Besprechungen. 10 Jahre Hauptbücherei am Gürtel. Berichte und Rezensionen aus den Büchereien Wien. Heft 3 Frühjahr 2013

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1 Berichte und Rezensionen aus den Büchereien Wien 10 Jahre Hauptbücherei am Gürtel Heft 3

2 Vorwort Michael Häupl, Bürgermeister der Stadt Wien Liebe Leserinnen und Leser, Am 8. April 2003 wurde die neue Hauptbücherei der Büchereien Wien feierlich eröffnet und wir freuen uns, zu diesem Anlass auf erfolgreiche 10 Jahre zurückblicken zu können. Das markante Bibliotheksgebäude am Wiener Gürtel hat sich eindrücklich in das architektonische Antlitz Wiens eingeschrieben und zeugt beispielhaft von der deutlichen Professionalisierung und Dienstleistungsorientierung der Büchereien Wien. Der spektakuläre Neubau hat über Wiens Grenzen hinaus dem in Österreich oft nicht genügend gewürdigten und vielfältigen Vorurteilen ausgesetztem öffentlichen Bibliothekswesen zu einer merklichen Imageverbesserung verholfen. Um die Erfolge der letzten 10 Jahre weiterzuführen, entwickeln wir unsere Angebote für alle Wienerinnen und Wiener laufend weiter und setzen damit mitunter nationale und internationale Standards. So wird beispielsweise unser Auftritt auf der Social Media Plattform Facebook einhellig als bestes Beispiel aller Bibliotheken im deutschsprachigen Raum angesehen, wie unsere mittlerweile mehr als Fans eindrucksvoll zeigen. In dieser Ausgabe finden Sie neben dem redaktionellen Schwerpunkt zum Jubiläum der Hauptbücherei wie gewohnt sorgfältig ausgewählte Leseempfehlungen unserer Bibliothekarinnen und Bibliothekare. Bibliotheken legen Zeugnis über das Wissen der Menschheit ab. Sie sind die Basis des Geisteslebens einer Gesellschaft. Bibliotheken dienen aber nicht nur der Wissensspeicherung und -vermittlung, sie bieten auch Unterhaltung und Entspannung. Wobei es heute darauf ankommt, wie die «Verpackung» aussieht. Nur Bibliotheken, die den Anforderungen der Zeit entsprechen, schaffen es auch, nicht nur Speicher, sondern Mittler zu sein. Sie müssen nicht nur mit Büchern, sondern sie müssen mit Leben erfüllt sein. Lesen selbst ist eine Kulturtechnik, die erlernt sein will. Und es ist Aufgabe unseres Bildungssystems diese Kulturtechnik allen zu vermitteln. Die Wiener Hauptbücherei wird den Anforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht. Das zeigen nicht zuletzt die Besuchszahlen. Neben der klassischen haptischen Erfahrung bietet sie ein umfangreiches digitales Angebot und ist auch Ort der Begegnung. Speziell für Kinder bietet sie ein umfassendes Angebot. Die Bibliothekarinnen und Bibliothekare geben dabei mit ihrem Wissen und ihren Tipps wertvolle Ratschläge für alle Bücherfans und diejenigen, die vielleicht erst am Anfang ihrer Buchleidenschaft stehen. Die Wiener Hauptbücherei feiert heuer ihr 10jähriges Bestehen. Ich nehme das zum Anlass, allen Verantwortlichen für ihr Engagement und ihren Einsatz zu danken. Libraries offer ready access to a comprehensive record of human knowledge. They form the basis for the intellectual life of a society. Libraries are places where knowledge is equally preserved and accessed but they are also used for entertainment and leisure purposes. Presentation is essential in today s world: libraries have to move from the analogue to the digital age to be successful. Their mission is to gather but also to inform and share. Libraries are filled with books but they are also a hub of activity. Reading is one of the essential life skills, and it is the task of our educational system to teach this life skill to everyone. The Vienna Main City Library meets the challenges of the 21st century as is also reflected in its attendance numbers. It provides access to a broad range of print volumes as well as digital and multimedia tools. The Main City Library is a gathering place for cultural engagement and also offers great programmes and activities for children. With their knowledge and tips, librarians are valuable guides for everyone including book lovers as well as people who are only just developing their passion for reading. On occasion of this year s 10th anniversary of the Vienna Main City Library, I would like to thank everyone involved for their commitment and dedication. Michael Häupl, Mayor of Vienna Michael Häupl Genussvolle Lektüre wünscht Ihnen Markus Feigl Bibliothekarischer Leiter der Büchereien Wien 2 1

3 Vorwort Christian Oxonitsch, Wiener Bildungs- und Jugendstadtrat 10 Jahre Hauptbücherei Erfolgsfaktoren und neue Herausforderungen Christian Oxonitsch Am 8. April 2003 öffnete die Hauptbücherei am Gürtel zum ersten Mal ihre Tore. An diesem Tag kamen tausende Wienerinnen und Wiener in das neue Gebäude, das auf Säulen über der U-Bahn- Station schwebt. Mit der urbanen Architektur von Ernst Mayr ist die Hauptbücherei mittlerweile zu einem der modernen Wahrzeichen Wiens geworden. Damit startete die Erfolgsgeschichte der Hauptbücherei: Seit der Eröffnung haben sich Menschen in der Hauptbücherei eine Büchereikarte ausstellen lassen und über 19 Millionen Bücher und Medien entlehnt. Täglich kommen rund Besucherinnen und Besucher in die Bibliothek. Angebot, Aufgaben und Nutzung der Hauptbücherei sind voller Vielfalt: die Hauptbücherei ist Bildungs-, Kultur-, Lern- und Kommunikationszentrum für alle Menschen dieser Stadt. Das Medienangebot deckt ein breites Themenspektrum ab: von Bilderbüchern und Erstlesebüchern für die Kleinen über Ratgeberliteratur, Sach- und Fachbücher bis hin zu aktuellen Bestsellern. Die kompetente Beratung durch engagierte Bibliothekarinnen und Bibliothekare erleichtert die Auswahl. Das Veranstaltungsprogramm der Hauptbücherei spricht alle Alters- und Interessensgruppen an: Animationen für Kinder, Bilderbuchkino, zweisprachige Lesungen, Podiumsdiskussionen zu aktuellen Sachbüchern, Präsentationen von Neuerscheinungen und Ausstellungen. Die Besucherinnen und Besucher nutzen die Bibliothek als Lern- und Studienplatz, als Ort zum gemütlichen Schmökern, als hippen Treffpunkt in der Stadt und auch als Ort, wo man stundenweise Urlaub vom Alltag nehmen und entschleunigen kann. Neben dem «Bücherschiff» am Gürtel rückten auch die Zweigstellen mit ihrem attraktiven Angebot wieder stärker in den Blickpunkt der Wienerinnen und Wiener. Im österreichischen Büchereiwesen setzte die Hauptbücherei zudem Impulse für weitere große Bibliotheksbauten. Auch zahlreiche internationale Delegationen besuchen die Bücherei zu Studienzwecken und zum Gedankenaustausch. Ich bedanke mich beim Team der Hauptbücherei für die engagierte Arbeit, freue mich über den großen Erfolg der vergangenen 10 Jahre, wünsche für die Zukunft alles Gute und Ihnen viel Spaß beim Lesen! Vienna s Main City Library first opened its doors on 8 April On the same day, thousands of local visitors came to see the new building, which hovers on pillars above an underground station. Thanks to the innovative urban design by architect Ernst Mayr, the Main City Library has become a landmark of contemporary Vienna. The opening of the Main City Library marked the start of a veritable success story: 190,000 people have obtained a library card since. Altogether, over 19 million books and other media have been borrowed from the library so far. The Main City Library counts about 3,000 visitors every day. Variety is the term that best summarises the library s stock, its general mission and programme. It is a centre of education and learning, culture and communication for simply everyone in Vienna. The library covers a wide range of different topics, from picture books and easy reading books for children to self-help guides, non-fiction, reference books and best-selling literature. With the help of committed and competent librarians, everyone is sure to find just what they need. The programme of events at the Main City Library caters for all ages and interests. There are special events for children and picture book cinema sessions for the youngest visitors, but also bilingual readings, panel discussions on the latest non-fiction publications, book presentations and exhibitions. People come here to study, to browse through books at leisure, to meet friends in the city, or just to hang out and take a break from the hubbub of everyday life. Though the impressive building has clearly become the flagship of Vienna Public Libraries, the smaller branch libraries throughout the city are equally moving to the centre of attention again. The Main City Library has also inspired other major building projects in the Austrian library scene. Many international delegations visit the library for study purposes and to exchange thoughts. I want to thank the team of the Vienna Main City Library for their work and commitment, and congratulate them on their big success during the past 10 years. Let me wish you all the best for the future and have a good time reading! Christian Oxonitsch, Executive City Councillor for Education, Youth, Information and Sports Von einem «neuen Bibliotheksgefühl für Wien» wurde 2003 anlässlich der Eröffnung der neuen Hauptbücherei am Urban Loritz Platz geschrieben. Die Rückschau auf die vergangenen zehn Jahre ermöglicht eine Analyse der Faktoren die zur Erfolgsgeschichte der Hauptbücherei wesentlich beigetragen haben und bietet die Grundlage für einen Ausblick auf die neuen Herausforderungen. Der Standort Trotz schwieriger Rahmenbedingungen (der Bauplatz war durch die beiden Gürtelfahrbahnen, die denkmalgeschützte Otto-Wagner-U-Bahn-Station, das Zeltdach der Architektin Silja Tillner und die Bebauungsgrenze am Gürtel nach oben streng definiert) konnte Ernst Mayr, der Sieger des EU-weiten Architekturwettbewerbs, mit einem gleichermaßen inspirierten wie funktionalen Entwurf überzeugen. Die große Freitreppe, die an schönen Tagen zum Sitzen und Verweilen einlädt, ist eine in Architektur umgesetzte einladende Geste der öffentlichen Bibliothek, die für alle Besucherinnen und Besucher offen sein möchte. 2 3

4 Die ebenfalls auf eine Idee des Architekten zurückgehende gemeinsame Eingangshalle von Hauptbücherei und U-Bahn-Station Burggasse-Stadthalle wirkt sich äußerst positiv auf die Nutzung der Bücherei aus, da an diesem Knotenpunkt des öffentlichen Verkehrs täglich tausende Menschen ein-, um und aussteigen. Die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen ist in unserer Wissensgesellschaft eine Grundvoraussetzung für sozialen und beruflichen Erfolg; als Lernort betont die öffentliche Bibliothek ihre gesellschaftliche Relevanz und lockt mit attraktiven Lernumgebungen und Lernangeboten Menschen in ihre Räume. Christian Jahl Leiter der Hauptbücherei Das Angebotskonzept im Wandel der Zeit Hinsichtlich des Angebotsspektrums der neuen Hauptbücherei gab es in der Planungsphase zwei wesentliche Ziele: Erstens sollte der Medienbestand einen möglichst hohen Anteil an audiovisuellen Medien (damals unter dem Namen «Neue Medien» firmierend) aufweisen; damit sollte verdeutlicht werden, dass es sich um eine «öffentliche Bibliothek der neuen Art», um ein «Medienzentrum» und nicht um eine Bücherei im buchstäblichen Sinn, handelte. Zweitens sollte die «Bibliothek als Lernort» etabliert und betont werden. Es galt also, eine entsprechende Atmosphäre mit verbesserter Aufenthaltsqualität zu schaffen und möglichst viele Arbeitsplätze in der Bibliothek bereit zu stellen. Die audiovisuellen Medien der Eröffnungszeit Tonkassetten, Schallplatten, CD-ROMs, Videos, DVDs, CD-ROMs erfuhren einen Bedeutungswandel. Videos und Tonkassetten wurden mangels Nachfrage bereits beinahe zur Gänze aus dem Medienbestand der Hauptbücherei ausgeschieden; die Bedeutung des Mediums CD-ROM beschränkt sich seit dem Anstieg von Breitband-Internetzugängen auf den Bereich der Sprachkurse. Relativ neu im Medienbestand sind Blu Ray-Discs, das Nachfolgeformat der DVDs, und Konsolenspiele für Nintendo DS und Nintendo Wii, sowie für Sony Playstation und Microsoft Xbox. Nimmt man aber an, dass es einen Trend zum Online-Vertrieb von audiovisuellen Inhalten jeder Art und Spielen gibt, ist auch für diese Medien ein Ablaufdatum als physisches Entlehnmedium der Bibliothek absehbar. Neue Herausforderungen für öffentliche Bibliotheken im Allgemeinen und die Hauptbücherei im Besonderen Die Bedeutung der öffentlichen Bibliothek als Entlehnort von physischen Medien, seien es Bücher oder audiovisuelle Medien, geht zurück. «Digital Natives» erreicht man vermehrt mit «Virtuellen Büchereien» man kommuniziert mit ihnen in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter, man präsentiert Angebote und Anleitungen zur Nutzung der Bibliothek auf Videoportalen wie YouTube; all dies tun die Büchereien Wien schon. Neben dieser Tendenz der «Virtualisierung» der öffentlichen Bibliothek gilt es das Bedürfnis der Menschen nach Gemeinsamkeit, nach Kommunikation, nach dem Austausch von Ideen mit anderen Menschen an realen öffentlichen Orten wie den Büchereien zu stillen. Die öffentliche Bücherei als Lernort, als Ort interkultureller Begegnung, als Treffpunkt der Generationen, als Mittelpunkt der Vernetzung verschiedenster Institutionen der Stadt das sind die Themen der Gegenwart und Zukunft. Lernort Hauptbücherei Die Bücherei bietet 150 Arbeits- und Leseplätze in unterschiedlichster Ausstattung, vom gemütlichen Fauteuil bis hin zum gut ausgestatteten Computerarbeitsplatz. Das Angebot einer Lerninfrastruktur ist die Basis, auf der mit der Implementierung von Lernsettings und Lernarrangements im Sinne des informellen Lernens aufgebaut werden kann. Beispielsweise ist das Thema «Bewerbung» mit entsprechender Ratgeberliteratur, Hilfen zum Erstellen von Lebensläufen, Interessens- und Eignungstests, Links zu Jobangeboten im Internet, Office-Arbeitsplätzen zum Schreiben der Bewerbung und Geräten zum Einscannen von Fotos und Dokumenten fast vollständig abgedeckt. Im Rahmen der «Bildungsberatung in Wien» (www.bildungsberatung-wien.at) bietet die Hauptbücherei neben Informationen über Weiterbildung, Arbeitsmarkt und Beruf auch sogenannte Mini!kurse an, deren Zielgruppe Menschen aus bildungsfernen Schichten sind. Raum der interkulturellen Begegnung Wien ist das Bundesland mit der stärksten Bevölkerungsdynamik in Österreich. In Wien haben derzeit je nach Berechnung zwischen 32 und 45% der Bevölkerung Migrationshintergrund. Interkulturelle Bibliotheksarbeit ist dementsprechend ein zentrales Anliegen der Büchereien Wien, die Hauptbücherei ist mit über fremdsprachigen Medien in 33 Sprachen das «Sprachen-Zentrum». Das Medienangebot wird durch Führungen für Menschen mit nicht-deutscher Muttersprache und zahlreiche Veranstaltungsschienen für Erwachsene und Kinder ergänzt. Bibliothekarische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen Das Angebot für Kinder reicht in der Hauptbücherei von Medien jeder Art (Bücher, fremdsprachige Kinderbücher, DVDs, CDs, Konsolenspiele u.a.), bis hin zu Veranstaltungen wie der Kirangolini-Reihe zur Lesefrühförderung und mehrsprachigen Vorlesestunden. Schulbesuche, in deren Rahmen Kindern das Angebot der Hauptbücherei und die Nutzung der Bibliothek erklärt werden, sind eine Chance, auch Kinder aus bildungsfernen Schichten zum Lesen zu motivieren und damit sozial ausgleichend zu wirken. Viele Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund, die oftmals in beengten Wohnverhältnissen leben, nutzen die Hauptbücherei als Ort zum Hausaufgaben machen, zum Lernen oder auch zur Freizeitgestaltung. Angesichts der Detailauswertungen der PISA-Studie wird es eine wichtige Aufgabe der Zukunft sein, männliche Jugendliche für das Lesen zu interessieren und das Image von Büchern bei männlichen Jugendlichen anzuheben; Veranstaltungen wie das «Lese-Derby», bei dem Spieler der beiden Wiener Fußballklubs Austria Wien und Rapid Wien Kindern Bücher nahebringen, tragen dazu bei. Die Hauptbücherei als öffentlicher Raum In seinem Buch «The Great Good Place» (1989) definiert Ray Oldenburg den «dritten Ort»: Neben dem ersten Ort, der Wohnung, und dem zweiten Ort, dem Arbeitsplatz, benötigt der Mensch «dritte Orte», die Oldenburg als «Anker» des Gemeinschaftslebens, die kreative Interaktion ermöglichen, sieht. Diese informellen Orte sind wichtig für zivilgesellschaftliches Engagement und geben öffentlichen Orten in der Wahrnehmung von Menschen Sinn. Dritte Orte sind kommunale Treffpunkte, an denen man sich mit Freunden treffen, aber auch neue Freunde finden kann. Wichtig ist der kostenfreie und niederschwellige Zugang und die gute Erreichbarkeit. Die Hauptbücherei ist auf Grund ihrer Lage am Verkehrsknotenpunkt Urban-Loritz- Platz und dank ihrer unmittelbaren Anbindung an die U-Bahn-Linie U6 ein «dritter Ort» für Menschen aus der ganzen Stadt. MitarbeiterInnen des Integrationshauses erzählen beispielsweise häufig, dass im Rahmen der «Bildungspatenschaften» die Hauptbücherei oft als Ort der ersten Treffen zwischen den neuen Bekannten gewählt wird. Eine spezielle Funktion als öffentlicher Ort, nämlich die des «erlaubten Ortes», erfüllt die Hauptbücherei für Mädchen aus streng muslimischen Familien. Der (unbegleitete) Besuch der Bibliothek als Ort des Lernens wird toleriert, die Frauen vorbehaltenen Internet-PCs im College 3 gerne genutzt. Angenehme, wohnliche Atmosphäre, die die Bibliothek leicht als «meeting place» und «living room» durchgehen lässt, die selbstverständliche Integration der IT-Infrastruktur, die Möglichkeit, mit anderen gemeinsam zu lernen, aber auch die Gelegenheit, sich in Nischen zurückzuziehen um «für sich zu bleiben» und konzentriert zu lesen all das wird in der Hauptbücherei geboten. 4 5

5 Die Hauptbücherei als Veranstaltungsort Die Lesungen, Diskussionen und Vorträge in der Hauptbücherei sollen die Besucherinnen und Besucher zu einer selbständigen und kritischen Auseinandersetzung mit gesellschaftlich und politisch aktuellen Themen anregen; daher setzt die Hauptbücherei bei allen Veranstaltungsreihen auf die Form des Dialogs und der Interaktivität. Rund Menschen besuchen pro Jahr die Veranstaltungen in der Hauptbücherei. The Main City Library celebrates its 10th anniversary Factors for success and new challenges Vernetzung und Kooperation Vor drei Jahren wurden Kooperationspartner der Hauptbücherei gefragt, warum sie mit der Hauptbücherei zusammenarbeiten. Aus den Ergebnissen dieser Umfrage entstand gleichsam eine Charakterisierung der Hauptbücherei: Literarische Kompetenz, spannendste Bildungseinrichtung der Stadt, übereinstimmende Sicht von Diversität und Integration, niederschwelliger Ort, verlässlicher Partner, idealer Ort zum Netzwerken, Publikum aus verschiedenen sozialen Schichten, unverwechselbares Profil, Lesen als Thema, kompetentes Team, Kundinnen und Kunden der Bücherei überdurchschnittlich an Kunst und Kultur interessiert, solidarischer und kompetenter Partner bei der Gestaltung kostenloser Angebote für Asylsuchende, Institution der gelebten Lesekultur, Bibliothek steht für Meinungsfreiheit, breites Medienangebot aber nicht nur Mainstream, offen für das Neue, bester Partner im Feld «Migration/Interkultur» in der Stadt, Leseförderung großgeschrieben... Vernetzungen mit Schulen, Kindergärten, Volkshochschulen, den Wiener Festwochen, anderen Bibliotheken, weiteren Kultur- und Bildungseinrichtungen in der Stadt, NGOs (ZARA, Amnesty International, AIDS Hilfe u.a.), aber auch mit privaten Unternehmen wie Casinos Austria oder tipp 3 bereichern das Angebot der Hauptbücherei, lassen Synergien entstehen und bauen zusätzliche Kompetenzen auf. Das Schwinden der Bedeutung als Entlehnbibliothek und die gleichzeitig steigende Vor-Ort-Nutzung in der Bibliothek erfordern genau diese Vernetzung und Kooperationen. Erfolg Es gibt viele Möglichkeiten, den Erfolg der Hauptbücherei abzubilden das Naheliegende sind statistische Zahlen zur Nutzung der Bibliothek. Seit der Eröffnung der Hauptbücherei im April 2003 haben sich mehr als Menschen eine Büchereikarte der Büchereien Wien in der Hauptbücherei ausstellen lassen. Es gab 19 Millionen Entlehnungen Besucherinnen und Besucher nutzen täglich das Angebot der Bibliothek. Insgesamt konnten rund 3 Millionen Besuche gezählt werden. Wesentlich ist auch die steigende Zahl jener Menschen, die Vor-Ort-Angebote in der Hauptbücherei nutzen, ohne zu entlehnen betrug der Anteil dieser Menschen an der Gesamtzahl der Besucher 36 Prozent. (Eine Sozialraumanalyse von Studierenden der FH Campus Wien ergab, dass Jugendliche «FreundInnen treffen» und «Chillen» neben dem Medienbestand als häufigste Gründe für einen Besuch in der Hauptbücherei nennen.) Verglichen mit üblichen Generationsstatistiken öffentlicher Büchereien, darf die Hauptbücherei auch den Erfolg verbuchen, eine «junge» Bücherei zu sein, rund 81% der Nutzer und Nutzerinnen der Bibliothek sind jünger als 40 Jahre. Die Hauptbücherei hat sich in den letzten 10 Jahren als nicht mehr weg zu denkendes Bildungs,- Kultur,- Informations- und Kommunikationszentrum für alle Menschen der Stadt Wien etabliert. Christian Jahl When Vienna s new Main City Library at Urban Loritz Platz was opened in 2003 the media heralded a new «library experience for Vienna». A retrospective look at the past ten years enables us to analyse the factors which have contributed significantly to the success story of the Main City Library and provides us with a basis for an outlook on future challenges. The location Despite difficult basic conditions (the building site was defined by a number of constraints, such as the two carriageways of the Gürtel ring road, the listed Underground station building designed by Otto Wagner, the membrane roof over Urban Loritz Platz designed by architect Silja Tillner and the height limit for buildings along the Gürtel ring road) Ernst Mayr, the winner of the EU-wide architecture competition, impressed the jury with his equally functional and inspired design. The grand set of steps, which also serves as a place to sit and relax on sunny days, is an architectural gesture of welcome on the part of the Main City Library, which wants to be open to all visitors. 6 7

6 Christian Jahl Head Librarian of the Main Library The joint entrance hall shared with Burggasse-Stadthalle Underground Station, which also was the idea of the architect, has a very positive effect on the utilisation of the library, since thousands of people use this public transport hub every day. A changing range of services Two major objectives regarding the spectrum of services offered by the new Main City Library were defined in the planning phase: first, the library s holdings were to include as high a share of audiovisual media (then called «new media») as possible in order to illustrate that the Main City Library is a «new kind of public library» a «media centre» and not just a library in the literal sense of the word. Second, the library was to be conceived and established as a place of learning. The aim was to create the right atmosphere by improving the library s amenity value and to provide as many workplaces in the library as possible. The stock of audiovisual media available right after the opening of the library audio cassettes, records, CD-ROMs, videos, DVDs was changed over time. Owing to a lack of demand, video and audio cassettes were almost completely eliminated from the Main City Library s holdings, and with the increase of households having broadband internet access, users interest in CD-ROMs has been limited to language courses. Relatively new media held by the library include Blu-ray Discs, the successor format to DVDs, and console games for Nintendo DS and Nintendo Wii as well as for Sony Play- Station and Microsoft Xbox. However, if we assume that there is a trend for the online distribution of games and any kind of audiovisual contents, it is most likely that the role of these media as a physical item that can be borrowed from the library will diminish as well. New challenges for public libraries in general and for the Main City Library in particular The significance of public libraries as places to borrow physical items, be it books or audiovisual media, is decreasing. «Digital Natives» can increasingly be reached through «virtual libraries». You communicate with them via social networks such as Facebook and Twitter and present services and instructions on how to use the library on video portals such as YouTube. The Vienna Public Libraries have been doing all this for quite some time. In addition to this trend towards the «virtualisation» of public libraries, we should also meet people s need for company, communication and an exchange of ideas with other people in real public places such as libraries. Public libraries as places of learning, as places of intercultural encounter, as intergenerational meeting places, and as centres of networking among different institutions of the city these are the issues of interest today and in the future. The Main City Library as a place of learning The library offers 150 reader places designed for different purposes, ranging from comfort able armchairs to well-equipped computer workstations. Offering a learning infrastructure forms the basis that can be built on by implementing learning settings and arrangements to facilitate informal learning. Library users will, for example, find almost everything on the issue of «applying for a job», from advice and guidance books to guidance for preparing a CV, career interest and aptitude tests, links to job offers on the internet, MS Office work places for writing application letters and devices to scan in photos and documents. As part of the «Bildungsberatung in Wien» educational counselling network (www. bildungsberatung-wien.at), the Main City Library not only provides information on further training, labour market and career, but also offers so-called «Mini!courses» directed to people with a lower level of education. In our knowledge-based society, the willingness to engage in lifelong learning constitutes the basic prerequisite for social and professional success. As a place of learning, public libraries emphasise their social relevance and attract visitors by providing pleasant learning environments and opportunities. A place of intercultural encounter The Federal Province of Vienna shows the strongest changes in population size and composition in Austria. Depending on the figures used, between 32% and 45% of Vienna s population currently have migration backgrounds. In view of this fact, intercultural library work is a central concern of the Vienna Public Libraries, whereby the Main City Library, which holds more than 20,000 foreign-language items in 33 languages, has assumed the role of the libraries «language centre». The available resources are complemented by guided tours for non- German mother tongue speakers and numerous events for adults and children. Library work with children and young people The services the Main City Library provides for children include different kinds of resources (books, foreign-language books for children, DVDs, CDs, console games etc.) and events, such as the Kirangolini series to support early reading development or multi-lingual story reading events. Guided tours for school classes where children learn about the services offered by the Main City Library and are shown how to use the library provide an opportunity to motivate children from families with a lower educational level to read and hence compensate social inequalities. Many children and young people with migration backgrounds, who often live in small homes, use the Main City Library as a place for doing homework, for learning or for leisure activities. In view of the detailed results of the PISA study, an important task of the future will be to motivate adolescent boys to read and to make books more attractive to them. Events such as the «Reading Derby», where players of Vienna s two football clubs «Austria Wien» and «Rapid Wien» try to spark children s interest for books, will contribute to this task. The Main City Library as a public place In his book «The Great Good Place» (1989), Ray Oldenburg provides a definition of the term «third place». In addition to the first place, the home, and the second place, the workplace, people also need «third places», which according to Oldenburg are «anchors» of community life and facilitate and foster creative interaction. These informal places are important for civic engagement and cause public places to be perceived as meaningful by people. Third places are communal meeting places, where you can meet old friends and find new friends. Important criteria are free and easy access and good accessibility. Owing to its location at Urban Loritz Platz, one of Vienna s public transport hubs, and its direct access to the U6 underground line, the Main City Library is a «third place» for people all across the city. Staff members of Integrationshaus, an association supporting the integration of asylum seekers, refugees and migrants in Vienna, report, for example, that the Main City Library is frequently chosen as the place of the first meeting between participants of the association s educational sponsorship programme. The Main City Library also fulfils another special function as a public place, i.e. that of a «permitted place» to be visited by girls from devout Muslim families. The (unaccompanied) visit to the library as a place of learning is tolerated by their families and the PCs with internet access reserved for women at College 3 are very popular with the girls. A pleasant and comfortable atmosphere, which makes the library resemble a «meeting place» or «living room», the full integration of IT infrastructure, the possibility of learning together with others, but also the opportunity to retreat to alcoves or quiet corners to be alone and focus on reading the Main City Library provides all this and more. 8 9

7 The Main City Library as a venue of events The readings, discussions and lectures held at the Main City Library are intended to encourage visitors to independently and critically think about current social and political issues. For this reason, the Main City Library places dialogue and interactivity at the centre of all its events. The events at the Main City Library are attended by about 29,000 persons per year. Das College-Prinzip Orientierung an den Lebenswelten der Besucherinnen und Besucher Networking and co-operation Three years ago, the Main City Library s co-operation partners were asked about the reasons for their co-operation. The results of this survey read like a profile of the Main City Library: Literary expertise, most exciting educational facility in the city, matching view of diversity and integration, easily accessible place, reliable partner, ideal place for networking, users from different social levels, distinctive profile, focus on reading, qualified team, library users have an above-average interest in art and culture, a like-minded and professional partner in the development of free services for asylum seekers, an institution that makes reading culture come alive, library stands for freedom of opinion, a variety of resources which include not only mainstream materials, open to new things, best partner in the field of «migration/intercultural affairs» in the city, attaches great importance on reading development... Networking with schools, kindergartens, adult education centres, the Wiener Festwochen festival, other libraries, other cultural and educational institutions in the city and NGOs (ZARA, Amnesty International, AIDS Hilfe etc.), but also with private enterprises, such as Casinos Austria or tipp 3, adds to the services of the Main City Library, creates synergies and builds additional expertise. The institution s decreasing significance as a lending library and the simultaneous increase in the on-site use of the library call exactly for this kind of networking and co-operation. Success The success of the Main City Library can be illustrated in many ways, the most obvious being statistics on the utilisation of the library. Since the Main City Library was opened in April 2003, more than 190,000 persons have obtained a public library card from the Main City Library and 19 million items have been borrowed. The library s services are used by 3,000 visitors per day. The library recorded a total of about 3 million visits. Another important figure is the increasing number of people using the on-site services at the Main City Library without borrowing anything. In 2012, the share of these people in the overall number of visitors amounted to 64%. (A social space analysis conducted by students of the FH Campus Wien University of Applied Sciences revealed that apart from the library s resources, «meeting friends» and «hanging out» were the most frequent reasons stated by young people for a visit to the Main City Library.) Compared to the usual generational statistics of public libraries, the Main City Library also enjoys the success of being a «young» library, with about 81% of the library users being younger than 40 years. In the past 10 years, the Main City Library has firmly established itself as an indispensable centre of education, culture, information and communication for all people in the City of Vienna. Christian Jahl Rudolf Kraus Leitung College 1: Literatur und Sprache Der Medienbestand der Hauptbücherei ist themenorientiert auf sechs «College» genannte Organisationseinheiten aufgeteilt; anders als in anderen öffentlichen Bibliotheken ist nicht die Systematik eines Mediums oberstes Such- und Orientierungsmerkmal, sondern das College bzw. Teilcollege. Die Themenorientierung entspricht der «Lebensweltorientierung», wie sie Klaus Ceynowa für sein Konzept der «fraktalen Bibliothek» formuliert hat, und in der davon ausgegangen wird, dass der Mensch alles im Zusammenhang der Lebensbedeutsamkeit wahrnimmt. Die Leiterinnen und Leiter der Colleges erläutern in den nachfolgenden Interviews die Besonderheiten ihres jeweiligen Bereichs. Die beiden großen Themen Ihres Colleges sind «Sprache» und «Literatur». «Sprache» spielt in einer Stadt mit starker Zuwanderung und in einer Zeit, die hohe Anforderungen an die Mobilität der Menschen stellt, eine große Rolle. Wie trägt College 1 diesen Anforderungen Rechnung? Rudolf Kraus College 1 trägt diesen Anforderungen mit dem Angebot der beiden Teilcolleges «Fremdsprachenbibliothek» und «Sprache» Rechnung: Die Fremdsprachenbibliothek bietet belletristische Bücher in mehr als 30 Sprachen, von den Weltsprachen über die Sprachen der Nachbarländer und österreichischen Minderheiten bis hin zu den Sprachen der hier lebenden MigrantInnen. Im Bereich «Sprache» findet man Sprachkurse, Wörterbücher, Lehrbücher etc. für Deutsch als Fremdsprache und viele andere Sprachen sowie sprachwissenschaftliche Werke. Ergänzend dazu gibt es 14tägig die moderierte Konversationsgruppe «Deutsch um Fünf» für Menschen mit nicht-deutscher Muttersprache, zweisprachige Lesungen und den jährlichen «Europäischen Sprachentag» mit ganztägigen Sprach-Schnupperkursen. Rudolf Kraus Lyrik und junge, in Kleinverlagen erscheinende Literatur sind meist keine Ausleihrenner; wie reagieren Sie auf diese Herausforderung und worin sehen Sie den Auftrag einer öffentlichen Bibliothek hinsichtlich dieser «Nischen-Literatur»? 10 11

8 Ingrid Maria Lang Die Glasscherbeninsel Wien: Verlagshaus Hernals S. Rudolf Kraus College 1 bietet an einem eigenen Standort (College 1 Szene Österreich) Lyrik- und Prosabände von zeitgenössischen österreichischen Autorinnen und Autoren aus Kleinverlagen, aber auch aus renommierten Verlagen. Auch Lyrik, Dramen und Märchen aus aller Welt haben im College 1 einen besonderen Stellenwert. Als größte öffentliche Bibliothek Österreichs verstehe ich es als unseren Auftrag, auch Nischenbereiche anzubieten und im Besonderen die zeitgenössische österreichische Literatur einem größeren Publikum nahe zu bringen. Haben Sie in den 10 Jahren seit Bestehen der Hauptbücherei einen Wandel in den nachgefragten Medien und Themen in Ihrem College festgestellt? Rudolf Kraus Es gab sicherlich einen Wandel bei den sog. audiovisuellen Medien. Vor allem die Nachfrage nach CD-ROMs, aber auch jene nach DVDs und Hörbüchern ist in den letzten Jahren zurückgegangen. Das gedruckte Buch hat sich hingegen als stabiler Faktor erwiesen, trotz der sehr guten Nutzung der Virtuellen Bücherei. Kontinuierlich groß ist die Nachfrage nach fast allen Medien zum Sprachen lernen und nach Romanen, hier vor allem nach Krimis und allen Formen der modernen Horrorliteratur. Was glauben Sie, sind in den nächsten Jahren die großen Herausforderungen für die Büchereien Wien im Allgemeinen und ihr College im Besonderen? Rudolf Kraus Ich glaube, dass es in den nächsten Jahren noch eine stärkere Verschiebung hin zu virtuellen Angeboten geben wird und auch die Vor-Ort-Nutzung der Bibliothek wird noch wichtiger werden. Medienkompetenz und Beratung im Bereich Sprache, aber auch in der Literatur werden natürlich weiterhin gefragt sein. Wichtig ist, immer am neuesten Stand zu bleiben. Persönliche Empfehlung Die Glasscherbeninsel Ingrid Maria Lang Die Glasscherbeninsel ist ein verrufener Ort am Rande der idyllischen Provinzstadt Rainbruck, in der die beiden Hauptfiguren Felicitas «Fee» Bariello und ihr Cousin Lorenzo in den 1960er Jahren in wohlhabenden Verhältnissen aufwachsen. Fee betritt trotz Verbots die Glasscherbeninsel und verliebt sich in den mit seiner Familie dort lebenden Jannis. Doch es ist eine heimliche, verbotene Liebe mit jahrelangen Unterbrechungen, die eng mit dem Schicksal der beiden aus vollkommen konträren Gesellschaftsschichten stammenden Familien verbunden ist. Ingrid Maria Langs zweiter Roman ist eine beeindruckende Familiensaga voller Poesie und Wucht, fesselnd, eindringlich und schnörkellos. Ein nachhaltiger Roman, der sich im Hinterkopf festsetzt wie ein Song von Johnny Cash aus den American Recordings. Monika Koller Leitung College 2: Lokal Regional Global Im Zeitalter der Globalisierung sind zwei scheinbar einander widersprechende Tendenzen festzustellen einerseits Internationalisierung und erhöhte Mobilität, andererseits die Rückbesinnung auf die eigene Region. Wie schlagen sich diese Tendenzen im Angebot bzw. in der Nutzung der Bestände Ihres Colleges nieder? Nähen, Stricken, Taschen aus Recycling-Materialien fabrizieren, Design kurz gesagt, alles rund um Mode. Handwerk und selbstgebastelte Geschenke sind wieder voll im Trend und unsere große Abteilung zum Thema kann die Nachfrage gut abdecken. Haben Sie in den zehn Jahren seit Bestehen der Hauptbücherei einen Wandel in den nachgefragten Medien und Themen in Ihrem College festgestellt? Monika Koller Die Nachfrage nach Anleitungen zu Spiel und Bewegung in Kindergarten und Schule ist stark angestiegen, Medien zu (früheren) Massen- und Trendsportarten wie z.b. Fußball oder Tennis werden längst nicht mehr so gut genutzt. Slacklinen und Triathlon sind die neuen Trendsportarten, auffallend auch die starke Nutzung von Literatur rund um den Schwimmsport, hier vor allem Schwimmunterricht für Babys, Kinder und Jugendliche. Stichwort Culinaria: Auch hier bewegt sich die Nachfrage im Spannungsfeld Regionalisierung Internationalisierung: einerseits werden Kochbücher zur außereuropäischen Küche gerne ausgeliehen, andererseits sind auch österreichische Rezeptsammlungen sehr beliebt. Das gestiegene Gesundheitsbewusstsein hat zu einer verstärkten Nachfrage nach Kochbüchern zur vegetarischen, veganen und Vollwert-Küche geführt. In manchen Bereichen der Geschichte beobachte ich eine sinkende Nachfrage bzw. eine Interessensverlagerung: durch den demographischen Wandel mehr Menschen, insbesondere Jugendliche mit Migrationshintergrund besuchen die Bücherei werden Medien zur Nationalgeschichte der Herkunftsländer verstärkt nachgefragt. Was glauben Sie, sind in den nächsten Jahren die großen Herausforderungen für die Büchereien Wien im Allgemeinen und ihr College im Besonderen? Monika Koller An erster Stelle ist sicher der Siegeszug der digitalen Medien zu nennen, der natürlich auch das College 2 betrifft: gerade im Bereich der Reiseliteratur sind gepäcksparende virtuelle Angebote besonders beliebt. Der technische Wandel stellt sowohl an unsere KundInnen als auch an uns BibliothekarInnen neue Anforderungen in punkto Medienkompetenz; unsere Rolle als aktive Medienvermittler wird noch an Bedeutung gewinnen. Persönliche Empfehlung Kongo: Eine Geschichte David van Reybrouck Reybrouck legt eine gründliche Analyse der Geschichte, Kultur und Gesellschaft des riesigen zentralafrikanischen Staates vor. Mit historischer und journalistischer Akribie beschreibt er die Machtund Interessenskonflikte, die das Land seit der Kolonialzeit des belgischen Königs Leopold spalten und destabilisieren. Waren früher Elfenbein und Kautschuk begehrte Handelsgüter, so sind dies heute die großen Vorkommen an Uran, Gold, Diamanten, die das Land zu einer wirtschaftlich umkämpften Rohstoffbörse machen. Hutus flüchteten vor dem Völkermord in Ruanda in den Osten des Kongos, wo nun Stellvertreterkriege geführt werden, die das Land weiter ins Chaos treiben. Bizarre Schicksale, tapfere Kämpfer und korrupte Emporkömmlinge, Ausbeutung und immer wiederkehrende Massaker: David van Reybrouck macht diese Mischung lesbar, sein Blick für Skurrilitäten zeichnet das Buch aus. Kongo liest sich spannend wie ein Roman, leider ohne Happy End. David van Reybrouck Kongo: Eine Geschichte Frankfurt: Suhrkamp S. Monika Koller Monika Koller Das Phänomen Globalisierung versus Regionalisierung ist als solches schon länger keines mehr. Die Sehnsucht nach der weiten Welt, Abenteuern und Entdeckungen ist nach wie vor ungebrochen, gleichzeitig steigt das Interesse an der Erforschung der nächsten Umgebung: des Waldes vor der Haustür, der Gassen und Straßen des Bezirks. Wiener Bezirksführer und regionale Fahrradführer werden ebenso nachgefragt wie Literatur zu Städtetrips besonders «in» sind derzeit ost- und nordeuropäische Metropolen und Fernreisen; Südostasien ist hier seit Jahren der ungebrochene Favorit, verstärkt nachgefragt werden in letzter Zeit zentralasiatische Länder. Viele Menschen suchen nach sinnvoller und vor allem in Zeiten der Krise kostengünstiger Freizeitgestaltung. Was findet man da in ihrem College, das einem weiterhelfen kann? Monika Koller Eine der momentan beliebtesten Freizeitbeschäftigungen ist offenbar Handarbeiten: Claus Oszuszky Leitung College 3: Standpunkte Sucht man Medien, die helfen, über sich selbst und die Gesellschaft und Politik nachzudenken, sich eine Meinung zu bilden, dann scheint man im College 3 richtig zu sein. Wie wichtig ist es für eine öffentliche Bibliothek «Hilfe zur Orientierung» zu geben und wie werden die Medien von den Leserinnen und Lesern angenommen? Claus Oszuszky Meinungsbildung ist eine der zentralen Aufgaben öffentlicher Bibliotheken. Die in diesem Zusammenhang interessanteste Buchgattung ist das populäre Sachbuch: Es vermittelt Informationen und Wissenszusammenhänge auf unterhaltende und anregende Art. Die erfreulich gute Nutzung Claus Oszuszky 12 13

9 Michael Mary Die Glückslüge: Vom Glauben an die Machbarkeit des Lebens Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe S. Barbara Eichinger dieser Medien in College 3 zeigt, dass unsere LeserInnen großes Interesse an der Erkundung und Gestaltung ihrer gesellschaftlichen Umwelt haben. Das Thema «Gesundheit» betrifft uns alle. Welche Themen und welche Inhaltstiefe bietet College 3 zu diesem Wissensbereich an? Claus Oszuszky Das inhaltliche Spektrum und die Leserbedürfnisse, die wir abdecken wollen, sind breit: Wir haben Ratgeber zu Entspannungstechniken und gesunder Ernährung ebenso im Programm wie Sachbücher zur Drogenpolitik oder Lehrbücher für das Studium. Haben Sie in den 10 Jahren seit Bestehen der Hauptbücherei einen Wandel in den nachgefragten Medien und Themen in ihrem College festgestellt? Claus Oszuszky Eine öffentliche Bibliothek ist immer auch ein Spiegelbild der Gesellschaft. Es überrascht daher nicht, dass Themen der psychologischen Lebenshilfe wie Partnersuche, Burnout oder Erziehungsprobleme nach wie vor besonders gefragt sind. Interessant ist auch die auffallend gute Nutzung von Sachhörbüchern. Vielleicht können viele Menschen heute nicht mehr die Zeit aufbringen, sich in Ruhe der Lektüre eines Buches zu widmen. Was glauben Sie, sind in den nächsten Jahren die großen Herausforderungen für die Büchereien Wien im Allgemeinen und Ihr College im Besonderen? Claus Oszuszky Eine große Herausforderung für Bibliotheken ist natürlich die digitale Medienrevolution. Die Virtuelle Bibliothek und der Facebook-Auftritt sind hier Beispiele für erfolgreiche Aktivitäten der Büchereien Wien. Handlungsbedarf könnte man aber z.b. bei unserem OPAC orten, der heute im Vergleich mit anderen Online-Katalogen aufgrund von veränderten Recherche- und Nutzungsgewohnheiten sowie gestiegenen Nutzeranforderungen schon veraltet wirkt. Für College 3 kann sich aufgrund des expandierenden Sachbuchmarkts und der begrenzten Bibliotheksfläche verstärkt die Frage nach einer thematischen oder lesergruppenspezifischen Eingrenzung des Medienangebots stellen. Persönliche Empfehlung Die Glückslüge: vom Glauben an die Machbarkeit des Lebens Michael Mary Der Autor ist Psychologe und hat schon mehrere Sachbücher verfasst. Die Glückslüge beschäftigt sich mit dem so oft gepredigten «positiven Denken». Unterhaltsam, sachlich, kritisch und nicht ohne ein wenig Ironie hinterfragt Mary den weit verbreiteten, oft humoristisch anmutenden Optimismus, der hinter Slogans wie «Auch Du kannst es schaffen» steckt. Da wir in der Bibliothek täglich «Wünsch Dich schlank»-, «Werde, der Du bist!»-, «Balance your life»- und andere glücks- und erfolgversprechende Bücher in den Verkehr bringen, bietet Marys Buch hier eine erfrischend irritierende Perspektive. Barbara Eichinger Leitung College 4: Kirango, der Kinderplanet Man getraut sich das Wort «PISA» kaum mehr in den Mund zu nehmen, zu sehr werden die damit verbundenen Testergebnisse von verschiedenen Seiten instrumentalisiert. Trotzdem: die Befunde zur Lesekompetenz österreichischer SchülerInnen sind erschreckend. Welche Angebote zur Leseförderung macht College 4 Kirango, der Kinderplanet? Barbara Eichinger Wir bieten natürlich jede Menge Lesestoff und legen bei der Auswahl großen Wert darauf, die Interessen und Vorlieben von Kindern aller Altersgruppen so breit wie möglich abzudecken. Unser Bestand umfasst daher mehr als Printmedien, also Bilderbücher, Erzählungen, Sachbücher, Comics und Zeitschriften in mehreren Sprachen. Dazu kommt unser Bestand an AV-Medien, der etwa CDs, Filme, Konsolenspiele und CD-ROMs umfasst. Diese mediale Vielfalt leistet ebenso einen Beitrag zur Leseförderung, indem sie etwa den Erwerb von Literaturkompetenz unterstützt. Dieser Medienbestand muss natürlich auch vermittelt werden. Konkrete Empfehlungen und persönliche Beratung sind uns daher sehr wichtig. Schulklassen und anderen Kindergruppen bieten wir zudem auch Büchereieinführungen und Animationsprogramme an, die den Medienbestand näherbringen sollen. Nicht nur in der direkten Zusammenarbeit mit Schulen, sondern auch nachmittags ist Kirango ein Ort zum Lesen, Aufgabenschreiben oder Referatevorbereiten. Für intensivere Unterstützung gibt es 1 pro Woche für Kinder im Volksschul-Alter unsere Kirango-Lernhilfe. Darüber hinaus versuchen wir, mit verschiedenen anderen Aktivitäten, Kinder zum Lesen zu motivieren. So gibt es z.b. den SommerLeseClub bzw. während des Jahres in Kooperation mit Schulen die «Lizenz zum Lesen». Dabei dokumentieren die Kinder in einem Lesepass ihre gelesenen Bücher. Spaß mit Büchern ist uns jedenfalls wichtig. Daher gibt es immer wieder Aktionen, wie derzeit unsere Überraschungssackerln, die mit 3 Büchern zum Ausborgen gefüllt sind. College 4 bietet neben Medien auch viele Veranstaltungen für Kinder an. Welche Rolle spielt die Bücherei als Erlebnisraum und inwieweit fördern Veranstaltungen Lust auf Lesen? Barbara Eichinger Ein lustvoller Zugang zu Büchern und zum Lesen ist für die Leseförderung essentiell, daher soll die Bücherei ein Ort sein, an dem Kinder Freude erleben, Neues kennenlernen und sich wohlfühlen können. Veranstaltungen leisten dabei einen wertvollen Beitrag. Mit ihrer Hilfe lassen sich eine Vielzahl an Entwicklungsbereichen fördern, die letztlich auch der Leseförderung dienen, etwa im kognitiven, motorischen, verbalen oder emotionalen Bereich. Lesen lernen ist ein komplexer Prozess, der am besten mit unterschiedlichsten Aktivitäten unterstützt wird. Unser Angebot besteht daher aus Mitmach-Workshops, Musik- und Theaterprogrammen, regelmäßigen Lesungen mit AutorInnen und IllustratorInnen, einer Schreibwerkstatt, Vorlesestunden in mehreren Sprachen und Programmen für die Allerkleinsten, bei denen bereits die 0 3jährigen einen lustbetonten Umgang mit Büchern und Sprache erfahren. Haben Sie in den 10 Jahren seit Bestehen der Hauptbücherei einen Wandel in den nachgefragten Medien und Themen in ihrem College festgestellt? Barbara Eichinger Ja, vor allem die Nutzung der audiovisuellen Medien unterliegt einem rasanten technischen Wandel. Zur Eröffnung der Hauptbücherei hatten wir noch einen umfangreichen und stark nachgefragten Bestand an Ton- und VHS-Kassetten. Diese Medien gibt es natürlich nicht mehr, dafür haben Konsolenspiele Einzug gehalten. Darüber hinaus gibt es immer wieder Tendenzen zu einzelnen Genres. Viele Reihen und Protagonisten aus Büchern, Film und Fernsehen sind eine gewisse Zeit sehr bekannt und lösen eine starke Nachfrage an ähnlichen Titeln aus. So haben etwa die Twilight-Bände den Fantasyboom abgelöst und die Nachfrage nach Vampirgeschichten erhöht. Hinzu kommt, dass es natürlich auch in der Kinderliteratur Bestseller bzw. in unserem Fall Bestleiher gibt. Aktuell ist dies immer noch unangefochten Jeff Kinneys Greg s Tagebuch. Was glauben Sie, sind in den nächsten Jahren die großen Herausforderungen für die Büchereien Wien im Allgemeinen und ihr College im Besonderen? Barbara Eichinger Wir werden uns natürlich weiterhin mit dem technischen Wandel beschäftigen und vor allem unsere virtuellen Angebote ausbauen müssen. Das betrifft auch den Kindermedienbereich. Tablets und Smartphones werden aus dem Kinderalltag bald nicht mehr wegzudenken sein. Verlage bieten daher schon interaktiv gestaltete Kinderbuch-Apps an, die dank spielerischer Features einen echten Mehrwert gegenüber dem Buch haben. Inwieweit wir diese Neuerung bibliothekarisch nutzen können, wird sich zeigen und hängt natürlich nicht zuletzt auch von der rechtlichen Situation ab. Abgesehen von Innovationen am Medienmarkt betreffen uns auch die Veränderung in der Schulorganisation. Durch die Ausweitung der Ganztagsschulen werden uns vermutlich Klassen vermehrt am Nachmittag während des normalen Publikumbetriebes besuchen; daraus ergeben sich neue Anforderungen an unser Platzangebot. Bei all dem ist uns jedoch wichtig, dass die Hauptbücherei ein Ort bleibt, der gerne aufgesucht wird, an dem man sich wohlfühlt, lernt, arbeitet und den Zugang zu den verschiedensten virtuellen wie physischen Angeboten nutzen kann. Das zu erhalten, vielleicht sogar auszubauen und dabei den verschiedenen Bedürfnissen gerecht zu werden, ist eines unser wichtigsten Anliegen

10 Persönliche Empfehlung Tim und das Geheimnis von Knolle Murphy Eoin Colfer Welche Bibliothekarin, welcher Bibliothekar kennt sie nicht: Knolle Murphy, die knochentrockene, humorlose und kinderhassende Bibliothekarin, mit stereotypem Haarknoten, Brille und einem Bataillon an Stempeln, das stets um ihren stämmigen Leib gegurtet ist. Und auch wenn weder sie als Person, noch der kleine Flecken Kinderbereich in ihrer Bücherei unserem Bemühen zum Vorbild gereichen kann, hat Eoin Colfer mit dieser Figur der Leseförderung einen großen Dienst erwiesen. Denn man glaubt es kaum: mit ihren unbarmherzigen Methoden schafft Knolle Murphy es, nicht nur den beiden Brüdern in der Erzählung, sondern auch den vielen realen Tims und Martins Spaß am Lesen zu vermitteln. Ein wunderbar witziges Bücherei-Buch für Buben und Mädchen ab 8 Jahren. ein Großteil unserer Leserinnen und Leser Internetzugang hat und benötigte Informationen eher aus dem Netz als von einem Nachschlagewerk auf CD-ROM bezieht. Auch die Nachfrage nach CDs und DVDs ist rückläufig, da sich das Nutzungsverhalten der Leserinnen und Leser verändert: viele beziehen Musik oder Filme über das Internet. Dennoch ist es zum jetzigen Zeitpunkt verfrüht, vom Tod der CD und der DVD zu sprechen, da diese Informationsträger immer noch durch ihre Qualität punkten, was sich in den Nutzerzahlen widerspiegelt. Das betrifft einerseits die Ton- und Bildqualität, denn CD, DVD und Blu-Ray Aufnahmen übertreffen in dieser Hinsicht derzeit immer noch MP3-files oder YouTube-Videos aus dem Netz. Andererseits punktet College 5 aufgrund der inhaltlichen Qualität seiner Musik- und Filmsammlung. Die hoch spezialisierte Sammlung deckt auch Nischenbereiche ab, die im Netz derzeit in dieser Form nicht zur Verfügung stehen. Im Print-Bereich geht der Trend weg von Historie und Allgemeinbildung hin zu Medien, die Anleitungen zum Selbermachen bieten. Das betrifft sowohl den Musik-, als auch den Kunst- und Szene- Bereich. Was glauben Sie, sind in den nächsten Jahren die großen Herausforderungen für die Büchereien Wien im Allgemeinen und Ihr College im Besonderen? Eoin Colfer Tim und das Geheimnis von Knolle Murphy Aus dem Engl. Ill. v. Tony Ross Weinheim: Beltz & Gelberg S., ab 8 Jahren Eva Babonich Leitung College 5: Kunstraum Die Begegnung mit den Künsten und die Förderung der Kreativität ist ein wesentlicher Bestandteil der Persönlichkeitsbildung. Inwieweit wird man da von College 5 unterstützt? Eva Babonich College 5, der «Kunstraum» der Hauptbücherei, bietet seinen Leserinnen und Lesern eine breite Auswahl an Medien in den Bereichen Musik, Theater, Tanz, Film, Comic, Architektur und bildende Kunst. Den Künsten zu begegnen fällt in College 5 also sehr leicht, doch diese Begegnung beschränkt sich nicht nur auf das passive Konsumieren von Inhalten. Anleitungen zum Zeichnen und Malen, Einführungen zum Thema Musizieren, eine große Auswahl an Noten (viele davon mit «Play- Along»-CD), Tanzkurse und Bücher mit Tipps, wie die erste eigene Studioaufnahme gelingen kann, laden unsere Leserinnen und Leser dazu ein, selbst aktiv und kreativ zu werden. Welche Themen werden speziell nachgefragt im Bereich der Künste, im Bereich der Musik? Eva Babonich Im Bereich der bildenden Kunst sind die am häufigsten nachgefragten Medien Anleitun gen zum Malen und Zeichnen. Die Palette reicht dabei von der Vermittlung von Basiswissen über grafische Techniken, spezielle Zeichenkurse und Aquarellmalerei bis hin zum Comic- und Mangazeichnen. Aber auch Anleitungen zu plastischen Techniken wie dem Töpfern oder der Holzschnitzerei werden besonders gerne entliehen. Im Bereich der Musik zeigt sich ein ähnliches Bild. Auch hier sind Medien besonders stark nachgefragt, die «Do-It-Yourself»-Anleitungen bieten. Das sind zum Beispiel Klavier- oder Geigenschulen, diverse Noten mit «Play-Along»-CDs oder Medien zur Gesangspädagogik. Eva Babonich Ich denke, dass es eine der größten Herausforderungen für die Büchereien Wien sein wird, unseren Leserinnen und Lesern auch weiterhin optimal auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Angebote zu machen. Für den «Kunstraum» bedeutet das, dass wir die Entwicklungen des Medienmarktes genau beobachten und stets nutzerorientiert arbeiten. Wir setzen schon jetzt verstärkt auf Bestandsvermittlung. Als eine der Hauptaufgaben meines Colleges sehe ich, unseren Leserinnen und Lesern eine attraktive, ausgewogene Mischung an Online-Angeboten und Medien vor Ort anzubieten, sodass ein virtueller Besuch des «Kunstraums» ebenso viel Freude bereitet, wie sich gemütlich mit der neuesten Ausgabe einer Architekturzeitschrift in unseren Leseerker zu setzen und die Atmosphäre in der Bücherei zu genießen. Persönliche Empfehlung Strid Oslo Kammerkor Auf ihrer zuletzt erschienenen CD Strid, zu Deutsch Streit, kombiniert der Oslo Kammerkor unter der Leitung von Håkon Daniel Nystedt traditionelle norwegische Musik mit Werken von Grieg, Rachmaninov und Bruckner. Wie schon der Titel der CD suggeriert, prallen dabei Welten aufeinander. So wird zum Beispiel der Psalm Å, for djup i Jesu kjærleik (O, die tiefe Liebe Jesu) zeitgleich mit Bruckners Locus iste gesungen oder die nordische Ballade Herr Ole mit Griegs Blegnet, segnet unterlegt. Die Klangeffekte, die dadurch erzielt werden, verblüffen und beeindrucken. Strid ist definitiv eine der vielen Perlen unserer Sammlung und mein Tipp für Musikinteressierte. Oslo Kammerkor Strid Oslo: Lindberg Lyd Der Bereiche «Szene» ist sehr bunt und vielfältig. Was kann man sich darunter vorstellen und welche Angebote findet man dort? Peter Interkörner Leitung College 6: Know How Eva Babonich Im Gegensatz zu den großen, thematisch einheitlichen Bereichen «Kunst» und «Musik» besticht der Bereich «Szene» durch seine Themenvielfalt und die unterschiedlichen Medienarten, die in diesem Teil des College 5 aufgestellt sind. Leserinnen und Leser finden hier zum Beispiel unsere Spielfilmsammlung auf DVD und Blu-Ray Disc, aber auch DVDs aus dem Klassik-Bereich, wie zum Beispiel Opernaufnahmen, SängerInnenporträts oder Musicalverfilmungen. Die «Szene»-CDs umfassen die Bereiche Klassik, Pop, Rock, Jazz, Worldmusic, Chansons, Schlager und Filmmusik. Den Print-Bereich betreffend umfasst die «Szene» Bücher zum Thema Film, Theater und Tanz, es gibt Drehbücher von österreichischen Filmen, einen «Comic und Cartoon»-Bereich und Biografien bekannter Persönlichkeiten aus der Musik-, Film- und Theaterszene. Populärwissenschaftliche Sendungen wie «Universum» erfreuen sich großer Beliebtheit inwieweit kann man diesen Trend auch bei der Nutzung der Medien in ihrem College wiederfinden? Peter Interkörner Diese erfolgreiche Fernsehreihe hat das Interesse an bzw. die Nachfrage nach Büchern im naturwissenschaftlichen Bereich gesteigert. Berufliche Neuorientierung oder die Suche nach einem neuen Arbeitsplatz sind Herausforderungen in der modernen Arbeitswelt. Mit welchen Medien und weiteren Angeboten unterstützt College 6 jobsuchende Menschen? Eva Babonich Haben Sie in den 10 Jahren seit Bestehen der Hauptbücherei einen Wandel in den nachgefragten Medien und Themen in ihrem College festgestellt? Eva Babonich Ein solcher Wandel zeichnet sich in erster Linie die Medienart betreffend ab. So konnte man bei CD-ROMs einen steilen Anstieg in deren Nutzung bis etwa 2005 beobachten, seit ca haben die Entlehnungen dieser Medienart rapide abgenommen. Das liegt mit Sicherheit daran, dass Peter Interkörner In unserem Teilcollege «Beruf und Karriere» stellen wir rund Medien (Bücher, CDs, DVD-ROMs) zur Verfügung. Das Angebot beinhaltet neben Ratgebern zur Berufsorientierung und Bewerbung auch jede Menge Literatur zur beruflichen Weiterbildung. Ergänzend dazu werden in Zusammenarbeit mit der VHS Meidling sogenannte «Minikurse» (Dauer ca. 1 ½ Stunden) durchgeführt: Schnupperkurse zur Einführung in Programme, praxisbezogene EDV-Workshops sowie Kurse aus den Bereichen Beruf und Persönlichkeit. Peter Interkörner 16 17

11 Haben Sie in den 10 Jahren seit Bestehen der Hauptbücherei einen Wandel in den nachgefragten Medien und Themen in ihrem College festgestellt? Peter Interkörner In den letzten 10 Jahren hat die Nachfrage nach (ergänzenden) Lernmedien für Schule und Studium stark zugenommen; hier machen sich die (schlechten) Ergebnisse unserer SchülerInnen im Rahmen der PISA-Studie, die Einführung der Vorwissenschaftlichen Arbeit (VWA) und der Ausbau der Fachhochschulen bemerkbar. Besonders «in» sind derzeit die Themen Selbstversorgung und alles rund ums Radfahren. Im Schatten der Krise werden auch Finanzratgeber, wie es sie etwa vom Verein für Konsumenteninformation oder der Stiftung Warentest gibt, häufiger genutzt. Sinnbild für Bewegung und Kommunikation Was glauben Sie, sind in den nächsten Jahren die großen Herausforderungen für die Büchereien Wien im Allgemeinen und ihr College im Besonderen? Peter Interkörner Die technischen Entwicklungen wie fortschreitende Digitalisierung, mobile Nutzung, geobasierte Anwendungen etc. konfrontieren uns mit neuen Anforderungen. Und dem Postulat des «lebenslangen Lernens» müssen wir mit entsprechenden Angeboten und Ausstattungen Rechnung tragen. Robert Kurz Geld ohne Wert: Grundrisse zu einer Transformation der Kritik der politischen Ökonomie Berlin: Horlemann S. Persönliche Empfehlung Geld ohne Wert: Grundrisse zu einer Transformation der Kritik der politischen Ökonomie Robert Kurz Dieses Werk von Robert Kurz hebt sich wohltuend von der nicht mehr überschaubaren Masse an Publikationen über die gegenwärtige globale Wirtschaftskrise ab. Während die meisten AutorInnen bei einer oberflächlichen Beschreibung der Krisensymptome verharren und als Lösung einen Kapitalismus mit «menschlichem Antlitz» propagieren, sieht Robert Kurz die Ursachen der Krise in systemimmanenten Widersprüchen der kapitalistischen Produktionsweise selbst. Geld ohne Wert ist aber nicht nur ein analytisch brillanter Essay über den Krisenkapitalismus der Moderne, sondern auch eine Abhandlung über dessen historische Genese. Für alle an den wahren Ursachen der derzeitigen Krise Interessierten eine Pflichtlektüre. Architekt Ernst Mayr im Interview über die Inspirationen für seinen Entwurf und die Herausforderungen des Standorts. Die Hauptbücherei mit der imposanten, von Säulen getragenen Freitreppe einer großen Dachterrasse und dem Café ist eine sehr markante Erscheinung. Woher kam die Inspiration für diesen Entwurf? Ernst Mayr Die Inspiration kam von der Casa Malaparte auf der Insel Capri, eine berühmte Villa aus den 30er Jahren. Sie ist spektakulär am Meer gelegen und hat als Hauptmotiv eine Freitreppe, die auf die Dachterrasse führt. Auch die Spanische Treppe in Rom kann man als Vorbild sehen, für mich Sinnbild für Bewegung und Kommunikation. Bibliothekscafé OBEN Wie haben Sie auf die Herausforderung durch den durch Gürtelfahrbahnen, das denkmalgeschützte Stationsgebäude von Otto Wagner und das Membrandach von SiljaTillner streng begrenzten Bauplatz reagiert? Ernst Mayr Die Stadtbahnstation von Otto Wagner war der Ausgangspunkt des Entwurfs; aus dem Maßsystem der Station mit den begleitenden Mauern hat sich das Rastermaß des Hauses entwickelt. Das Membrandach war sicher ein maßgeblicher Auslöser der Entwurfsidee, die Aufgabe bestand ja darin, möglichst stark auf diese Vorgabe zu reagieren. Der Bauplatz selbst mit dem verkehrsumtosten Gürtel hat zu der klaren, skulpturalen Form des Gebäudes geführt, die Introvertiertheit ist eine Reaktion auf diese Umstände. Die Freitreppe, die Dachterrasse, die gemeinsame Zugangssituation mit der U-Bahnstation Burggasse-Stadthalle waren Einfälle von Ihnen, die sich sehr positiv auf die Rezeption der Bücherei ausgewirkt haben. Wie sind Sie auf diese Gestaltungselemente gekommen? Ernst Mayr Ernst Mayr Die Freitreppe, die auf eine öffentliche Terrasse führt, macht neugierig, weil Menschen 18 19

12 immer solche «besonderen» Punkte in einer Stadt erobern wollen. Dadurch werden Schwellenängste abgebaut und irgendwann geht man dann auch ins Gebäude hinein und wird so zum Nutzer. Die Chance, durch eine gemeinsame Eingangshalle zusätzliches Publikum zum Büchereibesuch zu animieren, lässt man sich nicht entgehen. A Symbol of Motion and Communication Die Fassade der Hauptbücherei besteht aus Keramikfliesen; wie kamen Sie auf diese damals in Wien noch nicht sehr verbreitete Form der Gestaltung und haben sich zehn Jahre später die Erwartungen an das Material erfüllt? Ernst Mayr Vorbilder waren die Fassadenverkleidung der Börse von Theophil Hansen, sowie das während unserer Planungsphase gebaute Debis Gebäude am Potsdamer Platz in Berlin. Beide Häuser sind mit Terracotta verkleidet. Ich bin der Meinung, dass ein öffentliches Gebäude in besonderer Lage eine hochwertige Außenhaut rechtfertigt. Ich habe mir natürlich auch erwartet, dass das gewählte Material gediegen altert, was auch der Fall ist. Wie gut spielt die innere, organisatorische Gliederung der Bücherei das sogenannte Collegesystem mit der architektonischen Gliederung des Hauses zusammen? Ernst Mayr Der rigide Grundriss des Hauses birgt genügend Flexibilität, um vielfältige Einrichtungsfigurationen durchzuspielen. In der gemeinsamen Planungsphase mit dem Nutzer haben wir versucht, für alle Colleges eine maßgeschneiderte Lösung zu finden. Es wird auch in Zukunft möglich sein, auf neue funktionale Anforderungen zu reagieren. Wie wurde die spektakuläre Architektur in Fachkreisen und der interessierten Öffentlichkeit rezipiert? Architect Ernst Mayr talks about the inspirations for his design and the challenges of the location. Ernst Mayr Die Architekturkritik hat das Gebäude durchwegs äußerst positiv beurteilt, es wurde als beste neue öffentliche Bibliothek Europas mit dem «Landmark Libraries Award 2004» ausgezeichnet. Mich persönlich freut am meisten, dass die Hauptbücherei von den Nutzern so gut angenommen wurde und täglich als öffentliches «Wohnzimmer» gestürmt wird. Hat sich durch den Bau der Hauptbücherei ihr Bild von Bibliotheken geändert? Ernst Mayr Ich habe schon als Diplomarbeit an der «Angewandten» eine Bibliothek geplant, das Thema hat mich also immer interessiert. Durch die Hauptbücherei konnte ich sicher meinen Erfahrungsschatz enorm erweitern, allerdings sind Bibliotheken in ihren Funktionen und Anforderungen so verschieden, dass man sich der Aufgabe immer aufs Neue stellen muss, man bleibt also ein stetig Lernender. Wie nehmen Sie selbst die Bücherei wahr, welches Bild haben Sie von der Hauptbücherei, welcher Eindruck bleibt, wenn Sie die Bücherei besuchen? Ernst Mayr Es ist natürlich außergewöhnlich, wenn man die Chance bekommt, ein Gebäude in einer so prominenten Lage zu bauen. Da schlägt natürlich das Herz höher, wenn man hinkommt oder auch nur vorbeifährt. Wenn ich in der Bücherei bin, genieße ich die Anonymität und kann in aller Ruhe beobachten wie das Gebäude «lebt», für mich die schönsten Momente. With its imposing set of steps resting on a series of columns, its large roof terrace and its café, Vienna s Main City Library is a striking building. Where did you get the inspiration for your design? Ernst Mayr I was inspired by Casa Malaparte, a famous villa dating from the 1930s on the Italian island of Capri. It has a spectacular location on the sea and its main feature is a magnificent set of steps leading to the roof terrace. The Spanish Steps in Rome can also be seen as a source of influence. For me they symbolise motion and communication. How did you cope with the challenge of the relatively small and narrow building site constrained by the carriageways of the Gürtel ring road, the listed underground station building designed by Otto Wagner and the membrane roof at Urban Loritz Platz designed by Silja Tillner? Ernst Mayr The city railway station designed by Otto Wagner served as the point of departure for my design. The grid dimensions of the library building developed from the measures of the station building and its accompanying walls. The membrane roof certainly also inspired the idea for the design, as it was my task to respond to this element as much as possible. The building site itself, with three lanes of roaring traffic on each of its long sides, gave rise to the clear, sculptural shape of the building; its introvertedness is a response to these conditions. The set of steps, the roof terrace and the joint access shared with Burggasse-Stadthalle Underground Station are some of your ideas which had a very positive effect on how the library was received by the public. What gave you the idea for these design elements? Ernst Mayr Ernst Mayr A set of steps leading to a public terrace arouses curiosity, because people always want to conquer this kind of «special» places in a city. In addition, it helps to overcome people s apprehension

13 At some point they will not only walk up to the terrace, but will also enter the building and will become users. And an entrance hall shared with another facility provides you with a chance to attract additional visitors, on which you don t want to miss out. Veranstaltungen in der Hauptbücherei am Gürtel The façade of the Main City Library consists of ceramic tiles. What made you choose this type of design, which was not very common in Vienna at that time, and did the material meet your expectations in the past ten years? Ernst Mayr I was inspired by the façade system of the Vienna Stock Exchange designed by Theophil Hansen and the Debis building on Potsdamer Platz in Berlin, which was built during our planning phase. Both buildings have terracotta façades. I think that a public building in a special location justifies a highquality outer skin. Of course, I also expected that the chosen material would age rather elegantly, which is actually the case. How well does the internal organisation structure of the library the so-called college system interact with the architectural structure of the building? Ernst Mayr The rigid floor plan of the building offers sufficient flexibility to accommodate various furnishing scenarios. In the joint planning phase with the user we tried to come up with tailor-made solutions for all colleges. It will also be possible to respond to new functional requirements in the future. How was the spectacular design received by experts and the interested public? Ernst Mayr The architectural critics gave very positive reviews for the building. It received the «Landmark Libraries Award 2004» as the best new public library in Europe. But I am most pleased with the fact that the Main City Library has been a great success with the users and that it is flooded with visitors using it as a public «living room» every day. Did the construction of the Main City Library change your image of libraries? Ernst Mayr I planned a library for my diploma thesis at the University of Applied Arts, so I have always been interested in this subject. By designing the Main City Library I was certainly able to enhance my experience considerably. However, libraries are so different in their functions and requirements that you always have to start with the task from scratch. You never stop learning. How do you perceive the library? What is your image of the Main City Library? What is your impression when you visit the library? Ernst Mayr Well, it is not every day that you are given the chance to build a building in such a prominent location. So of course, my heart starts to beat faster whenever I get to or drive past the building. When I am in the library I enjoy its anonymity and I take my time to watch how the building lives. These are the moments I enjoy most. Konzert auf dem Dach der Hauptbücherei im Rahmen des «gürtel nightwalks» Veranstaltungen in unterschiedlichen Formaten sind heute aus dem Angebot der Öffentlichen Büchereien nicht mehr wegzudenken. Lesungen, Diskussionen, Informationsveranstaltungen, Lesezirkel und vieles mehr gehören zu den zeitgemäßen Formen, mit denen sich öffentliche Büchereien als Orte der Bildung, der Information und des Dialogs im öffentlichen Bewusstsein positionieren. Veranstaltungen bieten Begegnungen mit bekannten Expertinnen und Experten und eine offene, dialogzentrierte Form der Auseinandersetzung mit aktuellen Themen; sie verdeutlichen so den Anspruch der Büchereien, zeitgemäße, moderne Bildungsorte zu sein, die sich mit den wichtigen Themen der Gegenwart befassen. Diese vermittlungszentrierte, dialogische Herangehensweise kommt auch der Präsentation von Literatur, Filmen und Ausstellungen zugute. Gerade in der Literaturvermittlung werden mit moderierten Autorenbegegnungen und Gesprächsformaten Wege gefunden, ausgewählte Neuerscheinungen lebendig zu präsentieren und zur Lektüre einzuladen. Schreibwerkstätten, Lesezirkel und Autorentreffen vervollständigen auch hier den direkten Ansatz. Auch in der interkulturellen Bibliotheksarbeit haben Veranstaltungen eine entscheidende Vermittlungsfunktion: Mehrsprachigkeit, Auseinandersetzung mit der Vielfalt der Literaturen, Begegnung mit Übersetzungen und fremdsprachigen Autorinnen und Autoren sowie die Gespräche, die in diesem Rahmen entstehen können, leisten einen wichtigen Beitrag zum interkulturellen Dialog und zur Förderung von Multilingualität

14 Als informelle, allgemein zugängliche Form der Wissensvermittlung unterstützen Veranstaltungen die Arbeit der sogenannten «Teaching Library» (Bücherei als Lernort). Veranstaltungen sind niederschwellige Bildungsangebote und können so als Einstieg in die Medienangebote der Büchereien dienen. Die Büchereien Wien im Allgemeinen und die Hauptbücherei im Besonderen stellen sich über ihr Veranstaltungsprogramm als Orte der literarischen Kompetenz, Auseinandersetzung mit aktuellen Themen, kulturellen Offenheit und vielfältigen Lernangebote dar. Bildungspolitisch übernehmen die Büchereien Wien damit in Zeiten informellen und lebenslangen Lernens eine Vorreiterrolle: mediales Angebot und Vermittlungsangebote ergänzen sich in idealer Weise. Veranstaltungen in der Hauptbücherei sind aber nicht nur ein Bildungs-, sondern auch ein Unterhaltungsangebot, das Möglichkeiten zur nicht-kommerziellen Freizeitgestaltung bietet besuchten Menschen über 270 Veranstaltungen der Hauptbücherei. Neben literarischen Lesungen aus den interessantesten Neuerscheinungen der Saison gibt es zahlreiche weitere Veranstaltungsreihen, die in der Folge kurz dargestellt werden. Texte aus der Werkstatt Die seit 2008 bestehende Reihe beschäftigt sich mit Fragen der Lehr- und Lernbarkeit von Literatur. Texte aus der Werkstatt lädt «Schulen des Schreibens» wie z.b. Schule für Dichtung, schreibzeit für junges publikum (Buchklub, Institut für Jugendliteratur, Dschungel Wien und Kaiser Verlag) und interkulturelle Schreibwerkstätten ein, ihre Arbeitsweise vorzustellen und vor allem auch erstmals jene Texte zu präsentieren, die in den verschiedenen Werkstattformen entstanden sind. Festwochen-Leselounge Seit 2007 besteht die Festwochen-Leselounge, eine Kooperation der Hauptbücherei mit den Wiener Festwochen. In der Hauptbücherei werden Medien zu einer Spezialbibliothek zusammengetragen, in der sich Interessierte bereits im Vorfeld der Festwochen und natürlich während der gesamten Spielzeit zu den Produktionen, Regisseuren und Schauspielern informieren, einlesen oder einhören können. Von 2010 bis 2012 gastierte die Festwochen Leselounge der Hauptbücherei im Looshaus, 2013 ist sie in der Wiener Secession. Sibylle Hamann Saubere Dienste St. Pölten u.a.: Residenz-Verlag S. Ballesterer fm Ausgabe 79 Wien: Ballesterer Zeitschriftenverlag 2013 Bücherei-Wochen Seit 2004 feiern die Büchereien Wien ihre eigenen «Festwochen». Einmal im Jahr stehen rund zehn Tage lang viele Zweigstellen in ganz Wien im Zeichen eines gemeinsamen Mottos LiebeLesen, SpurenLesen, NotenLesen, SpracheLesen, KulturenLesen, NaturLesen, Körper- Lesen und StadtLesen waren die Themen der letzten Jahre. Diese gemeinsame Veranstaltungs - reihe besteht aus Lesungen, Diskussionen, Workshops und Aktionen zum jeweiligen Thema. Pro und contra Aktuelle Sachbücher im Gespräch In dieser Reihe werden wichtige, in Österreich zu aktuellen Themen erschienene, Bücher vorgestellt und mit Experten diskutiert präsentierte beispielsweise die renommierte Journalistin und Autorin Sibylle Hamann ihr Buch «Saubere Dienste» in dem sie die widrigen Arbeitsbedingungen von Putzfrauen, PflegerInnen und Haushaltshilfen thematisiert. OmU Die interkulturelle Bibliothek Im Jahr des interkulturellen Dialogs und als Teil unserer interkulturellen Bibliotheksarbeit wurde 2008 die Reihe OmU Die interkulturelle Bibliothek ins Leben gerufen. Der Titel «OmU» spielt mit den Begriffen von Original und Untertitel, Muttersprache und Übersetzung und stellt in loser Folge Bücher, aber auch andere Projekte vor, die sich mit Interkulturalität sowie kulturellem und sprachlichem Austausch beschäftigen. Club 2 11 Die Fußballdiskussion mit ballesterer fm Der Club 2 11 ist eine Kooperation der Hauptbücherei mit der österreichischen Fußballzeitschrift «ballesterer fm» und dem österreichischen Wettanbieter «tipp 3» und hat sich zum Ziel gesetzt, unabhängig von Tagesaktualität Diskussionen zum Thema Fußball auf hohem Niveau anzubieten. Ein wichtiger Schwerpunkt ist Fankultur («Kulturgut Ultras», «Der ideale Fan») mit all ihren positiven und negativen Facetten, aber auch vermeintliche Tabuthemen wie z.b. «Homosexualität auf dem Fußballplatz» werden angesprochen. Ursprünglich im Vorlauf zur EURO 2008 begründet, hat sich der Club 2 11 zu einem Fixpunkt im Veranstaltungsprogramm der Hauptbücherei und zu einer festen Größe in der Fanszene entwickelt. ZARA:Talk In Kooperation mit ZARA (Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit) werden in der Hauptbücherei Podiumsdiskussionen mit Expertinnen und Experten zu einschlägigen Themen organisiert. Eine Aufzeichnung des ZARA:Talks wird in Okto-TV ausgestrahlt. EU XXL Filmreihe mit Gästen In der Tradition des «Wanderkinos» präsentiert das Projekt EU XXL seit 2006 europäisches Filmschaffen abseits des Mainstreams. Die Hauptbücherei nimmt seit 2007 an dieser von Mercedes Echerer initiierten Filmreihe teil. Die Büchereien Wien haben daraus die erfolgreiche «Filmreihe mit Gästen» gemacht. Wir laden Expertinnen und Experten, Autorinnen und Autoren und andere interessante Gesprächspartnerinnen und -partner (z.b. Michael Stavarič, Corinna Milborn, Terezija Stoisits) ein, sich den Film vorher anzusehen und ihn dann vor Ort einzuleiten und nach der Vorführung mit dem Publikum zu diskutieren. Kino am Dach Seit 2004 betreibt die Hauptbücherei mit St. Balbach Art Produktion das Open Air-Kino am Dach der Hauptbücherei. Das Sommerkino läuft von Anfang Juli bis Anfang September, es werden fast 60 Filme gezeigt. Nach den thematischen Schwerpunkten Dach, Schiff, Italien, City Lights, Liebe, Humor, Crime Time und Reisefieber verbreitete das Kino am Dach 2012 Good Vibrations. Höhepunkte sind die traditionellen Programmschienen Critic s choice (FilmkritikerInnen spielen ihren Lieblingsfilm) und Best of Absagen (Nachspielzeit in den letzten zehn Tagen für die besten Filme, die wegen Schlechtwetter abgesagt werden mussten) besuchten rund Menschen das Kino am Dach. gürtel nightwalk Die einzige Unterbrechung des «Kinos am Dach» findet seit 2004 jeweils am letzten Samstag im August statt; an diesem Tag wird der gürtel nightwalk, das Musikfestival in den und um die Lokale entlang des Gürtels, mit zwei Live-Konzerten auf dem Dach der Hauptbücherei eröffnet. Fragen des Alltags Antworten der Wissenschaft. Forscher der Universität für Bodenkultur im Gespräch Seit 2005 wird diese Vortragsreihe als Kooperation der Hauptbücherei mit der BOKU (Universität für Bodenkultur) angeboten. Die Vortragenden sind Professorinnen und Professoren der BOKU, junge ForscherInnen und Studierende, die naturwissenschaftliche Fragestellungen und Themenkomplexe allgemeinverständlich präsentieren. Ausstellungen Nahezu das ganze Jahr über werden im Foyer der Hauptbücherei Ausstellungen zu verschiedenen Themen (Stadtentwicklung, Interkulturalität, Literarisches und Bibliophiles) gezeigt; begleitet und ergänzt werden sie mitunter durch andere Veranstaltungen wie Lesungen und Workshops. Werner Kantner 24 25

15 In der Bücherei ist immer etwas los! Kinderveranstaltungen in der Hauptbücherei kreativen Art und Weise in die Welt der Phantasie eintauchen möchten. Dass dadurch die wesentlichen Selbst- und Sozial-Kompetenzen gefördert werden, ist genauso von Vorteil für die Kinder, wie der unkommerzielle Zugang zur Kultur.» Für jeden Geschmack etwas Kind ist nicht Kind: Unsere jungen BesucherInnen unterscheiden sich durch den Grad der intellektuellen Reife, ihre Konzentrationsfähigkeit, Vorwissen und Vorerfahrungen. Unabhängig davon erfordern auch individuelle Interessen und persönliche Neigungen eine breite Palette an unterschiedlichen Veranstaltungsangeboten, um möglichst viele Kinder anzusprechen. Letztendlich haben sie alle zum Ziel, die Bücherei für die Kinder zu einem vertrauten und mit positiven Assoziationen verbundenen Ort zu machen, an dem die jüngsten NutzerInnen viele unvergessliche Stunden verbringen und Reisen im Kopf antreten können. Auf unzählige Arten erfahren Kinder bei den Büchereien Wien Geschichten und Sachthemen. Veranstaltungen für jeden Geschmack und jedes Alter regen nicht nur dazu an, sich den passenden Büchern und anderen Medien zu widmen, sondern machen Kinder auch mit unterschiedlichen Formen von Kunst und Kultur vertraut. Kinderanimation Geschichtenzeit auf Kirango, dem Kinderplaneten Geschichten erzählt oder vorgelesen bekommen ist nach wie vor ein überaus beliebter Klassiker im Veranstaltungsangebot von Bibliotheken; daher bietet die Hauptbücherei regelmäßig Vorlesestunden an. Die jungen ZuhörerInnen werden aktiv eingebunden und erleben so die Geschichten auf sehr anschauliche Art und Weise. Die Vorlesestunden gibt es überdies auch in einer mehrsprachigen Variante, um der sprachlichen Vielfalt der Stadt Rechnung zu tragen. Kirango Art Zeichnen, Basteln, Gestalten dadurch können Kinder Geschichten und Themen umsetzen und verarbeiten, ihre Umwelt begreifen lernen, verschiedene Materialien erkunden und entdecken und ihrer Kreativität Ausdruck verleihen. Kirango Weltweit In diesem Veranstaltungsmodul dreht sich alles um andere Länder und Kulturen. Da wird gemeinsam Nisan oder chinesisches Neujahr gefeiert, ein afrikanischer Erzähler trommelt und tanzt zu traditionellen Märchen aus seiner Heimat oder «webt» Geschichten. In Workshops lernen die TeilnehmerInnen Spiele aus aller Welt, die chinesische oder arabische Schrift u.v.m. kennen. Um in ferne Länder zu reisen, muss kind oftmals nur in die Bücherei kommen. Michael Stavarič, Renate Habinger Hier gibt es Löwen St. Pölten u.a.: Residenz-Verlag S. Im Zentrum der Kinderveranstaltungen stehen nicht nur Geschichten bzw. Erzählendes, sondern auch die Vermittlung von Sachthemen. Michael Stavarič ist einer jener Kinderbuchautoren, dessen Werke sich einer Schubladisierung entziehen. Ob BieBu, ein Buch über Insekten, oder sein Kinderbuch Hier gibt es Löwen in die Kategorie Bilderbuch oder Sachbuch fallen, darüber ließe sich trefflich streiten. Dementsprechend sind auch seine Workshops eine Mischung aus Erzählen, kreativem Gestalten und Wissensvermittlung. Bei den Büchereien Wien erfahren Kinder Geschichten und Themen also keineswegs mehr ausschließlich durch Vorlesen obwohl diese Form der Vermittlung natürlich immer ein wichtiger Bestandteil unseres Veranstaltungsangebots bleiben wird. Alle Veranstaltungen dienen der Leseförderung im engeren und weiteren Sinn. Darüber hinaus sollen Veranstaltungen Kinder dazu anregen, Zusammenhänge zu erkennen, für Kunst und Kultur empfänglich zu werden und unsere Gesellschaft verstehen und «lesen» zu lernen. Das meint auch Paul Pauser, Leiter von vielen Kinderveranstaltungen in den Büchereien Wien, wenn er sagt: «Die Büchereien wollen ein attraktiver Ort für Kinder sein, die gerne Geschichten hören wollen, die gerne lesen und schreiben und gerne in einer Kirango Liest (und erzählt) Das Angebot von Büchern und Geschichten ist eine zentrale Aufgabe der Büchereien Wien und eine von dem Autor oder der Autorin persönlich vorgetragene Geschichte mit anschließender Plauderei über eigenes Leben und Schreiben ist ein spezielles Vergnügen und faszinierendes Erlebnis, das man Kindern nicht vorenthalten sollte. Aus diesem Grund lädt die Hauptbücherei immer wieder KinderbuchautorInnen ein Christine Nöstlinger, Renate Welsh, Cornelia Funke, um nur einige wenige zu nennen. Kirango Natur In Kooperation mit der Kinder-Boku und mit ausgewiesenen Fachleuten erfahren und erleben die TeilnehmerInnen in Workshops Wissenswertes und fallweise Kurioses aus den Naturwissenschaften. Die durch solche Veranstaltungen geweckten Interessen können nicht zuletzt mit Hilfe der breiten Auswahl an Sachmedien in der Bücherei befriedigt werden. Kirango Bühne Kinder- und Mitmachtheater gehören zu den Standardangeboten der Büchereien Wien. In Szene gesetzt durch professionelle Regisseurinnen und Regisseure, SchauspielerInnen und Clowns werden die Geschichten aus Büchern lebendig. Die oft auch zum Mitspielen ermunterten Kinder tauchen mit allen Sinnen in die Handlung ein und erleben so ganz neue Sichtweisen und Interpretationen

16 Kinderveranstaltungen mit Gülay An jedem Montag findet in der Hauptbücherei eine Kreativstunde statt, die je nach Bedarf in Türkisch und / oder Deutsch moderiert wird. Schreibwerkstätten Geschichten sind Abenteuer im Kopf! Viele Kinder lieben es, Geschichten nicht nur zu lesen oder zu hören, sondern sich auch selbst welche auszudenken. Unterstützt von erfahrenen Profis, haben Kinder in Schreibwerkstätten die Gelegenheit, ihre Ideen zu Papier zu bringen. Im Austausch mit den Vortragenden und mit gleichaltrigen Schreibenden entwickeln sie ihre Ideen, vertiefen ihre Fähigkeiten und erlernen neue Methoden. Das Selbstgeschriebene anschließend in einer öffentlichen Lesung zu präsentieren, erfordert zusätzlich die Überwindung von Scheu und Unsicherheit, ist aber auch ein aufregender und bestärkender Moment. Bücherei-Wochen Einmal im Jahr stehen die Hauptbücherei und viele Zweigstellen zwei Wochen lang im Zeichen eines Themas, zu dem zahlreiche Veranstaltungen stattfinden. Malworkshop im Rahmen von Sommer-Sonne-Kirango Lesofantenfest Die größte Kreativitäts- und Leseanimationsveranstaltung der Büchereien Wien präsentiert jeden November viele spannende Veranstaltungen, die von Theater und Musik über Spiele und Workshops bis hin zu Literatur und Abenteuer reichen. Dieses Fest zeigt, auf welch vielfältige und spannende Weise Literatur Kindern vermittelt werden kann. Kirango Digital Kinder wachsen heutzutage mit digitalen Medien auf, sie sind die Generation der «Digital Natives». Zur Medienkompetenz gehört aber nicht nur, dass man diese technisch «beherrscht»; um «Medien und ihre Inhalte den eigenen Zielen und Bedürfnissen entsprechend zu nutzen» (Dieter Baacke), ist es wichtig, ihre jeweiligen Vorzüge und Nachteile zu kennen, sich in der Medienwelt orientieren zu können und mediale Inhalte kritisch zu hinterfragen. Bei «Kirango Digital» stehen daher medienpädagogische Aktivitäten im Vordergrund, bei denen die TeilnehmerInnen immer auch selbst kreativ und gestaltend tätig sind. Sommer, Sonne, Kirango Die Büchereien bieten auch im Sommer weit mehr als die Bücher, für deren Lektüre man nun endlich Zeit hat. Die Hauptbücherei und viele Zweigstellen bieten Lese-Bastel-Workshops, Bilderbuchkino, Vorlesestunden, Kirangolini-Veranstaltungen und andere Specials für Kinder von null bis zwölf Jahren an. Kirango Tonal Hier dreht sich alles um Töne, Noten und Musik. Kirango Spezial Dieses Modul umfasst Workshops aller Art, von Sprachbasteleien über Spiele bis hin zur Kreativwerkstatt, gestaltet von Museumspädagoginnen und -pädagogen, Illustratorinnen und Illustratoren (z.b. Raoul Krischanitz, Helga Bansch) und Allround-KünstlerInnen. Kirango Mini Diese Programme sind speziell auf jüngere TeilnehmerInnen (ca. 1 4 Jahre) zugeschnitten. Kirangolini Jeden Donnerstag bietet die Hauptbücherei spezielle Lesefrühförderprogramme für die Allerkleinsten (von 0 bis 3 Jahren). Diese sind nicht nur unterhaltsam für Kinder und Eltern, sondern vermitteln Eltern auch Wissen und Methoden, wie sie das Interesse an Büchern spielerisch wecken und die Sprachentwicklung unterstützen können. Kinder in der PC-Werkstatt 28 29

17 Programme für geschlossene Kinder-Gruppen Um die Bücherei und deren Nutzung kennen zu lernen, können Pädagoginnen und Pädagogen für ihre Klassen und Gruppen Büchereiführungen vereinbaren. Regelmäßige Büchereibesuche über einen längeren Zeitraum lassen die Nutzung zur Gewohnheit werden und unterstützen somit die Nachhaltigkeit der Leseförderung. Darüber hinaus können Volksschulklassen und Kindergartengruppen spezielle interaktive Leseförder-Animationen in Anspruch nehmen, bei denen den Kindern auf spielerische Art Freude am Lesen, an Geschichten und an der Bücherei vermittelt wird. Ausstellungen Ausstellungen in öffentlich zugänglichen Gebäuden wie etwa Bibliotheken erreichen durch ihre leichte Zugänglichkeit ein breites Publikum. Eingebettet in den Bibliotheksbetrieb werden sie von manchen BesucherInnen «zufällig» entdeckt gerade für Kinder und Jugendliche, die selten Ausstellungen und Museen besuchen, sind sie somit eine gute Gelegenheit, mit Kunst in Berührung zu kommen. Ausstellungen sind auch ein willkommener Anlass für begleitende Veranstaltungen: sowohl für museumspädagogische Workshops, als auch für eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Auch Ergebnisse aus Workshops, Wettbewerben und andere von den jugendlichen Nutzerinnen und Nutzern selbst erstellte Werke werden in der Bücherei präsentiert. So haben sie oft zum ersten Mal die Gelegenheit, ihre Arbeiten öffentlich auszustellen und erfahren dadurch Wertschätzung und Aufmerksamkeit. BücheREISEpass Wer regelmäßig zu den Kinderveranstaltungen der Hauptbücherei oder Zweigstellen kommt, sollte sich unbedingt einen BücheREISEpass zulegen: für jede besuchte Veranstaltung bekommt man einen Kirango-Stempel, gleichzeitig können die TeilnehmerInnen eine Wertung des besuchten Programms abgeben. Wer 8 Stempel gesammelt hat, erhält ein kleines Geschenk. Das Veranstaltungsangebot hat neben seiner bildungspolitischen Funktion auch den positiven Nebeneffekt, dass Kinder die Bücherei als Ort der unterhaltsamen Freizeitgestaltung erinnern. Viele Kinder werden durch eine interessante Veranstaltung «angelockt» und entdecken dabei ganz nebenbei, was die Bücherei sonst noch zu bieten hat denn alle Veranstaltungen verweisen auf Themen und Medien in der Bücherei oder inszenieren spielerisch deren Inhalte. Durch die Veranstaltungen wird die Bücherei zu einem wichtigen kulturellen Ort in ihrem Einzugsgebiet und zur potentiellen Kooperationspartnerin anderer Institutionen mit ähnlichen Zielsetzungen. Da der Besuch aller Veranstaltungen der Büchereien Wien kostenlos ist, bekommen auch Kinder aus weniger finanzkräftigen Familien die Chance, von einem abwechslungsreichen und qualitativ hochwertigen kulturellen Angebot zu profitieren. Martina Adelsberger / Beate Wegerer Die Hauptbücherei am Gürtel in der Literatur Die Hauptbücherei beherbergt nicht nur jede Menge literarischer Werke, sie ist auch selbst Gegenstand der Literatur. Ein Dramolett von Anton Fian und Auszüge aus Werken von Christina Maria Anderl und Heinrich Steinfest stehen hier stellvertretend für viele weitere Publikationen. Travnicek und die neue Hauptbücherei Antonio Fian In Vertretung der Herren Qualtinger und Bronner FREUND TRAVNICEK FREUND TRAVNICEK FREUND TRAVNICEK FREUND TRAVNICEK FREUND TRAVNICEK FREUND TRAVNICEK FREUND TRAVNICEK FREUND TRAVNICEK FREUND TRAVNICEK (Wien. Urban-Loritz-Platz. Travnicek und sein Freund.) Was, Travnicek, halten Sie von der neuen Hauptbücherei? Mit den Freiheitlichen will ich nichts zu tun haben. Wie kommen Sie auf die Freiheitlichen? Die neue Hauptbücherei gehört der Gemeinde Wien, und Wien ist eine rote Stadt. Warum heißt sie dann Haupt-Bücherei und nicht Häupl-Bücherei? Sie missverstehen das, Travnicek. Sie heißt Hauptbücherei, weil sie die größte ist und weil die ganze Büchereiverwaltung in ihr untergebracht ist. Und was habe ich davon? Sie können das enorme Bücherangebot nützen! Printmedien! elektronische Medien! Wann i a Biachl siach, hob i scho gfressn. Aber irgendein Buch werden doch sogar Sie gelesen haben. Karl May. «Der Schatz im Silbersee». Schau ich aus wie ein Landeshauptmann? Es ist ein großer Fehler, Travnicek, nichts zu lesen. In Büchern steckt die Weisheit von Jahrtausenden. Und warum lasst man s nicht raus? Ich sehe schon, es ist hoffnungslos. Lassen Sie uns wenigstens die Architektur betrachten. Habe ich schon im Fernsehen gesehen. Das Fernsehen kann die Wirklichkeit nicht ersetzen. Betrachten Sie diese kolossale Freitreppe, die an aztekische Tempelbauten gemahnt. Sehr altmodisch, wenn man bedenkt, wie lang es schon keine Azteken mehr gibt. (unbeirrt) Diese kühne Stützkonstruktion, die das «Bücherschiff» über der U-Bahn-Station und dem Gürtel förmlich schweben lässt! Ein Schiff hat nicht zum Schweben, ein Schiff hat zum Schwimmen. Und zwar nicht am Gürtel, sondern am Donaukanal. Und von dort in die Donau und ins Schwarze Meer. Antonio Fian Bohrende Fragen Dramolette IV Graz: Literaturverlag Droschl S

18 (kopfschüttelnd) Ich geb s auf. Kommen Sie, gehen wir was essen. Gern. Wohin? (zeigt auf das obere Ende der Freitreppe) In das Café da oben. (nach kurzem Überlegen) Meinetwegen. Kriegt man wenigstens einen Hunger. (Sie beginnen, die Freitreppe hinaufzusteigen.) Vielleicht sollten Sie doch einmal in die neue Hauptbücherei gehen, Travnicek, und sich ein Buch ausborgen und es lesen. Wissen ist Macht! Das sagen sie im Fernsehen auch immer. Na, bitte, sogar im Fernsehen! Man darf nicht alles glauben, was s im Fernsehen sagen. (Vorhang) Aus: Antonio Fian: Bohrende Fragen. Dramolette IV. Graz: Literaturverlag Droschl FREUND TRAVNICEK FREUND TRAVNICEK FREUND TRAVNICEK FREUND TRAVNICEK Ort des Wissens und der Kommunikation Bekannte Persönlichkeiten aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft machen sich Gedanken über die Bedeutung der Hauptbücherei am Gürtel und gratulieren zum 10. Geburtstag. Verlass die Stadt Christina Maria Landerl Christina Maria Landerl Verlass die Stadt Frankfurt am Main: Schöffling & Co S. Heinrich Steinfest Ein dickes Fell München: Piper S. [ Über den Gürtel ] Der Wiener Gürtel ist eine der meistbefahrenen Straßen Europas, und auch, wenn das kein Grund zum Angeben ist, sollte man es erwähnen. Auf zwei mal vier Spuren fahren täglich hunderttausend Autos, auf dem Westgürtel rattert dazwischen noch die U6 auf der alten Stadtbahntrasse dahin. Natürlich ist es laut. Natürlich ist die Luft schlecht, sind die Fassaden grau oder schwarz. Dass es am Gürtel nicht schön ist, nicht grün, nicht ruhig, dass es das früher nicht war und nicht werden wird, weiß jeder. Aber Wien will das einfach nicht wahrhaben. Seit fast dreißig Jahren versucht man jetzt schon, die Gürtelgegend lebenswerter zu machen. Läden, Lokale und Kulturvereine sind in die Stadtbahnbögen eingezogen, ihre Angebote werden rege genutzt. Am Neubaugürtel steht jetzt die neue Hauptbücherei; architektonisch gelungen, von der Bevölkerung gut angenommen. Und dennoch. Man kann den Erfolg dieser Maßnahmen in Frage stellen. Denn der Gürtel und seine Umgebung sind noch immer, wieder, endlich: Stauzone, Lärm- und Abgashölle, Drogenumschlagplatz, Rotlichtviertel, Absturzmeile. Aus: Christina Maria Landerl: Verlass die Stadt. Frankfurt am Main: Schöffling & Co Dennis Beck Günter Kaindlstorfer Barbara Novak Susanne Brandsteidl Gerald Leitner Johanna Rachinger Milena Flašar Gabriele Madeja Mario Rieder Benedikt Föger Philip Newald Jakob Rosenberg Dietmar Hoscher Klaus Nüchtern Gerhard Ruiss Ein dickes Fell Heinrich Steinfest Gebäude nun, sind sie groß genug und in reichem Maße bevölkert, verweisen natürlich stärker auf den Modellcharakter der Welt als ausgedehnte, menschenleere Landstriche oder niederösterreichische Kleinstädte nach sechs Uhr abends. Eine solche erleuchtete, belüftete, von lebendigen Menschen frequentierte Architektur ist wie ein Aquarium im Aquarium. Ein Modell für sich. Ein attraktives Objekt. Und genau dies konnte man an diesem verschneiten Abend von der Wiener Hauptbücherei behaupten, welche aus dem Gefunkel der umliegenden Verkehrslandschaft in den nächtlichen Himmel aufragte, sehr in der Art eines soeben untergegangenen Schiffes. Aus: Heinrich Steinfest: Ein dickes Fell. München: Piper Claudia Schäfer Ingeborg Sperl Gerald Schantin Olivera Stajic Martin Schenk Thomas Stangl Franz Schmidjell Martin Traxl Claudia Schmied Harald Weigel 32 33

19 Dennis Beck Geschäftsführer der Wiener Gesundheitsförderung, Obmann der Aids Hilfe Wien Wer Volksbildung für einen verstaubten Begriff hält, der/die wird durch das heutige Erscheinungsbild der Wiener Hauptbücherei eines Besseren belehrt. Die Wurzeln der Volksbildungsbewegung reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück und die Wiener Volksbildung durchlebte eine wechselvolle Geschichte. Seit 10 Jahren präsentiert sich die Wiener Hauptbücherei am Gürtel als moderne, vernetzte Serviceeinrichtung, die das gute alte «Lese-Buch» mit der neuen Zeit als «virtuelle Bücherei» verbindet. Die Wiener Hauptbücherei hat sich als wichtiger Partner für viele gesellschaftsrelevante Bereiche wie z.b. Gesundheit und Soziales etabliert. Ich danke für vielfältige Kooperationen und gratuliere aus ganzem Herzen zum 10. Geburtstag! Susanne Brandsteidl Amtsführende Präsidentin des Stadtschulrates für Wien Nur wer als Kind mit Freude liest, wird sein Leben lang begeistert lesen. Die Hauptbücherei, ein attraktiver Treffpunkt und Lernort für unsere Wiener Schülerinnen und Schüler, leistet seit nunmehr 10 Jahren einen wertvollen Beitrag dazu. Lesen, Lernen, Musik hören, Ausstellungen besuchen, einen Tag mit der gesamten Klasse oder alleine die Bücherei zu erforschen das alles macht den besonderen Reiz der Hauptbücherei aus und Lust auf mehr! Milena Michiko Flašar Schriftstellerin, Gewinnerin Literaturpreis Alpha 2012 Die Hauptbücherei ein Ort der Geschichten, die sich weiterschreiben in jedem, der sie liest. Ich gratuliere zu 10 Jahren lebendigem Austausch und bedanke mich für so viele, viele Regale, in denen es etwas Ungeheures zu entdecken gibt: Ein Universum zwischen zwei Buchdeckeln. Benedikt Föger Verlagsleitung Czernin Verlag, Vorsitzender des Österreichischen Verlegerverbands Was Autoren und Verlage am meisten brauchen, sind «Lesorte». Orte, an denen Literatur gelesen, vorgelesen, diskutiert und darüber informiert wird. Orte, an denen die Literatur und das literarische Schaffen im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen und das Interesse und die Zeit der Leser genießen. Die Hauptbücherei erfüllt diese Ansprüche auf idealtypische und unverzichtbare Weise und ist aus dem literarischen Leben der Stadt nicht wegzudenken. Dietmar Hoscher Vorstand Casinos Austria Sollte jemand ernsthaft der Meinung sein, dass die Wiener Jugend nichts mehr liest, dann muss er nur einmal die Hauptbücherei am Urban Loritz Platz aufsuchen. Der ständige große Besucherstrom, der dort herrscht, ist allein Beweis genug für die große Nachfrage nach Büchern und für die unschätzbare Bedeutung, die eine moderne, offene, niedrigschwellige Bücherei in einer Großstadt wie Wien einnimmt. Das neue Gebäude, das 2003 zum Standort der Hauptbücherei Wien wurde, zeigt schon durch seine Architektur eindrucksvoll, was den Erfolg dieser Institution ausmacht: Sie ist kein Elfenbeinturm, sondern ein offenes Kommunikationszentrum, wo tatsächlich Menschen aller Altersgruppen und aller Bildungsschichten ohne jede Scheu aus und eingehen. Und die schiere Zahl der Besucher zeigt, wie groß die Nachfrage nach dem gedruckten Wort auch heute noch ist. Ich gratuliere Christian Jahl und dem Team der Hauptbücherei herzlich zu diesem beeindruckenden Erfolg! Günter Kaindlstorfer Journalist, Schriftsteller, Programmdirektor der BUCH WIEN Jedes Mal, wenn ich die Gürtelbücherei betrete, geht mir das Herz auf. So viele Kids und junge Leute, die sich mit Büchern und Zeitungen beschäftigen und mit der wunderbaren Welt der neuen Medien. Meine Forderung an die Wiener Kulturpolitik. Eine Bücherei dieses Typs und dieser Größe ist zu wenig. Schafft eine, zwei, viele Gürtelbüchereien quer durch die ganze Stadt! Gerald Leitner Geschäftsführer BVÖ Büchereiverband Österreich Staunend strömten vor 10 Jahren nicht nur Leser, Journalisten und Politiker, sondern auch Bibliothekare in die neue Hauptbücherei: sie war eine Sensation. Zweifelsohne hat die Wiener Hauptbücherei die österreichischen Bibliotheken inspiriert und dynamisiert. Und sie tut es noch immer! Gabriele Madeja Kulturjournalistin Erst seit kurzem bin ich begeisterte Besucherin/Nutzerin der Hauptbücherei am Gürtel, nicht nur wegen des Café «oben» mit spektakulärer Aussicht, sondern weil ich dort nahezu jedes Buch finde, das ich suche: den topaktuellen Bestseller wie auch Klassiker, die ich «immer schon mal» lesen oder wiederlesen wollte! Erst spät bin ich draufgekommen, dass man nicht alle Bücher selbst besitzen kann, und eigentlich auch gar nicht will! Philip Newald CEO Österreichische Sportwetten GmbH Die Hauptbücherei ist ein Mittelpunkt Wiens geworden, nicht nur durch ihren exponierten Ort sondern auch als Veranstaltungsort wo tipp3 gemeinsam mit der Hauptbücherei und mit der Zeitschrift Ballesterer den Club 2 11 ins Leben gerufen hat und sich diese Veranstaltungsreihe rund um das Thema Fußball ausgezeichnet entwickelt hat, auf weitere 10 erfolgreiche Jahre. Klaus Nüchtern Falter-Feuilletonchef, Betreiber der Literatur-Talkshow tea for three Wenn man im Heck des Bibliotheksschiffes sitzt (wo Daniela Strigl und ich mit unserer Literatur- Talkshow «Tea for Three» schon wiederholt zu Gast sein durften) und durch das große Fenster auf den Verkehrsstrom des Gürtels blickt, fühlt man sich dem Treiben angenehm enthoben und sogar ein bisschen erhaben. Hernach muss man wieder eh wieder ins Gewusel. aber nach der ein oder anderen Stunde in der Bibliothek wird man nicht ganz derselbe mehr sein. Barbara Novak Landtagsabgeordnete, Obfrau des Vereins der Freunde der Büchereien Wien Die Hauptbücherei ist für mich der ideale Ort des gesammelten Wissens, der Ausdruck der Kultur einer Gesellschaft und gibt Einblicke in Kunst und Architektur der Stadt. Es verbindet die Vielfältigkeit der Kommunikation mit einer Atmosphäre der Entspannung und Entschleunigung. Der beste Ort um seine Leidenschaft am Lesen auszuleben. Herzliche Gratulation zum 10. Geburtstag! Johanna Rachinger Generaldirektorin der Österreichischen Nationalbibliothek Ein öffentlicher Zugang zu Information, Vermittlung von Wissen durch Beratung und Kompetenz, Leseförderung und Integrationsangebote für Menschen jeden Alters, eine innovative virtuelle Bibliothek mit emedien und zugleich ein beliebter Treffpunkt: Dafür steht die Hauptbücherei Wien. Ich gratuliere sehr herzlich zu den sehr erfolgreichen ersten zehn Jahren. Mario Rieder Geschäftsführung Wiener Volkshochschulen GmbH Eine Hauptbücherei über der U-Bahn, an der Schnittstelle dreier Bezirke, die sich mit einer Freitreppe auf den Gürtel öffnet und offensiv zu Lesen und Bildung einlädt. Das ist einzigartig, das gibt s nur in Wien und ist nach 10 Jahren aus der Wiener Stadt- und Bildungslandschaft nicht mehr wegzudenken. Happy Birthday und weiterhin viel Erfolg! Jakob Rosenberg Chefredakteur ballesterer Als die Hauptbücherei am Gürtel vor zehn Jahren eröffnet wurde, hätte man fast einen falschen Eindruck bekommen können, so imposant thront sie über der U-Bahn und der wichtigsten Straße der Stadt. Doch herrschaftlichen Anspruch hat sie keineswegs, im Gegenteil, die Bücherei ist einer der zugänglichsten, kreativsten und offensten Orte Wiens. Daher überrascht es auch nicht, dass unsere regelmäßige Diskussionsveranstaltung über die vermeintlichen Randthemen Fußball- und Fankultur seit 2006 in der Hauptbücherei das passende Zuhause gefunden hat. Wir freuen uns auf die nächsten zehn gemeinsamen Jahre. Gerhard Ruiss Autor und Geschäftsführer IG Autorinnen Autoren Nicht wenige hätten am heutigen Standort der Hauptbücherei lieber eine um einen Freizeitpark erweiterte Lugner City angesiedelt gesehen. Die Idee, die Hauptbücherei zum Bestandteil der Neubelebung des Wiener Gürtels zu machen, hat sich dennoch gegen die Shopping- und Vergnügungscenternutzung durchgesetzt. Das Angebot der Büchereien hat dadurch nicht nur ein neues zeitgemäßes Aussehen bekommen, es hat es auch für das Publikum so attraktiv gemacht wie nie zuvor. Claudia Schäfer Geschäftsführerin ZARA - Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit Als ZARA Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit 2008 auf der Suche nach einem Veranstaltungsort für den ZARA:Talk an die Wiener Hauptbücherei herangetreten ist, wurden wir mit offenen Armen empfangen. Mit Hilfe dieses tollen Partners ist es uns 2011 gelungen, aus der Podiumsdiskussion mit Publikumsbeteiligung ein professionelles Fernsehformat zu entwickeln, das seitdem dort aufgezeichnet wird tolle Location, ein offenes Haus, niederschwellig für sein Publikum und experimentierfreudig zugleich: Herzlichen Glückwunsch zum 10. Geburtstag! Gerald Schantin Präsident des Hauptverbandes des Österreichischen Buchhandels Ich gratuliere der Hauptbücherei sehr herzlich zum 10-jährigen Jubiläum und danke für die fruchtbare Zusammenarbeit mit der österreichischen Buchbranche. Die zahlreichen kreativen Leseförderungsaktivitäten des tollen «Schiffteams» haben sich den Wienerinnen und Wienern bleibend eingeprägt. Dieses Team schafft es, Menschen jeden Alters ganz im Sinne von Saint-Exupérys Zitat zur Anleitung für das Schiffebauen zu begeistern: denn Bücher lehren die Sehnsucht nach dem weiten, offenen Meer

20 Martin Schenk Sozialexperte der Diakonie und Mitinitiator der Armutskonferenz Wo kann man von der U-Bahn direkt in eine Bibliothek umsteigen? Genau. Hier. Die Hauptbücherei ist eine bunte Insel im Stadtmeer zwischen Neubau und Fünfhaus. Ein urbanes Wohnzimmer für die einen wie die anderen. Ein Interkultureller Sprachenturm. Ein offener Lernort für alle. Franz Schmidjell Geschäftsführung VIDC Das Wiener Institut VIDC verbindet eine mehrjährige und ausgezeichnete Kooperationspartnerschaft mit der Hauptbücherei. Die Offenheit des Ortes spricht die für uns wichtigen Zielgruppen der migrantischen Gemeinden sehr gut an. Die lockere Atmosphäre und professionelle Zusammenarbeit schufen die Basis für erfolgreiche Veranstaltungen. Die Hauptbücherei ist für uns ein zentraler Ort für internationale Lesungen und intellektuelle Debatten. Claudia Schmied Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur Die Hauptbücherei Wien beweist, wie wichtig öffentliche Bibliotheken für eine moderne Großstadt sind. Hier gibt es Leseförderung, Angebote für lebensbegleitendes Lernen, Räume und Gelegenheiten zur interkulturellen Begegnung, sowie Kooperationen mit Schulen und anderen Bildungs- und Kultureinrichtungen. Die Hauptbücherei Wien ist ein Ort, an dem Wissen und Kommunikation zuhause sind. Ich gratuliere herzlich zum 10-Jahres-Jubiläum und wünsche allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Leserinnen und Lesern weiterhin gehaltvolle Stunden in der Hauptbücherei Wien. Ingeborg Sperl BOKU:Universität für Bodenkultur Wien Die Hauptbücherei mit ihrer einmaligen Architektur ist eine Oase des Geistes inmitten des Großstadttrubels. Ich freue mich über die Kooperation mit der BOKU: Bislang über 70 Veranstaltungen in der Reihe «Fragen des Alltags» ermöglichten den BibliotheksbenutzerInnen hautnahe Begegnungen mit der Wissenschaft. Olivera Stajic Leiterin von dastandard.at / CvD bei derstandard.at Die alte Hauptbücherei in der Skodagasse war im Sommer 1992 meiner erste «Bildungsanlaufstelle» in Wien. Um so rasch wie möglich die neue Sprache zu lernen, habe mich durch die Kinder- und Jugendbuchabteilung durchgelesen. Zehn Jahre später, im neuen Gebäude, war ich wiederum froh, dass es eine umfangreiche Abteilung in meiner Muttersprache gab. Thomas Stangl Autor, Gewinner Literaturpreis ALPHA 2010 Mit fünfzehn, sechzehn fuhr ich alle paar Wochen im Stockautobus 13A von der Hauptbücherei in der Skodagasse nach Hause, einen Stoß Bücher in der Tasche, in denen ich schon im Bus zu lesen begann. Heute wohne ich fünf Minuten von der neuen Hauptbücherei entfernt, wo meine kleine Tochter sich mit Janosch- und Mira-Lobe-Büchern versorgt, aus den Fenstern schaut man über den Gürtel und bis hin zum Wienerberg; und manchmal finde ich in den älteren Büchern noch die am Vorblatt eingeklebten Zettel mit den Datumsstempeln aus der Skodagassenzeit... Alles Gute zum 10. Geburtstag, Hauptbücherei! Martin Traxl Leiter der ORF-TV-Hauptabteilung Kultur Das Lesen ist die Basis aller Kulturtechniken. Lesend verstehen wir die Welt besser, erwerben Empathie und erweitern Horizonte. Lesende Menschen sind mündige Bürger. Daher sind alle Institutionen, die das Buch propagieren und zugänglich machen, wesentliche Stützen der Gesellschaft. Und die Hauptbücherei spielt hier eine der wichtigsten Rollen! Glückwunsch zum 10 jährigen Bestand! Harald Weigel Präsident der Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare 10 Jahre Hauptbücherei: 10 Jahre ein Vorbild für die Bibliotheken auf ihrem Weg ins 21. Jahrhundert eine multimediale Lern- und Erlebniswelt am richtigen Ort, ein attraktives physisches wie virtuelles Medienangebot, eine Atmosphäre zum Wohlfühlen in Gemeinschaft und zugleich zum stillen Lesen und Lernen, ansprechende Veranstaltungen. Die hohe Servicequalität beeindruckt. Der Wiener muss nicht granteln. Gratulation! Belletristik Sunset Park Paul Auster Sunset Park ist ein Stadtteil von Brooklyn, wo es etwas anders zugeht als im schicken Manhattan auf der anderen Seite des Flusses. Paul Auster beschreibt den Ort als «eine bedrückende Ödnis aus Armut und traurigen Einwandererschicksalen (... ).» In Sunset Park gibt es ein altes leerstehendes Haus, das von einer Gruppe junger Leute bezogen wird iillegal, also quasi eine Hausbesetzung. Doch die Menschen, die hier einziehen, entsprechen so gar nicht dem Typus des klassischen Hausbesetzers, sie gehören vielmehr zu einer immer größer werdenden Gruppe innerhalb der amerikanischen Gesellschaft, die massiv unter den Folgen der jüngsten Wirtschaftskrise leidet. Bing Nathan ist der Anführer der Truppe. Der Fortschrittsverweigerer hat seinen Protest gegen die Wegwerfgesellschaft zum Beruf gemacht: in seiner «Klinik für kaputte Dinge» repariert er alte Sachen, die normalerweise auf dem Müll landen. Ellen Brice ist eine mäßig erfolgreiche Immobilienmaklerin, die eigentlich viel lieber Künstlerin wäre und sich letztendlich dem Malen von Pornobildern widmet. Alice Bergström wiederum arbeitet seit Jahren an ihrer Dissertation und träumt von einem besseren Leben. Der Hauptdarsteller der Geschichte zieht als letzter in die Sunset Park-WG: Miles Heller ist ein Kind aus gutem New Yorker Hause, der Vater ist Verleger, die Mutter Schauspielerin. Doch Miles schleppt ein schweres Problem mit sich rum: er fühlt sich schuldig am tragischen Unfalltod seines Bruders. Mit diesem Roman hat Paul Auster ein spannendes Porträt der heutigen Zeit vorgelegt. Seine Protagonisten zeichnen sich durch außergewöhnliche Biographien aus, die jeweils aus deren Sicht erzählt werden. Dabei wird deutlich, wie groß die Kluft zwischen Arm und Reich in den USA bereits geworden ist. Ein notwendiges Buch, das noch dazu brillant geschrieben ist. Der Hund ist tot. Grätzelgeschichten aus 24 Wiener Bezirken. Beppo Beyerl, Manfred Chobot, Gerald Jatzek Die drei Wiener Autoren Beppo Beyerl, Manfred Chobot und Gerald Jatzek erzählen Geschichten aus allen Wiener Bezirken und, weil dreiundzwanzig für die drei Herren nicht ausreichend sind, erweitern sie die Geschichten um einen 24. Hieb, der sich «Draußen» nennt. Im Fokus stehen allerdings nicht die Bezirke selbst, sondern kleinere, überschaubare Gebiete, die in Wien Grätzel genannt werden und die das Biotop der Protagonisten darstellen. Der Theo aus der Brigittenau zum Beispiel, dessen zweifelhafte Karriere bei den Profis am Donaukanal endet. Oder der Rudl aus Meidling, Mitglied der Herrenrunde in der Theresienbadsauna, endet hinter Gittern, nachdem er die Tochter seiner Lebensgefährtin umgebracht hat. Der Prozentinger aus Simmering, der trotz hoch prozentiger Getränke immer ein Sir bleibt, verdient sein Auskommen auf unkonventionelle Weise am Zentralfriedhof, bis eines Tages auch ihm ein letzter, kurzer Heimweg beschieden ist. In «Toter Hund» in 24. Hieb wechselt der Schauplatz in Wiens beliebtestes Einkaufszentrum SCS (Shopping City Süd), das aber leider nicht mehr zu Wien gehört, sondern im Gemeinde gebiet von Vösendorf gelegen ist. Nicht nur für Nicht-Wiener interessant ist das Glossar am Ende des Buches, das neben typisch wienerischen Ausdrücken und Bonmots auch wichtige Ortshinweise und zugleich eine kleine Kulturgeschichte mitliefert. Die Geschichten in diesem mit Polaroids von marshall!yeti (Ferdinand Marshall Karl und Gerad Y Plattner) illustrierten Band können unterschiedlicher nicht sein: ein wahrlich buntes Bild einer lebendigen, sich laufend verändernden Großstadt Wien. Verfasst von drei Autoren, die als Spezialisten zu bezeichnen sind: Forscher der Wiener Seele und des Wiener Gemüts. Leiwand! Rudolf Kraus Paul Auster Sunset Park Aus dem Engl. Reinbek: Rowohlt S. Beppo Beyerl, Manfred Chobot, Gerald Jatzek Der Hund ist tot. Grätzelgeschichten aus 24 Wiener Bezirken Polaroids vom Team marshall!yeti Wien: Löcker S

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