GRENZÜBERSCHREITENDE ZUSAMMENARBEIT:

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1 J a h r e s s c h r i f t

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3 GRENZÜBERSCHREITENDE ZUSAMMENARBEIT: Der gemeinsame Protest von Kehlern und Straßburgern gegen die vom Land Baden-Württemberg geplante Sondermüllverbrennungsanlage im Kehler Hafen legte die Grundlage für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Von der Information über Konsultation zur Kooperation Als sich 1987 in Kehl der Widerstand gegen die von der Landesregierung geplante Sondermüllverbrennungsanlage im Kehler Hafen formierte und sich den Demonstrationen auch Bürgerinnen und Bürger aus Straßburg anschlossen, ahnte wohl kaum jemand, dass der gemeinsame Protest die Grundlage für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen den beiden Städten legen würde. Doch die Erfahrung, den Sondermüllofen gemeinsam verhindert zu haben, beflügelte Vereine und Institutionen ebenso wie die Stadtregierungen auf beiden Rheinseiten: Wenn man gemeinsam etwas verhindern konnte, musste man doch auch gemeinsam etwas realisieren können. Das konzertierte Engagement gegen die Sondermüllverbrennung, das bis in die Straßburger Stadtspitze hineinreichte und auch die damalige Oberbürgermeisterin und heutige Europaabgeordnete Catherine Trautmann mobilisierte, war umso erstaunlicher, weil noch ein Jahr zuvor so getan wurde, als respektierten Schadstoffe in der Luft die französische Staatsgrenze. Während nämlich in Folge der Kernschmelze im Reaktorblock 4 im russischen Tschernobyl der Salat auf der deutschen Rheinseite untergepflügt wurde, konnte dieser jenseits des Rheins offenbar bedenkenlos verzehrt werden. Die Anfänge der grenzüberschreitenden Kooperation 1982 Empfehlung zur gegenseitigen Unterrichtung über neue Projekte im Zuständigkeitsbereich der Deutsch-Französisch-Schweizerischen Regierungskommission für nachbarschaftliche Fragen 1984 Empfehlung der gegenseitigen Unterrichtung über Planungsund Umweltschutzmaßnahmen im Zuständigkeitsbereich der Deutsch-Französisch-Schweizerischen Regierungskommission für nachbarschaftliche Fragen 1996 Empfehlung der Deutsch- Französisch-Schweizerischen Regierungskommission über die Zusammenarbeit bei umweltrelevanten Vorhaben am Oberrhein 2005 Leitfaden zur grenzüberschreitenden Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung bei umweltrelevanten Vorhaben am Oberrhein Fragt man heute Akteure der grenzübergreifenden Kooperation nach den Ursprüngen, so wird immer wieder die Zeit Ende der 1980er-Jahre genannt: Die Bürgerinitiative Umweltschutz knüpfte damals die ersten Kontakte über den Rhein, die Kirchen ebenso, die beiden Kirchen gründeten sogar eine grenzüberschreitende ökumenische Umwelt- Arbeitsgruppe. Die Städte Kehl und Straßburg feierten 1987 und 1988 ihre ersten gemeinsamen Rheinfeste für die Festbesucher war es die Sensation, sich von den französischen Pionieren mit Landungsbooten an ungewohnter Stelle und ganz ohne Ausweiskontrollen ans andere Rheinufer übersetzen zu lassen. An einen gemeinsamen Park oder gar eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke über den Grenzfluss dachte damals noch niemand. Am Vorabend des Rheinfestes 1988 trafen die Gemeinderäte von Kehl und Straßburg zusammen und ließen sich von der Straßburger Stadtverwaltung vor allem über Umweltthe- 75

4 76 men informieren. Die Stadtgemeinschaft Straßburg war damals dabei, die Hausmüllverbrennungsanlage mit einer Rauchgaswaschanlage auszustatten; die Kläranlage für die Großstadt, welche die Einleitung der Schmutzwasserfracht in den Rhein von 80 auf vier Prozent reduzieren sollte, stand kurz vor der Inbetriebnahme. Die Information der Kehler Räte geschah auf freiwilliger Basis eine förmliche Beteiligung der Stadt Kehl war damals nicht vorgesehen. Die Zusammenarbeit im Bereich Umweltschutz Nachdem der Kampf gegen die Sondermüllverbrennung das Thema Luftverschmutzung in den Vordergrund gerückt hatte Kehl galt damals als die Stadt mit der am stärksten belasteten Luft in Baden-Württemberg begann die Zusammenarbeit der Städte Straßburg und Kehl 1990 folgerichtig in einer Arbeitsgruppe für Umwelt. Erstes großes gemeinsames Projekt war der Luftreinhalteplan Straßburg-Ortenau, der von der Stadt Kehl und der Stadtgemeinschaft Straßburg (CUS) initiiert und vorbereitet wurde. Im April 1993 unterzeichneten das französische Umweltministerium, das Umweltministerium des Landes Baden-Württemberg, die Stadtgemeinschaft Straßburg, der Ortenaukreis, die Stadt Offenburg und die Stadt Kehl den Vertrag über die Erstellung des Luftreinhalteplanes. Das Mark teure Projekt wurde zur Hälfte von der Europäischen Union mit Mitteln aus dem ersten Interreg-Programm kofinanziert. Für die Stadt Kehl und die CUS war es das erste Interreg-Projekt am Oberrhein gehörte der Luftreinhalteplan zu den ersten grenzüberschreitenden Projekten überhaupt. Dass dieses grenzübergreifende Vorhaben zur damaligen Zeit außerordentlich war, zeigte sich auch darin, dass der ehemalige Kehler Beigeordnete Jörg Armbruster den Luftreinhalteplan zusammen mit dem heutigen Präsidenten des elsässischen Regionalrates Philippe Richert (er war damals Präsident der elsässischen Luftreinhalteorganisation ASPA) im französischen Parlament in Paris vorstellen durfte. Ziel des Luftreinhalteplanes, der 1995 vorgelegt wurde, war es nicht nur, flächendeckend Immissionserhebungen für die hauptsächlichen Luftschadstoffe vorzunehmen, sondern auch Maßnahmen zu entwickeln, welche die Luftqualität verbessern sollten. Nachdem der Straßenverkehr als ein wesentliches Problem identifiziert worden war, vereinbarte man, Straßenbauvorhaben genau auf ihre Auswirkungen auf die Luftbelastung zu prüfen (die heutige Pflimlin- Brücke war damals ein kontrovers diskutiertes Projekt), alle Möglichkeiten zu nutzen, um den öffentlichen Nahverkehr zu fördern und Bürgerinnen und Bürger für die durchs Autofahren verursachten Probleme zu sensibilisieren (Jobticket, Fahrgemeinschaften, mehr Wege mit dem Rad zurücklegen). Großes Thema in der Umwelt-Arbeitsgruppe der Städte Straßburg und Kehl war auch die Geruchsbelästigung in Kehl, die immer wieder von Industriebetrieben im Straßburger Südhafen ausgelöst wurde. Zwar waren die An diesen durch den Interreg-Fonds der Europäischen Union mit mehr als neun Millionen Euro geförderten Projekten war die Stadt Kehl in den vergangenen 20 Jahren beteiligt: Luftreinhalteplan Straßburg/Ortenau Untersuchungen für ein deutschfranzösisches Touristikbüro im Raum Kehl/Straßburg Gründung der grenzüberschreitenden Einrichtungen INFOBEST Kehl-Strasbourg, Euro-Institut und Euro-Info Verbraucher Machbarkeitsstudie für die Tram über den Rhein Altenarbeit Kehl/Straßburg Touristische Zusammenarbeit Unter- Elsass/Ortenau Jugendkulturwerkstatt Zig-Zack Garten der zwei Ufer Planung der Passerelle des deux Rives Bau der Passerelle Einrichtung des Kompetenzzentrums für grenzüberschreitende Fragen Vorprojektplanung für die grenzüberschreitende Tram deutsch-französische, grenzüberschreitende Kinderkrippe Städtebaulicher Wettbewerb für die beiden Zollhöfe Bau der grenzüberschreitenden Tram Anstoßen auf gelungene Zusammenarbeit: Mit Robert Grossmann als Präsidenten der Stadtgemeinschaft Straßburg war die Kooperation mit Kehl zunächst ins Stocken geraten.

5 Ein eingespieltes grenzüberschreitendes Team: die Oberbürgermeister Günther Petry und Roland Ries. in die Luft entlassenen Stoffe nicht giftig, der Geruch war aber so unangenehm und stark, dass er bei manchen Menschen Würgereiz auslöste. Das Trocknen von Wäsche im Freien war an solchen Tagen nicht zu empfehlen. Damit die Verursacher des Gestanks identifiziert werden konnten, wurden die Kehlerinnen und Kehler aufgefordert, sich als Schnüffler zu betätigen, üble Gerüche möglichst rasch bei der Feuer wehr zu melden und so genau wie möglich zu beschreiben. Die Straßburger schlossen sich der Aktion an, forderten ihre Bürgerinnen und Bürger ebenfalls auf, die Nasen in den Wind zu halten und richteten ein Geruchstelefon ein. Die Angaben von beiden Rheinseiten deckten oder ergänzten sich je nach Windrichtung und so konnten die Hauptverursacher der üblen Gerüche ausgemacht werden. Unter Beteiligung des SPPPI (Secrétariat Permanent pour la Prévention de la Pollution Industrielle = Sekretariat zur Vermeidung von Umweltverschmutzung durch die Industrie) konnten die Städte mit Firmen auf beiden Rheinseiten eine sogenannte Geruchscharta aushandeln. Die Unternehmen verpflichteten sich darin, die Geruchsquellen zu minimieren und in dem Fall, dass doch übelriechende Luft entweicht, die Störung unverzüglich zu beseitigen. Die Geruchscharta, aber auch die Einstellung der Zellulose- Produktion beim Straßburger Papierhersteller Stracel sowie die Umstellung der Produktion in der hefeverarbeitenden Industrie im Straßburger Südhafen haben zu einer deutlichen Verbesserung der Situation geführt. Die Zusammenarbeit in der Arbeitsgruppe Umwelt hat zwischen Kehl und Straßburg immer funktioniert unabhängig davon, welcher politischen Partei die Oberbürgermeister und ihre Beigeordneten jeweils angehörten. Grenzüberschreitende Zusammenarbeit funktioniert dann am besten, wenn die Partner durch ein grenzübergreifendes Projekt ein gemeinsames Problem lösen können. Der Bau der Passerelle des deux Rives und des Gartens der zwei Ufer legten den Grundstein für den Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau. Vom Garten der zwei Ufer zum Eurodistrikt Eine nie gekannte Intensität hat die Zusammenarbeit zwischen Kehl und Straßburg mit dem Beginn der Planungen für den Garten der zwei Ufer und der Passerelle angenommen. Die Verwaltungen arbeiteten gemeinsam die europaweit ausgelobten Wettbewerbe für Garten und Brücke aus, die gewählten Vertreter wählten in tagelangen gemeinsamen Jurysitzungen die Wettbewerbssieger aus und brachten damit die größten grenzüberschreitenden Projekte in der gesamten Oberrhein-Region auf den Weg. Zwar wurde in der schwierigen Zeit nach dem Amtsantritt des konservativen Tandems Robert Grossmann/Fabienne Keller auch der Garten der zwei Ufer infrage gestellt und zunächst auf Eis gelegt. Doch ungeachtet all dieser Schwierigkeiten, welche der Wechsel von einer sozialistischen zu einer konservativen Stadtregierung im Frühjahr 2001 mit sich brachte, ist heute klar, dass das erfolgreiche Ringen um den Garten der zwei Ufer, die Passerelle und die gemeinsam gefeierte Gartenschau die Basis für den Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau bereitet hat. Am 22. Januar 2003, am 40. Jahrestag der Unterzeichnung des Elysée-Vertrags, riefen Bundeskanzler Gerhard Schröder und der französische Staatspräsident Jacques Chirac zur Gründung eines Eurodistriktes Strasbourg-Kehl auf ohne dass die Oberbürgermeister oder die Gemeinderäte der beiden Städte davon etwas wussten. Sie erfuhren erst durch nachfragende Journalisten von diesen Plänen. So unscharf die Konturen dieses neuen Gebildes waren, das da gegründet werden soll- 77

6 78 te, so schwierig und holprig gestaltete sich der Weg hin zum Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau. Gleichzeitig mit der Eröffnung der grenzüberschreitenden Gartenschau am 23. April 2004 sollte der Gründungsakt mit deutscher und französischer Politprominenz gefeiert werden. Doch daraus wurde nichts: Während die deutschen und französischen Partner gelernt hatten, konkrete Projekte gemeinsam zu realisieren, stritt man sich bei dieser neuen Einrichtung, deren Aufgaben und Kompetenzen nicht klar zu definieren waren, über Formalitäten: In welchem Land sollte der Eurodistrikt seinen Sitz und wo sein Sekretariat haben? Weil diese Fragen unlösbar schienen, unterzeichneten der Landrat und die Oberbürgermeister der fünf großen Kreisstädte für die deutsche Seite, die Oberbürgermeisterin der Stadt Straßburg und der Präsident der Straßburger Stadtgemeinschaft für die französische Seite am 17. Oktober 2005 eine Vereinbarung, in der man sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner geeinigt hatte: Der Eurodistrikt wurde von einem deutsch-französischen Sprecher- Duo geleitet und von zwei Sekretariaten einem beim Landratsamt in Offenburg und einem bei der Stadtgemeinschaft Straßburg verwaltet. Wenn auch in dieser Zeit nicht allzu viele grenzüberschreitende Projekte umgesetzt werden konnten, angestoßen und durch die Akteure vermittelt wurden dennoch einige Kooperationen, die bis heute bestehen. Vor allem aber erreichte der Eurodistrikt eines: dass die Kontakte unter den Verwaltungsmitarbeitern durch eine vergrößerte Themenpalette auf eine viel breitere Ebene ausgedehnt wurden. Mit der Gründung eines Europäischen Verbundes für Territoriale Zusammenarbeit (EVTZ) am 4. Februar 2010 hat der Eurodistrikt nicht nur ein Sekretariat im Kehler Torbogengebäude mit einer Generalsekretärin und vier hauptamtlichen Mitarbeitern bekommen, sondern auch eine Art grenzüberschreitendes Parlament: Der nach französischem Recht verfasste Zweckverband ermöglicht es den 24 deutschen und 24 französischen Mitgliedern des Eurodistriktrates, Mehrheitsentscheidungen zu fällen und im Prinzip politische Allianzen über die Landesgrenze hinweg zu bilden. Was in der Theorie verlockend erscheint, findet in der Realität allerdings kaum statt aufgrund der kulturellen Unterschiede. Weil in Frankreich das Mehrheitswahlrecht sowohl im Gemeinderat der Stadt Straßburg als auch im Rat der CUS für stabile Mehrheiten sorgt, sind es die französischen Mitglieder im Eurodistriktrat gewöhnt, ihrem Oberbürgermeister oder Präsidenten zu folgen und nichts zu sagen, sofern sie der Mehrheit angehören. Nur von französischen Oppositionspolitikern werden abweichende Meinungen geäußert. Darüber hinaus zeigt die Zusammenarbeit im Eurodistrikt, dass die Schwierigkeiten in der Kooperation mit der Zahl der Partner und der Größe des Gebietes wachsen, weil bisweilen widerstreitende Interessen auf einen Nenner zu bringen sind. Die Werkzeuge der grenzüberschreitenden Kooperation Die Städte Kehl und Straßburg haben sich in mehr als 20 Jahre währender grenzüberschreitender Zusammenarbeit nicht damit aufgehalten, die unterschiedlichen Rechts- und Verwaltungssysteme zu beklagen, sondern früh erkannt, dass man sich die Verschiedenheit der Systeme auch zunutze machen kann. So hat es sich inzwischen eingespielt, dass städtebauliche Wettbewerbe wie der für den Garten der zwei Ufer oder für die beiden Zollhöfe nach deutschem Recht ausgeschrieben werden. Nach französischem Wettbewerbsrecht müsste man den Siegerentwurf umsetzen, nach deutschem Recht kann man aus den Preisträgerentwürfen auswählen auch Kombinationen sind Die deutsch-französische Kinderkrippe stellt die komplizierteste Form grenzüberschreitender Zusammenarbeit dar: Elemente aus dem französischen und dem deutschen System werden zu einer ganz neuen Einrichtung vereint.

7 Der baden-württembergische Europaminister Peter Friedrich (Mitte) hält beim Rheinfest 2013 die Festrede zum 50. Jahrestag der Unterzeichnung des Elysée- Vertrags. Mit hohem Engagement setzt er sich dafür ein, dass die Stadt Kehl die Zuschüsse sowohl für den Bau der Tram als auch der deutsch-französischen Kinderkrippe erhält. möglich. Die Rheinbrücke für die Tram wurde dagegen nach französischem Recht ausgeschrieben, weil dieses die Möglichkeit bot, die Kosten zu deckeln und das Kostenrisiko auf den Auftragnehmer zu verlagern. Schon bevor es das Karlsruher Übereinkommen gab, schlossen die beiden Städte einfache Verwaltungsvereinbarungen, die regeln, dass die Buslinie 21 der Straßburger Verkehrsbetriebe (CTS) die Verbindung zwischen der Kehler Stadthalle und der heutigen Endhaltestelle der Tram herstellt und wie das Defizit zwischen Straßburg und Kehl aufgeteilt wird. In einem ebensolchen Vertrag ist festgelegt, dass die Kosten für die zweisprachigen Animateure in den Kehler Freibädern (die Konflikte unter Jugendlichen möglichst im Vorfeld verhindern oder aber schlichten sollen) hälftig geteilt werden. Das Karlsruher Übereinkommen aus dem Jahr 1996 hat es den beiden Städten ermöglicht, die Kooperationsvereinbarungen zur Vorprojektplanung für die Tram, für den Bau der Tram oder für den Bau und den Betrieb der deutsch-französischen, grenzüberschreitenden Kinderkrippe zu schließen. Was sich einfach anhört, erweist sich in der Praxis dennoch als recht kompliziert: Bei der Erarbeitung der Verträge im Zusammenhang mit der Verlängerung der Straßburger Tramlinie D nach Kehl saßen bisweilen sieben Juristen gleichzeitig am Tisch die meisten mit deutsch-französischer Zulassung. Während das Ziel der Bau eines gemeinsamen Parks, einer Brücke, einer Tramlinie, einer Kinderkrippe auf beiden Seiten identisch ist, ist die Herangehensweise eine andere: Nach mehr als 20 Jahren grenzüberschreitender Zusammenarbeit verfestigt sich der Eindruck, dass die französischen Partner eher nach einer konkreten Ermächtigung für ihr Handeln suchen, während die deutsche Seite sich für ermächtigt hält, sofern kein ausdrückliches Verbot besteht. Die interkulturellen Unterschiede Während die Akteure in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit über viele Jahre hinweg überzeugt waren, es reiche aus, das Rechts- und Verwaltungssystem des Partners auf der anderen Rheinseite zu kennen, und zu überspielen versuchten, dass man eigentlich auf verschiedene Weise dachte, werden die interkulturellen Unterschiede seit fünf, sechs Jahren bewusst thematisiert. Die entsprechenden Seminare des Euro-Instituts haben sich zum Renner entwickelt und wer über eine Kooperation nachdenkt sei es die Arbeitsverwaltung oder die Polizei lässt sich zunächst in Bikulturalität schulen. Doch trotz allem Wissen, das sich ansammeln lässt, ist die Qualität der Kooperation in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit viel stärker als in anderen Bereichen von den handelnden Personen abhängig. Wenn der Wille vorhanden ist, wenn man bereit ist, die Geduld und Energie aufzubringen, auch schier unüberwindlich scheinende Schwierigkeiten anzugehen, können auch komplizierte grenzüberschreitende Projekte gelingen. Die Grenzen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit Die Grenzen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen Straßburg und Kehl sowie im Eurodistrikt zeigen sich ausgerechnet in den Bereichen, die das Gerechtigkeitsempfinden der Bürgerinnen und Bürger verletzen oder stetige Ärgernisse mit sich bringen: Wenn Fahrer von Autos mit französischem Kennzeichen auf der deutschen Rheinseite zu schnell fahren, verhindert ein bilaterales Abkommen zwischen Deutschland und Frankreich, dass sie Bußgelder unter 70 Euro bezahlen müssen. Das Gleiche gilt für deutsche Autofahrer auf der französischen Rheinseite. In der Praxis führt dies dazu, dass bis zu 60 Prozent der von den stationären Anlagen geblitzten Autofahrer in den Ortsdurchfahrten Marlen und Goldscheuer ungeschoren davonkommen. Gerade mal etwas mehr als ein Drittel der Halter von französischen Fahrzeugen bezahlt die Strafzettel fürs Falschparken ein Kumulieren der Mandate, 79

8 80 bis die Summe von 70 Euro überschritten ist, ist nicht zulässig. Also bleibt der Stadt nur, diejenigen Falschparker abzuschleppen, die ihre Autos in Brandschutzzonen abstellen oder so parken, dass sie den Verkehr behindern oder gefährden. Dass es in Kehl auf die Einwohnerzahl bezogen so viele Geldspielgeräte gibt wie nirgendwo sonst in Deutschland, ist ebenfalls der Nachbarschaft zu einer französischen Großstadt geschuldet. Weil in Frankreich Geldspielautomaten nur in Casinos erlaubt sind, ist der überwiegende Teil der Spieler in den Kehler Spielhallen und Automaten-Bistros französischer Nationalität. Automatenaufsteller und Bistro-Betreiber haben schnell erkannt, dass hier gute Geschäfte zu machen sind. Der Kehler Gemeinderat hat Resolutionen verfasst, Oberbürgermeister Günther Petry hat ungezählte Briefe geschrieben, der Vorstand des Eurodistrikts hat diskutiert, aber es zeigt sich: Diese Alltagsprobleme im Kehl-Straßburger Grenzgebiet sind zu groß für den Eurodistrikt und zu klein, um die Nationalstaaten zu interessieren. Die Hauptstädte Paris, Berlin, Stuttgart sind weit weg von der deutsch-französischen Grenzregion. Wie groß die Entfernung tatsächlich ist, wird in Landesentwicklungsoder Regionalplänen deutlich: Die Landesgrenze verläuft in der Mitte des Rheins dahinter öffnet sich das Nichts, dargestellt durch eine weiße Fläche. Für Kehl ist das mehr als nur ein grafisches Problem: Weil die Großstadt Straßburg im Landesentwicklungsplan nicht existiert, gilt Kehl als ländlicher Raum. Das wiederum bedeutet, dass auch das Kehler Polizeirevier so mit Beamten ausgestattet wird, als gäbe es die Großstadt Straßburg nicht. Dass die Kriminalitätsrate in Großstädten höher ist als in ländlichen Gebieten, ist eine Tatsache, die nichts damit zu tun hat, ob diese Großstadt in Deutschland oder Frankreich liegt. Wäre indes Straßburg eine deutsche Großstadt oder läge Kehl vor den Toren Stuttgarts, hätte der Leiter des Kehler Polizeireviers rund 120 Beamte zur Verfügung statt 86 Stellen im Plan, von denen nicht einmal alle besetzt sind. Auch bei der Verlängerung der Straßburger Tramlinie D nach Kehl hätte die Plangrafik zum Verhängnis werden können: Straßenbahnprojekte werden nämlich grundsätzlich nur in Verdichtungsräumen und keinesfalls im ländlichen Raum gefördert. Ausnahmsweise wurden Kehl in diesem konkreten Fall die Merkmale eines Verdichtungsraumes zuerkannt. Die französischen Kollegen kämpfen mit den gleichen Problemen: Dass ausgerechnet die Europastadt Straßburg 20 Jahre länger als andere französische Großstädte auf die Anbindung ans TGV-Netz warten musste, war nur ihrer Grenzlage geschuldet. Von Paris aus betrachtet, lagen direkt hinter Straßburg nur der halbe Rhein und eine weiße Fläche. Als die französische Eisenbahngesellschaft SNCF wenige Monate nach der Inbetriebnahme der TGV-Strecke Paris München in einer Pressemitteilung die hohen Auslastungsquoten für die Hochgeschwindigkeitszüge bekannt gab, konnte man zwischen den Zeilen das Erstaunen darüber herauslesen, dass es tatsächlich Fahrgäste gab, die hinter Straßburg noch weiterfuhren. Fazit Grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist bisweilen mühsam. Doch jedes erfolgreiche Projekt ebnet den Weg für neue Projekte und schafft neue Verbindungen zwischen den Menschen diesseits und jenseits des Rheins. Je enger Deutsche und Franzosen am Oberrhein miteinander verwoben sind, desto besser für ein friedliches Zusammenleben ganz im Geiste des Elysée- Vertrags, dessen 50-jähriges Bestehen wir in diesem Jahr gefeiert haben. Dass auf Landesentwicklungsoder Regionalplänen in der Mitte des Rheins das weiße Nichts beginnt, führt dazu, dass Kehl als ländlicher Raum eingestuft wird so als würde der Ballungsraum Straßburg mit seinen Einwohnern nicht existieren.

9 81 GRENZÜBERSCHREITUNG IN ALLEN LEBENSLAGEN Wer in Kehl lebt, kann an seinem Wohnort die Vorteile zweier Länder nutzen und das sozusagen in allen Lebenslagen. Die Durchlässigkeit der deutsch-französischen Grenze und die Errungenschaften der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit können Kehlerinnen und Kehler ein Leben lang begleiten. Geburt Als die Geburtshilfe im Kehler Krankenhaus 2012 wegen ihres Defizits von der Schließung bedroht war, richtete sich der Blick nach Frankreich: Hätten Straßburger Gynäkologen als Belegärzte im Kehler Krankenhaus Straßburger Kindern auf die Welt helfen können, hätte die Auslastung deutlich erhöht und die Geburtshilfe vielleicht gerettet werden können. Doch die Zeitspanne zwischen der Ankündigung der Schließung und deren Vollzug war zu kurz, um ein solches Modell durchdenken und umsetzen zu können. Inzwischen wird die umgekehrte Variante vorstellbar: Auf der Straßburger Rheinseite wird in unmittelbarer Nachbarschaft zum Garten der zwei Ufer bis Ende 2016 für fast 100 Millio nen Euro ein neuer Klinikkomplex mit 376 Betten, mehr als 20 Operationssälen und einer Geburtshilfe mit sieben Kreißsälen errichtet. Das neue Krankenhaus mit dem klangvollen Namen Tamaris entsteht aus dem Zusammenschluss dreier gemeinnütziger Straßburger Kliniken: Adassa (jüdisch), Diaconat (evangelisch) und Ste Odile (katholisch). Was die Staatsbürgerschaft angeht, ist die Geburt auf der anderen Rheinseite kein Problem: Ein Kind, das mindestens einen deutschen Elternteil hat und in Straßburg zur Welt kommt, erhält dort eine internationale Geburtsurkunde, die es als deutschen Staatsbürger ausweist. Wenn die Eltern eine deutsche Geburtsurkunde möchten, können sie in Deutschland einen Antrag auf Nachbeurkundung stellen. Ein Kind, das keinen französischen Elternteil hat, aber in Straßburg geboren wird, erwirbt nicht die französische Staatsbürgerschaft. Mehr als 20 Operationssäle, sieben Kreißsäle, 800 Beschäftigte: Am Rande des französischen Teils des Gartens der zwei Ufer entsteht ein riesiger Klinikkomplex.

10 82 Babys und Kleinkinder Für Babys ab einem Alter von zehn Wochen und Kleinkinder bis drei Jahren errichten die Städte Straßburg und Kehl derzeit gemeinsam eine deutsch-französische und grenzüberschreitende Kinderkrippe auf dem Gelände der Rheinhafen-Schule gleich hinter der Europabrücke. In der Einrichtung, die am 31. März 2014 ihren Betrieb aufnehmen soll, werden je 30 Kinder aus Kehl und Straßburg gemeinsam aufwachsen. Ein zweisprachiges Team wird die Kleinen nach einem pädagogischen Konzept betreuen, das deutsche und französische Elemente vereint. Eltern, die ihre Kinder in der deutschfranzösischen Krippe anmelden möchten, wenden sich an die Stadt Kehl. Kindergarten Ecole Maternelle Eltern, deren Kinder die deutsch-französische Krippe besucht haben, können im Anschluss wählen, ob ihr Kind die deutsch-französische Ecole Maternelle in der Straßburger Rheinhafenschule oder einen (deutsch-französischen) Kindergarten in Kehl besuchen soll. Aber auch Kinder, die ihre Krippenjahre nicht in der grenzüberschreitenden Einrichtung verbracht haben, kommen in allen Kehler Kindergärten mit der französischen Sprache in Kontakt. Ein bis eineinhalb Stunden pro Woche führen Honorarkräfte die Kinder in den meisten Kindergärten an die französische Sprache heran, zwei Kindergärten die Kindertagesstätte Vogesenallee und der Kindergarten St. Josef sind bilinguale Einrichtungen, in denen französische Erzieherinnen zum Team gehören. Erzieher im anderen Land: Der Unterschied ist gewaltig Wenn Christophe Frattini und Stéphanie Schmidt sich morgens auf den Weg zur Arbeit machen, dann überqueren sie beide den Rhein: Der Erzieher, der bei der Stadt Kehl angestellt ist, pendelt nach Straßburg; seine Kollegin, die für die Stadt Straßburg arbeitet, fährt über die Grenze in die Kehler Kindertagesstätte Vogesenallee. Sie machen die Kinder mit der Sprache und Kultur des Nachbarn vertraut und erleben dabei einen sehr unterschiedlichen Arbeitsalltag. In Frankreich ist der Kindergarten viel strukturierter, sagt Stéphanie Schmidt, das ist fast wie ein Stundenplan, bei dem von acht bis neun Uhr alle eine bestimmte Aktivität machen und von neun bis zehn die nächste. In Deutschland hingegen dürfen Stéphanie Schmidt die Kinder machen, was sie wollen. Tatsächlich gilt in den Kehler Kindergärten das Prinzip der Offenen Arbeit, es gibt keine festen Gruppen, sondern verschiedene Angebote für Kinder aller Altersstufen die Entscheidung, was sie machen möchten, liegt ganz bei den Jungen und Mädchen. Der Unterschied zum Kindergarten in Frankreich ist gewaltig, stimmt Christophe Frattini seiner Kollegin aus Kehl zu. Obwohl sie beide Systeme gut kennen, können die zwei Erzieher nicht pauschal sagen, welche Pädagogik die größeren Vorteile bietet. Das kommt auf den Charakter des Kindes an, meint Stéphanie Schmidt. Für manche ist der Kindergarten in Frankreich vielleicht zu streng, für andere Die Oberbürgermeister von Straßburg und Kehl, Roland Ries und Günther Petry, unterzeichnen die Baupläne der deutsch-französischen, grenzüberschreitenden Kinderkrippe, die anschließend in den Grundstein eingemauert werden. Wilderich von Droste-Hülshoff (rechts) überbringt stellvertretend für Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer den Bescheid über den Zuschuss zu den Baukosten der Stadt Kehl in Höhe von Euro.

11 83 ist er hier in Deutschland zu frei. Auch das Alter spiele eine Rolle, findet Christophe Frattini. Für die Kleinen sind vielleicht strukturierte Gruppen besser, für die Großen ist es aber die Offene Arbeit, weil sie dann schon selbstständig entscheiden können, was sie gerne machen möchten, sagt der deutsche Erzieher, der im Jardin d enfants in der Straßburger Rue de Bâle arbeitet. Ob sie an den Französisch-Aktivitäten, die Stéphanie Schmidt täglich im Kindergarten Vogesenallee anbietet, teilnehmen, können sich die Kinder ebenfalls aussuchen. In ihrem Morgenkreis werden französische Lieder gesungen, sie spielt französische Spiele mit den Jungen und Mädchen und liest aus französischen Büchern vor. Vor allem aber spricht Stéphanie Schmidt grundsätzlich Französisch auch dann, wenn die Kleinen sie etwas auf Deutsch fragen. Gibt es Verständnisschwierigkeiten, so sagt sie einen Satz zuerst auf Französisch und direkt hinterher noch einmal auf Deutsch, das ist für sie zur Routine geworden: Ich merke gar nicht mehr, dass ich immer doppelt spreche, sagt sie schmunzelnd. Bei rund 20 bis 30 Prozent der Kinder ist diese Sofort-Übersetzung überhaupt nicht notwendig, weil sie mindestens einen französischen Elternteil haben und zweisprachig aufwachsen. Christophe Frattini Ähnlich sieht es am Arbeitsplatz von Christophe Frattini in der Rue de Bâle aus. Manche der Eltern sind deutschsprachig oder auch deutschstämmig. Wenn ein Elternteil deutsch ist, sprechen die Kinder fast nur Deutsch mit mir, sagt er. Denjenigen Jungen und Mädchen hingegen, die Zuhause ausschließlich Französisch sprechen, bringt er die deutsche Sprache durch ständige Wiederholung näher. Wir beginnen mit einfachen Sachen wie Tiernamen, Zahlen, Farben und der Begrüßung. Das wird immer wiederholt, bis es irgendwann klappt und ich nicht mehr übersetzen muss. Doch die Idee, die hinter dem schon seit 1992 bestehenden Austausch der Erzieher zwischen Kehl und Straßburg steht, umfasst mehr als nur das Erlernen der Sprache des Nachbarn. Genauso geht es darum, die Kinder mit der Kultur auf der anderen Rheinseite vertraut zu machen. Jeden Monat gibt es deshalb eine gemeinsame Dienstbesprechung, an der Mitarbeiter beider Kindergärten teilnehmen. Dann wird geplant, welche Projekte in nächster Zeit zusammen organisiert werden. Einmal im Monat gibt es auch für die Kinder einen Austausch, erklärt Christophe Frattini. Dann fährt die Gruppe aus Straßburg beispielsweise nach Kehl, Französisch sprechen ist angesagt, wenn Stéphanie Schmidt mit den Kindern in der Kindertagesstätte Vogesenallee bastelt.

12 84 um genau wie die Kinder aus dem Kindergarten Vogesenallee an den dortigen Waldtagen teilzunehmen. Auch Sankt Martin oder Fastnacht, also typisch deutsche Bräuche, bieten sich für die Austauschtage an, sagt der 35-jährige Erzieher. In den Austausch werden auch die Eltern miteinbezogen: Zweibis dreimal pro Jahr findet ein grenzüberschreitender Elternabend statt; Tradition hat inzwischen ein Bastelabend mit Eltern und Kindern, bei dem kurz vor Sankt Martin in Kehl Laternen gestaltet werden. Andersherum fährt Stéphanie Schmidt, die 41 Jahre alt ist und fast von Anfang an an dem Austausch-Projekt beteiligt war, einmal pro Monat mit den Kehler Kindern nach Straßburg, um deren Altersgenossen zu treffen. Zusätzlich besichtigt sie mit den jungen Kehlerinnen und Kehlern die Stadt, besucht mit ihnen den großen Weihnachtsmarkt, beobachtet die Tiere in der Orangerie oder lädt die Kinder zur Entdeckertour im Vaisseau, dem Wissenschaftsmuseum für Kinder und Jugendliche, in Straßburg ein. Die Kooperation zwischen den Kindergärten Vogesenallee und Rue de Bâle ist in ihrer Intensität bislang einzigartig in der Grenzregion. Cornel Happe, der 1992 als Leiter des neuen Kindergartens Kreuzmatt für die Stadt Kehl arbeitete, erinnert sich an ihre Anfänge: In der Kreuzmatt waren früher die französischen Streitkräfte untergebracht, deshalb lebten Anfang der 90er-Jahre viele deutschfranzösische Familien in dem Viertel. Als die Stadt das Kindergartengebäude erwarb, habe der damalige Beigeordnete Jörg Armbruster die Idee gehabt, eine echte deutschfranzösische Kindergartengruppe in der Kreuzmatt einzurichten mit Pendant in Straßburg und inklusive Erzieheraustausch. Die Projektidee war klasse, sagt Cornel Happe, denn so wurde die Kultur des Nachbarn in den Kindergarten gebracht. Auch die Eltern waren von dem neuen Angebot begeistert. Das war der Renner, erinnert sich der damalige Kindergarten-Chef, der heute die Gemeinwesenarbeit Kehl-Dorf leitet. Die Gruppe damals gab es in Kehler Kindergärten noch feste Gruppen sei von allen sozialen Schichten sehr gut nachgefragt gewesen. Aus Platzmangel wurde sie irgendwann in den Kindergarten in der Oberländerstraße verlegt. Als dieser von der Evangelischen Kirchengemeinde übernommen wurde, wechselte der Partner für die Straßburger Rue de Bâle ein zweites Mal: Die Wahl fiel auf den Kindergarten Vogesenallee. Während die Eltern auf beiden Rheinseiten die deutsch-französische Ausrichtung ihrer Kindergärten begrüßten, war es zumindest auf deutscher Seite nicht immer leicht, Personal für den Austausch zu finden, sagt Cornel Happe: Wir haben mehrfach und auf regionaler Ebene suchen müssen. Bis Christophe Frattini den Job vor acht Jahren annahm. Der 35-jährige Erzieher, der selbst mehrsprachig aufwuchs, seine Kindheit in Frankreich verbracht hat und seit 13 Jahren in Kehl lebt, hat nicht lange gezögert: Ich habe die Chance sofort genutzt, weil ich etwas Neues kennenlernen wollte. Er finde es wichtig, dass die Kinder möglichst früh in Kontakt mit der anderen Rheinseite kommen: Wir sind hier Grenzgänger, die Kinder sollten mit beiden Sprachen aufwachsen, sagt er. Dann können sie später problemlos im Europa ohne Grenzen arbeiten. Das sind tolle Möglichkeiten. Tiernamen, Zahlen, Farben, Begrüßungsformeln: Durch ständige Wiederholung bringt Christophe Frattini den Kindern im Jardin d enfants in der Straßburger Rue de Bâle Deutsch bei.

13 85 Schulzeit Rund 400 Kehler Kinder gut die Hälfte davon von französischen Eltern, die ihren Wohnsitz in Kehl haben besuchen Schulen in Straßburg. Die meisten Kinder und Jugendlichen sind in der Straßburger Europaschule (von der Vorschule bis zum Abitur Züge, in denen eine Sprache verstärkt unterrichtet wird), in der internationalen Schule (von der Vorschule bis zum Abitur Züge in verschiedenen Sprachen) oder in Mittelschulen und Gymnasien angemeldet, die zum Abi/Bac führen. Gut 100 Kinder aus Straßburg sind im Gegenzug Schülerinnen und Schüler in Kehler Schulen vor allem in der Falkenhausenschule und im Einstein-Gymnasium. In Kehl gibt es zwei Grundschulen, die den Unterricht paritätisch in deutscher und französischer Sprache gestalten. Von den 344 Grundschülern der Falkenhausenschule nutzen 202 dieses Angebot. In der Grundschule Sundheim sind im Schuljahr 2013/14 78 Jungs und Mädchen in den paritätischen Klassen eingeschrieben. In der Werkrealschule Nord-Ost (Kork-Bodersweier) besteht ein freiwilliges Französisch-Angebot für Schülerinnen und Schüler ab Klasse fünf, das wöchentlich drei Unterrichtsstunden in der Sprache des Nachbarn umfasst. In den Klassenstufen neun und zehn können die Jugendlichen an einer Sprachprüfung teilnehmen; sie erhalten dann ein Zusatzzertifikat zum Prüfungszeugnis. In der Werkrealschule Wilhelmschule sieht es ähnlich aus: In den Klassenstufen fünf/sechs, sieben/acht und neun/zehn nehmen jeweils acht bis zehn Schülerinnen und Schüler am freiwilligen Französischunterricht teil. In der Werkrealschule Hebelschule können die Schülerinnen und Schüler Französisch in einer dreistündigen Arbeitsgemeinschaft lernen. Insgesamt 75 Kinder und Jugendliche nutzen dieses Angebot. Die Kinder der bilingualen Klassen der Falkenhausenschule fühlen sich in zwei Kulturen zu Hause: Im Hanauer Museum haben sie Mützen von Marianne und Michel gebastelt. In einem Brückenkurs können die Fünft- und Sechstklässler in der Tulla-Realschule auf ihr Grundschul-Französisch aufbauen. Wer möchte, kann dann in Klasse sieben Französisch als Wahlpflichtfach aussuchen und bis zur Mittleren Reife fortsetzen. Etwa 20 von rund 100 Realschülern pro Jahrgang gehen diesen Weg. Im Einstein-Gymnasium haben die Fünftklässler die Möglichkeit, den zweisprachigen Zug zu wählen, der sie zum deutsch-französischen Abi/Bac führt. Jährlich machen zwölf bis 15 Jugendliche diesen Doppelabschluss. Im Schuljahr 2013/14 haben von 122 Zehn- und Elfjährigen 48 die zweisprachige Gymnasiallaufbahn eingeschlagen.

14 86 Im Elsass hat sich die Zahl der Kinder, die in der Vor- oder Grundschule zur Hälfte in französischer und zur Hälfte in deutscher Sprache unterrichtet werden, innerhalb von zehn Jahren (2002 bis 2012) von 7730 auf verdreifacht. Im Département Unter-Elsass bieten derzeit 23 Collèges zweisprachige Züge an, im Ober-Elsass 26. Die Schülerzahl in diesen paritätischen Klassen hat sich im genannten Zehnjahreszeitraum mehr als vervierfacht: von 806 auf 3700 Jugendliche. Nimmt man die Schülerinnen und Schüler noch hinzu, die zwar nicht in paritätischen Klassen lernen, aber dennoch am regulären Deutschunterricht teilnehmen, so erwerben 55 Prozent der Jugendlichen im Elsass Kenntnisse in der deutschen Sprache. Und die Zahl der zweisprachigen Klassen wächst weiter: Zum Schuljahresbeginn 2013/14 sind im Unter-Elsass 29 neue Klassen eröffnet worden, im Ober-Elsass 24. Wer sich einen Überblick über die Schullandschaft im Grenzraum verschaffen will, hat es schwer: Zwar arbeitet die Bildungsregion Ortenau an einem Online-Bildungsatlas (www.bildungsatlas-ortenau.de), doch der wird sich zunächst nur auf Kindertageseinrichtungen und Schulen in der Ortenau beschränken geplant ist, ihn später auf den Eurodistrikt auszudehnen. Im Internet findet sich auch eine Liste der Schulen im Elsass, geordnet nach Städten kann man sich die Profile der öffentlichen und privaten Schulen anschauen. Wer Schulen mit deutsch-französischen Klassen sucht, muss sich mühsam durchklicken. Am 50. Jahrestag der Unterzeichnung des Elysée-Vertrags am 22. Januar formen Schülerinnen und Schüler der Falkenhausenschule ein deutsch-französisches Herz im Garten der zwei Ufer. Berufliche Ausbildung In zahlreichen Lehrberufen besteht die Möglichkeit, die Berufsschule im eigenen Land zu besuchen und die praktische Ausbildung im Lehrbetrieb auf der jeweils anderen Rheinseite zu absolvieren. Weil dies jedoch wenig bekannt und die Berufsausbildung in Deutschland und Frankreich sehr unterschiedlich organisiert ist, nehmen bislang nur vereinzelt Jugendliche diese Chance wahr. Auch die Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann kann grenzüberschreitend absolviert werden: Drei junge Leute zwei Deutsche und eine Französin gehen derzeit in Frankreich und Deutschland in die Berufsschule und machen am Ende den deutsch-französischen Doppelabschluss Bac Pro Commerce/Einzelhandelskaufmann. Französisch als Kernprofil: Berufliche Schulen setzen auf Zweisprachigkeit Prima, das habt ihr super gemacht, sagt Prüferin Ursula Méliani, Französischlehrerin an den Beruflichen Schulen Kehl (BSK), und vergibt viermal die volle Punktzahl. Stefanie Mack, Steffen Rohrbeck, Tanja Braun und Aileen Bernhardt haben ihr und dem zweiten Prüfer Bernd Rother auf Französisch einiges über sich, ihre Hobbys und ihre Ausbildungsbetriebe erzählt und in fiktiven Verkaufsgesprächen aus dem Bereich Spedition miteinander verhandelt. Damit ist die mündliche Prüfung für das KMK-Zertifikat Französisch, Niveau eins, mit Bravour bestanden. Das freut nicht nur die Schüler, sondern genauso die beiden Lehrer, die ihre Schützlinge motiviert haben, die Zusatzqualifikation Französisch im Beruf zu erwerben auch, wenn das für die Jugendlichen Intensiv-Unterricht zu viert am Freitagnachmittag bedeutete. Wir versuchen, alle Schüler für die französische Sprache zu begeistern, sagt Bernd Rother und Michael Eberhardt, bis Juli 2013 Schulleiter der BSK, bestätigt: Die Sprach-

15 kompetenz steht an allererster Stelle bei uns. Wir sind im Gegensatz zu allen anderen Berufsschulen auf die französische Sprache ausgerichtet. Das ist unser Kernprofil, unser Alleinstellungsmerkmal. Das KMK-Zertifikat, das die vier angehenden Logistikassistenten bestanden haben, können Schüler an den Beruflichen Schulen in den Ausbildungsberufen Einzelhandel, Spedition, Gastronomie und KFZ-Mechatroniker absolvieren, und zwar in den Stufen eins bis drei. Damit sind wir landesweit Spitze, das Niveau drei in Französisch im Bereich Spedition bieten wir sogar als einzige Berufsschule an, sagt Michael Eberhardt, da bin ich stolz drauf. Die französische Ausrichtung der Kehler Berufsschule fängt schon bei der Auswahl des Personals an: Jeder Lehrer hier ist in irgendeiner Weise mit Frankreich verknüpft, sagt der langjährige Schulleiter, entweder durch ein Französisch-Studium, durch ein Auslandssemester oder durch private Beziehungen. Diese Verbindung muss da sein, nur dann sei die Motivation der Lehrkräfte für die notwendige Mehrarbeit sichergestellt. Die Mehrarbeit beginnt damit, die französische Sprache attraktiv zu machen, denn viele Jugendliche können noch gar kein Französisch, wenn sie Michael Eberhardt sich bei den BSK anmelden. Es ist schwierig, Schüler zu finden, die auch nur Grundkenntnisse haben, sagt Michael Eberhardt. Deshalb lassen sich die Lehrer so einiges einfallen: Zum Beispiel sind wir mit Einzelhandelsklassen nach Paris gefahren, damit sie sehen, wie Einzelhandel dort funktioniert, erzählt Bernd Rother. Wenn sie sich dafür begeistern können, beginnen sie auch, sich für die Sprache zu interessieren. Bernd Rother Das ist wichtig, denn an der Kehler Berufsschule gilt: Egal, welchen Beruf man anstrebt, Französisch ist Pflicht. Unterschiede gibt es nur in der Intensität und dem Niveau. Als Lehrer im Unterricht müssen wir je nach Französisch-Niveau einer Klasse umschalten, sagt Bernd Rother. Es ist ja auch klar, dass ein Mechatroniker nicht unbedingt ein Sprachgenie sein muss, sondern eben eher ein Techniker. Was sie an der Schule an Sprachkenntnissen erworben haben, setzen viele der Auszubildenden an ihrem Arbeitsplatz direkt um. Wir bilden sie so aus, dass sie in Kehler Betrieben arbeiten können, da ist Französisch in fast allen Branchen gefragt, sagt Michael Eberhardt. Außerdem absolvieren die Schüler Praktika im Nachbarland und besuchen dortige Berufsschulen. Wir versuchen, so viele Azubis wie möglich möglichst zweimal nach Frankreich ins Praktikum zu schicken, für mindestens drei Wochen. Denn das sei die Voraussetzung, um mit dem Schulabschluss das trinational anerkannte Euregio-Zertifikat, eine Art Zusatz-Diplom, zu erhalten. Andersherum nehmen die BSK französische Schüler auf, die ein Praktikum in einem Betrieb auf der deutschen Rheinseite machen. Dabei geht es nicht ausschließlich um sprachliche, sondern auch um interkulturelle Kompetenz. Die Arbeitsweise in Frankreich ist eher hierarchieorientiert, meint Michael Eberhardt, deshalb sollen unsere Jugendlichen auch den Betriebsablauf dort kennenlernen. Um die Schüler auf kulturelle Unterschiede vorzubereiten, mit denen sie sich im Auslandspraktikum konfrontiert sehen könnten, werden im Unterricht an den Beruflichen Schulen Kehl in Rollenspielen Verkaufsgespräche geübt. So lernen die Jugendlichen, wie sie einen Kunden auf Französisch höflich bedienen können und worauf Franzosen in der Geschäftswelt Wert legen. Die Kultur hat dort einen ganz anderen Stellenwert, ist der langjährige Schulleiter überzeugt, das 87

16 88 fange schon beim Mittagessen an. Bei uns pfeift man sich schnell einen Döner rein und drüben wird heftig diskutiert, damit es in der Mensa innerhalb von vier Wochen bloß keine Wiederholung auf der Speisekarte gibt. Mit sechs Partnerschulen in Frankreich kooperieren die Beruflichen Schulen Kehl. Das geht nicht ohne dauernde Kontakte, sagt Michael Eberhardt. Für jede französische Schule gibt es an der Kehler Berufsschule deshalb einen Beauftragten, einen festen Ansprechpartner. Die Zusammenarbeit ermöglicht nicht nur Schüleraustausche sondern viele weitere grenzüberschreitende Aktivitäten: Gemeinsam mit ihren Partnerklassen realisieren die Kehler Schüler im Tandem Projekte, beispielsweise untersuchen angehende Industriekaufleute mit den Schülern des Lycée René Cassin in Straßburg Marketingstrategien für ausgewählte deutsche und französische Backwaren und einige Kehler Auszubildende nehmen jährlich an der Mondial des Métiers teil, einer Messe für Berufsorientierung und Berufsbildung in Lyon. Es laufen ständig grenzüberschreitende Aktionen, fasst Michael Eberhardt zusammen, ich könnte jeden Tag irgendetwas nennen. Sozusagen die Kür der grenzüberschreitenden Ausbildung ist der doppelte Abschluss, den künftige Einzelhändler seit 2009 an den Beruflichen Schulen Kehl und dem Lycée Oberlin in Straßburg erwerben können: Sie besuchen den Unterricht auf beiden Seiten des Rheins und legen am Ende ihrer dualen Ausbildung die Prüfung zum Einzelhändler wie zum französischen Bac Pro Commerce ab. Für den Ausbildungsbetrieb bedeutet das zwar zunächst eine Einschränkung, weil die Jugendlichen mehr Zeit an der Schule verbringen als andere Auszubildende: Die Betriebe leisten Pionierarbeit, weil sie voll bezahlen, die Azubis aber nur zur Hälfte dort sind, sagt Bernd Rother. Letztendlich ist ein doppelt qualifizierter Lehrling aber ein Aushängeschild für das Unternehmen, ist sich der Lehrer an den Beruflichen Schulen sicher. Noch mehr profitieren die Schüler, die die doppelte Prüfung bestehen. Wer die deutsch-französische Ausbildung macht, hinterlässt quasi eine Visitenkarte beim Betrieb, meint Bernd Rother. Ein Absolvent habe beispielsweise bei einer Firma gelernt, die später eine Filiale in Frankreich eröffnete und bekam dort den Job des Filialleiters. Er hatte bewiesen, dass er mit der Doppelbelastung umgehen konnte, erklärt Michael Eberhardt. Obwohl die duale Ausbildung, die Mischung aus Schulbesuch und praktischer Lehre in einem Betrieb, in Frankreich ebenso existiert wie in Deutschland, gebe es einen Unterschied wie Tag und Nacht zwischen beiden Systemen, sagt der langjährige Rektor: Hier steht bei der Ausbildung ganz klar der Betrieb im Vordergrund, dort gilt das Vertrauen in erster Linie der Schule. Wie wichtig es ist, neben den Fremdsprachenkenntnissen auch über solche Unterschiede in der Arbeits- und Ausbildungswelt des Nachbarlands Bescheid zu wissen, versuchen die Lehrer der BSK ihren Schülern ebenfalls zu vermitteln, sagt Michael Eberhardt: Das ist unsere Aufgabe, ihnen das klar zu machen und das ist eine ewige Aufgabe. Die Beruflichen Schulen Kehl kooperieren mit sechs Partnerschulen in Frankreich: Jeden Tag laufen grenzüberschreitende Aktionen.

17 Deutsche Lehrer sind viel lockerer : Eine Grenzgängerin über ihre duale Ausbildung 89 Auf französische Käseproduzenten hat sich das Auenheimer Logistik-Unternehmen Nagel Albatros Speditions GmbH spezialisiert. Die Elsässerin Cyrielle Matterer macht dort ihre Ausbildung. Cyrielle Matterer Cyrielle Matterer aus Rountzenheim im Elsass, heute 23 Jahre alt, hatte schon früh eine Idee, welchen Beruf sie einmal ausüben könnte: Deutschlehrerin. Mit ihren Eltern sprach sie zu Hause Elsässisch, die Ferien verbrachte sie mit ihnen in Deutschland oder Österreich. Doch im Deutsch-Studium an der Universität in Straßburg merkte sie, dass die Arbeit mit Kindern doch nicht ganz ihre Sache war. Sie erwarb ihren Bachelor und wollte sich dann umorientieren. Bei der Berufsberatung sagte man ihr jedoch, dass sie mit 21 zu alt sei für eine Ausbildung in Frankreich. Da habe ich beschlossen: Wenn man mich in Frankreich nicht will, gehe ich eben nach Deutschland, sagt die Elsässerin. Sie machte einen Test, um herauszufinden, wo ihre beruflichen Interessen liegen, verschickte zehn Bewerbungen und einen Monat später stand fest: Cyrielle Matterer macht ihre Ausbildung bei der Nagel Albatros Speditions GmbH in Auenheim, Teil der international tätigen Nagel-Group mit europaweit Mitarbeitern, und besucht die Beruflichen Schulen Kehl. Inzwischen ist die 23-Jährige im dritten Lehrjahr, nach ihrem Abschluss darf sie sich Kauffrau für Spedition und Logistik-Dienstleistung mit Zusatzqualifikation Französisch nennen. Damit hat sie einen ähnlichen Weg eingeschlagen wie ihr Vater, der ebenfalls im Logistik-Bereich tätig und genau wie ihre Mutter ebenfalls ein Grenzgänger ist. An den Beruflichen Schulen ist sie als einzige Französin Teil einer 13-köpfigen Klasse, in der jeder die Zusatzqualifikation Französisch anstrebt. Es gab schon Vorurteile, erinnert sie sich an die ersten Schultage. Die Mitschüler hätten wohl gedacht, sie nehme den deutschen Auszubildenden einen Platz weg. Aber dann haben alle schnell gemerkt, dass es gut passt, sagt sie, und fügt schmunzelnd hinzu: Außerdem brauchen sie kein Wörterbuch im Französisch-Unterricht, wenn ich dabei bin. Ihre Erwartungen haben die Beruflichen Schulen Kehl im positiven Sinne nicht erfüllt. In Frankreich hat man das Bild im Kopf, dass die Schule in Deutschland viel strenger ist, sagt sie. Ich war überrascht, denn tatsächlich sind die deutschen Lehrer viel lockerer als die in Frankreich, dort gibt es gar keinen persönlichen Kontakt zwischen Lehrern und Schülern. Die Lehrer in Kehl hülfen bei Fragen und Problemen, sogar Späße im Unterricht seien hin und wieder erlaubt. Solange man respektvoll bleibt, ist alles in Ordnung. Einer ihrer Lehrer habe einmal seine Tochter mit an die Schule gebracht, erzählt sie, und die Überraschung darüber ist ihr noch immer anzusehen: So etwas würde es in Frankreich nicht geben.

18 90 Nicht nur die Berufsschule an sich, sondern das ganze Ausbildungssystem unterscheidet sich. Während Cyrielle Matterer immer abwechselnd einen Tag oder zwei Tage pro Woche die Beruflichen Schulen Kehl besucht und den Rest ihrer Ausbildungszeit bei der Nagel-Group verbringt, liegt der Schwerpunkt in Frankreich auf der Schule, die Praxisphase erfolgt als Praktikum im Block. Da werden die Azubis ins kalte Wasser geworfen, sagt die Elsässerin. Auch ihr Ausbilder, Yves Debruyne, hat diese Erfahrung mit französischen Praktikanten gemacht absolvierte ein Austauschschüler sein Praktikum in der rund 100 Mitarbeiter starken Niederlassung in Auenheim. Er wusste zwar, was ich meine, wenn ich ihm einen Auftrag gegeben habe, aber er hatte Schwierigkeiten es umzusetzen. Das waren Welten im Vergleich zu unseren Azubis, sagt er. Was den Wechsel zwischen Schule und Betrieb betrifft, halte er die deutsche Variante für die geschicktere: Man kann besser mit den Azubis planen und der Stoff bleibt ihnen in Erinnerung, wenn nicht so lange Pause zwischen Theorie und Praxis ist. Bei der Nagel Albatros Speditions GmbH ist Cyrielle nicht die einzige Französin. Für die grenzüberschreitenden Geschäfte ist es immer wichtig, Mitarbeiter zu haben, die andere Sprachen sprechen, sagt Yves Debruyne gerade in dem Auenheimer Logistik-Unternehmen, das sich auf französische Käseproduzenten spezialisiert hat. Unser Kundenstamm kommt zu 70 Prozent aus Frankreich, wir sprechen weitgehend Französisch mit den Kunden. Auch viele Mitarbeiter im Betrieb unterhielten sich grundsätzlich auf Französisch. Dass die Sprache zumindest verstanden werde, sei eine Voraussetzung für die Einstellung, sagt Yves Debruyne, Vorstellungsgespräche würden auf Deutsch und auf Französisch geführt. Auch wenn sie ihre Ausbildung abgeschlossen hat, möchte Cyrielle Matterer nach Möglichkeit weiterhin in Auenheim arbeiten. Sie hängt an der Grenzregion, in der sie aufgewachsen ist und in der man die Vorteile beider Länder nutzen kann. Sollte sie irgendwann doch wieder in Frankreich arbeiten wollen, seien ihre Chancen auf einen dortigen Arbeitsplatz inzwischen wieder gestiegen, glaubt sie. Die Ausbildung in Deutschland hat in Frankreich einen sehr guten Ruf. Ihr Ausbilder Yves Debruyne ist ebenfalls davon überzeugt, dass sie keine Probleme auf dem Arbeitsmarkt haben wird: Unser Ziel ist es, Lehrlinge so auszubilden, dass sie nach drei Jahren loslegen können ohne den Gedanken Schaffe ich das auch? und zwar sowohl in Deutschland als auch in Frankreich. Amine fand nach der Schule in Straßburg weder Job noch Ausbildungsplatz: Jetzt ist er glücklich, dass er bei der BAG ein Einstiegsqualifizierungspraktikum absolvieren kann, das ihm die Chance auf eine Ausbildung zum Facharbeiter eröffnet. Um der Jugendarbeitslosigkeit auf der französischen Rheinseite ebenso zu begegnen wie dem Fachkräftemangel auf der deutschen, startet die BAG (BSW Anlagenbau und Ausbildung GmbH) im Juli ein Projekt, bei dem junge arbeitslose Franzosen über ein Einstiegsqualifizierungspraktikum die Chance bekommen, in ein festes Ausbildungsverhältnis übernommen zu werden. Warum sich französische Jugendliche nicht so einfach exportieren lassen Noch, sagt Bernd Wiegele, noch haben wir genügend Bewerbungen in allen Bereichen. Die Badischen Stahlwerke und ihre Anlagenbau und Ausbildung GmbH (BAG) profitieren von ihrem guten Ruf in der Region. Trotzdem wollen wir schon jetzt etwas tun, erklärt der BAG-Geschäftsführer, warum sich das Unternehmen auch um Auszubildende von der anderen Rheinseite bemüht. Sechs junge Franzosen haben im Juli ein zweitägiges Schnupperpraktikum absolviert und sind im Oktober für ein Einstiegsqualifizierungsprak-

19 Zahlreiche Partner und ein Jahr Vorbereitungszeit waren notwendig, bis Pierre und Romain in die Arbeitskleidung der BAG schlüpfen durften. tikum zurückgekehrt, das voraussichtlich bis Juli 2014 dauern wird. Ziel ist es, dass sie anschließend eine dreieinhalbjährige gestufte Ausbildung bis zur Fachkraft für Metalltechnik oder zum Facharbeiter durchlaufen. Während dieser Zeit sind sie verpflichtet, an einem sozialpädagogischen Betreuungsprogramm und an Stützunterricht teilzunehmen in ihrer Freizeit. Amine (19), Mahmut (17), Dejvid (23), Pierre (18), Kévin (21) und Romain (20) haben nach dem Collège keinen Ausbildungsplatz und keinen Job gefunden, waren arbeitslos. Sie kommen alle aus Straßburger Stadtvierteln, die im Ruf stehen, sozial schwierig zu sein da ist die Adresse schon das erste Hindernis bei einer Bewerbung. Trotzdem war es schwer, berichtet Aurore Wenger von der Maison de l Emploi (Arbeitsagentur) in Straßburg, die Jungs als Kandidaten zu gewinnen. Das Projekt, das von der Maison de l Emploi zusammen mit der BAG, der Bundesagentur für Arbeit, der Stadtgemeinschaft Straßburg, der Mission Locale, der Région Alsace und unterstützt von EU-Mitteln entwickelt wurde, heißt REVE Traum. Ob sich der Traum von der abgeschlossenen Berufsausbildung und einem Arbeitsplatz im Anschluss erfüllt, werden wir erst 2018 wissen, sagt Bernd Wiegele. Aber man muss mal anfangen, um der Region zeigen zu können, es funktioniert so oder auch nicht. Viereinhalb Jahre wird es dauern, bis die jungen Männer den Facharbeiter- Abschluss in der Tasche haben. Könnten sie besser Deutsch, könnten sie dem Unterricht in den Beruflichen Schulen in Kehl folgen, würde ein Jahr eingespart. Bernd Wiegele versteht nicht wirklich, warum das so sein muss: Es müsste doch möglich sein, dass diese Jugendlichen ihre Prüfung in ihrer Muttersprache ablegen können, meint er. So wie man auch die theoretische Führerscheinprüfung beispielsweise in Türkisch machen kann. Dass sich hier etwas ändert, dafür will er sich einsetzen. Dann wäre eine riesige Hürde weg. Die sechs jungen Männer mussten erst wieder lernen, sich an Regeln zu gewöhnen. Zum Beispiel daran, pünktlich am Arbeitsplatz einzutreffen. Während einer schon eineinhalb Stunden vor Arbeitsbeginn im Auto auf dem Parkplatz wartete vor lauter Angst, zu spät zu kommen, hatten andere das Problem, dass sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln zwar bis zum Kehler Bahnhof, nicht aber bis zur BAG in die Weststraße gelangen. Die jungen Leute oder ihre Familien verfügten nicht über ausreichend Geld, um sich ein Fahrrad leisten zu können. Deshalb hat die Région Alsace den Jungs die Räder gekauft die Hälfte des Kaufpreises wird ihnen in Raten vom Praktikantenlohn abgezogen, den sie während des Einstiegsqualifizierungspraktikums bekommen. Mir gefällt es sehr gut hier, sagt Amine und strahlt. Wir machen hier richtige Arbeit und alle sind nett zu uns. Die machen uns nicht so einen Druck. Von sich aus wäre weder Amine noch Kévin auf die Idee gekommen, sich auf der deutschen Rheinseite nach einem Arbeitsplatz umzuschauen über die Berater von der Mission Locale in ihrem Stadtviertel wurden sie auf das Projekt aufmerksam gemacht. Während Kévin schon etwas Deutsch kann, muss Amine die Sprache von Grund auf lernen. Sechs Wochen Deutsch-Kompaktkurs haben die sechs Jugendlichen bereits hinter sich, bis zum Ende ihrer Ausbildung bekommen sie weiterhin wöchentlich Deutsch-Stunden anwendungsbezogen, sagt Bernd Wiegele, und finanziert von der Région Alsace. In der Werkstatt haben die Ausbilder Fotos von den wichtigsten Werkzeugen mit der deutschen Bezeichnung darunter aufgehängt. Für die Jugendlichen war der Gedanke, in Deutschland zu arbeiten, beängstigend, weiß Vincent Horvat von der Maison de 91

20 92 l Emploi. Weder die Sprache, noch das System zu kennen, nicht wirklich zu wissen, worauf sie sich einlassen, mit administrativen Problemen konfrontiert zu sein, wie zum Beispiel dem, dass man ein Konto bei einer deutschen Bank benötigt das war alles nicht so einfach. Doch das Versprechen, dass sie bei der BAG nicht nur eine Ausbildung machen können, sondern, wenn sie diese mit guten Ergebnissen abschließen, auch Aussicht auf einen unbefristeten Arbeitsvertrag haben, hat die Jungs im Projekt REVE wirklich träumen lassen. Für uns ist das eine große Chance, sind sich Kévin und Amine einig. Wenn alles gut läuft, könnte im September eine weitere Gruppe von französischen Jugendlichen ein Einstiegsqualifizierungspraktikum nach gleichem Muster beginnen Vincent Horvat und Bernd Wiegele arbeiten daran. Auf jeden Fall wird jede Phase, welche die sechs Jungs durchlaufen, genau evaluiert. Vielleicht kann man das als Modell weitertragen, hofft Bernd Wiegele, vielleicht kann es ein Modell für andere Betriebe, ja für den gesamten Oberrhein werden. Ein Jahr intensiver Vorbereitung hat es bedurft, bis die erste Gruppe starten konnte. Erfahrungen, die zeigen, wie viele Hürden zu überwinden sind, bis französische Jugendliche eine Ausbildung in Deutschland beginnen können. 23 Prozent arbeitslose Jugendliche im Elsass, Betriebe, die keine oder nicht genügend Auszubildende finden in Baden warum die Gleichung nicht aufgeht, liegt für Jean-Claude Haller von der Straßburger Industrie- und Handelskammer auf der Hand: Für elsässische Jugendliche ist Deutschland Volksmusik, dm, Bierfest, Kehl und vielleicht noch Offenburg, sagt er beim Eurodistrikt-Forum über Zweisprachigkeit und berufliche Ausbildung am 5. November. Wer elsässische Jugendliche für eine Ausbildung auf der deutschen Rheinseite gewinnen wolle, müsse die Eltern sensibilisieren deren Deutschland-Bild sei jedoch in den 1970erund 1980er-Jahren verhaftet. Den elsässischen Grenzgänger sähen sie immer noch als Fließband- oder Hilfsarbeiter. Die Eltern sagten sich: Wenn mein Junger nach Deutschland geht, hat er zwar einen Job aber keine Aufstiegschancen. Eigentlich müsste es einen kulturellen Vorspann geben, findet auch Bernd Wiegele, eine Möglichkeit für die Jugendlichen, mehr über Deutschland und die Gepflogenheiten auf der anderen Rheinseite zu erfahren. Auch für ihn ist manche Erfahrung neu: Die Jungs stehen auf, wenn der Chef reinkommt, hat er festgestellt, und wundern sich, wenn er an der Werkbank einfach so mit ihnen spricht. Dazu kommt, dass die betriebliche Ausbildung, der Lehrberuf im Allgemeinen, in Frankreich ein schlechtes Ansehen genießt, was selbst elsässische Politiker wie Regionalrats präsident Philippe Richert bedauern. Michaël Schmidt, Straßburger Gemeinderat zuständig für grenzüberschreitende Zusammenarbeit, berichtet von Inhabern florierender Handwerksbetriebe im Elsass, die trotz hoher Arbeitslosigkeit im eigenen Land keinen Nachfolger finden. Die Jungen lassen sich lieber von einem Wachdienst anstellen, als eine Ausbildung in einem Beruf zu beginnen, bei der sie sich die Hände schmutzig machen. Über viele Jahre hinweg hat sich die französische Regierung bemüht, möglichst viele Schülerinnen und Schüler bis zum Abitur (auch zum berufsbezogenen) zu führen. Inzwischen schließen 80 Prozent jedes Jahrgangs ihre schulische Ausbildung mit der Reifeprüfung ab bevorzugen die formation d excellence gegenüber einer klassischen Lehre. Nur 25 Prozent der elsässischen Jugendlichen lassen sich noch für Lehrberufe begeistern. Mahmut und Dejvid gehören zu den sechs Straßburger Jugendlichen, die über das Projekt REVE zu den BAG kamen. Den Deutschkurs für die jungen Männer finanziert die Région Alsace. Die wichtigsten Werkzeuge haben die Ausbilder fotografiert und mit ihren deutschen Namen an die Pinnwand geheftet.

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