Heiko und Britta über Jugend und Stress (aus: K.16, S.115, Jugendliche vor dem Mikro, Von Aachen bis Zwickau, Inter Nationes)

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1 (aus: K.16, S.115, Jugendliche vor dem Mikro, Von Aachen bis Zwickau, Inter Nationes) A. Bevor ihr das Interview mit Heiko hört, überlegt bitte: Durch welche Umstände kann man in Stress geraten? B. Hört jetzt das Interview mit Heiko. 1. Hat er Stress? Wodurch entsteht der Stress? Macht bitte Stichpunkte. Hört jetzt das Interview noch einmal. 2. Was sagt Heiko, was sagt er nicht? a) Später bin ich wahrscheinlich auch der Meinung, dass die Schulzeit die schönste Zeit war b) Ich habe zweimal die Woche Nachmittagsunterricht, das ist normal c) Der Musikleistungskurs ist für mehrere Schulen zusammen, weil es nicht so viele Fachlehrer gibt d) Der Nachmittagsunterricht beginnt um Uhr.. e) An manchen Tagen habe ich bis halb sechs Unterricht, dann muss ich meine Hausaufgaben nicht machen. Er sagt das Er sagt das nicht 3. Was sagt Heiko über die Schulzeit seiner Eltern? a) die hatten weniger Stress b) an sie wurden höhere Anforderungen gestellt. c) sie mussten geistig mehr leisten Richtig Falsch 4. Was macht Heiko gegen den Stress? a) den Kopf bewegen b) in den Keller gehen. c) sich aufregen d) Schlagzeug spielen e) eine Stunde schlafen 5. Welche Metapher, welches Bild gebraucht Heiko für das Wort Stress? Hört jetzt ein zweites Interview und zwar mit Britta. 6. Hat Britta Stress? Welche Aktivitäten betreibt sie (8)? Bitte macht Stichpunkte. Richtig Falsch

2 Hört jetzt das Interview noch einmal. 7. Welche Erklärung hat Britta dafür, dass sie keinen Stress hat? (2) 8. Die Aktivitäten von Britta lassen sich in vier Gruppen einteilen. MUSIK SPORT HAUSHALT JOB C. 1. Bitte überlegt: Wozu macht Britta das? Formuliert Sätze nach dem Muster: Britta spielt Volleyball, um Kontakt mit anderen Menschen zu bekommen. D. Anregung zur Diskussion Habt ihr manchmal Stress? Was tut ihr dagegen? Oder seid ihr auch Lebenskünstler/Lebenskünstlerinnen wie Britta? Diskutiert in der Gruppe.

3 Transkription Heiko aus Saarbrücken Heiko, viele Erwachsene denken, dass die Schulzeit die schönste Zeit in ihrem Leben war. Was hältst du von diesem Spruch? Oh je, das ist natürlich schön, ich meine, das hängt auch mit dem Alter zusammen. Rückblickend werde ich wahrscheinlich auch irgendwann mal sagen, dass mir das besonders gut gefallen hat, aber andererseits is es ja nicht so, dass wir Schüler nichts tun und nicht arbeiten. Wir haben doch ganz schön Stress mit der Schule, würde ich sagen. Worin besteht dieser Stress für dich? Bei mir persönlich ist es jetzt so, dass ich zweimal die Woche bis spät in den Nachmittag Nachmittagsunterricht habe, was normal bei uns nicht üblich ist. Also das hängt mit einem Kurs, ich hab Musik-LK, damit hängt das zusammen. Was bedeutet LK bitte? Leistungskurs, und zwar, der wird schulübergreifend angeboten, für mehrere Schulen gleichzeitig, weil das nicht viele Schüler sind, die den wählen, und deswegen ist der nachmittags, damit sich das nicht überschneidet mit anderen Stunden. Das bedeutet, ich muss um Viertel nach drei noch mal in eine andre Schule und das geht dann bis halb sechs und das ist doch ziemlich spät, und da das nicht normal ist, gehen auch die anderen Fachlehrer nicht dadrauf (darauf) ein, wenn ich sage, ich konnt meine Hausaufgaben nicht machen, ich hatte gestern nachmittag Schule. Das ist einfach nicht normal und deswegen wird vorausgesetzt, dass ich nachmittags frei habe, um Aufgaben zu machen. Und diese zwei Tage sind sehr, sehr stressig, weil ich habe dann morgens von acht Uhr bis zehn nach zwei Schule, dann 'ne kurze Pause und um Viertel nach drei geht's wieder weiter. Und abends muss ich dann noch Hausaufgaben machen, [die] für die die anderen Schüler eben den ganzen Nachmittag Zeit hatten. Glaubst du, dass der Stress größer geworden ist, in den letzten 20, 30 Jahren? Oder dass deine Eltern in ihrer Schulzeit weniger Stress hatten? Glaub ich fast nicht, weil, wenn ich höre, was an meine Eltern für Anforderungen gestellt wurden in der Schule, das war doch wesentlich höher teilweise als das an uns gestellt wird. Die haben einfach wesentlich mehr richtig gelernt, zu Hause auch und hatten dadurch sicher mehr Stress. Andererseits sind die Umweltbedingungen heutzutage ja stark unterschiedlich. Also gut, so gut vergleichen kann man das glaub ich nicht. Aber du meinst, deine Eltern mussten mehr leisten in der Schule? Mehr geistig, meine ich. Ja, wenn du Stress hast in deiner Schulzeit oder auch jetzt in deinem Leben, wie gehst du damit um? Wenn ich absolut gestresst bin, und wenn mir wirklich der Kopf irgendwo anders steht, dann gehe ich am liebsten [an] in 'n Keller. Da hab ich mein Schlagzeug steh n und reagiere mich erstmal ab. Und das hilft meistens. Oder ich leg mich hin und schlaf nachmittags mal 'ne Stunde oder so. Und dann geht's dir besser. Dann geht's mir besser, ja. Britta aus Staufen Britta, ich habe den Eindruck, dass du nicht sehr unter Stress leidest, stimmt das? Ja, ich habe absolut kein'n Stress, nein. Dabei habe ich aber auch den Eindruck, dass du sehr viel machst. Ja, ich brauche viel Beschäftigung, und ich bin, denk ich, ein sehr aktiver Mensch. Was machst du denn alles außer der Schule?

4 Ich mach viel Sport, ich spiel Volleyball, ich geh surfen, Ski fahren im Winter, ich gebe Nachhilfe nachmittags. Was für Nachhilfe? In Sprachen, also Englisch, Französisch, Latein. Ich besuche selber noch einen Kurs, um Spanisch dazuzulernen. Ich spiel Gitarre, Querflöte, ich war ziemlich lange auch in 'nem Orchester. Hast du überhaupt noch Zeit für die Schule? Nebenbei. Ja. Doch, doch, Schule auch. Und erwartet deine Mutter zu Hause auch noch von dir Mithilfe im Haushalt? Ja, das gehört dazu. Zimmer putzen; und wir machen das so, meine Schwester und ich wohnen im oberen Stockwerk und meine Eltern unten und dann sind wir für die ganze obere Etage zuständig zum Putzen. Also ich denke Britta, du bist wirklich eine Ausnahme, ich höre immer junge Leute über den totalen Stress stöhnen, wie erklärst du dir das? Ich weiß es nicht. Vielleicht liegt's an der Zeiteinteilung. Ich plane ziemlich viel und das Wochenende bleibt bei mir immer frei, das wird spontan verplant. Besuchst du auch oft deine Freundin? Ja, das kommt noch dazu. Führst du lange Telefongespräche? Nein, dafür habe ich dann keine Zeit. Also die Telefonitis hast du nicht? Nein, die habe ich nicht. Danke schön.

5 Transkription Heiko aus Saarbrücken Heiko, viele Erwachsene denken, dass die Schulzeit die schönste Zeit in ihrem Leben war. Was hältst du von diesem Spruch? Oh je, das ist natürlich schön, ich meine, das hängt auch mit dem Alter zusammen. Rückblickend werde ich wahrscheinlich auch irgendwann mal sagen, dass mir das besonders gut gefallen hat, aber andererseits is es ja nicht so, dass wir Schüler nichts tun und nicht arbeiten. Wir haben doch ganz schön Stress mit der Schule, würde ich sagen. Worin besteht dieser Stress für dich? Bei mir persönlich ist es jetzt so, dass ich zweimal die Woche bis spät in den Nachmittag Nachmittagsunterricht habe, was normal bei uns nicht üblich ist. Also das hängt mit einem Kurs, ich hab Musik-LK, damit hängt das zusammen. Was bedeutet LK bitte? Leistungskurs, und zwar, der wird schulübergreifend angeboten, für mehrere Schulen gleichzeitig, weil das nicht viele Schüler sind, die den wählen, und deswegen ist der nachmittags, damit sich das nicht überschneidet mit anderen Stunden. Das bedeutet, ich muss um Viertel nach drei noch mal in eine andre Schule und das geht dann bis halb sechs und das ist doch ziemlich spät, und da das nicht normal ist, gehen auch die anderen Fachlehrer nicht dadrauf (darauf) ein, wenn ich sage, ich konnt meine Hausaufgaben nicht machen, ich hatte gestern nachmittag Schule. Das ist einfach nicht normal und deswegen wird vorausgesetzt, dass ich nachmittags frei habe, um Aufgaben zu machen. Und diese zwei Tage sind sehr, sehr stressig, weil ich habe dann morgens von acht Uhr bis zehn nach zwei Schule, dann 'ne kurze Pause und um Viertel nach drei geht's wieder weiter. Und abends muss ich dann noch Hausaufgaben machen, [die] für die die anderen Schüler eben den ganzen Nachmittag Zeit hatten. Glaubst du, dass der Stress größer geworden ist, in den letzten 20, 30 Jahren? Oder dass deine Eltern in ihrer Schulzeit weniger Stress hatten? Glaub ich fast nicht, weil, wenn ich höre, was an meine Eltern für Anforderungen gestellt wurden in der Schule, das war doch wesentlich höher teilweise als das an uns gestellt wird. Die haben einfach wesentlich mehr richtig gelernt, zu Hause auch und hatten dadurch sicher mehr Stress. Andererseits sind die Umweltbedingungen heutzutage ja stark unterschiedlich. Also gut, so gut vergleichen kann man das glaub ich nicht. Aber du meinst, deine Eltern mussten mehr leisten in der Schule? Mehr geistig, meine ich. Ja, wenn du Stress hast in deiner Schulzeit oder auch jetzt in deinem Leben, wie gehst du damit um? Wenn ich absolut gestresst bin, und wenn mir wirklich der Kopf irgendwo anders steht, dann gehe ich am liebsten [an] in 'n Keller. Da hab ich mein Schlagzeug steh n und reagiere mich erstmal ab. Und das hilft meistens. Oder ich leg mich hin und schlaf nachmittags mal 'ne Stunde oder so. Und dann geht's dir besser. Dann geht's mir besser, ja. Britta aus Staufen Britta, ich habe den Eindruck, dass du nicht sehr unter Stress leidest, stimmt das? Ja, ich habe absolut kein'n Stress, nein. Dabei habe ich aber auch den Eindruck, dass du sehr viel machst. Ja, ich brauche viel Beschäftigung, und ich bin, denk ich, ein sehr aktiver Mensch. Was machst du denn alles außer der Schule?

6 Ich mach viel Sport, ich spiel Volleyball, ich geh surfen, Ski fahren im Winter, ich gebe Nachhilfe nachmittags. Was für Nachhilfe? In Sprachen, also Englisch, Französisch, Latein. Ich besuche selber noch einen Kurs, um Spanisch dazuzulernen. Ich spiel Gitarre, Querflöte, ich war ziemlich lange auch in 'nem Orchester. Hast du überhaupt noch Zeit für die Schule? Nebenbei. Ja. Doch, doch, Schule auch. Und erwartet deine Mutter zu Hause auch noch von dir Mithilfe im Haushalt? Ja, das gehört dazu. Zimmer putzen; und wir machen das so, meine Schwester und ich wohnen im oberen Stockwerk und meine Eltern unten und dann sind wir für die ganze obere Etage zuständig zum Putzen. Also ich denke Britta, du bist wirklich eine Ausnahme, ich höre immer junge Leute über den totalen Stress stöhnen, wie erklärst du dir das? Ich weiß es nicht. Vielleicht liegt's an der Zeiteinteilung. Ich plane ziemlich viel und das Wochenende bleibt bei mir immer frei, das wird spontan verplant. Besuchst du auch oft deine Freundin? Ja, das kommt noch dazu. Führst du lange Telefongespräche? Nein, dafür habe ich dann keine Zeit. Also die Telefonitis hast du nicht? Nein, die habe ich nicht. Danke schön.

7 Hinweise für den Lehrer: Zum Thema "Stress" gibt es zwei Interviews, ein etwas längeres Basisinterview mit Heiko, der Stress hat, und ein kürzeres mit Britta, die keinen Stress kennt Beide Interviews können hintereinander verwendet werden, in der Reihenfolge Heiko - Britta. Jedes Interview kann natürlich auch alleine verwendet werden, allerdings empfiehlt sich dann auch für Britta, die Vorentlastung A zu verwenden. Wortschatz Im Interview wird folgender landeskundiich wichtiger Wortschatz verwendet: Leistungskurs: In den Klassen 11 bis 13 des Gymnasiums wählen die Schüler individuell zwei Leistungsfächer, die dann für den Schüler mit der doppelten Stundenzahl unterrichtet werden. Gleichzeitig sind diese beiden Fächer Klausurfächer im Abitur, die Note in diesen beiden Fächern zählt für die Gesamtnote im Abitur ebenfalls doppelt Daneben wählen die Schüler Grundkurse, von denen drei ebenfalls Prüfungsfächer des Abiturs sind. Mit den Grund- und Leistungskursen, die im Abitur geprüft werden, müssen die Schüler Leistungen in den vier Bereichen -Naturwissenschaften -Sprachen - Künstlerisch-Musisch, und Politisch-Historisch-Sozial nachweisen. Lösungsschlüssel: B. 1. Ja, durch späten Unterricht am Nachmittag, Zeitdruck 2. er sagt: 2 a), 2 d) 3. richtig: höhere Anforderungen, geistig mehr leisten 4. richtig: in den Keller gehen, Schlagzeug spielen, eine Stunde schlafen 5. Metapher: mir steht der Kopf woanders 6. nein, Aktivitäten: Sport, Nachhilfe, Sprachen lernen, Instrument spielen, Mithilfe im Haushalt 7. Zeiteinteilung, plant viel, Wochenende frei 8. Musik: Gitarre, Flöte, Orchester Sport: Volleyball, Surfen, Skifahren Haushalt: Zimmer putzen Job: Nachhilfeunterricht in Englisch, Französisch, Latein 16. Heiko und Britta über Jugend und Stress

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