Vom männlichen Verbot, Opfer zu sein

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1 Vom männlichen Verbot, Opfer zu sein Umgang mit traumatisierten abhängigen Männern Erfurt, Peter Kagerer, Wattweilerstr Blieskastel praxis-kagerer kagerer.de

2 Männer Trauma - Sucht - Grundlegende Regeln von Männlichkeit - Förderung von Abhängigkeit durch männliche Sozialisationsbedingungen -Die Schmach des Opfer Seins und warum Sucht dann so nahe liegt => Grundlegende Therapieaspekte

3 Männerspezifische Sozialisationsbedingungen Nahezu alle Gesellschaften (...) kannten und kennen die Vorrangstellung des Mannes, die sich auch in der modernen Industriegesellschaft noch erhalten hat. Diese (...) ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet: 1. Der Mann gilt der Frau als körperlich und geistig überlegen. Als hervorstechende männliche Eigenschaften (Männlichkeit) gelten u.a. Mut, Stärke, Tapferkeit, planerische Fähigkeiten, sexuelle Aktivität (insbesondere Zeugungsfähigkeit); der Mann denke sachbezogener und lasse sich weniger von Gefühlen leiten (...)

4 Männerspezifische Sozialisationsbedingungen 2. Aufgrund tradierter Rollenverteilung ist der Mann für die materielle Versorgung der Familie zuständig; er konzentriert sich deshalb i.d.r. auf seine berufliche Karriere außerhalb des Hauses, die Hausarbeit wird von Frau und Kindern erledigt, die den Mann und Vater bedienen, der bei Konflikten in der Familie eingreift und Entscheidungen trifft. (...) (...) Die moderne Psychologie weist zudem darauf hin, dass der Mann durch die Fixierung auf die als männlich geltenden Verhaltensmuster emotional verkümmert. Gefühl wird ersetzt durch grenzenlose Aktivität, Erfolg, sozialen Status und Imponiergehabe.

5 Selbst - Wert Grundlegende Selbst-Merkmale: Geschlecht - Alter - Statur Freud: Das Ich ist in erster Linie ein Körperliches Selbstwert = Abgleich zwischen Selbstbild und Selbstideal Männergesetze

6 Grundlegende männliche Leitmotive No sissy Stuff The big Wheel mache ich mehr habe ich mehr bin ich besser bin ich mehr (Mann) 1 (Laing, 1972) The sturdy Oak Giv em Hell 1: Einfügung durch den Referenten

7 Selbstwert & Männlichkeit Der Titel Mann wird nur auf Zeit verliehen und kann jederzeit aberkannt werden Grad der Männlichkeit bestimmt den Selbstwert mit

8 Grundlegende männliche Leitmotive - Je weniger Schlaf ich benötige - Je mehr Schmerzen ich ertragen kann - Je mehr Alkohol ich vertrage - Je weniger ich mich darum kümmere, was ich esse - Je weniger ich jemanden um Hilfe bitte und von jemandem abhängig bin - Je mehr ich meine Gefühle kontrolliere und unterdrücke - Je weniger ich auf meinen Körper achte Desto männlicher bin ich! (Goldberg, 1986)

9 Grundlegende männliche Leitmotive Man sollte sich niemals ausruhen, denn in dem Augenblick, da man nichts mehr macht, denkt man über sich nach, und von dem Moment an ist man krank oder findet sich krank, was gleichbedeutend ist. Gustave Flaubert

10 Sucht - Ursachen Das biopsycho- soziale Modell

11 Männerspezifische Funktionalität Lösungs -Wege des Trinkens: - Spannungsreduktion - Stimmungsverbesserung - Vertraute Vorgehensweise - Verbindendes Ritual - Ablenkung - Aufbau einer Kontrollillusion => Abwehr von Hilflosigkeit

12 Männerspezifische Funktionalität - passiver Widerstand - Abwehr ungewollter Selbstanteile => Identitätsstabilisierung

13 Männerspezifische Funktionalität: Glücksspiel Ablenkung Aufbau einer Kontrollillusion Abwehr von Hilflosigkeit Selbstwertsteigerung Verheißung der Gewinnerseite Heimat/Sicherer Ort

14 Selbstwert & Sexualität Sexualität & Integrität: zwei grundlegende körperbezogene Selbstwertaspekte Sexualität & Beziehung: Vertrauen & Selbstvertrauen/ Macht & Ohnmacht/ Geben & Nehmen >Gerechtigkeit

15 Selbstwert und Gewalt Gewalt: Die Brücke zum Selbst Un Wert aktiv und passiv Erleben von Gewalt ist einer der machtvollsten Faktoren zur Veränderung von Selbst- und Weltbild Gewalt ist fast immer überraschend Gewalt ist immer beeindruckend

16 Selbstwert und Gewalt Der ergänzende Faktor zum Selbstwert: Macht Aktive Gewalt als Zeichen von Hilflosigkeit & Angst

17 Sexuelle Gewalt: Verletzung auf allen Ebenen Körperlich Seelisch Kognitiv intellektuell Sozial Moralisch Spirituell Sexuelle Gewalt => Desintegration und Selbstwertminderung

18 Behandlungsziele: Überblick Übergeordnete Ziele: - bedingungslose!!! Abstinenz - Behandlung der Comorbiditäten - Erhöhte Selbstaufmerksamkeit und Selbstfürsorge in jeder Lebenslage

19 Männerspezifische Therapie von Abhängigen Befriedigendes Erleben der eigenen Rolle als Mann Infragestellen des vorherrschenden kulturspezifischen Männerbildes Adäquater Zugang zu den eigenen Gefühlen Befriedigendes Erleben sozialer und partnerschaftlicher Beziehungen

20 Männerspezifische Therapie von Abhängigen Entgegen der Normopathie! Mögen hätten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut!

21 Männerspezifische Therapie von Abhängigen Aufbau eines tragenden Beziehungsnetzes Versöhnung von idealem und realem Selbstbild Finden individueller Antworten auf Sinn- und Lebensfragen Finden einer zufriedenstellenden Arbeitssituation, bei der auch soziale Bedürfnisse abgedeckt werden

22 Entwöhnung Markante Behandlungs einheiten : - rationale Krankheitsannahme - emotionale Krankheitsakzeptanz - Reduktion der Abwehrmechanismen - surrender - Veränderung der Spielregeln - Hilfe annehmen (Rückmeldungen) - Achtsamkeit/Selbstfürsorge

23 Wichtig für Behandler - klare therapeutische Grundhaltung Respektlosigkeit gnadenloses Wohlwollen Geduld Ausgewogene Distanz Klarheit/Konsequenz - trauen Sie Ihrer Wahrnehmung - Psychohygiene/Achtsamkeit

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