Sicherheit und Datenschutz bei Smartphones

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1 Sicherheit und Datenschutz bei Smartphones Hintergrundpapier zur Verbraucher-Umfrage vom Mai 2012

2 SEITE 2 VON 13 I. Hintergrund Die Verbindung eines Mobiltelefons mit den Fähigkeiten eines Computers erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Immer mehr Menschen nutzen Smartphones. Laut Angaben des Branchenverbandes BITKOM von August 2012 sind 70 Prozent der verkauften Handys inzwischen Smartphones. Das Angebot an entsprechender Hard- und Software steigt gleichlaufend mit den Umsätzen, die Hersteller und Anbieter mit Smartphones und ihren Anwendungsprogrammen bzw. Applikationen ( Apps ) erzielen. Gleichzeitig gibt es immer wieder Meldungen über Sicherheitslücken und undurchsichtige Zugriffen von Apps auf die persönlichen Daten der Nutzerinnen und Nutzer 1. Sicherheit und Datenschutz bei Smartphones sind somit überaus wichtige verbraucherpolitische Themen. Ihre Wichtigkeit wird in Zukunft noch mehr steigen. Vor diesem Hintergrund hat die Unterarbeitsgruppe Mobile Sicherheit des Nationalen IT- Gipfels TNS Emnid mit der Durchführung einer repräsentativen Umfrage beauftragt. Hierzu hat TNS Emnid im Mai 2012 insgesamt 4010 Verbraucher nach ihrer Einstellung zu Sicherheit und Datenschutz bei Smartphones befragt. 1 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im Folgenden auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichwohl für beide Geschlechter.

3 SEITE 3 VON 13 II. Umfrage-Ergebnisse 1. Nutzung von Smartphone-Diensten Von den 4010 Befragten waren 1112 Smartphonenutzer. Dies entspricht einer Quote von 27 Prozent. Bei den unter 30-jährigen waren es sogar 73 Prozent (361 von 492). Smartphones bieten eine breite Palette an Diensten an, die über das reine Telefonieren hinausgehen. Entsprechend breitgefächert ist das Nutzerverhalten: Über die Hälfte der Smartphonebesitzer nutzen soziale Netzwerke (57 Prozent), wie z.b. Facebook oder StudiVz, Nachrichten-Dienste (55 Prozent), wie WhatsApp oder ortsgebundene Dienste (53 Prozent), wie Navigations- oder Taxibestell-Dienste. Fast die Hälfte der Befragten nutzt das Smartphone zudem für Fotos (49 Prozent). Auffällig wenig genutzt werden hingegen das Online-Banking (15 Prozent) sowie das mobile Bezahlen mit dem Smartphone (neun Prozent). Auch Datenspeicherdienste, wie etwa Cloud-Lösungen auf dem Smartphone, werden mit 17 Prozent noch vergleichsweise wenig genutzt.

4 SEITE 4 VON 13 Die Bereitschaft zur Nutzung weiterer Dienste auf dem Smartphone ist gleichfalls umfänglich. Mehr als zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) wäre bereit, die automatische Standortübermittlung bei Verkehrsunfällen zu nutzen. Lediglich jeweils mehr als ein Viertel der Befragten würde die Identifizierungsfunktion nutzen, etwa gegenüber Behörden (27 Prozent) bzw. gegenüber Ärzten und Apotheken als Zugangsmedium zu persönlichen Gesundheitsdaten (26 Prozent). Das Smartphone als Schlüssel (z.b. für die Wohnung, Büro usw.) würden nur 22 Prozent der Nutzer und als elektronische Geldbörse sogar nur elf Prozent der Befragten nutzen. Knapp ein Viertel der Befragten (24 Prozent) würde hingegen aus heutiger Sicht keinen der genannten Dienste in Anspruch nehmen.

5 SEITE 5 VON Grundsätzliche Einstellung der Nutzer zu Sicherheit und Datenschutz bei Smartphones Sicherheit und Datenschutz sind für Smartphonenutzer wichtige Aspekte. So werden Sicherheit und Datenschutz für 86 Prozent der Befragten als wichtig bis sehr wichtig eingestuft.

6 SEITE 6 VON 13 Auch bei der Kaufentscheidung werden diese Gesichtspunkte von 45 Prozent der Befragten als wichtiges Kriterium genannt.

7 SEITE 7 VON 13 Diese Einstellung spiegelt sich auch bei den Verbrauchern wider, die kein Smartphone nutzen: Zwar haben 83 Prozent schlichtweg keinen Bedarf. Für über ein Drittel (37 Prozent) spielt aber auch fehlendes Vertrauen eine Rolle.

8 SEITE 8 VON Sicherheits- und Datenschutzerwartungen a. Sicherheitserwartungen Die Erwartungen der Nutzer an die Sicherheit der Smartphones sind umfassend. Mit jeweils mehr als 80 Prozent verbinden die Nutzer mit einem sicheren Smartphone: - einen Schutz des Betriebssystems vor unbefugten Zugriffen von außen (94 Prozent), - einen besonderen Schutz der persönlichen Daten (z.b. Kontakte und Fotos) vor unbefugter Übermittlung (91 Prozent), - den Schutz vor unbefugtem Mitlesen oder Abhören (88Prozent) und - die Sicherung, dass allein die Nutzer auf ihr Smartphone zugreifen können, z.b. durch einen Passwortschutz (83 Prozent).

9 SEITE 9 VON 13 b. Erwartungen an den Datenschutz Die Erwartungen der Nutzer an den Datenschutz sind gleichermaßen umfassend und deutlich. Fast alle Nutzer (99 Prozent) wollen den Zugriff Dritter auf ihre persönliche Daten kontrollieren: Während 62 Prozent den Zugriff Dritter auf ihr Smartphone generell ablehnen, wollen 37 Prozent dies nur dann erlauben, wenn eine vorherige und ausdrückliche Zustimmung eingeholt wurde.

10 SEITE 10 VON 13 Dieses starke Bewusstsein für Datenschutz findet sich auch bei den Einstellungen zu den Smartphone-Apps wieder. Deutlich erkennbar ist dabei der Wunsch nach mehr Transparenz: 87 Prozent der Befragten wollen entsprechend vor der Installation einer App wissen, auf welche konkreten Daten diese zugreifen. Überraschend ist allerdings, dass zwölf Prozent angeben, dies sei nicht wichtig für sie, obwohl 99 Prozent den Zugriff Dritter auf Ihre Daten kontrollieren wollen. Hier könnte ein Informationsdefizit bei den Nutzern vorliegen. Denn bei der Datennutzung durch Apps handelt es sich um einen Zugriff durch Dritte.

11 SEITE 11 VON 13 Auch bei der Ortungsfunktion liegt der überwiegende Großteil der Befragten Wert auf Transparenz und ihre Kontrollmöglichkeiten: So geben 77 Prozent der Nutzer an, dass ihnen die Möglichkeit des Abschalten der Ortungsfunktion wichtig bis sehr wichtig ist. Lediglich eine Minderheit von 22 Prozent legt wenig oder gar keinen Wert hierauf.

12 SEITE 12 VON Sicherheitsbewusstsein bei der Nutzung von Smartphones Sicherheits- und Datenschutzbedenken führen zu einer entsprechend bewussten und zurückhaltenden Nutzung von Smartphones. Dies wird besonders deutlich bei der Frage, welche Schutzmechanismen genutzt werden: - 80 Prozent der Befragten schützen sich, indem sie auf möglicherweise riskante Anwendungen bewusst verzichten. - Über die Hälfte der Befragten (57 Prozent) hat einen Schutz gegen Schadprogramme installiert und mehr als ein Drittel (36 Prozent) verwendet einen verschlüsselten Datenspeicher. Durch den Verzicht auf die Nichtverwendung vermeintlich riskanter Anwendungen wird deutlich, dass zukünftige Investitionen im Bereich Sicherheit und Datenschutz bei Smartphone-Anwendungen nicht nur den Verbrauchern nutzen, sondern auch im Stande wären, erhebliche Marktpotentiale zu erschließen. Vor allem für die Bereiche mobiles Bezahlen und mobile Banking sind solche Entwicklungspotentiale zu erkennen. So haben 80 Prozent der Smartphonenutzer, die diese Bezahl- und Banking-Funktionen nicht nutzen, erhebliche Zweifel an der Sicherheit dieser Dienste. Allerdings: Mehr als die Hälfte (56 Prozent) hat keinen Bedarf an diesen Diensten und fast ein Drittel (29 Prozent) findet diese schlichtweg zu umständlich.

13 SEITE 13 VON Darf mehr Sicherheit auch mehr kosten? 57 Prozent der Befragten sind bereit, für ein sicheres Smartphone zusätzlich zehn Prozent und mehr auszugeben. 43 Prozent wären hierzu hingegen nicht bereit. Hauptgrund hiefür ist mit 94 Prozent die Erwartungshaltung, dass die Smartphones bereits ab Werk über die notwendigen Sicherheitsausstattungen verfügen sollten. Diese Ergebnisse bestätigen zusätzlich die Aussage, dass Sicherheit und Datenschutz wichtige Kaufkriterien darstellen. 6. Weitere Ergebnisse Aus den Umfragen lassen sich auch Rückschlüsse für andere Bereiche ziehen. Von besonderer Bedeutung sind dabei die Nutzerfreundlichkeit von Smartphones und ihren Anwendungen. So gibt fast ein Drittel der Befragten, die kein Smartphone nutzen (30 Prozent), ist mir zu kompliziert als Grund für ihre Abstinenz an (vgl. Grafik 5). Ähnlich verhält es sich bei der Nutzungsbereitschaft von mobilen Bezahl- und Banking-Diensten: Auch hier geben 29 Prozent der Befragten an, dass diese Dienste zu umständlich seien (vgl. Grafik 10).

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