ISB aktuell CONTINUOUS INTEGRATION UND TESTAUTOMATISIERUNG MIT OPEN SOURCE WIR SIND UMGEZOGEN EINDRÜCKE AUS DER WELLE IT Kundenmagazin

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1 IT Kundenmagazin ISB aktuell CONTINUOUS INTEGRATION UND TESTAUTOMATISIERUNG MIT OPEN SOURCE Projekterfahrungen in der Öffentlichen Verwaltung 03 WIR SIND UMGEZOGEN EINDRÜCKE AUS DER WELLE 8

2 02 EDITORIAL LIEBE LESERINNEN UND LESER, ich darf Sie an dieser Stelle recht herzlich im Rahmen unserer 1. Ausgabe der ISB aktuell im Jahr 2009 begrüßen. In dieser Ausgabe präsentieren wir Ihnen einen bunten Blumenstrauß an Themen, passend zum herbeigesehnten Frühling, die Ihnen hoffentlich interessante Leseminuten bescheren. Gerlinde Wiest-Gümbel Mama, wir fahren in die NEUE Krabbelstube, ich geh spielen und du gehst arbeiten. Mit diesen Worten begleitet mich seit November letzten Jahres meine kleine Tochter jeden Morgen in die neuen Räume der ISB. Die Welle, so die Bezeichnung unseres neuen Domizils, bietet nicht nur ein attraktives und sehr modernes Arbeitsumfeld für die Mitarbeiter der ISB AG. Auch dem Leitsatz flexible Balance zwischen Arbeitsund Berufsleben wird unser neues Gebäude dank einer größeren und noch schöneren Krabbelstube gerecht. Wir bieten Ihnen mit dieser Ausgabe unserer Firmenzeitung fotografische Einblicke in unsere neuen Räumlichkeiten und in das Konzept unserer Krabbelstube. Unser Leitartikel Continuous Integration und Testautomatisierung mit Open Source greift gleich zwei Know-how-Schwerpunkte von ISB auf: Open Source (OS) und automatisierbare Testmethoden. ISB hat über viele Jahre Expertenwissen im Bereich Softwareentwicklung auf der Basis von Open Source aufgebaut und bereits verschiedenste (auf ISB-OS-Plattform aufgesetzte) Anwendungen erfolgreich bei ihren Kunden im Einsatz. Bereits in der ISB-aktuell wurden, im Rahmen eines Interviews mit dem Auswärtigen Amt, Aspekte wie Plattformunabhängigkeit, offene Standards, Stabilität ebenso wie Lebenszykluskosten (Total Cost of Ownership) oder Fragestellungen wie Lizenzkosteneinsparungen erörtert. Insbesondere der Aspekt Kosteneinsparung rückt in Zeiten knapper IT-Budgets immer stärker in den Vordergrund und wird in den Medien vielfach wie auch kontrovers diskutiert. Die ISB AG hat sich hinsichtlich ihrer Anwendungsentwicklung den Herausforderungen Kosteneinsparungen im Zusammenhang mit gestiegenen Qualitätsanforderungen längst gestellt. Anwendungsentwicklung auf der Basis von Open Source und automatisierte Testverfahren gehören in vielen ISB-Projekten schon zum Standard. Was in zahlreichen Unternehmen noch theoretisch besprochen wird, ist bei uns bereits etabliert und standardisiert. Dies wollen wir mit unserem Leitartikel verdeutlichen. ICH WÜNSCHE IHNEN AN DIESER STELLE VIEL SPASS BEIM LESEN DIESER ABWECHSLUNGS- REICHEN ISB AKTUELL UND FREUE MICH AUF EIN HOFFENTLICH EBENSO ABWECHSLUNGS- REICHES UND ERFOLGREICHES JAHR MIT IHNEN. Gerlinde Wiest-Gümbel, Bereichsleiterin Vertrieb Public

3 TITELTHEMA 03 CONTINUOUS INTEGRATION UND TESTAUTOMATISIERUNG MIT OPEN SOURCE PROJEKTERFAHRUNGEN IN DER ÖFFENTLICHEN VERWALTUNG Die ISB hat im Rahmen ihrer IT-Projekte sehr umfangreiche und jahrelange Erfahrungen im Bereich Softwarequalitätssicherung gesammelt. Der Nutzen verschiedener Methoden zur Qualitätsverbesserung konnte dabei sowohl im Rahmen von konkreten Softwarevorhaben bei Industriekunden als auch bei Kunden in der öffentlichen Verwaltung nachgewiesen werden. Neben den in den klassischen Vorgehensmodellen festgelegten Standardmethoden zur manuellen Qualitätssicherung haben sich auch automatisierbare Methoden in der Praxis bewährt. Dabei bildet der Continuous-Integration-Ansatz eine Klammer um die automatischen Prüfverfahren wie auch um den gesamten Entwicklungsprozess. Es ist eine bekannte Weisheit, die nicht nur in der Softwareentwicklung ihre Gültigkeit hat: Je früher ein Fehler entdeckt wird, desto geringer sind die Kosten für dessen Behebung. Klassische Vorgehensmodelle wie beispielsweise das V-Modell (XT) sehen vor, einzelne Softwaremodule nach deren Fertigstellung zuerst getrennt einem Modultest zu unterziehen. Hat dieser Test ergeben, dass das Modul spezifikationsgemäß arbeitet, kann es mit den anderen Modulen integriert und einem Systemtest unterzogen werden, um die Korrektheit des Gesamtsystems nachzuweisen. Es gibt zwar Strategien zur Früherkennung und Vermeidung von Fehlern wie etwa automatische und manuelle Codereviews sowie definierte Entwicklertests. Im Wesentlichen wird die Software jedoch nach der Fertigstellung getestet, was nicht zu einer Früherkennung von Fehlern führt. Der mit den agilen Softwareentwicklungsmethoden bekannt gewordene Ansatz Continuous Integration (CI) geht einen anderen Weg. Wie der Name ausdrückt, werden Komponenten und Module, die meist verschiedene Entwickler erstellen, direkt nach deren Entstehung als Ganzes betrachtet und zu einem Gesamtsystem zusammengeführt, also kontinuierlich integriert. Probleme im Zusammenspiel der Module und an den Schnittstellen fallen sofort auf bzw. sind vermeidbar, da ansonsten die Integration nicht

4 04 TITELTHEMA gelingen kann. Die in kurzen Abständen wiegt der Nutzen, der durch den Einsatz des CI-Prozesses entsteht, deutlich (meist täglich) erstellte Software kann auch in diesen kurzen Abständen Qualitätssicherungsmaßnahmen unterzogen beispielsweise für das Erstellen der die dadurch verursachten Mehrkosten, werden. Hier bieten sich natürlich vor Simulationsobjekte. allem automatisierte Verfahren an. In den letzten fünf Jahren hat ISB unter Viele Fehler werden dadurch sehr frühzeitig entdeckt, was nicht nur zu einer größere Webanwendungen in J2EE-Tech- anderem für das Auswärtige Amt mehrere qualitativ hochwertigeren Software nologie umgesetzt. Das Auswärtige Amt führt, sondern die Herstellungskosten verfolgt bei der Erstellung von Anwendungen eine strikte Open-Source-Strate- in den Bereichen Qualitätssicherung und Fehlerbehebung deutlich reduziert. gie. Im Rahmen dieser Projekte hat ISB, Zusätzlich ist es möglich, den aktuellen ausgehend von einem automatisierten Entwicklungsstand anhand einer lauffähigen Software zu verfolgen und Abwei- rein auf der Basis von Open-Source-Kom- Buildsystem, sukzessive ein CI-System chungen im Fertigstellungsgrad oder zur ponenten mit integrierten automatischen Spezifikation frühzeitig festzustellen. Code- und Softwareprüfverfahren entwickelt. Im Rahmen des Großprojekts Auch wenn das Projekt nicht mit agilen Amtliche Schulverwaltungssoftware Methoden, sondern klassisch geführt (ASV) des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus wurde wird, lässt sich das CI-Verfahren anwenden, da hierdurch hauptsächlich die dieses Verfahren in Teilen modernisiert und technisch der zu erstellenden Abläufe in der Entwicklungsphase beeinflusst werden. Die Analyse-, Konzept- J2EE-Rich-Client-Anwendung angepasst. und QS-Phasen bleiben größtenteils unberührt. Die ISB AG verwendet für die Open-Source-Komponenten zum Einsatz Auch in diesem Projekt dürfen nur eigenen Projekte ein auf dem V-Modell kommen. basierendes eigenes Vorgehensmodell, in das CI problemlos integrierbar ist. Bei der Projektplanung spielt es eine wichtige Rolle, Der CI-Prozess zu berücksichtigen, dass Schnittstellen zwischen den einzelnen Modulen rechtzeitig zur Verfügung gestellt werden. Gegebenenfalls sind Simulationsobjekte auszutauschen, um die Modulintegration beizeiten zu ermöglichen. Auch auf eine sinnvolle Reihenfolge in der Modulerstellung sollte geachtet werden, um so früh wie möglich einen funktionsfähigen Softwarestand zu bekommen. Wird das rechtzeitig in der Planung des Projekts beachtet, über- SYSTEMAUFBAU UND ABLAUF DES CI-PROZESSES Grundlage für die Verwendung eines CI-Systems ist, dass das Entwicklungsteam die Programmquellen über eine Quellcodeverwaltung synchronisiert. Damit kann die Grundidee von CI realisiert werden, die Software sofort neu zu bauen, sobald ein Entwickler neue oder aktualisierte Quellen in die Quellcodeverwaltung einspielt. Ein Entwickler soll dabei in möglichst kurzen Abständen seine Quellen einspielen. Eine im Mittel tägliche Aktualisierung der Quellen hat sich an dieser Stelle als praktikabel erwiesen. Wichtig ist, dass die Änderungen übersetzbar sind und ein lauffähiges Gesamtsystem zur Folge haben. Da das Übersetzen und automatisierte Testen in größeren Projekten mehrere Stunden beanspruchen können, erscheint es nicht praktikabel, den kompletten CI-Prozess bei jeder Quellcodeaktualisierung durch einen Entwickler ablaufen zu lassen. Korrespondierend zur täglichen Aktualisierung wird der CI-Prozess jede Nacht gestartet, sodass am nächsten Arbeitstag morgens ein lauffähiges Gesamtsystem sowie die Testergebnisse zur Verfügung stehen. Abbildung 1: Der CI-Prozess

5 TITELTHEMA 05 Herzstück des CI-Prozesses ist der Continuous-Integration-Server. In den Projekten für das Auswärtige Amt wird Luntbuild als CI-Server eingesetzt. Der CI-Server steuert alle beteiligten Komponenten. Er stellt auch eine Konfigurationsoberfläche im Web zur Verfügung, welche die projektspezifischen Einstellungen der Komponenten ermöglicht. Luntbuild beinhaltet auch eine Benutzerverwaltung sowie ein Benachrichtigungsmodul. Über die Weboberfläche kann die automatische Ausführung des CI-Verfahrens geplant oder dieses von Hand gestartet werden. Der CI-Server ist in der Lage, den CI-Prozess für mehrere Projekte zu steuern, und bietet ein Rechtesystem an, um festzulegen, wer welche Aktion für das einzelne Projekt durchführen darf. Der gesamte CI-Prozessablauf ist in Abbildung 1 dargestellt. 1. Check-out Der CI-Server holt die aktuellen Quellen aus der Quellcodeverwaltung ab und legt sie an die projektspezifische Stelle des Buildsystems. ISB verwendet für Open- Source-Projekte Subversion als Quellcodeverwaltung. 2. Code-QS Die Quellen werden automatischen Tests unterzogen. Hier erfolgen Überprüfungen, ob der Code entsprechend allgemein anerkannten Programmierstandards erstellt wurde und ob fehlerverdächtige Muster enthalten sind. 3. Build Nach der Code-QS startet das Buildsystem. Die Anwendung wird übersetzt. Das Buildsystem ist Apache-ANT. 4. Deployment Sofern eine fehlerfreie Übersetzung des Systems vorliegt, erfolgt dessen Aufspielung auf das Testsystem des Projekts ein virtuelles Debian-Linux-System. Dabei werden automatisch die Rahmenbedingungen der neuen Version wie beispielsweise eine Aktualisierung des Datenbankschemas oder von Dateninhalten hergestellt. Ab diesem Punkt hat das Testsystem den aktuellen lauffähigen Stand des Vortags und steht sowohl für manuelle als auch automatische Tests bereit. 5. Testautomatisierung Nach erfolgreichem Deployment laufen die Tests der Anwendung an. Diese umfassen Modultests sowie automatisierte Oberflächenprüfungen und werden nachfolgend noch genauer beschrieben. 6. Reporting Die Ergebnisse aller Einzelschritte werden gesammelt und sind als HTML- Bericht über das Webfrontend des CI- Servers abrufbar. Als Berichtssystem wird Maven verwendet. Maven bietet eine einheitliche Schnittstelle zu den einzelnen Prozesskomponenten. So kann das Berichtssystem die einzelnen Ergebnisse entgegennehmen und daraus einen HTML-Report erstellen. Maven stellt jedem Projekt eine Webseite bereit, über welche die CI-Berichte der einzelnen Prozessläufe einsehbar sind. 7. Fehlerverfolgung Sowohl das QS-Team als auch das Entwicklungsteam sichten jeden Morgen den CI-Bericht. Schwerwiegende Fehler werden in das Fehlerverfolgungssystem eingestellt, um deren Behebung planen und überwachen zu können. Der Entwicklungsleiter des Projekts ist dafür verantwortlich, dass alle Fehler schnellstmöglich behoben werden. Alle Serversysteme sind auf der Basis von Debian-Linux aufgebaut. Um die Hardwarekosten in Grenzen zu halten, kommen virtuelle Systeme zum Einsatz, die auf einer homogenen Serverfarm installiert sind. Als Virtualisierungslösung dient dabei XEN. CODE-QS Besser als eine Früherkennung ist es, Fehler zu vermeiden, bevor sie entstehen. Die Definition von Programmierrichtlinien für das Entwicklungsteam stellt ein wichtiges Mittel zur Erreichung dieses Ziels dar. Programmierrichtlinien erstrecken sich von der Festlegung einer einheitlichen Formatierung des Codes und der Kommentierungsweise über Konventionen zur Benennung von Programmelementen wie Methoden und Variablen bis hin zur Verwendung definierter Entwurfsmuster für bestimmte Anwendungsfälle. Die Berechnung von Softwaremetriken ist ein sehr nützliches Hilfsmittel zur Durchsetzung solcher Konventionen. Metriken sind Kennzahlen, aus denen Schlüsse über beispielsweise die Verständlichkeit, die Komplexität und die Testbarkeit von Softwaremodulen gezogen werden können. Beispiele hierfür sind die Anzahl der Übergabeparameter und die Anzahl der Codezeilen je Methode oder die Menge der Methoden je Klasse. Werden hier bestimmte Werte überschritten, ist der Programmcode schwer verständlich und schlecht zu warten. Ist die Anzahl der möglichen Kontrollflusspfade einer Methode zu hoch, so lässt sich diese Methode nicht mehr in einer adäquaten Zeit vollständig testen. Zusätzlich gibt es Verfahren, die eine Identifizierung fehlerverdächtiger oder zu optimierender Codestellen über Mustervergleiche erlauben. Die im Rahmen des CI-Prozesses regelmäßige Prüfung auf die Einhaltung von Programmierrichtlinien, Metrikgrenzwerten und auf das Vorhandensein problematischer Codestellen führt zum einen dazu, dass Fehler frühzeitig gefunden und eliminiert werden können. Zum anderen entsteht ein Lerneffekt im Entwicklungsteam: Es wird nur noch richtlinienkonformer Code geschrieben und schlechten Code akzeptiert das Team nicht mehr. Dies führt bereits im Vorfeld zur Vermeidung zahlreicher Fehler. In dem hier beschriebenen CI-Prozess wird die Code-QS von den Open-Source- Systemen PMD und FindBugs durchgeführt.

6 06 TITELTHEMA TESTAUTOMATISIERUNG Der manuelle Kompletttest einer Anwendung gestaltet sich äußerst aufwendig und damit sehr teuer. Es sind möglichst viele Wege durch die Anwendung mit möglichst vielen Varianten zu testen, um eine hinreichende Testabdeckung für die geforderte Qualität zu erreichen. Bei größeren Anwendungen mit bis zu teils komplexen Einzeltestfällen ist beispielsweise mit ca. 15 Personentagen für den manuellen Volltest zu rechnen. Große Teile dieser Tests lassen sich automatisieren. Eine Möglichkeit, automatisiert zu testen, besteht in der Erstellung von Modultests während der Entwicklung (sogenannte UnitTests). Modultests stellen sicher, dass die einzelnen Softwaremodule technisch wie spezifiziert funktionieren und korrekt mit anderen Modulen interagieren. Webbrowser simuliert, der Requests an den Server schickt und somit wie ein Benutzer agiert. Über Java-Programmcode können Werte in Eingabefelder eingegeben sowie Schaltflächen und Links betätigt werden. Abhängig von den Ergebnissen vorheriger Eingaben lassen sich Folgeaktionen durchführen. Somit ist es möglich, einen komplexen Workflow in einer Anwendung abzubilden und das Erreichen von Sollergebnissen, also erwarteten Reaktionen der Anwendung, zu eruieren bzw. Abweichungen zu protokollieren. Die Testautomatisierung ist in der Lage, den Umfang der manuell durchzuführenden Tests deutlich zu reduzieren. Die Tester können sich auf fachlich hochwertige Testabläufe, welche sich nicht oder nicht sinnvoll automatisieren lassen, beschränken. Monotone Eingabefeldtests mit unzähligen Variationen müssen nicht mehr händisch durchgeführt werden. Das sehr aufwendige Testdatenmanagement, also das Bereitstellen eines bestimmten Datenbankzustands für einen oder einer Reihe von Tests, erfolgt ebenfalls automatisch. Automatisierte Oberflächentests gehen hier einen anderen Weg. Ein Testframework simuliert Benutzerinteraktionen mit der Oberfläche des Softwaresystems. Im Falle einer Webanwendung wird ein Abbildung 3: Maven-Berichtsausschnitt Checkstyle Code-QS Abbildung 2: Maven-Berichtsausschnitt Testautomatisierungsergebnisse

7 TITELTHEMA 07 Dies reduziert nicht nur erheblich die Kosten, sondern auch die Zeit, welche eine QS-Phase benötigt. Das System steht schneller zur Verfügung und die Projektlaufzeit verkürzt sich. Die Integration der Testautomatisierung in den CI-Prozess und die dadurch erreichte zyklische Ausführung der Testsuite dienen wiederum der Früherkennung von Fehlern. Nebenwirkungen von Programmänderungen, die sich auch auf das Oberflächenverhalten auswirken, fallen frühzeitig auf. Die Projekterfahrung der ISB AG mit Testautomatisierung hat gezeigt, dass die Erstellung von Testskripten für einen Testfall ca. die drei- bis vierfache Menge an Zeit beansprucht, verglichen mit einem manuellen Test der entsprechenden Testfälle. Zahlreiche Testvarianten können durch eine Kopie und das Variieren eines Skripts erzeugt werden, was bei manuellen Tests natürlich nicht möglich ist. Geht man von einer abschließenden Testphase mit zwei Testzyklen aus, so ist der ROI nach ungefähr zwei Releases erreicht. Zusätzlich steigt die Sicherheit bei Hotfixes, für welche ein manueller Volltest aus Kostengründen nicht durchführbar ist. In Projekten, in denen ISB Testautomatisierung einsetzt, reduziert sich die Zahl der vom Kunden gemeldeten Fehler zu vergleichbaren Projekten maßgeblich. Abbildung 2 zeigt einen Ausschnitt aus dem gesamten Report des CI-Prozesses. Es wird das Ergebnis (links) der Einzeltests innerhalb von Testabläufen zusammen mit der Ausführungszeit in Sekunden (rechts) dargestellt. ISB hat für Webanwendungen ein Testautomatisierungssystem entwickelt, das die Open-Source-Komponenten wie JWebUnit, HTTPUnit und DbUnit integriert. EINBEZIEHUNG DES KUNDEN Eine Steigerung des Nutzens ergibt sich dadurch, den Kunden in das CI-Verfahren mit einzubeziehen. Dies geschieht durch die Installation einer Kopie des CI-Systems beim Kunden. Das Kunden-CI- System holt zu festgelegten Zeitpunkten definierte Zwischenstände der Quellen aus der Quellcodeverwaltung der ISB AG ab und führt den gesamten CI-Prozess auf eigenen Systemen durch. Die Lieferung von Softwarezwischenständen bis hin zur Bereitstellung zur Abnahme verläuft voll automatisiert. Das Projektteam des Kunden kann den Projektfortschritt mitverfolgen das Projekt wird somit für alle transparent. Diskrepanzen zwischen den Konzepten und der Implementierung, insbesondere Diskrepanzen zwischen den Konzepten und den Erwartungen bzw. Vorstellungen der Mitarbeiter des Kunden werden sehr frühzeitig erkannt und können kostengünstig sowie in einer ruhigen Projektphase korrigiert werden. Der Kunde hat neben einem vollständigen Einblick in die Quellen die Kontrolle über den Erstellungsprozess der Software und die Installation des Testsystems. Durch die Ausführung der im Projekt vereinbarten Tests sowohl auf dem Quellcode als auch auf dem aktualisierten Testsystem kann der Kunde feststellen, ob die vereinbarten Qualitätsstandards eingehalten werden. Dies sorgt für eine vertrauensvolle Beziehung im gesamten Projektteam und bildet einen bedeutenden Eckpfeiler im Akzeptanzmanagement. FAZIT Der Einsatz eines Continuous-Integration-Prozesses in Softwareprojekten führt zu einer erheblichen Qualitätssteigerung und zu geringeren Kosten bei Qualitätssicherung und Gewährleistung. Dies ist aus konkreten Projekterfahrungen der ISB AG ableitbar. Auch Erfolgsrisiken wie beispielsweise Integrationsprobleme nach Entwicklungsende oder eine fehlende Kundenakzeptanz nach der Lieferung werden minimiert. Durch die Einbeziehung des Kunden in den Prozess wachsen Anforderungen, Konzeption und Realisierung zusammen. Einmal etabliert, empfiehlt sich die Nutzung des CI-Prozesses bei jedem technisch passenden Projekt unabhängig von dessen Größe, da er mit geringen Kosten multipliziert werden kann. Erfolgt darüber hinaus ein automatisierter Test der Benutzeroberfläche, so sinken die Kosten in Qualitätssicherung und Gewährleistung noch einmal deutlich. Auch hier ist der Nutzen unabhängig von der Projektgröße zu sehen. Im Hinblick auf die hohen Erstellungskosten der Testskripte lohnt sich jedoch der Einsatz erst, wenn mehrere Releases bzw. Versionen einer Software geplant sind. Der gesamte CI- Prozess ist für Java-/JEE-Projekte vollständig auf der Basis von Open-Source- Komponenten implementierbar, was sehr gut in die Strategie vieler Kunden der ISB AG passt. Jürgen Freudig, Programm Manager REFERENZEN Apache Ant Continuous Integration DbUnit FindBugs HTTPUnit JUnit JWebUnit Luntbuild Maven PMD Subversion

8 8 ISB INTERN WIR SIND UMGEZOGEN EINDRÜCKE AUS DER WELLE Die Welle Foyer Wie bereits in der letzten ISB aktuell angekündigt, freuen wir uns, Ihnen heute einige Eindrücke aus unserem neuen Gebäude präsentieren zu dürfen. Im November haben wir gemeinsam mit unserem Schwesterunternehmen ORGA GmbH unseren neuen Hauptsitz in Karlsruhe bezogen. Seitdem finden Sie uns unter: **Beachten Sie bitte, dass wir unsere Durchwahlen auf drei Stellen erweitert haben: Während die bisher dreistelligen Durchwahlen unverändert bleiben, wurden alle zweistelligen Durchwahlnummern auf drei Ziffern erweitert, indem eine 1 vorangestellt wird (so wird z.b. aus der Durchwahl 56 nun die 156 ). ISB AG Zur Gießerei 24* Karlsruhe ** (Zentrale) (Fax) *Falls Ihr Navigationssystem die Straße Zur Gießerei noch nicht kennt, geben Sie alternativ die Pfinztalstraße 92 ein und biegen Sie dann dort links in die Durchfahrt Zur Gießerei ein. Eine detaillierte Anfahrtsskizze finden Sie auf unseren Internetseiten: Hauptsitz_Karlsruhe.html. Die Welle, wie das Architekturbüro unser neues Domizil auf dem alten Areal der Badischen Maschinenfabrik Durlach (BMD) getauft hat, fällt durch ihre besondere Fassade auf: auf der einen Seite wellenförmig und zur anderen Seite kammförmig, die durch drei Höfe aufgelockert wird eine optimale Raumausnutzung bei gleichzeitig außergewöhnlicher Form. Beim neuen Gebäude war es uns besonders wichtig, auf eine umweltschonende Energieversorgung zu achten: Die Beheizung und Kühlung der Welle erfolgen Vorstandsbüro Küche

9 ISB INTERN 9 Besprechungszimmer Krabbelstube nach dem Prinzip der Geothermie, indem das Grundwasser aus Saugbrunnen über Wärmetauscher in das Gebäude geleitet und über Sickerbrunnen wieder in die wasserführende Schicht zurückgeführt wird. Das Gebäude wird im Winter beheizt, indem das über die Wärmetauscher erhitzte Wasser in jeder Betondecke in einem Rohrleitungssystem zirkuliert. Im Sommer findet die Kühlung nach dem gleichen Prinzip statt, indem das Grundwasser direkt (ohne vorheriges Erhitzen) in die Betondecken geleitet wird. Als Redundanz zu dieser Betonkerntemperierung haben wir konventionelle Kühlungen der Besprechungsräume im Sommer sowie eine konventionelle Nahwärmeheizung für das Heizen bei extrem niedrigen Außentemperaturen oder ungünstigen Grundwasserständen im Winter vorgesehen. Strom ist nur für die Beleuchtung, unsere EDV und den Betrieb der Pumpen erforderlich, aber auch der wird zukünftig durch eine geplante Fotovoltaikanlage auf dem Dach zum Teil wieder kompensiert: Das ist für uns GreenIT, direkt in die Praxis umgesetzt. Da wir das Gebäude auch innen mitgestalten konnten, haben wir des Weiteren einige Neuheiten realisiert: ausgewiesene Kundenparkplätze repräsentatives Foyer Erweiterung der Kaffee-/Teeküchen um Kommunikationsinseln für unsere Mitarbeiter höhenverstellbare Schreibtische und Besprechungstische für alle Mitarbeiter (Entlastung der Wirbelsäule durch die Möglichkeit, zwischen Sitzen und Stehen während der Arbeit wechseln zu können) Darüber hinaus haben wir unsere Krabbelstube vergrößern und verschönern können. Ausgehend von einem unserer Leitsätze, Die ISB AG bietet ihren Mitarbeitern ein attraktives und anspruchsvolles Arbeitsumfeld mit flexibler Balance zwischen Berufs- und Privatleben, bildet unsere Krabbelstube einen der wichtigsten Bausteine, erziehenden Müttern oder Vätern die Möglichkeit zu geben, schon 10 Monate nach der Geburt wieder ins Berufsleben einsteigen zu können. Mit 3 Teilzeiterzieherinnen und einem ausgefeilten pädagogischen Konzept werden 10 Kinder im Alter von 10 bis 36 Monaten von 8.00 bis Uhr betreut. Die Eltern erfahren eine Entlastung und ISB spart teure Einarbeitungskosten, wenn die Mitarbeiter(innen) bereits nach 10 oder 12 statt erst nach 36 Monaten wieder ins Berufsleben einsteigen. Wir fühlen uns sehr wohl im neuen Gebäude. Überzeugen Sie sich selbst davon und kommen Sie uns besuchen. Sie sind jederzeit herzlich willkommen. Ralf Schneider, Vorstand

10 IMPRESSUM Redaktion ISB AG Zur Gießerei Karlsruhe Tel. +49 (0) Fax +49 (0) Autoren Jürgen Freudig Ralf Schneider Gerlinde Wiest-Gümbel Gestaltung Phase Zwei Werbeagentur Reinhäuser Landstr Göttingen

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