Liebe Freunde, liebe Verwandte, liebe Spender,

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1 Siem Reap, November 2012 Liebe Freunde, liebe Verwandte, liebe Spender, nun bin ich schon seit acht Wochen hier in Siem Reap und die Zeit verging wie im Flug. Am 15. September sind Sarah, Judith und ich hier angekommen. Gemeinsam werden wir ein Jahr als weltwärts-freiwillige in der VDCA-School in Siem Reap und in der Anlung Pi School, draußen auf dem Land, arbeiten. Nach unserer Ankunft waren wir zuerst mal sehr beeindruckt von den unzähligen Motos, Tuk Tuks und Märkten, die Siem Reap so lebendig machen. In den ersten Tagen mussten wir aufpassen, dass wir uns nicht ständig verlaufen. Doch schon bald erstanden wir in einem der unzähligen Fahrradläden drei alte japanische Fahrräder um damit zur VDCA (Volunteer Developtement Children s Association)-School zu radeln, die etwa acht Kilometer von unserem Guest House entfernt, auf dem Weg zu den Tempeln von Angkor Wat, liegt. Ein angenehmer Nebeneffekt der Fahrräder ist, dass Radler nicht ständig von Moto- und Tuk Tuk-Fahrern umworben werden. Allerdings ist es nicht ganz einfach keinen Unfall zu bauen, da die Einheimischen den gängigen Verkehrsregeln keinerlei Beachtung schenken. Aber mit der Zeit versteht man, wie die kambodschanischen Verkehrsteilnehmer denken und kann sich anpassen.

2 Ein bisschen anpassungsbedürftig ist auch die kambodschanische Küche, die doch sehr anders ist als das, was wir aus Europa kennen. Praktisch jede Art von Mahlzeit basiert auf Reis und dazu ist von Schweinehaut über sämtliche Innereinen (alle Tiere werden hier komplett verwertet) bis hin zu Schlangen und Spinnen alles geboten. Das Gute ist, dass eine einfache Mahlzeit schon für einen Dollar zu haben ist. Alles was in Kambodscha hergestellt oder erzeugt wird (z. B. Essen oder Kleidung) ist sehr billig, dafür sind Importwaren umso teurer. Die Arbeit an der Schule macht viel Freude und ist sehr interessant. Im November unterrichte ich an der VDCA-School und Sarah und Judith fahren täglich rund 30 Kilometer nach Anlung Pi, im Dezember wird getauscht. Der Unterricht in der VDCA-School findet nachmittags statt. Bevor ich mit meinem Unterricht beginne, bekomme ich vom hiesigen Kunstlehrer Malivann eine Stunde KhmerUnterricht. Im Moment unterrichte ich hauptsächlich Englisch bei den älteren Klassen (16-20 Jahre), aber bald wird noch eine Deutsch-Klasse dazukommen, denn Sprachkenntnisse sind für die Khmer extrem wichtig, damit sie sich zum Beispiel irgendwann einmal ihr Geld mit dem Tourismus verdienen oder auch im Ausland studieren können. Eine Fußballmannschaft haben wir schon gegründet, ich bin der Trainer da kommen mir die Kenntnisse, die ich als A-Jugend Spieler beim MTV-Dießen erworben habe, sehr zu Gute! Bislang existierten an der VDCA- und an der Anlung Pi School keinerlei Sportangebote, aber es gibt unglaublich viele Schüler die sich so etwas wünschen und mir macht es gigantisch viel Spaß! Im Dezember beginnt dann der Siem Reap Cup, bei dem unsere Mannschaft natürlich auch teilnehmen wird. Zum Glück hat uns aus England rechtzeitig eine großzügige Spende erreicht! Das bedeutet wir können für unsere Mannschaft Trikots und Bälle kaufen!!! Die Vormittage verbringe ich meistens damit, in einer der beiden Schulen bei Bau- oder Reparaturarbeiten zu helfen oder den Unterricht vorzubereiten. Das ist nicht immer leicht, denn viele Schüler sprechen noch nicht so gut Englisch und mein Khmer ist auch noch nicht das Beste. Deshalb besteht die Kunst darin, den Schülern jede Stunde neues Wissen zu vermitteln, und zwar so, dass sie dabei trotz eingeschränkter Kommunikationsfähigkeit Spaß und Erfolg haben. Das Gute ist, dass beide Schulen für die Schüler kostenlos und freiwillig sind. Die Kinder und Jugendlichen kommen, weil sie etwas fürs Leben lernen möchten.

3 Slackline-Vorführung am ersten Schultag in Anlung Pi Von meinem zweiten Arbeitsplatz in der Anlung Pi School kann ich noch nicht so viel berichten. Aber ich war schon einige Male dort und habe kleinere Sachen erledigt, z.b. mussten wir das Strohdach erneuern, da es von einem Monsunsturm weggeweht wurde. Zum Schuljahresbeginn durften wir in Anlung Pi Bücher und Hefte an die Kinder verteilen, die aus Spenden angeschafft wurden. Anders als in der VDCA-School beginnt der Unterricht in Anlung Pi schon um 8.30 Uhr und geht bis vier Uhr. In Anlung Pi werden vorwiegend Kinder von fünf bis 12 Jahren betreut und unterrichtet. Viele leben unter unvorstellbaren Bedingungen auf einer riesigen Müllkippe, denn der ganze Müll von Siem Reap wird hier abgelagert. Ihre Eltern verdienen ein bisschen Geld damit

4 Müllkippe von Anlung Pi Pfandflaschen zu sammeln oder Essenreste zu Schweinefutter oder für den Eigenbedarf zu verarbeiten. Abgesehen von der Müllkippe ist Anlung Pi wunderschön! Im ersten Moment denkt man, dass hier die Zeit stehen geblieben ist, denn auf dem Land gibt es weder Strom noch fließendes Wasser. Wegen des Hochwassers, das zur Bewässerung der Felder wichtig ist, leben die Bauern in traditionellen kambodschanischen Hütten auf Stelzen, umgeben von smaragdgrünen Reisfeldern. Da Anlung Pi rund 30 Kilometer von Siem Reap entfernt ist, ist es unmöglich täglich dorthin zu radeln. Um die Strecke morgens und abends zu bewältigen, müssen wir Freiwilligen uns ein Tuk Tuk mieten. Das kostet pro Tag zirka acht Dollar. Mit unserem knappen Taschengeld ist das auf Dauer nicht zu machen. Deshalb möchten wir Freiwilligen uns so bald wie möglich ein Moto (Moped) kaufen, das dann im kommenden Jahr an die nächste Freiwilligen-

5 Generation weitergeben wird. Ein gutes, gebrauchtes Moto kostet hier etwa 1000 Dollar, denn in Kambodscha sind Motos das Verkehrsmittel Nummer Eins. Falls Sie/falls ihr unsere Mobilität mit einer Spende unterstützen wollt, würden wir uns natürlich riesig freuen! Bei Freunden, Verwandten und anderen netten Leuten, die bereits für unsere Schulen gespendet haben, darf ich mich stellvertretend für alle Schüler und Lehrer der VDCA- und Anlung-Pi-School auf diesem Wege nochmals ganz herzlich bedanken! Spenden werden von Monika Prokschs Verein Zukunft für Kinder der Welt e.v aus Dießen direkt an die VDCA (www.vdca-cambodia.org) weitergeleitet. Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Monat in Anlung Pi und ich werde mich bestimmt bald wieder melden, denn jeder Tag in Kambodscha hält eine neue Überraschung bereit! Allen Menschen rund um den Ammersee wünsche ich eine beschauliche Adventszeit, ein schönes Weihnachtsfest und alles Gute fürs neue Jahr! Paul Nagl SPENDEN BITTE AN: Zukunft für Kinder der Welt e. V. Sparkasse Landsberg-Dießen, Konto-Nr , BLZ Verwendungszweck: VDCA/Anlung-Pi SWIFT: BYLA DE MM, IBAN DE Vorsitzende: Monika Proksch Schilcherstr. 8 a, Dießen Telefon: +49 (0)

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