BARMER GEK Pressekonferenz

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1 BARMER GEK Pressekonferenz Rückenschmerz in Sachsen Prof. Dr. med. habil. Antje Bergmann Pressekonferenz der BARMER GEK Dresden,

2 Praktizierende Fachärztin für Allgemeinmedizin, Carus-Hausarztpraxis am Uniklinikum Dresden Lehrstuhl für Allgemeinmedizin, Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden in Zwickau geboren, Sachsen, verheiratet, 3 Kinder Medizinstudium an der Charite der Humboldt- Universität Berlin und an der Medizinischen Fakultät der Technischen Universität, Dresden Facharztweiterbildungen: Gynäkologie und Geburtshilfe; Gefäßchirurgie; medizinischer Informatik und Biometrie, Diabetologie bis 2010: angestellte Fachärztin für Allgemeinmedizin am Medizinischen Versorgungszentrum des Universitätsklinikums Dresden Carl Gustav Carus GmbH ab Lehrstuhl für Allgemeinmedizin, Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden seit 2011 eigene Niederlassung in Gemeinschaftspraxis in Dresden Fach- und Forschungsschwerpunkte: 1996 Promotion, Thema Dyslipoproteinämien im Kindesalter und deren Beeinflussung vor und nach den politischen Veränderungen in Deutschland" 1998 Fakultative Weiterbildung, A-Diplom Akupunktur 2001 Facharzt für Allgemeinmedizin, Zusatzbezeichnung Naturheilkunde, Zusatzbezeichnung Diabetologie 2008 Habilitation; Thema: Gesundheitsverhalten und Krankheitsrisiken in unterschiedlichen medizinischen Berufsgruppen

3 Gremien/Organisationen Präsidiumsmitglied der Sächsischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (SGAM) Ausschussvorsitzende Medizinische Ausbildung der Sächsischen Landesärztekammer Mitglied in der Ständigen Leitlinienkommission der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM ) Mandatsträgerin der Sächsischen Landesärztekammer Vorstandsmitglied der Kreisärztekammer Dresden Sektionssprecherin Studium und Hochschule der DEGAM Vorstandsmitglied Sächsische Landesärztekammer

4 Statement Wo bekommt der schmerzende Rücken Rat? Banal oder gefährlich? - Kreuzschmerz ist eine wirkliche Herausforderung für den Hausarzt von Prof. Dr. med. habil. A. Bergmann, Lehrstuhl für Allgemeinmedizin, Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden, praktizierende FÄ für Allgemeinmedizin, Carus-Hausarztpraxis am Uniklinikum Dresden anlässlich der Pressekonferenz der BARMER GEK zum Thema: Rückenschmerz, am 05.November 2015 in Dresden

5 Banal oder gefährlich? - Kreuzschmerz ist eine wirkliche Herausforderung für den Hausarzt Kommt ein Patient mit Rückenschmerzen in die Praxis, müssen Hausärzte unterscheiden in banal und gefährlich. Das heißt auch, Sie müssen lebensbedrohliche Verläufen schnell und sicher erkennen. Bei Beschwerden der inneren Organe und auch des Muskel-Skelett- Systems ist das nicht ganz einfach, aber dennoch vor dem Hintergrund der begrenzten Ressourcen und der Vermeidung von Über- /Unterund Fehlversorgung, erforderlich. Behandlungsleitlinien als Orientierungshilfe Behandlungsleitlinien sind ein wichtiges Instrument, das niedergelassenen Ärzten in ihrer Entscheidungsfindung helfen kann. Für viele Erkrankungen gibt es sie bereits. Diese Leitlinien werden von Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen sowie Fachgesellschaften (AWMF) erstellt. Hier wird festgelegt, wie die Versorgung bei bestimmten Erkrankungen erfolgen soll. Die Nationale Versorgungsleitlinie Kreuzschmerz beschreibt dem behandelnden Arzt einen wissenschaftlich fundiert und recherchierten Behandlungskorridor. Rückenschmerz ist der häufigste Grund für einen Arztbesuch Unkomplizierter Rückenschmerz gehört seit Jahren zu den "Top Ten" der häufigsten Beratungsanlässe beim Hausarzt. In einer eigenen Erhebung der Sächsische Epidemiologischen Studien der Allgemeinmedizin (2009: SESAM-4-Studie) zusammen mit der SGAM (Sächsische Gesellschaft für Allgemeinmedizin) belegt der unkomplizierte Rückenschmerz Platz 6 (im vgl Rang 17). Vor allem mittlere Altersgruppen sind betroffen Patienten, die mit Kreuzschmerzen in die Hausarztpraxis kommen gehören oft den mittleren Altersgruppen an. Die Häufigkeit des Beratungsanlasses lag um 2,5 %. Abwendbar gefährliche Verläufe sind in der Hausarztpraxis eher selten. In den meisten Fällen ist sogar keine Überweisung zum Facharzt notwendig. Der Hausarzt führt die Diagnostik durch und leitet die Behandlungstherapie ein. Das kann Physiotherapie, Rehabilitationssport oder einfach auch die Aufforderung an den Patienten sein, mehr Bewegung in den Alltag einzubauen. In den meisten Fällen verbleibt die Behandlung in der primären Versorgungsebene.

6 Schnittstellen müssen klar definiert werden Das Überleitungsmanagement von Hausarzt zum Facharzt sowie von ambulant zu stationär muss unbedingt verbessert werden. Hier ist innerärztliche Kommunikation und Kooperation gefragt. Das fachliche Miteinander der behandelnden Ärzte ist bei den Übergängen von der allgemeinmedizinischen hin zu facharztspezifischer und wenn nötig stationärer Behandlung von besonderer Bedeutung. Außerdem ist es wichtig die psychosozialen Aspekte bei den Betroffenen nicht außer Acht zu lassen. Natürlich ist auch eine gute Arzt-Patienten-Kommunikation sehr wichtig. Neben der Diagnostik hat der behandelnde Arzt auch eine wichtige Mittlerfunktion. Es ist wichtig, dem Patienten die Ursachen und die Therapieziele verständlich erläutern zu können. Nur so gelingt es die Patienten auch zur aktiven Mitwirkung zu motivieren, beispielsweise: z.b. nachhaltig mehr Bewegung und Entspannungsmomente in den Lebensalltag einzubauen oder unter Umständen auch für eine generelle Veränderung im Berufs- oder Privatleben zu sorgen. Die Schere zwischen den Menschen, die auf Ihre gesunde Lebensweise achten und denen, die wenig Interesse an gesundem Essverhalten oder Bewegung haben, gab es schon immer, jedoch wurde sie in den letzten Jahren beständig größer. Das Muskel-Skelett-System, insbesondere die Wirbelsäule sollte immer in Bewegung sein. Dabei ist das richtige Maß entscheidend. Ein zuviel Bewegung kann dabei genauso schaden wie zu wenig. Ein Mittfünfziger, der noch mal mit dem Training zum Marathonlauf beginnt, kann dabei seinem Körper genauso Schaden zufügen, wie ein Bewegungsmuffel, der jegliche Bewegung im Alltag vermeidet.

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