Risiko-Management I. Dozent Dietmar Braun, Heilbronn Versicherungsbetriebswirt (DVA)

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1 Risiko-Management I Dozent Dietmar Braun, Heilbronn Versicherungsbetriebswirt (DVA)

2 Gliederung 0.0 Kurz-Einführung Risiko-Management 1.0 Versicherung und Risiken 2.0 Gefahren erkennen 3.0 Risikoanalyse und Bewertung 4.0 Umsetzung in der Praxis 5.0 Dokumentation 6.0 Service-Pakete und Serviceplan 7.0 Haftung als Vermittlungsunternehmer Seite 2

3 Literaturempfehlung Farny, Dieter: Versicherungsbetriebslehre und Handwörterbuch der Versicherung Führer, C. / Grimmer, A.: Versicherungsbetriebslehre Rosenbaum, M. / Wagner, F.: Versicherungsbetriebslehre Zweifel, P. / Eisen, R.: Versicherungsökonomie Seite 3

4 Klimawandel, Katastrophen und Krisen Seite 4

5 Moderne Zeiten, Technologie und Risiken Seite 5

6 Finanzmärkte, Wachstum und Demographie Seite 6

7 The Top 10 Business Risks Seite 7

8 Seite 8

9 Seite 9

10 1.0 Definition Versicherung Eine Versicherung ist etwas, das man eigentlich nie brauchen müssen möchte, aber doch einfach wollen muss, weil man sie immer brauchen tun könnte. Karl Valentin Seite 10

11 Seite 11

12 Seite 12

13 1.0 Sicherheit, Versprechen und Vertrauen Seite 13

14 2.0 Geschäft mit der Unsicherheit Versichern kann als eine Aktion betrachtet werden, die nur bei Unsicherheit angeboten wird und den Versicherungsnehmern als Lösung für Leistungen und Schadensregulierung in der Zukunft dient. Das Versprechen Versicherung wird nur von den regulierten Versicherungsunternehmen (VU) angeboten, die Gewinne erzielen wollen oder Vorteile für ihre Mitglieder im Fall der Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit. Seite 14

15 2.0 Risikomanagement und Ökonomie Information ist zwischen Versicherungsunternehmen und den Versicherungsnehmern ungleich verteilt. Bei persönlichen Dienstleistungen ist der Vorteil an mehr Information auf der Seite der Anbieter. Ein Beispiel ist der Arzt und seine Patienten. Bei den Finanzdienstleistungen ist der Vorteil von mehr Informationen auf der Seite der Käufer. Beispiel: Es ist der Kreditnehmer und nicht die Bank, welcher die Erfolgschancen eines zu finanzierenden Projekts besser beurteilen kann. Seite 15

16 2.0 Risikomanagement und Ökonomie Die asymmetrische Information ist Ursache für zwei Phänomene, die in der Versicherungswirtschaft seit langem bekannt sind: Moralisches Risiko und Adverse Selektion. Beide Ursachen gelten neben der Assekuranz auch für Finanzmärkte im Allgemeinen, die Arbeitsmärkte und die politische Ökonomie (soziale Transferleistungen). Versicherungskäufer wissen oft mehr über ihre Risiken und Verhalten als der Versicherer. Dies liegt meist im Umgang der Versicherer mit Information und Vertrieb. Seite 16

17 2.0 Ist Versicherung ein Tauschgeschäft? Insurance is the exchange of money now for money, payable contigent on the occurence of certain events. (Versicherung ist der Austausch von Geld jetzt gegen Geld, das der Versicherungsnehmer unter bestimmten Bedingungen später erhält. Versicherung ist der Tausch eines unsicheren und unbestimmten großen Verlusts gegen einen kleinen, kalkulierten und sicheren Verlust in Form der Zahlung einer Versicherungsprämie. Eine Methode mit welcher die Unsicherheit bezüglich zukünftiger Gefahren zumeist finanziell gemindert wird. Seite 17

18 2.0 Ist Versicherung eine Wette? Seite 18

19 2.0 Ist Versicherung eine Wette? Beispiel: Die Wahrscheinlichkeit, dass man im Lotto sechs aus 49 Zahlen sechs Richtige tippt, liegt bei etwa 1/ und ist damit sehr gering (unwahrscheinliches Ereignis). Wenn aber eine große Anzahl von Spielen gespielt wird (z. B. 40 Millionen Spiele), dann steigt die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten des Ereignisses (= Eintrittswahrscheinlichkeit) in die Nähe von 1 (wahrscheinliches Ereignis). Es ist also sehr wahrscheinlich, dass zumindest ein Tipp bei der nächsten Ausspielung mit sechs Richtigen dabei ist. Seite 19

20 2.0 Ist Versicherung eine Wette? Beim Spiel entsteht erst die Unsicherheit, etwa mittels einer Wette, während Versicherung eine vorhandene Unsicherheit reduzieren soll. Bei Wetten und im Lotto beklagen die Menschen nicht den Verlust des Einsatzes, weil dem ein möglicher Gewinn von einer Millionen Euro gegenüber steht. Bei Versicherungen fordern Verbraucherschützer die eingezahlten Prämien ( Beiträge ) zurück, für den Fall dass das Risiko nicht eintritt oder die Leistung einer lebenslangen Rente das Ziel ist ( Biometrie-Produkt ). Seite 20

21 2.0 Was leisten Versicherungsvermittler? Die Dienstleistung eines Versicherungsvermittlers ist zunächst die Analyse des Bedarfs und die Beratung. Versicherungsvergleich und Auswahl im Markt sind bei Versicherungsmaklern Teil der Beratung. Die Vermittlung von Versicherungen erfolgt gegen eine Vergütung. Dieser Vergütung setzt sich meist aus einer Erstprovision oder Erst-Courtage und einer laufenden Vergütung zusammen. Neben der Beratung und Vermittlung sind der Service, die Haftung, das Vertrauen und die Qualität wichtig. Seite 21

22 Begriff Risiko: Was ist heute Risiko? Seite 22

23 3.0 Begriff Risiko Der Begriff des Risikos steht für den Eintritt von Schadenereignissen, die zwar nicht exakt vorhergesagt, aber mathematisch beschrieben und dadurch messbar gemacht werden können. Risiko oder Wagnis bezeichnet die Möglichkeit, dass ein Ereignis mit negativen Folgen eintritt, die meist wirtschaftlicher Art sind. Seite 23

24 3.0 Begriff Risiko Der Begriff des Risikos, wie er in der Assekuranz verwendet wird, lässt sich eindeutig abgrenzen: Als mögliches Ereignis ist ein Risiko nicht sicher vorhersagbar. Es wird also nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit eintreten. Das bedeutet nicht, dass dieses Ereignis Resultat eines chaotischen Prozesses ist. Die Mechanismen und Prozesse sind oft zu komplex, um eine eindeutige Ursache-Wirkung-Beziehung angeben zu können. Seite 24

25 3.0 Begriff Risiko Ereignisse können aus menschlichem Handeln hervorgehen oder davon unabhängig sein. In der Assekuranz interessieren aus Sicht der Versicherten überwiegend nachteilige, sogenannte reine Risiken, im Unterschied zu spekulativen Risiken, bei denen das Ereignis auch vorteilhafte Folgen haben kann. Die Folgen des Ereignisses müssen wirtschaftlicher Natur sein, um in der Versicherung eine Rolle zu spielen. Meist erfolgt ein materieller Ausgleich. Seite 25

26 3.0 Umgang mit Risiken Möglichkeiten des Umgangs mit Risiken R I S I K O versichern vermindern vermeiden vorsorgen In Kauf nehmen Seite 26

27 4.0 Umsetzung in der Praxis Seite 27

28 Seite 28

29 Seite 29

30 Seite 30

31 Seite 31

32 Seite 32

33 Seite 33

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35 Seite 35

36 4.0 Die Kollektive: Gesetz der großen Zahl Der umgangssprachlichen Unberechenbarkeit eines Risikos erwächst der Bedarf, dieses Risiko kalkulierbar zu machen und sich durch ein geeignetes Wirtschaftsprodukt dagegen zu schützen. Das ist der Grundgedanke einer Versicherung. Durch Zusammenfassung einer Vielzahl gleichartiger Risiken wird das ungewisse Einzelrisiko durch die theoretische Wahrscheinlichkeit seines Eintretens geschätzt und auf Basis dieser Schätzung ein angemessener Preis dafür bestimmt, das Risiko vom Einzelnen auf eine große Zahl von Versicherten zu übertragen. Seite 36

37 4.0 Risikotransfer auf das Kollektiv Das Versicherungsgeschäft besteht in der Übertragung des individuellen Risikos auf ein Versichertenkollektiv gegen Zahlung einer Versicherungsprämie. Versicherungs- Nehmer Versicherungs- unternehmen Vorteil: Übertragung der Risikoverteilung auf das Versicherungsunternehmen Nachteil: Prämienzahlung Vorteil: Prämieneinnahme Versicherungsschutz Prämie Nachteil: Übertragung der Risikoverteilung des VN, evtl. Schadenregulierung Seite 37

38 4.0 Formen des Risikoausgleichs Risikoausgleich im Kollektiv Schadensbestand in der Gesamtbetrachtung Risikoausgleich in der Zeit Über- und Unterschäden werden durch Glättung in der Zeit über Bewertung der Barwerte, Risikostruktur und Schadensprävention beeinflusst. Kritisch: Externe Einflüsse wie Unisex Seite 38

39 4.0 Versicherbarkeit eines Risikos Ein Risiko wird als versicherbar bezeichnet, wenn es einem Versicherer ermöglicht, dafür eine adäquate Versicherungsprämie festzusetzen, welche eine insgesamt hinlänglich ertragreiche Durchführung des Versicherungsgeschäftes erlaubt. Andererseits müssen sich in ausreichender Zahl Versicherungsnehmer finden, die diese Prämie als Preis für den Risikotransfer aufzubringen bereit sind. Seite 39

40 4.0 Ermittlung der Versicherbarkeit. Risikoabgrenzung Charakter der Schadenursache Unabhängigkeit von Risiken Schadenhöhe Versicherbarkeit Seite 40

41 4.0 Versicherungstechnisches Risiko Das Risiko für eine VU lässt sich nicht allein dadurch ausschalten, dass nach Schadenerwartungen aus der Risikotheorie tarifiert wird, es stellt in der operativen Praxis die wesentliche wirtschaftliche Aufgabe eines Versicherer dar, Risikomanagement zu beherrschen. Das versicherungstechnische Risiko setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen: Irrtumsrisiko Schwankungsrisiko Änderungsrisiko Seite 41

42 4.0 Versicherungstechnisches Risiko Änderungsrisiken Biometrische Veränderungen Rechtliche Veränderungen Soziale Veränderungen Technische Veränderungen Wirtschaftliche Veränderungen Seite 42

43 5.0 Dokumentation (Träume und Fakten) Seite 43

44 6.0 Service und Serviceplan Seite 44

45 6.0 Haftung als Vermittlungsunternehmer Seite 45

46 Management und Vertrieb: Finance Dozent Dietmar Braun, Heilbronn Versicherungsbetriebswirt (DVA)

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