P. b. b. Verlagspostamt 2340 Mödling, Zul.-Nr. GZ 02Z M, Postnummer: 8

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1 P. b. b. Verlagspostamt 2340 Mödling, Zul.-Nr. GZ 02Z M, Postnummer: 8 Unabhängig Objektiv Kritisch Informativ Nr. 8 / August 2012

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3 Inhalt Editorial Starke Worte Umsturz, Putschisten, Königsmörder. Wer bei derartig drastischen Vokabeln an blutige Revolutionen mit unzähligen Toten denkt, liegt falsch. In Wahrheit bezeichnet diese maßlose Rhetorik lediglich den ebenso demokratischen wie von den Vereinsstatuten legitimierten Versuch, auf dem Abstimmungsweg einen Führungswechsel herbeizuführen. Es geht wie sollte es angesichts des Trubels der vergangenen Wochen auch anders sein um die Wohlfahrtseinrichtung der Trafikanten. Einen privaten Verein, dessen Vorstand mit simplem Mehrheitsbeschluss gewählt und ebenso einfach abgewählt wird. Man mag zu den trockenen Fakten die angesichts eines wie Schnee in der Sonne schwindenden Restkapitals schlimm genug sind stehen, wie man will. Aufschlussreich ist aber die Art und Weise, wie mit diesen Fakten und den darob Unzufriedenen umgegangen wird. Dabei drängt sich der Verdacht auf, dass hier nicht über zahlende Mitglieder und gewählte Delegierte gesprochen, sondern über unzufriedenes Revoluzzer-Pack gerichtet wird, das aus unerfindlichen Gründen die Absolutheit von Lösungskompetenz wie Machtanspruch seines Sonnenkönigs (und seiner -königin) nicht anerkennt. Inzwischen mehren sich allerdings die Stimmen aus der Branche, welche das Doppelgestirn Trinkl/Karanz wenig schmeichelhaft mit dem russischen Präsidenten Putin vergleichen. Das Ping-Pong-Spiel aus Anschuldigungen und Gegendarstellungen ist jedenfalls längst zu einem öffentlich ausgetragenen Medienkrieg eskaliert, in dem alle Mittel recht sind und keine Gefangenen gemacht werden. Die Leidtragenden bei all dem sind die Trafikanten, deren Führung sich derzeit um sich selbst dreht und keine Kapazitäten für die Anliegen des Fußvolks frei hat. Und die Wohlfahrt mitsamt den dort Angestellten. Beruhigt sich die Lage nämlich nicht rasch, so benötigt die WE eher früher als später eine Wohlfahrtseinrichtung der Wohlfahrtseinrichtung der Trafikanten. Da darf man ja schon fast froh sein, dass das Damoklesschwert einer neuen EU-Tabakprodukterichtlinie noch immer über uns hängt und nicht schon herabgesaust ist. Zwar versuchen Kommentatoren wiederholt, Details zu plain packaging, display ban und anderen Einschränkungen aus dem Kaffeesatz zu lesen, die Spannung wird aber wohl bis zur Veröffentlichung des Kommissionsvorschlags erhalten bleiben. Dann wird es allerdings schnell gehen müssen, um die Politik an überschießenden Reglementierungen zu hindern. Wer zu diesem Zeitpunkt an der Spitze der WE steht, muss dann so egal sein wie der sprichwörtliche Reissack, der gerade in China umfällt. Konzentrieren wir uns also aufs Geschäft. Dieses könnte durch einige Neueinführungen im Zuge der Herbstmessen eine kleine Belebung erfahren. Speziell im Bereich der additivfreien Tabakprodukte sind die kleineren Anbieter rührig dabei, neue Produkte zu einem konkurrenzfähigen Preis auf den Markt zu bringen. Wenigstens etwas... MATTHIAS HAUPTMANN INTERVIEW Der Putsch in der WE hat uns völlig überrascht, meinen die Kommerzialräte Peter Trinkl und Gabriele Karanz 4 7 CIMA ist unser bestes Werk im Konzern, freut sich Geschäftsführer Christian Hinz über einen ungebrochenen Aufwärtstrend 8 11 IM BLICKPUNKT Peter Hauer kommentiert den ihm vorliegenden Vertrag zwischen On Market Service und der Wohlfahrt Machtkampf in der WE welche Änderungen die Landesversammlung NÖ gebracht hat. Und was die Betroffenen zu sagen haben 26 PFEIFEN & CIGARREN Journal Habanos in Österreich Peter Hauer im Gespräch mit 5 th -Avenue-Marketingleiter Christoph Puszkar 17 Messenews Cigarren 23 MARKT Messevorschau Impressum 38 3

4 interview Der Putsch hat uns völlig überrascht Am Freitag, dem 13. Juli, trat der Onlineartikel eines ehemaligen Filterlos -Autors über die Wohl fahrtseinrichtung der Trafikanten eine Lawine von Kettenmails, Beschuldigungen und Gegendarstellungen los. Seither sind die Rechtsanwälte von Autor und Betroffenen gut beschäftigt, das WE-Führungsduo Trinkl und Karanz hat mit einer vierseitigen Extrazeitung auf eigene Kosten gedruckt und über die Valora verteilt geantwortet. Wir haben die Kommerzialräte an der Spitze von Trafikanten und WE zum Gespräch gebeten. (mh) Auf einer Internetplattform war zu lesen, dass es beim außerordentlichen Delegiertentag der Wohlfahrtseinrichtung der Trafikanten am 12. Juli zu einer De-facto-Abwahl des Vorstands gekommen sei. Trinkl: Das ist nicht richtig. Die ganze Diskussion fing erst mit dem Tagesordnungspunkt Entlastung des Vorstands an, weil 2012 noch offen ist und die Budgets für 2013/14 noch nicht von den Wirtschaftsprüfern begutachtet worden sind. Bis dahin hat nichts auf den Putsch hingedeutet. Karanz: Dann wurde außerhalb der Tagesordnung von der Tiroler Obfrau Riccabona ein Antrag auf Einberufung eines außerordentlichen Delegiertentages mit den Tagesordnungspunkten Abwahl von Obmann und Obmannstellvertreter, Neuwahl und Festsetzung der Aufwandsentschädigung eingebracht. Trinkl: Von mir kam dann der Vorschlag, die Entlastung des Vorstands sowie die noch nicht behandelten Tagesordnungspunkte beim ordentlichen Delegiertentag zu behandeln. Dieser Vorschlag wurde angenommen. Es ist sehr wohl ein Unterschied, ob ein Vorstand nicht entlastet oder die Entscheidung darüber vertagt wird! Was sagen Sie zum Vorwurf, Michael Dorfinger hätte als nicht ausreichend qualifizierter Karanz-Sohn von der WE ein Gehalt von Euro und ein Dienstauto erhalten und würde nach Unstimmigkeiten in der WE nun als freier Kreativer mit fraglichen Gegenleistungen weiter hoch bezahlt? Trinkl: Diese Sache hat eine Geschichte. Wir haben schon 2009, also am Beginn der Schwierigkeiten, die Mitglieder gewarnt, dass es so nicht weitergehen kann. Als Resultat eines Brainstormings von rund 30 Leuten wurden ein altmodischer Auftritt, inaktuelle Waren gruppen, das Fehlen eines einheitlichen Erscheinungsbildes sowie eines Leitbildes festgestellt und beschlossen, dafür einen neuen Mitarbeiter anzustellen. Der Sohn von Frau Karanz hatte zu dem Zeitpunkt ein Diplomstudium für Kommunikationsmanagement abgeschlossen, verfügte schon über berufliche Erfahrungen und war interessiert. Vor der Anstellung unterbreitete er Vorschläge und Logoentwürfe, deren zweiter vom erweiterten Vorstand einstimmig angenommen wurde. Zu seinen Aufgaben gehörte die Vereinheitlichung des WE-Auftrittes, aber ebenso die Betreuung von Veranstaltungen, auch in den Bundesländern, das Filterlos, die Trafikakademie, Karanz: Nach ungefähr eineinhalb Jahren gab es interne Schwierigkeiten innerhalb des Personals, weshalb Michael Dorfinger von sich aus vorschlug, in die Selbstständigkeit zu gehen. Auch dieser Vorschlag wurde einstimmig angenommen. Die kolportierten Zahlen sind schlichtweg falsch die Wirtschaftsprüfer haben die Verhältnismäßigkeit der Bezahlung ja auch bestätigt: Ein Stundensatz von 37,50 Euro hält jedem Branchenvergleich stand. Trinkl: Die Verträge mit Michael Dorfinger wurden von uns schon VOR dem Delegiertentag per Einschreiben gekündigt. Als geplante Einsparung im Zuge der Sanierung der WE. 4

5 interview Was ist an dem Vorwurf dran, der Start der OMS wäre durch ein WE-Darlehen in Höhe von Euro finanziert worden? Trinkl: Es wurde von der WE kein Kredit vergeben wurden einige Projekte mitfinanziert, das Geld ist aber samt Zinsen vollständig an die WE zurückgeflossen. Und die steckengebliebene Branchenkampagne Österreicher machen das, für welche die teure Agentur Rosam beauftragt wurde? Durch hohe Kosten und den teilweisen Ausfall der Gegenfinanzierung durch die Industrie soll die WE auf Ausständen von rund Euro sitzen geblieben sein, die von Rosam jetzt eingeklagt würden. Die gar nicht zum Zug gekommene Agentur Headquarter soll gar Euro einklagen. Wie kommentieren Sie diesen Fall? Trinkl: Der Zahlungsstopp der Zigarettenindustrie an die WE stimmt. Über die offenen Euro wird mit Rosam verhandelt, von einer Klage kann nicht die Rede sein. Die nicht zum Zug gekommene Agentur Headquarter hat spät, aber doch, eine Rechnung in Höhe von Euro gestellt. Beide Beträge wurden deshalb vorsorglich als Rückstellung in der Bilanz 2011 ausgewiesen. Was ist mit der kolportierten 2-Millionen-Leihe von tobaccoland an die WE, die nicht zurückgezahlt werden kann? Nutznießer dieses Vorgehens waren und die Rauchringe mit Zuschuss der WE bezogen haben, wodurch sich das Minus der WE natürlich vergrößert hat. Es hat sich aber nie ein Funktionär aus der WE selbst bedient, wie immer wieder behauptet wird. Wie sieht es für das Jahr 2012 und die Folgejahre 2013/14 aus? Trinkl: Das ursprüngliche Budget 2012 hat einen Gewinn von viertausend Euro vorgesehen. Mit Stand 30. Juni 2012 muss auf Basis von Trends und Annahmen von einem Minus in Höhe von Euro ausgegangen werden. Persönlich denke ich aber, dass wir schon das laufende Jahr mit einer schwarzen Null abschließen können. Die Budgets der Folgejahre 2013/14 wurden noch nicht vom Wirtschaftsprüfer untersucht, hier sollten sich aber die bereits vor dem Delegiertentag gemachten Weichenstellungen eindeutig positiv auswirken. In welche Richtungen wurden die Weichen denn gestellt? Wie sieht das im Detail aus? Trinkl: Wir haben uns sehr genau angeschaut, wo Einsparungspotenzial liegt. Im Zuge der Sanierungsüberlegungen haben wir uns im Frühjahr 2012 jeden einzelnen Posten mit der Grundfrage Haben wir das Geld dafür? vorgenommen. Trinkl: Kreditgeber ist erstens einmal JTI/Austria Tabak und nicht tobaccoland. Die Gelder sind als zinsenfreie Kredite für Trafikeinrichtungen an die Trafikanten geflossen und werden nach Ablauf der Frist an den Geldgeber zurückfließen. Ich habe mich zu lange auf führende Angestellte verlassen. Warum sieht die WE-Bilanz 2011 denn derart tiefrot aus? Trinkl: Ich habe den Fehler gemacht, mich zu lange auf führende Angestellte zu verlassen. Beim Aufräumen wurden dann die Leichen im Keller gefunden und nun im Auftrag des Delegiertentages radikale Wertberichtigungen gemacht und für wirklich alle Eventualitäten unter Annahme des jeweils schlimmsten Falles Rückstellungen gebildet: langfristige Fehlkalkulationen, offene Rechnungen, laufende Verfahren all dies ist berücksichtigt. Die Wirtschaftsprüfer haben uns im Zusammenhang mit der Bilanz 2011 ja auch bestätigt, dass der Vorstand durchwegs statutenkonform gehandelt hat. Karanz: Beispielsweise ist uns durch die Nichtberücksichtigung der Versandkosten für Rauchringe ein Schaden von rund Euro entstanden. Der damit befasste und mittlerweile fristlos entlassene Mitarbeiter hat die Preise nicht erhöht, sondern die Kosten einfach dem Verein zugeschlagen. De facto bedeutet das, dass die Trafikanten KR Trinkl: Für die WE rechne ich 2012 mit einer schwarzen Null 5

6 interview Karanz: Auch im Großhandel ändert sich einiges. Dieser war und ist defizitär. Wobei wir da gleich mehrere Probleme haben: Kleine Mengen im Einkauf resultieren in höheren Preisen, wir haben keinen Außendienst, weil das für die WE zu teuer wäre, und bekommen die Bestellungen ausschließlich per Fax. Deshalb haben wir das Warenspektrum bereinigt, und zwar schon VOR dem Delegiertentag. Persönlich tut mir das leid, weil ich für meine Trafik eigentlich immer bei der WE eingekauft habe selbstverständlich zum Listenpreis. Der Großhandel der WE wird den Trafikanten das bieten, was sie von anderen Großhändlern nicht bekommen. Trinkl: In Zukunft bietet der Großhandel der WE den Trafikanten das, was sie von anderen Großhändlern nicht bekommen: den Rauchring, Dienstbekleidung für Mitarbeiter, ergometrische Matten und Sitzhilfen, Geldzählmaschinen, Ständer, Material für die Preisauszeichnung und das Formularwesen, Lottohüllen oder zum Beispiel Tragtaschen. In diesem reduzierten Ausmaß werden wir den Großhandel weiterführen, der in den Budgets 2012/13 ja auch noch enthalten ist. Heuer wirken die Kosten noch fort, ab dem kommenden Jahr greift dann das Sanierungskonzept. KR Karanz: Es sind uns gerade die Menschen, die wir langfristig als unsere Nachfolger aufgebaut haben, in den Rücken gefallen. Dabei wollen wir die WE gemeinsam wieder auf gesunde Beine stellen und in gutem Zustand übergeben. Die Frage ist jetzt nur, an wen die Putschisten haben sich ja wohl disqualifiziert Ein basisdemokratischer Bundesobmann bringt nix weiter. Glauben Sie, dass der Putschversuch in der WE auch eine Frage Ihres von vielen Seiten als autoritär bezeichneten Führungsstils als Bundesobmann der Trafikanten ist? Viele Mitglieder beklagen sich, dass vor Verhandlungen kein Feedback der Trafikanten eingeholt wird. So ganz nach dem Motto Der Trinkl weiß schon, was gut für euch ist. Trinkl: Mir ist ganz klar, dass viele Leute mit meinem Führungsstil keine Freude haben. Das Problem ist nur: Ein basisdemokratischer Bundesobmann bringt keine Ergebnisse nach Hause. Themen wie die verschiedenen Steuermodelle, die Formel für Auszahlungen aus dem Solifonds etc. sind derart komplex, dass man sich den Mund fusselig reden könnte, um das den Mitgliedern zu erklären. Und vier von fünf hätten es danach trotzdem nicht verstanden oder in wichtigen Aspekten missverstanden. Dazu kommt, dass ja auch die Trafikanten unterschiedliche Wünsche haben: In grenznahen Regionen von Niederösterreich, Oberösterreich, dem Burgenland, der Steiermark und Kärnten wollen sie Geld aus einem gut gefüllten Solifonds, woanders, wo die Geschäfte besser laufen, lieber eine höhere Spanne, weil sie aus dem Solifonds ohnehin nicht viel bekämen. Allein aus diesem Grund schon kann man es auch nie allen recht machen. Durch Ihr Beharren auf der Doppelfunktion Bundesobmann der Trafikanten und der WE hat man offenbar die WE als geeigneten Hebel gesehen, Sie aus beiden Funktionen zu entfernen. Warum ist Ihnen diese Doppelfunktion so wichtig? Trinkl: Das ist einfach erklärt: Wenn man mit der Politik zu tun hat, ist es immer wichtig, möglichst viele Menschen zu vertreten. Die Trafikanten sind schon rund Menschen, dazu kommen Ehegatten, Kinder und Angestellte. So habe ich als Gesprächspartner der Politik Mandatsstärke. Bin ich dann auch noch Obmann eines Vereins mit rund Mitgliedern, so verbessert das meine Verhandlungsposition weiter. Ich sage ja nicht dazu, dass sich diese beiden Gruppen personell weitestgehend decken Insofern ist die laufende Schmutzkübelkampagne natürlich kontraproduktiv, weil sie meine Position gegenüber den verschiedenen Verhandlungspartnern nicht gerade stärkt. Wir wollen unsere Ämter 2015 geordnet übergeben. Eine Frage ist recht häufig zu hören: Wann treten Sie zurück? Trinkl: Sowohl ich als auch die Frau Karanz müssen laut Gesetz mit 2015 unsere Ämter zurücklegen. Wir hatten das immer als geord- Fotos: mh 6

7 Trafikanten 08_2012_Layout :03 Seite 1 interview nete Übergabe geplant, im Zuge derer die Nachfolger aufgebaut, in die Materie eingearbeitet und den Ansprechpartnern in Politik und Wirtschaft vorgestellt werden sollten. Ich habe ja selbst eine Trafik, die ich mit gutem Gefühl und unter bestmöglichen Voraussetzungen an meine Tochter übergeben möchte. Dass uns gerade unsere geplanten Nachfolger im Bundesgremium nun in den Rücken fallen, weil ihnen die Übergabe offenbar zu lange dauert, schafft aber auch das Problem, dass wir uns nun erneut auf die Suche nach geeigneten Kandidaten machen müssen ist bald, wir müssen uns also beeilen. LOOK D A S A U T O M A T E N S Y S T E M D E R Z U K U N F T Wie geht es Ihnen persönlich? Kam der Trubel rund um die Wohlfahrt unerwartet? Welche Auswirkungen hat der Putsch(versuch)? Karanz: Der Putsch kam aus dem inneren Kreis und hat uns völlig überrascht. Wenn man so lange für eine Berufsgruppe sein Bestes gibt, trifft einen so was natürlich auch persönlich. Das tut richtig weh. Trinkl: Wir erhalten aber auch viele Anrufe von Trafikanten, die uns den Rücken stärken, und viele Angebote, uns zu unterstützen. Ein Gutes hat der Putsch: Ich weiß jetzt, wer für mich ist die Masse hat ein Gesicht bekommen. Die Mehrzahl der Trafikanten ist vom Wert meiner Arbeit überzeugt, und das ist gruppendynamisch sehr positiv. Karanz (reicht ihr Handy mit einer eben erhaltenen Wir stehen zu euch! -SMS über den Tisch): Schauen Sie, solche SMS und Mails bekommen wir laufend. Teilweise von Menschen, die wir gar nicht so gut kennen. Es stößt vielen Trafikanten auf, wie hier vorgegangen wird. Und das hilft natürlich dabei, voll motiviert weiterzumachen. geringe Fixkosten 4, /Tag (Automatensystem, Kundendienst, Versicherung) Top Service österreichweit Infos unter KR Trinkl: Ich weiß aus jahrelanger Erfahrung sehr gut, wie sich Änderungen bei Gesetzen und Rahmenbedingungen auswirken. Eine Unbekannte bleibt bei all dem aber immer: der Konsument SALZBURG WIEN G O L L I N G 7 4 T E L F A X W I E N F E R N K O R N G A S S E 8 3 T E L

8 interview Made in Austria Nach dem Schließen des Zigarettenwerks in Hainburg wird von der Tabakindustrie kaum noch in Österreich produziert. Neben Tann-Papier ist das Cima-Werk in Oberösterreich eine letzte Bastion. Cima geht es dafür gleich so gut, dass man in den vergangenen 1,5 Jahren die Belegschaft um mehr als die Hälfte aufgestockt hat. Wir hatten die Gelegenheit für einen Werksbesuch und ein ausführliches Interview mit dem Geschäftsführer Christian Hinz. Das Gespräch führte Matthias Hauptmann. Auf der Fahrt zum Cima-Werk habe ich mich schon ein wenig gewundert, dass dieses in einem kleinen Ort im Mühlviertel liegt weitab von anderen Industrien und der üblichen Infrastruktur. Wie sind Sie denn aus Konzernsicht mit dem Standort zufrieden? Eines möchte ich gleich einmal vorausschicken: Cima ist unser bestes Werk! Bei Qualität, technischen Fähigkeiten sowie Motivation der Mitarbeiter, dem tollen Entwicklungspotenzial, dem hochkarätigen Maschinenpark und der allgemeinen Sauberkeit des Werkes liegen wir hier ganz vorne. Wir haben zum Beispiel für die Magnetbüchel die Produktionsmaschine selbst entwickelt, da steckt auch viel Knowhow der Cima-Techniker drin. Zudem hat Cima in den vergangenen eineinhalb Jahren ein starkes Wachstum von 85 auf 130 Mitarbeiter hingelegt und produziert mittlerweile im 3-Schicht-Betrieb. Oberösterreich hat sich über die Jahre als Superstandort erwiesen: Die Entfernung von Linz ist nicht so schlimm, dafür haben wir den Vorteil, im ländlichen Gebiet einer von wenigen großen Arbeitgebern zu sein. Unsere Mitarbeiter zeichnen sich vielleicht auch deshalb durch eine hohe Firmentreue aus. Ganz allgemein finden wir hier in Österreich eine hohe Qualifikation vor, die wir im Betrieb noch weiter fördern: Jeder Mitarbeiter rotiert durch die Produktion, weshalb jeder mit jeder Maschine umgehen kann. So wird nicht nur Langeweile vermieden, es hilft auch beim Vermeiden von personellen Engpässen. Wir wissen unsere Mitarbeiter aber auch zu schätzen, wie man am Aufenthalts- und Erholungsbereich auf dem Werksdach vielleicht sieht. Bei all diesen Faktoren wundert es mich eigentlich, dass in Österreich keine Fabrikszigaretten mehr produziert werden das Land hätte bessere Grundvoraussetzungen als Deutschland, wo hingegen wirklich große Werke stehen. Wie darf man sich ein Netzwerk aus Werken in Deutschland, dem französischen Elsass und Oberösterreich vorstellen?wie kann das überhaupt funktionieren? Geschäftsführer Christian Hinz: Beim Standort im Mühlviertel überwiegen die Vorteile bei Weitem! Das Cima-Werk ist für unsere Produktentwicklung sehr wichtig die gut ausgebildeten Mitarbeiter sind unser größtes Potenzial Da ist natürlich eine ausgeklügelte Logistik gefragt. Die Gizeh-Zentrale in Deutschland hat ein Lager mit internen Palettenplätzen, in ausgelagerten Bereichen sogar und ist damit die Drehscheibe zwischen dem Cima- und dem Alpaci-Werk, das sich mit Filtern und Filterhülsen beschäftigt. Dazu kommt eine eigene Druckerei am deutschen Standort. Unsere Lkws fahren immer voll: Mit bedrucktem Produktionsmaterial wie Schachteln und Bücheln nach Österreich und zurück mit fertigen Produkten; im Fall von Cima also Drehpapiere und Filterhülsen. Bei den Filterhülsen fahren wir halt viel Volumen mit wenig Gewicht, weil hauptsächlich Luft transportiert wird, bei Produktionsmaterial und fertigen Papers sieht die Sache anders aus, da kommt rasch echtes Gewicht zusammen. 8

9 interview Wie sind Sie mit der Entwicklung der vergangenen Jahre zufrieden? Sehr. Gizeh ist inzwischen das letzte konzernunabhängige Unternehmen unserer Branche. Und so seltsam das klingen mag die Wirtschafts- und Währungskrise hat uns dabei geholfen, neue Märkte wie Spanien zu entwickeln. Wir haben die Vertriebsanstrengungen erhöht und frühere weiße Flecken auf der Vertriebslandkarte belegt. Mittlerweile exportieren wir unsere Produkte in 74 Länder auf der ganzen Welt, kämpfen aber in Märkten wie Südamerika mit hohen Einfuhrzöllen, welche die dortigen Platzhirsche schützen. Spüren Sie das Wachstum der RYO- und MYO-Märkte bei Ihren Umsätzen? Wachsen Ihre Umsätze gar stärker als diese Märkte? Das Anziehen der Feinschnittverkäufe spüren wir definitiv und können mit unserem Wachstum sehr zufrieden sein; es liegt deutlich über der Quote des Tabaks. Wobei die Märkte recht uneinheitlich recht weit von unseren Kernkompetenzen entfernt. Mit dem umschaltbaren Marie Vario -Stopfer für Filterhülsen mit 15- oder 25- mm-filter haben wir dazu ein universelles Gerät im Programm, das sogar der Hülsenmitbewerb zum Stopfen empfiehlt. Die Marie-Extrahülsen also mit längerem Filter passen perfekt in die heutige Zeit. Wie wurden die Extra-Hülsen mit dem längeren Filter denn vom Markt aufgenommen? Sie passen perfekt in die heutige Zeit. Durch den längeren Filter ist weniger Tabak erforderlich, um eine fertige Zigarette zu stopfen. Viele Raucher kombinieren die Extrastopfhülsen dann auch noch mit Volumentabak, der sich ja derzeit sehr stark entwickelt. Ein erstaunlich großes und gut sortiertes Lager von Rohmaterialien wie bedruckten Verpackungen, Acetatfiltern und Papieren ist einer der Schlüssel zu einem umfangreichen Lieferprogramm. Drehpapiere und Hülsen aus dem Cima-Werk werden in 74 Länder exportiert sind: Während in Mitteleuropa MYO das beherrschende Thema ist auch durch Faktoren wie den Volumentabak hält weltweit gesehen RYO die Führerschaft. In beiden Fällen ist das aber sehr stark ein Markengeschäft, das durch die gute Marge auch dem Handel Vorteile bringt. Und es freut uns natürlich, wenn Produktinnovationen wie das Magnet-Doppelbüchel vom Markt so gut angenommen werden. Abgesehen von Papers und Stopfhülsen haben Sie ja auch die Wuzelmaschine Duo Roller und eine Vielzahl von Stopfmaschinen im Programm. Werden diese auch von Ihnen produziert? Die Stopfgeräte lassen wir in Deutschland exklusiv nach unseren Entwürfen produzieren eine eigene Spritzgussfertigung wäre doch Läge es da nicht nahe, auch ins Tabakgeschäft einzusteigen? Diese Frage wird immer wieder gestellt. Wir haben uns aber ganz bewusst dazu entschieden, keinen Tabak anzubieten. Und dabei bleiben wir auch. Wie sehen Sie die immer wiederkehrende Diskussion um die Gleichbesteuerung von Feinschnitt und Fabrikszigaretten? Sind Sie politisch aktiv, um eine derartige Angleichung zu verhindern? Unsere Produkte haben mit dem Feinschnitt eine wechselseitige Abhängigkeit. Aussagen wie von Bundesgremialobmann Trinkl irritieren mich, weil sie den Wert der Zubehörprodukte für die Trafikanten 9

10 interview Der gut ausgestattete und luftige Pausenraum auf dem Werksdach ist ein Dankeschön an eine motivierte Belegschaft. Sogar ein Ruheraum für Schwangere ist vorhanden stark unterschätzen. Unsere Produkte bringen den Trafikanten eine sehr schöne Marge! Darüber hinaus erfüllen sie eine wichtige Pufferfunktion im Hinblick auf nicht in Österreich versteuerten Zigaretten, z.b. Schmuggelware. Selbstgedrehte und Selbstgestopfte sind die legale Alternative für Konsumenten, die sich Fertigzigaretten nicht leisten können oder wollen. Grundsätzlich beobachten wir natürlich die aktuelle Entwicklung und kommunizieren laufend mit den Verbänden wie VDR (Verband der Rauchtabakindustrie) und VZI (Verband der Zigarettenpapier verarbeitenden Industrie) in Deutschland sowie ihren europäischen Pendants ESTA (European Smoking Tobacco Association) und ERPA (European Rolling Paper Association). Gerade in der Diskussion um die Gleichbesteuerung halte ich die gerne von den Tabakherstellern kolportierten und meist unrealistischen, weil unter Laborbedingungen erhobenen, Stückzahlangaben für nicht hilfreich. Ist der österreichische Markt mit Deutschland zu vergleichen? Oder gibt es bei uns regionale Besonderheiten wie z. B. mehr Wuzler im Verhältnis zu den Stopfern? Fragen die Leute unterschiedliche Produkte stärker nach? Den größten Unterschied stellt sicher dar, dass wir es in Österreich mit einem lizensierten System, dem Tabakmonopol, zu tun haben. Das beeinflusst den Vertrieb doch stark. Positiv ist, dass die Zahl der Trafiken bekannt ist. Neueinführungen sind trotzdem schwer, weil bei neuen Produkten nur Sichtbarkeit zählt. Die Realität ist aber in vielen Fällen, dass Wuzelpapiere aus der Schublade heraus verkauft werden. Dort, wo die Trafikanten unsere Displays aufgestellt haben oder aktiv die Neuheiten vorstellen, entwickeln sich neue Produkte auch gleich viel rascher. Aufseiten der Endverbraucher ist der Anteil von Kingsize-Papieren im Vergleich zu Deutschland höher, die Hülsennachfrage aber noch nicht so stark entwickelt. Da haben wir noch Potenzial. Fotos: Cima (1), mh Eine von mehreren Gummierungsstraßen in der Produktionshalle Made in Austria schafft Sympathien bei Trafikanten wie Rauchern... Wie hat unser Markt auf die Einführung der Fine- und Ultrafine- Papers reagiert? Ich bin damals selbst auf Marie-Ultrafine umgestiegen 10

11 interview aber nichts ändern. In Deutschland zum Beispiel haben wir eine 30 Köpfe zählende Außendienstmannschaft, die dadurch mit höheren Besuchsfrequenzen arbeiten kann. Marie-Ultrafine im Magnetbüchel - nun auch in Kingsize zu haben Die dünneren Papiere die durch ihre besonders feine Beschaffenheit hohe Anforderungen an die Produktion stellen haben eine sehr schöne Entwicklung hingelegt. Wir haben damit eine wichtige Lücke in unserem Portfolio geschlossen und neue Verwender erreicht. Anfangs gab es aufseiten des Großhandels große Skepsis, weil in Österreich wie Deutschland traditionell Standardpapier gefragt ist. In Frankreich zum Beispiel stellen die dünnen Papiere einen Anteil von fast 99 Prozent. Inzwischen hat man aber die Vorteile erkannt, und die konstanten Nachbestellungen auf hohem Niveau beweisen, dass der Schritt richtig war. Wobei es ein starkes Stadt/Land-Gefälle gibt die Zielgruppe in der Stadt ist deutlich größer. Wir haben aber auch das Problem, derzeit in Österreich noch mit einem 2-Mann-Außendienst unterwegs zu sein, da muss sich der Vertrieb selbstverständlich auf die stärkeren Standorte konzentrieren. Wir möchten aber den Österreich-Außendienst in Zukunft im Hinblick auf verbesserte Distribution ausbauen; am Vertrieb über den Großhandel wollen wir Wie ist das Feedback aus der heimischen Trafikantenschaft? Was wird an den Cima-Produkten besonders geschätzt? Die Rückmeldungen von der Verkaufsfront waren und sind durchwegs sehr gut. Sympathien bekommen unsere Produkte speziell dann, wenn die Menschen hören, dass es sich bei Marie um eine in Österreich hergestellte Marke handelt die Verbindung von Cima und Marie musste in den Köpfen der Leute erst hergestellt werden. Die Trafikanten haben aber rasch erkannt, dass bei uns die Marge passt, die Qualität gut ist und wir in den seltenen Reklamationsfällen kulant und großzügig sind. Was natürlich auch eine große Rolle spielt, ist die 100%ige Verfügbarkeit aller Produkte. Beim Rundgang durch das Werk habe ich viele Produkte gesehen, die in Österreich produziert, aber nur im Ausland vertrieben werden. Kommen einige dieser Linien auch auf unseren Markt? Eine derartige Ausweitung ist geplant lassen Sie sich auf der Creativ -Messe in Salzburg überraschen! LAN-MAYA_Anz_185x125mm_RZ-ZW.indd :22 11

12 IM BLICKPUNKT Doch ein schiefes Licht! In ein schiefes Licht gerückt sah Bundesgremialobmann KR Peter Trinkl (Bundesgremial- und Wohlfahrtseinrichtung-Obmann) seine Arbeit durch den Hütchen-Wechsel- Spiel -Kommentar in der April-Ausgabe der Österreichischen Trafikantenzeitung. Er reagierte prompt und tat in einer Zuschrift, der wir in der Mai-Nummer unseres Fachmagazins Platz gaben, den Vorwurf des Verlusts der Neutralitätsbalance aufgrund der nicht nur räumlichen Nähe zum ON MARKET-Service, das die Marketing- und Merchandisingaktivitäten für Philip Morris (PM) in Österreich besorgt, als nur eine von vielen Kooperationen ab, welche die Wohlfahrtseinrichtung unterhält. Ob wohl alle diese eine Niederschrift auf 5-DIN-A4-Seiten erfahren, wie jene 2009 getroffene Vereinbarung zwischen der ON MARKET-Service GmbH und der Wohlfahrtseinrichtung (WE) der Tabaktrafikanten Österreichs, bleibt dahingestellt. Aber schließlich geht es in diesem speziellen Fall auch um Geld um viel Geld! Und es geht um noch mehr, was vor allem Datenschützer und Wettbewerbshüter interessieren könnte. Das Interesse beider Gruppen könnte bereits der 1 erregen, mit dem die Rechte und Pflichten der Parteien geregelt werden. In den Absätzen 1 und 2 wird festgehalten, dass die Wohlfahrtseinrichtung ab Informationsveranstaltungen für die Trafikanten in ganz Österreich ausrichtet, im Rahmen dieser ON MARKET mindestens zwei Stunden lang das Unternehmen vorstellen und seine Produkte und Dienstleistungen erklären kann. So weit, so noch gut. Aber Weiterlesen lohnt sich, heißt es doch in den Absätzen 4 und 5 wörtlich: (4) WE wird ON MARKET, soweit gesetzlich zulässig, die Stammdateien sowie sämtliche geschäftliche Daten und monatliche Verkaufszahlen der von ON MARKET betreuten Produkte der von WE betreuten Trafikanten übermitteln und zum Ende eines jeweiligen Monats zur Verfügung stellen. WE ist alleine für die Einholung sämtlicher für die Übermittlung dieser Dateien erforderlichen Genehmigungen und Zustimmungen, insbesondere die Zustimmung der jeweiligen Trafikanten, verantwortlich und wird ON MARKET diesbezüglich schad- und klaglos halten. WE wird jedoch keine Verkaufszahlen von Produkten übermitteln, die nicht von ON MARKET betreut werden. (5) ON MARKET wird WE bei der Erbringung der Leistungen der WE an die Trafikanten unterstützen. ON MARKET wird daher im Einzelfall bei Besuchen der Trafikanten Fragen und Anregungen aufnehmen und an die WE weiterleiten. Die Leistungen der WE gegenüber den Trafikanten werden ausschließlich durch WE und nicht durch ON MARKET erbracht. In anderen Worten heißt das, dass die für PM tätige Marketing- und Merchandising- Wo sind die Grenzen einer erlaubten Kooperation? Kopfgeld und Bezahlung für vertrauliche Trafikantendaten... agentur auf das Datenmaterial der (noch) in Personalunion mit dem Bundesgremium geführten Wohlfahrtseinrichtung Zugriff hat. Und ON MARKET im Gegenzug der Wohlfahrtseinrichtung ihren Außendienst besorgt. Ob die für die Übermittlung dieser Dateien erforderlichen Genehmigungen und insbesondere Zustimmungen der Trafikanten eingeholt wurden, darüber kann jeder Leser dieses Passus nunmehr selbst urteilen. Wie auch die anderen Industriepartner und Großhändler darüber, ob ihnen die gleiche WE-Zuvorkommenheit offeriert oder zuteil wurde. Zumindest theoretisch müsste dies ja möglich sein, wird doch in 3 ( Keine Exklusivität ) festgehalten, dass die WE berechtigt ist, auch für andere Marktteilnehmer im Bereich der Tabakindustrie Veranstaltungen gleich welcher Art zu organisieren und zu veranstalten. Aber eigentlich interessant und brisant wird es jetzt, wo es ums Geld geht: Während sich der 2 ( Kosten ) noch so liest, als würde die Wohlfahrt ihrem Namen alle Ehre machen, ist der 5 ( Entgelt ) ganz der Ohne-Geldka-Musi-Devise untergeordnet: Womit eigentlich ein Paragraph dem anderen widerspricht. 2 Kosten: Sämtliche Kosten und Auslagen im Zusammenhang mit den von WE gemäß 1 zu erbringenden Leistungen (Informationsveranstaltungen sowie Insertionen in der Zeitschrift Filterlos Anm. d. Red.) werden durch die WE getragen. Getragen erweist sich alsbald als bloß generöses Wort vorfinanziert wäre an dieser Stelle wohl angebrachter. 12

13 IM BLICKPUNKT 4 Entgelt: (1)Als Gegenleistung für die von der WE auf Grundlage dieser Vereinbarung erbrachten Leistungen hat WE Anspruch auf ein Entgelt in Höhe von maximal EUR pro Jahr. Die tatsächlich Höhe des Entgelts hängt ab von der Anzahl der eingeladenen Trafikanten, der übermittelten Daten sowie der gebuchten Seiten in der Zeitschrift Filterlos, wobei von WE pro erschienenem Trafikanten nicht mehr als EUR 45, pro übermitteltem Datensatz je Trafikant nicht mehr als EUR 100, pro gebuchter Seite nicht mehr als EUR und pro gebuchter 1/4 DIN-A4-Seite nicht mehr als EUR 400 in Ansatz gebracht werden dürfen. (3)WE hat jeweils am Ende eines Kalenderjahres über die von ihr erbrachten Leistungen Rechnung zu legen. Das Entgelt ist binnen 21 Tagen nach ordnungsgemäßer Rechnungslegung zur Zahlung fällig. Daran, dass die Wohlfahrtseinrichtung als Informationsabend-Ausrichter der ON MARKET-Veranstaltungen für den Personalaufwand, für die Adressierung der Einladungen und deren Versand eine wohlgemerkt angemessene und nachvollziehbare Aufwandsentschädigung rückvergütet erhält, wird niemand etwas finden. Da schon mehr daran, dass ein 45-Euro-Kopfgeld pro Info-Veranstaltungsteilnehmer kassiert wird. Und Spekulationen über den Umfang und Inhalt eines Datensatzes, der dem Nutznießer 100 Euro wert ist, überlassen wir den Datenschützern. Uns die Österreichische Trafikantenzeitung direkt ins Wettbewerbsverzerrungsmark trifft allerdings, dass über den Umweg des Kooperationsvereinbarungsparagraphen Nummer vier der ON MARKET ein Seiteninsertionsrabatt von fast 60 Prozent (!) und ein solcher für eine Viertelseite von 70 Prozent (!) gegenüber den Filterlos -Mediadaten gewährt wird. Einen solchen Nachlass, der den guten Sitten widerspricht und diese aushebelt, kann sich kein seriös kalkulierender Verlag leisten. Dies ist wohl im speziellen Fall nur im Zusammenhang mit dem Prämieninkasso pro erschienenem Trafikanten und übermitteltem Datensatz als Ergebnis einer Mischkalkulation zu verstehen, bei der in Summe pro Jahr unterm Strich Euro (oder eine diesem Additionsergebnis sehr stark angenäherte Zahl) stehen. Sehr viele ähnliche Zusammenarbeitsabkommen dürften jedenfalls nicht existieren, sonst stünde die Wohlfahrt finanziell wohl besser da als jetzt offenbar wurde. Allerdings hat PM nach Informationen aus der WE undichte Stellen gibt es offenbar nicht nur im Vatikan von den Euro die Hälfte wegen nicht vertragskonformer Leistungserfüllung verweigert, was vom WE-Obmann für das laufende Jahr auch eingestanden wird und wesentlich mit zur aktuellen schwierigen finanziellen Lage der WE beigetragen hat. Der Austria-Tabak- Kredit Die eine so aktuelle nicht ist. Sonst hätte die WE nicht schon vor Jahren einen Bittgang um einen 2-Millionen-Euro-JTI/ On-Market-Service-Geschäftsführer MMag. Dr. Peter Leimer und WE-Obmann KR Peter Trinkl sind offensichtlich doch mehr als nur Büronachbarn, wie unisono gerne beteuert wird: Um die Verquickungen und Geldflüsse zumindest aufklärungsbedürftig zu finden, ist keinerlei in solchen Fällen sonst gerne unterstellte Bösartigkeit vonnöten Austria-Tabak-Kredit antreten müssen, um einerseits ihrer Wohlfahrtsaufgabe nachzukommen. Andererseits aber auch, um schließlich ON MARKET bei der Unternehmensgründung finanziell beistehen zu können. Das diesbezügliche Dementi Es wurde von der WE kein Kredit (an ON MARKET Anm. d. Red.) vergeben wurden einige Projekte mitfinanziert, das Geld ist aber samt Zinsen vollständig an die WE zurückgeflossen ist nicht einmal ein halbherziges, sondern vielmehr eine Bestätigung von Geldflüssen unter welchem Titel auch immer. Was obwohl Geld bekanntlich kein Mascherl hat den Verdacht nährt, dass JTI/Austria Tabak unwissentlich der für Philip Morris, den schärfsten Mitbewerber, tätigen ON MARKET Service GmbH die Geburtswehen finanziell erträglicher gestaltete, wobei als Hebamme die Wohlfahrtseinrichtung agierte. Eine durch und durch groteske Situation. Bitte psssst! Dass weder die Wohlfahrtseinrichtung noch die ON MARKET Service GmbH ein besonderes Interesse einer Öffentlichmachung der Kooperationsvereinbarung hat, verwundert nicht. Und deshalb ist auch dem 7 Vertraulichkeit breitester Raum von fast einer DIN-A4-Seite gewidmet. Diese Anhäufung von Verschwiegenheitsklauseln ist jedenfalls ein sicheres Indiz dafür, dass die Vertragspartner selbst zumindest bezüglich der moralischen Rechtmäßigkeit ihres Handelns auf Basis dieser Vereinbarung ihre Zweifel haben. Und obwohl im 7 (4) die Verpflichtung zur Vertraulichkeit nicht nur für die Laufzeit der Vereinbarung ( bis ), sondern auch über diese hinaus unbefristet eingefordert wird, hat ein Exemplar dieser Vereinbarung den Weg in unsere Redaktion gefunden die Post bringt bekanntlich jedem etwas. Peter HAUER 13

14 IM BLICKPUNKT Das haben wir gebraucht wie einen Kropf... Schon in ihrem Lizenzbewerbungsschreiben habe die Casinos Austria AG als Lotterien-Eigentümer ihre Absicht bekundet, ab 2013 das mit Online-Terminals ausgestattete Netz der Annahmestellen (derzeit 3.798) um jene Vertriebspartner (Tabakfachgeschäfte, Banken, Postämter, Lebensmitteleinzelhandel, Filialisten, Tankstellen und sonstige) zu erweitern, in denen derzeit ausschließlich Brief- und Rubbellose sowie der win2day-eurobon erhältlich sind. Davon Wind bekommen hat das Trafikantengremium erst Anfang Juli dieses Jahres und schlägt nunmehr Alarm: Die zu erwartenden Umsatzrückgänge, die aus der Ausweitung des Glücksspiels in Österreich auf rund Annahmestellen resultieren würden, belaufen sich nach ersten vorsichtigen Schätzungen auf mindestens 30 Prozent. Dadurch werden viele der bestehenden Vertriebspartner in erster Linie Klein- und Kleinstunternehmen wie Tabaktrafikanten und Lottokollektanten in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht. Und aufgrund der bestehenden Trafikenstruktur betrifft diese Geschäftspolitik der Österreichischen Lotterien bedauerlicherweise vor allem Menschen mit Behinderungen, so KR Peter Trinkl, Bundesobmann der Tabaktrafikanten in der WKO, der eine finanzielle Ausdürrung seiner Mitgliedsbetriebe nicht nur durch ein Glücksspielumsatzminus, sondern auch durch einen Frequenzrückgang und ergo einen Nachfragerückgang hinsichtlich der Zusatzartikel befürchtet. Immerhin erwirtschaften Trafiken Mindestens 30 % Umsatzrückgang bei den Spielen, bis zu 60 % Gesamtverlust durch sinkende Frequenzen. Die Lottokollektanten hungern sich ohnehin schon in die Pension, sehen die Bundesgremialspitzen Trinkl und Karanz sowie Kollektantensprecherin Kreimel für die Zukunft des bisherigen Vertriebsnetzes schwarz derzeit mit Lotto/Toto standortabhängig zwischen 30 bis 50 Prozent ihres Umsatzes, mit Tabakwaren 40 bis 50 Prozent und dem Nebenartikelsortiment 10 bis 20 Prozent, womit summa summarum bis zu 60 Umsatzträger-Prozente mit unterschiedlichen Spannen ab 2013 von massiven Rückgängen bedroht wären. Mehr Annahmestellen mit weniger Umsatz KR Gabriele Karanz, BGO- Stellvertreterin und NÖ-Landesgruppengremialvorsteherin, fasst diese Bedrohung in Zahlen: Meine Heimatgemeinde Korneuburg zählt derzeit fünf Annahmestellen. Durch die geplante Erweiterung würde sich die Möglichkeit für die Annahme aller Wettscheinspiele Lotto 6aus45, EuroMillionen, Toto, Zahlenlotto, Joker, Bingo, Toi- ToiToi auf ein volles Dutzend aufschaukeln. Und das just in einer Zeit, da die Branche von Beschränkungen und Verboten sowie den Margenverlusten durch Marktanteilskämpfe der Tabakkonzerne auf Kosten der Trafikanten arg durchgebeutelt wird. Da haben wir diesen Querschläger der Österreichischen Lotterien gebraucht wie einen Kropf. Besonders enttäuscht zeigt sich Karanz darüber, dass die Vorstandsdirektorin Bettina Glatz-Kremsner, die sich in der Vergangenheit stets besonders für Behinderte engagiert hat und dafür auch mehrfach geehrt wurde, diesen Beschluss mitträgt und es zulässt, dass den 51 Prozent vorzugsberechtigten Trafikanten ihre Existenzgrundlage ins Wanken gerät. Jugendschutz ade Ins Wanken gerät aber auch der Jugendschutz. Durch die massive Ausweitung der bestehenden Annahmestellenstruktur wird die Einhaltung der Schutzbestimmungen, für welche die Tabaktrafikanten ein Garant waren und sind, verwässert, sieht Peter Trinkl das Spiele mit Verantwortung -Image, mit dem sich die Österreichischen Lotterien so gerne schmücken, künftighin beschädigt. Für die Casinos Austria und die Österreichischen Lotterien ist das allerdings offenbar kein Thema. Wer wie im Geschäftsjahr 2011 mit 3,47 Milliarden Euro einen neuen Rekordumsatz im Konzern erwirtschaften und die Spielumsätze bei den Österreichischen Lotterien um 9,7% auf 2,9 Milliarden Euro steigern konnte, denkt offenbar in ande- 14

15 IM BLICKPUNKT ren Dimensionen, wettert der Branchensprecher. Ein dichteres Vertriebsnetz mit längeren Öffnungszeiten würde mehr Spieler bedienen. Da die Miniterminals ohnehin ausgetauscht werden müssen, bietet sich die Ausweitung geradezu an, meint der ÖLG-Vorstand: Vorstandsdirektorin Bettina Glatz-Kremsner, Generaldirektor Karl Stoss und Generaldirektor-Stellvertreter Friedrich Stickler (v. l. n. r.) Lotterien kontern mit Marktumfrage Der Konter der Lotterien: In einer repräsentativen Umfrage des Market-Institutes haben etwa drei Viertel aller Lottospieler erklärt, sie würden mitunter nur deshalb nicht Lotto spielen können, weil keine geöffnete Annahmestelle erreichbar sei. Für jeden zweiten Befragten wäre deshalb eine näher gelegene und länger geöffnete Annahmestelle wünschenswert. Deshalb bietet sich der Austausch der an der Grenze ihres Lebenszyklus angelangten Miniterminals in den Brieflosund Rubbellos-Vertriebsstellen geradezu dafür an, das Netz der Annahmestellen in Entsprechung eines gesteigerten Kundenbedürfnisses zu erweitern. Dass dabei auch andere Kundenbedürfnisse unter die Räder kommen, scheint die Österreichischen Lotterien nicht besonders zu kümmern. Wie etwa die Marktplatzfunktion der Trafikanten als letzte Nahversorger und somit auch soziale Anlaufstelle in einer von Supermärkten und Einkaufszentren dominierten Gesellschaft. Vorerst setzen Trinkl, Karanz und die Lottokollektantensprecherin Helga Kreimel mit österreichweit knapp 200 Niederlassungen, die sich jetzt schon in die Pension hungern, auf Gespräche: Neben einer maximal zumutbaren Umsatzschmälerung und einer Mindestumsatzschwelle müssen vor allem Hilfsmaßnahmen für den Fall einer Fehleinschätzung durch die ÖLG vorgesehen und ein wirksamer Kontrollmechanismus eingerichtet werden, so Trinkl, der durchaus zugibt, das sich diese Forderung etwas schwammig anhört. Aber wird sind von der Entwicklung der Dinge überrollt und überrascht worden, und um etwas auszutesten sprich: die Begriffe Umsatzschmälerung und Min- ihr Partner nr. 1 Gemeinsam einen schritt voraus. tobaccoland die nummer eins bei ZiGarren Wir sorgen für höchsten Genuss: Gemeinsam mit den trafikanten quer durch Österreich. unsere stärke ist ihr erfolg. denn was wir in sachen Zigarren bieten können, ist einzigartig. Das größte Sortiment internationaler Spitzenmarken Die höchste Qualität in Produkten und Service Veranstaltungen und Ausbildung für Trafikanten Die Initiative Zigarren-Experte für Trafikanten mit höchstem Anspruch Entdecken Sie gemeinsam mit uns neue Zukunftspotenziale! tobaccoland Handels GmbH & Co KG, Paltaufgasse 12-14, 1160 Wien, 15

16 IM BLICKPUNKT destumsatzschwelle genauer zu beziffern bedarf es guter sechs Monate. Wir sind Chefs und wir machen Dagegen werden wir uns wehren Für den Fall der Nichteinigung wird die Interessenvertretung der Trafikanten und Lottokollektanten alle ihr zur Verfügung stehenden Maßnahmen gegen diese angedachten branchenfeindlichen Verschlechterungen für eine ganze Berufsgruppe ergreifen, gibt sich Trinkl kämpferisch, wobei er eine Störung oder Einbindung der Kunden, also etwa Streikmaßnahmen, ausschließt. Ihm bleiben also nur der Dialog und der Rechtsstreit. Um für Letzteren gerüstet zu sein, durchleuchten jetzt schon Juristen das Kartell-, Handelsvertreter- und Franchisenehmerrecht sowie diverse Paragraphen unter anderen anwendbaren Titeln auf Anwendbarkeit. Am wenigsten setzt der Bundeswirtschaftskämmerer Trinkl dabei auf einen kammerinternen Interessenausgleich, weil das Bündel der Verhandlungspartner auf der anderen Grünen-Tischseite ein zu großes ist: Lotterien, Banken, die Tankstellen mit Mineralölwirtschaftbackground und Handel mit den Großkonzernen als Rückenstärkung Da verspricht sich Trinkl schon mehr von Gesprächen mit Republikvertretern. Etwa darüber, welche Verantwortung den Österreichischen Lotterien als monopolistischem Lizenznehmer gegenüber dem Vertriebsstellennetz zukommt. Mindestumsatz bleibt Erhalten bleiben soll das mit Lotterieumsätzen zu erzielende unterste Annahmestellen-Kriterium von Euro pro Woche. Ein allerdings nur schwacher Trost, so Gabriele Karanz, denn: Diese Hürde nehmen Tankstellen oder Supermärkte spielend. Auch die dem Vernehmen nach wesentlich schlechteren Verträge für die neuen Vertriebspartner von 5 bis 7 Prozent wird sie nicht davon abschrecken, ein neues Zusatzgeschäft zu lukrieren. Und dass es nicht bei der Erweiterung um die bisherigen Instant-Vertriebspartner bleibt, sondern in Zukunft neue Bewerber hinzukommen könnten, ist ebenfalls ein durchaus reales Szenario. Den Trafikanten springt derzeit nur der RfW (Ring freiheitlicher Wirtschaftstreibender) politisch bei, der in einer Presseaussendung die unverhältnismäßige Ausweitung des Lottoannahmestellen-Netzes als Existenzgefährdung für die heimischen Trafikanten, darunter rund die Hälfte Behinderte bezeichnet. RfW-Bundesobmann Fritz Amann: Nachdem der Glücksspielmonopolist Österreichische Lotterien seine Lizenz bis 2026 in der Tasche hat, pfeift er auf die heimischen Trafikanten. Finanzministerin Fekter muss die bevorzugte Vergabe an Tabaktrafikanten durchsetzen. Anknüpfungspunkt wäre hier der 16 Abs. 14 Glücksspielgesetz, der die Lotterien zu so einer Vorgangsweise verpflichtet. Dass man es verabsäumt habe, vor der Lizenzvergabe durch das Finanzministerium offiziell eine bindende Zusage der Lotterien zugunsten der Trafikanten als Vertriebspartner zu verlangen, schreibt Amann einer zu engen politischen Verhaberung von Wirtschaftsbund und Lotterienvorstand zu. Peter HAUER Neuseeland: unsichtbare Tabakwaren per Gesetz Bis 2025 soll die Insel am anderen Ende der Welt frei von Tabakrauch sein, wenn es nach dem Willen der Regierung geht (Newzealand Herald, mh) Mit 23. Juli 2012 trat in Neuseeland der display ban in Kraft: Mit diesem Datum müssen die Händler nicht nur dafür sorgen, dass Tabakprodukte außer Sicht der Kunden sind sie dürfen nicht einmal mehr im Handelsnamen ihres Geschäfts Hinweise auf bei ihnen erhältliche Tabakwaren geben. Drastische Strafen für Tabakverkauf an unter 18-Jährige Wird ein Händler dabei ertappt, Rauchwaren an unter 18-Jährige zu verkaufen, so droht ihm eine Strafe in einer Höhe von mindestens NZ $, die Maximalstrafe wurde von auf existenzgefährdende neuseeländische Dollar angehoben. Astronomische Preise Deklariertes Ziel der staatlichen Stellen ist es, das Land bis 2025 Aus den Augen, aus dem Sinn? Ja, wenn es nach dem Willen der neuseeländischen Regierung geht. Die Zeit wird es zeigen rauchfrei zu machen. Dabei liegt die Raucherquote in dem 4,2 Mio. Einwohner zählenden Land mit rund bekennenden Rauchern ohnehin schon unter dem OECD-Durchschnitt. Ein dem neuseeländischen Sender 3news vorliegendes vertrauliches Konzeptpapier erwägt Packungspreise für Zigaretten von 100 NZ-Dollar (ca. 60 Euro) ab 2020, um das Ziel zu realisieren. Selbst offizielle Stellen geben jedoch zu, dass sowohl Ziel als auch Preisvorstellung möglicherweise unrealistisch sind und kolportieren Preise von rund 60 Dollar im Jahr Andere Modelle gehen von einer jährlichen Erhöhung der Tabaksteuer um 10 Prozent aus, womit bis 2024 ein Kleinverkaufspreis von 40 NZ $ (ca. 25 Euro) pro Packung erreicht wäre. Schon heute kosten 20 Zigaretten in Neuseeland dank einer 40-prozentigen Steuererhöhung seit April 2010 rund 15 NZ-Dollar. 16

17 5th Avenue Verkaufserfolg durch Kompetenz Die tobaccoland-belieferung mit dem Habanos-Cigarrenangebot erfolgt neuerdings direkt durch den deutschen Alleinimporteur, die 5 th Avenue Products Trading-GmbH, was dem Fachhandel Qualitäts- und Flexibilitätsverbesserungen beschert. (ph) Die Fifth Avenue in Manhattan, New York City, ist eine der bekanntesten Straßen der Welt mit den Flagship-Stores aller Markenanbieter. Darüber hinaus adeln Firmen Produte mit der Punzierung 5 th Avenue, um auf deren Exklusivität hinzuweisen. Exklusivität zeichnet auch das Habanos-Sortiment von 5 th Avenue aus, dem deutschen Alleinimporteur von Marken mit klingenden Namen wie Cohiba, Montecristo oder Romeo y Julieta etc. Künftig wird das tobaccoland-cigarrenressort direkt von 5 th Avenue beliefert. Anlass genug, ein wenig über das Unternehmen zu erfahren, das sich das Motto Aus Liebe zum Tabak erwählt hat. Die 5 th Avenue Products Trading-GmbH wurde im Jahre 1989 von Heinrich Villiger und Cubatabaco als Joint-Venture- Unternehmen gegründet. Der Zweck dieser Unternehmensgründung war der Alleinvertrieb der Habanos in Deutschland. Dieses Joint-Venture war übrigens das erste Cohibas in allen Formaten aber bei Weitem nicht nur diese finden sich im umfangreichen Portfolio von 5th Avenue seiner Art weltweit. Heute zählen insgesamt 43 solcher Exklusivimporteure zum weltweiten Vertriebsnetzwerk von Habanos S.A., die damit rund 150 Länder abdecken, stellt Christoph Puszkar, verantwortlich für die Leitung Marketing & PR, Deutschland und Österreich, in einem Exklusivinterview mit der Österreichischen Trafikantenzeitung das Unternehmen vor. Der deutsche und rotweißrote Markt wird weiters betreut von Antonio De Dios, Commercial Manager, und Ino Mühlmann, bei 5 th Avenue zuständig für die Vertriebsleitung. Der Sitz von 5 th Avenue ist Waldshut-Tiengen in Baden-Württemberg. Dort befindet sich auch das umfangreiche Lager, das sich über eine Fläche von mehr als 500 Quadratmeter erstreckt und in dem die Habanos fachgerecht konditioniert (bei einer Temperatur von 18 Grad Celsius und einer relativen Luftfeuchte von 68%) lagern. Außerdem ist hier der Sitz der 5 th - Avenue-Verwaltung beheimatet. 17

18 Pfeifen und Cigarren Journal Am Markt wird also die Präsenz der Habanos-Produkte durch einen eigenen, von 5 th Avenue gesteuerten Außendienst verstärkt, tobaccoland wird in bewährter Weise Werbeunterstützung leisten, wird in einer tob- Aussendung aus Anlass der Kooperation verkündet. Was heißt das im Detail für den rotweißroten Tabakwarenfachhandel? Oder anders gefragt: Welche Aufgaben erledigt wer? Schulung und Informationsmittel anbieten. Als besonders restriktiv empfinden wir die Nichtraucherschutzgesetze in Österreich übrigens nicht. Zumindest im Vergleich mit der Situation in Bayern oder im Saarland, wo ein totales Rauchverbot verhängt wurde. Auch für uns erstaunlich war dabei, dass in Bayern trotz dieses Verbots der Cigarrenkonsum stabil geblieben ist. 5th-Avenue-Marketingmann Christoph Puszkar Habanos S.A. was genau verbirgt sich hinter dieser Bezeichnung? Der Außendienst von 5 th Avenue übernimmt die Beratung der Fachhändler und wird auch Aufträge entgegennehmen. Parallel dazu kann der Trafikant die Habanos auch über alle anderen Bestellwege von tobaccoland ordern. Die Ausführung der Bestellungen liegt dann ebenfalls in der Hand von tobaccoland. Es darf immer weniger geraucht werden in der Gastronomie ebenso wie am Arbeitsplatz. Und selbst dort, wo Cigarettenrauch erlaubt ist, müssen Pfeife und Cigarre kalt bleiben. Eine Diskriminierung, die nicht nur die Bürger bevormundet, sondern den Cigarrenanbietern sicherlich auch wirtschaftliche Einbußen beschert. In welchem Umfang ist 5 th Avenue davon betroffen? 18 Die Habanos S.A. ist die Eigentümerin der berühmten kubanischen Cigarrenmarken, die in fast allen Ländern weltweit eingetragen und registriert sind. Sie ist der Exklusivexporteur für kubanische Tabake und alle Habanos-Cigarrenmarken. Damit ist sie weltweit der größte Anbieter von Premiumcigarren mit einem Marktanteil von über 70% mehr lässt das USA-Handelsembargo nicht zu. Welche Vorteile beschert künftighin die besiegelte Zusammenarbeit tobaccoland 5 th Avenue den österreichischen Cigarrenfachgeschäften? Die Cigarrenfachgeschäfte in Österreich werden künftig durch einen eigenen Außendienst von 5 th Avenue betreut. Diese Repräsentanten beraten die Händler ganz gezielt zu den Habanos und werden auch Schulungen anbieten. Ein weiterer Vorteil ist die schnellere und häufigere Belieferung mit Habanos aus dem Lager in Waldshut-Tiengen. Geplant ist außerdem ein schrittweiser Ausbau des Habanos-Angebots, damit die Trafikanten die Wünsche der Aficionados künftig besser und umfassender erfüllen können. Liebevolle Pflege der jungen Tabakpflanzen 5 th Avenue gibt sich in der bereits zitierten Pressemitteilung mit der Erwartungsprognose eines zweistelligen Wachstums seines doch eher preisintensiven Premium- Cigarren-Vertriebsportfolios in Österreich durchaus optimistisch. Worauf gründet sich diese Zuversicht angesichts einer etwa gleich groß bleibenden Aficionado-Gemeinde in Österreich, eines auf die Devise Geiz ist geil getrimmten Konsumverhaltens sowie ständig restriktiverer Nichtraucherschutzgesetze? Wir wissen von Fachhändlern und Konsumenten in Österreich, dass der Hunger auf Habanos noch lange nicht gestillt ist. Durch ein breites Sortiment fachgerecht gelagerter Habanos sind also Absatz- und Umsatzzuwächse zu erreichen. Außerdem haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Händler diese Produkte noch lieber anbieten, wenn sie über umfangreiche Produktkenntnisse verfügen. Dazu werden wir verschiedene Von wirtschaftlichen Einbußen können wir nicht sprechen. Das abgelaufene Geschäftsjahr 2011 war für uns umsatzmäßig das beste Jahr unserer Firmengeschichte. Die Nichtraucherschutzgesetzgebung provoziert förmlich das Outdoor-Rauchen, obwohl auch dieser Freiraum in Bedrängnis gerät. Sind die zeitlich eingeschränkten Rauchpausen eine Chance für kleinere Formate, beziehungsweise überhaupt für Mini-Cigarren, die letztendlich auch für schmälere Brieftaschen erschwinglich sind? Gut geschützt vor Wetter und anderem möglichem Unbill

19 Pfeifen und Cigarren Journal Es wird immer wieder behauptet, dass die zunehmenden Rauchverbote den Absatz kleinerer Formate fördern. Das erscheint auch logisch und lässt sich auch mit Zahlen belegen. Robusto- und Petit Corona-Formate sind seit längerer Zeit schon mengenmäßig gesehen auf den Spitzenplätzen. Die Beliebtheit dieser Formate hat natürlich auch damit zu tun, dass es hier eine breite Auswahl an Marken gibt und der Konsument eine gute Preis-Genuss-Relation vorfindet. Jedes Unternehmen analysiert vor einer Marktteilnahme die Marktgegebenheiten. Wie stellt sich ganz allgemein der österreichische Cigarrenmarkt aus Ihrer Sicht dar? chischer Pfeifen- und Cigarrenfachhändler (VCPÖ) organisierten Trafiken sowie der von tobaccoland ausgewiesenen Cigarrenexperten liegt österreichweit bei derzeit knapp unter 100. Ist das eine aus Ihrer Sicht angemessen Struktur, oder scheint Ihnen das Potenzial noch ausbaufähig? Auf jeden Fall stehen die Geschäfte mit starkem und ausgeprägtem Fachhandelscharakter für den Ausbau des Habanos-Sortiments im besonderen Fokus. Wir haben allerdings die Erfahrung gemacht, dass es auch über die gestandenen Fachhändler hinaus viele Händler gibt, die sich im Segment der Premiumcigarre noch stärker engagieren möchten. Dabei benötigen sie aber Unterstützung seitens der Industrie. Diese Unterstützung des Handels verstehen wir als unseren Auftrag. in Deutschland im Jahr 2004 eingeführt und verfügen deshalb über einige Erfahrung. Die Ergebnisse in Deutschland haben gezeigt, dass sich die teilnehmenden Händler überdurchschnittlich positiv entwickelt haben. Aber natürlich kann man solche Konzepte nicht einfach auf einen anderen Markt übertragen. Wenn wir noch etwas mehr Einblicke in den österreichischen Markt gewonnen und uns mit den Partnern des Fachhandels abgestimmt haben, werden wir schauen, wie man das Habanos-Specialist-Konzept gegebenenfalls im österreichischen Markt etablieren kann. Welche Mindesterfordernisse hinsichtlich der Verkaufsraumverhältnisse und der Kompetenz muss aus Ihrem Blickwinkel ein Cigarrenfachgeschäft für gehobene Ansprüche erfüllen? Schonende Trocknung der Einzelblätter Der Cigarrenmarkt in Österreich ist aus unserer Sicht deshalb besonders interessant, weil der feine Tabakgenuss hier deutlich tiefer kulturell verwurzelt ist als beispielsweise in Deutschland. Der deutlich höhere Pro- Kopf-Konsum von Cigarren in Österreich ist dafür ein deutlicher Beleg. Interessant ist dabei natürlich auch, dass Österreich ein Tourismusland ist. Wenn es uns also gelingt, den Fachhandel dabei zu unterstützen, ein im internationalen Maßstab attraktives Angebot an Habanos zu führen, bieten sich dadurch große Absatzchancen. In Deutschland gibt es neben den Casas del Habano seit 2004 ein neues Markenzeichen für Tabakwarenfachgeschäfte, die aufgrund ihres Sortiments, ihrer Kompetenz und ihrer Leidenschaft für Habano den Titel Habanos Specialist führen derartig geadelt von der 5 th Avenue Products Trading-GmbH. Wird es in Hinkunft auch in Österreich mit der Habanos-Specialist- Punze ausgewiesene Fachgeschäfte geben? Es ist eine Empfehlung von Habanos S.A. an alle Märkte, solche Habanos-Specialist-Konzepte einzuführen. Wir haben dieses Konzept Die Verkaufsraumverhältnisse spielen eine untergeordnete Rolle. Es gibt international genügend Beispiele dafür, dass auch in kleineren Geschäftslokalen große Umsätze mit Habanos erreicht werden können. Die Kompetenz spielt dabei natürlich eine ganz entscheidende Rolle. Nur dort, wo die Konsumenten kompetente Beratung und ein fachgerecht gelagertes, attraktives Sortiment vorfinden, werden sie zu Stammkunden. Und genau dabei Ausbau des Fachwissens und Optimierung des Sortiments sehen wir unseren wichtigsten Ansatzpunkt zur Unterstützung des Handels. -> Seite 22 Nicht jedes österreichische Tabakwarenfachgeschäft ist auf das braune Gold spezialisiert. Die Zahl der im Verband österrei- Händisches Verlesen der getrockneten Blätter mit viel Erfahrung und in aller Ruhe 19

20 Messezentrum Salzburg, Halle 6, Stand 206: Fr+Sa Uhr, So Uhr Weitere Informationen erhalten Sie unter Tel. 01/ oder

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