Musterprüfung Finanzbuchführung 2

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1 Musterprüfung Finanzbuchführung 2 Frühjahr 2008 Diese und weitere von der Masterprüfungszentrale freigegebenen Musterprüfungen finden Sie auch im Kursbegleitmaterial Finanzbuchführung 2 - Übungen und Musterklausuren des EduMedia Verlages.

2 2 1. Musterklausur 1. Musterklausur Grundlage für diese Prüfung ist das Einzelunternehmen Axel Rauwald Sektkellerei mit Großhandel für französischen Champagner Freiburg Axel Rauwald ermittelt seinen Gewinn durch Betriebsvermögensvergleich. Das Wirtschaftsjahr entspricht dem Kalenderjahr; die Umsatzsteuer wird nach vereinbarten Entgelten berechnet. A. Allgemeiner Teil Aufgabe 1: (6 Punkte) Die Umsatzsteuerzahllast betrug im Wirtschaftsjahr 2007 insgesamt 5.226,00. Die steuerpflichtigen Umsätze für Januar 2008 (Saldo des Kontos Erlöse aus Handelswaren) beliefen sich auf ,00. Im Januar fielen abziehbare Vorsteuerbeträge in Höhe von ,00 an. Beantworten Sie folgende Fragen: a) Wie hoch ist die Zahllast für Januar 2008? b) Zu welchem Termin ist die Umsatzsteuervoranmeldung für den Januar 2008 abzugeben? c) Was versteht man unter einer Dauerfristverlängerung und unter welchen Voraussetzungen kann ein Unternehmen davon Gebrauch machen? Aufgabe 2: (4 Punkte) Unternehmer Rauwald hat Wein eingekauft, den er an seine Kunden verschenkt hat. Die steuerlichen Höchstgrenzen für Geschenke wurden eingehalten, die Aufzeichnungspflichten erfüllt. Der Wein wurde bei Lieferung bar bezahlt. Die ausgestellte Quittung enthielt folgende Angaben: BARVERKAUFSQUITTUNG Fa. Axel Rauwald Heinesstr. 98 Freiburg Sie erhielten im Januar Flaschen Blauburgunder à 7,80 netto 390,00 zuzüglich 19% USt 74,10 brutto 464,10 Betrag dankend erhalten P. Michels 52 1

3 1. Musterklausur 2 Der Zahlungsbetrag wurde als Kassenausgang erfasst und wie folgt gebucht: (S) Geschenke abzugsfähig 390,00, (S) Vorsteuer 74,10 an (H) Kasse 464,10. a) Welche Angaben fehlen auf der Quittung? Welche Folgen ergeben sich daraus? b) Welche Möglichkeiten hat Axel Rauwald, um diese Rechnung richtig zu stellen? Aufgabe 3: (6 Punkte) Ist es möglich, in den nachstehenden Fällen eine Rückstellung auf den zu bilden? Unterscheiden Sie gegebenenfalls zwischen Handels- und Steuerrecht; begründen Sie Ihre Entscheidung. a) Die Außenfassade des Betriebsgebäudes sollte noch im Jahr 2007 renoviert werden. Der Kostenvoranschlag lautet über ,00 netto. Aufgrund schlechter Witterungsbedingungen konnte die Renovierung erst im April 2008 abgeschlossen werden. b) Während einer Frostperiode im Januar 2008 wurden versehentlich einige Fenster nicht geschlossen. Daher froren verschiedene Wasserleitungen ein, ein Wasserrohrbruch war die Folge. Da es zu größeren Schäden kam, wurde in Verbindung mit den Reparaturarbeiten ein großer Teil des Rohrleitungssystems erneuert. Die Kosten beliefen sich auf ,00. Die Arbeiten waren am abgeschlossen. Aufgabe 4: (4 Punkte) HGB und AO verpflichten die Unternehmen grundsätzlich, für jeden Bilanzstichtag ein Verzeichnis der Gegenstände des Sachanlagevermögens anzufertigen. Beantworten Sie folgende Fragen: a) Welche Tätigkeit entfällt, wenn ein fortlaufendes Bestandsverzeichnis geführt wird? b) Welche Sachanlagegegenstände müssen nicht in das Bestandsverzeichnis eingetragen werden? c) Kann ein Anlagegegenstand aus dem Bestandsverzeichnis ausgetragen bzw. herausgenommen werden, wenn er voll abgeschrieben ist? Begründen Sie Ihre Antwort. B. Buchen von Geschäftsfällen (40 Punkte) Setzen Sie die folgenden betrieblichen Ereignisse in konkrete Buchungen um: Die Rechnungsformalitäten gelten in allen Aufgaben als erfüllt. Buchungstechnisch gilt das Jahr a) An den Kunden Niebler wird fakturiert: Riesling-Sekt, eigene Herstellung mit 3.425,50, Französischer Champagner (Handelsware) mit 1.371,30. Auf den Nettobetrag von 4.796,80 werden 19% USt (911,39 ) berechnet, so dass der Rechnungsbetrag mit 5.708,19 ausgewiesen wird. b) Für die Rücksendung von Verpackungsmaterial aus einer früheren Lieferung wird für den Kunden Huber eine Gutschrift in Höhe von 30,00 zuzüglich 19% USt (5,70 ) = 35,70 ausgestellt. c) Axel Rauwald führt eine Aktionswoche für französischen Champagner durch. Die Kunden können die verschiedenen Champagnersorten probieren. Sein Lieferant aus Frankreich liefert für diese Aktionswoche Champagner im Wert von 5.400,00. Die Voraussetzungen für den innergemeinschaftlichen Erwerb liegen vor. Der Champagner wird ausschließlich für den Ausschank in der Aktionswoche verwendet. d) Für den Einkauf von Traubenmost zur Herstellung von Sekt werden vom Lieferanten ,00 zuzüglich Transportkosten (400,00 ) und 19% USt (3.496,00 ) = ,00 berechnet. 2 53

4 2 1. Musterklausur e) Die Druckerei berechnet für Flaschenetiketten 1.340,00 zuzüglich 19% USt (254,60 ) = 1.594,60. f) Bei der Bank werden 5.536,94 gutschrieben. Es handelt sich um die Überweisung von dem Kunden Niebler zum Ausgleich der Rechnung (Geschäftsfall a)) unter Abzug von 3% Skonto. g) Bei der Bank erfolgt die Abbuchung der Eingangsrechnung für den Champagner (Geschäftsfall c)) mit 5.292,00. Die Rechnung wurde um 2% Skonto gekürzt. h) Aus einem Insolvensverfahren aus dem Jahr 2006 erhält Rauwald wider Erwarten 1.100,00. Dieses Geld wird bei der Bank gutgeschrieben. Die Forderung war bereits voll abgeschrieben und unterlag 16% USt. i) Zur Aktionswoche werden den Kunden Käse und Weißbrot gereicht. Im Kassenbuch wird folgende Ausgabe eingetragen: Quittungsbeleg für Käse und Weißbrot 148,00 zuzüglich 7% USt (10,36 ) = 158,36. j) Die Reisekostenabrechnung des Unternehmers Rauwald wird mit 205,00 bar ausgezahlt. Als Belege sind der Reisekostenabrechnung beigefügt: Hotelübernachtung ohne Frühstück 180,00 (einschl. 19% USt), Blumenstrauß für Kunden 25,00 (einschl. 7% USt). Die Belege entsprechen den gesetzlichen Bestimmungen. k) Der Unternehmer Rauwald entnimmt für den privaten Bedarf Riesling-Sekt aus der eigenen Herstellung. Die Herstellkosten betragen 425,00 netto und der Verkaufspreis 490,00 netto. C. Jahresabschlussarbeiten (40 Punkte) Nehmen Sie die Berechnungen und Abschlussbuchungen vor, die sich aus nachstehendem Sachverhalt zum ergeben. Es ist der steuerrechtlich niedrigste Gewinnausweis (ohne Sonderabschreibungen) anzustreben. a) Konto 0090 (0240) Geschäftsbauten, Stand , ,00 : Auf diesem Konto wurden im Jahr 2007 diese Zugänge gebucht: Anschaffungskosten eines Grundstückes mit ,00 und Herstellungskosten für das Gebäude mit ,00. Die Fertigstellung des Gebäudes erfolgte zum Das Gebäude soll mit 3% linear abgeschrieben werden. b) Konto 0210 (0440) Maschinen, Stand , ,00 : Auf diesem Konto wurde eine selbst hergestellte Maschine aktiviert. Die Fertigstellung erfolgte zum Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer beträgt 13 Jahre. c) Konto 1410 (1210) Forderungen all, Stand , ,00 : Es soll eine Pauschalwertberichtigung in Höhe von 2% gebucht werden. Zu berücksichtigen ist die Pauschalwertberichtigung aus dem Vorjahr mit ,00. d) In den Verbindlichkeiten all ist eine Auslandsverbindlichkeit in Höhe von ,00 USD enthalten. Diese Auslandsverbindlichkeit wurde zum Zeitpunkt der Rechnungsbuchung auf der Basis eines Kurswertes von 1 USD = 1,38 gebucht. Der Dollarkurs hat sich zum Bilanzstichtag wie folgt verändert: Kurs 1 USD = 1,46. e) Für die Herstellungskosten des Gebäudes wurde ein Darlehen in Höhe von ,00 aufgenommen. Die Auszahlung erfolgte zu 97% zum ; die Laufzeit des Darlehens beträgt 15 Jahre; im ersten Jahr tilgungsfrei. Der Buchhalter buchte lediglich: Bank an Darlehen gegenüber Kreditinstituten ,00. f) Die Lkw-Versicherung in Höhe von ,00 wurde am für ein halbes Jahr im Voraus bezahlt. Der Buchhalter buchte die komplette Summe auf das Konto Kfz-Versicherungen. 54 3

5 1. Musterklausur 2 g) Für das gemietete Lager wurde die Miete für den Monat Dezember 2007 erst am 03. Januar 2008 in Höhe von 5.000,00 überwiesen. h) Gemäß der Umsatzsteuervoranmeldung vom Dezember 2007 betrug die Zahllast ,00. Diese Voranmeldung wurde noch nicht gebucht. i) Die Aufwendungen des Steuerberaters für die Bilanzerstellung werden voraussichtlich 2.900,00 (netto) betragen. j) Für vertragliche Garantieverpflichtungen ist erstmals eine Rückstellung in Höhe von 1% des Nettoumsatzes der Fertigungserlöse zu bilden. Der Saldo auf dem Konto Fertigungserlöse beträgt zum Jahresende ,00. k) Die Inventurbestände zum betragen: Rohstoffe ,00 ( = ,00 ); Handelsware ,00 ( = ,00 ) und fertige Erzeugnisse ,00 ( = ,00 ). Buchen Sie die Bestandsveränderungen. 4 55

6 2 Lösungen zur 1. Musterklausur Lösungen zur 1. Musterklausur Axel Rauwald A. Allgemeiner Teil (20 Punkte) Aufgabe 1: a) Die Zahllast beträgt 4.270,00 (15.295,00 USt./ ,00 VorSt) 2 Punkte b) Da die Umsatzsteuerzahllast in 2007 insgesamt 6.136,00 nicht überstiegen hat, ist für den Monat Januar 2008 keine Umsatzsteuervoranmeldung abzugeben. Die Umsatzsteuervoranmeldungen sind in 2008 vierteljährlich abzugeben. Das erste Quartal ist fällig zum ohne Dauerfristverlängerung oder zum mit Dauerfristverlängerung. 2 Punkte c) Dauerfristverlängerung ist die Verlängerung der Abgabefrist für die Umsatzsteuervoranmeldung und für die Zahlung um 1 Monat. Voraussetzungen: Antrag beim Finanzamt und Sondervorauszahlung 1/11 (nur bei monatlicher Voranmeldung). 2 Punkte Aufgabe 2: a) Es fehlen der vollständige Name und die vollständige Anschrift des leistenden Unternehmens. Des weiteren fehlen die Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer sowie die Rechnungsnummer. 1 Punkt Dies hat zur Folge, dass der Vorsteuerabzug nicht anerkannt wird. 1 Punkt b) Axel Rauwald muss sich eine berichtigte Rechnung ausstellen lassen. 2 Punkte Aufgabe 3: a) Handelsrechtlich kann eine Rückstellung gebildet werden, da die Reparaturarbeiten im Folgejahr abgeschlossen wurden. 2 Punkte Steuerrechtlich kann keine Rückstellung gebildet werden, da die Reparaturarbeiten nicht bis zum des Folgejahres abgeschlossen wurden. 2 Punkte b) Handels- und steuerrechtlich kann keine Rückstellung gebildet werden, da die Ursache nicht im alten Wirtschaftsjahr begründet ist. 2 Punkte Aufgabe 4: a) Es entfällt die körperliche Bestandsaufnahme. 1 Punkt b) Geringwertige und kurzlebige Anlagegegenstände sowie Anlagegegenstände, die zum Festwert bilanziert werden, müssen nicht ins Anlageverzeichnis aufgenommen werden. 2 Punkte c) Der Anlagegegenstand kann erst aus dem Anlageverzeichnis ausgetragen werden, wenn er aus dem Betrieb ausscheidet oder wenn er nicht mehr genutzt wird. So lange für einen Anlagegegenstand noch Betriebsausgaben getätigt werden, muss er im Bestandsverzeichnis geführt werden. 1 Punkt 88 5

7 Lösungen zur 1. Musterklausur 2 B. Buchen von Geschäftsfällen (30 Punkte) Soll an Haben Pkt. a) Forderungen all 5.708, Erlöse 19 USt% 4.796, Umsatzsteuer 19% 911,39 b) Erlöse weiterberechnete Nebenkosten 19% USt 30, Forderungen all 35, Umsatzsteuer 19% 5,70 c) Repräsentationsaufwendungen 5.400, Verbindlichkeiten all 5.400, Vorsteuer innergemeinschaftlicher Erwerb 19% 1.026, Umsatzsteuer innergemeinschaftlicher Erwerb 19% 1.026,00 2 d) Einkauf Rohstoffe , Verbindlichkeiten all , Bezugsnebenkosten 400, Vorsteuer 19% 3.496,00 e) Einkauf Hilfsstoffe 1.340, Verbindlichkeiten all 1.594, Vorsteuer 19% 254,60 f) Bank 5.536, Forderungen all 5.708, Gewährte Skonti 19% USt 143, Umsatzsteuer 19% 27,34 g) Verbindlichkeiten all 5.400, Bank 5.292, Umsatzsteuer innergemeinschaftlicher Erwerb Repräsentationsaufwendungen 20, Vorsteuer innergemeinschaftlicher Erwerb 19% h) Bank 1.100, Erträge aus abgeschriebenen Forderungen i) Repräsentationsaufwendungen Vorsteuer 7% 10,36 j) Reisekosten Unternehmer Übernachtungsaufwand Vorsteuer 19% 28, Geschenke abzugsfähig 108,00 20, , Umsatzsteuer 16% 151,72 148, Kasse 158, , Kasse 205, , Vorsteuer 7% 1,64 k) Unentgeltliche Wertabgaben 505, Entnahme durch den Unternehmer für Zwecke außerhalb des Unternehmens (Waren) 19% USt 425, Umsatzsteuer 19% 80,

8 2 Lösungen zur 1. Musterklausur C. Jahresabschlussarbeiten (40 Punkte) Soll an Haben Pkt. a) 3% lineare AfA von ,00 = ,00 Anteilig für 7 Monate = , Bebaute Grundstücke , Geschäftsbauten , Abschreibung auf Sachanlagen , Geschäftsbauten ,00 2 b) Linearer AfA-Satz = 7,69% 23,08% von ,00 = Jahres-AfA ,00 mithin degr. AfA-Satz = 3x7,69 = 23,08% zeitanteilig für 2 Monate = , Abschreibung auf Sachanlagen , Maschinen ,00 2 c) Forderungen all brutto = ,00 Forderungen all netto = ,00 2% von ,00 = ,00 abzüglich PWB Vorjahr = ,00 Minderung zum = 4.682, PWB auf Forderungen 4.682, Erträge aus der Herabsetzung der PWB 4.682,00 2 d) Aufwendungen für Kursdifferenzen 3.200, Verbindlichkeiten all 3.200,00 2 e) Disagio 3% von = ,00 : 15 Jahre = jährlich 5.000, Zinsaufwendungen langfristige Verbindlichkeiten 5.000, Verbindlichkeiten geg. Kreditinstituten , Damnum / Disagio ,00 f) Aktive RAP 9.360, Kfz-Versicherung 9.360,00 2 g) Miete 5.000, Sonstige Verbindlichkeiten h) USt-Vorauszahlungen , Umsatzsteuer lfd. Jahr i) Abschlusskosten 2.900, Rückstellungen für Abschlusskosten 5.000, , ,00 2 j) Aufwand für Gewährleistungen k) Bestand Roh-, Hilfs und Betriebsstoffe , Rückstellungen für Gewährleistungen 7.950, Bestandsveränderung Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie bezogene Waren , , Bestandsveränderung Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie bezogene Waren , Bestand Waren , Bestand fertige Erzeugnisse , Bestandsveränderung fertige Erzeugnisse ,

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