Kreditkonditionen unter dem Diktat der Bonität

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1 unter dem Diktat der Bonität Ergebnisse einer DIHK-Umfrage zur Unternehmensfinanzierung im Mittelstand Frühjahr 2005 Standortpolitik Netzwerk Mittelstand

2 Copyright Alle Rechte liegen beim Herausgeber. Ein Nachdruck auch auszugsweise ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Herausgebers gestattet. Herausgeber Deutscher Industrie- und Handelskammertag Berlin Brüssel DIHK Berlin: Postanschrift: Berlin Hausanschrift: Breite Straße 29 Berlin-Mitte Telefon (030) Telefax (030) DIHK Brüssel: Hausanschrift: 19 A-D, Avenue des Arts B-1000 Bruxelles Telefon Telefax Internet: Redaktion DIHK Bereich Wirtschaftspolitik, Mittelstand, Standort Dr. Axel Nitschke, Dr. Matthias Schoder Stand Juni 2005

3 * * * Die Klagen über eine zu restriktive Haltung der Kreditinstitute bei der Gestaltung der für Firmenkunden reißen in der öffentlichen Diskussion nicht ab. In zwei Unternehmensbefragungen zur Unternehmensfinanzierung vom November 2002 und vom April 2004 hatte die IHK-Organisation belegen können, dass zumindest Teilbereiche der Wirtschaft von erheblichen Schwierigkeiten beim Kreditzugang betroffen waren. Setzt sich diese Entwicklung auch im Frühjahr 2005 fort? Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), die Spitzenorganisation der gewerblichen Wirtschaft in Deutschland, hat die 81 Industrie- und Handelskammern abermals gebeten, im Rahmen ihrer Konjunkturumfrage die Unternehmen gezielt zu fragen: Welche Erfahrungen hat Ihr Unternehmen mit seiner Hausbank bei den (Zins, Agio, Laufzeiten, Sicherheiten, Dokumentation, etc.) gegenüber dem Vorjahr gemacht? Die nun vorliegende bundesweite Auswertung dieser Frage beruht auf über Unternehmensantworten, die ein repräsentatives Stimmungsbild nach Branchen, Regionen und Unternehmensgrößenklassen bieten. Die Unternehmen wurden zudem nach der Einschätzung ihrer aktuellen Geschäftslage, nach ihren Geschäftserwartungen, ihren Exporterwartungen, ihren Investitionsplänen sowie ihren Beschäftigungsabsichten für das Jahr 2005 befragt. Die Antworten der Unternehmen auf diese Fragen hat der DIHK mit den Unternehmensantworten zur Veränderung der statistisch auf Korrelationen überprüft. Die Auswertung dieser DIHK-Umfrage stellt mit ihrer breiten Datenbasis die umfassendste empirische Untersuchung in Deutschland zum Thema Unternehmensfinanzierung dar, die sich durchgängig die Perspektive der betroffenen Betriebe zu Eigen macht. * * *

4 Die wesentlichen Ergebnisse der DIHK-Unternehmensbefragung zur Veränderung der (Zins, Agio, Laufzeiten, Sicherheiten, Dokumentation, etc.) im vergangenen Jahr: Differenzierung der nach Bonität setzt sich fort Die Finanzierungssituation der deutschen Unternehmen verbessert sich, bleibt aber gleichwohl schwierig. Von einer Lösung der Fremdfinanzierungsprobleme der deutschen Wirtschaft kann keine Rede sein. Trotz historisch niedriger Kapitalmarktzinsen und trotz einer konjunkturell bedingt schlappen Kreditnachfrage: Im Frühjahr 2005 übersteigt die Anzahl der Unternehmen mit abermals gewachsenen Kreditproblemen weiterhin deutlich die Zahl derjenigen Unternehmen, die mit ihren Hausbanken attraktivere Konditionen für sich aushandeln konnten. Offenkundig setzt sich die Differenzierung der nach Bonität spürbar fort. Bei den Unternehmen, die über schlechtere Konditionen klagen, steht neben den Zinsen vor allem das Thema Sicherheiten im Vordergrund. Eigenkapitalschwäche als gravierendes Manko Die traditionelle Eigenkapitalschwäche der Unternehmen des deutschen Mittelstands beeinträchtigt unter dem neuen, bonitätsorientierten Leitbild der Unternehmensfinanzierung massiv deren Ausstattung mit Fremdmitteln. Denn Kreditinstitute versehen die harten Bilanzdaten eines Kreditnehmers mit einem hohen Gewicht bei der Kreditentscheidung. Insbesondere die Eigenmittel eines Unternehmens gelten bei der Basel-II-konformen Beurteilung des Kreditantrags durch Kreditinstitute als wesentlicher Bonitätsmaßstab. Wie bereits in den Vorjahren äußern daher insbesondere eigenkapitalschwache kleine und mittlere Unternehmen (KMUs), Unternehmen der Bauwirtschaft sowie Betriebe in Ostdeutschland die größten Probleme bei den Kreditverhandlungen mit der Hausbank. Kreditinstitute orientieren sich an Vergangenheitsdaten In Kreditverhandlungen mit der Hausbank erfahren diejenigen Unternehmen Vorteile, die aktuell auch ihre Geschäftslage positiv einschätzen. Ein ähnlich enger Zusammenhang zwischen und Geschäftserwartungen der Unternehmen besteht hingegen nicht. Die Kreditinstitute orientieren sich mithin an einer vergangenheitsbezogenen Praxis bei der Bonitätsbeurteilung: Positive Zukunftsaussichten von Unternehmen werden im Ratingverfahren weitaus geringer gewichtet als der Blick auf die Vergangenheitsdaten der Unternehmensbilanz und hier insbesondere auf die Eigenkapitalausstattung. Gefüllte Auftragsbücher alleine reichen für günstige Finanzierungskonditionen offenkundig nicht aus. Mehr Investitionen und mehr Beschäftigung bei günstigen Krediten Unternehmen, die günstigere Kredite beziehen können, sind auch eher bereit, am Standort Deutschland zu investieren. Trübe inländische Investitionsabsichten äußern indes Unternehmen, die verschlechterte hinnehmen mussten oder denen der Kreditzugang verwehrt wurde. Die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen tragen also ihren Teil zum schwierigen durch hohe Steuer- und Abgabenlasten geprägten Investitionsumfeld in Deutschland bei. Auch auf die Beschäftigungspläne färben die jeweils gewährten ab: Unternehmen mit positiven Hausbankerfahrungen planen für das Restjahr 2005 weitaus eher Aufstockungen ihres inländischen Personalbestandes. Verschärfte erschweren also offenkundig zusätzlich zu Tarifrecht und Arbeitskosten Beschäftigung steigernde Investitionen bei den betroffenen Unternehmen.

5 Inhalt Seite I. Gesamtbeurteilung 1 Trübes Bild mit ersten Helltönen Konjunkturimpulse schlagen durch Etwas stabilere Lage im Kreditsektor Unternehmen setzen Bonitätsprogramme um Abwärtstrend schwächt sich ab II., Geschäftslage und Geschäftserwartungen 3 Eigenkapitalknappheit bleibt Achillesferse Eigenkapital beeinflusst Konditionen Ausschlaggebend ist die Geschäftslage, aber weniger die Geschäftserwartungen III., Investitionspläne und Beschäftigungsabsichten 6 Mehr Investitionen bei günstigen Krediten sowie bessere Beschäftigungsabsichten IV. nach Unternehmensgrößenklassen 7 Großunternehmen mit besseren Konditionen KMUs in der Falle der Eigenkapitalschwäche V. in den Branchen 8 Industrie: Exportbranchen können reüssieren Kreditsorgen im Einzelhandel bestehen fort Dienstleister mit Licht und Schatten Bauwirtschaft bleibt Schlusslicht VI. in den Regionen 11 Süden und Westen haben die Nase vorn Norden bleibt bei Krediten im Hintertreffen Finanzierungslage im Osten weiterhin prekär VII. IHK-Stellungnahmen 13 Anhang: DIHK-Veröffentlichungen zur Unternehmensfinanzierung 18

6 KREDITKONDITIONEN UNTER DEM DIKTAT DER BONITÄT I. Gesamtbeurteilung Trübes Bild mit ersten Helltönen Die Finanzierungssituation der deutschen Unternehmen verbessert sich, bleibt aber gleichwohl schwierig. Zwar mischen sich erste Helltöne in das zuletzt sehr trübe Bild der Kreditfinanzierung in Deutschland. Von einer Lösung der Fremdfinanzierungsprobleme der deutschen Wirtschaft kann nach den aktuellen Unternehmensangaben indes keine Rede sein. Denn unter dem Strich übersteigt im Frühjahr 2005 die Anzahl der Unternehmen mit abermals gewachsenen Kreditproblemen auch Trotz historisch niedriger Kapitalmarktzinsen und trotz einer konjunkturell bedingt schlappen Kreditnachfrage: Die massive Eigenkapitalschwäche der deutschen Unternehmen beeinträchtigt nach wie vor die von den Hausbanken gewährten Bedingungen des Kreditbezuges. Wie bereits in den Vorjahren äußern nicht zuletzt aus diesem Grund insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMUs), Unternehmen der Bauwirtschaft sowie Betriebe in Ostdeutschland die größten Probleme bei den Kreditverhandlungen mit der Hausbank. Allerdings sind selbst in diesen Teilbereichen der deutschen Wirtschaft zu Jahresbeginn 2005 Saldenanstiege bei der Entwicklung der zu verzeichnen wenn auch schwächer als in der Gesamtwirtschaft. Die sachte Entspannung bei der Kreditfinanzierung hängt vornehmlich mit drei Entwicklungen zusammen: Mit der nach drei Stagnationsjahren im Jahr 2004 wieder moderat verbesserten wirtschaftlichen Situation in Deutschland hat sich auch die Verhandlungsposition einiger Kreditnehmer verbessert. Welche Erfahrungen hat Ihr Unternehmen mit seiner Hausbank bei den (Zins, Agio, Laufzeiten, Sicherheiten, Dokumentation, etc.) in diesem Jahr gegenüber dem Vorjahr gemacht? Herbst 2002 in Prozent Frühjahr 2004 Frühjahr 2005 verbessert gleich geblieben verschlechtert Kredite nicht verlängert / abgelehnt Saldo* * Anteil der Verbessert -Meldungen abzgl. Summe der Anteile an Verschlechtert - und Kredite nicht verlängert/abgelehnt -Meldungen weiterhin deutlich die Zahl derjenigen Unternehmen, die bei ihren Hausbanken attraktivere Konditionen für sich aushandeln konnten. Offenkundig setzt sich die Differenzierung der nach Bonität spürbar fort. Bei der zuletzt schwierigen Ertragslage deutscher Kreditinstitute zeigen sich mittlerweile Zeichen einer Stabilisierung. Viele Unternehmen haben Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Kreditnehmerbonität eingeleitet, die nunmehr greifen. Konjunkturimpulse schlagen durch In den Unternehmensangaben drückt sich aus, dass die zarte wirtschaftliche Belebung des Jahres 1

7 Saldenveränderungen Frühjahr 2005 gegenüber Frühjahr 2004 in Prozentpunkten Saldo Frühjahr 2004 Saldo Frühjahr 2005 Saldenveränderung Frühjahr 2005 gegenüber Frühjahr 2004 Geschäftslage Investitionspläne Beschäftigungspläne Exporterwartungen Geschäftserwartungen die Finanzierungsbedingungen mitziehen konnte anders als im vorangegangenen Jahr, als sich die keimende konjunkturelle Zuversicht allenfalls geringfügig in den widerspiegelte. 1 Im Saldenvergleich der Unternehmensangaben zur jeweils aktuellen Geschäftslage in den Konjunkturumfragen des DIHK vom Februar 2005 und vom Februar 2004 zeigt sich nicht mehr der scharfe Kontrast zur Saldenveränderung der. Vielmehr offenbart sich zu Jahresbeginn 2005 ein ähnlich starker Anstieg beider Saldenwerte, während sich die restlichen Kategorien (Geschäftserwartungen, Exporterwartungen, Investitionspläne und Beschäftigungsabsichten) in den zurückliegenden zwölf Monaten zum Teil erheblich schwächer entwickeln. Mit Verweis auf ihre gebesserte Geschäftslage konnten viele Unternehmen folglich im Verlauf des Geschäftsjahrs 2004 auch Kapitalgebern wieder mit etwas breiterer Brust gegenüber treten. Insbesondere diejenigen Unternehmen, die vom Boom der Weltwirtschaft profitierten, waren in der Lage, Gewinnzuwächse zu thesaurieren und so ihre Eigenkapitalposition ein wesentliches Bonitätsmerkmal zu verbessern. Als attraktive Kunden konnten sie bei ihren Hausbanken vielfach bessere für sich durchsetzen. Angesichts der weiterhin zahnlosen Binnenkonjunktur und etwas nachlassender weltwirtschaftlicher Dynamik entwickelt sich im Kalenderjahr 2005 dieses unterstützende Element des Kreditbe- 1 Vgl. Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK), Kreditprobleme trotz konjunktureller Zuversicht, Berlin, April 2004, S. 2. zuges jedoch zurück. Insofern dürfte sich dieser erfreuliche Effekt am aktuellen Rand wieder abgeschwächt haben. Etwas stabilere Lage im Kreditsektor Von der etwas freundlicheren konjunkturellen Situation des Jahres 2004 profitieren auch die deutschen Kreditinstitute. Deren Aufwandsseite erfuhr zuletzt eine Entlastung. Denn im zurückliegenden Jahr stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen zumindest nicht weiter an. 2 Der Wertberichtigungs- und Risikovorsorgebedarf bei inländischen Kreditengagements sank folglich leicht ab. Auch bei den Verwaltungskosten im Kreditsektor zahlen sich die eingeleiteten Restrukturierungsschritte und Konsolidierungsbemühungen mittlerweile aus. Zudem hellt sich die Ertragssituation im deutschen Kreditgewerbe nach sehr mageren Zeiten etwas auf: Zwar befinden sich die deutschen Institute im internationalen Vergleich immer noch in einer schwierigen Wettbewerbsposition 3, hinsichtlich der Ertragslage deutet sich inzwischen jedoch zumindest eine Stabilisierung an. 4 Dies hat bisweilen bereits positive Folgen für Kreditvergabeent- 2 Vgl. Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 4. März 2005: Unternehmensinsolvenzen ,3% unter Vorjahresniveau. 3 Vgl. Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), 74. Jahresbericht, 1. April März 2004, Basel, Juni 2004, S. 137 f. 4 Vgl. Deutsche Bundesbank, Geschäftsbericht 2004, Frankfurt am Main, März 2005, S. 45 ff. sowie dies., Die Ertragslage der deutschen Kreditinstitute im Jahr 2003, Monatsbericht September 2004, Frankfurt am Main, S. 29 f. 2

8 scheidungen. 5 Manche Kreditinstitute, die zuvor sehr zurückhaltend waren, entdecken das Kreditgeschäft wieder für sich als attraktive Geschäftssparte und wollen freilich zunächst noch moderat wieder mehr Kredite an den Mittelstand vergeben. Einen positiven Beitrag leistet hierzu auch das konstant günstige Refinanzierungsniveau für den Kreditsektor. Seit Juni 2003 verharren die Leitzinsen der Europäischen Zentralbank auf historisch niedrigem Niveau. Die Institute können mithin ausreichend Mittel für ihr Kreditgeschäft zu lukrativen Konditionen beziehen. Unternehmen setzen Bonitätsprogramme um Mehr und mehr Unternehmen haben zudem in den zurückliegenden Jahren ihre Hausaufgaben gemacht: Sie haben adäquate Maßnahmen zur Steigerung ihrer Bonität als Kreditnehmer ergriffen. Derartige Pläne hatten bereits im November 2002 beinahe zwei Drittel aller Unternehmen in einer DIHK-Umfrage angekündigt. 6 Die Unternehmen haben ihre Vorhaben nunmehr offenkundig zumindest teilweise umgesetzt und dies, wie die aktuellen Umfrageergebnisse andeuten, mit zählbarem Erfolg. In den letzten Jahren strebten Unternehmen vornehmlich eine Erhöhung des wirtschaftlichen Eigenkapitals durch eine moderatere Entnahmepolitik oder durch zusätzliche Kapitaleinlagen, den Aufbau einer adäquaten Unternehmensplanung und -kontrolle sowie die Verbesserung der Kommunikation mit der Hausbank an. Diese Schritte schlagen sich nun bei einigen Unternehmen in besseren nieder. Auch die Aufklärungs- und Informationskampagnen der Industrie- und Handelskammern zur Vorbereitung auf Hausbankgespräche sowie die vielfältigen gewerblichen Hilfestellungen für Unternehmen zur Vorbereitung von Kreditverhandlungen konnten bisweilen zu einer Verbesserung der Verhandlungsposition beitragen. 5 Vgl. Deutsche Bundesbank, Bank Lending Survey des Eurosystems - Ergebnisse für Deutschland, Frankfurt am Main, Februar Vgl. Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK), Mittelstandsfinanzierung in schwierigem Umfeld, Berlin, November 2002, S. 8 ff. Abwärtstrend schwächt sich ab Insgesamt bewirken die skizzierten Entwicklungen zwar keine Beseitigung der Finanzierungsprobleme der Unternehmen. Der Abwärtstrend bei der Entwicklung der schwächt sich aber freilich noch auf niedrigem Niveau ab. Die Differenz zwischen der Zahl der Unternehmen mit negativen Erfahrungen und derjenigen mit positiven Erfahrungen zeigt sich im Frühjahr 2005 etwas geringer. Der Saldo 7 der Unternehmensberichte über Erfahrungen bei Bankengesprächen zu im zurückliegenden Geschäftsjahr verbessert sich im Vorjahresvergleich um 8 Prozentpunkte, ist mit minus 12 Prozentpunkten aber immer noch klar negativ. Der zu beobachtende Saldenanstieg beruht dabei sowohl auf einer Zunahme der Verbessert - Meldungen um 3 Prozentpunkte auf nunmehr 10 Prozent als auch auf einer Minderung der Verschlechtert -Quote um 5 Prozentpunkte auf 19 Prozent. Unverändert zeigt sich der Anteil der Unternehmen, deren Kredite nicht verlängert oder gar abgelehnt wurden, bei 3 Prozent. Ein gutes Drittel der Unternehmen stellt mit Blick auf das Geschäftsjahr 2004 keine Veränderung bei den gewährten fest. II., Geschäftslage und Geschäftserwartungen Eigenkapitalknappheit bleibt Achillesferse Die positiven Tendenzen der jüngeren Vergangenheit überdecken freilich nicht das Kernproblem der Unternehmensfinanzierung in Deutschland: Die fundamentale Eigenkapitalschwäche vieler kreditsuchender Unternehmen. International vergleichsweise günstige Kreditzinsen haben in den letzten 50 Jahren in Deutschland zu einer Erosion der Eigenkapitalquoten in den Unternehmen geführt. Während zu Beginn der 70er Jahre die durchschnittliche Eigenkapitalquote (west-)deutscher Unternehmen noch oberhalb von 25 Prozent lag, weisen die Betriebe heute im Schnitt nur etwa 17 Prozent Eigenkapital an der Bilanzsumme aus. Bei vielen kleinen und mittleren 7 Saldo = Verbessert -Anteil abzüglich Summe Verschlechtert - und Kredite nicht verlängert/abgelehnt -Anteilen. 3

9 Lageurteil und Kredite nicht verlängert/abgelehnt Erfahrungen mit Hausbank verschlechtert gleich geblieben verbessert Lageurteil der Unternehmen in Prozent gut befriedigend schlecht Unternehmen liegt die Eigenkapitalquote derzeit sogar deutlich unter 10 Prozent. 8 Eigenkapital beeinflusst Konditionen Diese Eigenkapitalschwäche des deutschen Mittelstands beeinträchtigt neben vielfach fehlenden werthaltigen Sicherheiten unter dem neuen, bonitätsorientierten Leitbild der Unternehmensfinanzierung nunmehr massiv dessen Ausstattung mit Fremdmitteln. Denn Kreditinstitute versehen die harten Bilanzdaten eines Kreditnehmers mit einem hohen Gewicht bei der Kreditentscheidung. Insbesondere die Eigenmittel eines Unternehmens gelten bei der Basel-II-konformen Beurteilung des Kreditantrags durch Bank oder Sparkasse dem Rating als potenzieller Risikopuffer, als Stabilitätsgarant für Kapitalgeber und somit als wesentlicher Bonitätsmaßstab. 8 Vgl. Deutsche Bundesbank, Jahresabschlüsse westdeutscher Unternehmen 1971 bis 1996, Statistische Sonderveröffentlichung Nr. 5, Frankfurt am Main, März 1999, sowie dies., Zur wirtschaftlichen Situation kleiner und mittlerer Unternehmen in Deutschland, Monatsbericht Oktober 2003, Frankfurt am Main, S. 44. Auch: Institut der deutschen Wirtschaft Köln, Deutschland in Zahlen, diverse Jahrgänge. Zum internationalen Vergleich der Relation Eigenkapital zu Bilanzsumme bei kleinen und mittleren Unternehmen (1999): USA: ca. 45 Prozent, Spanien: ca. 41 Prozent, Niederlande: ca. 35 Prozent, Frankreich: ca. 34 Prozent. Vgl. Lichtblau, K./Utzig, S.: Die Finanzierung des Mittelstandes in der New Economy, Köln 2002, S. 19. Ausschlaggebend ist die Geschäftslage, Auf eine herausgehobene Bedeutung des Eigenkapitals für die Kreditvergabe geben die Unternehmensangaben deutliche Hinweise: Eine gute Bilanzsituation mithin insbesondere eine gute Eigenkapitalausstattung dürfte in aller Regel mit einer guten Lagebeurteilung der Unternehmen korrespondieren. Mithin erfahren diejenigen Unternehmen Vorteile in Kreditverhandlungen, die auch ihre Geschäftslage positiv einschätzen. Im Vergleich zur Vorumfrage hat die Relevanz der aktuellen Geschäftssituation für die Bedingungen des Kreditbezugs sogar leicht zugenommen: Vier von zehn Unternehmen, deren sich nach eigenen Angaben verbessert haben, berichten aktuell auch von einer guten Geschäftssituation. Dies entspricht einem Zuwachs um 5 Prozentpunkte gegenüber dem April Zudem hat der Anteil derjenigen Unternehmen mit schlechter Lagebeurteilung in dieser Gruppe binnen eines Jahres von 16 auf 12 Prozent abgenommen. Hingegen weisen wie in der Vorumfrage 46 Prozent der Unternehmen mit Kreditablehnungen und gegenüber April 2004 nur um 2 Prozentpunkte vermindert 35 Prozent der Unternehmen mit verschlechterten auch schlechte Lageurteile auf. Die Korrelation zwischen gewährten und Lageurteil ausgedrückt durch die Eigenkapitalausstattung der Unternehmen bleibt mithin stark. 4

10 Geschäftserwartungen und Kredite nicht verlängert/abgelehnt Erfahrungen mit Hausbank verschlechtert gleich geblieben verbessert Geschäftserwartungen der Unternehmen in Prozent besser gleichbleibend schlechter aber weniger die Geschäftserwartungen Eine dem Lageurteil vergleichbar enge Korrelation zwischen und Geschäftserwartungen der Unternehmen kann wie schon in der Vorumfrage - auch im Frühjahr 2005 nicht festgestellt werden. Eine Betrachtung des Zusammenhangs zwischen Geschäfts- bzw. Exporterwartungen der Unternehmen und deren Erfahrungen mit der Hausbank belegt: Optimistische Unternehmen finden sich zu ähnlichen Anteilen sowohl in den Unternehmensgruppen mit negativen Hausbankerfahrungen als auch in der Gruppe mit unveränderten wieder. Lediglich in der Gruppe mit verbesserten Geschäfts- und Exportaussichten liegt die Quote jeweils um etwa 10 Prozentpunkte höher. Insgesamt bleibt der Zusammenhang zwischen Erwartungen der Unternehmen und damit aber recht schwach ausgeprägt. Die Kreditinstitute halten folglich weiterhin an ihrer vergangenheitsorientierten Praxis bei der Bonitätsbeurteilung fest: Positive Zukunftsaussichten von Unternehmen werden im Ratingverfahren weitaus geringer gewichtet als der Blick auf die Vergangenheitsdaten der Unternehmensbilanz. Gefüllte Auftragsbücher alleine reichen für günsti- Exporterwartungen und Kredite nicht verlängert/abgelehnt Erfahrungen mit Hausbank verschlechtert gleich geblieben verbessert Exporterwartungen der Unternehmen in Prozent höher gleichbleibend geringer 5

11 ge Finanzierungskonditionen offenkundig nicht aus. III., Investitionspläne und Beschäftigungsabsichten Mehr Investitionen bei günstigen Krediten Diejenigen Unternehmen, die im vergangenen Jahr günstigere Kredite beziehen konnten, sind auch tendenziell eher bereit, am Standort Deutschland Investitionen zu tätigen. Während etwa jedes fünfte Unternehmen in der DIHK-Konjunkturumfrage von Februar 2005 angab, im laufenden Jahr sein inländisches Investitionsbudget aufzustocken, liegt dieser Anteil in der Gruppe der Unternehmen mit verbesserten bei 30 Prozent. Unternehmen mit positiven Erfahrungen im Hausbankgespräch hegen per Saldo auch expansive Investitionspläne dem Positivsaldo von 7 Prozentpunkten dieser Gruppe steht auf diesem Feld ein Negativsaldo von 7 Prozentpunkten aller Unternehmen gegenüber. Besonders trübe inländische Investitionsabsichten äußern indes diejenigen Unternehmen, die im Jahr 2004 verschlechterte in den Verhandlungen mit ihrer Hausbank hinnehmen mussten oder denen der Kreditzugang gar verwehrt wurde: Fast vier von zehn Unternehmen mit derartigen Erfahrungen schrauben auf Sicht des Geschäftsjahres 2005 ihre inländischen Investitionsbudgets weiter zurück. Die Salden der Investitionspläne sind mit Werten von minus 17 Prozentpunkten (Kredite nicht verlängert/abgelehnt) bzw. gar minus 21 Prozentpunkten (verschlechterte ) klar negativ und zudem deutlich schlechter als in der Gesamtwirtschaft. Dies unterstreicht: Die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen tragen mithin weiterhin ihren Teil zum ohnehin durch hohe Steuer- und Abgabenlasten geprägten schwierigen Investitionsumfeld in Deutschland bei. sowie bessere Beschäftigungsabsichten Auch auf die Beschäftigungspläne der Unternehmen färben die jeweils gewährten ab: Gemäß Konjunkturumfrage der IHK- Organisation will nur insgesamt etwa jedes zehnte Unternehmen seine Belegschaft in Deutschland ausweiten; der Saldo der Personalpläne beträgt zu Jahresbeginn 2005 magere minus 16 Prozentpunkte. Gemessen an diesen Ergebnissen für die Gesamtwirtschaft planen Unternehmen mit positiven Hausbankerfahrungen für das Restjahr 2005 weitaus eher Aufstockungen ihres inländischen Personalbestandes. Denn dort liegt die Quote expansiver Beschäftigungsabsichten bei 18 Prozent, der Beschäftigungssaldo ist mit minus einem Prozentpunkt wie bereits in der Vorumfrage fast ausgeglichen. Unternehmen mit verschlechterten Konditionen oder gar mit Kreditablehnungen weisen hingegen sehr deutliche Minussalden bei den Beschäftigungsplanungen (minus 27 bzw. minus 23 Pro- Investitionspläne im Inland und Kredite nicht verlängert/abgelehnt Erfahrungen mit Hausbank verschlechtert gleich geblieben verbessert Investitionspläne der Unternehmen (im Inland) in Prozent höher gleichbleibend geringer 6

12 Beschäftigungspläne und Kredite nicht verlängert/abgelehnt Erfahrungen mit Hausbank verschlechtert gleich geblieben verbessert Beschäftigungspläne der Unternehmen in Prozent höher gleichbleibend geringer zentpunkte) auf. Ungünstige Bedingungen des Kreditbezugs dürften dabei zwar insbesondere Ausfluss einer schwierigen wirtschaftlichen Situation eines Unternehmens sein, in der tendenziell auch eine restriktivere Personalpolitik erzwungen wird. Allerdings deuten die Umfrageergebnisse offenkundig auch an, dass verschärfte Beschäftigung steigernde Investitionen bei den betroffenen Unternehmen zusätzlich zu Tarifrecht und Arbeitskosten erschweren können. IV. nach Unternehmensgrößenklassen Großunternehmen mit besseren Konditionen Große Unternehmen haben geringere Kreditprobleme als kleinere Unternehmen. Die Salden der bei den Gruppen der größeren (200 bis 999 Beschäftigte) und großen (mehr als Mitarbeiter) Unternehmen weisen mit jeweils minus 2 Prozentpunkten nur knapp negative Werte auf. Dieser Umstand erhellt einmal mehr die fundamentale Bedeutung der Eigenkapitalausstattung und der aktuellen Geschäftslage für die Einstufung der Unternehmen durch die Kreditinstitute: Denn mit steigender Unternehmensgröße nimmt die Eigenkapitalquote deutlich zu. 9 9 Vgl. z.b. Deutsche Bundesbank, Zur wirtschaftlichen Situation kleiner und mittlerer Unternehmen in Deutschland, Monatsbericht Oktober 2003, Frankfurt am Main, S. 44, sowie Bundesverband Deutscher Banken, Mittelstandsfinanzierung Partnerschaftliche Zusammenarbeit von Unternehmen und Banken, Berlin, Februar 2005, S. 12, bzw. Deutscher Sparkas- Die aktuellen Unternehmensangaben belegen zudem, dass größere Unternehmen binnen Jahresfrist in den Verhandlungen mit ihren Hausbanken weitaus größere Fortschritte erzielen konnten als die Unternehmen mit geringerer Mitarbeiterzahl. Sowohl in der Größenklasse zwischen 200 und 999 Mitarbeitern als auch in der Unternehmensgruppe mit mehr als Beschäftigten legt der Saldo der im Vorjahresvergleich um 13 Prozentpunkte zu. Grund: Größere Unternehmen engagieren sich weitaus stärker auf den internationalen Märkten und erfahren daher bei ihrer aktuellen Lagebeurteilung von der dynamischen Weltwirtschaft einen kräftigen Rückenwind. Die im Jahr 2004 gestiegenen Erträge aus dem internationalen Geschäft schlagen sich in solideren Bilanzkennzahlen nieder und tragen so zu einem besseren Kreditnehmerrating bei. Besonders herausstechende Erfolge im Kreditgespräch vermeldet in der aktuellen Unternehmensbefragung die Gruppe der größeren Handelsunternehmen (200 bis 999 Mitarbeiter): Deren Saldo der wächst binnen Jahresfrist um 22 Prozentpunkte an und überschreitet mit einem Wert von nunmehr plus 7 Prozentpunkten die Nulllinie. Noch deutlicher in den Positivbereich hinein entwickeln sich die Großunternehmen der Dienstleistungssparte (mit mehr als Beschäftigten). sen- und Giroverband, Diagnose Mittelstand 2005, Mittelstand stärken Breitere Basis für Wachstum schaffen, Berlin 2005,. S. 24 ff. 7

13 Veränderung der nach Wirtschaftszweigen und Unternehmensgrößenklassen Alle Branchen Industrie Baugewerbe Handel Dienstleistungen 7 13 Saldo in Prozentpunkten gesamt 1-19 Beschäftigte Beschäftigte Beschäftigte mehr als 1000 Beschäftigte KMUs in der Falle der Eigenkapitalschwäche Kleinere und mittlere Unternehmen pflegen ihre Geschäftsbeziehungen indes vornehmlich auf den inländischen Märkten. Mit einer durchschnittlichen Exportquote von nur 17 Prozent 10 sind sie in weitaus stärkerem Maße auf das im Jahr 2004 und auch Anfang 2005 größtenteils ausgebliebene Anspringen der inländischen Nachfrage angewiesen. Die schlechtere Beurteilung der Geschäftslage kleiner und mittlerer Unternehmen in Deutschland sowie deren traditionelle Eigenkapitalschwäche spiegeln sich mithin in fortbestehenden Kreditproblemen wider. Dabei bleiben die kleinsten Unternehmen (1 bis 19 Beschäftigte) besonders stark in ihrer Finanzierungstristesse verhaftet: Auch wenn deren Saldo gegenüber der Vorumfrage um 6 Prozentpunkte zulegen kann, deutet ein Wert von minus 18 Prozentpunkten nicht auf eine durchgreifende Besserung der Finanzierungssituation hin. Etwas mehr Erfolge im Hausbankgespräch stellen die Unternehmen der Klasse mit 20 bis 199 Mitarbeitern fest: Deren Konditionensaldo bleibt mit minus 9 Prozentpunkten zwar ebenfalls klar negativ, verbessert sich damit gegenüber April 2004 aber immerhin um 10 Prozentpunkte. 10 Vgl. Kreditanstalt für Wiederaufbau, Wirtschafts-Observer Januar 2005, Frankfurt am Main, S. 10. V. in den Branchen Industrie: Exportbranchen können reüssieren Jedes zehnte Industrieunternehmen in Deutschland konnte im Jahr 2004 seine in den Verhandlungen mit der Hausbank verbessern. Damit liegt das Verarbeitende Gewerbe voll im Bundestrend. Allerdings liegt die Quote derjenigen Industrieunternehmen mit negativen Hausbankerfahrungen niedriger als in der Gesamtwirtschaft: Nur 18 Prozent der Industrieunternehmen berichten aktuell von schlechteren Konditionen, Ablehnungen oder gekürzten Kreditlinien. Der Saldo der in der deutschen Industrie verbessert sich gegenüber der Vorumfrage um 9 Prozentpunkte auf nunmehr minus 8 Prozentpunkte. Im Vergleich zu anderen Wirtschaftssektoren steht die Industrie damit wie bereits in den Vorumfrage weniger häufig vor Finanzierungsproblemen. Insbesondere diejenigen Industriezweige, die sich traditionell sehr stark im weiterhin brummenden Auslandsgeschäft engagieren, können ihre Hausbanken von ihrer gestiegenen Kreditwürdigkeit überzeugen: Die Unternehmen des Kraftfahrzeugbaus (Saldenanstieg um 14 Prozentpunkte auf plus 1 Prozentpunkt), die Pharmazeutische Industrie (Saldenanstieg ebenfalls um 14 Prozentpunkte auf plus 1 Prozentpunkt) sowie die Chemieindustrie 8

14 Veränderung der nach Regionen und Wirtschaftszweigen 0 Deutschland Norden Osten Süden Westen Saldo in Prozentpunkten Alle Wirtschaftszweige Industrie Baugewerbe Handel Dienstleistungen (Saldenanstieg um 14 Prozentpunkte auf plus 4 Prozentpunkte) verlassen mit großen Schritten sogar inzwischen die Sphäre negativer Saldenwerte. Aber auch die Unternehmen des Maschinenbaus verbessern ihre um 12 Prozentpunkte auf minus 6 Prozentpunkte. Die der stärker binnenorientierten Industriezweige z.b. Textil-, Bekleidungs-, Holzund Ernährungsgewerbe verharren indes trotz Saldenverbesserungen, die sich in etwa im Bundesschnitt bewegen, weiterhin im zweistellig negativen Bereich. Kreditsorgen im Einzelhandel bestehen fort Die Handelsunternehmen konnten ihre gegenüber April 2004 zwar im selben Ausmaß verbessern wie die Industrie. Nach einem Saldenanstieg um 9 Prozentpunkte auf nunmehr minus 12 Prozentpunkte bleibt die Finanzierungssituation der Handelsunternehmen zu Jahresbeginn 2005 aber trister als diejenige der Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes. Innerhalb der Handelssparte verstetigt sich die Scherenentwicklung zwischen Einzel- und Großhandelsunternehmen. Die Gründe liegen auf der Hand: Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen des Einzelhandels weisen zum einen eine deutlich schlechtere Eigenmittelausstattung als Großhändler auf. 11 Zum anderen lässt die inländische Konsumnachfrage in Deutschland weiterhin zu wünschen übrig. Die der Einzelhandelsunternehmen verbessern sich folgerichtig per Saldo nur unterdurchschnittlich um 5 Prozentpunkte auf minus 17 Prozentpunkte. Unternehmen des Großhandels können die Hausbanken bei Kreditverhandlungen hingegen weit eher überzeugen. Denn deren enge Geschäftsbeziehungen mit den derzeit im Höhenflug befindlichen Exportunternehmen schlagen sich in tendenziell positiven Lagebeurteilungen nieder. Diese machen sich wiederum in einer deutlichen Verbesserung der der Großhandelsunternehmen bemerkbar: Der Saldo steigt binnen Jahresfrist um 14 Prozentpunkte an und nähert sich mittlerweile mit einem Wert von nur noch minus 4 Prozentpunkten erkennbar der Nulllinie. Dienstleister mit Licht und Schatten Der Saldo der für die Gesamtbranche des Dienstleistungsbereichs steigt gegenüber April 2004 um 8 Prozentpunkte auf minus 14 Prozentpunkte an. Damit können die 11 Vgl. Deutsche Bundesbank, Zur wirtschaftlichen Situation kleiner und mittlerer Unternehmen in Deutschland, Monatsbericht Oktober 2003, Frankfurt am Main, S

15 Saldenveränderungen bei nach Branchen - Frühjahr 2005 gegenüber Frühjahr 2004 in Prozentpunkten Saldo 04 Saldo 05 Saldenveränderung Frühjahr 2005 gegenüber Frühjahr 2004 Metallerzeugung und -bearbeitung Abwasser - und Abfallbeseitigung Immobilienwirtschaft Pharmazeutische Industrie Großhandel Chemische Industrie Kraftfahrzeugbau Druckgewerbe Maschinenbau Gewinnung von Steinen + Erden, Bergbau Unternehmensberatung und -service Elektrotechnik Metallerzeugnisse Hoch- und Tiefbau Bekleidungsgewerbe Werbewirtschaft Hersteller von Elektrizitätsgeräten Medizin-, Mess-, Steuer- u. Reglungstechn Textilgewerbe Verkehrsgewerbe Möbel, Schmuck, Musikinstrumente, Sport Gastgewerbe Informationswirtschaft Zeitarbeitsunternehmen Ernährungsgewerbe + Tabakverarbeitung Holzgewerbe Einzelhandel Leasing/Vermietungsleistungen Datenverarbeitung und Datenbanken Gummi- und Kunststoffwaren Freizeitwirtschaft Reisevermittlung Glas, Keramik, Steineverarbeitung Überw. personenbezogene Dienstleistungen Papiergewerbe

16 Dienstleister per Saldo den Abstand zu Industrieund zu Handelsunternehmen aktuell nicht verkürzen. Vielmehr bestehen auch in dieser Branche die Finanzierungsprobleme in nur leicht abgeschwächter Form fort. Die einzelnen Dienstleistungssparten können indes sehr unterschiedliche Erfolge bei den Kreditverhandlungen mit ihren Hausbanken vorweisen: Während die Reisevermittler (Saldenverbesserung um einen Prozentpunkt auf minus 22 Prozentpunkte), die personenbezogenen Dienstleister (Saldenverbesserung um einen Prozentpunkt auf minus 20 Prozentpunkte) und die Unternehmen der Freizeitwirtschaft Reisevermittler (Saldenverbesserung um 3 Prozentpunkte auf minus 21 Prozentpunkte) kaum eine Entspannung gegenüber der Vorumfrage erwirken konnten, berichten andere Dienstleistungszweige von gewissen Erfolgen im Hausbankgespräch. So legt der Saldo der Unternehmen der Sicherheitswirtschaft um 16 Prozentpunkte auf einen Wert von Null zu; das Versicherungsgewerbe erreicht sogar nach einem Anstieg um 13 Prozentpunkte einen Wert von plus 2 Prozentpunkten. Den größten Sprung nach vorne machen im Dienstleistungsbereich die Unternehmen der Abwasser- und Abfallbeseitigung: Deren Saldo steigt um 19 Prozentpunkte auf einen Wert von nunmehr nur noch minus 6 Prozentpunkte an. Aber auch die Unternehmen der Immobilienwirtschaft (Anstieg um 17 Prozentpunkte auf minus 18 Prozentpunkte) sowie die Sparte der Unternehmensberater (Anstieg um 10 Prozentpunkte auf minus 12 Prozentpunkte) können ihre überdurchschnittlich verbessern - wenngleich auf weit niedrigerem Niveau. Bauwirtschaft bleibt Schlusslicht Das Baugewerbe bleibt im Branchenvergleich der Konditionenentwicklung auch zu Jahresbeginn 2005 trauriges Schlusslicht. Die Unternehmen der deutschen Baubranche stecken weiterhin in großen Finanzierungsnöten fest. Zwar kann der Bausektor bei Kreditinstituten insgesamt eine Verbesserung der Konditionen um per Saldo 8 Prozentpunkte erwirken, vor dem Hintergrund des sehr niedrigen Ausgangsniveaus hebt dies den Branchensaldo aber nur auf weit unterdurchschnittliche minus 25 Prozentpunkte an. Die hohe Insolvenzanfälligkeit dieser Branche, die sich nach wie vor im Konsolidierungsprozess befindet, veranlasst viele Kreditinstitute bei Engagements im Bausektor auch weiterhin zu starker Vorsicht. VI. in den Regionen Süden und Westen haben die Nase vorn Die Unternehmen der Wirtschaftsregion Süden (Baden-Württemberg, Bayern) hatten im Jahr 2004 die besten Chancen auf attraktive und erfuhren zugleich die stärkste Verbesserung im Regionenvergleich. Der Saldo der steigt binnen Jahresfrist um weit überdurchschnittliche 11 Prozentpunkte auf nunmehr minus 7 Prozentpunkte an. Mit Ausnahme der Unternehmen des Baugewerbes weist Süddeutschland auch im regionalen Branchenvergleich durchgängig die besten Saldenwerte auf: Insbesondere das Verarbeitende Gewerbe (Verbesserung um 9 Prozentpunkte auf minus 4 Prozentpunkte), aber auch die Handels- und Dienstleistungsunternehmen (Verbesserung um 12 bzw. 14 Prozentpunkte auf jeweils minus 8 Prozentpunkte) waren im Jahr 2004 in Kreditverhandlungen mit ihrer Hausbank wesentlich erfolgreicher als der Bundesdurchschnitt. In den vergleichsweise guten spiegelt sich die besonders gute Wirtschaftslage der stark exportorientierten Unternehmen Bayerns und Baden-Württembergs wider diese schlägt wiederum positiv bei der Bonitätsbeurteilung durch Kreditinstitute zu Buche. Die ebenfalls stark exportgeprägte Wirtschaft im Westen Deutschlands schneidet bei Kreditverhandlungen mit den Hausbanken ebenfalls besser ab als die Gesamtwirtschaft. Der Regionalsaldo steigt im Vergleich zum Frühjahr 2004 um 8 Prozentpunkte auf minus 9 Prozentpunkte an. Auch in einer Branchenbetrachtung zeigt sich die Wirtschaftsregion Westen (Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland) bei den durchgängig weniger restriktiv als der Bundesdurchschnitt. 11

17 Veränderung der nach Regionen und Unternehmensgrößenklassen 10 Deutschland Norden Osten Süden Westen Saldo in Prozentpunkten gesamt 1-19 Beschäftigte Beschäftigte Beschäftigte mehr als 1000 Beschäftigte Norden bleibt bei Krediten im Hintertreffen Die stärker binnenorientierten Wirtschaftsregionen Norden und Osten profitieren indes noch kaum von der dauerhaft starken weltwirtschaftlichen Dynamik. Folglich bleiben dort Verhandlungserfolge in Hausbankgesprächen eher rar. Der Saldo der der Unternehmen im Norden Deutschlands kann sich zwar um 6 Prozentpunkte auf nunmehr minus 16 Prozentpunkte verbessern; im Bundesvergleich bleibt dieser Zuwachs aber unterdurchschnittlich. Auch in einer regionalen Branchenbetrachtung haben die Unternehmen der Wirtschaftsregion Norden weniger Verhandlungserfolg im Kreditgespräch: Sowohl die regionalen Industrieunternehmen als auch die Handels- und die Dienstleistungsbetriebe bleiben per Saldo hinter den bundesweiten Branchenwerten zurück. Das norddeutsche Baugewerbe weist mit einem Negativsaldo von 37 Prozentpunkten sogar den schlechtesten Branchenwert im Regionenvergleich auf: Vier von zehn Betrieben mussten hier im vergangenen Jahr weitere Verschlechterungen ihrer Finanzierungsbedingungen hinnehmen oder bekamen keine Kreditzusage; nur magere vier Prozent der norddeutschen Bauunternehmen konnten ihre Konditionen verbessern. Finanzierungslage im Osten weiterhin prekär Die Unternehmen in den ostdeutschen Bundesländern bilden hinsichtlich der Entwicklung der abermals das Schlusslicht im Regionenvergleich. Zur stärkeren Binnenorientierung kommt in dieser Wirtschaftsregion die weiterhin eklatante Eigenkapitalschwäche vieler Unternehmen hinzu, die Kreditinstitute weiterhin entweder zu einer restriktiven Bemessung der Konditionen veranlasst oder einen Kreditvertrag gar nicht erst zustande kommen lässt. Die Finanzierungssituation der Unternehmen zwischen Rennsteig und Rügen bleibt daher trotz einer leichten Verbesserung gegenüber April 2004 um 6 Prozentpunkte mit einem Negativsaldo von 21 Prozentpunkten sehr deutlich hinter dem Bundesergebnis zurück. Spiegelbildlich zu dieser allgemein schwierigen Finanzierungssituation in den jungen Bundesländern kann auch keine der ostdeutschen Branchen von einer wirklichen Entspannung ihrer Kreditprobleme berichten: Verglichen mit dem Bundesdurchschnitt herrscht in der Wirtschaftsregion Osten vielmehr auch weiterhin Tristesse bei der Fremdfinanzierung von Unternehmen. 12

18 VII. IHK-STELLUNGNAHMEN Hinweis: Die nachfolgenden IHK-Stellungnahmen sind nach Regionen geordnet. Innerhalb der regionalen Rubriken sind die Stellungnahmen alphabetisch nach den IHKs geordnet. Region Norden: (Bundesländer: Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein) IHK Braunschweig Für jedes fünfte Industrieunternehmen haben sich die im Jahr 2004 verschlechtert. Demgegenüber berichtet nur jedes zwanzigste Unternehmen von verbesserten. Wenn auch die Ablehnung bzw. Nichtverlängerung von Krediten die Ausnahme blieb und der Großteil der Unternehmen von gleich bleibenden Konditionen berichtet, so haben sich die Finanzierungsbedingungen für die Industrie im vergangenen Jahr damit doch per Saldo erkennbar erschwert. HK Bremen Drei Viertel der Unternehmen haben bei ihrer Hausbank keine Veränderung bei den gegenüber dem Vorjahr festgestellt. Jeder zweite Ge- und Verbrauchsgüterproduzent sowie ein Drittel der Unternehmen im Baugewerbe verzeichneten hingegen eine Verschlechterung bei den ihnen eingeräumten. Unternehmen im Gastgewerbe und sonstigen Dienstleistern wurden überdurchschnittlich häufig Kredite nicht verlängert bzw. abgelehnt. HK Hamburg Die Unternehmen haben in 2004 im Vergleich zum Vorjahr mit ihrer Hausbank anscheinend positivere Erfahrungen gemacht. So berichtet insgesamt immerhin fast jedes zehnte Unternehmen von einer Verbesserung bei den. Besonders häufig kommt diese Aussage von Unternehmen aus dem Bereich der privaten Dienstleistungen. Gleichzeitig ist der Anteil derer, die von einer Verschlechterung der Konditionen sprechen, zurückgegangen. Allerdings hat im Baugewerbe und im Gastgewerbe die Zahl der Unternehmen, die eine Verschlechterung beklagen, spürbar zugenommen. Auch der Anteil der Unternehmen, die Kredite nicht verlängert / abgelehnt melden, ist geringer geworden. Diese Berichte kommen etwas häufiger als im Durchschnitt aus dem Bereich der unternehmensbezogenen Dienstleistungen. IHK Hannover Für die klare Mehrheit der Unternehmen haben sich die nicht verändert. Jedes fünfte Unternehmen klagt jedoch über verschlechterte Konditionen. Gleichzeitig hat sich die Lage aber auch für einige Unternehmen verbessert. Nur bei einer kleinen Minderheit von Unternehmen vor allem aus dem Handel - wurden Kredite nicht verlängert oder abgelehnt. IHK Kiel Wie schon im Vorjahr melden knapp zwei Drittel der Unternehmen gleich gebliebene Finanzierungskonditionen, beim restlichen Drittel überwiegen eindeutig die Unternehmen, die verschlechterte hinnehmen mussten. Die Einführung der Rating-Verfahren im Zuge des Basel-II-Prozesses und die Umstrukturierungen in der Kreditwirtschaft zeigen damit einen negativen Effekt auf die Kreditversorgung der Wirtschaft. IHK Lüneburg-Wolfsburg Bei zwei Dritteln der Industrieunternehmen haben sich die im Jahr 2004 nicht verändert. Verbesserte Konditionen konnten knapp zehn Prozent der Unternehmen erreichen, wobei es sich ausschließlich um Unternehmen der chemischen Industrie und um Hersteller von Gummi- und Kunststoffwaren sowie von elektrischen Ausrüstungen handelte. Ein knappes Viertel berichtet von verschlechterten. Besonders betroffen sind die Unternehmen der Steine- und Erdenindustrie sowie das Textilgewerbe. Gut die Hälfte der Bauunternehmen klagt über verschlechterte, einigen wurden die Kredite nicht verlängert bzw. nicht gewährt. Ein knappes Viertel der Einzelhändler berichtet ebenfalls von verschlechterten. Bei knapp einem Fünftel der Händler, vor allem aus dem Kfz- Handel, wurden die Konditionen verbessert. Sechs von zehn Großhändlern berichten von gleich bleibenden, etwa drei von zehn Unternehmen mussten schlechtere Konditionen in Kauf nehmen. IHK Osnabrück Acht von zehn Unternehmen geben an, dass die ihrer Hausbank gleich geblieben sind oder sogar verbessert wurden. Das Schreckgespenst einer Kreditklemme hat sich also offensichtlich verzogen. Bedenkt man jedoch, dass in diesem Jahr, wie auch im Vorjahr, fast jeder fünfte Betrieb 13

19 berichtet, dass sich die verschlechtert haben oder die Kündigung bzw. Ablehnung von Krediten hingenommen werden musste, so bedeutet das, dass ein nicht kleiner Teil der Unternehmen immer noch mit unbefriedigenden vorlieb nehmen muss. Hauptproblem: Die ungenügende Eigenkapitalsituation der Unternehmen. Hier ist die sind kreditnehmende und kreditgebende Wirtschaft sowie die Politik gleichermaßen gefordert. Die Politik muss Rahmenbedingungen schaffen, die den Unternehmen die Bildung von Eigenkapital ermöglichen, Banken und Sparkassen müssen ihr Beratungsangebot stärker auf Möglichkeiten der Eigenkapitalfinanzierung abstellen und Unternehmen müssen sich vermehrt mit Finanzierungsinstrumenten jenseits des Bankkredites vertraut machen. IHK Stade Die haben sich in Einzelfällen verschlechtert. Unternehmen und Banken sind verunsichert durch das Rating. Die Existenzgründer klagen, dass Kleinkredite abgelehnt werden, weil der Bearbeitungsaufwand in keinem Verhältnis zur Zinsmarge der Bank steht. siebten Unternehmen wurden die Kreditanträge sogar abgelehnt bzw. ein laufendes Engagement nicht verlängert. Die bonitätsorientierte Kreditvergabe zeigt das Hauptproblem der mittelständischen Unternehmensfinanzierung: die magere Eigenkapitalausstattung vieler Unternehmen. IHK Leipzig Die Ergebnisse lassen eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr erkennen. So sind die bei fast acht von zehn Unternehmen unverändert oder haben sich gebessert. Der Anteil von Unternehmen, die eine Verschlechterung vermelden bzw. deren Kreditanträge abgelehnt wurden, sank auf unter ein Viertel. Besonders deutlich verbesserte sich die Situation im Handel und im Baugewerbe. IHK Magdeburg Die Mehrzahl der Unternehmen sieht keine Veränderungen bei den im Vergleich der Jahre 2003 und Knapp ein Viertel gibt allerdings an, dass sie sich verschlechtert hätten. Eine Verbesserung stellte jedes zehnte Unternehmen fest. Bei zwei Prozent der Unternehmen schließlich wurden im vergangenen Jahr Kredite abgelehnt bzw. nicht verlängert. Region Osten: (Bundesländer: Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen) IHK Chemnitz-Plauen-Zwickau Die Erfahrungen der Unternehmen sind branchenübergreifend relativ einhellig, was sicherlich auch nicht anders zu erwarten war. Die Mehrzahl der Unternehmen konstatiert gleich gebliebene Konditionen/Erfahrungen, verschlechtert haben sich diese aber in fast jedem vierten Unternehmen, in der Industrie sogar überdurchschnittlich. Ablehnungen beantragter Kreditlinien durch die Hausbank signalisieren konjunkturschwache Branchen dabei eher häufiger. IHK Erfurt Die Mindestanforderungen an das Kreditgeschäft (MaK) sowie die Vorbereitungen auf Basel ll haben bereits in den vergangenen Monaten zu einem verstärkten Risikomanagement in den Kreditinstituten geführt. Dies verspüren auch die Unternehmen. Jedes dritte Unternehmen beklagt verschlechterte oder gekürzte Kreditlinien. Bei jedem IHK Neubrandenburg Mehr als die Hälfte der Unternehmen aller Branchen geben an, dass die der Hausbanken gleich geblieben sind. Ein Fünftel der Unternehmen beklagt aber auch, dass sich die Bedingungen gegenüber dem Vorjahr verschlechtert haben. Besonders aus dem Baugewerbe und dem Dienstleistungsbereich kommt der Vorwurf, dass sich die Banken bei der Kreditvergabe sehr zurückhalten und keine Kredite vergeben bzw. verlängern. Die Kreditinstitute handhaben die Kreditvergabe auf Basis der in den nächsten Jahren in Kraft tretenden Baseler Eigenkapitalvereinbarung restriktiver, schätzen die potentiellen Kunden ein. Für die Unternehmen gestalten sich die Verhandlungen mit den Kreditinstituten schwieriger. Kreditanträge werden noch genauer als vor einigen Jahren geprüft. Die Bonität und die vorhandenen Sicherheiten der Antragsteller werden für erfolgreiche Bankgespräche in der Zukunft noch bedeutsamer. Jedes Unternehmen ist gut beraten, seine Eigenkapitalbasis bestmöglich zu gestalten. Beteiligungen unterschiedlicher Art können gerade in diesen schwierigen Zeiten für die Unternehmen, die bisher oftmals nicht die Chance hatten, eine solide Eigenkapitalbasis aufzubauen, eine mögliche Alternative sein. 14

20 Region Süden: (Bundesländer: Baden-Württemberg, Bayern) IHK Heidenheim Im Hinblick auf die Unternehmensfinanzierung haben sich die nur leicht verbessert. Dies liegt in der Zurückhaltung und Vorsicht bei den Banken, aber auch in der nach wie vor angespannten Ertragslage vieler Unternehmen begründet. IHK Heilbronn Bei der deutlichen Mehrheit der Unternehmen sind die im Jahr 2004 unverändert geblieben. Gegenüber den Umfrageergebnissen im April 2004 hat sich die Situation der Unternehmen in Bezug auf die aber insgesamt leicht gebessert. Besonders betroffen von einer Verschlechterung der ist jedoch das Baugewerbe; kein Bauunternehmen meldete eine Konditionenverbesserung. Darin zeigt sich die schwierige Branchenlage im Bausektor. Schwierig ist auch die Situation im Einzelhandel. Hier berichtet nahezu jedes vierte Unternehmen von schlechteren Konditionen; nur bei jedem zehnten Unternehmen haben sich die verbessert. Auch dies kann als Spiegelbild der wirtschaftlichen Verfassung von vielen Einzelhandelsbetrieben gesehen werden. Günstiger hingegen ist die Lage im Großhandel. Im Dienstleistungssektor entspricht die Situation weitgehend dem Durchschnitt aller Branchen. Tendenziell günstiger gegenüber dem Vorjahr ist die Lage mittlerweile im Gastgewerbe. Auch die Lage in der Industrie hat sich etwas gebessert. IHK Karlsruhe Die Mehrheit der Unternehmen stellt zu Jahresbeginn 2005 hinsichtlich der Finanzierungsbedingungen seitens der Hausbank keine bedeutenden Veränderungen fest. Etwa jedes achte Unternehmen konnte günstigere Konditionen als im Vorjahr aushandeln. Jedes siebte Unternehmen berichtet von einer Verschlechterung seiner. Besonders betroffen von der Verschlechterung der Finanzierungsbedingungen sind der Einzelhandel und das Gastgewerbe. IHK Nürnberg Von besseren berichten sieben Prozent der Unternehmen, zwei von zehn vermelden eine Verschlechterung der Konditionen oder gar eine Ablehnung des Kreditwunsches. Drei Viertel sehen keine Veränderung der Konditionen. Damit erweist sich die Finanzierungssituation der Unternehmen zwar als angespannt, jedoch kann keinesfalls von einem umfassenden Rückzug der Kreditinstitute aus der Finanzierung von kleinen und mittleren Unternehmen im Gefolge der Basel-II-Regelungen die Rede sein. Umgekehrt zeugt der hohe Anteil der unveränderten oder gar verbesserten Konditionen von einer guten Vorbereitung der Unternehmen auf die inzwischen üblichen Rating-Verfahren. IHK Passau Das in den letzten Jahren oftmals gespannte Verhältnis der Unternehmen zu ihren Hausbanken scheint sich inzwischen etwas gebessert zu haben. Drei Viertel der Unternehmen geben an, dass die Erfahrungen mit ihrer Hausbank bei den 2004 im Vergleich zum Vorjahr gleich geblieben sind. Der Anteil der Unternehmen, die angeben, bessere Erfahrungen gemacht zu haben, hat sich minimal erhöht. Dafür ist erfreulicherweise der Anteil der Unternehmen, die eine Verschlechterung nennen, deutlich gesunken. IHK Reutlingen Die Mehrheit der Unternehmen hat bisher keine wesentlichen Veränderungen bei der Kreditvergabe der Banken festgestellt. Bei etwa jedem siebten Unternehmen haben sich die verbessert, bei knapp jedem fünften verschlechtert. IHK Villingen-Schwenningen Sieben von zehn Unternehmen geben an, dass sie keine Veränderungen bei den erfahren haben. Immerhin ein Fünftel berichtet aber, dass sich die Konditionen verschlechtert haben. IHK Weingarten Die haben sich bei drei Vierteln der Unternehmen nicht verändert, im Vorjahr haben zwei Drittel der Unternehmen so geantwortet. Knapp jedes fünfte Unternehmen hat jedoch schlechtere Konditionen hinnehmen müssen. 15

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