufgabe der Schule, den Schülern ein bestimmtes Kaufverhalten zu empfehlen. Vielmehr müssen die Schülerinnen und Schüler verstehen, dass sie selbst für ihre Kaufentscheidungen die Verantwortung tragen. Sie müssen sich selbst eine Meinung bilden und sich dann entscheiden, wie sie sich zukünftig als mündige Bürger verhalten wollen. Vielleicht ist es irgendwann genauso modern, regionale Lebensmittel zu kaufen, wie es jetzt bei Jugendlichen in ist, Vegetarier zu sein. Im Vergleich zu anderen Themen weist das Thema Regionale Lebensmittel eine Besonderheit auf: Es ist selbst regional. Es wird also in Norddeutschland zu anderen Ergebnissen bezüglich der dort ansässigen Regionalvermarktungsinitiativen führen als in Süddeutschland, in einer Großstadt zu anderen als im ländlichen Raum. Gerade diese Individualität ist aber gewollt und auch erforderlich. Denn alles, was im räumlichen Lebensumfeld der Schüler/innen geschieht, interessiert sie auch. Und: Die räumliche Nähe ermöglicht es interessierten Schülern, die Verkaufsstätten aufzusuchen, sich von den Produkten selbst ein Bild zu machen. Eventuell lässt sich mit der Unterrichtsreihe sogar eine Exkursion zu einem Betrieb verbinden, der regionale Ware produziert. Methodische Überlegungen Da es bisher sehr wenig Material zum Thema Regionale Lebensmittel gibt, das für den Unterricht geeignet ist, muss die Lehrkraft den Schülern die benötigten Informationen zur Verfügung stellen. Dennoch wird die Eigentätigkeit und Selbstständigkeit der Schülerinnen und Schüler gefördert, da sie sich den Unterrichtsstoff selbst erarbeiten müssen. Mit einer vorangehenden Recherche in verschiedenen Lebensmittelgeschäften wird das Interesse bei den Schülern geweckt. Um trotz des vorgegebenen Materials die Schüler selbstständig arbeiten zu lassen, wird ein Teil der Unterrichtsreihe als Stationenlernen durchgeführt. Das Prinzip Stationenlernen Das Prinzip des Stationenlernens besteht darin, dass Schüler sich einen bestimmten Lerninhalt an mehreren Stationen ohne Anleitung durch den Lehrer auf möglichst vielfältige Art erarbeiten. Im Rahmen dieser Erarbeitungsphase durchläuft jeder Schüler alle Stationen. Es gibt keine festgelegte Reihenfolge, in der die Stationen abgearbeitet werden müssen. Die Schüler wählen die Stationen je nach Interesse aus. Die einzelnen Lernstationen sind im Klassenzimmer auf verschiedenen Tischen aufgebaut. Jede steht unter einem bestimmten Aspekt. An jeder Station finden die Schüler/innen didaktisch aufbereitetes Material. Es empfiehlt sich, die Stationen nicht zu nummerieren, da die Schüler das als vorgegebene Reihenfolge missverstehen könnten. Am Ende der Unterrichtseinheit werden die Ergebnisse im Klassenverband diskutiert. Stationenlernen ist für die Schüler abwechslungsreich, da es Spannung (Arbeitsphase) und Entspannung (Wechsel der Stationen), verschiedene Arbeits- und Sozialformen sowie vielfältige Zugänge zum Thema bietet. Es ermöglicht jedem Schüler Erfolgserlebnisse. Die Lehrkraft betreut die Stationen und steht als Berater und Helfer zur Verfügung. Copyright beim Verbraucherzentrale Bundesverband e.v. (vzbv), erstellt im Auftrag des vzbv. 2

5 Die hier vorgeschlagene Form des Stationenlernens stellt erhebliche Anforderungen an die Lernenden, insbesondere an deren Selbständigkeit im Umgang mit Informationen, deren Aufbereitung und Interpretation. Für die vorgeschlagenen Lernstationen finden sich im Anhang fast alle benötigten Materialien. Alles, was zusätzlich benötigt wird und vom Lehrer besorgt werden muss, ist besonders gekennzeichnet. Ein gewisses Maß an Vorarbeit durch die Lehrkraft ist zum Auffinden der lokalen Regionalvermarktungsinitiativen notwendig. Hier ist es unbedingt erforderlich, dass sich die Lehrkraft vorab über Initiativen in ihrer Stadt, ihrem Kreis, ihrer Region informiert. Erste Anhaltspunkte sind und Da längst nicht alle Initiativen im Internet zu finden sind, ist es unter Umständen erforderlich, sich mit der Landwirtschaftskammer, ortsansässigen Umweltschutzzentren oder -verbänden oder dem Landwirtschaftsministerium des jeweiligen Bundeslandes in Verbindung zu setzen. Die Ergebnisse der ersten beiden Lernstationen werden auf dem Arbeitsblatt M1 festgehalten. Für Ergebnisse der anderen Lernstationen gibt es das so genannte Ergebnisblatt. Fertig ausgefüllt, ist es ein Handzettel für den Einkauf in der eigenen Region. Er kann gleichermaßen als Diskussionsgrundlage oder Einkaufsführer genutzt werden. Weiterführende Informationen: Irmintraut Hegele (Hrsg.): Lernziel: Stationenarbeit, Eine neue Form des offenen Unterrichts, 4., neu ausgestattete Auflage, ISBN , EUR 19,90, Beltz Verlag 1999, 173 Seiten. Möglicher Unterrichtsverlauf Einstieg: Herkunft von Lebensmitteln in verschiedenen Geschäften ermitteln Aufteilung in Gruppen Vorstellung der Methode Stationenlernen Arbeit in Gruppen an den Lernstationen (2 Stunden) Diskussion über regionale Lebensmittel Regional ist nicht unbedingt Öko und Öko nicht unbedingt regional Fakultativ: Vorbereitung der Exkursion Fakultativ: Exkursion zu einem Betrieb, der Produkte für die Region erzeugt Einstieg: Herkunft von Lebensmitteln in verschiedenen Geschäften ermitteln In der Woche, bevor die Unterrichtsreihe beginnt, wird die Klasse (je nach Größe) in fünf Gruppen zu vier bis fünf Schülern eingeteilt. Alle Gruppen bekommen den Arbeitsauftrag, in verschiedenen Einkaufsstätten (Supermarkt, Wochenmarkt, Reformhaus, Bioladen) die Herkunftsländer für verschiedene Obst- und Gemüsearten zu notieren. Eine Vorlage für ein Arbeitsblatt ist unter M1 zu finden. Didaktischer Hinweis Je nach Leistungsstand der Klasse kann den Schülern dieser Arbeitsauftrag ohne weitere Vorgaben erteilt werden. Es können aber auch die in M1 vorgeschlagenen Obst- und Gemüsearten vorgegeben werden, z.b. Bananen (müssen aus Übersee kommen, wachsen in Europa lediglich auf den Kanarischen Inseln und werden in Spanien verbraucht), Zitronen (Übersee und Europa), Äpfel (im Sommer aus Neuseeland und Chile), Kopfsalat (Deutschland, Niederlande), Avocado (Israel), Möhren, Kartoffeln, Tomaten, Zwiebeln. Außerdem können Copyright beim Verbraucherzentrale Bundesverband e.v. (vzbv), erstellt im Auftrag des vzbv. 3

6 Lebensmittel dazu genommen werden, die überwiegend saisonal angeboten werden, wie z.b. Erdbeeren oder Spargel. Die Länder, aus denen das Angebot stammt, ändern sich mit der Jahreszeit. Außerdem werden die Schüler feststellen, dass selbst im Bioladen und im Reformhaus die Produkte aus der ganzen Welt kommen. Arbeit in Gruppen an den Lernstationen Für die Arbeit an den Lernstationen ist mindestens eine Doppelstunde erforderlich. Der gesamte Raum wird genutzt, um in ihm die einzelnen Lernstationen aufzubauen. An jeder Station steht eine Karte mit dem Stationennamen und einer detaillierten Arbeitsanweisung sowie das Material, das zur Durchführung dieser Arbeitsanweisung notwendig ist. Die Stationen sind für Vierer- bis Fünfergruppen ausgelegt. Die Mitglieder einer Arbeitsgruppe gehen zu einem Stationentisch, bei dem sie beginnen wollen. Sie führen die entsprechende Aufgabe aus und wechseln zu einer freien Station. Didaktischer Hinweis Es gibt keine chronologische Reihenfolge der einzelnen Stationen, die Abfolge ist von den Schülern frei wählbar. Jede Station ist inhaltlich in sich abgeschlossen. Folgende Lernstationen werden vorgeschlagen: Weit, weiter am weitesten, was hat wann bei uns Saison?, unsere Region, Vorteile von Lebensmitteln aus der eigenen Region, regionale Lebensmittel einkaufen. Jede Gruppe erhält eine Art Gebrauchsabweisung zum Stationenlernen. Einen Vorschlag dazu liefert M2. Im Anhang ist Material für fünf Lernstationen beigefügt. Einige Materialien, wie z.b. eine Deutschlandkarte, muss die Lehrperson besorgen. Darauf wird an den entsprechenden Stellen mit dem Hinweis Zusätzlich beschaffen hingewiesen. Material für fünf Stationen Material für Station 1: Weit, weiter am weitesten Bei dieser Station geht es darum, den Schülern ein Gefühl dafür zu vermitteln, welche Wege Obst und Gemüse überhaupt zurücklegen, bevor sie in die Geschäfte kommen. Didaktischer Hinweis Die Entfernungen für die Gebiete aus Übersee sind lediglich Richtwerte. So beträgt z.b. die Strecke von Neuseeland, je nach Ort, oder Kilometer. Aufgrund der ohnehin riesigen Distanz ist die kilometergenaue Entfernung aber letzten Endes unerheblich. Alle Werte beziehen sich auf Berlin. Weitere Entfernungen lassen sich unter berechnen. Die Entfernungen für Europa sind ebenfalls von Hauptstadt zu Hauptstadt berechnet. In Grenzregionen sind diese Entfernungen zu groß. Als Alternative zur Tabelle empfiehlt es sich, genauere Werte mit Hilfe eines Routenplaners im Internet oder einer Autokarte ermitteln zu lassen. Copyright beim Verbraucherzentrale Bundesverband e.v. (vzbv), erstellt im Auftrag des vzbv. 4

7 Materialien: M3: Aufgabenstellung M4: Entfernungstabelle Material für Station 2: Was hat wann bei uns Saison? Für die einzelnen Gemüse- und Obstsorten soll hier bestimmt werden, wann diese in Deutschland Saison haben. Ziel dieser Station ist die Erkenntnis, dass im Lebensmittelhandel nicht mehr saisonal gearbeitet wird. Um das ganze Jahr über ein Einheitssortiment zu präsentieren, wird importiert, was in heimischen Landen gerade nicht wächst. Materialien: M5: Aufgabenstellung Zusätzlich beschaffen: Saisonkalender für Obst und Gemüse Hinweis zur Beschaffung eines Saisonkalender Ein Saisonkalender kann als Poster für zwei Euro unter bestellt werden oder unter Das Projekt bzw. unter ausgedruckt werden. Die Letzgenannten beziehen sich ausschließlich auf Lebensmittel aus einheimischer Produktion. Material für Station 3: Unsere Region Ziel dieser Station ist es, dass die Schüler sich mit der Gegend beschäftigen, in der sie leben. Sie sollen sich bewusst werden, was sie selbst unter Region verstehen. Materialien: M6: Aufgabenstellung Zusätzlich beschaffen: Deutschlandkarte oder Karte des Bundeslandes, jeweils mit angrenzenden Gegenden Material für Station 4: Vorteile von Lebensmitteln aus der eigenen Region Materialien: M7: Aufgabenstellung M8: Text Der kurze Weg zum Verbraucher Material für Station 5: Regionale Lebensmittel einkaufen Hier sollen die Schüler feststellen, wo es regionale Lebensmittel in der eigenen Gemeinde, Stadt oder Gegend gibt. Selbst wenn die Schüler noch nicht für den Lebensmitteleinkauf in der Familie zuständig sind, ist anzunehmen, dass sie zuhause über diese Unterrichtseinheit berichten. Vielleicht wird so die eigenen Neugier genutzt, um regionale Lebensmittel auszuprobieren. Für diese Aufgabe ist ein PC mit Internetanschluss erforderlich. Material: M9: Aufgabenstellung Copyright beim Verbraucherzentrale Bundesverband e.v. (vzbv), erstellt im Auftrag des vzbv. 5

8 Didaktischer Hinweis Für diese Lernstation ist eine Vorrecherche der Lehrkraft hilfreich. Sie kann z.b. vorab eine Liste mit Internetadressen erstellen, die den Schülern als Orientierung dienen können. Abgearbeitete Adressen werden von den Schülern gestrichen. Diskussion über regionale Lebensmittel In der folgenden Stunde werden die Ergebnisse diskutiert, offene Fragen der Schüler geklärt. Als Diskussionsgrundlage kann das Ergebnisblatt M10 dienen. Spätestens hier wird die Frage nach dem Zusammenhang von ökologischen und regionalen Lebensmittel auftauchen. Auch dieses Thema können die Schüler wieder eigenständig erarbeiten. Hiweis: Regional ist nicht unbedingt öko und öko nicht unbedingt regional! Mit Hilfe der Texte M11 und M12 werden am Beispiel des Möhrenanbaus die Unterschiede zwischen konventioneller und ökologischer Wirtschaftsweise veranschaulicht. Es bietet sich Partnerarbeit an, wobei ein Schüler M11 und der andere M12 durcharbeitet. Anschließend tragen beide die Unterschiede zusammen. Im Plenum wird eine Gegenüberstellung in Form einer Tabelle erstellt, welche die Unterschiede verdeutlicht. Von dieser Tabelle lassen sich Fragen für andere Kulturen ableiten, die bei einer Exkursion besucht werden können. Es bietet sich der Apfelanbau an, der in ganz Deutschland vorkommt und sowohl ökologisch als auch konventionell und regional betrieben wird. Dabei können die erarbeiteten Fragen dem Landwirt gestellt werden. Material für die Stunde Regional ist nicht unbedingt Öko und Öko nicht unbedingt regional : M10: Aufgabenstellung M11: Text M12: Text Copyright beim Verbraucherzentrale Bundesverband e.v. (vzbv), erstellt im Auftrag des vzbv. 6

9 Anhang Materialien M1: Woher kommen Obst und Gemüse in unseren Geschäften? Arbeitsauftrag Besuchen Sie jeweils einen Supermarkt und ein zweites Geschäft (z.b. Bioladen, Reformhaus, Wochenmarkt) und notieren Sie die Länder, aus denen die unten genannten Produkte stammen. Hinweis: Die Herkunft von Obst und Gemüse muss bei lose angebotener Ware auf einem Schild angegeben sein, bei vorverpackter Ware auf der Packung. Copyright beim Verbraucherzentrale Bundesverband e.v. (vzbv), erstellt im Auftrag des vzbv. 7

10 M1: Beispiel für ein ausgefülltes Arbeitsblatt Woher kommen Obst und Gemüse in unseren Geschäften? Arbeitsauftrag Besuchen Sie jeweils einen Supermarkt und ein zweites Geschäft (z.b. Bioladen, Reformhaus, Wochenmarkt) und notieren Sie die Länder, aus denen die unten genannten Produkte stammen. Hinweis: Die Herkunft von Obst und Gemüse muss bei lose angebotener Ware auf einem Schild angegeben sein, bei vorverpackter Ware auf der Packung. Obst-/Gemüseart Supermarkt Bioladen Supermarkt Bioladen Saison Herkunftsland Entfernung in Km Äpfel Chile Neuseeland September bis März Bananen Costa Rica Costa Rica Zitronen Südafrika Italien wächst hier nicht wächst hier nicht Avocado Südafrika Israel wächst hier nicht Kartoffeln Deutschland Frankreich Das ganze Jahr Kopfsalat Niederlande Deutschland Mai bis September Möhren Italien Deutschland Juli bis Dezember Tomaten Spanien Belgien Juli bis Oktober Zwiebeln Griechenland Argentinien Juli bis Oktober Copyright beim Verbraucherzentrale Bundesverband e.v. (vzbv), erstellt im Auftrag des vzbv. 8

11 M2: Stationenlernen eine Gebrauchsanweisung Gehen Sie als Gruppe zu einer Station. Sie können sich aussuchen, bei welcher Sie beginnen. Die Reihenfolge ist frei wählbar. Jede Station ist inhaltlich in sich abgeschlossen. Ein Gruppenmitglied ist Übungs-/ und Gesprächsleiter/in. Ein Gruppenmitglied ist Zeitwächter und Protokollant/in. Der/Die Übungsleiter/in liest die Übungsanleitung vor und leitet die Übung. Der/Die Zeitwächter/in achtet darauf, dass sich die Gruppe an jeder Station etwa eine Viertelstunde aufhält. Nach jeder Station wechselt das Amt von Leiter und Zeitwächter. Bei diesem Stationenlernen, in dem es darum geht, die Vorteile regionaler Lebensmittel kennen zu lernen, sind folgende Stationen aufgebaut: Weit, weiter am weitesten Was hat wann bei uns Saison? Unsere Region Vorteile von Lebensmitteln aus der Gegend Regionale Lebensmittel einkaufen Bei jeder Station liegt das benötigte Material und eine Arbeitsanweisung für die Kleingruppe bereit. Damit sie den Überblick behalten, kreuzen Sie an, welche Stationen Sie bereits abgearbeitet haben. Copyright beim Verbraucherzentrale Bundesverband e.v. (vzbv), erstellt im Auftrag des vzbv. 9

12 M3: Weit, weiter am weitesten Arbeitsauftrag Nehmen Sie Ihre Daten zur Hand, die Sie in den Lebensmittelgeschäften notiert haben. Tragen Sie in die dritte Spalte als Überschrift Entfernung in Kilometern ein. Bestimmen Sie mit Hilfe der Entfernungstabelle die Kilometer, die diese Produkte zurückgelegt haben. Tragen Sie diese Zahlen in die dritte Spalte Ihres Blattes ein. Was ist Ihre Meinung zu diesem Obst- und Gemüsetourismus? Halten Sie zwei bis drei wichtige Aspekte auf dem Arbeitsblatt fest. Copyright beim Verbraucherzentrale Bundesverband e.v. (vzbv), erstellt im Auftrag des vzbv. 10

13 M4: Weit, weiter am weitesten Entfernungstabelle Diese Wege legen Produkte zurück, die in deutschen Lebensmittelgeschäften zu finden sind. Alle Entfernungen beziehen sich auf Berlin. Transportkilometer Europa Land/Staat Entfernung in Kilometern Belgien 740 Bulgarien Frankreich Griechenland Italien Niederlande 650 Polen 519 Portugal Rumänien Serbien Spanien Tschechien 400 Türkei Ungarn 850 Transportkilometer weltweit Land/Staat Entfernung in Kilometern Ägypten Algier Argentinien Australien Brasilien Chile Costa Rica Dominikanische Republik Ecuador Guatemala Honduras Israel Juneau (USA) Kenia Kuba Marokko Mexiko Neuseeland Panama Südafrika Thailand USA (Los Angelos) Zypern Quelle: Copyright beim Verbraucherzentrale Bundesverband e.v. (vzbv), erstellt im Auftrag des vzbv. 11

14 M5: Was hat wann bei uns Saison? Arbeitsauftrag Nehmen Sie Ihre Daten zur Hand, die Sie in den Lebensmittelgeschäften notiert haben. Tragen Sie in die vierte Spalte als Überschrift Saison ein. Stellen Sie mit Hilfe des Saisonkalenders fest, wann die genannten Obst- und Gemüsearten bei uns Saison haben. Tragen Sie die Monate in die vierte Spalte ein. Können Sie einen Zusammenhang zwischen Herkunft und Saison bzw. Nicht-Saison in Deutschland feststellen? Halten Sie Ihre Meinung in Stichworten fest. Copyright beim Verbraucherzentrale Bundesverband e.v. (vzbv), erstellt im Auftrag des vzbv. 12

15 M6: Unsere Region Arbeitsauftrag Region ist ein abstrakter Begriff. Legen Sie mit Hilfe der Karte fest, was Region für Sie bedeutet. Überlegen Sie insbesondere, ob die Region, in der Sie leben eine bestimmte Landschaft ist, sich auf das ganze Bundesland bezieht, eventuell angrenzendes Ausland mit dazu gehört. Notieren Sie Ihre ganz persönliche Region auf dem Ergebnisblatt! Copyright beim Verbraucherzentrale Bundesverband e.v. (vzbv), erstellt im Auftrag des vzbv. 13

16 M7: Vorteile von regionalen Lebensmitteln Arbeitsauftrag Lesen Sie den Text, der an dieser Station ausliegt. Notieren Sie auf dem Ergebnisblatt die Vorteile, die dort für regionale Lebensmittel genannt werden. Legen Sie zusammen fest, welcher Vorteil für Sie Priorität hat. Was müsste noch gegeben sein, damit Sie selbst solche Lebensmittel kaufen? Copyright beim Verbraucherzentrale Bundesverband e.v. (vzbv), erstellt im Auftrag des vzbv. 14

17 M8 Text UGB-Forum 4/2003 Copyright beim Verbraucherzentrale Bundesverband e.v. (vzbv), erstellt im Auftrag des vzbv. 15

18 M9: Regionale Lebensmittel einkaufen Arbeitsauftrag Recherchieren Sie im Internet mit Hilfe einer Suchmaschine, z.b. welche regionalen Produkte bzw. Regionalinitiativen es in Ihrem Umkreis gibt. Finden Sie ebenfalls mit Hilfe des Internets - heraus, wo es solche Lebensmittel zu kaufen gibt. Mögliche Suchwörter könnten sein: Regionale Lebensmittel, Regionale Vermarktungsinitiativen. Es eignen sich auch Landschaftsbezeichnungen wie Rhön oder Lüneburger Heide Notieren Sie die Anschriften auf Ihrem Ergebnisblatt. Copyright beim Verbraucherzentrale Bundesverband e.v. (vzbv), erstellt im Auftrag des vzbv. 16

19 M10: Regionale Lebensmittel Ergebnisblatt Station: Vorteile von regionalen Lebensmitteln Regionale Lebensmittel haben diese Vorteile: Damit wir regionale Lebensmittel kaufen, muss. Station Unsere Region Unsere ganz persönliche Region: Station Regionale Lebensmittel einkaufen Diese Lebensmittel gibt es bei uns aus der Region: Und dort kann man sie kaufen: Copyright beim Verbraucherzentrale Bundesverband e.v. (vzbv), erstellt im Auftrag des vzbv. 17

20 M11: Öko-Möhren von Hand bearbeitet Nach dem Aussäen der Möhrensamen beobachtet der Landwirt das Feld genau. Er achtet auf Nebenkräuter, früher Unkraut genannt. Egal, wie man es nennt, auf alle Fälle ist es unerwünscht. Deshalb wird zwei bis drei Stunden, bevor die Möhrenkeime die Erde durchstoßen, die erste Bearbeitungsmaßnahme fällig: Die kleinen "Unkraut"pflänzchen werden mit Hilfe der Abflammtechnik vernichtet. Dazu wird an den Traktor ein Gerät angehängt, das mit Gasflaschen bestückt ist. Aus kleinen Düsen knapp über dem Boden tritt das Gas aus. Nach dem Anzünden ist dicht über dem Boden eine kleine Flamme neben der anderen. Die Maschine fährt langsam über das Feld und flämmt alles ab, was dort wächst. Den Möhrenkeimen schadet diese Behandlung nicht, da sie noch von Erde bedeckt sind. Wenig später stehen die kleinen Möhrenpflänzchen in dichten Reihen. Durch das Abflämmen haben sie einen Wachstumsvorsprung gegenüber den Nebenkräutern, die erst wieder neu keimen müssen. Doch irgendwann sind die wieder da und müssen erneut entfernt werden. Abflämmen geht jetzt nicht mehr, das würde auch den Möhren den Garaus machen. Also muss ein anderes Verfahren her: Zwischen den Reihen sind das rotierende Bürsten mit langen harten Borsten, die die Unkräuter einfach "wegfegen". Später kommt die Hackmaschine zum Einsatz, bei jeder Möhrenkultur zweimal. Auch sie entfernt nur die Pflanzen zwischen den Reihen. Alles, was innerhalb der Möhrenreihen wächst und keine Möhre ist, muss per Hand entfernt werden. Zweimal - wenn die Pflanzen klein sind und kurz vor der Ernte - wird jede Möhrekultur so von Nebenkräutern befreit. Das bedeutet pro Hektar 50 bis 500 Stunden Handarbeit. Zuletzt kommt noch einmal ein maschineller Arbeitsgang, das Häufeln. Dabei wird rund um die Pflanze etwas Erde aufgehäuft. Dadurch wird verhindert, dass die oberen Enden der Möhren grün werden. Zudem werden die Möhen im Spätherbst vor Frost geschützt. Ökomöhren wachsen langsamer als konventionell angebaute Möhren, weil die Mineralstoffe des Bodens im Gegensatz zum leicht löslichen Mineraldünger nicht so schnell verfügbar sind. Die viele Arbeit von Hand macht den Öko-Möhrenanbau teuer. Folgende Kosten fallen an: Saatgut aus ökologischer Vermehrung/ha Unkrautregulierung Abflammen/ha Gas plus Arbeit Maschinenhacke mehrmals Handhacke/ha zwischen 120 und 350 Std. ca. 100,- EURO ca. 77,- EURO ca. 128,- EURO ca. 1175,- EURO Bodenaufbereitung, Aussaat, Ernte und Aufbereitung sind nahezu vergleichbar und werden deshalb nicht berücksichtigt. Pro Hektar Waschmöhren entstehen beim ökologischen Anbau erhebliche Mehrkosten pro Hektar, gleichzeitig ist die Erntemenge mit 300 Dezitonnen/Hektar geringer. Die Mehrkosten werden über den Endverkaufspreis an den Verbraucher weiter gegeben. Arbeitsauftrag Notieren Sie die einzelnen Arbeitsgänge stichwortartig. Berechnen Sie die Gesamtkosten. Vergleichen Sie Bearbeitungsmaßnahmen und Kosten mit den Ergebnissen ihres Arbeitspartners, der sich mit dem konventionellen Möhrenanbau beschäftigt hat. Copyright beim Verbraucherzentrale Bundesverband e.v. (vzbv), erstellt im Auftrag des vzbv. 18

21 M12: Konventioneller Möhrenanbau Bei der Möhre handelt es sich um eine Kultur mit geringen Stickstoff-Ansprüchen. Zumeist ist eine Düngung erforderlich. Auf leichten Böden muss nach starken Regenfällen mit einer Stickstoffauswaschung im Wurzelbereich gerechnet werden, dort kann dann eine Nachdüngung nötig werden. Als weitere Nährstoffe benötigten Möhren Phosphor und Kalium. Damit müssen die Pflanzen zweimal versorgt werden. Die erste Gabe sollte zur Aussaat erfolgen, der Rest kann dann im zweiten bis dritten Blattstadium gegeben werden. Die wichtigste Maßnahme ist die Regulierung des Unkrauts in der Möhrenkultur. Um es gering zu halten, wird vor dem Auskeimen der Möhrensaat Kalkstickstoff auf den Boden gegeben. Zirka fünf bis acht Tage nach der Saat wird das Feld mit Herbiziden gespritzt. Nach der Keimung wird erneut gespritzt. Gegen die gefürchtete Möhrenfliege und andere Schädlinge werden Insektizide gespritzt. Die Kosten für den konventionellen Möhrenanbau betragen: Saatgut/ha ca. 511,- EURO Pflanzenschutzmittel Herbizid plus ca. 280,- EURO Insektizid/ha plus Ausbringung Maschinenhacke einmalig ca. 26,- EURO Erntemenge ca. 400 dt/ha Nach: VZ Bayern Tagungsdokumentation "Gemeinschaftsverpflegung auf Öko-Kurs", Arbeitsauftrag Notieren Sie die einzelnen Arbeitsgänge stichwortartig. Berechnen Sie die Gesamtkosten. Vergleichen Sie Bearbeitungsmaßnahmen und Kosten mit den Ergebnissen ihres Arbeitspartners, der sich mit dem ökologischen Möhrenanbau beschäftigt hat. Copyright beim Verbraucherzentrale Bundesverband e.v. (vzbv), erstellt im Auftrag des vzbv. 19

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