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1 Henkel Geschäftsbericht 1994 Inhalt Henkel Geschäftsbericht 1994 Inhalt Vorwort Eckdaten der Geschäftsentwicklung 1994 Gremien Aufsichtsrat Gesellschafterausschuß Geschäftsführung Persönlich haftende geschäftsführende Gesellschafter Mitglieder Direktorium Führungskreis Verbundene Unternehmen Bericht des Aufsichtsrats Lagebericht Für die Zukunft gut gerüstet Umsatz leicht über Vorjahr Neuer Spitzenwert beim Gewinn Steigerung im Export, Umsatz in Europa leicht rückläufig Übersee mit starkem Umsatzwachstum Investitionen auf normalem Niveau Forschung Ausblick Dividende Finanzen Eigenkapitalbasis gestärkt Segment-Berichterstattung Verteilung der Wertschöpfung Cash Flow weiter auf hohem Niveau Gesunde Bilanzstruktur Kapitalmarktmaßnahmen Henkel-Aktie Forschung und Technologie Innovationskraft gesteigert Innovationsoffensive zur Zukunftssicherung Marktnahe Ideen schneller umsetzen Öko-Leadership: Führungsrolle braucht Forschung Innovationspreise 1994: Fortschritt hat Tradition Forschungssymposium: Innovation und Ökologie Mitarbeiter Arbeitsproduktivität deutlich verbessert Personalaufwand gesenkt Leistungsfähige Mitarbeiter Entgelt stärker leistungsorientiert Internationale Zusammenarbeit Entwicklung der Beschäftigtenzahlen

2 Verbesserungen der Arbeitsprozesse Arbeitssicherheit nochmals verbessert Dank an unsere Mitarbeiter Chemieprodukte Chancen im Weltmarkt wahrgenommen Oleochemie/Feinchemie Organische Spezialchemie Ausblick Start in China Metallchemie Weltweit erfreuliche Entwicklung Verringerung von Umweltbelastungen Qualitätsstandards erhöhen Ausblick Klebstoffe/Chemisch-technische Markenprodukte Auf ungebrochenem Erfolgskurs Chemisch-technische Markenprodukte Ausblick Industrieklebstoffe Ausblick Kosmetik/Körperpflege Vorjahresumsatz in schwierigen Märkten knapp gehalten Inländische Märkte Ausländische Märkte Ausblick Wasch-/Reinigungsmittel Inländische Märkte Ausländische Märkte Haushaltspflege-Märkte Ausblick Hygiene Führende Marktposition ausgebaut Ausblick Wesentliche Beteiligungen Europa Henkel-Ecolab Joint Venture-Gesellschaften Deutschland Grünau Illertissen GmbH, lllertissen Teroson GmbH, Heidelberg Belgien/Niederlande Henkel-Benelux-Gruppe, Brüssel/Nieuwegein Frankreich Henkel-France-Gruppe, Boulogne-Billancourt Sidobre-Sinnova S.A., Boussens-Saint Martory Großbritannien Henkel Ltd., London Italien Henkel SpA, Mailand Österreich Henkel-Austria-Gruppe, Wien Schweden Henkel-Norden-Gruppe, Stockholm

3 Schweiz Henkel & Cie AG, Pratteln Spanien Henkel Ibérica SA, Barcelona Türkei Turyag A.S., Izmir Türk Henkel A.S., Istanbul Übersee Brasilien Henkel SA Indústrias Químicas, Sao Paulo Mexiko Henkel Mexicana SA de CV, Ecátepec de Morelos und Mexico, D.F. Südafrika Henkel South Africa (Pty) Ltd., Alrode USA Henkel of America Inc., Gulph Mills/Pennsylvania Asien/Pazifischer Raum Henkel-Asia-Pacific-Gruppe, Hongkong Wesentliche Beteiligungen an assoziierten Unternehmen GFC Gesellschaft für Chemiewerte mbh, Düsseldorf The Clorox Company, Oakland/Kalifornien, USA Loctite Corporation, Hartford/Connecticut, USA Ecolab Inc., St. Paul/Minnesota, USA Jahresabschluß Bilanz Henkel Konzern AKTIVA PASSIVA Gewinn- und Verlustrechnung Henkel Konzern Bilanz Henkel KGaA AKTIVA PASSIVA Gewinn- und Verlustrechnung Henkel KGaA Entwicklung des Anlagevermögens Henkel Konzern Henkel KGaA Gemeinsamer Anhang Erläuterungen zur Konsolidierung und Bilanzierung Allgemeine Erläuterungen Konsolidierungskreis Konsolidierungsgrundsätze Währungsumrechnung Aufstellung, Bewertung und Prüfung der in den Konzernabschluß einbezogenen Jahresabschlüsse Erläuterungen zu den Posten der Bilanz Anlagevermögen (1) Immaterielle Vermögensgegenstände (2) Sachanlagen (3) Finanzanlagen Umlaufvermögen (4) Vorräte (5) Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände (6) Wertpapiere

4 (7) Flüssige Mittel (8) Rechnungsabgrenzungsposten Eigenkapital (9) Gezeichnetes Kapital (10) Kapitalrücklage (11) Gewinnrücklagen (12) Ausgleichsposten für Anteile anderer Gesellschafter Sonderposten (13) Genußscheinkapital (14) Stille Beteiligungen (15) Sonderposten mit Rücklageanteil Rückstellungen (16) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (17) Andere Rückstellungen Verbindlichkeiten (18) Verbindlichkeiten (19) Rechnungsabgrenzungsposten Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen (20) Haftungsverhältnisse (21) Sonstige finanzielle Verpflichtungen (22) Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten Erläuterungen zu den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung (23) Umsatzerlöse Gliederung nach Produktbereichen Gliederung nach Abnehmern (24) Kosten der umgesetzten Leistungen (25) Vertriebskosten (26) Forschungs- und Entwicklungskosten (27) Verwaltungskosten (28) Sonstige betriebliche Erträge (29) Sonstige betriebliche Aufwendungen (30) Finanzergebnis (31) Veränderungen der Sonderposten mit Rücklageanteil (32) Außerordentliches Ergebnis (33) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (34) Abschreibungen (35) Materialaufwand (36) Personalaufwand (37) Personalzahlen nach Gruppen* (38) Gesamtbezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats, des Gesellschafterausschusses und der Geschäftsführung sowie früherer Mitglieder (39) Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns der Henkel KGaA Bestätigungsvermerk Ausgewählte Nachrichten nach Jahresabschluß Januar 1995, Monaco Februar 1995, Wiesbaden Februar 1995, Düsseldorf Februar 1995, Düsseldorf März 1995, Düsseldorf März 1995, Hannover März 1995, Düsseldorf April 1995, Düsseldorf

5 Finanztechnische Fachausdrücke Chemisch-technische Fachausdrücke Das Leitbild der Henkel-Gruppe Unternehmens-Grundsätze Unternehmens-Grundsatz Nr. 1 Unternehmens-Grundsatz Nr. 2: Unternehmens-Grundsatz Nr. 3: Unternehmens-Grundsatz Nr. 4: Unternehmens-Grundsatz Nr. 5: Unternehmens-Grundsatz Nr. 6: Unternehmens-Grundsatz Nr. 7: Unternehmens-Grundsatz Nr. 8: Unternehmens-Grundsatz Nr. 9: Unternehmens-Grundsatz Nr. 10: Zehnjahresübersicht Henkel Konzern Henkel KGaA Weitere Informationen Vorwort Liebe Aktionärinnen, liebe Aktionäre! 1994 war für Henkel ein gutes Jahr. Der Gewinn vor Steuern stieg um 16 Prozent, und der Jahresüberschuß in Höhe von 464 Mio DM stellt das bisher höchste Ergebnis dar. Drei Gründe haben zu der Ergebnissteigerung im Vergleich zum Vorjahr beigetragen: Das betriebliche Ergebnis vor allem der Chemieprodukte und der chemischen Spezialitäten wie Klebstoffe, Metallbehandlungssysteme und Produkte zur institutionellen Reinigung und Hygiene hat sich verbessert. Des weiteren hat sich das Finanzergebnis verbessert, und schließlich zeigen sich jetzt die ersten kostenentlastenden Auswirkungen der Restrukturierungsmaßnahmen der Jahre 1993 und Bewährt hat sich zudem auch im abgelaufenen Geschäftsjahr die risikomindernde Ausgewogenheit unserer Produktgruppen und unserer Geschäftsregionen. Wachstumsschwächen in europäischen Konsumgütermärkten wurden ausgeglichen durch die Entwicklung unseres Chemie- und Chemiespezialitäten-Geschäfts und das überdurchschnittliche Wachstum der Henkel-Gruppe auf dem amerikanischen Kontinent sowie im asiatischpazifischen Raum. Dennoch werden wir auch in den kommenden Jahren mit unverminderter Energie unsere Strukturen weiter optimieren. Zwar haben wir, wie geplant, den Personalabbau zum Jahresende weitestgehend abschließen können, doch das Ziel, durch eine verbesserte Kostenstruktur den Spielraum für Innovationen und Investitionen zu vergrößern, wird uns permanent begleiten. Wir konzentrieren uns dabei vor allem auf den weiteren Abbau von Komplexität und die Vereinfachung von Prozessen; wir werden die Zahl unserer Produktionsstandorte verringern und nicht zuletzt durch diese Maßnahmen zu günstigeren Herstellkosten kommen. Vor allem aber wird es uns so gelingen, die Aktionsund Reaktionsgeschwindigkeit des Unternehmens erheblich zu steigern. Henkel hat zu Beginn des Geschäftsjahres 1994 eine breit angelegte Innovationsoffensive gestartet, die bereits erste Auswirkungen im Markt zeigt. Diese Ergebnisse ermutigen uns, auf dem eingeschlagenen Kurs zu bleiben. Die Herausforderung für die kommenden Jahre heißt: Wir müssen wieder stärker wachsen als Bedingung für nachhaltige ErgebnisentwickIung. Unsere Bereitschaft zur umfassenden Restrukturierung und die zunehmende Innovationskraft des Unternehmens sind gute Voraussetzungen dafür. Henkel hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr neugefaßte, ehrgeizige Unternehmensleitlinien gegeben. Sie enthalten unser neues Leitbild sowie zehn Grundsätze und beschreiben die Basis, auf der wir unser Geschäft betreiben wollen. Alle Führungskräfte von Henkel tragen durch Aktionen in ihren Organisationseinheiten dazu bei, dieses Selbstverständnis im Unternehmen zu verankern. Wir haben Leitbild und Grundsätze zur Illustration unseres

6 Geschäftsberichts verwendet, um auch Ihnen, unseren Aktionären, unser neuformuliertes Selbstverständnis vermitteln zu können. Die weltweite Konjunktur wird sich 1995 weiter stabilisieren; allerdings steigen infolge der guten konjunkturellen Entwicklung die Kosten für Rohstoffe und Vorprodukte rasch an. Wenig durchgreifende Verbesserungen sehen wir in den europäischen Konsumgütermärkten. Die starken Aufwertungstendenzen der D-Mark gegenüber dem US-Dollar und wichtigen europäischen Währungen stellen für 1995 bei der Umrechnung unserer Auslandsumsätze und -ergebnisse ein zusätzliches Risiko dar. Mit den eingeleiteten Maßnahmen fühlen wir uns gut gerüstet, in den nächsten Jahren weitere Ergebnisverbesserungen zu erreichen. Albrecht Woeste Vorsitzender des Aufsichtsrats und des Gesellschafterausschusses Hans-Dietrich Winkhaus Vorsitzender der Geschäftsführung Eckdaten der Geschäftsentwicklung 1994 (Werte in Millionen DM, wenn nicht anders angegeben) Henkel Konzern Umsatz Betriebliches Ergebnis Ergebnis vor Ertragsteuern Jahresüberschuß Cash Flow in % vom Umsatz 9,9 10,4 Eigenkapital 1) Investitionen Forschungs- und Entwicklungskosten Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) Henkel KGaA Dividende je Stammaktie in DM 9,00 2) 7,00 Dividende je Vorzugsaktie in DM 11,00 2) 10,00 Dividendensumme 144,6 116,5 1) einschl. Genußscheinkapital und Stille Beteiligungen 2) Vorschlag Gremien Dr. Dr. h.c. Konrad Henkel Ehrenvorsitzender der Henkel-Gruppe Aufsichtsrat

7 Albrecht Woeste Vorsitzender Selbständiger Unternehmer Gottfried Neuen stellv. Vorsitzender Vorsitzender des Betriebsrats der Henkel KGaA Dr. Ulrich Cartellieri Vorstandsmitglied der Deutsche Bank AG Ursula Fairchild Fotografin Johann-Christoph Frey Selbständiger Unternehmer Benedikt-Joachim Freiherr von Herman Forstwirt Dr. Klaus Dieter Leister Mitglied des Vorstands der Westdeutsche Landesbank Girozentrale Hans Mehnert Mitglied des Betriebsrats der Henkel KGaA Herbert Puderbach Vertreter der Leitenden Angestellten der Henkel KGaA Erich Ruch Geschäftsführer der Verwaltungsstelle Düsseldorf der IG Chemie-Papier-Keramik Jürgen Sarrazin Sprecher des Vorstands der Dresdner Bank AG Kläre Spaas Vorsitzende des Betriebsrats der Thera Cosmetic GmbH Hans Vonderhagen Mitglied des Betriebsrats der Henkel KGaA Jürgen Walter Mitglied des Hauptvorstands der IG Chemie-Papier-Keramik Dieter Wendelstadt Vorsitzender des Aufsichtsrats der Colonia Konzern AG Winfried Zander stellv. Vorsitzender des Betriebsrats der Henkel KGaA Gesellschafterausschuß Albrecht Woeste Vorsitzender Selbständiger Unternehmer

8 Christoph Henkel stellv. Vorsitzender Kaufmann Dr. Jürgen Manchot stellv. Vorsitzender Chemiker Prof. Dr. Herbert Grünewald Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats der Bayer AG (bis 6. Juni 1994) Walter Huneke Selbständiger Unternehmer Helmut Maucher Präsident und Delegierter des Verwaltungsrats der Nestlé S.A. Dr. Christa Plichta Ärztin Dr. Wolfgang Röller Vorsitzender des Aufsichtsrats der Dresdner Bank AG Prof. Dr. Dr. Helmut Sihler ehemals Vorsitzender der Geschäftsführung der Henkel KGaA Geschäftsführung Persönlich haftende geschäftsführende Gesellschafter Dr. Hans-Dietrich Winkhaus Vorsitzender Dr. Hans-Günter Grünewald (bis 31. März 1995) Dr. Uwe Specht Mitglieder Dr. Jens Conrad Guido De Keersmaecker Dr. Jochen Krautter Dr. Ulrich Lehner (seit 1. April 1995) Dr. Klaus Morwind Dr. Roland Schulz Dr. Wilfried Umbach

9 Direktorium Hans J.M. Boekkerink Bruno Deschamps Dr. Karl Grüter Dr. Jochen Heidrich Dr. Paul Hövelmann Arno Jacobi Dirk-Stephan Koedijk Jörg Koppenhöfer Dr. Ulrich Lehner (bis 31. März 1995) Dr. Jürgen Maaß Dr. Michael Schulenburg Jürgen Seidler Dr. Lothar Steinebach (seit 1. April 1995) Prof. Dr. Hans Verbeek Knut Weinke Führungskreis Verbundene Unternehmen Klaus Behrens Brasilien Pierre Brusselmans Belgien/Niederlande Terry Edwards Großbritannien Denis Claude B. de Gersigny Südafrika (seit 1. März 1994) Jorge Guixá Mexiko Thorsten Hagenau Schweiz

10 Dr. Alfred Hoff Duisburg (bis 24. März 1994) Peter Klews Südafrika (bis 28. Februar 1994) Axel Kneip Japan André Lesaicherre Frankreich Alois Linder Spanien (seit 1. Januar 1995) Antonio Monerris Spanien (bis 31. Dezember 1994) Jean-Pierre de Montalivet Frankreich Dr. Veit Müller-Hillebrand Hongkong Dr. Can Paker Türkei Ehrhart Schlüter Henkel-Ecolab Kaya Sener Türkei Dr. Heinz-Gerd Smolka Illertissen Björn J:son-Stampe Schweden Dr. Friedrich Stara Österreich Dr. Vincenzo Vitelli Italien Dr. Norbert Wiemers Heidelberg (bis 31. Dezember 1994) Dr. Harald P. Wulff USA Bericht des Aufsichtsrats Der Aufsichtsrat hat vierteljährlich schriftliche Berichte der Geschäftsführung über die Umsatzentwicklung, Ertragslage, über Investitionen, Aktivitäten im Bereich Forschung/Technik sowie die Beschäftigtenzahlen erhalten

11 und wurde über wichtige Geschäftsvorgänge unterrichtet. In den Sitzungen des Aufsichtsrats, an denen sämtliche Mitglieder des Aufsichtsrats und der Geschäftsführung teilgenommen haben, hat die Geschäftsführung die Geschäfts- und Ertragsentwicklung im Berichtszeitraum allgemein und nach Unternehmensbereichen ausführlich erläutert und Fragen des Aufsichtsrats beantwortet. Über die Planung wurde zusammenfassend berichtet. Der Aufsichtsrat hat sich auch über die Kontrollorganisation für den Einkauf von Ölen und Fetten sowie für die Absicherung von Zinsen und Devisen informieren lassen. Zu den Berichten der Geschäftsführung fand jeweils eine Aussprache statt. Der Jahresabschluß, der Konzernabschluß und der Lagebericht, der Gewinnverwendungsvorschlag sowie der Prüfungsbericht der KPMG Deutsche Treuhand-Gesellschaft Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, haben dem Aufsichtsrat vorgelegen. Der Jahresabschluß und der Konzernabschluß sowie der Lagebericht für das Geschäftsjahr 1994 sind mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk des Abschlußprüfers versehen. Der Aufsichtsrat hat von dem Ergebnis der Prüfung zustimmend Kenntnis genommen. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluß, den Lagebericht und den Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns geprüft. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung sind Einwendungen nicht zu erheben. Der Aufsichtsrat billigt daher den Jahresabschluß und schließt sich dem Gewinnverwendungsvorschlag an. Düsseldorf, den 3. April 1995 Der Aufsichtsrat Albrecht Woeste Vorsitzender Lagebericht Für die Zukunft gut gerüstet Die Weltwirtschaft stand 1994 im Zeichen eines breiten konjunkturellen Aufschwungs. Westeuropa konnte im Wachstumstempo gegenüber den USA deutlich aufholen, wobei die amerikanische Wirtschaft weiter auf Expansionskurs blieb. In Lateinamerika hat sich der Aufschwung leicht beschleunigt. Auch in Mittel- und Osteuropa machte die konjunkturelle Entwicklung - mit Ausnahme von Rußland - gute Fortschritte. Noch verhalten war das Wirtschaftswachstum in Japan, während in den anderen asiatischen Industrieländern die wirtschaftliche Expansion auf weiterhin hohem Niveau stattfand. Treibende Kraft der weltweit guten Konjunktur war der steigende Bedarf an Industriegütern. Von der Konsumnachfrage hingegen gingen in Westeuropa aufgrund der nach wie vor hohen Arbeitslosenzahlen und zusätzlicher finanzieller Belastungen der privaten Haushalte keine Wachstumsimpulse aus. In diesem gesamtwirtschaftlich differenzierten Umfeld in Europa und Übersee haben unsere Geschäfte im Berichtsjahr unterschiedlich abgeschnitten. Sehr günstig entwickelten sich die Chemieprodukte, die Metallchemie und die Klebstoffe. Wasch- und Reinigungsmittel sowie Kosmetik- und Körperpflege-Produkte litten dagegen unter dem europaweit schlechten Konsumklima und einem verschärften Preiswettbewerb. Hinzu kamen negative Einflüsse aus veränderten Währungsparitäten. Umsatz leicht über Vorjahr Der Umsatz stieg 1994 um 1 Prozent auf 14,1 Mrd DM. Ohne den Einfluß von Währungskursänderungen, vor allem in Spanien, Italien, der Türkei sowie in Mexiko, hätte sich ein Umsatzanstieg von 3 Prozent ergeben. Der Zuwachs kam von den Auslandsfirmen. Der Umsatz der Inlandsfirmen blieb auf Vorjahreshöhe.

12 Neuer Spitzenwert beim Gewinn Das betriebliche Ergebnis des Konzerns lag etwas höher als im Vorjahr. Die Bankverbindlichkeiten konnten weiter abgebaut werden, was sich positiv auf das Finanzergebnis auswirkte. Im außerordentlichen Ergebnis wurde 1994 nochmals ein Betrag von 123 Mio DM an Restrukturierungskosten verrechnet. Gegenüber der Verrechnung im Vorjahr bedeutet dies eine Verringerung um 118 Mio DM. Die nochmaligen außerordentlichen Belastungen standen im Zusammenhang mit Maßnahmen zur Standortoptimierung in Europa und weiteren Vorruhestandsvereinbarungen bei der Henkel KGaA. Bei einer Steuerquote von 31 Prozent stieg der Jahresüberschuß um 21 Prozent auf 464 Mio DM. Damit wurde nach den rezessionsbedingten Ergebnisrückgängen in den beiden Vorjahren wieder der Anschluß an die langjährige aufwärts gerichtete Gewinnentwicklung erreicht und ein neuer Spitzenwert erzielt. Steigerung im Export, Umsatz in Europa leicht rückläufig Im Export wurde ein Zuwachs von 8 Prozent erzielt, während auf den Inlandsmärkten insgesamt der Umsatz um 1 Prozent zurückging. Bei den Markenartikeln kam es zu geringfügigen Umsatzrückgängen. Die chemisch-technischen Produkte konnten ihre Umsätze steigern. Im europäischen Ausland ging der Umsatz um 2 Prozent zurück. Von der anziehenden Konjunktur profitierten die Chemieprodukte und Klebstoffe, die ihre Umsätze deutlich ausweiten konnten. Im Markenartikelbereich - und hier bei Wasch- und Reinigungsmitteln - mußten demgegenüber spürbare Umsatzrückgänge hingenommen werden. Schwierige Marktbedingungen, rückläufige Märkte und das Vordringen von Discountern in Italien und Spanien mit preisaggressiven eigenen Marken waren die wesentlichen Ursachen. In unserem europäischen Geschäftsportfolio kam es 1994 zu folgenden Veränderungen: Im Frühjahr wurde das Sodaund Ätznatrongeschäft der Matthes & Weber GmbH, Duisburg, mit rückwirkender Geltung auf den Jahresbeginn an die D. George Harris & Associates, New York, USA, verkauft. In der Schweiz übernahm die Henkel Cie AG, Pratteln, mit Wirkung vom 1. Januar 1994 von der F. Steinfels AG, Zürich, deren Konsumgütermarken auf dem Gebiet der Wasch-, Spül- und Reinigungsmittel. In Italien verstärkte Henkel durch den Erwerb der Firma Synco S.R.L., Calenzano, seine Position auf dem Gebiet der Kunstoffadditive. Mit der Pelikan Holding AG, Zug/ Schweiz, traf die Henkel KGaA im Oktober eine Vereinbarung, wonach Henkel von Pelikan die Produktionseinrichtungen des Arbeitsgebietes "Kleben und Korrigieren - Papier, Büro, Schule", die Fertigungsverfahren sowie die in dieser Produktion tätigen Mitarbeiter übernimmt. Die Produktion wird schrittweise in die Anlagen der Henkel KGaA am Standort Hannover verlagert. Aus der Zusammenlegung der Produktion ergeben sich günstigere Fertigungskosten. Pelikan wird die eingebrachten Produkte parallel weiter unter eigenem Markennamen vertreiben. In Griechenland erwarb die Henkel Hellas A.E., Athen, gegen Ende des Jahres das Klebstoffunternehmen Viafrel A.E., Athen. Damit hat Henkel seine Position als Klebstoffhersteller erheblich ausgebaut und die Marktführerschaft bei Industrieklebstoffen in Griechenland erreicht. In der Türkei sind die beiden Verbundenen Unternehmen Türk Henkel A.S., Istanbul, und Turyag A.S., Izmir, zum Jahresende vollständig in den Besitz der Henkel KGaA übergegangen. Die von der Pamukbank und der Yapi ve Kredi Bankasi gehaltenen Anteile wurden für einen Kaufpreis von insgesamt 100 Mio DM erworben. Übersee mit starkem Umsatzwachstum Bei einer regional sehr unterschiedlichen Entwicklung erzielten die Verbundenen Unternehmen in Übersee 1994 insgesamt eine Umsatzsteigerung von 10 Prozent. Dank der anhaltend guten Konjunktur in Nordamerika konnten die Geschäfte in USA und Kanada ihre Umsätze um insgesamt 9 Prozent ausweiten. Überdurchschnittlich hohe Zuwachsraten gab es in der Oleochemie und bei der Metallchemie.

13 Auf den lateinamerikanischen Märkten konnte das Umsatzniveau des Vorjahres knapp gehalten werden. Bei der Henkel Mexicana kam es zu einem währungsbedingten Umsatzrückgang, während in Brasilien ein leichtes Umsatzplus erreicht wurde. In Afrika, Asien und Australien konnte der Umsatz insgesamt um 21 Prozent gesteigert werden. Ohne Änderungen des Konsolidierungskreises betrug die Zunahme 10 Prozent. Das starke Wachstum wurde im wesentlichen von den in der Managementeinheit Henkel Asia-Pacific Ltd. zusammengefaßten Firmen getragen. In China ist Henkel bei seiner Zielsetzung, gute Marktpositionen in den Kerngeschäften aufzubauen, im Berichtsjahr erheblich vorangekommen. Mit dem chinesischen Partnerunternehmen Siping Municipal Oils & Fats General Plant gründete Henkel das Joint Venture Siping Henkel Detergents and Cleaning Products Company Ltd. mit Sitz in Siping in der Provinz Jilin im Nordosten Chinas. In Guilin im Südwesten Chinas erfolgte die Gründung eines weiteren Gemeinschaftsunternehmens auf dem Waschmittelsektor, der Guilin Henkel Detergents and Cleaning Products Co. Ltd.; Partner ist die Guilin Synthetic Detergent Factory. Das Joint Venture in Guilin ist nach Siping und der Ende 1992 erfolgten Gründung in Tianjin die dritte Beteiligung von Henkel auf dem Gebiet der Wasch- und Reinigungsmittel in der Volksrepublik China. Auf dem Gebiet der Chemieprodukte gründete Henkel Ende 1994 mit der Shanghai Surfactant Factory (SSF) und der Shanghai Petrochemical Comp. Ltd. (SPC) das Joint Venture Shanghai Henkel Oleochemicals Ltd. (SHO) mit Sitz in Shanghai. Das Joint Venture wird oleochemische Produkte zur Herstellung von Wasch-, Reinigungs- und Körperpflegemitteln sowie Textilhilfsmittel herstellen und vertreiben. In Brasilien erwarb Henkel für 50 Mio USD eine 25prozentige Beteiligung am Stammkapital der Bombril S.A., Sao Paulo. Bombril ist mit einer Produktion von Tonnen Wasch- und Reinigungsmitteln und mehr als Beschäftigten ein bedeutendes Unternehmen im brasilianischen Waschmittelmarkt. Henkel wird Management- Verantwortung bei Bombril übernehmen und technologisches Know- how sowie Erfahrungen in der Vermarktung von Wasch- und Reinigungsmitteln einbringen. Henkel Konzern Umsatz nach Regionen Regionen Sitz der Abnehmer Sitz der Gesellschaften Veränderung Anteil Veränderung Anteil Mio DM % % Mio DM % % Deutschland Übriges Europa Nordamerika Lateinamerika Afrika, Asien, Australien Investitionen auf normalem Niveau Die Investitionen in Sachanlagen, immaterielle Vermögensgegenstände und Finanzanlagen beliefen sich 1994 auf Mio DM. Der Zugang an Sachanlagen betrug 783 Mio DM. Auf erworbene Geschäftswerte aus Unternehmensübernahmen und aus der Aufstockung von Anteilen an asoziierten Unternehmen entfielen 152 Mio DM. Im Stammwerk Düsseldorf-Holthausen ging eine neue Anlage zur Herstellung von Persil Megaperls in Betrieb. Die Erneuerung und der Ersatz alter Sulfieranlagen durch moderne, emissionsarme Anlagen zur Herstellung von Fettalkoholsulfaten wurden abgeschlossen. Der Bau der neuen Anlage zur Herstellung von Alkylpolyglycosiden (APG) ging planmäßig voran. Als größtes Infrastrukturprojekt konnte der zweite Teil eines neuen Lagerzentrums in Betrieb genommen werden. Der letzte Bauabschnitt des Holthausener Reststoffzentrums - eine wichtige

14 Umweltschutzmaßnahme - wurde abgeschlossen. In Genthin, wo neben der Henkel Genthin GmbH die einzige Zweigniederlassung der Henkel KGaA ihren Sitz hat, gingen wesentliche Teile einer neuen Produktionsanlage für flüssige Wasch- und Reinigungsmittel in Betrieb; die volle Produktion ist für 1995 vorgesehen. In Nemours/Frankreich und Malgrat/Spanien wurden Produktion und Abfüllung von flüssigen Wasch- und Spülmitteln erweitert. Mit der Inbetriebnahme eines neuen Hochregallagers in Montornes/Spanien konnten im Waschmittelbereich Lagerbestände zusammengefaßt und die Distribution verbessert werden. Im Werk Fino Mornasco/Italien wurde eine neue Sulfieranlage fertiggestellt. Bei der Henkel Corporation in USA konnten Anlagenverbesserungen bei einer Veresterung in Cincinnati abgeschlossen werden. In Aurora bei Chicago/USA gingen neue Anlagen zur Herstellung von Kleb- und Dichtstoffen für die Automobilindustrie in Betrieb. Fabriken zur Herstellung von flüssigen Produkten der Metallchemie wurden in Calhoun/USA und Ecatepec/Mexiko in Betrieb genommen. Forschung Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung lagen im Henkel Konzern mit 369 Mio DM um 8 Prozent niedriger als im Vorjahr. Der Anteil dieser Aufwendungen am Umsatz betrug 2,6 Prozent. Diese Entwicklung spiegelt die Auswirkungen der in Forschung und Entwicklung durchgeführten Restrukturierungsmaßnahmen wider. Durch die Konzentration auf Kernarbeitsgebiete, ein gestrafftes Projektmanagement und eine noch stärkere Marktausrichtung wurde trotz des Abbaus von Personal die Effizienz von Forschung und Entwicklung gesteigert. Neben den Aufwendungen für Forschung und Entwicklung wurden im Berichtsjahr 148 Mio DM für den Technischen Service aufgewendet. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten werden im Kapitel "Forschung und Technologie" dargestellt. Ausblick Für 1995 rechnen wir mit einem Anhalten der weltweit guten Konjunktur. In Westeuropa wird sich die konjunkturelle Belebung voraussichtlich fortsetzen, in Deutschland weiter verstärken. In den USA dürfte der konjunkturelle Höhepunkt erreicht werden. Von dieser Entwicklung werden unser Chemie- und Metallchemiegeschäft profitieren. Sorgen bereiten uns allerdings die raschen Kostensteigerungen bei den Vorprodukten. In den Konsumgüterbereichen sehen wir in Westeuropa noch keine Anzeichen für eine durchgreifende Verbesserung. Dank der ausgewogenen Produkt- und Länderstruktur von Henkel sind wir zuversichtlich, auch 1995 ungünstige Einflüsse aus einzelnen Märkten ausgleichen zu können. Das 1993 eingeleitete umfassende Restrukturierungsprogramm wurde 1994, soweit es um den Personalabbau ging, weitgehend und wie geplant beendet. Alle anderen Maßnahmen zur Verbesserung der Kostenstruktur werden dagegen unvermindert fortgeführt. Dazu gehören die Verringerung des Umlaufvermögens, der Abbau von Komplexität, die Vereinfachung von Prozessen und Vereinheitlichung von Systemen, die Verringerung der Zahl der Produktionsstandorte und die Senkung der Herstellkosten. Ziel ist die Erhaltung und weitere Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. Die gewonnenen Spielräume bei den Kosten werden benötigt für Innovationen und marktwirksame Investitionen. Nur mit überlegenen Produktideen, überzeugenden Systemen für unsere Handelspartner in der Logistik und Warenwirtschaft sowie kostengünstigen Produktionstechnologien lassen sich Marktpositionen halten und ausbauen. Wir haben die Weichen entsprechend gestellt und setzen alles daran, in den nächsten Jahren weiter verbesserte Ergebnisse zu erwirtschaften.

15 Dividende Henkel KGaA Dividende in DM je Stammaktie 6,00 6,50 7,00 7,00 7,00 9,00 * mit Steuergutschrift 9,38 10,16 10,94 10,94 10,00 12,86 je Vorzugsaktie 9,00 9,50 10,00 10,00 10,00 11,00 * mit Steuergutschrift 14,06 14,84 15,63 15,63 14,29 15,71 * Vorschlag Der Bilanzgewinn der Henkel KGaA beträgt 145 Mio DM. Der Hauptversammlung schlagen wir vor, auf die Stammaktien eine Dividende von 9,00 DM und auf die Vorzugsaktien eine Dividende von 11,00 DM je Aktie im Nennwert von 50 DM zu zahlen. Einschließlich der Steuergutschrift auf die Bardividende erhält der unbeschränkt steuerpflichtige Aktionär eine Bruttoausschüttung von 12,86 DM auf die Stammaktie und von 15,71 DM auf die Vorzugsaktie. Die Familie Henkel hat erneut auf einen Teil der auf die Stammaktien satzungsgemäß entfallenden Dividende verzichtet. Finanzen Eigenkapitalbasis gestärkt Segment-Berichterstattung Henkel Konzern Umsatz und betriebliches Ergebnis nach Geschäftsfeldern Umsatz * Betriebliches Ergebnis * Veränderung Anteil Veränderung Anteil Mio DM % % Mio DM % % Chemieprodukte Chemische Spezialitäten Markenartikel ± * einschließlich Nebentätigkeiten Die Segment-Berichterstattung erstreckt sich auf unsere nach strategischen Gesichtspunkten gebildeten Geschäftsfelder Chemieprodukte, chemische Spezialitäten und Markenartikel. Bei den Chemieprodukten konnte der Umsatz um 8 Prozent auf Mio DM gesteigert werden. Das betriebliche Ergebnis erhöhte sich um 59 Prozent auf 230 Mio DM und erreichte damit einen neuen Höchstwert. Der gute Geschäftsverlauf war auf die weltweit in fast allen Marktbereichen lebhaftere Nachfrage zurückzuführen. Die hohe Auslastung der Anlagen wirkte sich günstig auf die Kostensituation aus und trug in Verbindung mit straffer Kostenkontrolle und Verbesserungen im Produktportfolio maßgeblich zum erfreulichen Ergebnisanstieg bei. Die chemischen Spezialitäten - Metalloberflächenbehandlungsmittel, Klebstoffe sowie Produkte für die institutionelle Reinigung und Pflege - realisierten einen Umsatzzuwachs von 3 Prozent auf Mio DM. Das betriebliche Ergebnis verbesserte sich um 26 Prozent auf 304 Mio DM. Gute Umsatzfortschritte bei deutlich gesteigerten Erträgen erzielte die Metallchemie: In Übersee konnten die Umsätze erheblich ausgeweitet werden, in der europäischen Automobilindustrie wurden Marktanteile hinzugewonnen.

16 Die Klebstoffe für industrielle Anwendungen und die chemisch-technischen Markenprodukte legten bei Umsatz und Ergebnis ebenfalls zu. Gute Wachstumsraten zeigten die Auslandsgeschäfte, während es im Inland bei den chemischtechnischen Markenprodukten aufgrund von Sortimentsbereinigungen zu einem leichten Umsatzrückgang kam. Bei den Produkten für die institutionelle Reinigung und Pflege konnten trotz rückläufiger Marktentwicklungen Umsatz und Ergebnis gesteigert werden. Bei den Markenartikeln - Wasch-, Spül- und Reinigungsmittel für den Haushalt und Körperpflegemittel - kam es aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen in Europa zu einem Umsatzrückgang um 4 Prozent auf Mio DM. Das betriebliche Ergebnis ging um 36 Prozent auf 260 Mio DM zurück. Das Waschmittelgeschäft konnte im Inland bei wertmäßig stagnierendem Gesamtmarkt den Umsatz auf Vorjahresniveau halten. Im Ausland mußten dagegen Umsatzeinbußen als Folge des Vordringens von Billigmarken sowie wettbewerbsbedingter Preisanpassungen und negativer Währungsentwicklungen hingenommen werden. Bei den Körperpflegemitteln wurde trotz gleichfalls ungünstiger Markteinflüsse der Umsatz des Vorjahres nur geringfügig unterschritten. Die zur Sicherung der Marktpositionen erhöhten Entwicklungs- und Marketingaufwendungen sowie Preisherabsetzungen belasteten die Ergebnisse der Markenartikelgeschäfte. Verteilung der Wertschöpfung Henkel Konzern Wertschöpfung Mio DM % Mio DM % Umsatzerlöse/Erträge , ,0 Materialaufwand , ,4 Anlageabschreibungen 826 5, ,6 Übrige Aufwendungen , ,4 Wertschöpfung , ,6 davon Mitarbeiter , ,6 Öffentliche Hand 280 6, ,3 Darlehensgeber 238 5, ,1 Aktionäre 145 3, ,7 Fremdgesellschafter 70 1,6 74 1,7 Unternehmen 249 5, ,6 Die Wertschöpfung (Umsätze/Erträge abzüglich Materialaufwand, Abschreibungen und sonstige Aufwendungen) erhöhte sich um 1 Prozent auf Mio DM. Der weitaus größte Teil der Wertschöpfung, 77 Prozent, entfiel auf die Mitarbeiter. Im Unternehmen verblieben zur Sicherung des Wachstums und der Substanz 6 Prozent. Auf Steuern entfielen 6 Prozent, auf Darlehensgeber (Zinsen) 6 Prozent; die Aktionäre und Fremdgesellschafter erhielten 5 Prozent. Cash Flow weiter auf hohem Niveau Der Cash Flow ist gegenüber dem Vorjahreswert, der durch hohe Rückstellungen für Vorpensionierungen beeinflußt war, um 3 Prozent auf Mio DM zurückgegangen; der Anteil am Umsatz betrug fast 10 Prozent. Aus dem Cash Flow wurden die Investitionen in Sach- und Finanzanlagen sowie der zusätzliche Mittelbedarf im Umlaufvermögen voll gedeckt. Die Außenfinanzierung wurde um 100 Mio DM abgebaut; die Summe aus flüssigen Mitteln und Wertpapieren erhöhte sich um 47 Mio DM.

17 Henkel Konzern Finanzierungsrechnung in Mio DM Jahresüberschuß Abschreibungen auf das Anlagevermögen Abgänge von Anlagevermögen Erhöhung der langfristigen Rückstellungen Equity-Erträge abzüglich Dividenden Cash Flow Dividenden Henkel KGaA Dividenden Tochterunternehmen (an andere Gesellschafter) Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände * Investitionen in Sachanlagen Investitionen in Finanzanlagen ** Investitionen gesamt Veränderung der Vorräte Veränderung der Forderungen und Sonstigen Vermögensgegenstände Veränderung Umlaufvermögen Saldo aus Innenfinanzierung Kapitalerhöhung Sonstige Veränderungen Eigenkapital/Sonderposten Veränderung Verbindlichkeiten aus Lieferungen/Leistungen und Wechselverbindlichkeiten Veränderung der Sonstigen Verbindlichkeiten Veränderung der Anleihen/Personalobligationen und der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Außenfinanzierung Veränderung Flüssige Mittel, Wertpapiere * Zugänge und verrechnete Geschäftswerte aus Unternehmensübernahmen ** Ohne Equity-Erträge Gesunde Bilanzstruktur Henkel Konzern Bilanzstruktur Bilanzsumme (in Mio DM) (Folgende Angaben in % der Bilanzsumme) Anlagevermögen 52,0 52,8 Vorräte 17,6 16,2 Flüssige Mittel und Forderungen 30,4 31,0 Eigenkapital 38,8 35,4 Langfristiges Fremdkapital 23,0 22,9 Kurzfristiges Fremdkapital 38,2 41,7

18 Die Bilanzrelationen sind weiterhin gut. Die Bilanzsumme stieg auf Mio DM. Innerhalb des Berichtsjahres haben sich die Anteile von Anlage- und Umlaufvermögen mit 52 Prozent und 48 Prozent nur geringfügig verändert. Die im Jahre 1994 erworbenen Geschäftswerte in Höhe von 152 Mio DM wurden in Anpassung an internationale Gepflogenheiten aktiviert. Sie werden in den Folgejahren ergebniswirksam abgeschrieben. Das Eigenkapital (einschließlich der Stillen Beteiligungen und des Genußscheinkapitals) erhöhte sich im Berichtsjahr um 399 Mio DM. Aus der Ausübung der Optionsrechte aus der Optionsanleihe 1987/1994 der Henkel Finance Europe N.V., Amsterdam, ist der Henkel KGaA ein Betrag von 272 Mio DM an Eigenkapital zugeflossen. Durch die Übernahme der Partneranteile an den türkischen Konzerngesellschaften verminderte sich das Eigenkapital um 100 Mio DM; der Ausgleichsposten für Anteile anderer Gesellschafter ging entsprechend zurück. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich auf 38,8 Prozent. Eigenkapital und langfristiges Fremdkapital decken das gesamte Anlagevermögen und 56 Prozent der Vorräte. Im Zusammenhang mit den umfangreichen Restrukturierungsmaßnahmen sind die Pensionsrückstellungen und die anderen Rückstellungen um 83 Mio DM auf Mio DM angestiegen; ihr Anteil an der Bilanzsumme erreichte 33 Prozent. Die Eigenkapitalrendite betrug 12,8 Prozent (Vorjahr: 11,6 Prozent); die Gesamtkapitalrendite belief sich auf 8,8 Prozent (Vorjahr: 8,3 Prozent). Kapitalmarktmaßnahmen Am 7. Oktober 1994 wurde die Optionsanleihe 1987/1994 der Henkel Finance Europe N.V., Amsterdam, über 250 Mio DM zur Rückzahlung fällig. Die Option auf Umwandlung in Vorzugsaktien der Henkel KGaA wurde zu 99,75 Prozent ausgeübt. Dadurch erhöhte sich das Grundkapital der Henkel KGaA. Die aufgrund des Optionsrechts erworbenen Vorzugsaktien sind ab Beginn des Geschäftsjahres, in dem das Optionsrecht ausgeübt wurde, dividendenberechtigt. Henkel-Aktie Kennzahlen zur Henkel-Aktie in DM Ergebnis je Aktie nach DVFA/SG 33,50 32,00 Börsenkurs zum Jahresende Höchster Börsenkurs Niedrigster Börsenkurs Das Ergebnis je Aktie nach DVFA/SG lag 1994 unter Zugrundelegung der von 14,05 auf 14,60 Mio Stück gestiegenen Zahl an Aktien bei 33,50 DM (1993: 32,00 DM). Der Börsenkurs zum Jahresende betrug 565 DM, die Höchstnotierung lag 1994 bei 685 DM, der niedrigste Kurs wurde mit 529 DM festgestellt. Forschung und Technologie (Forschung) Innovationskraft gesteigert Für Forschung und Entwicklung stand das Jahr 1994 im Zeichen des inhaltlichen Aufbruchs und der Neuausrichtung. "Innovation" und "Öko-Leadership" waren die thematischen Schwerpunkte. Nicht zuletzt die in den zurückliegenden Jahren verbesserte Struktur von zentraler Forschung und dezentralen Entwicklungseinheiten trug dazu bei, die technologische und ökologische Führungsrolle von Henkel auszubauen.

19 Innovationsoffensive zur Zukunftssicherung Die Sicherung des Unternehmenserfolgs beruht auf einem ausgewogenen Verhältnis von kurz- und langfristigen Entwicklungen. Auf unmittelbare Veränderungen im Markt kann die Produktentwicklung schnell und flexibel reagieren. Gleichzeitig ist es unverzichtbar, vorausschauend konzipierte Forschungsprojekte zu eröffnen, welche die Wettbewerbs- und Ertragskraft von Henkel auch in der Zukunft sichern. Die Bedeutung zukunftsweisender Arbeiten in den zurückliegenden Jahren wird am Beispiel der Extrudat- Technologie in der Waschmittel-Herstellung deutlich. Dem Markterfolg dieser Innovation ist eine dreijährige, intensive Forschungstätigkeit vorausgegangen. Der Innovationskraft aus Forschung und Entwicklung kommt somit erheblicher Anteil an der Wertschöpfung im Unternehmen zu. Dieser Anteil soll weiter vergrößert werden. Anfang des Jahres 1994 startete Henkel daher eine "lnnovationsoffensive", die ihren Schwerpunkt bei Forschung und Entwicklung hat. Diese Innovationsoffensive soll im Rahmen der vereinbarten Strategie die Kernkompetenzen konzentriert weiterentwickeln. Im Unternehmensbereich Forschung/Technik wurden zu allen wichtigen thematischen Schwerpunkten Arbeitsgruppen aus Forschern, Produktentwicklern und Marketingexperten gebildet und auf diese Weise Kundenwünsche, Marktkenntnis und naturwissenschaftlich-technisches Know-how stärker zusammengebracht. Marktnahe Ideen schneller umsetzen Innerhalb sehr kurzer Zeit entstand in der zentralen Forschung ein Ideenpool aus vielen zusätzlichen Innovationsvorschlägen. Die erfolgversprechendsten Ideen wurden unter Markt- und Technologie-Aspekten nach Chancen- und Risiko-Potentialen ausgewählt. Sowohl neue, inhaltlich weitreichende Forschungsprojekte wurden auf diese Weise identifiziert als auch schnell realisierbare Vorschläge. Diese wurden unmittelbar an die operativen Unternehmensbereiche weitergegeben. Durch konsequentes Projektmanagement wird die beschleunigte Umsetzung am Markt gewährleistet. Henkel hat damit alle Voraussetzungen für die Festigung und den Ausbau von innovativen Potentialen geschaffen. Öko-Leadership: Führungsrolle braucht Forschung "Henkel ist das ökologisch führende Chemie-Unternehmen". Dieser Unternehmensgrundsatz spiegelt sich in den Aufwendungen von 383 Mio DM für Umwelt- und Verbraucherschutz sowie Sicherheit im Jahre 1994 wider. Hiervon wurden etwa 20 Prozent ausschließlich für Aufgaben in Forschung und Entwicklung aufgewandt. Die Umweltverträglichkeit von Produkten ist selbstverständlicher Bestandteil eines ganzheitlichen Qualitätsbegriffs bei Henkel. Am Beispiel der Alkylpolyglycoside (APG), 1994 ebenfalls ein Schwerpunktthema der Forschung, wird dies besonders deutlich. APG stellt eine selbständige Klasse besonders leistungsfähiger nichtionischer Tenside dar. APG wird allein aus den nachwachsenden Rohstoffen Pflanzenöl und Stärke hergestellt. Nach dem Gebrauch ist APG in der Umwelt schnell und vollständig abbaubar. Bei der Anwendung in Wasch- und Reinigungsmitteln oder in Produkten für Kosmetik und Körperpflege zeigt sich die besonders gute Verträglichkeit dieser Tenside. So wurden APG-haltige Produkte wie Pril Balsam, ein Handgeschirrspülmittel für empfindliche Haut, auch jenseits der deutschen Grenzen ein Markterfolg. Parallel konnte die Produktqualität der Reinigungsmittel-Palette in Deutschland aufgrund von APG-haltigen Rezepturen deutlich verbessert werden. Mit Fa 2in1, Soap and Cream, wurde erstmals ein Seifenstück entwickelt, das APG als hautmildes Tensid enthält und für normale und beanspruchte Haut gleichermaßen geeignet ist. Aufgrund der konsequenten Erforschung weiterer Anwendungsfelder wurde APG zum vielseitigen Tensid in der Palette des Unternehmensbereichs Chemieprodukte. Forschung und Entwicklung arbeiten intensiv daran, das hohe Anwendungspotential von APG für andere Produktsegmente bei Henkel verfügbar zu machen. Innovationspreise 1994: Fortschritt hat Tradition Seit jeher setzen Forscher und Entwickler ihr Wissen und Können daran, neueste Chemie und Technologie mit

20 größtmöglichem Kundennutzen und verbesserter Umweltverträglichkeit zu kombinieren. Bei Henkel hat dieser Forschungsansatz Tradition. So wurde der Fritz-Henkel-Preis für Innovation bereits zum dreizehnten Mal verliehen. Mit dieser internationalen Auszeichnung werden Mitarbeiter-Teams gewürdigt, die durch innovative Leistungen in vorbildlicher Weise zum Unternehmenserfolg beitragen. In diesem Jahr erhielten vier Gruppen den begehrten Preis: Es wurden Idee und Umsetzung des hautfreundlichen Handgeschirrspülmittels Pril Balsam und die Entwicklung des neuen, vereinfachten und umweltverträglichen Verfahrens zur Zinkphosphatierung ausgezeichnet. Parallel dazu ging der Preis an ein Team bei der Henkel Corporation in den USA für die Entwicklung umweltverträglicher Getriebeöle auf Basis nachwachsender Rohstoffe. Außerdem wurde die Einführung eines neuen enzymatisch-chemischen Verfahrens zur Herstellung hochwertiger kosmetischer Grundstoffe auf Proteinbasis prämiert. Die Innovationskraft unseres Unternehmens läßt sich auch daran erkennen, daß 1994 mehr als 500 Patente angemeldet wurden. Bezogen auf den Umsatz nimmt Henkel damit eine Spitzenstellung in der deutschen Chemische Industrie ein. Forschungssymposium: Innovation und Ökologie Mit dem Forschungssymposium 1994 "heute für morgen - Forschung und Innovation bei Henkel" hat das Unternehmen einen neuen Weg zu mehr Information und Dialog mit der Öffentlichkeit beschritten. Mehr als 50 Journalisten und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik diskutierten über Ziele, Methoden und Erfolge moderner Industrie-Forschung anhand aktueller Innovationen bei Henkel. Mitarbeiter Arbeitsproduktivität deutlich verbessert Im Mittelpunkt der Personalarbeit stand 1994 die Verbesserung der Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit der Henkel- Gruppe. Zur Nutzung von Marktchancen wurden die Standorte in den USA und der Region Asien/Pazifik weiter ausgebaut. Strategische Standortentscheidungen führten zur Aufgabe und Zusammenlegung von Produktionsstandorten in Europa. Verbesserungen in der Ablauf- und Prozeßorganisation trugen im gesamten Konzern zu einer weiteren Optimierung der Kostenstruktur bei. Die Restrukturierungsmaßnahmen wurden im vergangenen Jahr konsequent fortgesetzt und erstreckten sich auf alle Bereiche des Unternehmens. Die Gesamtbelegschaft verringerte sich 1994 um 573 auf Mitarbeiter. Bei den Inlandsgesellschaften ging der Personalbestand durch umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen und den Verkauf des Soda- und Ätznatron- Geschäftes von Matthes & Weber um Beschäftigte zurück. Die Anpassungsprozesse konnten in Abstimmung mit den Betriebsräten und durch Gespräche mit den betroffenen Mitarbeitern einvernehmlich gestaltet werden. Ende 1994 waren im Inland Mitarbeiter beschäftigt. Im Ausland wuchs die Zahl der Beschäftigten - ebenfalls zum Bilanzstichtag - um 754 auf Dies ist eine unmittelbare Folge der ausgeweiteten Geschäftsaktivitäten in Asien/Pazifik. Unser Joint Venture Tianjin Henkel Detergents mit 966 Mitarbeitern wurde erstmals konsolidiert. Die Personalstruktur in den großen Regionen - Nordamerika, Europa und Asien/Pazifik - hat sich von 1992 bis 1994 gravierend verändert. Einem Abbau von Beschäftigten in Europa steht ein Aufbau von Mitarbeitern in der Region Südostasien gegenüber. Der Anteil der Mitarbeiter im Ausland stieg in diesem Zeitraum von 57,9 auf 61,4 Prozent. Personalaufwand gesenkt Die Restrukturierungsmaßnahmen verbesserten die Kostenstruktur des Konzerns. Trotz allgemeiner Erhöhung der Arbeitsentgelte konnte der Personalaufwand 1994 auf Mio DM gesenkt werden. Der Anteil des Personalaufwands am Umsatz verringerte sich von 24 auf 23,5 Prozent. Die Arbeitsproduktivität konnte im selben Zeitraum weiter erhöht werden. Der Umsatz pro Kopf stieg mit 9,8 Prozent am stärksten im Inland. Leistungsfähige Mitarbeiter

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