vom 2. Juni 2010 Inhaltsübersicht

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1 Ordnung über den Hochschulzugang für in der beruflichen Bildung Qualifizierte an der Fachhochschule Südwestfalen (Berufsbildungshochschulzugangsordnung) vom 2. Juni 2010 Aufgrund des 2 Abs. 4 Satz 1 und des 49 Abs. 6 des Gesetzes über die Hochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen (Hochschulgesetz - HG) vom 31. Oktober 2006 (GV. NRW. S. 474), zuletzt geändert durch Gesetz vom 08. Oktober 2009 (GV.NRW. S. 516), sowie aufgrund der Verordnung über den Hochschulzugang für in der beruflichen Bildung Qualifizierte (Berufbildungshochschulzugangsverordnung) vom 08. März 2010 (GV.NRW. S. 160) hat die Fachhochschule Südwestfalen die folgende Ordnung erlassen: Inhaltsübersicht 1 Regelungsbereich und anwendbare Vorschriften 2 Bewerbungsfrist 3 Zugang aufgrund beruflicher Aufstiegsfortbildung 4 Zugang aufgrund fachlich entsprechender Berufsausbildung und beruflicher Tätigkeit 5 Teilnahme an Zugangsprüfung und Probestudium aufgrund sonstiger beruflicher Qualifikation 6 Zugangsprüfung und Probestudium 7 Prüfungsausschuss 8 Durchführung der Zugangsprüfung 9 Leistungsbewertung und Zeugnis der Zugangsprüfung 10 Wiederholung der Zugangsprüfung 11 Ungültigkeit der Zugangsprüfung 12 Einsichtnahme 13 In-Kraft-Treten, Veröffentlichung 1 Regelungsbereich und anwendbare Vorschriften (1) Diese Ordnung regelt den Zugang zu einem Studium an der Fachhochschule Südwestfalen für in der beruflichen Bildung Qualifizierte, die keine Hochschulreife gemäß 49 Abs. 2 bis 4 HG nachweisen. (2) Die sonstigen Zugangsregelungen des 49 HG sowie das Zulassungsrecht, insbesondere die Vergabeverordnung des Landes NRW, bleiben unberührt. 2 Bewerbungsfrist (1) Die Bewerbungsfrist für die Zulassung zum Studium für Bewerberinnen und Bewerber mit beruflicher Aufstiegsfortbildung gemäß 3 oder fachlicher Entsprechung von Berufsausbildung, beruflicher Tätigkeit und angestrebtem Studiengang gemäß 4 sowie für die Zulassung zum Probestudium endet am 15. Juli. Die Bewerbung muss spätestens zu diesem Termin schriftlich mit den erforderlichen Nachweisen bei der Fachhochschule Südwestfalen, Studierenden-Servicebüro, eingegangen sein. (2) Die Bewerbungsfrist für die Teilnahme an der Zugangsprüfung endet für ein Wintersemester am 1. April und für ein Sommersemester am 1. Oktober. Die Bewerbung muss 1

2 spätestens zu diesem Termin schriftlich mit den erforderlichen Nachweisen bei der Fachhochschule Südwestfalen, Studierenden-Servicebüro, eingegangen sein. Wird ein Studium im Rahmen einer Kooperation der Fachhochschule Südwestfalen gemäß 66 Abs. 5 HG bei einem Kooperationspartner angestrebt, kann der Antrag auf Zulassung zur Zugangsprüfung auch bis zum 15. Juli für ein Wintersemester bei der Fachhochschule Südwestfalen schriftlich eingehen. (3) Bewerbungen, die nicht fristgerecht oder unvollständig vorliegen, sind vom Studierenden-Servicebüro abzulehnen. Die Ablehnung ist zu begründen und mit einer Rechtsmittelbelehrung zu versehen. Eine Wiederbewerbung zum darauf folgenden Bewerbungstermin ist zulässig. 3 Zugang aufgrund beruflicher Aufstiegsfortbildung Zugang zu allen Bachelorstudiengängen an der Fachhochschule Südwestfalen hat, wer einen der folgenden Abschlüsse einer Aufstiegsfortbildung erlangt hat: 1. Meisterbrief im Handwerk nach 45 oder 51a Handwerksordnung, 2. Fortbildungsabschluss, für den Prüfungsregelungen nach 53 oder 54 Berufsbildungsgesetz oder nach 42 oder 42a Handwerksordnung bestehen, sofern diese Lehrgänge mehr als 400 Unterrichtsstunden umfassen, 3. eine vergleichbare Qualifikation aufgrund von 142 Seemannsgesetz, 4. Abschluss einer Fachschule entsprechend der Rahmenvereinbarung über Fachschulen der Kultusministerkonferenz, 5. Abschluss einer mit Nummer 2 vergleichbaren landesrechtlich geregelten Fortbildung für Berufe im Gesundheitswesen sowie im Bereich der sozialpflegerischen und sozialpädagogischen Berufe, 6. Abschluss einer sonstigen vergleichbaren landesrechtlich geregelten Fortbildung. 4 Zugang aufgrund fachlich entsprechender Berufsausbildung und beruflicher Tätigkeit Folgende Qualifikation berechtigt zum Studium in einem der Berufsausbildung und der beruflichen Tätigkeit fachlich entsprechenden Studiengang: 1. Abschluss einer nach Berufsbildungsgesetz oder Handwerksordnung oder einer sonstigen nach Bundes- oder Landesrecht geregelten mindestens zweijährigen Berufsausbildung und 2. eine danach erfolgte mindestens dreijährige berufliche Tätigkeit in dem im Sinne der Nummer 1 erlernten Ausbildungsberuf oder in einem der Ausbildung fachlich entsprechenden Beruf; für Stipendiaten des Aufstiegsstipendienprogrammes des Bundes sind zwei Jahre ausreichend. Die Maßstäbe für die fachliche Entsprechung legt der für den angestrebten Studiengang zuständige Prüfungsausschuss fest. 5 Teilnahme an Zugangsprüfung und Probestudium aufgrund sonstiger beruflicher Qualifikation (1) Zugang zu einem Studium hat auch, wer unter den Voraussetzungen des Abs. 2 und des 6 eine Zugangsprüfung bestanden oder ein Probestudium erfolgreich durchgeführt hat. (2) Für die Teilnahme an einer Zugangsprüfung oder den Zugang zum Probestudium müssen folgende Voraussetzungen nachgewiesen werden: 1. Abschluss einer nach Berufsbildungsgesetz oder Handwerksordnung oder einer sonstigen nach Bundes- oder Landesrecht geregelten mindestens zweijährigen Berufsausbildung und 2

3 2. eine danach erfolgende mindestens dreijährige berufliche Tätigkeit auch in einem der Ausbildung fachlich nicht entsprechenden Beruf; für Stipendiaten des Aufstiegsstipendienprogrammes des Bundes sind zwei Jahre ausreichend. Der beruflichen Tätigkeit gleichgestellt ist die hauptverantwortliche und selbständige Führung eines Familienhaushalts und die Erziehung eines minderjährigen Kindes im Sinne des 25 Absatz 5 Bundesausbildungsförderungsgesetz oder die Pflege eines Angehörigen im Sinne des 16 Absatz 5 Zehntes Buch Sozialgesetzbuch Sozialverwaltungsverfahren und Sozialdatenschutz. Eine mindestens hälftige Teilzeitbeschäftigung oder Übernahme der in Satz 2 genannten Aufgaben ist als berufliche Tätigkeit mit dem entsprechenden Anteil anzurechnen. 6 Zugangsprüfung und Probestudium (1) Wer die Voraussetzungen des 5 Abs. 2 erfüllt und einen zulassungsbeschränkten Studiengang studieren will, muss an einer Zugangsprüfung teilnehmen. Wer die Voraussetzungen des 5 Abs. 2 erfüllt und einen nicht zulassungsbeschränkten Studiengang studieren will, muss an einer Zugangsprüfung oder einem Probestudium teilnehmen. (2) Die bestandene Zugangsprüfung berechtigt zur Aufnahme des Studiums im ersten Fachsemester des jeweiligen Studiengangs an der Fachhochschule Südwestfalen. Die Regelungen der Verordnung über die Vergabe von Studienplätzen des Landes NRW (VergabeVO) sowie der Satzung über die Ausgestaltung des Auswahlverfahrens sowie über besondere Bestimmungen für das Auswahl- und Zulassungsverfahren in zulassungsbeschränkten Studiengängen der Fachhochschule Südwestfalen gelten entsprechend. (3) Durch die Zugangsprüfung wird festgestellt, ob die sich bewerbende Person die fachlichen und methodischen Voraussetzungen für das Studium des angestrebten Studiengangs erfüllt. Es wird fachbezogenes und allgemeines Wissen geprüft. (4) Sofern bei einer ordnungsgemäßen und fristgerechten Bewerbung die persönlichen Voraussetzungen des 5 Absatz 2 vorliegen und der Termin für die Abnahme der Zugangsprüfung nicht oder später als zwei Monate nach Ablauf der Bewerbungsfrist angesetzt ist, gilt die Zugangsprüfung als mit der Note 1,0 bestanden. (5) Zur eigenen Leistungskontrolle können a) Personen nach 3 sowie b) Personen nach 4 für einen der Ausbildung und der beruflichen Tätigkeit entsprechenden Studiengang eine Zugangsprüfung ablegen. Das Ergebnis dieser Zugangsprüfung hat keinen Einfluss auf die Hochschulzugangsberechtigung. (6) Das Probestudium dauert in Präsenzvollzeitstudiengängen 2, in Verbundstudiengängen 3 Semester. Nach dem Ablauf des Probestudiums erlischt für die auf Probe studierende Person als solche der Anspruch auf Teilnahme an den nach der Prüfungsordnung erforderlichen Prüfungen. (7) Das erfolgreiche Probestudium berechtigt zur Fortsetzung des Studiums im jeweiligen Studiengang. Das Probestudium richtet sich nach den Regelungen der jeweiligen Prüfungsordnung für das entsprechende Fachsemester und ist erfolgreich, wenn zum Ende des Probestudiums mindestens 40 Leistungspunkte erworben wurden. Es sind die Leistungspunkte maßgeblich, die in Prüfungen im Rahmen des Probestudiums erworben wurden. (8) Bei Probestudierenden, die gemäß 6 Absatz 3 Nr. 1 und 4 der Satzung über die Erhebung von Studienbeiträgen und Gebühren an der Fachhochschule Südwestfalen (Befreiungsgründe: Pflege und Erziehung minderjähriger Kinder sowie Behinderung 3

4 oder schwere Erkrankung) von der Zahlung der Studienbeiträge befreit sind, verlängert sich das Probestudium um den Zeitraum der Beitragsbefreiung, höchstens jedoch um zwei Semester. (9) Personen nach 3 können ein Probestudium aufnehmen; Personen nach 4 können für einen der Ausbildung oder der beruflichen Tätigkeit entsprechenden Studiengang ebenfalls ein Probestudium aufnehmen. Über den Erfolg des Probestudiums entscheiden diese Personen selbst. 7 Prüfungsausschuss (1) Für die Organisation und die Durchführung der Zugangsprüfung ist der für den angestrebten Studiengang nach der entsprechenden Prüfungsordnung gebildete Prüfungsausschuss zuständig. (2) Der Prüfungsausschuss sorgt für die ordnungsgemäße Durchführung der Prüfung und die Einhaltung dieser Prüfungsordnung. Er ist insbesondere zuständig für die Entscheidung über Widersprüche gegen im Prüfungsverfahren getroffene Entscheidungen. Darüber hinaus hat der Prüfungsausschuss dem Fachbereichsrat über die Entwicklung der Zugangsprüfungen jährlich zu berichten. Der Prüfungsausschuss kann die Erledigung seiner Aufgaben für alle Regelfälle auf die Vorsitzende oder den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses übertragen; dies gilt nicht für die Entscheidung über Widersprüche. (3) Die Mitglieder des Prüfungsausschusses haben das Recht, bei Abnahme der Prüfungen anwesend zu sein. (4) Der Prüfungsausschuss bestellt für die schriftliche und die mündliche Prüfung zwei Prüferinnen oder Prüfer. Diese müssen hauptamtlich Lehrende im Fachbereich des angestrebten Studienganges sein. Von den Prüfenden der schriftlichen Prüfung wird ein Erst- bzw. Zweitprüfender bestimmt. Die Prüfenden sind in ihrer Prüfungstätigkeit unabhängig. 8 Durchführung der Zugangsprüfung (1) Die Einladung zur Zugangsprüfung erfolgt spätestens zwei Wochen vor der Prüfung. Es findet in der Regel in jedem Semester eine Zugangsprüfung statt. (2) Die Zugangsprüfung besteht aus zwei Elementen, in der Regel aus einer schriftlichen Prüfung mit einer Bearbeitungsdauer von ein bis zwei Zeitstunden und einer mündlichen Prüfung im Umfang von 15 bis 30 Minuten. Die Mündliche Prüfung kann auch als Gruppenprüfung mit höchstens sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmern durchgeführt werden. Es werden fachlich-inhaltliche und/oder methodische Fragen aus studienfachbezogenen Wissensbereichen, deren Kenntnis für die Aufnahme des Studiums erforderlich ist, gestellt. Die Wissensbereiche, aus denen fachlich-inhaltliche und/oder methodische Fragen gestellt werden können, werden von der oder dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses festgelegt und sind dem Prüfling vor der Prüfung schriftlich bekannt zu geben. Diese Bekanntgabe muss frühzeitig, in der Regel mit der Einladung zur Zugangsprüfung, erfolgen. 9 Leistungsbewertung und Zeugnis der Zugangsprüfung (1) Die Bewertung der Prüfung erfolgt nach Maßgabe der Regelungen zur Bewertung von Prüfungsleistungen der Prüfungsordnung des angestrebten Studiengangs. Die wesentlichen Gegenstände und Ergebnisse der mündlichen Prüfung, insbesondere die für ei- 4

5 ne Benotung maßgeblichen Tatsachen, sind in einem Protokoll festzuhalten. Bei Rücktritt oder Versäumnis gelten die Bestimmungen der Prüfungsordnung des angestrebten Studiengangs entsprechend. (2) Die Zugangsprüfung ist bestanden, wenn sowohl der schriftliche als auch der mündliche Prüfungsteil mindestens mit der Note ausreichend (4,0) bewertet worden ist. Die Durchschnittsnote der Zugangsprüfung wird als arithmetisches Mittel der Einzelnoten zum schriftlichen und mündlichen Prüfungsteil ermittelt. Die Durchschnittsnote wird auf eine Dezimalstelle ohne Rundung berechnet. (3) Über die bestandene Zugangsprüfung wird ein Zeugnis ausgestellt, das den Studiengang und die Durchschnittsnote enthält. Das Zeugnis ist von der oder dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses zu unterzeichnen und trägt das Datum des Tages, an dem die letzte Prüfungsleistung erbracht worden ist. (4) Bei nicht bestandener Prüfung erhalten die Studienbewerberinnen und Studienbewerber einen Bescheid, der mit einer Rechtsbehelfsbelehrung zu versehen ist. 10 Wiederholung der Zugangsprüfung Die nicht bestandene Zugangsprüfung kann wiederholt werden. Dies bedarf jedoch einer erneuten Prüfungsanmeldung im darauf folgenden Verfahren. Eine Anrechnung bestandener Teile der nichtbestandenen Zugangsprüfung auf die Wiederholungsprüfung erfolgt nicht. Die bestandene Zugangsprüfung kann nicht wiederholt werden. 11 Ungültigkeit der Zugangsprüfung (1) Hat ein Prüfling bei einer Prüfung getäuscht und wird diese Tatsache erst nach Aushändigung des Zeugnisses bzw. der Bescheinigung nach 9 bekannt, so kann der Prüfungsausschuss nachträglich den entsprechenden Bescheid berichtigen und die Zugangsprüfung für nicht bestanden erklären. (2) Waren die Voraussetzungen für die Zulassung zur Zugangsprüfung nicht erfüllt, ohne dass der Prüfling hierüber täuschen wollte, und wird diese Tatsache erst nach Aushändigung des Zeugnisses oder der Bescheinigung nach 9 bekannt, wird dieser Mangel durch das Bestehen der Prüfung bzw. der Prüfungsleistungen aufgehoben. Hat der Prüfling die Zulassung vorsätzlich zu Unrecht erwirkt, entscheidet der Prüfungsausschuss unter Beachtung des Verwaltungsverfahrensgesetzes für das Land Nordrhein- Westfalen über die Rechtsfolgen. (3) Vor einer Entscheidung ist dem Betroffenen Gelegenheit zur Äußerung zu geben. 12 Einsichtnahme (1) Nach Abschluss des Prüfungsverfahrens wird dem Prüfling auf Antrag Einsicht in seine Prüfungsunterlagen und das Protokoll gewährt. (2) Die Einsichtnahme ist binnen eines Monats nach Aushändigung des Zeugnisses bzw. des Bescheides über das Nichtbestehen bei der oder dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses zu beantragen. Die oder der Vorsitzende bestimmt Ort und Zeit der Einsichtnahme. 5

6 13 In-Kraft-Treten, Veröffentlichung (1) Diese Ordnung wird in der Amtlichen Bekanntmachung der Fachhochschule Südwestfalen Verkündungsblatt der Fachhochschule Südwestfalen veröffentlicht. Sie tritt am Tag nach ihrer Veröffentlichung in Kraft. (2) Gleichzeitig tritt die Ordnung zur Regelung der Zugangsprüfung und der Einstufungsprüfung für die Studiengänge der Fachhochschule Südwestfalen vom 20. Oktober 2005 außer Kraft. Diese Ordnung wird aufgrund des Beschlusses des Senats der Fachhochschule Südwestfalen vom 2. Juni 2010 ausgefertigt. Iserlohn, den 2. Juni 2010 Der Präsident der Fachhochschule Südwestfalen Prof. Dr. Claus Schuster 6

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