Schweizerische Arbeitskräfteerhebung und abgeleitete Statistiken: Arbeitszeit. 7,7 Milliarden Arbeitsstunden im Jahr 2012

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1 Eidgenössisches Departement des Innern EDI Bundesamt für Statistik BFS Medienmitteilung Sperrfrist: , 9:15 3 Arbeit und Erwerb Nr Schweizerische Arbeitskräfteerhebung und abgeleitete Statistiken: Arbeitszeit 7,7 Milliarden Arbeitsstunden im Jahr 2012 Neuchâtel, (BFS) Gemäss den Ergebnissen des Bundesamtes für Statistik (BFS) wurden in der Schweiz im Jahr 2012 insgesamt 7,738 Milliarden Arbeitsstunden geleistet. Dies entspricht einer Zunahme von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Während die tatsächliche wöchentliche Arbeitszeit der Vollzeitarbeitnehmenden zwischen 2007 und 2012 nahezu unverändert blieb (2012: 41 Stunden 23 Minuten), hat die Anzahl Ferienwochen leicht zugenommen. Gemäss der Arbeitsvolumenstatistik (AVOL) lag die Anzahl Arbeitsstunden sämtlicher Erwerbstätiger in der Schweiz im Jahr 2012 bei 7,738 Milliarden, was im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg von 0,4 Prozent bedeutet. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die Zunahme der Arbeitsstellen (+1,5%) zurückzuführen, die teilweise durch eine Abnahme der tatsächlichen Jahresarbeitszeit pro Arbeitsstelle (-1,0%) kompensiert wurde. Ein Rückgang war sowohl bei der tatsächlich geleisteten wöchentlichen Arbeitszeit pro Arbeitsstelle (-0,8%) als auch bei der durchschnittlichen Anzahl Normalarbeitswochen pro Arbeitsstelle (-0,3% von 46,7 auf 46,5 Wochen; 2012 fielen mehrere Feiertage auf einen Arbeitstag) festzustellen. Tatsächliche Arbeitszeit der Vollzeitarbeitnehmenden in den letzten fünf Jahren stabil Zwischen 2007 und 2012 blieb die tatsächliche wöchentliche Arbeitszeit der Vollzeitarbeitnehmenden stabil (2012: Anstieg um 1 Minute auf 41 Stunden 23 Minuten). Im gleichen Zeitraum haben sich sowohl die Absenzen (Rückgang um 1 Minute auf 1 Stunde 34 Minuten) als auch die Überstunden (Anstieg um 2 Minuten auf 1 Stunde 11 Minuten) nur minim verändert. Diese zwei Komponenten haben die leichte Abnahme der vertraglich festgelegten wöchentlichen Arbeitszeit (-2 Minuten auf 41 Stunden und 47 Minuten) kompensiert. Espace de l'europe 10 CH-2010 Neuchâtel

2 Über 45 Stunden pro Woche im Primärsektor Bei den Vollzeitarbeitnehmenden des Primärsektors wurde weiterhin die höchste wöchentliche Arbeitszeit verzeichnet (45 Stunden und 23 Minuten im Jahr 2012). Danach folgen die Branchen «Kredit- und Versicherungsgewerbe» (42 Stunden und 36 Minuten), «Gastgewerbe» (42 Stunden und 13 Minuten) und «Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen» (42 Stunden und 8 Minuten). Mehr Absenzen als Überstunden Im Allgemeinen liegt die Quote der Überstunden (2,8%) bei den Vollzeitarbeitnehmenden im Jahr 2012 tiefer als diejenige der Absenzen (3,8%). Ausnahmen davon bilden die Branchen «Kredit- und Versicherungsgewerbe», «Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen» und «Erbringung von sonstigen Dienstleistungen». Bei diesen ist die Quote der Absenzen (3,0%, 2,5% und 2,7%) tiefer als diejenige der Überstunden (5,4%, 3,9% und 2,9%). Quote der gesundheitsbedingten Absenzen Die Quote der gesundheitsbedingten Absenzen (Krankheit oder Unfall) der Vollzeitarbeitnehmenden belief sich auf 2,8 Prozent. Die tiefste Quote wies die Branche «Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen» auf (1,7%), während die Branchen «Baugewerbe» (3,3%), «Gesundheits- und Sozialwesen», «Immobilien, sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen», «Verkehr und Lagerei» und «Gastgewerbe» (3,1% in allen vier Branchen) die höchsten Quoten verzeichneten. Mit Ausnahme der «Fachkräfte in Land- und Forstwirtschaft», die eine der niedrigsten Quoten der gesundheitlich bedingten Absenzen aufweisen (2,3%), hängt die Quote stark vom Anforderungsniveau des ausgeübten Berufs ab: So belief sie sich bei den Vollzeitarbeitnehmenden von Berufen mit den höchsten Anforderungen («Führungskräfte» und «Akademische Berufe») auf 2,0 Prozent, während sie sich bei den Vollzeitarbeitnehmenden der Branchen «Hilfsarbeitskräfte» und «Anlagen und Maschinenbediener/innen, Montierer/innen» bei 3,6 Prozent bzw. 3,9 Prozent lag. Leichte Zunahme der Anzahl Ferienwochen Gemäss der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE) hat die Anzahl Ferienwochen der Vollzeitarbeitnehmenden (im Alter von Jahren, ohne Arbeitnehmende in eigener Firma) zwischen 2007 und 2012 von 4,9 auf 5,0 Wochen pro Jahr leicht zugenommen. Damit setzt sich die seit 15 Jahren beobachtete steigende Tendenz fort (4,6 Wochen im Jahr 1996). Die ältesten (50 64 Jahre: 5,5 Wochen im Jahr 2012) und die jüngsten (15 19 Jahre: 5,2 Wochen) Arbeitnehmenden verfügen über mehr Ferien als die 20- bis 49-Jährigen (4,8 Wochen). BUNDESAMT FÜR STATISTIK Pressestelle 2/6

3 Auskunft: Rongfang Reutter, BFS, Sektion Arbeit und Erwerbsleben, Tel.: , Pressestelle BFS, Tel.: , Fax: , Publikationsbestellungen, Tel.: , Fax: Weiterführende Informationen und Publikationen in elektronischer Form finden Sie auf der Webseite des BFS > Themen > 03 - Arbeit und Erwerb Die Medienmitteilungen des BFS können in elektronischer Form (Format PDF) abonniert werden. Anmeldung unter Diese Medienmitteilung wurde auf der Basis des Verhaltenskodex der europäischen Statistiken geprüft. Er stellt Unabhängigkeit, Integrität und Rechenschaftspflicht der nationalen und gemeinschaftlichen statistischen Stellen sicher. Die privilegierten Zugänge werden kontrolliert und sind unter Embargo. Keiner Stelle wurde ein privilegierter Zugriff auf diese Medienmitteilung gewährt. 3/6

4 Methodischer Anhang Arbeitsvolumenstatistik (AVOL) Bei der AVOL handelt es sich um eine Synthesestatistik, die auf der Grundlage von Daten der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE) und anderer Quellen erstellt wird. Hauptziel der AVOL ist die Erfassung der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden der gesamten Schweizer Volkswirtschaft. Das Arbeitsvolumen bezeichnet das Total der im Sinne der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung produktiven Arbeitsstunden. Berücksichtigt werden alle Personen, die im Referenzjahr als Selbstständige oder als Arbeitnehmende mindestens eine Stunde gegen Entlöhnung gearbeitet haben oder ohne Entlöhnung im Familienbetrieb mitgearbeitet haben. Das effektiv geleistete Arbeitsvolumen sowie seine Komponenten (Normalarbeitszeit, Überstunden und Absenzen) werden wie bei der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung jährlich nach dem Inlandkonzept (alle produktiven Tätigkeiten innerhalb des schweizerischen Wirtschaftsgebiets) berechnet. Das tatsächliche Arbeitsvolumen ergibt sich durch Addieren der effektiven Jahresarbeitszeiten von sämtlichen Beschäftigten der schweizerischen Volkswirtschaft. Die tatsächliche Arbeitszeit entspricht der Normalarbeitszeit plus Überstunden minus Absenzen. Schweizerische Arbeitskräfteerhebung (SAKE) Die SAKE ist eine telefonische Stichprobenerhebung bei den Haushalten, die seit 1991 jährlich vom Bundesamt für Statistik (BFS) durchgeführt wird. Sie beschreibt die Struktur und die Entwicklung der Erwerbsbevölkerung sowie das Erwerbsverhalten in der Schweiz. Im Hinblick auf die internationale Vergleichbarkeit stützt sich das BFS auf die Empfehlungen des Internationalen Arbeitsamtes (ILO) und auf die Normen von Eurostat zu den Arbeitskräfteerhebungen. Von 1991 bis 2009 wurde die Befragung nur im 2. Quartal durchgeführt. Gemäss dem bilateralen Statistikabkommen zwischen der Schweiz und der EU wird die SAKE heute kontinuierlich geführt mit dem Ziel, Quartalsindikatoren zum Arbeitsangebot zu produzieren. Personen, die an der Erhebung teilnehmen, werden innerhalb von anderthalb Jahren viermal befragt. Die jährliche Basisstichprobe umfasst seit 2010 rund 105'000 Interviews pro Jahr. Sie wird ergänzt durch eine Spezialstichprobe von rund 21'000 Interviews mit Ausländerinnen und Ausländern. Grundgesamtheit der SAKE ist die ständige Wohnbevölkerung ab 15 Jahren. Alle Quartals- und Jahresergebnisse der SAKE und der daraus abgeleiteten Statistiken (darunter die AVOL) sind auch in Form von herunterladbaren Tabellen auf dem Statistikportal des BFS verfügbar. 4/6

5 T1 Tatsächliches jährliches Arbeitsvolumen und tatsächliche Jahresarbeitszeit nach Geschlecht, Nationalität, Beschäftigungsgrad und Erwerbsstatus, AVOL Tatsächliches jährliches Arbeitsv olumen Tatsächliche Jahresarbeitszeit Inlandkonzept 1) in Millionen Stunden in Stunden pro Arbeitsstelle Geschlecht Männer 4'604 4'669 4'664 4'721 4'850 4'844 1'792 1'796 1'791 1'793 1'792 1'770 Frauen 2'646 2'712 2'722 2'787 2'858 2'895 1'240 1'231 1'216 1'249 1'250 1'243 Nationalität Schw eizer/innen 5'232 5'274 5'232 5'287 5'334 5'329 1'503 1'495 1'482 1'498 1'498 1'485 Ausländer/innen 2'018 2'108 2'154 2'221 2'374 2'409 1'653 1'651 1'640 1'665 1'658 1'631 Beschäftigungsgrad Vollzeit (90%-100%) 5'867 5'971 5'950 6'002 6'169 6'140 1'927 1'930 1'930 1'942 1'932 1'912 Teilzeit (w eniger als 90%) 1'383 1'411 1'436 1'506 1'539 1' dav on Teilzeit I (50-89%) '031 1'096 1'129 1'168 1'244 1'237 1'218 1'254 1'251 1'255 Teilzeit II (w eniger als 50%) Erwerbsstatus Selbstständigerw erbende '859 1'819 1'830 1'793 1'748 Arbeitnehmende in eigener Firma '973 1'998 1'901 1'892 1'882 Mitarbeitende Familienmitglieder ' '065 1'117 1'093 Arbeitnehmende 5'677 5'813 5'931 6'121 6'180 1'503 1'503 1'516 1'520 1'507 Lehrlinge '403 1'413 1'378 1'376 1'364 Total 7'250 7'382 7'386 7'508 7'708 7'738 1'542 1'537 1'525 1'544 1'544 1'528 1 ) Total aller produktiven Tätigkeiten innerhalb des schweizerischen Wirtschaftsgebietes. : Resultate nicht verfügbar (Wegen der Änderung der Periodizität bei der wichtigsten Quelle der AVOL sind die Daten für das Jahr 2009 nicht auf diesem Detaillierungsgrad verfügbar). T2 Komponenten der tatsächlichen wöchentlichen Arbeitszeit der Vollzeitarbeitnehmenden 1), AVOL Inlandkonzept 2) Veränderung Vertraglich festgelegte w öchentliche Arbeitszeit 41,81 41,80 41,76 41,77 41,78-2 min + Wöchentliche Dauer der Überstunden 1,15 1,14 1,27 1,23 1,18 2 min - Wöchentliche Dauer der Absenzen 1,59 1,48 1,61 1,54 1,57-1 min = Tatsächliche w öchentliche Arbeitszeit 41,37 41,47 41,42 41,46 41,39 1 min 1 ) Arbeitnehmende in der eigenen Firma sind ausgeschlossen. 2) Total aller produktiven Tätigkeiten innerhalb des schweizerischen Wirtschaftsgebietes. : Wegen der Änderung der Periodizität bei der wichtigsten Quelle der AVOL sind die Daten für das Jahr 2009 auf diesem Detaillierungsgrad nicht verfügbar. 5/6

6 T3 Vollzeitarbeitnehmende 1) : Komponenten der tatsächlichen wöchentlichen Arbeitszeit, Absenzenquote, Quote der gesundheitsbedingten Absenzen (Krankheit/Unfall) und Überstundenquote nach Wirtschaftsabschnitt, 2012 Inlandkonzept 2) Vertraglich Wöchentliche Wöchentliche Tatsächliche Absenzen- Quote der Überstundenfestgelegte Absenzdauer Überstunden- Wochen- quote 3) gesundheitsbed. quote w öchentliche dauer arbeitszeit Absenzen Arbeitszeit (Krankheit/Unfall) in Stunden pro Arbeitsstelle in % Wirtschaftsabschnitte NOGA A Land- und Forstwirtschaft 46,2 1,7 0,9 45,4 3,6 2,9 1,8 B-E Verarbeitendes Gewerbe/Energieversorgung 41,4 1,7 1,2 40,9 4,1 2,8 2,8 F Baugew erbe 42,0 2,2 0,9 40,8 5,1 3,3 2,2 G Handel, Reparaturgew erbe 41,8 1,6 1,2 41,4 3,9 3,0 3,0 H Verkehr und Lagerei 42,0 1,6 0,9 41,3 3,8 3,1 2,1 I Gastgew erbe 42,8 1,4 0,9 42,2 3,3 3,1 2,0 J Information und Kommunikation 41,1 1,6 1,6 41,0 4,0 2,9 3,9 K Kredit- und Versicherungsgewerbe 41,6 1,3 2,2 42,6 3,0 2,2 5,4 L/N Immobilien, sonst. wirtschaftliche DL 42,0 1,5 1,2 41,7 3,6 3,1 2,8 M Freiberufliche, wiss. und techn. DL 41,6 1,1 1,6 42,1 2,5 1,7 3,9 O Öff.Verw altung 41,8 1,6 0,8 41,0 3,9 2,8 2,0 P Erziehung und Unterricht 4) Q Gesundheits- u. Sozialw esen 41,8 1,7 0,7 40,9 4,1 3,1 1,8 R/S/T Kunst, Unterhalt., priv. HH, sonst. DL 41,8 1,1 1,2 41,9 2,7 2,1 2,9 A-T Total 41,8 1,6 1,2 41,4 3,8 2,8 2,8 1 ) Arbeitnehmende in der eigenen Firma sind ausgeschlossen. 2) Total aller produktiven Tätigkeiten innerhalb des schweizerischen Wirtschaftsgebietes. 3) Einschliesslich Absenzen aus gesundheitlichen Gründen (Krankheit, Unfall), bezahlter Mutterschaftsurlaub, Militärdienst, Zivildienst, Zivilschutz, Kurzarbeit, Arbeitsstreitigkeiten, Absenzen aus persönlichen/familiären Gründen oder wegen schlechtem Wetter. Ohne Ferien und Feiertage. 4) Für das Unterrichtswesen konnte die Arbeitszeit, die sich auf Wochen mit Unterricht und unterrichtsfreie Wochen verteilt, in der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE), der Hauptquelle der Arbeitsvolumenstatistik (AVOL), nicht ausreichend berücksichtigt werden. Daher wird zurzeit auf die Publikation von Daten für diesen Wirtschaftsabschnitt verzichtet. AVOL Quote der gesundheitsbedingten Absenzen (Krankheit/Unfall) 1) der Vollzeitarbeitnehmenden nach Berufshauptgruppen, 2012 G 1 in % Führungskräfte Akademische Berufe Techniker/innen und gleichrangige Berufe Bürokräfte und verwandte Berufe Dienstleistungsberufe und Verkäufer/innen Fachkräfte in Land- und Forstwirtschaft Handwerks- und verwandte Berufe Anlagen und Maschinenbediener/innen, Montierer/innen Hilfsarbeitskräfte 0,0 1,0 2,0 3,0 4,0 1) International Standard Classification of Occupations ISCO-08 BFS 6/6

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