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1 ... Kein Geistlicher hat ihn begleitet. Über Peinlichkeitsgefühle, Kitsch, Trivialität, Wunscherfüllungsphantasien und die Roman-Ästhetik des Realismus Die Seite, die das Ding dem Traume zukehrt, ist der Kitsch. Walter Benjamin, Traumkitsch (1927) 1 So sehr der Kitsch seinen Stempel dem 19.Jahrhundert aufgedrückt hat, er selbst stammt zum überwiegenden Teil aus jener Geisteshaltung, die wir als die romantische erkennen. Hermann Broch, Einige Bemerkungen zum Problem des Kitsches (1933) 2 1 Peinlichkeitsgefühle Im November 1772 berichtet der nicht mehr ganz so jugendliche Hannoversche Gesandtschaftssekretär am Reichs-Kammer-Gericht in Wetzlar, Johann Christian Kestner (31 Jahre), an seinen jugendlichen Freund Johann Wolfgang Goethe (23 Jahre) in Frankfurt - mit dem ihn, seiner Verlobten Charlotte Buff (19 Jahre) wegen, eine eher schwierige Beziehung verbindet 3 - vom Selbstmord eines gemeinsamen Bekannten, des Braunschweigischen Legationssekretärs Jerusalem (25 Jahre). Der Bericht, der nicht ohne Mitgefühl ist 4, gibt ein Porträt des unglücklichen Jerusalem, bei dem - in zeitgenössischen Kategorien melancholischen ( = depressiven) Verhaltens 5 - auch über die möglichen Motive dieses Selbmords nachgedacht wird, und schildert den Hergang der Tat mit der nüchternen Distanz des aufgeklärten, auch juristisch geschulten Rapporteurs. Die letzten Sätze des Berichts sind bekannt, weil der sonst literarisch nicht weiter hervorgetretene Jurist, der seine Tagebucheinträge gern, dem gebildeten Zeitgeschmack entsprechend, auf Französisch verfaßt, mit ihnen in die Weltliteratur eingegangen ist: Von dem Wein hatte er nur ein Glas getrunken. Hin und wieder lagen Bücher und von seinen eignen schriftlichen Aufsätzen. Emilia Galotti lag auf einem Pult am Fenster aufgeschlagen; daneben ein Manuskript, ohngefähr fingerdick in Quart, philosophischen Inhalts, der 1.Teil oder Brief war überschrieben: Von der Freiheit... Gegen 12 Uhr starb er. Abends 3/4 11 Uhr ward er auf dem gewöhnlichen Kirchhof begraben... in der Stille mit 12 Laternen und einigen Begleitern; Barbiergesellen haben ihn getragen; das Kreuz ward vorausgetragen; kein Geistlicher hat ihn begleitet. - Es ist ganz außerordentlich, was diese Begebenheit für einen Eindruck auf alle Gemüter gemacht... 6 Sehr zeitnah, nämlich runde eineinhalb Jahre später - Freund Kestner und Charlotte sind inzwischen verheiratet, Goethe hat die Trauringe besorgt - bringt Goethe Anfang 1774 im immer noch jugendlichen Überschwang und innerhalb von 2 Monaten die Leiden des lieben Jungen zu Papier, indem er seiner Geschichte meine Empfindungen geliehen, und so macht s ein wunderbares Ganze 7. Kestners Bericht kehrt dabei in charakteristischer Auswahl und Verkürzung des Kontextes fast wörtlich wieder: Von dem Weine hatte er nur ein Glas getrunken. Emilia Galotti lag auf dem Pulte aufgeschlagen. [...] Um

2 zwölfe mittags starb er. [...] Nachts gegen eilfe ließ [...] ihn [der Amtmann] an die Stätte begraben, die er sich erwählt hatte. Der Alte folgte der Leiche und die Söhne. [...] Handwerker trugen ihn. Kein Geistlicher hat ihn begleitet. 8 Und in dieser Gestalt, in der alles getilgt ist, was an die rationalistische, aufklärerische Debatte über das Selbstmordtabu erinnern könnte 9, die das Jahrhundert durchzieht 10, und im Konflikt der (literarischen und gesellschaftlichen) Normen und Kulturen ganz abstellt auf den emotionalen, sentimentalen, den bürgerlichen Gehalt des Themas, wird Goethes Werther, neben Richardsons Pamela, or Virtue Rewarded von 1740 und Clarissa von 1748, und schließlich neben Rousseaus Lettres de deux amans habitans d une petite ville au pie des Alpes 11 von 1761, der vierte große Romanerfolg des 18.Jahrhunderts und mehr als dies: ein Text, der in ganz Europa nicht nur einen neuen literarischen Stil und eine neue Syntax propagiert, sondern auch ein neues Verhalten, die neue Jugendkultur des Wertherismus - Wertherkleidung, Weltschmerz und Selbstmord - zum Verhaltensmodell werden läßt 12. Wer nun freilich - expertus dico! - im Verlauf der letzten 25 Jahren je einmal in die Lage gekommen ist, diesen grandiosen bestseller aus der Gründerzeit des bürgerlichen Romans, diesen kanonund stilbildenden Text par excellence mit der entsprechenden Begeisterung in Vorlesung oder Seminar zu vermitteln und dabei auch nur entfernt der Versuchung erlegen ist, etwa in den Trunz schen Kommentar-Ton der Hamburger Ausgabe 13 aus den 50er Jahren (1948ff) zu verfallen, dem ist eine Grunderfahrung (nicht nur) der akademischen Lehre nicht erspart geblieben: aufblickend von seinem Manuskript, ist er im Auditorium dem auf naive Art respektlosen, amüsiert-ironischen Blick einer jungen Frau oder eines jungen Mannes im Alter von Goethes Romanfiguren (oder Goethes selbst zur Zeit der Abfassung des Werther ) begegnet, der zu sagen schien: Aber das ist doch eine ganz und gar unwahrscheinliche Geschichte! Und dann auch noch diese komische Art, darüber zu reden...!. Nicht nur das, was seinerzeit Trunz in seinem Kommentar als das eigentlich empfindsame Element des Romans charakterisierte - das Mißverhältnis oder mindestens die Diskrepanz zwischen existenzieller Tragik und zutiefst sentimentaler Wahrnehmung der Wirklichkeit 14 -, sondern der Roman insgesamt: seine Handlung, die Konzeption seiner Figuren und Probleme, hatten da offenbar vor der Lebenswirklichkeit einer neuen Generation keinen Bestand. Und gar das dramatisierende Pathos des Schluß-Satzes - das unserm kleinen Essay als Titel dient - verhallte folgenlos im Hörsaal: der jahrtausendalte Schrecken eines Begräbnisses ohne den Schutz magischer Rituale und in ungeweihter Erde waren zum trivialen Ereignis, zum kitschigen Effekt geworden. Auch ich habe mir deshalb seitdem angewöhnt, die Gründertexte und Sternstunden der bürgerlichen Literatur in ironischer Distanz zu präsentieren. Nun ist diese Distanzierung freilich nicht nur eine Angelegenheit der letzten Generation: Distanzierungen verschiedenster Art begleiten den in Rede stehenden Handlungs-Typus in Roman und Drama von Anfang an. Friedrich Nicolai in Berlin, der Freund Lessings und Mendelssohns und große Verleger der deutschen Aufklärung, verspottet den Werther in seiner Satire Die Freuden des jungen Werther (1775), in der nur das Blut eines Huhn geopfert wird und alles bei einem fröhlichen

3 Abendessen endet 15. Lessing, ganz Aufklärer auch er, und obwohl seine Emilia Galotti für Werthers Freitod den pathetischen Hintergrund und literarischen Bezugsrahmen abgibt, empfiehlt in einem Brief an Eschenburg vom 26.Okt. 1774, dem Werther eine kleine kalte Schlußrede anzufügen, wenn [...] ein so warmes Produkt nicht mehr Unheil als Gutes stiften 16 solle. Goethe wird übrigens, wie man weiß, später den Text überarbeiten und dabei in der Tat das Gewicht des eher kommentierenden Herausgeber-Teils vergrößern. Lessings Emilia Galotti selbst aber ist nur eine der zahllosen Varianten der Geschichte vom adeligen Wüstling und der bürgerlichen Unschuld, die in der Literatur des 18.Jahrhunderts unterwegs sind. Richardsons Reputation und anhaltender Erfolg beruhte auf der Variation gerade dieses einen Themas: in der unsäglichen Geschichte von Pamela oder der belohnten Tugend 17 widersteht die Heldin standhaft immer erneut dem adeligen Sittenstrolch, bricht ihm am Ende durch Ihre Tugendhaftigkeit das Herz und macht ihn damit reif für eine gutbürgerliche Ehe; und Clarissa Harlowe 18 erliegt zwar den Anfechtungen und Pressionen ihres Lovelace, aber nur ein einziges Mal und auch dann nur deshalb, weil der erfahrene Don Juan ihr etwas in den Tee mischt... - und im übrigen demonstriert sie, als klassische (masochistische) Grandiositätsphantasie, gerade durch ihr langsames Dahinsterben in der Kümmernis der Tugendhaften, ihre Seelengröße und moralische Überlegenheit. Richardson erklärte Absicht war, mit Geschichten dieser Art die Sache der Religion und der Tugend zu fördern 19, und die immense Leserschaft dieser Romane bestand wohl vorzüglich aus Geistlichen, Erziehern und Frauen. Und selbstverständlich aus Kollegen, die nicht nur Richardsons Gefühlsüberschwang, sondern auch die Finessen seiner psychologischen Beschreibungen preisen: Denis Diderot, der mit seinem Roman La Religieuse in der Nachfolge Richardsons steht und mit seinem drame bourgeois Lessings bürgerliches Trauerspiel präfiguriert, erteilt in seinem Eloge de Richardson dem Engländer die höheren Weihen der Pariser Salons. Er stellt ihn auf eine Stufe mit Moses, Homer, Sophokles und Euripides und rühmt seine sittlich erhebende Wirkung wie seinen empfindsamen Realismus und die Perfektion seiner psychologischen Beschreibung: Nach der Lektüre Richardsons war mir zumute wie einem Menschen am Ende eines Tages, den er dazu verwendet hat, Gutes zu tun. [...] In einem Zeitraum von wenigen Stunden habe ich so viele verschiedene Situationen erlebt, wie sie kaum das längste Leben in seiner ganzen Dauer bieten könnte. Ich habe die wahre Sprache der Leidenschaften gehört; ich sah die Triebfedern des Interesses und der Eigenliebe in hunderterlei Weise spielen; ich wurde Zeuge einer Fülle von Verwicklungen und fühlte, wie meine Erfahrung wuchs. 20 Und noch der Goethe der Autobiographie Dichtung und Wahrheit meint eben dies, wenn er schreibt: Schon die Richardsonschen Romane hatten die bürgerliche Welt auf eine zartere Sittlichkeit aufmerksam gemacht Die Tränen, die empfindsame (insbesondere weibliche) Zeitgenossen bei der Lektüre der Pamela, der Clarissa Harlowe, der Nouvelle Héloïse oder des Werther vergossen haben, sind so vielfach erwähnt, daß sich ein Zweifel an diesen Berichten von selbst verbietet. Von Diderot wird gar be-

4 richtet, man habe ihn, bittere Tränen vergießend, bei der Arbeit an La Religieuse angetroffen, und er habe auf die Frage, was ihm geschehe, geantwortet: Je me désole d un conte que je me fais Andere gehen da sichtbar auf Distanz, demonstrieren peinliche (standesgemäße) Berührtheit vor soviel plebejischer Distanzlosigkeit: Lord Chesterfield, ganz gentleman, schreibt an seinen Sohn - und erfindet unter der Hand die Kategorie des bürgerlichen Romans -, daß die Mittelklasse, für die sie [= Clarissa] geschrieben wurde und deren Ton und Emotion sie genau treffe, von wilder Begeisterung ergiffen 23 sei. Auch adlige Damen wie Lady Montagu verfallen dem Zauber der Richardsonschen Romane, aber sie finden ihre ständische Distanz bald wieder: This Richardson is a strange fellow. I heartily despise him, and eagerly read him, nay, sob over his works in a most scandalous manner. The two first tomes of Clarissa touched me, as being very resembling to my maidendays [...] I believe this author was never admitted into higher company, and should confine his pen to the amours of housemaids [...] His Harriet [...] follows the maxim of Clarissa, of declaring all she thinks to all the people she sees, without reflecting that in this mortal state of imperfection, fig-leaves are as necessary for our minds as our bodies, and tis as indecent to show all we think, as all we have. 24 Unendlicher Überschwang hier, und diskrete Peinlichkeitsgefühle dort: sie betreffen die gleichen Texte, die gleichen Phantasien, die gleichen Emotionen. Und selbstverständlich hätte Lessing im gleichen Augenblick, in dem er für den Werther eine kleine kalte Schlußrede empfahl, dies alles wissen müssen, hatte er es doch soeben am eigenen Leibe erlebt: jene Emilia Galotti (1772), Heldin von der Art der Clarissa Harlowe, auf die sich Jerusalem / Werther nicht ohne Grund bei ihrem Selbstmord so pathetisch beziehen, und die üblicherweise wie ihre Halbschwester Miss Sara Sampson vor bürgerlichem Publikum Tränenströme auslöste 25, war in der Aufführung am Wiener Hoftheater auf allerhöchstes amusement und schallendes Gelächter getroffen: Ihr neues Stück ist vorige Woche drey Tage nach einander aufgeführt worden, und zwar mit außerordentlichem und allgemeinem Beyfall. Der Kaiser hat es zweymal gesehen, und es gegen G[ebler] sehr gelobt. Daß muß ich aber auch gestehen, hat er gesagt, daß ich in meinem Leben in keiner Tragödie so viel gelacht habe. Und ich kann sagen: daß ich in meinem Leben in keiner Tragödie so viel habe lachen hören; zuweilen bey Stellen, wo, meiner Meinung nach, eher hätte sollen geweinet, als gelacht werden. 26 Trivialität oder Kitsch, so lehren (wenn es denn einer Lehre bedurft hätte) diese unterschiedlichen Reaktionen, sind offenbar etwas, was nicht in der Sache liegt, sondern im Blick auf die Sache; oder, genauer noch: im (internalisierten) Blick auf den, der auf eine Sache blickt. Psychoanalytiker würden sagen: Trivialität und Kitsch sind Phänomene, die entstehen durch kulturelle Sozialisation, durch die Internalisierung kultureller Normen. Kitsch wäre dann, in psychoanalytischer Metaphorik, ein Über-Ich-Problem. Die analytische Grundregel, die Analytiker und Analysand zu Beginn der Analyse vereinbaren, lautet denn auch (salopp formuliert): alles auszusprechen, was dem Analysanden einfällt, ohne Rücksicht darauf, ob es ihm unlogisch, unmoralisch oder - lächerlich vorkomme. Kitsch - inbegriffen. 2 Verhaltensnormen und ästhetische Normen Wenn nun die (bisher unausgesprochene) These dieser Arbeit ist, daß die Ausbildung einer realistischen Roman-Ästhetik im Verlauf des 19.Jahrhunderts ganz wesentlich zu tun hat mit den (prä-)

5 romantischen 27 Phantasien aus der Gründerzeit der bürgerlichen Literatur und den von Anfang an je verschiedenen Reaktionen auf diese Phantasien, dann setzt dies offenbar komplizierte Relationen zwischen ästhetischen Wertungen (= internalisierten ästhetischen Normen) und Lebenswirklichkeiten voraus. Denn was sich an den unterschiedlichen zeitgenössischen Reaktionen auf Richardsons Phantasien zunächst ablesen läßt, sind unterschiedliche ästhetische Maßstäbe ( die Mittelklasse, [...] deren Ton und Emotion sie genau treffe ; äußerst elendes Zeug ), dann aber auch unterschiedliche Verhaltensnormen ( Es ist genauso indezent, alles zu zeigen, was man denkt, wie alles, was man hat ), die wesentlich auch soziale Verhaltensnormen sind und damit ganz unterschiedliche Lebenswirklichkeiten signalisieren. Denn selbstverständlich - um mit letzterem zu beginnen - beeindruckt zuallererst die soziale Distanz, die dann auch als ästhetisch wertende Distanzierung sichtbar wird: in der aristokratischen Gesellschaft des ancien régime sind nicht die Ausschweifungen der Tugend (vertu, virtue), sondern ist die erotische Libertinage 28 an der Tagesordnung, und gilt nicht die Verhaltensnorm des Gefühlsüberschwangs oder der überschießenden Phantasie, sondern die des in der Stoischen Tradition stehenden gentleman oder der tenue (Haltung), die auf alle Fälle zu bewahren ist, selbst unter schwierigsten Umständen (und bis in physiologische Konsequenzen 29 ). Das erotische Verhalten dieser Oberschicht wird deshalb sehr viel besser im Briefroman der Liaisons dangereuses (1782) von Choderlos de Laclos und den Mémoiren Casanovas als in Richardsons, Rousseaus oder Goethes Briefromanen beschrieben; spiegelt sich sehr viel ungebrochener durch Wunsch- oder Angstphantasien in Montesquieus Temple de Gnide (1725), Diderots Bijoux indiscrets (1748), Voltaires Pucelle d Orléans (1762) oder Crébillons Sopha (1741); und noch die Nouvelle Justine ou Les malheurs de la vertu (1797) des Marquis de Sade - in dem eine tugendsame Jungfrau vom jugendlichsten Alter an Gegenstand und Zeugin unvorstellbarer Mißhandlungen und Schändungen wird, bevor die Libertins ihre vom Blitz erschlagene und entstellte Leiche dann auch noch kollektiv vergewaltigen - ist, nach dem entscheidenden Datum von 1789, eine zynisch-ironische Replik dieser aristokratischen Gesellschaft des ancien régime auf die Tugendräusche (und Verhaltensmodelle) des bürgerlichen Romans. Auf der Ebene realen Verhaltens wäre Gleiches zu belegen: wenn Jean-Jacques Rousseau seine allumfassenden erotischen Wunschphantasien gegenüber der Comtesse d Houdetot entwickelt, die dann in die Substanz der Neuen Héloïse eingehen, rivalisiert er (in der Phantasie...) nicht etwa mit dem Ehemann, sondern mit dem Liebhaber der adligen Dame - mit jenem Marquis de Saint-Lambert übrigens, der einige Jahre vorher Voltaire in der Gunst seiner langjährigen Freundin M me du Châtelet ausgestochen hatte. Und dem Voltaire dann mit einer reizenden Reim-Variation zum Thema Vergänglichkeit in Leben und Liebe zu verstehen gegeben hatte, daß er zwar von dieser Entwicklung nicht unberührt bleibe, aber sie mit Anstand und tenue zu tragen wisse 30. Die soziale Distanz aber ist gleichzeitig ästhetische Distanz, Verhaltensnormen sind in der Gesellschaft des ancien régime seit langem auch ästhetische Normen: Es ist genauso indezent, alles zu zeigen, was man denkt, wie alles, was man hat bezeichnet nicht nur die gesellschaftliche, son-

6 dern auch die ästhetische Kategorie der bienséance. Es ist deshalb nicht verwunderlich, daß zwar etwa Rousseaus Neue Héloïse beim Pariser Publikum einen solchen Erfolg hat, daß die Nachfrage trotz mehrerer Auflagen und Raubdrucke schon im Erscheinungsjahr nicht befriedigt werden kann und die Pariser Buchhändler dazu übergehen, das Werk stundenweise zu verleihen (und sich auch dann noch lange Schlangen vor den Buchhandlungen bilden); daß aber gleichzeitig das Urteil in den aufklärerischen Salons, deren Protagonisten zwar bürgerliche Autoren, deren Geschmacksträgertypus (Schücking) aber der der großbürgerlich-aristokratischen Gesellschaft ist, überwiegend negativ ausfällt. Falsch, plump und seicht findet Grimm 31 in seiner Correspondance Littéraire die Handlung des Romans, und ist damit nicht weit von Lady Montagus Urteil, es handle sich um amours of housemaids. Im fernen, von dem Roman aber ebenso faszinierten Berlin moniert Moses Mendelssohn gar, Rousseau fehle die echte Sprache der Leidenschaften, wobei der Ton in diesem Fall auf echt liegt. Was die Aufklärer an diesem Roman gelten lassen, sind seine philosophischen, seine aufklärerischen Briefpartien, die sich zu den Diskussionsthemen der Salons (Selbstmord, Gewaltenteilung, Republik, Onanie, Unsterblichkeit usw.) äußern: die Handlung des Romans und das Verhalten seiner Protagonisten hingegen erscheinen ihnen trivial - und darin trifft sich ihr Urteil mit unserm heutigen. Es sind, wie bekannt, tatsächlich die bürgerlichen Schichten, die in ganz Europa im Verlauf des 18. Jahrhunderts Lesen und Schreiben lernen und zum Literaturträger einer Literatur werden, in der - im Unterschied zur Poetik und Praxis des ancien régime - die Gattung Roman im Mittelpunkt steht: die Zahl der Autoren wie die Zahl der publizierten Romane steigt in allen europäischen Ländern bis zum Ende des Jahrhunderts exponential an, und in der gleichen Zeit setzen sich die bürgerlichen Schichten, mitsamt ihren ungepflegten Geschmacksvorstellungen, auch ökonomisch und politisch durch. Die Jugendrevolte und Kulturrevolution, die sich in der Folge in ganz Europa manifestiert und sich immer wieder auf die politische Revolution bezieht, nennt sich (bzw. wird genannt) auch nach der privilegierten Gattung (bzw. der Gattungswelt ) ihrer Literatur: Romantik 32. Die Auseinandersetzung mit den Inhalten dieser massenhaft konsumierten Phantasien hört gleichwohl nicht auf mit dem Ende der aristokratischen Gesellschaft, und sie setzt immer wieder ein nicht nur an den ästhetischen, sondern auch an den Verhaltensmodellen. Hatten romantick / romantique / romanesque / romantisch immer schon, d.h. seit dem 17.Jahrhundert auch die Bedeutung: wie in einem Roman 33, so erhalten sie nun die Konnotation: verstiegen, unnatürlich, lebensfremd - leben wie in einem Roman, nicht in der Wirklichkeit leben 34. Dabei ist die Bezeichnung der neuen literarischen Kultur zunächst eben keine Selbstbezeichnung, sondern Satire und Kritik nicht nur an den Phantasien, sondern auch am Lebensstil und den Lebensformen dieser Jugendrevolte 35. Von Nicolais Satire des Werther, bzw. des Werther-Verhaltens war schon die Rede, aber auch Goethe selbst wird später diesen jungen Leuten (die alle von seinem Werther schwärmen) mit zunehmendem Unverständnis gegenüberstehen und, noch nicht über den Begriff neurotisch verfügend, in seinen Maximen und Reflexionen formulieren: Klassisch ist das Gesunde, romantisch das Kranke 36. Und auch die Literaturwissenschaft wird bis in die Gegenwart immer wieder nicht auf die ästhetischen Konzepte, sondern auf die Verhaltensmodelle rekurrieren,

7 um das Romantische definitorisch zu erfassen: Die Definition des Romantischen [darf] nicht von irgendeinem als romantisch empfundenen Thema oder Gegenstand ausgehen, vom Mittelalter oder der Ruine, sondern vom romantischen Subjekt. Immer wird man auf eine bestimmte Art Menschen treffen [...] Auf das eigentümliche Verhalten des Romantikers ist zu achten und von der spezifisch romantischen Beziehung zur Welt auszugehen, nicht von dem Ergebnis dieses Verhaltens und von all den Dingen und Zuständen, die sich in bunter Menge als Folge oder Symptom einstellen.[...] Im Romantischen behandelt das romantische Subjekt die Welt als Anlaß und Gelegenheit seiner romantischen Produktivität 37. Als Folge oder Symptom... : Was begann als Peinlichkeitsgefühl der sozialen Distanz, motiviert aus dem (soziologischen) Normenkonflikt der beiden unterschiedlichen Verhaltens- und literarischen Kulturen des 18.Jahrhunderts vor der Revolution, hat sich bis in die Gegenwart offensichtlich entwickelt zu einem Peinlichkeitsgefühl, das nicht mehr mit standesgemäßer tenue (und entsprechend kultiviertem Geschmacksempfinden) zu tun hat, sondern mit einer andern Vorstellung von psychischer Reife und Realitäteinschätzung, mit dem also, was die Psychoanalyse vereinfachend Realitätsprinzip genannt hat. Wo das naive Traumbedürfnis der neuen Leserschichten des 18. Jahrhunderts in rührenden oder erhebenden Traumwelten versinkt, neigen wir dazu, unsere Lebenswirklichkeit in ganz anderer Weise auf die Norm realistisches Verhalten zu beziehen und klinische Kategorien anzuwenden. Wenn heute eine junge Frau im Kino in Schluchzen ausbricht, zu Tränen gerührt über eine Szene z.b. aus Vom Winde verweht, nennen wir dies nicht (mehr) sentimental, sondern hysterisch; und kategorisieren eine abnorme Primärreaktion, die darauf schließen läßt, daß die betreffende Szene eine besondere affektive Bedeutung für die junge Frau hat und ihre inneren Reserven nicht mehr ausreichen, um das gefühlsbetonte Erlebnis adäquat zu verarbeiten 38. Oder, noch (psychoanalytisch-) technischer gesprochen: wir erkennen auf infantile Reaktion und mangelnde Ich-Stärke, die auf eine unzureichende Persönlichkeitsreifung in biologischer (mangelnde Reifung des Nervensystems) wie psychischer Hinsicht (mangelnde Entwicklung von Hemmungen) 39 hindeutet. Man erinnere sich in diesem Zusammenhang noch einmal der Szene, in der sich - auf dem Ball auf dem Lande, auf dem sie sich kennenlernen, und im Anschluß an ein Gespräch über Literatur, eine Tanztour auf Körperkontakt (Walzer) und ein dramatisches Gewitter - Werthers und Lottes Seelen zum ersten Mal treffen: Wir traten an s Fenster, es donnerte abseitwärts, und der herrliche Regen säuselte auf das Land, und der erquickendste Wohlgeruch stieg in aller Fülle einer warmen Luft zu uns auf. Sie stand auf ihren Ellenbogen gestützt, ihr Blick durchdrang die Gegend; sie sah gen Himmel und auf mich, ich sah ihr Auge tränenvoll, sie legte ihre Hand auf die meinige und sagte: Klopstock! - Ich erinnerte mich sogleich der herrlichen Ode, die ihr in Gedanken lag, und versank in dem Strome von Empfindungen, den sie in dieser Losung über mich ausgoß. Ich ertrugs nicht, neigte mich auf ihre Hand und küßte sie unter den wonnevollsten Thränen. 40 Kein Zweifel: die personae dramatis dieses Geschehens sind empfindsam, sind sentimental im besten Sinn, den die Leserschaft des Werther diesem Wort gegeben hat. Vergleichen wir damit noch einmal den Lexikon-Eintrag für Sentimentalität in einem der derzeit gängigsten psychologischen (Fach-) Nachschlagewerke:

8 Sentimentalität ist eine übertrieben gefühlsbetonte Persönlichkeitseigenschaft bzw. Einstellung, die durch affektive Erregbarkeit und Rührseligkeit gekennzeichnet ist. In der Umgangsprache wird S. als Gefühlsübermaß eindeutig negativ gesehen. Chronisch sentimental sind Menschen, die dauernd ein Übermaß von unecht wirkendem Gefühl zur Schau tragen; sie lieben ihre eigene Empfindsamkeit, sind gefühlsselig und äußern dies oft in kitschiger Weise. Chronische S. ist keine harmlose Form der Gefühlsstörung: Sie kann die Kehrseite oder die Maske erschreckender Brutalität sein. Vorübergehende sentimentale Anwandlungen dagegen dürften zum normalen Gefühlsleben aller Menschen gehören. 41 Zwischen der Empfindsamkeit der Goetheschen Romanfiguren und dem realen Verhalten von Menschen zu Zeiten des Werther und dem (in Anführungszeichen gesetzten!) Begriff Empfindsamkeit in diesem Lexikon-Eintrag liegen mehr als 200 Jahre Verhaltensgeschichte, Geschmacksgeschichte und - wenn man will - kollektive Seelengeschichte, in der ursprünglich in der sozialen Distanz fundierte Dezenz- und Peinlichkeitsgefühle aus der Kultur des ancien régime sich entwickeln zur (zumindest postulierten) umfassenden Verhaltensrationalität einer dem internalisierten Realitätsprinzip unterworfenen bürgerlich-demokratischen Gesellschaft. Die bürgerlichen Leserschichten des 18. Jahrhunderts mit ihrem naiven Traumbedürfnis und ihren ungepflegten Geschmacksempfindungen triumphieren zwar ökonomisch und politisch im historischen Prozeß, aber sie entwickeln dabei selbst Verhaltensmodelle in Leben und Kunst, in denen Tagtraum und Wunscherfüllungsphantasie in Kontrolle genommen werden - mit zunehmender Tendenz. Die Berührung mit der Lebenswirklichkeit des ancien régime mag dabei hilfreich sein im erzieherischen Sinn und im Sinn kultureller Kontinuität: es ist am Hof von Weimar, wo Goethe die Racinesche bienséance auf dem Theater wiederfindet und sich von seinem Werther wie der neuen Generation der Romantiker milde distanziert, und für die andern europäischen Länder gilt, mutatis mutandis, Ähnliches. Was folgt, ist - im Bereich der Literatur - ein Prozeß literarischer Entwicklung, in der eine zweifache Tendenz sich immer stärker ausprägt. Da ist zum einen die Forderung nach Realismus, zu verstehen eigentlich immer nur (denn was wäre schon Realität in den Augen phantasieproduzierender Individuen) als Abkehr von den Wunsch-Welten der frühen Stunde: von der recherchierten Tatsächlichkeit des historischen Romans (bei Scott, Cooper und andern), über Konzepte der zunehmenden Verwissenschaftlichung des Romans (bei Balzac, Flaubert oder Zola) bis hin zur Realität des Seelischen im psychologischen Roman des späten Naturalismus und bei Joyce. Erst Surrealismus und nouveau roman brechen, unter der zunehmend als Bedrohung erfahrenen Konkurrenz des psychoanalytischen Diskurses 42, mit dieser Tradition - zunächst mit Hilfe des psychoanalytischen Realismus, und dann im Widerstand gegen ihn. Da ist aber zum andern auch jener noch viel breitere Strom literarischer Texte, der sich der immer stärker artikulierten Norm Realismus entzieht und auf dem naiven Wunscherfüllungscharakter seiner Phantasien beharrt: im Schauerroman, Abenteuerroman, Indianerroman, Kriminalroman, Seeroman, Arztroman, Heimatroman, Frauenroman usw., kurz: in jener Geschichte der populären Lesestoffe 43, in der sich - von Châteaubriands René und von Dumas Grafen von Monte Christo bis zu (wenn denn mediale Seitensprünge erlaubt sind) Dallas und Denver, von der schwarzen Romantik 44 bis zum italienischen Porno-Comic - ein kontinuierlicher Fluß romantischer

9 Phantasiebilder in der europäischen Lektüre erhält, nun freilich mit dem Verdikt des Trivialen belegt die ersten beiden Bände von Balzacs Illusions perdues sind schon erschienen - macht sich der Pariser Kritiker Louis Reybaud über einen Typus von Roman aus dieser Welt des literarischen Massenkonsums lustig, der immer noch verzeifelt an die Handlung von Richardsons Clarissa, aber ebenso gut auch an die Welt der soap operas erinnert: Man nehme etwa eine junge, unglückliche, verfolgte Frau. Ferner einen blutrünstigen, brutalen Tyrannen, einen gefühlvollen tugendhaften Pagen und einen heimtückischen, boshaften Vertrauten. Wenn man diese Personen beieinander hat, so mische man sie rasch in sechs, acht oder zehn Fortsetzungen zusammen und serviere sie warm. 45 Es ist eine der klassisch-überflüssigen Seminardiskussionen, Kitsch und Trivialiliteratur säuberlich unterscheiden zu wollen als voneinander verschiedene Bereiche: denn beides sind je verschiedene Dimensionen der gleichen Sache. Eben weil das Wesentliche nicht in der Sache, sondern im Blick auf die Sache liegt, gilt vielmehr: was in den internalisierten Verhaltensnormen und poetischen Normen der Forderung nach Realität nicht genügt, nennen wir trivial; und was dabei (gleichwohl) an die Seele rührt, nennen wir Kitsch. Was sonst als quasi textobjektive Struktur zur objektiven Unterscheidung von Kitsch und Kunst angeführt wird (Stimmigkeit - Brüchigkeit; Klischee - echtgeschöpfte Realitätsvokabel ; gestaltet - geredet; echt - unecht; usw) 46, hält weder dem kritischen noch dem historischen Blick stand: jede Struktur ist - man vergleiche Leo Spitzers Interpretation einer Sunkist-Reklame 47 oder Umberto Ecos Strukturanalyse der James-Bond-Romane - so intelligent, innovativ oder authentisch wie ihr Interpret. Die Schwierigkeit in unserer Definition liegt in dem (gleichwohl). Zwar kann ich mich nur zu gut an die rituelle Klage 48 meines akademischen Lehrers R. Escarpit erinnern, daß es viel schwieriger sei, Menschen dazu zu bringen, über ihre kulturellen Normen Auskunft zu geben, als etwa über ihre sexuellen Verhaltensweisen ( Kinsey habe es da eindeutig leichter gehabt wie die empirische Literatursoziologie), und habe ich mich deshalb auch nie so richtig gewundert, daß ich noch nie einen literarisch gebildeten Menschen kennengelernt habe, der zugegeben hätte, an Kitschig- Trivialem sein Vergnügen zu haben. Zwar kenne ich die verschwiegene Ecke in der Bibliothek manches (literaturwissenschaftlichen) Kollegen, in der eine stattliche Anzahl von Krimis oder Karl- May-Romanen steht; zwar hat Mario Praz in seiner immer noch aktuellen Studie von 1930 über die schwarze Romantik 49 nachgewiesen, wie indirekt präsent auch in der gesamten hohen Literatur des 19.Jahrhunderts die (in diesem Fall: erotischen) Wunscherfüllungsphantasien der Romantischen Epoche bleiben; zwar hat Deschners seinerzeit (1957) heiß diskutiertes Büchlein 50 den gegenüber unsern Gymnasiallehrern längst überfälligen Beweis angetreten, daß überall mitten in den schönsten Äpfeln der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts der Wurm des Kitsches steckte - aber man muß schon ein anerkannter Autor und überdies für seinen moralischen Rigorismus bekannt sein (Bernanos, Dürrenmatt), um auch Krimis zu schreiben; muß schon ein des falschen Bewußtseins unverdächtiger Linker sein, um zu gestehen, daß man gerne Krimis liest (Brecht);

10 oder gar ein international renommierter Jurist (Roxin), um Vorsitzender des Kleinods unter den deutschen literarischen Gesellschaften, nämlich der Karl-May-Gesellschaft zu sein. Und man muß schließlich Zugang zu den Statistiken des Buchandels haben, um zu wissen, daß gerade die triviale, kitschige Literatur in Vergangenheit und Gegenwart die am meisten gelesene war und ist. Die schon einmal erwähnte Lady Montagu hatte freilich das Problem schon vorstrukturiert, wenn sie eingestand, sie verachte Richardson von Herzen, lese ihn aber eifrig und vergieße skandalöserweise Tränen über seine Werke. Alle die großen Erfolgsromane des 18. Jahrhunderts (Pamela, Clarissa, Julie und Werther) partizipieren an den beiden Kulturträgerschichten des Jahrhunderts, und werden zumindest zeitweilig von beiden rezipiert und getragen 51. Offenbar ist das Unbehagen in der (literarischen Hoch-) Kultur wie in der Verhaltensnorm der bienséance doch zu groß, die psychische und literarische Verhaltensnorm des Realismus zu rigoros, um auf Dauer und ausschließlich erträglich zu sein. 3 Wunscherfüllung und Gefühlsambivalenz Die Frage ist natürlich, was das eigentlich sei, was bisher eher nebenbei Wunscherfüllungsphantasie genannt wurde und da - tief unten, dort, wo die Seele keine Faxen macht (Th.Mann) 52 - die Seele rührt -: wenn auch, bei korrekter kultureller Sozialisation, in mehr oder weniger peinlicher Berührung. Blättert man daraufhin Kataloge, Abhandlungen und Anthologien des literarischen Kitsches 53 durch, so fällt zunächst die scheinbare Disparatheit dessen auf, was - gefühlsmäßig gleichwohl meist eindeutig - unter Kitsch subsumiert wird. Zwar wird immer nach Inhalten - Motiven also im literarischen wie bildnerischen Sinn -, und auch im großen und ganzen nach den gleichen Inhalten katalogisiert (und dann nach der Präsentation dieser Inhalte vs. Kitsch differenziert), aber der Zusammenhang zwischen den Themenbereichen ist nicht auf den ersten Blick klar. Deschner überschreibt seine Kapitel Landschaftsschilderungen, Liebesbegegnungen und Herbstgedichte, und bekräftigt damit indirekt den auch in diesem Essay postulierten genetischen Zusammenhang zwischen Kitsch und Romantik. Aber was ist, vom gemeinsamen Auftreten im Themenkatalog der Romantik, das Gemeinsame an Liebe / Sexualität, Natur und Herbst? Walther Killy, von dem, historisch gesehen, der zweite Versuch 54 stammt, sich dem Thema Kitsch auf dem Weg des Essays 55 zu nähern, legt seinen Themenkatalog detaillierter an, versammelt in insgesamt 3 Kapiteln Texte zum Thema Liebe (Ich liebe Dich / Der Ehe Band / Schöpfers Meisterwerk), läßt auch das Thema Natur nicht aus (Meine Heimat), focussiert das Thema Herbst dann direkt im Thema Tod (Schicksalswalten, Todesmacht), und ergänzt um die Themenkreise Held (Heldische Menschen), Kunst (Frau Musica) und Transzendenz (Himmelsbalsam): wieder ein nunmehr exhaustiv romantischer Themenkatalog, wie man sieht, aber wiederum gilt: wo ist das Gemeinsame etwa zwischen der Beschreibung einer jungen Frau: Adolphine streckte ihre zarten Glieder auf das weiche Moos; das heilige Rauschen in den Wipfeln der uralten

11 Bäume, das Plätschern des zum Vater Rhein hinabeilenden Baches, lullten die Schlummermüde ein. Der Champagner und die Freude hatten den Liliensammet ihrer Wangen gerötet; das Köpfchen lag in der rechten Schwanenhand; die linke (sic!) ruhte auf dem schwellenden Moose. Freundlich lächelten die Purpurlippen, als schwebe ihr der Scherz des Tages vor der freudetrunkenen Seele, der kleine Mund war halb geöffnet, wie eine eben sich entfaltende Rosenknospe; der Lilien-Busen wogte ruhig, und das niedlichste aller Füßchen im ganzen Rheingau war nur bis zur Zwickelspitze des blütenweißen Strümpfchens sichtbar. Leise Lüfte vom flutenden Rhein herauf küßten ihr kühlend die brennende Stirn und das geschlossene Auge und spielten heimlich mit dem lockigen Haar und den flatternden Bändern, und der lose Gott der Träume, der ihr auf des Champagners leichtem Schaume ein ganzes, mit mancherlei Gaukelwerk der Phantasie befrachtetes, buntgeflaggtes Schiffchen in des Herzens stillen Hafen gesandt, umfing sie jetzt mit seinen Blumenarmen. 56 Oder der Betrachtung einer Landschaft: Ohne sich zu regen, die gebräunten Hände im Schoß, an die weißglänzende Mauer gelehnt, und wunschlos träumenden Glanz in den blauen Jünglingsaugen, saß er zwischen Tür und Fenster auf der Hausbank und trank mit tiefen, ruhigen Atemzügen alle Schönheit in sich, die der Mai seiner Heimat um ihn herschüttete. - Über dem vorspringenden Hausdach, dessen Ränder sich in der Sonne wie goldflimmernde Linien vom zartblauen Himmel abhoben, zwitscherte ein Schwalbenpärchen, das vom Nestbau ein wenig ruhte. Lockende Finkenrufe klangen im Garten von den Ulmen her, deren weitgespannte Zweige schimmerig übersät waren mit den jungen Blättchen, mit tausend kleinen, blaßgrünen Herzen, die sich zitternd sehnten, in die große Sommerfreude ihres kurzen Lebens hineinzuwachsen. Und manchmal hörte man einen süßen Amselschlag in der schwarzgrünen, von zahllosen jungen Trieben licht übersprenkelten Fichtenhecke, die wie eine hohe lebende Mauer den Hof und Garten des Forsthauses umzog, als wär das eine abgeschlossene Welt für sich. Alles, was über der Hecke draußen war, schien ferner zu sein, weil es halb versunken lag: das ganze Dorf umher, die Nachbarhäuser, von denen man nur die rotbraunen Dächer mit den rauchenden Schornsteinen sah, die Kronen der blühenden Apfelbäume, die wie weiße Schneehügel über die Hecke hereinlugten, und die breite, zierlich ausgezahnte Wipfelreihe des Waldes, der zwischen Dorf und Bergen das Tal erfüllte. Nur der Kirchturm streckte lang seinen roten Hals und guckte von oben herab über die Hecke her, wie ein Neugieriger, der alles sehen will. Und in weitem Kreis der (sic!) ergrünenden Berge, über deren höchsten Wäldern und Felsen der Schnee noch lag, übergossen vom Duft des Morgens, eine blau erstarrte Riesenwoge neben der anderen - und je weiter sich die Höhen hinausschwangen in die Ferne, um so blauer wurden sie, bis sie ganz mit dem Himmel verschwammen, als wäre das letzte Felsgewänd in durchsichtige Luft verwandelt. 57 Oder gar dem Tod des berühmteste[n] Indianerhäuptling[s] Nordamerikas und hervorragendste[n] unter allen Indianern 58 zu den Klängen von Old Shatterhands Ave Maria, gesungen von einem deutschen Männerchor in den Tiefen des Wilden Westens? Ohne erst meine Bitte abzuwarten, winkte der alte Hillmann. Sie erklimmten einen Felsenabsatz, der zu Häupten Winnetous hervorragte, um den letzten Wunsch des Sterbenden zu erfüllen. Seine Augen folgten ihnen und schlossen sich dann, als sie oben standen. Er ergriff meine beiden Hände und hörte nun das Ave Maria

12 beginnen : Es will das Licht des Tages scheiden; Nun bricht die stille Nacht herein. Ach, könnte doch des Herzens Leiden So, wie der Tag vergangen sein! Ich leg mein Flehen dir zu Füßen ; O trag s empor zu Gottes Thron, Und laß, Madonna, laß dich grüßen Mit des Gebetes frommem Ton: Ave, ave Maria!» Als nun die zweite Strophe begann, öffneten sich langsam seine Augen und richteten sich mit mildem, lächelndem Ausdruck zu den Sternen empor. [...] Nun zog Winnetou meine Hände an seine verwundete Brust und flüsterte :,,Scharlih, nicht wahr, jetzt kommen die Worte vom Sterben? - Ich konnte nicht sprechen. Ich nickte weinend, die dritte Strophe begann: Es will das Licht des Lebens scheiden; Nun bricht des Todes Nacht herein. Die Seele will die Schwingen breiten; Es muß, es muß gestorben sein. Madonna, ach, in deine Hände Leg ich mein letztes, heißes Flehn: Erbitte mir ein gläubig Ende Und dann ein selig Auferstehn! Ave, ave Maria! Als der letzte Ton verklungen war, wollte er sprechen - es ging nicht mehr. Ich brachte mein Ohr ganz nahe an seinen Mund, und mit der letzten Anstrengung der schwindenden Kräfte flüsterte er: Schar-lih, ich glaube an den Heiland. Winnetou ist ein Christ. Leb wohl! Es ging ein konvulsivisches Zittern durch seinen Körper; ein Blutstrom quoll aus seinem Munde; der Häuptling der Apatschen drückte nochmals meine Hände und streckte seine Glieder. Dann lösten sich seine Finger langsam von den meinigen - er war tot! 59 Gerade die zuletzt wiedergegebene Phantasie von Winnetous Tod - von vielen Karl-May-Lesern als so intensiv-schmerzhaft empfunden, daß sie beim Wiederlesen des Textes vermieden wird 60 - mag Anlaß sein zu erläutern, was im Rahmen einer psychoanalytischen Hermeneutik mit der Kategorisierung Wunscherfüllungsphantasie gemeint ist (und ohne dabei diese phantasierte Wunscherfüllung emotional notwendigerweise mit einem Glücksgefühl verknüpft sein müßte). Wunscherfüllung ist zunächst der zentrale Begriff, oder: das zentrale Axiom der psychoanalytischen Traumtheorie. In jenem für die Psychologie dieses Jahrhunderts epochalen Werk Die Traumdeutung (1900), in dem - nach etwa 10jährigen, tastenden Annäherungen - Freud seine Einsichten zu Funktion, Struktur, Morphologie und Deutung von Träumen niederlegt und das v.a. auch für seine Schüler sehr schnell zu einer generellen Theorie des Phantasmas wird (und damit in der

13 Folge zur Grundlage auch der psychoanalytischen Mythen-, Märchen- und Literaturtheorie 61 ), ist dies die zentrale Aussage, übrigens auch stilistisch-rhetorisch auf ungewöhnliche Weise (für eine wissenschaftliche Publikation) hervorgehoben: nach einem einleitenden Forschungsbericht (Kap. I) hat Freud in einer exemplarischen Analyse eines Traummusters, des sog. Irma-Traumes, die Technik der Traumanalyse auf der Basis der freien Assoziation zu den einzelnen Traumelementen vorgestellt und ist, im letzten Satz dieser Demonstration, zu dem Fazit gelangt: Nach vollendeter Deutungsarbeit läßt sich der Traum als eine Wunscherfüllung erkennen 62. Kapitel III beginnt dann schon in der Überschrift - und ist übrigens das einzige Kapitel, dessen Überschrift nicht in Stichworten, sondern einem ganzen Satz formuliert ist - noch einmal mit der Aussage: Der Traum ist eine Wunscherfüllung, und stellt diese Erkenntnis in einen metaphorischen Kontext, der an den Beginn von Dantes Divina Commedia erinnert: Wenn man einen engen Hohlweg passiert hat und plötzlich auf einer Anhöhe angelangt ist, von welcher aus die Wege sich teilen und die reichste Aussicht nach verschiedenen Richtungen sich öffnet, darf man einen Moment lang verweilen und überlegen, wohin man zunächst sich wenden soll. Ähnlich ergeht es uns, nachdem wir diese erste Traumdeutung überwunden haben. Wir stehen in der Klarheit einer plötzlichen Erkenntnis.. Das so eingeleitete Kapitel expliziert dann die gewonnene Einsicht, und am Ende von Kapitel IV, das von der Traumentstellung, also der assoziativen, primärprozeßhaften Entstellung des ursprünglichen Traumwunsches im manifesten Traum handelt, wird die ursprüngliche Aussage in nun erweiterter Form noch einmal zusammengefaßt: Der Traum ist die (verkleidete) Erfüllung eines (unterdrückten, verdrängten) Wunsches. 63 Insbesondere die letztere Feststellung ist dabei in unserm Zusammenhang (wie dem jeder psychoanalytischen Textinterpretation 64 ) von Bedeutung: es handelt sich in der Regel 65 um die Erfüllung von (im Wachleben) verdrängten, also nicht mehr bewußt wahrgenommenen Wünschen, und auch die halluzinatorische Erfüllung dieser Wünsche findet unter dem Einfluß des Verdrängungswiderstandes in einer Form statt, in der sie zumindest für das Wachbewußtsein nicht mehr erkennbar ist. Der psychoanalytische Fachterminus für diese auch im Traum (oder im Vergessen, Versprechen usw.) nur indirekte und verschlüsselte Darstellung unbewußter Inhalte ist der der Kompromißbildung, in der unbewußter Wunsch und Verdrängungswiderstand gleichzeitig zum Ausdruck kommen. Im VII. (und letzten) Kapitel, in dem Freud den allgemein-psychologischen Theorierahmen der psychoanalytischen Traumtheorie unter Stichworten wie Regression, Verdrängung, Primär- und Sekundärvorgang, Unbewußtes und Bewußtes, usw. skizziert, geht er deshalb ausführlich darauf ein, daß zwar die Anregung eines Traumes aus der Aktualität des Vortags, dem rezenten Tagesrest, stammen kann, seine eigentliche Triebkraft aber (und damit die Wunschmotorik der Phantasie generell) aus dem Reich der großen, nämlich der unbewußten, infantilen Wünsche. Freud benutzt auch an dieser Stelle ein rhetorisch besonders einprägsames Bild: Um es in einem Gleichnis zu sagen : Es ist sehr wohl möglich, daß ein Tagesgedanke die Rolle des Unternehmers für den Traum spielt; aber der Unternehmer, der, wie man sagt, die Idee hat und den Drang, sie in Tat umzusetzen, kann doch ohne Kapital nichts machen; er braucht einen Kapitalisten, der den Aufwand bestreitet, und dieser Kapitalist, der den psychischen Aufwand für den Traum beistellt, ist alle Male und unweigerlich, was

14 immer auch der Tagesgedanke sein mag, ein Wunsch aus dem Unbewußten. 66 Eines der Beispiele nun - wir befinden uns immer noch auf Winnetous Spuren -, an denen Freud die Wirkungsweise dieses Kapitalisten, bzw. der unbewußten Traumquellen erläutert, sind - im Abschnitt Typische Träume des V.Kapitels - die Träume vom Tod teurer Personen 67 : es ist der gleiche Abschnitt, aus dem nicht nur im Verlauf der zahlreichen Überarbeitungen und Erweiterungen des Traumdeutung-Textes der Abschnitt über die Traumsymbolik entstehen wird, sondern in dem auch zum ersten Mal Interpretationen des Sophokleischen Ödipus und des Hamlet entwickelt werden, aus denen dann (ab etwa 1910) eines der zentralen Konzepte der psychoanalytischen Theorie und Nosologie, auch in der Übertragung psychoanalytischer Konzepte auf andere Anwendungsgebiete, entsteht. Typische Träume sind Träume, die fast jedermann in derselben Weise geträumt hat 68, und die typischen Träume vom Tod teurer Personen sind dabei Träume insbesondere vom Tod von Geschwistern oder von Eltern, bei denen man tiefen Schmerz über den Todesfall empfindet, ja ihn selbst in heißen Tränen während des Schlafes äußert 69. Freuds sorgfältig entwickelte und mit viel empirischem Material gestützte Erklärung ist dabei, daß sich in solchen Träumen ein aggressiver Tötungswunsch aus längst vergangenen Kindertagen ausdrückt, der nur in entsprechend entstellter Form (als Wirkung nicht des eigenen Wünschens oder Handelns) und in der Affektumkehr (Trauer statt Triumph) ausphantasiert werden kann. Die feindselige Regung des Geschwisterneids oder der Rivalität um den gegengeschlechtlichen Elternteil, die - in infantiler Fehleinschätzung des Todes als einer Entfernung - den Rivalen um die elterliche Liebe oder die Liebe der Mutter, bzw. des Vaters weghaben wollte, ist zwar lebensgeschichtlich der Verdrängung zum Opfer gefallen und durch Geschwisterliebe, bzw. Identifikation mit dem gleichgeschlechtlichen Elternteil ersetzt worden, aber sie ist wirksam geblieben in der unbewußten Wunschmotorik der Phantasie, und die Intensität des Trauer-Gefühls im Traum entspricht der Intensität des Verdrängungswiderstandes. Auch auf der Ebene der primären Bezugspersonen - dies durchaus eine für die Zeitgenossen Freuds skandalöse Beobachtung - ist die Welt nicht heil : der Bruder ist nicht nur der geliebte Spielgefährte, sondern auch der verhaßte Rivale, und für den geliebten und verehrten Vater gilt (aus der Perspektive des Sohnes) das Gleiche. Wo Liebe ist (und auch erzieherisch gefordert und moralisch verlangt wird), ist auch Haß. Freud benutzt an dieser Stelle in der Traumdeutung einen Begriff noch nicht, den er erst über 10 Jahre später 70 von Bleuler zur Bezeichnung der gleichen Sache übernimmt und in die psychoanalytische Theoriebildung einfügt: den der Ambivalenz. Bleuler, Chef über die erste Hochburg der europäischen Psychiatrie, die sich für die Psychoanalyse interessierte (und Lehrer C.G.Jungs, der aus diesem Grund mit Freud Kontakt aufnahm), hatte als erster in der Beschreibung der Schizophrenie von ambivalentem Verhalten (des Willens, des Intellekts, des Gefühls) gesprochen, aber auch den Zusammenhang mit normalen Ambivalenzreaktionen Nicht-Schizophrener schon hergestellt. Freud übernimmt den Begriff ab 1912, zunächst zur Unterscheidung positiver und negativer Übertragungsreaktionen in der Psychoanalyse, dann aber auch in der Reformulierung von Grundelementen der psychoanalytischen Theorie (Ödipuskomplex, klinische Beschreibungen der

15 Zwangsneurose, Hysterie, Depression usw.) bis hin zur Metapsychologie und den spekulativen Texten des Spätwerks, in dem die Ambivalenz von Liebe und Haß in den Objektbeziehungen zu Vermutungen über einen Triebdualismus von Lebens- und Todestrieben führt 71. In den Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse von 1916/17 etwa erfolgt die Darstellung des Ödipuskomplex ganz selbstverständlich in der Terminologie des Ambivalenzkonfliktes 72. Unterstellt man nun einmal - und für eine breite Problematisierung und Argumentation der psychoanalytischen Prämissen ist hier ohnehin kein Raum - die psychoanalytischen Annahmen zur Genese und Struktur der menschlichen Phantasiebildung 73, so läßt sich die Szene von Winnetous Tod unschwer als Phantasma von der Art der Träume vom Tod teurer Personen erkennen, und die ambivalente Gefühlsreaktion des Lesers auf die Szene (empathische Trauer und Abwehr) als Reaktion auf die Ambivalenz des Phantasmas selbst: Ambivalenz der sexuellen Objekt-Beziehung (man hätte dann an die deutlichen Parallelen zu Nscho-tschis Tod in Winnetou I 74 zu denken); oder auch - beide Deutungen schließen sich nicht aus - Ambivalenz in der Beziehung zu einem narzißtischen Idealobjekt 75, Ambivalenz also in der Beziehung zu sich selbst. Und Wunscherfüllungsphantasie wäre dieses (stark narzißtisch getönte) Phantasma dann insofern, als es - in der Form der Affektumkehr und der Projektion der Urheberschaft der Aggression auf andere - die (verkleidete) Erfüllung eines (unterdrückten, verdrängten) Wunsches, nämlich eines aggressiven Wunsches (mit-) erlaubt. Hat man aber soweit mitvollzogen, was mit dem psychoanalytischen Begriff der Wunscherfüllung in der Generierung des Phantasmas gemeint ist, so fällt das Verständnis zumindest einer der beiden andern Beispiel- Kitsch -Szenen noch leichter. Adolphine, die ihre zarten Glieder auf das weiche Moos streckt; der Liliensammet ihrer Wangen, die Purpurlippen, der kleine (halb geöffnete) Mund und der (ruhig wogende) Lilien-Busen usw. entwerfen eine erotische Topographie erotischer Wünsche auf weiblichem Körper, die unverkennbar weiter reicht als nur bis zur Zwickelspitze des blütenweißen Strümpfchens, aber in einem Jahrhundert, in dem der Anblick eines Frauen-Fußknöchels die Männer zu Ekstasen treibt, in seiner Entfaltung gehemmt ist und weitgehend verdrängt werden muß - wenn auch nicht ohne Hinterlassung einer Peinlichkeitsregung auch in der bereits verkleideten Form. Eissler hat in seiner (psychoanalytischen) Goethe-Biographie 76 jene Stelle aus Werthers Briefen aus der Schweiz hervorgehoben, in der beschrieben wird, wie Werther / Goethe bei einer Züricher Kupplerin zum ersten Mal zum Anblick einer nackten Frau kommt, von weiteren Taten allerdings verstört Abstand nimmt. Auch in dieser Beschreibung mischen sich auf exemplarische Weise Schaulust und Hemmung: Sie fing an sich auszukleiden; welch eine wunderliche Empfindung, da ein Stück nach dem anderen herabfiel, und die Natur, von der fremden Hülle entkleidet, mir als fremd erschien und beinahe, möcht ich sagen, mir einen schauerlichen Eindruck machte. Ach! mein Freund, ist es nicht mit unsern Meinungen, unsern Vorurtheilen, Einrichtungen, Gesetzen und Grillen auch so? Erschrecken wir nicht, wenn eine von diesen fremden, ungehörigen, unwahren Umgebungen uns entzogen wird, und irgend ein Theil unserer wahren Natur entblößt dastehen soll? Wir schaudern, wir schämen uns, aber vor keiner wunderlichen und abgeschmackten Art, uns durch äußern Zwang zu entstellen, fühlen wir die mindeste Abneigung. Soll ich dir s gestehen, ich konnte mich eben so wenig in den herrlichen Körper finden, da die letzte Hülle herab fiel, als vielleicht Freund L. sich in seinen

16 Zustand finden wird, wenn ihn der Himmel zum Anführer der Mohawks machen sollte. 77 Laplanche Unser letztes Beispiel schließlich - hier Betrachtung einer Landschaft genannt - ist vielleicht deshalb schwieriger zu verstehen, weil es zwar unverkennbar (wie viele romantische Naturevokationen) mit einem Glücksgefühl verknüpft ist ( Wie schön das war... ), aber zunächst nicht einsichtig sein mag, warum es sich dabei um eine Wunscherfüllungsphantasie aus der Welt der infantilen Wünsche handle. Freud selbst, obzwar leidenschaftlicher Bergwanderer und Naturgenießer, scheint sich für diese Dimension menschlichen Erlebens nie problematisierend interessiert zu haben, sieht man einmal von dem Hinweis in der Traumdeutung ab, viele Landschaften der Träume, besonders solche mit Brücken oder mit bewaldeten Bergen seien als symbolische Genitalbeschreibungen 79, insbesondere des weiblichen Genitales, zu betrachten 80. Erst Freuds kulturwissenschaftlich und in der Zeitschrift Imago engagierte Schüler 81 der ersten Generation haben ihre Gedankenspiele auch, und dies von Anfang an in Zusammenhang mit der Diskussion des Narzißmus-Konzepts, auf dieses auch psychologisch so interessantes Phänomen des Naturerlebnisses gerichtet. Unbestritten ist dabei immer die projektive Dimension des Naturgenußes zumindest der Moderne: Dir Affekte [...], die wir in die Natur hinausprojizieren, sind ihr nur geliehen und wir werden immer wieder daran gemahnt, daß sie nicht wirklich der Landschaft, sondern uns selbst angehören; wir können es uns nicht lange verhehlen, daß nicht der Herbstwald trauert, sondern wir, daß wir zornig und gewaltsam sind, nicht das Gewitter. 82 In ihrer zuerst 1934 erschienenen Studie zu Edgar A. Poe schlägt Marie Bonaparte die Brücke zwischen solchen Überlegungen der Freudschüler und den Befunden der Traumdeutung, wenn sie auf die Eigenart der Poe schen Landschaften 83 hinweist, sie als Muttersymbolik einstuft und das Entstehen solcher Phantasien in eine sehr frühe Phase der Mutter-Kind-Symbiose verlegt, in der Innen und Außen noch nicht geschieden und erst dabei sind, sich zu differenzieren: Im Zentrum der Schöpfung steht für das Menschenkind zuerst und allein das menschliche Geschöpf. Der Säugling kennt das Universum nicht, er kennt von ihm nur die ihn nährende Brust, die ihm übrigens anfangs mehr als ein Besitz zu sein scheint: sie ist eine Art Anhängsel seines eigenen Körpers. Die Mutter wird nach und nach zu der ersten Vorstellung, die er sich von der äußeren Welt machen kann ; er bemerkt bald, daß sie bei ihm sein kann und auch nicht, daß sie ihm die Brust geben und verweigern kann. Sie wird für ihn die erste Verkörperung der ihn umgebenden Natur, und alle Gegenstände, die er nach und nach erfaßt, gruppieren sich um das ursprüngliche Mutterbild. Hierauf wird dem älter gewordenen Menschen in einer Art Regression die Natur, welche nährt oder straft, zum Symbol für die Mutter, die ursprünglich das Vorbild war und nun übermäßig groß, ewigdauernd, ins Unendliche projiziert ist. Daher ist die Art, wie Menschen zur Natur stehen, ein mehr oder minder deutlicher Reflex ihres persönlichen Mutter-Komplexes. 84 Schon ein paar Jahre vorher schließlich hat der Budapester Freud-Schüler Eisler den Zusammenhang zwischen Naturgenuß und narzißtischer Größenphantasie hergestellt: der Naturgenuß sei quasi die komplementäre Erscheinung zum normalen Größenwahn. Während nämlich in der Pathologie des Größenwahns eine Regression auf den primären, infantilen Narzißmus stattfinde (und dann zu realitätsinadäquatem Verhalten führe), gelinge es dem Naturgenießenden, ähnlich wie im Traum sein seelisches Gleichgewicht zu erhalten, indem er seine Grandiositätswünsche nach außen projiziere und als ein dem Ich gegenüberstehendes Gebilde zu erleben vermöge:

17 Wir haben deshalb im Naturgefühl ein Negativ des Größenwahns zu erkennen. Der Naturschwärmer ist ja jederzeit gerne bereit, die Kleinheit des eigenen Ich gegenüber der gewaltigen Größe der Natur einzusehen. 85 Man wagt es kaum hinzuschreiben, aber unplausibel ist es nicht: der Romantiker, der demütig die Größe und Gewalt der Natur genießt, gibt sich einer narzißtischen Grössenphantasie hin, einem infantilen Allmachtstraum... Heutige Psychoanalytiker jedenfalls, deren Wahrnehmung noch viel stärker geschult ist auf Phantasmen aus der frühen, narzißtischen Mutter-Kind-Beziehung, der Welt der ozeanischen Gefühle und Wohlklänge, in der im Bewußtsein des Kindes die libidinöse Besetzung des eigenen Körpers noch nicht getrennt werden kann von der libidinösen Besetzung der mütterlichen Umwelt, sind sich da einig und halten Naturromantik und Naturgenuß in der Tat für eine Regression in frühe narzißtisch getönte Erlebniswelten: der Sonnenuntergang, ob in Natur oder Agfacolor, ist, wie das Eintauchen in eine wohltemperierte Badewanne, eine temporäre Rückkehr in uralte Glücksgefühle. Daß diese gleichzeitig auch ambivalent und mit Peinlichkeitsgefühlen belegt erlebt werden - jeder kennt den Aufschrei des Publikums, der sich in einem Lichbildervortrag bei einem besonders geglückten, besonders kitschigen Sonnenuntergang einstellt -, hat mit dem radikal egoistischen Charakter solch narzißtischer Phantasien zu tun: sie sind, wie alle Tagträume, asozial 86, und bedürfen, um mitteilbar zu werden, der Bearbeitung, die ihnen den Charakter des rückhaltlos Persönlichen nimmt. Es wäre nicht schwer, für beliebige weitere Phantasien den gleichen Nachweis zu führen: ich belasse es bei den angeführten Beispielen. Das Schaurig-Schöne des Kitsches ist, wie das Schrecklich-Lustvolle des Obszönen, ein Kind der Ambivalenz. 4 Literarischer Realismus: Distanzierungen Literarisierte Phantasmen in Präromantik und Romantik also, die allzu direkt infantile Wunscherfüllungen umsetzen: der Ausweg aus diesem Dilemma der Peinlichkeitsgefühle und Ambivalenz liegt in der schrittweisen Ausbildung einer neuen Ästhetik, eben der des literarischen Realismus, und der ebenso allmählichen Separation einer Literatur, die den Ansprüchen dieser ästhetischen Norm genügt, von einem breiten Strom von Trivialliteratur, von Phantasien also, denen der kaum verhüllte Tagtraum- und Wunscherfüllungscharakter inhärent bleibt und die dann mit dem Verdikt des Trivialen belegt sind (oder dort, wo sie im Erleben Peinlichkeitsgefühle auslösen, mit der abwertenden Etikette Kitsch ). Kein Wunder, daß Freud und seine Schüler für ihre Demonstrationen des Tagtraumcharakters literarischer Texte nicht gerade jene Dichter aus(suchen), die von der Kritik am höchsten geschätzt werden, sondern die anspruchsloseren Erzähler von Romanen, Novellen und Geschichten, die dafür die zahlreichsten und eifrigsten Leser und Leserinnen finden 87, treffen sie doch hier sehr viel unverstellter auf das, was ihnen aus der psychoanalytischen Klinik vertraut ist und was ihnen immer wieder als das eigentliche Motiv des Lesers zur Hingabe an die literarisierten Phantasmen auch der hohen Literatur erscheint. Auch für die Psychoanalyse aber wird zum Maßstab der Kunst, was es zu diesem Zeitpunkt für die Literatur längst geworden ist: die

18 Distanzierung von Tagtraum und Wunscherfüllungsphantasie durch deren kunstgerechte Bearbeitung. Freud weist der ästhetischen Form nichts zu als ihre zeitgemäße Aufgabe, wenn er sagt: Wir werden von solchen Phantasien, wenn wir sie erfahren, abgestoßen oder bleiben höchstens kühl gegen sie. Wenn aber der Dichter uns seine Spiele vorspielt oder uns das erzählt, was wir für seine persönlichen Tagträume zu erklären geneigt sind, so empfinden wir hohe, wahrscheinlich aus vielen Quellen zusammenfließende Lust. Wie der Dichter das zustande bringt, das ist sein eigenstes Geheimnis; in der Technik der Überwindung jener Abstoßung, die gewiß mit den Schranken zu tun hat, welche sich zwischen jedem einzelnen Ich und den anderen erheben, liegt die eigentliche Ars poetica. Zweierlei Mittel dieser Technik können wir erraten: Der Dichter mildert den Charakter des egoistischen Tagtraumes durch Abänderungen und Verhüllungen und besticht uns durch rein formalen, d. h. ästhetischen Lustgewinn, den er uns in der Darstellung seiner Phantasien bietet. Man nennt einen solchen Lustgewinn, der uns geboten wird, um mit ihm die Entbindung größerer Lust aus tiefer reichenden psychischen Quellen zu ermöglichen, eine Verlockungsprämie oder eine Vorlust Distanzierung in Ironie und Zynismus Die Mittel dieser Distanzierung sind vielfältig, und sie müssen nicht alle von neuem erfunden werden. Die literarische Kultur des ancien régime, mit der die Kulturrevolution der Präromantik und Romantik dann doch wieder Berührung findet - Goethe in Weimar und seine Freundschaft mit Wieland, wie überhaupt die Weimarer Klassik (die von französischen, englischen oder italienischen Germanisten schlicht unter Romantik verbucht wird), aber auch die Goetheverehrung der eigentlich Romantischen Generationen sind Ereignisse, in denen dieser Prozeß langsam sich einstellender kultureller Kontinuität sichtbar wird, und die französischen Romantiker etwa der ersten Generation, die de Lamartine, die de Vigny usw., sind ohnehin solide literarisch sozialisiert im Jahrhundert der Aufklärung: die literarische Kultur des ancien régime jedenfalls stellt erprobte Kunstverfahren auch für die Bedürfnisse dieser neuen Kunst zur Verfügung. Zwar sind die alten Regeln der bienséance nicht mehr auf Dauer tragfähig, aber sie hat Mittel der Distanzierung schon ausgebildet, die jetzt dazu dienen können, die Unmittelbarkeit der Traumproduktion zu brechen. Das Stilmittel der Ironie etwa ist keine Erfindung der Brüder Schlegel, sondern hat schon im 18. Jahrhundert dazu gedient, die didaktischen Interessen der Aufklärer auf gefällige, geschmackvolle Weise zur Geltung zu bringen und die Aggressivität der aufklärerischen Kritik ästhetisch zu mildern: nicht erst Tieck, Hoffmann oder Heine sind Meister dieser Stilform, sondern schon Montesquieu, Diderot und Voltaire, aber wenn für die Aufklärung die Träume der Vernunft erst in der Ironie erträglich waren, so sind es nun die Träume der infantilen Wunscherfüllungen. Die Distanzierung der Ironie ist zunehmend auch steigerungsfähig - im Zynismus, jener Denkform vieler Autoren des 19. Jahrhunderts, deren Mühe in der Abwehr romantischer Versuchungen offensichtlich ist: in Baudelaires Fleurs du Mal etwa auf Schritt und Tritt, oder in Flauberts Dictionnaire des idées reçues, wo dann zum Stichwort Genie, der klassischen infantilen Größenphantasie der Romantik also, nur noch sarkastisch der volkstümliche Standpunkt eingenommen wird: Le gènie: inutile de l admirer, c est une névrose Distanzierende Überarbeitung Eine kleine kalte Schlußrede hatte Lessing für den Werther empfohlen, und auch dies wird ein gängiges Mittel der Distanzierung. Goethe fügt zwar keine Schlußrede an, aber er überarbeitet

19 und erweitert den Text im Abstand von mehr als 10 Jahren für die zweite Ausgabe von Die Tendenz der Überarbeitung ist eindeutig und geht in Richtung der Lessingschen Empfehlung. Die Psychologie der Personen wird stärker elaboriert, sei es (bei Werther) nach dem klassischen Modell des Melancholikers, oder (bei Lotte) in der Ausdifferenzierung weiblicher Liebespsychologie und unbewußter Verführung. In der nun erst erfundenen Nebenhandlung des Bauernburschen, der aus Liebe zu einer ihm verwehrten Frau zum Mörder wird, entsteht nicht nur eine virtuelle Verhaltensmöglichkeit Werthers, sondern auch ein massiver Verweis auf die ausgedehnte, theoretische Selbstmorddiskussion der Aufklärung, in der die Opposition Mord / Selbstmord immer eine bedeutsame Funktion hatte 90. Und sogar Funken von Ironie sprühen auf, wenn etwa Werther sich beklagt, daß Lotte zum Trocknen der Tinte ihrer billets Sand benutze: das knirsche dann so zwischen den Zähnen, wenn er die Brieflein abküsse All dies dient der Distanzierung vom allzu persönlichen Phantasma, und überdies betreffen die Erweiterungen ohnehin sehr viel stärker das fiktive und immer wieder auch kommentierende Herausgeber-Nachwort 92 als die Brief-Teile 93, womit Lessings Empfehlung dann schließlich (fast) doch noch zu ihrem Recht gekommen wäre. Goethe ist nicht der einzige, der auf diese Weise Distanz zu seinen frühen Phantasmen gewinnt: Es gibt im 18. und frühen 19. Jahrhundert eine lange Geschichte der Überarbeitung von Texten, bei denen Peinlichkeitsgefühle der erwähnten Art Pate stehen und sich unter der Hand, noch im Herzen der Präromantik, eine neue Poetik ankündigt. Für Rousseaus Neue Héloïse etwa 94 ist dieser Prozeß der Distanzierung so massiv und vielfältig, daß es - Unikum bei einem Text von solch immenser Wirkung und Verbreitung - philologisch kaum möglich ist, einen authentischen Text zu definieren: noch während das Manuskript beim Verleger in Amsterdam ist, konzipiert Rousseau in Paris 2 verschiedene Vorreden (des fiktiven Herausgebers), multipliziert in weiteren handschriftlichen Fassungen Anmerkungen über Anmerkungen (und auch Anmerkungen zu Anmerkungen), die eine Art Rollenkonflikt zwischen Roman-Ich und Herausgeber-Ich institutionalisieren, der wiederum in unterschiedlicher Intensität sowohl in die Fahnenkorrekturen wie in spätere Neuauflagen eingeht. Nicht weniger als fünf handschriftliche Fassungen und zwei von Rousseau autorisierte Druck-Fassungen (1761 und 1763) entstehen so im Zeitraum weniger Jahre, die alle voneinander abweichen und nur in einem übereinstimmen: der grundlegenden Tendenz zur Problematisierung der ursprünglichen Identifikation. Richtig gewiß bleibt sich der Struktur seines Phantasmas im 18. Jahrhundert eigentlich nur der erste Autor dieser Traditionsreihe: Richardson. Aber dieser hat - kommerziell erfahrener Verleger und Buchhändler - von Anfang an auf den Massenerfolg seines Publikums gesetzt: Richardsons Romane sind auch die ersten kühl kalkulierten bestseller der neueren Literaturgeschichte und eröffnen nicht zuletzt auch in diesem Sinn die Tradition der trivialen, populären Lesestoffe, der Trivialliteratur. 4.3 Distanzierung durch Wissenschaft Ein Stück Leben, ohne jede Nebenabsicht oder Tendenz habe er mit seiner L Adultera gegeben, schreibt Fontane am 5.Mai 1881 an seine Tochter Martha, denn seine Schreibweise [sei] von zwei Dingen völlig frei [...]: von Übertreibungen überhaupt und vor allem von Übertreibungen nach der Seite des Häßlichen hin. Ich bin kein Pessimist, gehe dem Traurigen nicht nach, befleißige

20 mich vielmehr, alles in jenen Verhältnissen und Prozentsätzen zu belassen, die das Leben selbst seinen Erscheinungen gibt. 95 Literatur also als mimesis, als Abbild der Wirklichkeit en miniature, aber in mathematisch definierten Relationen: Fontane kann sich zu diesem Zeitpunkt auf 2-3 Generationen von Schriftstellern berufen, die sich in der Stunde der romantischen Anfechtung die bittere Askese der Wissenschaft verordnet haben, und auch dies ist selbstverständlich eine höchst erfolgreiche Methode der Distanzierung von den Wunscherfüllungsphantasmen, ihrer Ambivalenz und ihren Peinlichkeiten. Zwar bekleidet sich Balzac mit einer Mönchskutte, wenn er seine Romane schreibt 96, aber er orientiert sich - etwa in seinem Avant-Propos zum gigantischen Projekt der Comédie humaine - an Geoffroy Saint-Hilaire, dem Biologen 97, und versteht sich als Vertreter der Soziologe, Sozialgeschichte oder (in einem ganz modernen Sinn, aber nicht anders als Cooper u.a.) der Alltagsgeschichte. Stendhal konzipiert nicht nur seinen Julien Sorel i.s. der Psychologie eines Destutt de Tracy 98, sondern versteht sich in De l amour selbst zweifelsfrei als Psychologe. Flaubert, fils et frère de médecins distingués [...] tient la plume comme d autres le scalpel (Sainte-Beuve), betreibt selbst naturwissenschaftliche Studien in Anatomie, Physiologie und Pathologie und verspricht sich viel von der Übernahme objektiver naturwissenschaftlicher Beobachtungsmethoden (Impartialité, impassibilité) in die literarischen Verfahren 99 : die Kritik nennt seine Madame Bovary einen roman physiologique 100. Die Brüder Goncourt, seine Schüler, konzipieren ihre Romane als klinische Fallstudien 101 der Psychiatrie und Sexualpathologie. Zola experimentiert mit der Darwinschen (und Mendelschen) Vererbungslehre und der Taineschen Milieutheorie und setzt seiner Thérèse Raquin als Motto den streng deterministischen Satz Taines voraus: Le vice et la vertu sont des produits comme le vitriol et le sucre 102. Auch der psychologische Roman des späten Naturalismus (Huysmans, Bourget, der jungen Gide) ist nicht nur psychologisch interessiert, sondern will wissenschaftliche Psychologie sein - in einer Zeit, in der Literatur, Philosophie und Psychologie als noch weitgehend ungeschiedene Einheit existieren und sich das, was wir heute wissenschaftliche Psychologie nennen, erst langsam entwickelt. Noch James Joyce steht in dieser Tradition und bezieht sich auf die zu seiner Zeit modernste wissenschaftliche Psychologie: die Psychoanalyse; und trägt damit ganz wesentlich zu einer Situation bei, in der dann die Literatur neben sich konsterniert einen Konkurrenten entdeckt, dessen Fallgeschichten von offenbar viel höherer Relevanz 103 sind und dessen Systematik und Strenge ihr Terrain abnimmt 104. Zunächst aber hat all dies die Funktion, in der Entwicklung einer Ästhetik des Realismus durch ostentative Betonung der Wirklichkeit abzulenken von der Wirklichkeit der Träume. 4.4 Distanzierung über die Erzählhaltung Anderes reicht dann gar bis in die Substanz der narrativen Verfahren: die Funktion der ironischen Spiegelung, der kalten Schlußrede und distanzierenden Anmerkung in der Distanzierung des Autors von seinen Phantasien übernimmt letzten Endes in viel vollkommenerer Weise das, was Stanzel (seit 1955) die personale Erzählsituation 105 genannt hat. Vielleicht haben wir uns in der maßgeblich von der (deskriptiven) Linguistik beeinflußten, deskriptiven Phase der Literaturwissenschaft der letzten 30 Jahre, die Stanzel selbst einmal das Linnésche Zeitalter 106 (sc.: der Lite-

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