Herr Binkowska, die Aktienmärkte sind im Aufwind. Allen voran der Deutsche Aktienindex DAX. Wird diese positive Stimmung anhalten?

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1 Wer die Wahl hat... Die Börsen zeigen sich seit einiger Zeit wieder freundlich, die Stimmung unter den Anlegern steigt. Doch angesichts der Vielzahl der Geldanlagemöglichkeiten fühlen sich viele überfordert, die passende auszuwählen. Experten bieten Orientierung im Dschungel der Anlageformen. Immer mehr Anleger setzen auf eine qualifizierte Finanzberatung und durchdachte Geldanlage. Dietmar P. Binkowska, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse KölnBonn, erläutert, wie Anleger auch mit kleineren Beträgen an den Kapitalmärkten mehr aus ihrem Geld machen können. Herr Binkowska, die Aktienmärkte sind im Aufwind. Allen voran der Deutsche Aktienindex DAX. Wird diese positive Stimmung anhalten? Dietmar P. Binkowska: In der Tat, der Deutsche Aktienindex Dax hat im vergangenen Jahr um fast 30 Prozent zugelegt und ist mit Kurssteigerungen in das neue Jahr gestartet. Im März dieses Jahres jährt sich die Aufwärtsbewegung am Aktienmarkt bereits zum dritten Mal. Die europäischen Indizes weisen eine ebenso positive Entwicklung auf. Die Börsianer lassen sich bei ihren Investments vor allem von fundamentalen Daten leiten. Nach den umfangreichen Restrukturierungen der vergangenen Jahre und vor dem Hintergrund der robusten weltwirtschaftlichen Entwicklung weisen die Gewinne der Unternehmen ein starkes Wachstum auf. Zudem sind die Anleiherenditen anhaltend niedrig und es gibt inzwischen deutliche Anzeichen, dass sich auch die binnenwirtschaftliche Situation wieder verbessern wird. Andererseits werden Risiken, wie der anhaltend hohe Ölpreis, ein möglicherweise wieder deutlich schwächerer US-Dollar sowie geopolitische Gefahren weitgehend ausgeblendet. Nach den Kursavancen der letzten Wochen ist daher zunächst eine Konsolidierung wahrscheinlich, die jedoch angesichts der positiven Grundstimmung kaum nachhaltige Kursrückschläge verursachen sollte. Insgesamt bleiben wir für die europäischen Aktienmärkte auch für 2006 zuversichtlich.

2 Im Gegensatz zu den großen institutionellen Anlegern halten sich die privaten Anleger an den Aktienmärkten aber noch zurück. Sie bevorzugen nach wie vor sichere Zinsanlagen. Woran liegt das? Dietmar P. Binkowska: Traditionell überwiegt bei deutschen Sparern der Aspekt Sicherheit bei der Geldanlage. Manch einer, der sich Ende der Neunzigerjahre doch für das Börsenparkett erwärmen konnte, wurde dann von dem Börsenabschwung zwischen 2000 und 2002 mehr oder minder schwer getroffen. Dieser Schrecken sitzt vielen noch in den Knochen, seitdem überwog die Angst vor Verlusten die Lust auf Gewinne. Langsam scheint aber wieder Zuversicht aufzukommen. So ist laut einer Umfrage von Infratest im ersten Halbjahr 2005 die Gesamtzahl der privaten Aktienanleger in Deutschland gegenüber dem Vorjahr um fast gestiegen. Die Zahl der direkten Aktionäre nahm auf insgesamt 4,7 Millionen zu, die der Aktienfondsbesitzer auf 8,1 Millionen. Zwischen den beiden Extremen sichere Spareinlagen hier und hochspekulative Optionsgeschäfte dort gibt es aber doch eine Vielzahl an Anlageformen, die Kunden gute Renditechancen bieten, ohne dass sie damit gleich das Risiko eingehen, alles zu verlieren. Dietmar P. Binkowska: Gerade die Vielzahl der Anlageformen ist es, die den Menschen die Auswahl so schwer macht. Allein an den deutschen Börsen sind mehrere tausend Aktien, Unternehmensanleihen, Pfandbriefe, Emissionen des Bundes und der Länder notiert. Dazu kommen Investmentfonds, Zertifikate und eine Fülle von Spar- und Vermögensanlageprodukten, die Banken, Sparkassen und Versicherungen mit den unterschiedlichsten Ausstattungsmerkmalen offerieren. Über die Medien sind jedermann Finanzinformationen zugänglich, die bei der Auswahl helfen. In Zeitungen und Zeitschriften, im Fernsehen, im Internet... Dietmar P. Binkowska:... und nicht zu vergessen: die absolut sicheren Tipps von Bekannten und Verwandten. Es stimmt, die Transparenz der an den Kapitalmärkten gehandelten Papiere und der von Geldinstituten angebotenen Produkte nimmt von Tag zu Tag zu. Diese Transparenz ist auch zu begrüßen. Aber mit der Vielzahl der

3 Informationen steigt auch die Unsicherheit der Anleger: Welche Quellen sind wirklich seriös? Passt die empfohlene Geldanlage zu mir? Was ist wirklich dran an den versprochenen Gewinnchancen? Welche Haken gibt es eventuell? Unsere Berater machen immer häufiger die Erfahrung, dass sich mehr und mehr Kunden überfordert fühlen, ihr Vermögen selbst erfolgreich anzulegen. Sie suchen Rat und wünschen die Empfehlung eines Beraters, der sowohl mit ihrer persönlichen und finanziellen Situation vertraut ist, als auch Wissen und Erfahrungen im Hinblick auf die diversen Geldanlagemöglichkeiten besitzt. Oftmals werden Investmentfonds empfohlen. Was halten Sie davon? Dietmar P. Binkowska: Wer sich für Investmentfonds entscheidet, erhält mit den Fondsanteilen einen einfachen und bequemen Zugang zu den Kapitalmärkten. Mit Investmentfonds kann jeder schon mit kleinen Beträgen in eine breite Auswahl an Wertpapieren Aktien, Festverzinsliche, Geldmarktpapiere investieren. Der Anleger beauftragt die Fondsmanager mit der Auswahl der Wertpapiere und der Verwaltung des Portfolios. Er braucht sich um viele Details nicht selbst zu kümmern. Details wie zum Beispiel in welche Branchen, welche Länder, welche Laufzeiten investiert werden soll; wann in Werte eingestiegen, wann ausgestiegen, wann das Depot umgeschichtet werden soll. Alle diese Entscheidungen treffen die Fondsmanager. Der Anleger muss also nicht selbst permanent Unternehmensentwicklungen, Branchen- und Markttrends beobachten und diese im Hinblick auf seine Geldanlage werten. Wie treffen die Fondsmanager diese Entscheidungen? Dietmar P. Binkowska: Die Anlagespezialisten haben Zugang zu präzisen Informationsquellen und arbeiten mit speziellen Analyseinstrumenten. Mit deren Hilfe verfolgen sie Markt- und Branchentrends, schätzen mittel- und langfristige Entwicklungen ein und nehmen bei entsprechenden Anzeichen frühzeitig Veränderungen im Fondsportfolio vor. Allerdings: Den absolut besten Zeitpunkt für Kauf oder Verkauf einer bestimmten Aktie kennen auch sie nicht denn dieser lässt sich immer erst im Nachhinein an den Kursverläufen ablesen. Da aber in den einzelnen Fondsportfolios die Vermögen vieler Anleger gebündelt sind, können die

4 Anlagespezialisten die Gelder unter den Aspekten Sicherheit und Chance viel breiter sprich in viele verschiedene Werte investieren, als dies einem einzelnen Anleger mit nur seinem Kapital möglich wäre. Extreme Kursausschläge einzelner Werte nach oben wie nach unten werden so im Fondsportfolio ausgeglichen und insgesamt gemildert. Sollte man besser in Aktien-, in Renten- oder in Immobilienfonds investieren? Dietmar P. Binkowska: Eine sinnvolle Depotstruktur berücksichtigt alle drei Anlageklassen: Aktien, Renten und Immobilien. Bei größeren Vermögen können auch alternative Investments wie Edelmetalle und Rohstoffe in Betracht gezogen werden. Die Frage lautet also nicht entweder oder, sondern: Wie soll das Vermögen auf die einzelnen Anlageklassen aufgeteilt werden? Bei der Beantwortung hilft der vertraute Berater. Im persönlichen Gespräch mit seinem Kunden befragt er ihn sehr gründlich, um neben Zielen und Dauer der Geldanlage vor allem herauszufinden, welcher Anlegertyp sein Kunde ist und welche Rendite er erwartet: Sucht er ein gesichertes Zinseinkommen und will Kurs- und Kapitalrisiken vermeiden? Oder wünscht er Erträge, die deutlich über dem normalen Zinsniveau liegen, und ist dafür bereit, in risikoreichere Anlageformen zu investieren? Wenn klar ist, ob der Kunde ein substanzorientierter, ein wachstumsorientierter oder eher ein chancenorientierter Anleger ist, wird die Depotstruktur festgelegt. Das heißt, es wird die grundsätzliche Quote für die Aufteilung des Vermögens auf Aktien-, Renten- und Immobilienfonds sowie eventuell ergänzende Anlageformen bestimmt. In Deutschland werden weit über Investmentfonds angeboten. Wie findet man darunter die passenden? Dietmar P. Binkowska: Eine sehr gute Lösung bieten hier Vermögensverwaltungsprodukte, die auf Investmentfonds basieren. Vermögensverwaltung bedeutet, dass Anlagespezialisten nicht nur die erfolgversprechendsten Fonds auswählen, sondern sie schichten das Portfolio auch um, wenn sich der Markt dreht. Die Sparkasse KölnBonn bietet für kleinere wie für größere Anlagesummen, für sicherheitsorientierte wie für risikobereite Kunden das jeweils passende Vermögensverwaltungsprodukt an. Alle Produkte haben zweierlei

5 gemeinsam. Erstens das Prinzip: Die Vermögen werden nach festgelegten Anlagerichtlinien unter Risiko- und Renditeaspekten professionell strukturiert und gemanagt. Und zweitens das Ziel: Mittel- bis langfristig sollen durch die breite Streuung der gebündelten Kundenvermögen die Risiken der Geldanlagen reduziert und eine überdurchschnittliche Rendite erwirtschaftet werden. Worin unterscheiden sich die verschiedenen Vermögensverwaltungsprodukte? Dietmar P. Binkowska: Die wesentlichen Unterschiede richten sich nach der Risikobereitschaft der Anleger und der Anlagesumme. Für jeden Anlagebetrag stehen mehrere Portfolio-Varianten zur Verfügung vom sicherheitsorientierten Rentenportfolio bis zum chancenreichen, international ausgerichteten Aktienportfolio. Substanzorientierte Anleger entscheiden sich für die Portfolio-Variante, die ausschließlich in sichere Renten-, Geldmarkt- und offene Immobilienfonds investiert. Wer bereit ist, höhere Kurs- und Kapitalrisiken einzugehen, wählt eine Portfolio- Variante mit Aktienanteil. Bis zu 100 Prozent Aktienquote sind möglich. Je höher die Anlagesumme, desto individueller werden die Vermögen verwaltet. Das heißt, gemeinsam mit dem Kunden werden Anlagerichtlinien festgelegt, die sich an seinen Rendite- und Risiko-Präferenzen sowie seinen persönlichen Zielen und finanziellen Bedürfnissen orientieren. Eine letzte Frage: Wem empfehlen sie eine Vermögensverwaltung? Dietmar P. Binkowska: Eine auf Investmentfonds basierende Vermögensverwaltung ist für alle die Kunden bestens geeignet, die sich nicht selbst aktiv um die Struktur und das Management ihres Vermögens kümmern können oder möchten sei es aus Mangel an Zeit, aus Unsicherheit oder ganz einfach, weil sie nur wenig Interesse an Finanzthemen haben, aber dennoch eine gute Rendite erzielen möchten.

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