Campus. KonsumentIn der Zukunft. FORSCHUNG 12 CD-Labor Eröffnung. LEHRE & STUDIUM 17 Begabtenförderung. UNIVERSUM 27 Schlaue Füchse an der JKU

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1 Campus NEWS FORSCHUNG 12 CD-Labor Eröffnung LEHRE & STUDIUM 17 Begabtenförderung UNIVERSUM 27 Schlaue Füchse an der JKU 04/09 Ausgabe 46 KonsumentIn der Zukunft shutterstock.com

2 Xxxx Editorial Liebe Leserin, lieber Leser, Rektor o.univ.prof. DI Dr. Richard Hagelauer die Universität ist ein Ort, an dem Zukunftsthemen bearbeitet werden, an dem vorausgedacht wird, zukünftige Trends aufgegriffen, kritisch hinterfragt werden und versucht wird, die Zukunft aktiv zu gestalten. Kreativität und Freiheit sind dabei wesentliche Faktoren, Nachhaltigkeit und nicht nur das Nachlaufen kurzfristiger Trends eine Grundvoraussetzung. Das Forschen an zukunftsrelevanten Themen dient in erster Linie der Weiterentwicklung unserer Gesellschaft, in der Verantwortung gegenüber den zukünftigen Generationen. Die aktuelle Ausgabe der Campus News hat den/ die KonsumentIn der Zukunft in den Mittelpunkt gestellt. In welche Richtungen werden sich die KäuferInnengewohnheiten entwickeln? Welche Vertriebskanäle werden verwendet, welche Rolle spielen neue Technologien und über welche Wege informieren sich die KonsumentInnen? Welche Konsumtrends zeichnen sich zukünftig ab? All das sind spannende Zukunftsfragen, die in der aktuellen Ausgabe der Campus News aus der Sicht verschiedener Disziplinen behandelt und diskutiert werden. Aber auch abseits des aktuellen Schwerpunktes sollte wieder für jede und jeden etwas Interessantes dabei sein. So dürfen wir Ihnen neuerlich Zuwachs in Form von neuen ProfessorInnen vorstellen, Neuigkeiten aus dem Bereich Lehre und Studium präsentieren sowie einige laufende Forschungsprojekte mit JKU Beteiligung näher beschreiben. Ich wünsche Ihnen allen viel Spaß beim Lesen der April-Ausgabe der Campus News und einen erfolgreichen Frühling 2009! Ihr Richard Hagelauer INHALT Thema Forschung & Wissenschaft Lehre & Studium UNIversum 03 KonsumentIn der Zukunft: neue Produkte, neue Märkte 04 Der Konsum von morgen: bargeldlos, kartenlos, mit Chip unter der Haut 06 Smart Products 07 Die Macht des Gehirns: Wie unbewusste Abläufe unser Kaufverhalten steuern 09 Studie Schulsprengel 10 Online Opinioncorner 11 GEN-AU Projekt 12 CD-Labor Eröffnung 13 Forschungsgeld Nanotechnologie 15 renommierter Wissenschafter zu Gast 16 CAT Ausbildungsprogramm 17 Neue ProfessorInnen Zentrale Dienste 19 Dienstleistungen 21 Biophysiktagung 22 FWF- Wanderausstellung 23 Die JKU dankt 24 Neues aus dem Trauner Verlag 25 JKU Ball 27 Vortrag Dr. Davis 28 JKU goes gender 29 LIMAK 31 KEPLER SOCIETY 2 CampusNews April 09

3 Thema KonsumentIn der Zukunft: neue Produkte, neue Märkte Die weltweit größte Computermesse CeBIT in Hannover hat auch heuer wieder einen tiefen Einblick in die Welt von morgen gegeben AusstellerInnen haben gezeigt, welche Trends wir in (naher) Zukunft zu erwarten haben. Die Vernetzung macht scheinbar vor nichts mehr Halt. Auf der CeBIT wurde aufgezeigt, dass immer mehr Geräte miteinander kommunizieren, damit unser Leben einfacher und leichter wird. Die Chips und Sensoren werden immer besser und billiger, die Software erledigt laut CeBIT den Rest. Dadurch werden Produkte immer handlicher und mobiler. Auf der Computermesse wurde beispielsweise ein Fernseher vorgestellt, der wie eine Fernseh-Tapete an die Wand geklebt werden kann. So genannte OLED-Bildschirme, die nur 3-5 mm dünn sind, sind stark im Kommen. Sie sehen aus wie alle anderen Flachbildschirme, nur das leuchtende Material ist nicht anorganisch sondern organisches Material und ist somit nicht starr sondern biegsam. Diese Bildschirme können deshalb auch auf gekrümmten Oberflächen wie z.b. Säulen platziert werden. Der derzeit größte Nachteil der organischen Bauelemente ist die hohe Sauerstoffempfindlichkeit. Eine effektive Einkapselung ist daher unumgänglich, um eine entsprechende Lebensdauer zu erreichen, sagt Univ.Prof. Dr. Helmut Sitter vom Institut für Halbleiter- und Festkörperphysik. Technologieebene erfolgen kann, vor allem zwei Marketingmix-Bereiche an Bedeutung gewinnen: die Produktpolitik und die Preispolitik, welche zur Abschöpfung des Differenzierungspotenzials unabdingbar ist. Deshalb werden in Zukunft verstärkt Branding Pricing and Relations im Vordergrund stehen. Ein strategisch angelegtes Markenmanagement, das weit über den Aspekt schön gestalteter Logos hinausgeht, schafft Differenzierung. Die Massenkommunikation wird zwar auch in Zukunft eine Rolle spielen, die Individualkommunikation (Stichwort Direktwerbung) wird aber noch mehr an Bedeutung gewinnen, betont Werani. am Faktum ist, dass im Jahr 2020 Märkte im Fokus stehen werden, die heute noch von untergeordneter Bedeutung sind. Vor dem Hintergrund der Verschiebungen in der Bevölkerungspyramide wird das Thema 50/60+ mit Sicherheit eine wichtige Rolle spielen. Auch das Thema Ökomarketing wird weiter auf dem Vormarsch sein, da davon auszugehen ist, dass die Sensibilisierung der Konsumenten in diese Richtung erst begonnen hat. Für das Marketing zentral ist, dass solche Märkte nur dann erfolgreich bearbeitet werden können, wenn kompromisslos vom Kunden her gedacht wird. Vermutungen über den Kunden anzustellen, werden nicht ausreichen, sagt Univ.Prof. Dr. Thomas Werani vom Institut für Handel, Absatz und Marketing. Der Marketingmix wird sich von den möglichen Instrumenten her laut Prof. Werani kaum ändern. Was sich jedoch ändern wird ist die Gewichtung zwischen den einzelnen Mix-Bereichen: Meines Erachtens werden vor dem Hintergrund der Tatsache, dass eine Differenzierung entwickelter Länder nur auf der Qualitäts-, Innovations- und pixelio.de CampusNews April 09 3

4 Thema Der Konsum von morgen: bargeldlos, kartenlos, mit Chip unter der Haut Für die KonsumentInnen der Zukunft ist es selbstverständlich, computergestützt in den digitalen Welten des Internet einzukaufen. Sie müssen im Supermarkt nicht mehr an der Kassa anstehen, Waren oder Eintrittsgelder bezahlen sie bargeld- und kartenlos über den Funkchip in ihrem Oberarm und der intelligente Kühlschrank im Haushalt scannt, ob Lebensmittel fehlen oder abgelaufen sind und bestellt diese einfach online beim Händler. DatenschützerInnen sind mit diesen Szenarien weniger glücklich. Zum Konsum der Zukunft gibt es viele unterschiedliche Prognosen, zwei Aspekte sind aber bei den meisten zu finden: Konsum ist und bleibt allgegenwärtig und die eine Zukunft gibt es nicht. Zum einen werden zahlreiche neue Technologien für viele unterschiedliche Einkaufs-Szenarien sorgen, zum anderen werden die KonsumentInnen der Zukunft zu individuell und als Gesamtheit nur schwer fass- und ansprechbar sein. Laut einer Studie des deutschen Instituts für Zukunftsforschung ist die Shopping-Zukunft zunehmend virtuell: Unsere Einkäufe tätigen wir immer selbstverständlicher in den digitalen Welten des Internet und diese Form des computergestützten Konsumierens wird allmählich zur Norm. Der klassische Fach- und Einzelhandel wird immer mehr zurückgedrängt, weil sich der Großteil der Transaktionen wie folgt abspielen könnte: Kaufen im Internet, verkaufen per Handy und gustieren in einem sozialen (Online-)Netzwerk. Aber nicht nur die KonsumentInnen selbst werden sich ändern, auch die Technik wird zu neuen Kaufgewohnheiten beitragen. Die Szenarien reichen vom Einkaufen mit Handy und Fotolia 4 CampusNews April 09

5 Thema Fingerabdruck mit der Handy-Kamera werden die Waren selbst eingelesen und bezahlt wird mit dem zuvor hinterlassenen Fingerabdruck - bis hin zum Stichwort RFID (Radio-Frequency-Identification-Tags ). Darunter versteht man Rundfunkchips, die eine eindeutige Kennzeichnung von Waren ermöglichen ähnlich dem bekannten Strichcode. Diese Chips sind längst Teil unseres Alltags vielfach ohne unser Wissen: Sie werden in Dokumenten, Schließsystemen, Reisepässen, Bibliotheken etc. benutzt und senden ein Signal aus, das von speziellen Antennen aufgefangen wird. Damit muss etwa im Supermarkt nicht mehr jedes Stück einzeln an einem Scanner vorbeigezogen werden. Mit dieser Technologie könnte das Einkaufen der Zukunft folgendermaßen aussehen: Automatische Kassen scannen bereits beim Vorbeigehen die im Einkaufswagen vorhandenen Güter anhand ihrer RFID-Chips, das Anstellen an der Kassa und KassiererInnen werden damit überflüssig. Der fällige Betrag wird direkt vom Konto abgebucht. Der intelligente Einkaufswagen führt die KundInnen gezielt zu den Waren, die sie suchen oder zeigt ihnen Zusatzinfos zu Produkten, die sie gerade passieren, z.b. Sonderangebote. Innovative Waagen geben nicht nur das Gewicht des gekauften Gemüses an, sondern auch gleich, welcher Wein dazu passt, was dieser kosten würde und in welchem Regal er steht. Auch vor dem Haushalt macht der Warenfunk nicht halt: Der intelligente Kühlschrank mit den RFID-ausgestatteten Verpackungen darin scannt automatisch, ob etwas fehlt und bestellt es, falls entsprechend verdrahtet, einfach online beim Händler. Die Waschmaschine der Zukunft verhindert, dass Kleider zu heiß gewaschen werden, indem das Gerät die RFID-Kennzeichnungen der Kleidungsstücke ausliest und mit dem gewählten Programm abgleicht. Der neueste Trend in diesem Zusammenhang: RFID-Chips, die unter die menschliche Haut geschossen werden. Damit könnten in naher Zukunft bargeldlos sämtliche Waren oder Dienstleistungen über die Identifikation im Chip des Oberarms bezahlt werden. Mit dieser Technologie können aber auch die Wege einer Person nachvollziehbar gemacht, ein Zusammenhang zwischen dem Kunden und dem gekauften Produkt hergestellt und damit auch Auskünfte über Vorlieben oder Gewohnheiten von Menschen gegeben werden. Eine Vorstellung, die bei DatenschützerInnen für Gänsehaut sorgen dürfte. Der Schutz vor Missbrauch ist deshalb sehr wichtig, das bestätigt Univ. Prof. Dr. Alois Birklbauer vom Institut für Strafrechtswissenschaften: Die Überwachung von Personenverhalten ist zwar ein notwendiger Reflex, um Missbrauch zu Lasten von KonsumentInnen zu vermeiden, damit beispielsweise nicht bestimmte Produkte gegen den Willen des Konsumenten auf seine Rechnung gekauft werden können. Der Schutz vor Missbrauch solcher Informationen kann aber kaum ausreichend gewährleistet werden. Zu groß ist die Versuchung, aus solchen Informationen Gewinn zu ziehen. Selbst der Staat wird davor nicht zurückschrecken und sich die neuen technischen Möglichkeiten zu Nutze machen. Unter dem Deckmantel der Verbrechensbekämpfung wird das Verhalten bestimmter Personen besonders beobachtet werden. Informationseingriffe werden dann mit der Argumentation gerechtfertigt, dass die so genannten anständigen BürgerInnen ohnehin nichts zu verbergen hätten. Das damit das Grundrecht des Menschen auf Privatsphäre, das ein Wesensmerkmal seiner Persönlichkeit bildet, verloren geht, ist eine drohende Gefahr, der nicht genug Bedeutung beigemessen werden kann. mr stockxpert.com CampusNews April 09 5

6 Thema Pervasive Computing Technologie für Menschen: Smart Products Die Arbeitshypothese des Pervasive Computing lautet, dass jene Technologie gute Technologie ist, die so tief in die Gegenstände und die Umgebung hineinintegriert ist, dass man sie als Technologie nicht mehr erkennen kann also Technologie die ruhig und unaufdringlich aus dem Hintergrund wirkt. Univ.Prof. Dr. Alois Ferscha, Institut für Pervasive Computing Hardwareprototyp Ansteckcomputer (Smart Label) mit Beschleunigungssensor und Funkmodul. Es ist heute gut erforscht, dass nicht die Prozessorleistung, oder die Speichergröße oder die Kommunikationsbandbreite die Grenzen der Informationstechnologie (IT) festlegen, sondern die menschliche Aufmerksamkeit. Die Art und Summe unserer Sinnesorgane legt fest, was aufmerksam aufnehmbar ist. Neue multimediale digitale Geräte sind daher nicht nach dem Ingenieurseifer technologischer Machbarkeit, sondern nach den Prinzipien der Aufmerksamkeitsökonomie zu gestalten. Dies gilt auch für die Produkte der Zukunft. Die Produkte und Konsumgüter der Zukunft werden intelligente, ihr Verhalten auf den Bedeutungszusammenhang abgestimmte und kontinuierlich mit dem Internet verbundene Dinge sein. Kontextbezogen bedeutet, dass Produkte versuchen, jegliche Information die die Situation des Benutzers charakterisiert (beispielsweise seinen Aufenthaltsort, die Tages- oder Jahreszeit, aktuelle Umweltparameter wie Licht, Lärm oder Temperatur, sein Lebensalter, seine Vorlieben, Gewohnheiten, seinen Geschmack, ja sogar seinen Gesundheits- oder emotionalen Zustand) zu erheben, und diese Information gezielt einzusetzen dem Benutzer gewissermaßen das Beste in seiner jeweiligen Situation anzubieten. Zudem werden die Dinge in kooperative Verbünden mit anderen Dingen, drahtlos mit dem Internet vernetzt, stehen. Die Hardwareminiaturisierung von Webservern hat heute eine Größe von nur wenigen Kubikmillimetern erreicht. Das Institut für Pervasive Computing arbeitet auf dem Gebiet miniaturisierter Ansteckcomputer, auf deren Basis heute sprichwörtlich jedes Ding ein Internetknoten sein kann. Wir sprechen von einem Internet der Dinge, oder einem Internet der Produkte (Smart Products) Internettechnologie im Auto, auf der Digitalkamera, am Handy, auf der Kreditkarte oder im Reisepass überrascht uns heute nicht mehr. Internettechnologie in den Möbeln, Gebrauchsgegenständen, Werkzeugen, in der Kleidung ist der nächste Schritt. Internettechnologie in jedem Schraubenzieher, Autoreifen, Geldschein oder jedem Preisschild auf allen Produkten im Supermarkt ist technisch möglich. Unser Ansteckcomputer, im Idealfall auf eine Preisschild miniaturisiert trägt nicht nur eine Identifikationsnummer auf RFID Basis, sondern auch einen Verschlüsselungsund Authentifizierungsbaustein, eine absolute (GPS) und relative Positionierungseinheit, eine Beschleunigungs-, Orientierungs-, und Geschwindigkeitssensor, Umweltsensoren wie Geräusch- Helligkeits- und Temperatursensoren, Optosensoren, Funkchips zur drahtlosen Kommunikation und einen Minicomputer, der zu diesem Produkt gehörige Programme speichern, starten und ausführen kann. Jedes Produkt, das dieses Preisschild trägt, wird automatisch zu einem mit anderen Produkten, der Umgebung und dem Konsumenten kommunizierendes Smart Product. a.ferscha 6 CampusNews April 09

7 Thema Die Macht des Gehirns: Wie unbewusste Abläufe unser Kaufverhalten steuern In den letzten zehn Jahren hat die Hirnforschung mehr über die Gehirnfunktion gelernt als wie in den Jahrzehnten zuvor. Mit Methoden wie der Magnetresonanztomografie kann das Gehirn in seiner Tätigkeit live beobachtet werden. Diese moderne Technologie ermöglicht beispielsweise auch unbewusstes Kaufverhalten zu analysieren. Diese Erkenntnis wird für die zukünftige Marktforschung eine große Rolle spielen. Das Zeitalter des Neuromarketings hat begonnen. a.univ.prof. Dr. Eduard Brandstätter, Abteilung Sozial- und Wirtschaftspsychologie Unter Neuromarketing versteht man die interdisziplinäre Verknüpfung der Radiologie, Neurologie und Neuropsychologie mit der Marketingforschung. Ziel des Neuromarketings ist es, ein besseres Verständnis der Zustände, Prozesse, Affekte und Kognitionen im menschlichen Gehirn zu erhalten, um damit Erkenntnisse über die wahren Bedürfnisse und Wünsche von KonsumentInnen zu gewinnen. Vielen Wissenschafter- Innen schwebt vor, das KonsumentInnenverhalten auf eine objektivere Basis zu stellen. Anstatt wie bisher subjektive Daten von KonsumentInnen mittels Fragebogen zu erheben, misst man ihre Gehirnaktivitäten und erhält so direkt Aufschluss über ihre wahren Gedanken, Gefühle und Motive, sagt a.univ. Prof. Dr. Eduard Brandstätter, Leiter der Abteilung für Sozial- und Wirtschaftspsychologie an der JKU. Der Psychologe und Nobelpreisträger Daniel Kahneman ist ein Vorreiter auf dem Gebiet der menschlichen Kognitionsforschung. Er geht von zwei Systemen aus: System II das explizite System ist der bewusste Pilot. System I das implizite System der Autopilot, der parallel hoch effizient und weitgehend unbewusst arbeitet, steuert Sinneswahrnehmung, Lernprozesse (z.b. in der Werbung), Emotionen, spontanes Verhalten, Marken-Assoziationen, unbewusstes Markenimage, etc. Heute weiß man, dass dieses implizite System entscheidend für das reale Kaufverhalten ist. die Insula, aktiviert. Dieses Ergebnis lässt sich nur dann sinnvoll interpretieren, wenn man weiß, dass diese Gehirnregion für die Erwartung negativer Konsequenzen zuständig ist. Der psychische Prozess ist somit das entscheidende Bindeglied zwischen äußerem Stimulus und Gehirnaktivität, so Brandstätter. Laut Prof. Brandstätter wird man die Forschungsarbeiten der nächsten fünf Jahre in den Einführungslehrbüchern im Jahr 2020 wiederfinden. Er spricht von drei Trends: Erstens, nach wie vor boomt die Entscheidungsforschung, zumal jeder Kauf einen Entscheidungsprozess voraussetzt. Durch die Arbeiten von Daniel Kahneman und dem Bestseller von Dan Ariely wird die Entscheidungsforschung auch in der Marktpsychologie weiterhin an Terrain gewinnen. Zweitens, durch die zunehmende Internationalität wird die kulturelle Konsumentenforschung wichtiger. Und drittens, wird Neuropsychomarketing noch einige spannende Ergebnisse liefern. am Mit diesen Erkenntnissen kann ein neuer Blick auf den/die KonsumentIn geworfen werden. Wirtschaftspsychologe Brandstätter spricht jedoch nicht von Neuromarketing sondern von Neuropsychomarketing. Eine Beziehung des Kaufverhaltens zu bestimmten Gehirnregionen macht nur dann Sinn, wenn man diese Gehirnregionen eindeutig psychischen Prozessen zuordnen kann. Zum Beispiel wurde gezeigt, dass die Erwartung eines hohen Preises eine bestimmte Gehirnregion, pixelio.de CampusNews April 09 7

8 Fit fur dein Studium! Mit dem Raiffeisen Studierenden- sicherst du dir KOSTENLOS folgende Vorteile: Studierenden-Konto mit Kontorahmen und Maestro Raiffeisen Club-Karte Studierenden-Haftpflichtversicherung Kreditkarte zum Studierenden-Tarif Club Service... und bist automatisch Mitglied im Raiffeisen Club: Ermäßigte Tickets für Top-Events Das Memberbook dein Vorteilspackage im Wert von mehr als 150 Euro

9 Forschung & Wissenschaft Studie Schulsprengel: Freigabe ergibt keine Ghettoschulen Ein zentrales Anliegen des Exzellenzschwerpunkts Dynamik und Gestaltung sozialer Systeme der JKU ist die Analyse der Auswirkungen von Systemänderungen. Seit dem Schuljahr 2007/08 gibt es in Linz keine Schulsprengel mehr. Dies ist eine grundlegende Änderung von Regelungsstrukturen auf Schulebene. Eltern können sich jetzt aussuchen, in welche Schule sie ihre Kinder schicken. Die Stadt Linz hat die JKU mit der Durchführung einer Studie über die Akzeptanz und die Wirkungen dieser Maßnahme beauftragt. Dieses Forschungsprojekt wurde vom Institut für Soziologie und vom Institut für Pädagogik und Psychologie unter der Leitung von Univ.Prof. Dr. Johann Bacher und Univ. Prof. Dr. Herbert Altrichter unter der Mitarbeit von Dr. Martina Beham, Dr. Gertrud Nagy und Daniela Wetzelhütter durchgeführt. von Personen einer Gruppe wie beispielsweise Personen mit Migrationshintergrund, Personen mit geringer Bildung usw. unter Einbindung von bestimmten Gebieten, Stadtteilen, Schulen, Organisationen gemeint, erklärt Bacher. Auf schulischer Ebene wurde untersucht, ob sich die Zusammensetzung der SchülerInnen in den einzelnen Schulen verändert hat. Auf individueller Ebene wurde analysiert, ob sich das Wahlverhalten der Eltern geändert hat. Univ.Prof. Dr. Johann Bacher, Institut für Soziologie Die Befürchtung, dass die Auflösung zu Ghettoschulen führen würde, konnte durch die Studie nicht bestätigt werden. Die Verteilung von In- und AusländerInnen ist in den Schulen zwar weniger ausgeglichen als vor der Sprengelfreigabe, doch das hat laut den Untersuchungsdaten andere Gründe. Die höheren AusländerInnen-Anteile in einzelnen Schulen gehen darauf zurück, dass die Konzentration von MigrantInnen in einigen Stadtteilen gestiegen ist, sagt Bacher. Schulen mit hohem AusländerInnenanteil sind nicht wie von manchen befürchtet unbeliebter geworden; die SchülerInnenanzahl ist dort nicht gesunken, sondern sogar leicht gestiegen. Zur Beantwortung der Forschungsfragen wurden 1880 Eltern von Volksschulkindern und SchulanfängerInnen befragt. Weiters wurden fünf qualitative Fallstudien von Schulen mit steigenden oder sinkenden SchülerInnenzahlen durchgeführt, in denen auch DirektorInnen, LehrerInnen und ElternvertreterInnen in die Befragung miteingebunden wurden. am Insgesamt besuchen jetzt 60 Prozent der Schüler die Schule ihres ehemaligen Schulsprengels Insgesamt besuchen jetzt 60 Prozent der Schüler die Schule ihres ehemaligen Schulsprengels, 25,5 Prozent eine andere städtische und 14,5 Prozent eine Privatschule. Der Ruf der Schule und deren Schwerpunkte sowie die Nähe zum Arbeitsplatz der Eltern zählten zu den häufigsten Gründen für einen Schulwechsel, sagt Altrichter. Die Auswirkungen der Sprengelfreigabe wurden auf drei Ebenen untersucht: auf städtischer, schulischer und individueller Ebene. Auf Stadtebene wurde der Frage nachgegangen, ob die Freigabe zu einem Anstieg der schulischen Segregation geführt hat. Mit Segregation ist die ungleiche Verteilung Fotolia CampusNews April 09 9

10 Forschung & Wissenschaft Online- Opinioncorner für Jugendliche SchülerInnen der Handelsakademien Linz-Auhof und Steyr und WissenschafterInnen der JKU bauen ein Online Panel für Jugendforschung auf. Unter dem Motto Opinioncorner Deine Meinung zählt! werden Jugendliche zu unterschiedlichen Themen befragt. Damit wird einerseits eine meinungsbildende Plattform für Jugendliche und andererseits eine neuartige Infrastruktur für sozialwissenschaftliche Forschung geschaffen. Univ.Prof. Dr. Herbert Altrichter, Institut für Pädagogik und Psychologie Über das Online Panel, das eine internetbasierte Webapplikation ist, können registrierte UserInnen per bei Umfragen teilnehmen. Ihren Opinioncorner haben die SchülerInnen selbst entworfen und wollen jetzt mit Hilfe von originellen Marketingideen, tollen Geschenken und Gewinnen viele Jugendliche dafür begeistern, an Umfragen teilzunehmen. Sie laden deshalb alle Interessierten ein, sich online unter zu registrieren. Wer sich anmeldet, wird ausschließlich per zu Umfragen eingeladen und kann so aktiv seine Meinung sagen. Im Frühjahr 2009 starten die HAK-SchülerInnen mit ihren ersten Umfragen zu unterschiedlichen Themen. Die Grundidee ist, dass Wissenschafter relevante Daten... und Schüler gleichzeitig erfahren, wie Befragungen durchgeführt und ausgewertet werden... Die Wissenschafter der JKU unterstützen die Schüler bei der Ausarbeitung und Auswertung der Studien und kümmern sich um die technische Entwicklungsarbeit. Die Grundidee ist, dass Wissenschafter relevante Daten über Fragestellungen, die Jugendliche betreffen, erhalten und Schüler gleichzeitig erfahren, wie Befragungen durchgeführt und ausgewertet werden, sagen die Projektleiter Univ.Prof. Dr. Herbert Altrichter und Univ.Prof. Dr. Bernad Batinic vom Institut für Pädagogik und Psychologie an der JKU. Die Verbindung von wissenschaftlichem Know How mit den Perspektiven und Erfahrungen der SchülerInnen und Jugendlichen machen dieses Projekt innovativ und im deutsprachigen Raum einzigartig. Über diese neuartige Form des Wissenstransfers lernen die WissenschafterInnen von den SchülerInnen und umgekehrt. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung unterstützt. am 10 CampusNews April 09

11 Forschung & Wissenschaft GEN-AU Forschungsprojekt in der Hand eines JKU-Professors Univ.Prof. DI Dr. Gerhard Schütz vom Institut für Biophysik ist der Konsortiumleiter des GEN-AU Projekts Ultra-sensitive Proteomics and Genomics III, das vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung nun für weitere drei Jahre unterstützt wird. Das Genomforschungsprogramm GEN-AU ist eines der höchst dotierten thematischen Forschungsprogramme in Österreich. Mitglieder dieses Konsortiums sind das Institut für Biophysik (JKU), die Abteilung für wissensbasierte mathematische Systeme (JKU), das Zentrum für Biomedizinische Nanotechnologie (UAR), das Department für molekulare Immunologie (Med. Universität Wien), sowie der Fachbereich Molekulare Biologie (Universität Salzburg). Unter der Leitung von Univ.Prof. DI Dr. Gerhard Schütz wird das Studium von einzelnen Biomolekülen in lebenden Zellen und auf Biochips fortgesetzt. Dieses Netzwerk stellt Ergebnisse und Methoden der österreichischen biomedizinischen Forschung für gemeinsame Projekte zur Verfügung. Wir werden uns in diesem Projekt insbesondere der Weiterentwicklung unserer Techniken hin zur korrelierten Analyse von Struktur, Funktion und Inhalt einzelner Zellen widmen und auch neue Geräte entwickeln und anwenden, sagt Schütz. Weitere Infos zum Projekt unter: am Univ.Prof. DI Dr. Gerhard Schütz, Institut für Biophysik Mit der Einzelmolekül-Mikroskopie soll jede biologische Zelle erforscht werden Wir sind nicht an der Börse. Dafür gleich ums Eck. Nachtrag zum Artikel Jubiläumstagung Stahlstädte im Wandel in den Campus News/Jänner In der Darstellung der Geschichte des Instituts für Neuere Geschichte und Zeitgeschichte wurde eine der prägenden Persönlichkeiten des Instituts Univ. Prof. i.r. Dr. Hans Hautmann nicht erwähnt. Dies bedauern die Mitarbeiter- Innen des Instituts zutiefst. Prof. Hautmann gehörte dem Institut seit 1969 an und profilierte sich als international anerkannter Historiker der Arbeiterbewegung und der österreichischen Zeitgeschichte. In den Jahren und leitete er als Vorstand das Institut. Im Namen aller MitarbeiterInnen des Instituts Rudolf Ardelt CampusNews April 09 11

12 Forschung & Wissenschaft Warum Steyregg wieder atmen kann Anfang 2009 wurde an der JKU ein neues Christian-Doppler-Labor eröffnet, eine Forschungskooperation zwischen einem JKU-Institut und mehreren Industrie-Unternehmen. Das CD-Labor arbeitet an hochkomplexen ingenieurwissenschaftlichen Problemen, nämlich der mathematischen Modellierung des Verhaltens partikulärer Strömungen. Dr. Stefan Pirker, Leiter des CD-Labors Solche Modellierungen werden etwa eingesetzt, um Strömungen in Industrieanlagen zu optimieren, zum Beispiel bei der Chargierung, der Kohleeinspeisung oder der Abgasreinigung in einem Hochofen. Mit diesem CD-Labor sind jetzt sechs derartige Projekte an der JKU aktiv, vor drei Jahren war es erst eines. Insgesamt fördert die Christian Doppler Forschungsgesellschaft derzeit 60 Labors, mit 10 Prozent Anteil ist die JKU als sehr junge Universität durchaus respektabel vertreten. Für das heurige Jahr hat die CD-Gesellschaft 22 Millionen Euro an Fördermitteln budgetiert, davon kommen 54 Prozent von der öffentlichen Hand, der andere Teil von den beteiligten Unternehmen. Im Fall des CD-Labors für die Modellierung partikulärer Strömungen sind das zwei Divisionen des voestalpine-konzerns und die VAI Siemens, Partner auf Seite der JKU ist das Institut für Strömungslehre und Wärmeübertragung (Vorstand o.univ.prof. Dr. Philipp Gittler), Leiter des Labors ist Dr. Stefan Pirker....Anwendungsgebiete für Modellierungen sind nicht zuletzt umweltschonende Produktionsverfahren der voestalpine Linz... Bei der Eröffnung des CD-Labors am 27. Februar an der JKU nannte Pirker als Anwendungsgebiete für Modellierungen nicht zuletzt umweltschonende Produktionsverfahren der voestalpine in Linz. Ihnen ist es zu danken, dass trotz der vorherrschenden Westwinde und einer stark gestiegenen Stahlproduktion die Luft in Steyregg erheblich besser geworden ist, und heute die Immissionen deutlich unter den zulässigen Grenzwerten liegen. ku 12 CampusNews April 09

13 Forschung & Wissenschaft studio46.at Nanotechnologie: weitere 3,6 Millionen Euro für Forschung Nanotechnologie ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken: Kleine schnelle Chips für neue leistungsfähige Computer, Mobiltelefone oder Navigationssysteme sorgen für rasche Datenübertragung. Nanostrukturierte Werk- und Kunststoffe sind fester, härter und widerstandsfähiger und finden ihren Einsatz im Umweltbereich, in der chemischen Verfahrenstechnik, in der Medizin bis hin zur Luftfahrt. Ein österreichweites Verbundprojekt unter JKU-Leitung beschäftigt sich mit Nanotechnologie und forscht an vorderster Front. Univ.Prof. Dr. Friedrich Schäffler vom Institut für Halbleiter- und Festkörperphysik an der JKU koordiniert seit 2005 das Verbundprojekt NSI (Nanostructured Surfaces and Interfaces), in dem Forschung auf dem Gebiet der Nanotechnologie betrieben wird. NSI besteht aus acht vernetzten Einzelprojekten, an denen Universitäten, Forschungseinrichtungen (JKU, UAR (Upper Austrian Research GmbH), TU Graz, TU Wien, Universität Graz) und sechs österreichische Firmen (darunter die oö. Firmen Profactor GmbH, TCKT GmbH und Tiger Coatings GesmbH & Co KG) beteiligt sind. Für die nächsten drei Forschungsjahre auf internationalem Niveau stehen jetzt weitere 3,6 Millionen Euro zur Verfügung. Unterstützt wird das Verbundprojekt von der bei der FFG (Forschungsförderungsgesellschaft mbh) angesiedelten österreichischen Nanoinitiative. von den beteiligten Firmen. Mit dieser dritten Förderperiode kann bis 2012 weiter anwendungsorientierte Forschung betrieben und die Nanotechnologie in OÖ ausgebaut werden. Über dieses Verbundprojekt sind verschiedene Kompetenzfelder vernetzt und dadurch entstehen neue Synergien. Die Unternehmen können auf einen umfangreichen Wissens- und Technologie-Pool zurückgreifen und die Universitäten sind in den Firmen bei der Umsetzung neuer Produkte dabei und können zu deren Optimierung beitragen, sagt Schäffler. Darüber hinaus schafft das NSI Verbundprojekt Stellen für DoktorandInnen und DiplomandInnen und trägt in OÖ nachhaltig zum Studiengang NanoScience/Technologie der JKU bei, der ab dem Wintersemester 2009 als eigener Master-Kurs angeboten wird. Univ.Prof. Dr. Friedrich Schäffler, Institut für Halbleiter- und Festkörperphysik Die FFG ist die nationale Förderstelle für anwendungsorientierte und wirtschaftsnahe Forschung in Österreich. Seit 2005 unterstützt sie dieses Projekt. Ein internationales Gutachtergremium und eine FFG-Jury genehmigte weitere 3,1 Millionen Euro für die Forschungsarbeiten rund um Verbundkoordinator Schäffler. Die restliche Fördersumme in der Höhe von 0,5 Millionen Euro kommt Zur Stärkung der eingesetzten Analysetechniken und Forcierung der Nanoanalytik gibt es zudem in der neuen Förderperiode ein eigenes wissenschaftliches Projekt, in das das kürzlich gegründete Zentrum für Oberflächen- und Nanoanalytik (ZONA) der JKU und das Zentrum für Elektronenmikroskopie und Nanoanalytik der TU Graz eingebunden sind. am CampusNews April 09 13

14 Der Power Tower verbindet moderne Architektur mit einzigartiger Energietechnik. Dank seiner revolutionären Gebäudehülle, Haustechnik und Energieaufbringung ist er Weltmeister in Sachen Energieeffizienz. Die neue Konzernzentrale der Energie AG Oberösterreich ist das erste Bürohochhaus mit Passivcharakter. Mehr darüber, wie wir umweltschonende Energie für Sie erzeugen, erfahren Sie unter Voller Energie für Klima und Umwelt.

15 Lehre & Studium Begabtenförderung 2009: Nanotechnologiewoche an der JKU Auch heuer konnten wieder fünf begabte SchülerInnen des Europagymnasiums Auhof Uniluft schnuppern und wurden am Institut für Halbleiter- und Festkörperphysik in die Wissenschaft der Nanotechnolgie eingeführt. Bereits zum achten Mal hat an der JKU die Nanotechnolgiewoche für begabte SchülerInnen der 6. oder 7. Klasse des Europagymnasiums Auhof stattgefunden. Der Direktor der Schule HR DI Mag. Klaus Hötzenecker und Univ.Prof. Dr. Helmut Sitter vom Institut für Halbleiter- und Festkörperphysik haben die Begabtenförderung ins Leben gerufen. Die Teilnehmer stammen aus dem Schulzweig,Kepler Gymnasium und haben ihr Talent bereits im Unterricht oder im Physikolympiade-Kurs unter Beweis gestellt. Die begabten Schüler haben an der JKU die Möglichkeit, weitere interessante Themen kennenzulernen und können sich zugleich auch einen Vorgeschmack auf ein Studium holen, sagt Sitter. Einmal im Jahr findet an der JKU an fünf Tagen die Nanotechnolgiewoche meistens in den Semesterferien oder in schulischen Randwochen statt. In dieser Zeit lernen die JungforscherInnen den Studierendenalltag an der Universität kennen. Es werden diverse Forschungsarbeiten an den verschiedenen Physik- und Chemie-Instituten vorgestellt und auch Experimente, wie beispielsweise am Rastertunnelmikroskop, durchgeführt. Die Begabtenförderung erfreut sich großer Beliebtheit und immerhin werden rund 90 Prozent der Teilnehmer auch Studenten der JKU Die Begabtenförderung im Zuge der Nanotechnologiewoche erfreut sich großer Beliebtheit und immerhin werden rund 90 Prozent der Teilnehmer auch Studenten der JKU, zieht Sitter Bilanz. am Renommierter Wissenschafter an der JKU Der renommierte Wissenschafter Dr. Jonathan David Farley folgte der Einladung von Univ.Prof. Dr. Günter Pilz und ist voraussichtlich bis Oktober 2009 als Forscher und Lehrbeauftragter am Institut für Algebra an der JKU tätig. Der amerikanische Mathematiker ist nicht nur der Fachwelt aus seinen wissenschaftlichen Arbeiten, sondern auch einer breiten Öffentlichkeit aus Zeitungen und Fernsehauftritten bekannt. Am Massachusetts Institute of Technology (MIT) habe ich das Buch Applied Abstract Algebra von Rudolf Lidl und Günter Pilz als Grundlage eines Kurses über angewandte Mathematik verwendet, so Farley über die Bekanntschaft zu Professor Pilz. An der JKU kann der amerikanische Professor jetzt seine österreichischen Kontakte intensivieren und übernimmt zugleich Lehr- und Forschungsaufgaben. Farley wird nicht nur von seinen österreichischen ForscherkollegInnen sehr geschätzt, sondern ist auch international als Mathematik-Experte bekannt. Seine Beiträge sind beispielsweise in Magazinen wie The Chronicle of Higher Education, Science News Online, The Economist Magazine, USA Today nachzulesen oder auf Fox News Television, BBC World News Television oder auf Air America Radio zu sehen und zu hören. Dr. Jonathan David Farley Seine Forschungsschwerpunkte sind Ordnungs- und Verbandstheorie. Es handelt sich dabei um ein abstraktes Studium von Hierarchien und findet seine Anwendung unter anderem in den Bereichen Computer-Wissenschaften, Physik, Soziologie, Chemie, Wirtschafts- und Politikwissenschaften. Farley wurde für seine Forschungsarbeiten bereits mehrmals ausgezeichnet, mitunter mit dem renommierten Wissenschaftspreis Harvard Foundation s Distinguished Scientist of the Year Award. am CampusNews April 09 15

16 Lehre & Studium Canada-Austria-Taiwan: globales Ausbildungsprogramm Bereits zum vierten Mal waren ProfessorInnen aus Taiwan und Kanada zu Gast an der JKU, um mit den Studierenden das CAT Global Management Program erfolgreich zu beenden. 21 Studierende haben an diesem österreichweit einzigartigen Ausbildungsprogramm teilgenommen. CAT ist ein gemeinsames transnationales Studienprogramm der University of Victoria, Kanada, der National Sun Yat-sen University in Kaohsiung auf Taiwan und der JKU. Ziel des Programms ist einerseits eine globale Ausbildung im Bereich der Betriebswirtschaftslehre und andererseits die Förderung der interkulturellen und sozialen Kompetenzen. Der besondere Reiz an dieser Zusammenarbeit ist, dass das Programm die führenden Wirtschaftsregionen Pacific Rim, Nordamerika und Europa erlebbar macht, sagt Univ.Prof. Dr. Werner Auer-Rizzi, Leiter des Zentrums für Globale Universitätskooperationen. Im Zuge des vierten CAT-Programms haben die Studierenden der drei Universitäten eine Klasse gebildet. Acht Monate lang hat diese globale Klasse an den drei Partneruniversitäten ihre akademischen und persönlichen Fähigkeiten weiterentwickelt. Grundkenntnisse der jeweiligen Landessprache erhöhen das kulturelle Verständnis so lernen beispielsweise die KanadierInnen und ÖsterreicherInnen Chinesisch und die TeilnehmerInnen aus Taiwan Deutsch. Die Unterrichtssprache in allen drei Ländern ist jedoch Englisch, so Auer-Rizzi. Im Rahmen des Programmteiles an der JKU arbeiteten die Studierenden an internationalen Projekten der Unternehmen voestalpine AG, MIBA, Fronius und Asamer Holding mit. Sie untersuchten außerdem Unterschiede der Governance die Steuerung und Regelung von Strukturen des Wirtschafts- und Gesellschaftssystems der drei beteiligten Länder. Diese Ergebnisse präsentierten sie in der Arbeiterkammer vor VertreterInnen der Sozial- und Wirtschaftspartnerschaft. Finanziell unterstützt wurden die österreichischen TeilnehmerInnen des CAT Programms 2008 durch ein großzügiges Stipendium der voestalpine AG. Obwohl der akademische Leistungsdruck während des ganzen Zeitraumes sehr intensiv ist, ist allen klar, dass wertvolle Erfahrungen für das spätere Berufsleben durch die interkulturelle Kooperation in Gruppenprojekten gemacht werden. Wir bereiten mit diesem außergewöhnlichen Programm Studierende in idealer Weise auf ihre Berufslaufbahn als globale Manager vor, sagt Auer-Rizzi. Das nächste CAT-Programm für 2009 ist bereits in Planung und wird voraussichtlich im Mai in Taiwan starten. am 16 CampusNews April 09

17 Lehre & Studium Begabtenförderung für den Forschungsnachwuchs Die JKU, Borealis und das regionale Netzwerk der Naturwissenschaften (AHS und berufsbildende mittlere und höhere Schulen) haben ein Förderprogramm für die junge Elite ins Leben gerufen. Dieses Programm richtet sich an begabte SchülerInnen aus der Sekundarstufe, die im Besonderen Interesse am neuen Kunststofftechnikstudium zeigen. Teilnahmeberechtigt sind SchülerInnen ab der 11. Schulstufe (7. Klasse) mit besonderem Interesse und Fähigkeiten im Bereich Chemie. Dieses Vorstudium wird während des laufenden Schuljahres absolviert und dauert vier Semester. Abwechselnd finden wöchentlich an der JKU Theorievorlesungen (Polymerchemie, Analytische Chemie, Organische Chemie, Thermodynamik, Kinetik, etc.) und praktische Laborübungen statt. Während der Sommerferien können die TeilnehmerInnen bei Borealis ein vier- bis sechswöchiges Praktikum absolvieren. Ziel ist, die Jugend so früh als möglich für die naturwissenschaftlichen Studien, insbesondere für Kunststofftechnik und Chemie zu begeistern und vorzubereiten. Nach einer kommissionellen Abschlussprüfung und einer Zertifikatsüberreichung kann diese Ausbildung im Rahmen einer Fachbereichsarbeit zur Matura angerechnet werden. Rund 20 SchülerInnen sind an diesem Programm beteiligt: Im Zuge des Förderprogramms an der JKU dachte ich mir am Anfang,Polymere oh Gott, klingt das schwierig. Doch jetzt nach den ersten Unterrichtsstunden habe ich einen,angstfreien Zugang zum Thema Polymere, denn über die Begabtenförderung lerne ich verschiedene Anwendungsgebiete kennen, sagt der 17 jährige Schüler Bernhard W. vom Khevenhüller Gymnasium Linz. am Neue ProfessorInnen Univ.Prof. Dr. Zoltan Major ist seit 1. Jänner 2009 Leiter des neuen Instituts für Polymer Product Engineering. Als studierter Maschinenbauingenieur war er 14 Jahre an der Montanuniversität Leoben in verschiedenen Bereichen der Kunststofftechnik tätig und promovierte auch in diesem Fachgebiet. Seit 2008 ist Major Key Researcher am Polymer Competence Center Leoben GmbH. Seine Fachgebiete sind: Werkstoff- und Bauteilprüfung mit dynamischer Belastung, Bestimmung von Werkstoffmodellen für Polymerwerkstoffe, Charakterisierung und Modellierung des Deformations- und Versagensverhaltens von Kunst- und Verbundwerkstoffen. Seit 1. Jänner 2009 ist Univ. Prof. Mag. Dr. Tina Ehrke-Rabel am Institut für Finanz-, Steuerrecht und Steuerpolitik beschäftigt. Sie war jahrelang Assistentin am Institut für Finanzrecht an der Universität Graz und zuletzt als Leiterin des Tax Centers bei BDO, einer Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Graz, tätig. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich des österreichischen, europäischen und internationalen Unternehmenssteuerrechts. Univ.Prof. DDr. Georg Kofler, LL.M. (NYU) ist seit 2. Jänner 2009 am Institut für Finanzrecht, Steuerrecht und Steuerpolitik an der JKU beschäftigt. Weiters ist er auch noch Mitarbeiter in der Abteilung für Internationales Steuerrecht im Finanzministerium. Von 2006 bis 2008 war er Assistenzprofessor an der New York University School of Law. Seine Forschungsschwerpunkte liegen u.a. in den Bereichen Unternehmensbesteuerung, Internationales Steuerrecht und Europäisches Steuerrecht. am CampusNews April 09 17

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19 Zentrale Dienste Service is our success Im Jänner 2008 wurde in den Lehr- und Studienservices der Zentralen Dienste unter der Abteilungsleitung von Mag. Kurt Rosivatz das Studierendeninfo- und -beratungsservice auf Basis des bestehenden KUSSS Supports eingerichtet. Zeitgleich wurde auch das Qualitätsmanagement Lehre als neuer Bereich des Lehr- und Studienmanagements unter der Leitung von Mag. Andrea Bauernberger-Kiesl gegründet. Über die Entwicklung wird jetzt Bilanz gezogen. Erste Schritte zur Entwicklung der Qualitätssicherung im Bereich Lehre wurden in den letzten Jahren bereits gesetzt, beispielsweise hat sich die Möglichkeit der Evaluierung von Lehrveranstaltungen durch die Studierenden oder auch die Einführung eines Reklamationsmanagements nach Zuteilung der Lehrveranstaltungsplätze bereits bewährt. Diese sollen nun in das Qualitätsmanagement Lehre integriert und zentral koordiniert werden. Zentrale Aufgaben des Qualitätsmanagements sind darüber hinaus die Prozess- und Angebotsoptimierung der Lehre (z. B. Entwicklung von Mustercurricula, präzise Bedarfsabstimmung), die Akkreditierung einzelner Studienrichtungen, sowie die Verbesserung der Qualität im gesamten Lehrbereich und einzelner Serviceleistungen für Studierende. Ziel ist es, ein umfassendes und integratives Qualitätsmanagement in der Lehre zu etablieren, um die Qualität des Lehrbetriebs der JKU auf hohem Niveau zu sichern, sagt Bauernberger-Kiesl. Ziel des Studierendeninfo- und -beratungsservice ist, eine erste Anlaufstelle für Studierende und Studieninteressierte zu sein, um bei der Universitätswahl, Studienwahl und bei der Studieneingangsphase eine Unterstützung durch eine zuverlässige, schnelle und freundliche Beratung zu sein. Dadurch soll ein reibungsloser Studienablauf, hohe KundInnenzufriedenheit, Qualität durch autorisierte Information und ein positiver Beitrag zur Außenwirkung der Universität geschaffen werden, so Rosivatz. Die Anfragen reichen vom Studienangebot und den notwendigen Formalitäten über die Nutzung von KUSSS bis hin zur Lage von Seminarräumen und der Suche nach Kinder-Horten. Dieses Service findet zunehmend großen Anklang. Allein im Februar 2009 konnte eine Vielzahl von persönlichen und Anfragen sowie über 1000 Telefonate zur Zufriedenheit aller erledigt werden, betont Rosivatz. Durch die Einrichtung des gemeinsamen Beratungscenters der ÖH und der JKU im Hörsaaltrakt wurde das Service durch die zentrale Lage noch verbessert. am Das Team des Lehr- und Studienmanagements (v.l.): Abteilungsleiterin Mag. Andrea Bauernberger-Kiesl, Bereichsleiterin Mag. Johanna Pfeiffer, Mag. Gerhard Mühlbacher, Mag. Helga Kranewitter Das Team des Studierendeninfo- und -beratungsservice (v.l.): Cornelia Osterberger, Bereichsleiter Peter Brandstetter, Abteilungsleiter Mag. Kurt Rosivatz, Thomas Malzner, Kirsten Hirsch CampusNews April 09 19

20 Zukunft beginnt in Oberösterreich! Wussten Sie, dass Oberösterreich mit vier Universitäten und vier Fachhochschulen seinen Studentinnen und Studenten große Chancen für die Zukunft eröffnet? Keine Studiengebühren an OÖ Fachhochschulen Neubau der Anton Bruckner Privatuniversität Ausbau der Technisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Johannes-Kepler Universität Linz durch verstärkte Kooperation Wirtschaft und Uni 15,6 Millionen Euro für mehr Heimplätze für unsere Studentinnen und Studenten EU-weite Austauschprogramme für mehr Berufschancen Internationale Vernetzung der Bildungs- und Forschungseinrichtungen LAND OBERÖSTERREICH

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