Das Wunderbare am Tod ist, dass Sie ganz alleine sterben dürfen. Endlich dürfen Sie etwas ganz alleine tun!

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2 unseren Vorstellungen Angst. Ich liebe, was ist: Ich liebe Krankheit und Gesundheit, Kommen und Gehen, Leben und Tod. Für mich sind Leben und Tod gleich. Die Wirklichkeit ist gut. Deshalb muss auch der Tod, was immer das sein mag, gut sein - wenn er überhaupt irgendetwas ist. Das Wunderbare am Tod ist, dass Sie ganz alleine sterben dürfen. Endlich dürfen Sie etwas ganz alleine tun! Die Angst vor dem Tod ist die letzte Nebelwand, hinter der sich die Angst vor der Liebe verbirgt. Wir denken, wir hätten Angst vor dem Tod unseres Körpers, aber in Wirklichkeit fürchten wir den Tod unserer Identität. Wenn wir durch die Überprüfung verstehen lernen, dass der Tod nur eine Vorstellung ist und dass unsere Identität ebenfalls nur eine Vorstellung ist, finden wir zu der Erkenntnis, wer wir sind. Das ist das Ende der Furcht. Verlust ist nur eine weitere Vorstellung. Ich war im Kreißsaal, als mein Enkel Racey geboren wurde. Ich liebte ihn auf den ersten Blick. Dann bemerkte ich, dass er nicht atmete. Der Arzt sah besorgt aus und begann sofort, etwas mit dem Baby zu tun. Die Schwestern sahen, dass er keinen Erfolg damit hatte, und ich stellte fest, dass Stress und Panik sich im Raum ausbreiteten. Nichts, was sie taten, funktionierte - das Baby atmete nicht. Irgendwann sah mir meine Tochter Roxann in die Augen, und ich lächelte. Später sagte sie mir:»es war das Lächeln, du weißt schon, das du so oft hast. Als du mich so angesehen hast, kam eine Welle des Friedens über mich. Und obwohl das Baby nicht atmete, war das okay für mich.«bald darauf strömte

3 der Atem in meinen Enkel, und ich hörte ihn schreien. Ich bin froh, dass mein Enkel nicht erst atmen musste, damit ich ihn lieben konnte. Wessen Angelegenheit war sein Atmen? Nicht meine. Ich würde keinen Augenblick mit ihm versäumen, ob er nun atmete oder nicht. Ich wusste, dass er sogar ohne einen einzigen Atemzug ein vollständiges Leben gelebt hatte. Ich liebe die Wirklichkeit, nicht das, was mir meine Fantasie vorschreibt, sondern das, was ist, in diesem Augenblick. Im Tod gibt es nichts zu entscheiden. Menschen, die wissen, dass es keine Hoffnung gibt, sind frei. Die Entscheidung liegt nicht in ihrer Hand. Das war schon immer so, aber manche Menschen müssen erst tatsächlich sterben, um das zu erkennen. Kein Wunder, dass sie auf dem Totenbett lächeln. Der Tod ist all das, was sie sich vom Leben erhofft hatten. Die Wahnvorstellung, für etwas verantwortlich zu sein, ist verschwunden. Wo es keine Wahl gibt, gibt es auch keine Angst. Und darin liegt Frieden. Ihnen wird klar, dass sie zu Hause sind und niemals fort waren. Die Eltern und Verwandten von verstorbenen Kindern hängen aus Gründen, die wir alle verstehen, besonders hartnäckig an ihren Geschichten. Die Trauer zu überwinden oder auch nur zu überprüfen kann uns wie Verrat an dem Kind vorkommen. Viele Menschen sind noch nicht bereit, die Dinge anders zu sehen, und das ist in Ordnung so. Es braucht sehr viel Mut, die Geschichte eines Todes zu durchschauen.

4 Wer denkt, der Tod sei traurig? Wer denkt, Kinder sollten nicht sterben? Wer denkt, er wüsste, was der Tod ist? Wer versucht, Gott mit einer Geschichte nach der anderen, einem Gedanken nach dem anderen zu belehren? Sie etwa? Ich sage, überprüfen wir unsere Gedanken, sofern wir dazu imstande sind, und sehen wir, ob wir den Krieg mit der Wirklichkeit beenden können. Ich habe bei vielen Menschen am Sterbebett gesessen, und nachdem wir THE WORK gemacht haben, sagen sie mir immer, dass es ihnen gut geht. Ich erinnere mich an eine sehr verängstigte Frau, die an Krebs starb. Sie hatte mich um einen Besuch gebeten, und so ging ich zu ihr. Ich setzte mich zu ihr ans Bett und sagte:»ich sehe kein Problem.«Sie antwortete:»nein? Nun, ich zeige Ihnen ein Problem«, und sie zog die Bettdecke weg. Eins ihrer Beine war so geschwollen, dass es mindestens doppelt so dick wie das andere war. Ich schaute und schaute und konnte immer noch kein Problem erkennen. Sie sagte:»sie müssen blind sein! Sehen Sie sich dieses Bein an. Und dann vergleichen Sie es mit dem anderen Bein.«Und ich antwortete:»oh, nun sehe ich das Problem. Sie leiden unter der Überzeugung, dass das eine Bein so wie das andere aussehen sollte. Wer wären Sie ohne diesen Gedanken?«Und sie verstand. Sie begann zu lachen, und die Furcht strömte mit ihrem Lachen aus ihr heraus. Sie sagte, sie sei noch nie in ihrem Leben so glücklich gewesen. Wenn wir Zeugen des Todes eines Kindes werden und innerlich aufgewühlt sind, entsteht der Schmerz durch die Geschichte, die wir uns erzählen. Das ist offensichtlich. Wenn ein Kind stirbt und wir nichts davon wissen, fühlen wir

5 nichts. Irgendwo beklagt eine Mutter den Verlust ihres Kindes, und da wir nichts davon wissen, sitzen wir hier und amüsieren uns ganz prächtig. Wie herzlos von uns! Einmal besuchte ich eine Frau, die in einem Hospiz im Sterben lag. Als ich ins Zimmer kam, schlief sie gerade, also setzte ich mich zu ihr ans Bett, bis sie die Augen öffnete. Ich nahm ihre Hand und wir redeten ein paar Minuten, und sie sagte:»ich habe solche Angst. Ich habe keine Ahnung, wie man stirbt.«und ich fragte:»meine Liebe, ist das wahr?«sie sagte:»ja. Ich weiß einfach nicht, was ich zu tun habe.«ich sagte:»als ich hereinkam, haben Sie gerade ein Schläfchen gehalten. Wissen Sie, wie man das macht?natürlich«, antwortete sie. Und ich sagte:»jede Nacht schließen Sie die Augen und schlafen. Die Leute freuen sich darauf zu schlafen. Und der Tod ist nicht anders. Schlimmer kann es nicht werden, es sei denn, Sie haben irgendwelche Überzeugungen, die Ihnen etwas anderes sagen.«sie erklärte mir dann, sie glaube an diese Geschichte, dass es noch etwas nach dem Tod gäbe, und sagte:»ich werde nicht wissen, was ich tun soll, wenn ich dort hinkomme.«ich fragte:»können Sie wirklich wissen, dass es dort etwas zu tun gibt?«sie sagte:»vermutlich nicht.«ich sagte:»es gibt nichts, was Sie wissen müssten, und alles ist immer in Ordnung. Alles, was sie brauchen, ist schon für Sie da, ohne dass Sie auch nur einen Gedanken daran verschwenden müssen. Alles, was Sie zu tun haben, ist ein Schläfchen zu halten, wenn Sie müde sind, und wenn Sie aufwachen, werden Sie wissen, was zu tun ist.«natürlich beschrieb ich ihr das Leben, nicht den Tod. Als wir dann zur zweiten Frage kamen:»können Sie wirklich wissen, dass es wahr ist, dass Sie keine Ahnung haben, wie man stirbt?«, begann sie zu lachen und sagte, meine Gegenwart sei ihr wirklich lieber als die ihrer Geschichte. Wie schön ist es doch, wenn wir nirgendwo hingehen

6 müssen und einfach dort bleiben können, wo wir in Wirklichkeit gerade sind. Weil der geprüfte Geist die Suche eingestellt hat, kann er uneingeschränkt reisen. Deshalb kann er niemals sterben. Er versteht, dass er, da er nicht geboren wurde, nichts zu verlieren hat, wenn er das Ungeborene zulässt. Er ist unendlich, weil er keine Wünsche hat. Er hält nichts zurück. Er ist bedingungslos, endlos, angstfrei, unermüdlich, ohne Vorbehalte. Er muss geben. Das ist seine Natur. Ich habe eine Freundin, die sich seit einigen Jahren ernsthaft mit der Überprüfung beschäftigt hatte und wirklich verstand, dass die Welt ein Spiegel ihres Geistes ist. Sie war mit einem Mann verheiratet, der die Liebe ihres Lebens war. Und eines Tages, als sie zusammen auf dem Sofa saßen, hatte er einen Herzinfarkt und starb in ihren Armen. Nach dem ersten Schreck und den Tränen suchte sie nach dem Gefühl der Trauer und fand es nicht. Wochenlang suchte sie weiter, weil ihre Freunde behaupteten, Trauer sei ein unverzichtbarer Bestandteil der Heilung. Und sie fühlte nur Vollständigkeit: dass sie ihr Mann war und ihr Mann sie war, sodass sie, als er in Fleisch und Blut bei ihr gewesen war, nichts gehabt hatte, was ihr nun fehlte. Sie erzählte mir, jedes Mal, wenn ein trauriger Gedanke über ihn auftauchte, dächte sie sofort an die Umkehrung, und das würde die Traurigkeit fortwischen und sie durch etwas Wahreres ersetzen.»er war mein bester Freund. Jetzt habe ich niemanden mehr zum Reden«wurde zu:»ich bin mein bester Freund. Ich habe jetzt mich zum Reden.Ich werde seine Weisheit vermissen«wurde zu:»ich werde seine Weisheit nicht vermissen.«sie konnte sie gar nicht vermissen, weil sie diese Weisheit war. Alles, was sie in

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