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1 7,50 Deutschland ISSN Government DIE ZEITUNG FÜR IT-GESTÜTZTE VERWALTUNG VON KOMMUNE UND STAAT Nr.7/03-3. Jhrg. 23. Juni 2003 KOMMUNE & STAAT BRANCHE & INNOVATION PRAXIS & LÖSUNGEN RECHT & SERVICE Mediendidaktik Die Hochschule in Speyer hat ein elearning-tool rund ums virtuelle Rathaus entwickelt. Prof. Hermann Hill zur Neuvorstellung im Interview. Seite 3 DOMEA-Praxis Die Möglichkeiten und die Grenzen des DOMEA- Konzeptes wurden im Hamburger Amt für Stromund Hafenbau deutlich. Seite 9 Modernisierung Die Daten sollen laufen, nicht der Bürger. Diese Aussage des Kanzlers stellt die Effizienz der Behörden auf den Prüfstand. Seite 17 Wer bist Du? Der Intelligent Digital Passport überprüft den Smartcard-Benutzer anhand mehrerer biometrischer Daten. Seite 25 In Dieser Ausgabe KOMMUNE & STAAT everwaltungsreform Mecklenburg-Vorpommern hat einen egovernment- Masterplan angekündigt. Im Interview mit Government Computing erklärt der Innenminister des Landes die egovernment-strategie der Ostseeanrainer. Seite 4 BRANCHE & INNOVATION Thin Clients Sie benötigen wenig Platz, machen keinen Krach, bleiben immer cool und verzichten auf Laufwerke ein Plus für die Sicherheit. Thin Clients lösen in vielen Verwaltungen herkömmliche Arbeitsplatzrechner ab. PRAXIS & LÖSUNGEN CMS Content Management-Projekte können nur erfolgreich sein, wenn sie gut geplant werden. Das setzt allerdings voraus, dass ihre Komplexität verstanden und die Risikoquellen erkannt werden. Denn die Trennung von Inhalt und Gestaltungsmerkmalen bringt auch Einschränkungen mit sich. Seite 18 RECHT & SERVICE Seite 10 Europäischer Kongress in Karlsruhe Das egov-forum (Kongress mit Fachmesse) findet im kommenden Monat statt. Ein Interview mit Professor Dr. Friedhelm Gehrmann auf Seite 31 Rubriken egovernment-termine, Ausschreibungen der Öffentlichen Hand, redaktionell erwähnte Unternehmen, Impressum ab Seite 29 Open Source-Vorstoß Schily kündigt Migrationsleitfaden an Hilfestellung. Das Bundesinnenministerium entwickelt einen Leitfaden, der den IT-Verantwortlichen von Behörden und Verwaltungen den Umstieg auf Open Source-Software erleichtern soll, wenn diese ein solches Vorhaben planen. OTTO SCHILY. Will die Offenheit und Vielfalt im Bereich der Software fördern Bundesinnenminister Otto Schily hat auf dem in Leipzig veranstalteten Messekongress Neue Technologien für eine neue Verwaltung die integrierte Verwaltung der DBB-Akademie des Deutschen Beamtenbundes und der Tarifunion einen Migrationsleitfaden seines Hauses für den Umstieg Open Source-Software angekündigt. Die Verwaltung muss ihr Innovationspotenzial nutzen, um Bürgerinnen und Bürgern und der Wirtschaft schnelle, kostengünstige Dienstleistungen zu bieten und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Eine moderne, effiziente und dienstleistungsorientierte Verwaltung kann ihr Innovationspotenzial nur mithilfe der Informationstechnologie voll entfalten, so der Bundesinnenminister. Das Bundesinnenministerium wolle in diesem Zusammenhang auch die Offenheit und Vielfalt im Bereich der Software fördern, so Schily weiter, und ein Mit- und Nebeneinander von großen kommerziellen Software-Herstellern und Open-Source-Software erreichen. Wir fördern daher auch den Einsatz von Open Source und Open Standards, erklärte Schily. Im Zuge dieser IT-Strategie kündigte der Bundesinnenminister dann den ersten Software- Wegweiser für die IT-Entscheider der Öffentlichen Verwaltung an. Dieser Migrationsleitfaden zeige, welche Wege offen stehen, um zum Beispiel Open-Source- Quelle: Europäische Kommission Software für egovernment zu nutzen. Der Leitfaden, der derzeit im Bundesinnenministerium erarbeitet wird, nutzt die Erfahrung aus verschiedenen Pilotprojekten der Initiative BundOnline Auf der Grundlage verschiedener Ausgangsszenarien werden jeweils Erfolgsfaktoren und Handlungsempfehlungen umfassend beschrieben. Die IT-Entscheider der Behörden sollen so selbst beurteilen können, ob sie eine ablösende Migration also eine Ablösung bestehender Lizenzen und Produkte durch Open-Source-Software anstreben wollen oder eine fortführende Migration also eine Weiterführung der bestehenden Lizenzen und Produktlinien. Um den Behörden künftig größere Flexibilität bei der Gestaltung ihrer Software-Landschaft zu ermöglichen, hatte Bundesinnenminister Schily im April 2003 einen neuen Lizenzrahmenvertrag für die gesamte Öffentliche Verwaltung mit Microsoft abgeschlossen. Der Vertrag soll allen Behörden die Chance geben, Microsoft-Produkte kostengünstig einzusetzen, ohne sie zu verpflichten, ausschließlich diese zu verwenden. Bereits im Juni des vergangenen Jahres hatte Schily mit IBM einen Rahmenvertrag unterzeichnet, der es der Öffentlichen Hand ermöglichen soll, kostengünstig Open-Source-Software zu beschaffen. Der Migrationsleitfaden unterstützt diese Flexibilität und trägt damit dazu bei, dass sich das beachtliche Innovationspotenzial von Staat und Verwaltung adäquat entfalten kann, bewertete Schily das Vorhaben. mk KOMMENTAR von Manfred Klein Government Computing Der Wettbewerb ist entschieden Das Ende der Inflation Das Rennen, welches der egovernment-zentren sich erfolgreich positioniert, ist entschieden. Die Vorstellung, die das Fraunhofer Fokus-Institut dieser Tage in Berlin gab, war mehr als überzeugend (siehe Seite 8). Alle anderen Zentren, werden sich nun wohl mit der Rolle eines regionalen Anbieters begnügen müssen. Bereits jetzt arbeiten das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit sowie das Bundesinnenministerium eng mit dem Fraunhofer-Institut zusammen. Freilich ohne sich explizit auf eine ausschließliche Kooperation festzulegen. Aber auch die Expertise, über die das Fokus-Institut verfügt, spricht eine deutliche Sprache. So entstanden drei im egovernment- Wettbewerb ausgezeichnete Projekte in Zusammenarbeit mit Fraunhofer. Hinzu kommt, dass die anderen egovernment-zentren ihrer eigenen Planungsphase näher sind, als der praktischen Arbeit. Und schon sorgen sich manche Unternehmensberater wie in Berlin zu beobachten welchen Anteil des von der Öffentlichen Hand benötigten Beratungsvolumens das Fraunhofer-Institut wohl für sich beanspruchen wird. Wie immer man zu dieser Entwicklung stehen mag, dem egovernment wird das Ende der Inflation bei egovernment-zentren gut tun. DataM-Services GmbH, Würzburg PVSt, Deutsche Post AG, Entgelt bezahlt, B bestellen: GovcomUpdate der aktuelle Newsletter per Jetzt Deutsche Großstädte Pinguin in Lauerstellung Gerd Armbruster vom Fachbereich IT der Stadt Mannheim bringt es auf den Punkt: Der Projektverlauf in München wird genau beobachtet. Das werden viele seiner Kollegen in deutschen Großstädten tun, ergab eine Umfrage von Government Computing, nachdem die Entscheidung der bayerischen Landeshauptstadt bekannt geworden war. Die Münchner Stadtverwaltung will ihre IT und das sind immerhin rund Arbeitsplätze von Microsoftprodukten komplett auf Linux und Open Source umstellen. Ein politischer Glaubenskrieg in den Stadtverwaltungen? München wird von einer rotgrünen Mehrheit regiert, während die Mainmetropole Frankfurt mit schwarzer Dominanz im Stadtrat eine Grundsatzentscheidung zum Fensterln gefällt hat. Doch während die Münchner CSU gegen die Stadtratsentscheidung Sturm läuft, stellte der bayerische Staat die Vermessungsämter auf Linux um (Seite 3). Bisher dominieren die Betriebssysteme der unterschiedlichen Windows- Versionen die Arbeitsplätze in den meisten deutschen Großstädten. Und das wird wohl bei der Mehrheit so die Ergebnisse der Umfrage zunächst so bleiben. Bei den Netzwerken sieht es etwas anders aus: Wenn Veränderungen anstehen, sprechen die Verantwortlichen von strategischen Entscheidungen. Weitere Einzelheiten zur Umfrage stehen auf Seite 14. vio egovernment Quelle: DE-CODA GmbH, 2003 B2B, B2C Interne Prozesse Personalwesen egovernment-potenziale 42 % 31 % davon Steuern 23 % 16 % 11 % Government Computing FAVORITEN. Die größten Potenziale für den Einsatz der digitalen Signatur in ihrer Firma sehen Unternehmer im egovernment. Allein das Thema elektronische Steuern macht fast ein Viertel der Nennungen aus

2 KOMMUNE & STAAT GOVERNMENT COMPUTING AUSGABE Integration Mecklenburg-Vorpommern setzt beim Aufbau von egovernment vor allem auf die Einbindung der Kommunen. Innenminister Timm über die Initiative. Messlatte Wo steht Bayern beim egovernment? Dazu Hans- Joachim Heusler, Referatsleiter für IuK-Politik in der Staatskanzlei. Führungsposition Das Fraunhofer egovernment-zentrum zeigte in Berlin, dass es den Wettbewerbern den Rang abgelaufen hat. Leistungsschau Das ÖV-Symposium in NRW entwickelt sich immer mehr zu einem Benchmarking von egovernment. Seite 4 Seite 6 Seite 8 Seite 8 GovCom: Herr Hill, die Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften hat nun mit dem neuen elearning-programm egov-learning ein Instrument vorgestellt, das den Verantwortlichen in den Kommunen das für den Aufbau eines virtuellen Rathauses notwendige Rüstzeug an die Hand geben soll. Wo sehen Sie die größten Probleme beim Aufbau der virtuellen Rathäuser? Hill: Sicherlich hindert zur Zeit die schlechte Finanzlage die Kommunen, virtuelle Rathäuser aufzubauen, weil zunächst investiert werden muss. Es sollte daher verdeutlicht werden, dass egovernment keine Modeerscheinung ist, sondern zu einer nachhaltigen Verbesserung der Verwaltungstätigkeit führt. Konkret bedeutet dies, Verständnis für egovernment zu schaffen, Wissensdefizite in der EDV zu verringern und Methodenund Onlinekompetenz aufzubauen. Eine Verwaltung braucht vor allem Kommunikationsfähigkeit, um egovernment-strategien umsetzen und Wissenslücken schnell schließen zu können. GovCom: Welche Zielsetzung verfolgt die Hochschule für Verwaltungswissenschaften mit der Entwicklung des Programms egov- Hill: Innerhalb des vom BMBF geförderten Medienprojekts betreuen meine Mitarbeiter und ich nun seit gut zwei Jahren die Entwicklung, Produktion, Bereitstellung und Verbreitung mediengestützter Lerninhalte für die Lehre und Weiterbildung. Wir wollen auf diesem Wege aufzeigen, wie die Wissensverbreitung über Innovationsprozesse in Verwaltungen vor allem auch durch multimediale Lernmedien unterstützt werden kann. GovCom: Welche Probleme zeigen sich bei der Aufbereitung des Wissensstoffes für multimediale Medien und welche Wissensgebiete werden von den Verwaltungen besonders nachgefragt? Hill: Wissensinhalte müssen an dem jeweiligen Bedarf einer Verwaltungseinheit ausgerichtet sein. Dazu bestehen noch zu wenig nutzerorientierte Lern- oder Informationshilfen, wie zum Beispiel innerhalb von Wissensdatenbanken oder Informationsportalen. Diese Contents sollten im günstigsten Fall von den Wissensträgern selbst oder Fortbildungsabteilungen der Verwaltungen vor Ort erstellt werden können, um Kolleginnen und Kollegen on demand modularisierte Wissensbausteine an die Hand geben zu können. Solche komprimierten Wissensbausteine müssen jeweils für sich verständlich und nachvollziehbar sein und gleichzeitig die notwendige Information schnell auf den Punkt bringen, ohne Kontext und Hintergrundwissen des Lernenden zu vernachlässigen. Querschnittsthemen oder Fachbereichsthemen werden bisher nur selten als elektronisch aufbereitete Lerninhalte angeboten. Dominiert wird das Angebot vor allem von IT- und Microsoft Office-Anwendungen, Projektmanagement- Tools, Angeboten zum Sprachentraining sowie zu Inhalten des Neuen Steuerungsmodells oder Qualitätsmanagements. Interview elearning unterstützt Verwaltungsmodernisierung Wissenstransfer. Die Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer hat einen guten Namen, wenn es um die wissenschaftliche und mediendidaktische Begleitung von egovernment geht. Aktuell hat die Hochschule ein elearning- Programm rund um das Virtuelle Rathaus entwickelt. Government Computing sprach mit dem wissenschaftlichen Leiter des Projekts, Prof. Dr. Hermann Hill. GovCom: Wie schneiden die modernen Medien bei der Bewertung des Lernerfolgs derzeit gegenüber den herkömmlichen Methoden ab? Hill: Grundsätzlich kommt es auf die Lernszenarien an, in der die unterschiedlichen neuen Vermittlungsmethodiken eingesetzt werden. Verbindliche Maßstäbe für erfolgreiches Lernen mit neuen Medien im Sinne nachhaltiger Kompetenzvermittlung und vor allem, wenn es um die Auswirkungen des neuen Fortbildens auf die Arbeitsproduktivität geht, sind schwer zu ermitteln. Unsere Erfahrungen zeigen jedoch, dass sich das Lernen mit neuen Medien besonders bei Nutzergruppen bewährt, die entweder einen bestimmten Lerntypus repräsentieren (kognitiv, zielorientiert, diszipliniert, selbstorganisiert), medienaffin sind oder und aufgrund besonderer Arbeitsumstände diese Lernform favorisieren. Einen klaren Mehrwert bieten die neuen Lerntechnologien durch die Individualisierung der Lernangebote und Interaktionsmöglichkeiten in einzelnen Lernobjekten. Individualisierung bedeutet neben der Bestimmung der Lerngeschwindigkeit und Auswahl von Menüpunkten aber vor allem, Lernwege und Lernarten je nach Lerntypus direkt auswählen zu können. Doch selbst hochtechnische Lernsysteme können nur auf schematisierte Lerntypen ausgerichtet werden, sodass die persönliche Betreuung ein wesentlicher Bestandteil des Lernens ist (Blended-Learning). elearning an sich ist dabei kein eigenständiges Lernkonzept, sondern unterstützt lediglich andere Lehr- und Lernmethoden. GovCom: Herr Prof. Hill, auf dem egov-forum in Karlsruhe werden Sie einen Vortrag mit dem Titel Vom Blended Learning zum strategischen elearning halten. Wie unterscheiden sich die beiden Methoden und welche Auswirkungen soll das strategische elearning vor allem im Hinblick auf die Initiierung von Innovationsprozessen in den Verwaltungen haben? Hill: Klassische und technologiegestützte Lernmethoden werden neuerdings zielgerichtet kombiniert. Blended-Learning ist als ein Teil des strategischen Lernens zu sehen, das mehrere Lernmethoden in einem Lernarrangement optimal nutzt. Es ermöglicht Informieren, Lernen, Kommunizieren, Erfahrungs- und Wissensaustausch losgelöst von Ort und Zeit. Vor allem für ältere Lerner kann damit ein Einstieg in die Landschaft der neuen Lerntechnologien geboten werden. Das strategische Lernen bedeutet in zunehmenden Maße wirkungsvolle Nutzerorientierung innerhalb eines organisationalen Gesamtkontext. Strategisches Lernen besagt vor allem, dass sich das Lernen an den Verwaltungszielen orientiert und in die Personal- und Organisationsentwicklung eingebettet ist. Die strategische Leistungsfähigkeit von elearning liegt nun vor allem im effizienteren Zugang und der tieferen Verbreitung von Verwaltungs-Wissen, in der Integration rollenspezifischer Hilfen und somit im Zusammenwirken von Wissensaneignung und Arbeiten. GovCom: Wie gingen die Ergebnisse des bei den didaktischen Überlegungen zur Entwicklung des elearning-programms ein? Hill: Mit Auf dem Weg zum Electronic Government wurde eine grundlegende Einführung in egovernment, Begrifflichkeiten, Strategien und Anwendungsbeispielen entwickelt. Einen wesentlichen Part nimmt die Darstellung kritischer Erfolgsfaktoren bei der Umsetzung virtueller Rathäuser ein. Das Erfolgsmodell des Komm-Städtewettbewerbs diente dabei als Ratgeber und Checkliste. Das Lernprogramm vermittelt, welche Herausforderungen an Führungskräfte und das Projektmanagement gestellt werden und was bei der Auswahl und Bewertung exemplarischer Verwaltungsprozesse für das egovernment beachtet werden muss. In dem Webbasierten Lernprogramm können Verwaltungen nachgestellte Szenarien aus dem Projektalltag kennen lernen. Hierzu wurden für die Konzeptentwicklung auch Experteninterviews in den Komm-Städten Nürnberg und Esslingen geführt, um die Projektszenarien so authentisch wie möglich nachstellen zu können. GovCom: Welche weiteren Projekte plant die Hochschule in Speyer, um die Entwicklung des egovernments zu fördern und welche Zielsetzung verfolgen Sie mit diesen Produkten? Hill: Im Bereich der Verwaltungsmodernisierung gewinnt die elektronisch gestützte Wissensvermittlung (elearning) zunehmend an Bedeutung. Allerdings fehlt es vorwiegend an nutzbarem Content. An dieser Stelle setzen wir an, indem wir innerhalb unseres Projektes Neue Medien in der Bildung für Hörerinnen und Hörer, FortbildungsteilnehmerInnen an der DHV und vor allem für interessierte Verwaltungen aktuelle Themen der Verwaltungsmodernisierung aufgreifen und mediendidaktisch zu Web-Based-Trainings oder Streaming-Media (http://www.dhv- speyer.de/hill/publikationen/ppt- Streamings.htm) aufbereiten. Innerhalb der letzten 18 Monate wurde ein Lernsystem zum Qualitätsmanagement ( CAF-Lernsystem ) realisiert, PowerPoint-Streamings zu Good Governance, Kontraktmanagement und Intelligentem Sparen produziert und jüngst konnte das Lernprogramm zum kommunalen egovernment lanciert werden (http://www.dhvspeyer.de/hill/kooperationen/erfurt.htm). Diese Produktpalette an Eigenproduktionen wird noch dieses Jahr um ein weiteres WBT erweitert, das sich dem Public-Private-Partnership annehmen wird. Public-Private-Partnerships sind in Zeiten knapper Kassen ein wichtiger Antrieb zur Modernisierung Öffentlicher Institutionen und daher scheint uns das Thema gerade jetzt äußerst attraktiv für den Öffentlichen Sektor zu sein. LINKS Das Interview führte Manfred Klein Kooperationen/ egov_learning.htm KOMMUNE & STAAT Verantwortlicher Redakteur: Manfred Klein Tel / , Fax / TICKER DPP FORDERT IMPULSE FÜR EGOVERNMENT Unter dem Titel Neue Technologien für eine neue Verwaltung veranstaltete der Deutsche Beamtenbund (dbb) seine Kongressmesse auch in diesem Jahr wieder in Leipzig. Der stellvertretende Vorsitzende des dbb, Peter Heesen, äußerte in seiner Eröffnungsrede die Befürchtung, dass Deutschland beim egovernment der Abstieg in die Belanglosigkeit drohe. Heesen bezog sich dabei auf eine Studie von Cap Gemini Ernst & Young, in der Deutschland in nur einem Jahr im internationalen Ranking von Platz 14 auf den sechszehnten Rang zurückgestuft wurde. Um diesen Missstand abzustellen, forderte Heesen endlich die längst fälligen Impulse zur Stärkung der Online-Gesellschaft zu setzen. Dazu müsse der Öffentliche Dienst technisch und strukturell modernisiert werden, so Heesen. Er forderte gezielte Investitionen für egovernment. Gleichzeitig verlangte Heesen die verpflichtende Fortbildung aller Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes, die mit modernen Kommunikationsmitteln befasst sind. Der zum vierten Mal durchgeführte Kongressmesse wurde von 800 Teilnehmern aus den Verwaltungen besucht. mk VERMESSER IN BAYERN BAUEN AUF LINUX Das Bayerische Vermessungsamt stellt auf Linux um. Der bayerische Finanzminister Kurt Faltlhauser erklärte dazu: Alle 79 Vermessungsämter der bayerischen Vermessungsverwaltung arbeiten nun mit Linux. Damit ist die Vermessungsverwaltung die erste Staatsverwaltung in Deutschland, die sich vollständig für den Aufbau einer Linux-basierten IT-Infrastruktur entschieden hat. Ausschlaggebend für die Entscheidung, so der Finanzminister, die Arbeitsplätze auf Linux umzustellen, seien nicht nur finanzielle Aspekte gewesen. Auch Sicherheitsüberlegungen hätten eine wichtige Rolle bei der Entscheidung gespielt. mk DIGITALE ARCHIVE FÜR GENERATIONEN Um digitale Dokumente trotz eines schnellen Technologiewechsels auch für künftige Generationen lesbar zu erhalten, sind umfangreiche technische und organisatorische Vorkehrungen notwendig. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert daher jetzt mit Euro die Entwicklung eines virtuellen Archivs. Dadurch soll bundesweit eine einheitliche Strategie zur Sicherung digitaler Publikationen entstehen. mk

3 4 GOVERNMENT COMPUTING SCHWERPUNKT KOMMUNE & STAAT Interview egovernment als Motor der Verwaltungsreform GovCom: Herr Innenminister, Mecklenburg-Vorpommern hat seinen Masterplan zu egovernment im Vergleich zu anderen Bundesländern erst relativ spät angekündigt. Was sind die Ursachen dafür? Timm: Die Grundlage für Planung und Einsatz von Informationstechnik ist in Mecklenburg-Vorpommern derzeit der erstmals 1999 aufgelegte und seither kontinuierlich fortgeschriebene IT-Gesamtplan. Dazu kommen die im April 2000 vom Kabinett beschlossene Strategien zum Einsatz von Informationstechnik in der Landesverwaltung, eine Multimedia-Konzeption und der Kabinettsbeschluss aus dem Jahr 2001 zum Internetauftritt der Landesregierung. Wir handeln also nicht zögerlich, sondern folgen mit der Wahl der Bezeichnung Masterplan lediglich einem aktuellen Trend. Wenn wir jetzt einen egovernment-masterplan ankündigen, so hat dies im Wesentlichen zwei Ursachen: Zum einen sind die Ziele insbesondere des Strategiepapiers aus dem Jahr 2000 weitgehend erreicht. Zum anderen planen wir gerade eine umfassende Verwaltungs- und Funktionalreform, in der egovernment eine ganz bedeutsame Rolle spielen wird. Ich denke hier an erster Stelle an die verwaltungsübergreifende Zusammenarbeit vornehmlich mit den Kommunen im Land. GovCom: Der von Ihnen vorgelegte Entwurf eines egovernment-masterplanes wurde nun von der Landesregierung angenommen. Die Ausarbeitung steht also noch aus. Können Sie trotzdem schon etwas zur Zielrichtung des egovernment- Masterplanes sagen? Wodurch soll sich der Masterplan Mecklenburg- Vorpommerns von denen anderer Bundesländer unterscheiden und wann ist mit seiner endgültigen Verabschiedung zu rechnen? Timm: Zunächst ein Satz zur Klarstellung. Die Landesregierung hat Gesamtkonzept. Mecklenburg-Vorpommern sieht egovernment als Bestandteil einer umfassenden Verwaltungs- und Funktionalreform bei der auch die Kommunen eine bedeutende Rolle spielen sollen. Government Computing sprach mit dem Innenminister des Landes, Dr. Gottfried Timm, über die Zielsetzung und die geplante Umsetzung der egovernment-initiative. beschlossen, einen Masterplan zu erarbeiten; der Entwurf liegt noch nicht vor. Es sind allerdings eine Reihe grundlegender Vorarbeiten geleistet worden. Beispielsweise steht die Analyse der Ausgangssituation für eine flächendeckende Etablierung von egovernment in der Landesverwaltung kurz vor dem Abschluss. In diese Analyse sind neben der Staatskanzlei und allen Ministerien elf weitere Landesbehörden mit einem hohen Potenzial an egovernment-fähigen Verwaltungsprozessen einbezogen. Im Ergebnis erwarten wir Aufschluss über die vorhandenen Rahmenbedingungen und damit über die egovernment- Fähigkeit der Landesverwaltung die vorhandenen Aktivitäten auf dem Feld des egovernment die Haupt- Geschäftsprozesse in der Landesverwaltung. Zu den Zielen des Masterplanes: Übergeordnetes Ziel ist es, die Verwaltungsverfahren innerhalb der Landesverwaltung und mit den Behörden der kommunalen Gebietskörperschaften durchgehend und umfassend elektronisch über das Corporate Network der Landesregierung abzuwickeln. Über das Internet sollen zunehmend Dienstleistungen der Verwaltung für Unternehmen, Bürger und Nichtregierungsorganisationen unabhängig von der Verwaltungsebene angeboten werden. Im Einzelnen streben wir dabei Folgendes an: Erstens: Eine Steigerung der Effizienz durch Optimierung von Verwaltungsabläufen; eine durch alle Ressorts und Ebenen durchgängige medienbruchfreie Abbildung der Verwaltungsprozesse, eine Entlastung der Verwaltungen von zeitaufwendigen Routinetätigkeiten sowie eine Erweiterung der elektronischen Unterstützung der verwaltungsübergreifenden Zusammenarbeit Zweitens: Die Verbesserung der Information und Kommunikation, das heißt, die Entscheidungsgrundlagen zeitnäher und in hoher Qualität verfügbar machen. Dazu gehören insbesondere die Verkürzung der Informationswege und zeiten, die permanente Verfügbarkeit verwaltungsrelevanter Daten unabhängig vom Entstehungsort, die Erweiterung der Behörden übergreifenden elektronischen Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten sowie die Schaffung einer breiteren Informationsbasis für die Mitarbeiter der Landesverwaltung. Drittens: Vereinfachung für die Abnehmer von Dienstleistungen der Landesverwaltung mittels zielgruppenorientierter Bereitstellung von Informationen und Diensten, einer Verkürzung der Verwaltungswege, der Erhöhung der Transparenz von Verwaltungsabläufen und die Schaffung eines zeit-, orts- und ebenenunabhängigen Zugangs zu Verwaltungsleistungen (Verwaltungsleistungen aus einer Hand ) sowie die Ablaufvereinfachung durch Interaktionsmöglichkeiten (Flexibilität). Zur Umsetzung müssen die elektronisch abzuwickelnden Verwaltungsverfahren bestimmt und ein Zeit- und Kostenplan für die elektronische Umsetzung der Verfahren aufgestellt werden. Nicht zu vergessen, die Weiterentwicklung der Infrastruktur sowie die Anpassung des organisatorischen Rahmens im Bereich der Informationstechnik an die durch egovernment gesetzten Anforderungen. Im Masterplan egovernment werden diese Grundlagen beschrieben und der entsprechende Ablauf in Form eines Projektplans dargestellt sein. Der Masterplan egovernment wird sich vorerst auf Dienstleistungen der Landesverwaltung beschränken. Eine Planung im Bereich elektronischer Dienstleistungen über alle Verwaltungsebenen hinweg erfolgt an dieser Stelle nicht, ist aber in einem nächsten Schritt erforderlich. Dementsprechend wird ein Kapitel dem Ausblick über die Zusammenarbeit mit den Kommunen gewidmet sein. GovCom: Wodurch wird sich der Masterplan Mecklenburg-Vorpommerns von denen anderer Bundesländer unterscheiden? Timm: Es liegt es in der Natur der Sache, dass es Parallelen zu entsprechenden Planungen in anderen Bundesländern geben wird. Wir wollen das Rad ja nicht neu erfinden. Andererseits wird der Masterplan des Landes Mecklenburg-Vorpommern sich an den hier herrschenden Rahmenbedingungen, an der gegebenen Ausgangssituation und an den spezifischen Strukturen im Land orientieren. Ich kann und will dem Ergebnis nicht vorgreifen, aber neben den Parallelen wird es daher auch signifikante Unterschiede geben. Gewissheit hierüber werden wir Ende Oktober haben, wenn der Masterplan vorliegt. GOTTFRIED TIMM. Der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern setzt bei der Modernisierung auf egovernment GovCom: egovernment und die Modernisierung der Öffentlichen Verwaltung hängen eng zusammen. Das Papier Eckpunkte zur Reform der Öffentlichen Verwaltung setzt daher folgerichtig auch auf egovernment. Laut dem Eckpunkteprogramm ist es erklärtes Ziel bei der Einführung von egovernment in Mecklenburg-Vorpommern, die Verwaltungsverfahren zwischen den Behörden des Landes und den kommunalen Körperschaften durchgehend und umfassend elektronisch abwickeln zu können. Andere Bundesländer haben ähnliche Ziele formuliert, scheiterten aber mitunter an den Eigenheiten der kommunalen Selbstverwaltung. Wie will man in Mecklenburg-Vorpommern die Kommunen mit ins Boot holen? Timm: Wir haben mit den kommunalen Landesverbänden, dem Landkreistag Mecklenburg-Vorpommern und dem Städte- und Gemeindetag Mecklenburg-Vorpommern eine Rahmenvereinbarung über eine gemeinsame egovernment-initiative erarbeitet, die kurz vor dem Abschluss steht. Sie wird die Grundlage bilden für eine intensive Zusammenarbeit, die den Belangen aller Partner Rechnung trägt. Außerdem wird die im Rahmen der Vereinbarung zu etablierende Lenkungsgruppe paritätisch besetzt, sodass alle Partner ihre gemeinsamen Ziele auf Augenhöhe definieren und realisieren können. Vor dem Hintergrund gleich gelagerter Interessen und Zielsetzungen bei vergleichbar knappen Budgets bin ich zuversichtlich, dass wir mit unseren Kommunen auf dem Gebiet des egovernment rasch beachtliche Fortschritte vorweisen werden. Allerdings wird das Zusammenwirken allen Beteiligten Kompromissbereitschaft abverlangen. Entscheidend ist immer, dass wir den Bürger und seine Anliegen im Blick behalten. GovCom: Wie soll der Einsatz von egovernment angesichts einer angespannten Haushaltslage finanziert werden? Will Mecklenburg- Vorpommern dazu verstärkt auf Public Private Partnership zurückgreifen? Timm: egovernment lässt sich nicht aus der Portokasse bezahlen. Zunächst einmal sind Investitionen erforderlich. Die Einsparpotenziale sind zwar hoch, lassen sich jedoch erst mittel- bis langfristig ausschöpfen. Daher muss der Weg zum egovernment konsequent und koordiniert beschritten werden. Unter strenger Kostenkontrolle peilen wir eine ganzheitliche, sorgfältig austarierte Strategie an. Gefordert sind mutige, in die Zukunft gerichtete Entscheidungen. Public Private Partnerships betrachte ich durchaus als eine mögliche Option, die Öffentlichen Haushalte zu entlasten und dennoch erforderliche Investitionen tätigen zu können. Dauerhafte und verlässliche Partnerschaften zwischen der Öffentlichen Hand und der Privatwirtschaft vornehmlich der mittelständischen bringen zudem die Entwicklung der regionalen Wirtschaft voran. In Mecklenburg-Vorpommern haben wir mit Kooperationsverträgen im Bereich der Informationstechnik gute Erfahrungen. Beispielsweise unser Intranetportal LOTSE, das auf der Grundlage einer Kooperationsvereinbarung entwickelt wurde. Andere Beispiele gibt es im Bildungswesen. Public Private Partnerships sind aber kein Allheilmittel zur Finanzierung öffentlicher Vorhaben und nur im Rahmen wettbewerbsund vergaberechtlicher Grenzen realisierbar. Das Interview führte Manfred Klein. Mecklenburg-Vorpommern Stetige Reform in kleinen Schritten Wandel. Der Reformprozess beschränkt sich in Mecklenburg-Vorpommern nicht nur auf egovernment. Vorbereitend werden bereits jetzt erste Schritte unternommen, um die Verwaltungen fit zu machen für die im Interview beschriebenen egovernment-anwendungen. Trotz des relativ späten Starts seines egovernment-masterplans kommt Mecklenburg- Vorpommern bei der Einführung entsprechender Dienstleistungen gut voran. So beginnt das Landesvermessungsamt nun damit, besonders detailreiche Landkarten im Maßstab 1: auch in digitaler Form zur Verfügung zu stellen. Diese Karten sollen sich aufgrund ihrer geometrisch präzisen Raumbezugsgrundlage hervorragend für die verschiedensten Zwecke eignen. Den Mehrwert der digitalen Dienstleistung erklärt Innenminister Dr. Gottfried Timm so: Die Amtliche Topographische Karte ist eine Dienstleistung von besonderer Bedeutung für Wirtschaft, Bürger und Behörden. Ihre Daten sind fach- und interessenneutral, die laufende Aktualität wird von Amts wegen gewährleistet. Als Digitale Topografische Karte kann sie jetzt einfach und kostengünstig in alle gängigen Geoinformationssysteme eingefügt oder mit Fachdaten verknüpft werden. Sie wird damit zu einem wichtigen Baustein im egovernment der Landesverwaltung. Aber auch die verstärkte Nachfrage von gewerblichen, wissenschaftlichen und privaten Nutzern kann jetzt schneller und präziser bedient werden. Gebraucht werden die Daten vor allem in der Land-, Forst- und Immobilienwirtschaft. Aber auch Urlauber sollen die Karten für Ausflüge nutzen können. Der komplette Datensatz für die Landesfläche von Mecklenburg-Vorpommern soll bis Ende 2006 fertig gestellt sein. Verfassungsschutz im Web Ab sofort präsentiert sich der Verfassungsschutz Mecklenburg-Vorpommern mit einer neuen Homepage im Internet. Nicht nur das Design ist moderner und übersichtlicher, auch das Informationsangebot wurde erweitert. Wir haben versprochen, die Arbeit des Verfassungsschutzes transparenter zu machen, sagte Innenminister Dr. Gottfried Timm. Dazu gehört auch eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit über das Internet. Eine übersichtliche Menüführung soll das schnelle Auffinden von Inhalten aus den Themenbereichen Rechts-, Links- und Ausländerextremismus ermöglichen. Zahlreiche Verweise zu anderen Informationsquellen, insbesondere zu den Gefahren des Rechtsextremismus, werden ebenfalls angeboten. Unter der Rubrik Publikationen schließlich werden in gewohnter Weise Informationsmaterialien zum Download oder Versand angeboten. Unter der Rubrik VS-Journal sollen demnächst anlassbezogen sowohl kurze aktuelle News und Kommentare, aber auch umfangreiche Hintergrundbeiträge angeboten werden. Bei allen hinterlegten Beiträgen legt das Angebot, nach Auskunft der Verantwortlichen, großen Wert auf eine möglichst umfassende Rückmeldung der Besucher, damit die Homepage anhand deren Bedürfnissen weiterentwickelt werden kann. Hinweise, Anregungen und Fragen können in dafür vorgesehenen Formularen per Mail an die Verfassungsschutz geschickt werden. Aber auch bei der Schaffung einer an den Bedürfnissen einer modernen orientierten Infrastruktur macht das Land Fortschritte. So konnte Innenminister Timm kürzlich dem Kabinett den Gesetzentwurf zur Änderung der Kommunalverfassung für das Land Mecklenburg-Vorpommern (KV M-V) vorlegen. Kernstück des Entwurfs ist die Festlegung höherer Einwohnergrenzen für Ämter und amtsfreie Gemeinden entsprechend der Empfehlungen der Enquete-Kommission Zukunftsfähige Gemeinden und Gemeindestrukturen. Danach sollen die Ämter künftig mehr als Einwohner haben, mindestens jedoch Für die amtsfreien Gemeinden ist eine Einwohnerzahl von mindestens vorgesehen. Für die amtsangehörigen Gemeinden werden 500 Einwohner und mehr empfohlen. Verwaltungsreform Der Innenminister sieht in der Gesetzesänderung einen weiteren wichtiger Schritt in Richtung Verwaltungsstrukturreform: Für eine effektive und bürgernahe Verwaltung in unserem Land ist eine Veränderung der bisherigen Strukturen der Ämter unerlässlich. Die Diskussion über mögliche Fusionen ist vielerorts in vollem Gange. Mit Blick auf den 31. Dezember 2004 und das Ende der Freiwilligkeitsphase für Ämterfusionen appellierte Timm an die Kommunen, die Gespräche zielgerichtet fortzusetzen. Der Minister stellte noch einmal klar, dass, anders als bei den Ämterfusionen, Gemeindefusionen auch zukünftig ausschließlich auf freiwilliger Basis vollzogen werden. Um die Bereitschaft für Ämterund Gemeindefusionen zu fördern, wurden so genannte Akzeptanzhilfen in die Gesetzesnovelle aufgenommen. Diese erlauben beispielsweise eine Stärkung der Ortsteile und die Wahl hauptamtlicher Amtsvorsteher in größeren Ämtern. Die Änderung der Kommunalverfassung soll auch dazu genutzt werden, die Kommunalverwaltung von entbehrlichen staatlichen Kontrollmechanismen zu befreien und einen Schritt zur Abschaffung nicht mehr erforderlicher Vorschriften zu machen. Der heutige Kabinettsbeschluss beweist, dass es der Landesregierung ernst ist mit der Deregulierung, so der Inneminister. Für die nun folgende Anhörung gehe er daher von einer weitgehenden Unterstützung des Reformvorhabens auch durch die kommunalen Landesverbände aus. mk

4 6 GOVERNMENT COMPUTING BUND / LAND KOMMUNE & STAAT Interview HINTERGRUND BAYERNONLINE Bayern integriert Kommunen In diesem Jahr stand der Bayern- Online-Kongress unter dem Titel Das Internet wird erwachsen Nutzen steigern Kosten senken. Staatsminister Erwin Huber wies in seiner Eröffnungsrede in GovCom: Herr Heusler, Sie zählen zu den Initiatoren des BayernOnline-Kongresses. Welches Resümee würden Sie aus den Veranstaltungen der vergangenen Jahre ziehen? Heusler: Der BayernOnline-Kongress ist entstanden, weil wir der Überzeugung waren, den aktuellen Stand der Bayern Online-Projekte einer breiten Öffentlichkeit präsentieren zu müssen. Da die Projekte den Weg Bayerns in die Informationsgesellschaft beschleunigen sollen, war es wichtig zu klären, wie die Projekte angenommen wurden. Das war die Zielsetzung des ersten Kongresses. Beim zweiten Kongress ging es bereits nicht mehr um die einzelnen Projekte, sondern es ging darum zu zeigen, wie sich die Akzeptanz in der Bevölkerung weiterentwickelte. Inzwischen haben wir nach der neuesten Funkanalyse Bayern eine PC-Penetration von 61 Prozent und eine Verbreitung der Internet-Zugänge 51 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren. Die Kongresse wuchsen nach anfänglich ungefähr 350 Teilnehmern kontinuierlich an. Den größten Erfolg hatten wir mit dem Thema Virtueller Marktplatz Bayern. Hier hatten wir Teilnehmer. Danach haben sich die Zahlen auf eine Größenordnung von 900 bis Teilnehmer eingependelt. Wende. Als im vergangenen Jahr die Bayerische Staatsregierung den egovernment- Pakt verkündete, reagierten die Kommunen zurückhaltend. Nun ist man sich einig. Staatsregierung und Kommunen ziehen beim egovernment verstärkt an einem Strang. Über den Stand der Dinge berichtet der Leiter des Referats Informations- und Kommunikationspolitik in der Staatskanzlei, Dr. Hans-Jachim Heusler, im Interview. GovCom: Nun war der Virtuelle Marktplatz Bayern ja nicht immer vom Erfolg verwöhnt. Heusler: Man darf nicht vergessen, dass der baynet-marktplatz ein sehr komplexes Projekt ist. Zu dem Zeitpunkt als wir mit ihm begannen, war es in Deutschland alles andere als üblich, einen umfassenden Marktplatz anzustreben, der sowohl ecommerce- als auch egoverment- Anwendungen zur Verfügung stellt. Darüber hinaus gab es damals keinen Marktplatz, der eine Kombination aus regionalen und zentralen Inhalten und Portalen vorsah. Und erst recht keinen, der es ermöglichte, die regionalen Marktplätze separat in Kooperation zu verwalten und aufzubauen. Mit anderen Worten, es mussten sehr viele Partner erst ins Boot geholt werden. Das zu koordinieren war eine große Herausforderung und auch technologisch war die Umsetzung sehr anspruchsvoll. So etwas ist einfach nicht von heute auf morgen möglich. Dazu müssen viele Gespräche geführt werden. Wir müssen uns im Bereich egovernment an über Kommunen wenden. Das funktioniert nur über Multiplikatoren. Aber auch diese müssen erst überzeugt werden. Angesichts dieser Aufgabenstellung haben wir vom Technologischen und Organisatorischen her, aber auch hinsichtlich der Inhalte sehr viel mit dem Virtuellen Marktplatz erreicht. Worauf es jetzt noch ankommt, das ist die weitere Unterstützung des Bereichs ecommerce. Gerade beim Mittelstand wird das Thema nicht so wahrgenommen, wie das wünschenswert wäre, obwohl sich der Marktplatz primär an den Mittelstand wendet. GovCom: Um nochmal auf den Virtuellen Marktplatz Bayern zurückzukommen. Immer wieder beklagen die Betreiber, dass sich für sie der Marktplatz nicht rechne. Was wird geschehen, wenn das Ende 2004 wenn der Vertrag mit der Betreibergesellschaft ausläuft immer noch so sein sollte? Heusler: Der Virtuelle Marktplatz ist nicht auf vier Jahre angelegt, sondern als eine dauerhafte Einrichtung. Allerdings dürfen wir es nicht zulassen, dass hier Monopole entstehen. Deshalb wurde der Marktplatz bis Ende 2004 ausgeschrieben. Für die Zeit danach muss wieder für eine begrenzte Zeit ausgeschrieben werden, sofern nicht der Freistaat Bayern das Portal baynet.de selbst betreibt. GovCom: Die Inhalte des Markplatzes sind Eigentum der Staatsregierung. Die ganze technische Infrastruktur gehört aber der Betreibergesellschaft. Wenn der Marktplatz Ende 2004 neu ausgeschrieben wird und die bisherige Betreibergesellschaft sich nicht mehr um einen Auftrag bemüht, bedeutet das dann nicht, dass ein neuer Betreiber mit der technischen Infrastruktur wieder ganz von vorne beginnen müsste? Heusler: Was die Inhalte betrifft, so gehören dem Freistaat beziehungsweise den Kommunen nur die Inhalte des Behördenwegweisers. An DR. HANS-JOACHIM HEUSLER. Der Referatsleiter will die Bayerischen Kommunen auch von den Vorteilen des neuen Behördennetzes überzeugen den kommerziellen Inhalten hat der Freistaat selbstverständlich keine Rechte. Der Freistaat wollte nur eine neuartige und nutzerfreundliche Struktur schaffen, auf der sich bestimmte Inhalte finden. Für den Fall, das der jetzige Betreiber nicht vor hätte sich um einen erneuten Zuschlag zu bewerben oder er ihn nicht erhalten würde, müsste ein neuer Betreiber eben wiederum die technologische Infrastruktur zur Verfügung stellen. Die Inhalte würden dann neu eingespielt. GovCom: Auf dem BayernOnline- Kongress des vergangenen Jahres wurde der egovernment-pakt angekündigt. Wo steht der egovernment-pakt heute? Heusler: Der Freistaat und seine Kommunen sind sich darin einig, ein gemeinsames egovernment aufzubauen. Das macht sich bereits beim Virtuellen Marktplatz bemerkbar, wo inzwischen 350 der bayerischen Kommunen im Behördenwegweiser ergänzend spezifische Daten selbst einpflegen. Der Wegweiser führt aber schon jetzt zu allen staatlichen und kommunalen Behörden, und zwar jeweils zur sachlich und örtlich zuständigen Stelle. Von den genannten Kommunen sind etwa die Hälfte in Verwaltungsgemeinschaften organisiert. Da ist eine Quote von 350 Kommunen beziehungsweise Verwaltungsgemeinschaften schon eine ganze Menge. Ich betrachte dies als Zeichen für eine grundsätzlich bestehende Bereitschaft zur Umsetzung des Paktes. Die Frage ist natürlich immer, wo das Geld herkommt. Aber auch hier besteht Konsens, dass jeder in seinem Bereich die dafür notwendigen Mittel aufbringen muss. Natürlich haben die Kommunen im Augenblick wenig Mittel. Daher bemüht sich die Bayerische Staatsregierung auch, die Finanzsituation der Kommunen zu verbessern. GovCom: Von der Staatsregierung erhalten die Kommunen also keine finanziellen Hilfen? Heusler: Aus den egovernment- Mitteln fließen keine Hilfen unmittelbar an die Kommunen. Wir haben mit dem Geld unter anderem den Ausbau des Behördennetzes finanziert, um eine hochverfügbare Infrastruktur für egovernment gewährleisten zu können. Dieses Behördennetz und die dadurch ermöglichten Anwendungen können auch von den Kommunen mitgenutzt werden. Hier ist im Augenblick ein sehr starkes Interesse erkennbar. Auf der anderen Seite haben wir den Virtuellen Marktplatz Bayern mit dem Behördenwegweiser, der von den Kommunen unentgeltlich genutzt werden kann. Und drittens entwickeln wir derzeit Basiskomponenten, das heißt IT-Systeme, die zur EDV-Untersützung von Aufgaben eingesetzt werden, die in allen Ressorts anfallen. Soweit möglich, stehen diese Komponenten über Rahmenverträge dann auch wieder den Kommunen zur Verfügung. Es gibt also viele Möglichkeiten, die Kommunen zu unterstützen, auch ohne dass unmittelbar Geld fließt. GovCom: Wie reagieren die Kommunen auf dieses Angebot? Heusler: Bis jetzt ist die Resonanz sehr positiv. Das wird auch an der Zahl der Kommunen, die sich dem Behördennetz bereits angeschlossen haben, deutlich. Insgesamt sind derzeit zwölf kreisfreie Städte, 60 Landratsämter und 800 Gemeinden über die Landratsämter an das Behördennetz angeschlossen. GovCom: Wie stellt sich der Zusammenhang zwischen der Einführung von egovernment und den Bemühungen um eine Verwaltungsreform im Freistaat Bayern heute dar? Heusler: Bayern hat bereits eine detaillierte Untersuchung der derzeit erbrachten staatlichen Dienstleistungen im Freistaat durchgeführt. Diese Verwaltungsleistungen wurden sodann darauf hin überprüft, welche Basiskomponenten für ihre EDV-Unterstützung benötigt werden. Nunmehr nehmen wir eine Priorisierung dieser erhobenen Verwaltungsvorgänge vor, das heißt, es werden diejenigen Verwaltungsleistungen, deren Online-Umsetzung sowohl für Bürger und Unternehmen als verwaltungsintern einen hohen Mehrwert verspricht, ausgewählt. Vor ihrer Umsetzung werden die den Leistungen zugrunde liegenden Verwaltungsprozesse auf ihr Effektivierungspotenzial untersucht und entsprechende Umstrukturierungen vorgenommen. Insofern findet also eine echte Reform statt, nicht nur eine 1:1-Umsetzung der bestehenden Verwaltungsprozesse. der Münchner Residenz darauf hin, dass der breite und zielgerichtete Einsatz der Informationstechnologie inzwischen zur Standardausstattung jeder Behörde gehöre. Es bestehe kein Zweifel, so der Minister, dass egovernment zu den entscheidenden Standortfaktoren der Zukunft gehöre. Der Aufbau leistungsfähiger egovernment-strukturen gehöre daher zu den großen Projekten Bayerns, erklärte Huber und versprach: Bayern wird bei diesem weltweiten Wettbewerb vorne mit dabei sein. Inzwischen seien bereits über 50 Anwendungen staatlicher Behörden online. Voraussichtlich im Juli, kündigte Huber an, werde die Staatsregierung prüfen, welche weiteren Dienstleistungen der bayerischen Behörden demnächst über das Internet zur Verfügung gestellt würden. Huber wies in seiner Rede auch auf das Thema drahtlose Kommunikation hin und forderte die IuK-Wirtschaft dazu auf, sich am Aufbau von Hot Spots für die mobile Kommunikation zu beteiligen. In diesen Ausführungen deutet sich bereits das Thema des kommenden BayernOnline- Kongresses an (siehe nebenstehendes Interview). Wie schon in den vergangenen beiden Jahren war auch diesmal die Verleihung des BayernOnline-Preises einer der Höhepunkte der Veranstaltung. In der Kategorie egovernment wurde die Stadtbücherei Würzburg ausgezeichnet, die ihre Kunden per SMS und informiert. mk GovCom: Was wird man auf dem BayernOnline-Kongress im Jahr 2004 zum Thema egovernment in Bayern zu sehen bekommen? Heusler: Da der BayernOnline-Kongress nicht vom Freistaat Bayern veranstaltet wird, können wir zur Thematik der jeweiligen Veranstaltung nur Wünsche äußern und Anregungen liefern. Ich denke aber, dass auf dem nächsten Kongress die vielfältigen Möglichkeiten der Breitbandkabelnetze, von UMTS und WLAN und ihre Einsatzmöglichkeiten für egovernment eine große Rolle spielen werden. Die Darstellung der damit verbundenen Möglichkeiten würde ich gerne zum Thema des kommenden Kongresses machen. Das Interview führte Manfred Klein Berlin Wissensmetropole Berlin Wirtschaftförderung. Trotz angespannter Haushaltslage unternimmt Berlin große Anstrengungen, um seine Position im egovernment weiter auszubauen. So hat die Initiative BerlinPolis jetzt erste Schritte unternommen, um die Bundeshauptstadt als Zentrum des elearnings zu etablieren. Profitieren soll davon vor allem die Berliner Wirtschaft. Das von der Initiative Berlin- Polis durchgeführte Projekt ecity Berlin nimmt erste konkrete Züge an. Mitte Mai fand in den Räumen der Investitionsbank Berlin der Workshop Wissensmetropole statt, der das weitere Vorgehen im Rahmen des Projektes festlegte. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Angela Borgwardt und Thomas Gawlitta, beide BerlinPolis. Ziel des Workshops war die Auswahl und Definition eines Projekts, das Berlin als Wissensmetropole entscheidend voranbringen soll. Umgesetzt werden soll das Projekt dann in den kommenden Monaten durch die Berliner Senatskanzlei. Rohstoff Wissen Prof. Dr. Klaus Brake, maßgeblicher Mitautor und Sprecher der Berliner Studie Strategien für die Stadt wies in seinem Eingangsreferat darauf hin, dass Wissen eine der zentralen Ressourcen Berlins darstelle. Bei der Nutzung dieses Rohstoffs komme es vor allem darauf an, diesen so zu nutzen, dass dabei mehr Arbeit für mehr Menschen geschaffen werde. Um dieses beschäftigungspolitische Ziel zu erreichen, sei es, so Prof. Brake, unverzichtbar, einen Mentalitätswechsel zu initiieren. Berlin muss sich von der verbreiteten Versorgungs- und Subventionshaltung verabschieden und zu einer Initiativen-Stadt werden, so Brake. Dies bedeute, so Brake nicht mehr primär auf Geber zu warten, seien diese nun Arbeitgeber, Investoren von außerhalb oder der Staat von oben, sondern selbst aktiv zu werden, um so entsprechende Projekte in Eigeninitiative auf den Weg zu bringen. Dazu seien geeignete Projekt-Ideen für eine Wissensmetropole zu konkretisieren. Vorgehensweise Um Berlin als Wissensmetropole zu entwickeln, wählten die Teilnehmer des Workshops daher drei besonders Erfolg versprechende Projekte aus, deren mögliche Umsetzung dann in den einzelnen Arbeitsgruppen konkretisiert wurde. Im Einzelnen handelte es sich dabei um die Projekte Wissens-Scouts, Wissensportal und das Projekt Lernzentrum Medienkompetenz. Das Projekt Wissens-Scouts soll Zukunftsideen für Berlin entwickeln und die Berliner Wirtschaft bei der Nutzung der daraus resultierenden Potenziale unterstützen. Den Nutzen des Projekts für Berlin sehen die Teilnehmer darin, dass entsprechende Entwicklungen in der Hauptstadt bleiben und Wissenschaft, Forschung sowie Entwicklung bezahlbar und Ergebnis orientiert werden. Das Lernzentrum Medienkompetenz soll die Internet-Zugangsmöglichkeiten für Berliner Bürger und Bürgerinnen erweitern und Bildungsangebote zur Verfügung stellen. Dadurch soll das Portal einen Beitrag leisten, die Strukturschwäche der Berliner Region zu beheben und gleichzeitig die Bundeshauptstadt als Vorreiter in den Bereichen elearning und Medienkompetenz etablieren. Ergebnis Als Ergebnis des Workshops konnten die Teilnehmer festhalten, dass BerlinPolis zunächst in Zusammenarbeit mit der Senatskanzlei das geplante Wissensportal organisieren wird. Dabei soll das Projekt Wissens-Scouts ein erster Schritt auf dem Weg zur Umsetzung sein. Um den weiteren Verlauf festzulegen, werden die Organisatoren und Teilnehmer des Workshops in den nächsten Wochen und Monaten in einen intensiven Gedankenaustausch treten sowie weitere Workshops durchführen. Government Computing wird über die Ergebnisse der folgenden Workshops jeweils aktuell berichten. mk

5 8 GOVERNMENT COMPUTING BUND/LAND KOMMUNE & STAAT Fraunhofer-Gesellschaft Moderator des egovernment Bislang verhinderten eine weitreichende Zersplitterung der Zuständigkeiten und die Vielzahl der beteiligten Organisationen das gilt auch für die vielen Kompetenz-Zentren ein erfolgreiches egovernment in Deutschland. Mit dem Ergebnis, dass flächendeckende und organisationsübergreifende egovernment- Lösungen zwischen Bund, Ländern und Kommunen, zwischen Verwaltungen und Wirtschaft sowie eine effektive Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Fachdisziplinen verhindert werden. Kooperativer Prozess Das egovernment-zentrum der Fraunhofer-Gesellschaft trat seit seiner Gründung dafür ein, an der Schaffung einer für alle Beteiligten verbindlichen Basis für ein erfolgreiches egovernment mitzuwirken. Unter dem Titel egovernment Erst Kooperationen überwinden Grenzen präsentierte das egovernment-zentrum der Fraunhofer- Gesellschaft Ende Mai in Berlin nun erste Ergebnisse seiner Arbeit (s. auch Kommentar). Dr. Michael Tschichholz, Leiter des Fraunhofer egovernment-zentrums, beschreibt die Funktion des Zentrums in diesem Kommunikationsprozess so: Das Fraunhofer egovernment- Zentrum kann in diesem kooperativen Prozess die Rolle des Moderators übernehmen, denn es unterhält intensive Kontakte zu den beteiligten Playern und kennt deren spezifische Anforderungen. Zusätzlich entwickeln die beteiligten Institute oft in Kooperation mit Verwaltung und Industrie modellhafte Lösungen für alle Bereiche des modernen Erfolgsstory. Unter dem Titel egovernment Erst Kooperationen überwinden Grenzen präsentierte das egovernment-zentrum der Fraunhofer-Gesellschaft die Bilanz seiner bisherigen Arbeit und untermauerte damit gleichzeitig eindrucksvoll seinen Führungsanspruch anderen egovernment-zentren gegenüber, denen es in Zukunft schwerer fallen wird eine Nische zu finden. INNENANSICHTEN. Die von der Fraunhofer-Gesellschaft in Berlin präsentierten egovernment- Lösungen erfreuten sich großen Interesses beim Publikum egovernments. Zur Realisierung der verschiedenen egovernment- Projekte bündelt das Fraunhofer- Zentrum dazu bundesweit die Kompetenz von acht Instituten. Starke Partner Dabei zeigten die zahlreichen Projekte mit Partnern auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene, so die Verantwortlichen bei der Fraunhofer-Gesellschaft, dass die langjährigen Erfahrungen der einzelnen Institute, die genaue Kenntnis der einzusetzenden Technologien und nicht zuletzt die Unabhängigkeit von herstellerspezifischen Lösungen von den Partnern honoriert werde. Dass es dem Fraunhofer-Institut gelungen ist, diesen Anspruch einzulösen, zeigte auch die begleitende Ausstellung der Veranstaltung, in der die acht am egovernment-zentrum beteiligten Fraunhofer-Institute konkrete Lösungen, unter anderem aus den Bereichen Mobile egovernment, Prozessgestaltung, Sicherheit, elearning, Web-Applikationen und Business Communtity Plattformen zeigten. Ebenfalls gezeigt wurden die im von Bearing- Point und Cisco Systems durchgeführten 3. egovernment-wettbewerb ausgezeichneten Projekte Virtuelles Bauamt, Discur und MoBüd Mobile Bürgerdienste, an deren Realisation das Fraunhofer egovernment-zentrum maßgeblichen Anteil hatte. Alle Player an einem Tisch Zudem verwiesen die Veranstalter darauf, dass die umfangreiche Liste der an der Veranstaltung beteiligten Redner und Diskussionspartner aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft ein deutliches Zeichen dafür sei, dass es das Fraunhofer-Zentrum geschafft habe, alle am deutschen egovernment beteiligten Player an einen Tisch zu bringen. Unter anderem waren vertreten das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit, das Bundesinnenministerium, Mitglieder der Landesvertretungen aus Nordrhein-Westfalen, Bremen, Hessen und Berlin, der Bundesverband BITKOM, das Deutsche Institut für Normung sowie der Deutsche Städte- und Gemeindebund. Aus den Reihen der Industrie waren Repräsentanten IBM Global Services, die Booz Allen Hamilton GmbH, die T-Systems International GmbH sowie zahlreiche mittelständische Unternehmen mit ihren egovernment-lösungen vertreten. Der Vertreter des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit, Dr. Andreas Goerdeler, Leiter des Referats Multimedia, zeigte sich in Berlin nicht nur davon überzeugt, dass das Fraunhofer egovernment- Zentrum zu einer Informationsdrehscheibe des deutschen egovernment werden könnte, er sprach der Arbeit des egovernment-zentrums auch die Unterstützung seines Ministeriums aus. Ausblick Das egovernment-zentrum will in Zukunft seine Dienstleistungen zum grenzüberschreitenden egovernment weiter ausbauen. Einer der Schwerpunkte dieser Tätigkeit soll die Mitarbeit an dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit bereits angekündigten Vorhaben sein, die Erfolge des Projekts in die Fläche zu DR. MICHAEL TSCHICHHOLZ. Leiter des Fraunhofer egovernment- Zentrums begrüsst die Teilnehmer des Kongresses in Berlin bringen. Das Fraunhofer egovernment-zentrum will diesen Bereich ebenso intensiv bearbeiten, wie es bereits an der Entwicklung des SA- GA-Standards mitwirkte. Zur Unterstützung dieser Arbeit wurde auf dem Kongress nicht nur die Gründung eines Beirats bekannt gegeben, in dem bereits jetzt viele wichtige egovernment-verantwortliche mitarbeiten, sondern auch das neue Angebot des Fraunhofer Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) vorgestellt. Das egov.- Open getaufte Paket besteht aus den fünf Einzelangeboten egov.- Coop, egov.mobile, egov.conform, egov.lex und egov.pro und soll konsequent für die Bedürfnisse von Kommunen, Ländern, Bund und Wirtschaft entwickelt worden sein. Die SAGA-Anforderungen werden selbstverständlich erfüllt. Laut Fraunhofer bietet das Paket alles, was für die verschiedenen Einsatzbereiche von egovernment benötigt wird. Lösungen für die Gestaltung organisationsübergreifender Prozesse sollen ebenso enthalten sein, wie Modelle für den Entwurf von Gesetzesvorlagen. Darüber hinaus sollen sich Software-Produkte auf ihre Tauglichkeit für den egovernment-einsatz prüfen lassen. mk fraunhofer.de Nordrhein-Westfalen Leistungsschau egovernment Das von den Unternehmen Materna und Infora nun bereits zum vierten Mal durchgeführte ÖV-Symposium NRW entwickelt sich nicht nur immer mehr zu einer Leistungsschau des egovernments in Nordrhein-Westfalen, sondern immer mehr auch zu einer Veranstaltung, welche die aktuellen Probleme von egovernment und der Verwaltungsmodernisierung in Deutschland bündelt und kritisch reflektiert. So erklärte der Schirmherr der Veranstaltung, der Innenminister des Landes Dr. Fritz Behrens, in seiner Eröffnungsrede: egovernment ist ein wichtige Maßnahme zur Modernisierung der Verwaltung und gleichzeitig Motor dieser Entwicklung. egovernment führt zu einer Entbürokratisierung im landläufigen Sinne, weil es effiziente und rationale Handlungsstrukturen fördert. Darüber hinaus ist eine moderne Öffentliche Verwaltung ein entscheidender Standortfaktor für die wirtschaftliche Entwicklung einer Region. Diese Chance müssen wir für das Land und insbesondere auch für das Ruhrgebiet nutzen. Positionsbestimmung Daher habe die Landesregierung, so Behrens, nicht nur im März einen umfassenden Masterplan egovernment beschlossen, mit dessen Umsetzung bereits begonnen worden sei. Fast gleichzeitig habe die von egovernment-bilanz. Das von den Unternehmen Materna GmbH und Infora GmbH durchgeführte ÖV-Symposium entwickelt sich immer mehr zu einer attraktiven Leistungsschau in Sachen egovernment. Dies gilt nicht für die beteiligten Unternehmen, sondern auch für die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen. Erfolge des Landes beim egovernment kommen hier ebenso zur Sprache, wie aktuelle Probleme bei der Umsetzung in Deutschland. der Landesregierung eingesetzte Kommission Zukunft des Öffentlichen Dienstes Öffentlicher Dienst der Zukunft ihren Bericht vorgelegt. Dazu Behrens: Dieser Bericht enthält weitreichende Vorschläge zur Neugestaltung des Öffentlichen Dienstes, wie zum Beispiel im Bereich des Dienstrechts sowie der Versorgung und des Entgeltsystems. Inzwischen hat die Landesregierung auf der Grundlage des Kommissionsberichts umfassende Reformen angekündigt. So soll unter anderem laut Ministerpräsident Peer Steinbrück das Dienstrecht so weit wie möglich vereinheitlicht und dem allgemeine Arbeitsrecht angeglichen werden. Dazu gehöre auch die Abschaffung des Beamtenstatus. Stattdessen soll eine Kombination von gesetzlichen und tarifvertraglichen Regelungen für alle Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes gelten. Innenminister Behrens ging seiner Rede aber auch auf die aktuellen Probleme von egovernment ein. Die Erwartungen an das, was egovernment leisten soll, sind teilweise sehr hoch. Andererseits befinden sich das Land und insbesondere die Kommunen in einer äußerst schwierigen Haushaltslage. Dies dürfe aber nicht dazu führen, so Behrens, dass die notwendigen Reformen zurückgestellt würden. Denn trotz der inzwischen feststellbaren Fortschritte, zu dem auch der Kommunalbereich vieles beigetragen habe, nehme Deutschland auch nach neueren Studien im internationalen Vergleich lediglich einen Platz im Mittelfeld ein. Insbesondere gegenüber den skandinavischen und angelsächsischen Ländern haben wir einen deutlichen Rückstand, so Behrens. Verantwortlich für diesen Rückstand machte der Innenminister die rechtlichen Beschränkungen; das Fehlen eines einheitlichen und einfachen Zugangs; die mangelnde Verbreitung von Signaturkarten; das Finanzierungsproblem; die Schwierigkeiten, an der Kundensicht orientierte gemeinsame Angebote von Kommunen, Land und Bund abzustimmen; die mangelnde Kenntnis des tatsächlichen Kundenbedarfs und das mangelnde Vertrauen in die Sicherheit der Verfahren. Angesichts der schwierigen Haushaltslage werde es daher darauf ankommen, so Behrens, intelligente Lösungen zu finden, um die hohen Anfangsinvestitionen finanzieren zu können. Ein wichtiges Instrument dazu sei eine verstärkte Kooperation. Wir können es uns nicht mehr erlauben, Lösungen mehrfach mit erheblichem Aufwand zu entwickeln. Eine Vielzahl verschiedener Lösungen im Meldewesen oder im Bereich der Kfz-Zulassung aber auch die über Verwaltungsportale zeigen, dass wir die knappen Mittel noch nicht optimal einsetzen. Bund, Länder und Kommunen bräuchten deshalb neue Kooperationsmodelle. Eine enge Zusammenarbeit sei auch deshalb erforderlich, da zahlreiche Beratungsunternehmen die föderalen Strukturen mit ihren schwierigen und oft langwierigen Entscheidungsprozessen als eine der Hauptursachen für die mangelnde Online-Fähigkeit der deutschen Verwaltung ermittelt hätten. Der Minister erklärte dazu: Sie fordern deshalb und ich finde zu Recht die vielfältigen und heterogenen Initiativen von Bund, Ländern und Gemeinden stärker zu koordinieren und zu bündeln. INFORMATIONSAUSTAUSCH. Innenminister Dr. Behrens (Mitte) im Gespräch mit Dr. Winfried Materna (links) Zwar folgerichtig, aber dennoch nicht unbedingt selbstverständlich, geht das Land Nordrhein-Westfalen im Bereich der Kooperationen mit gutem Beispiel voran. NRW-Kooperationen So arbeitet das Land beim Projekt der Virtuellen Poststelle mit der bremen online GmbH & Co. KG zusammen. Das in diesem Bereich erfahrene Unternehmen (Government Computing berichtete) entwickelt und realisiert im Auftrag des Landes und in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik sowie mit der Stadt Hagen eine solche virtuelle Poststelle für die Öffentlichen Verwaltungen in Nordrhein-Westfalen auf Basis des auch vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit unterstützten OSCI-Standards. Damit wird auch die Forderung von Innenminister Behrens nach einheitlichen Standards erfüllt. Auch das Projekt Digitales Ruhrgebiet konnte auf der Dortmunder Veranstaltung mit weiteren Erfolgsmeldungen aufwarten. Der Geschäftsführer der Projekt Ruhr GmbH, Dr. Ing. Gamal Moukabary, führte in seinem Vortrag aus, dass das Projekt dessen Ziel es ist, durch die Bereitstellung zentraler egovernment-infrastrukturen und -Anwendungen ein leistungsfähiges egovernment trotz leerer Haushaltskassen zu ermöglichen nicht nur von den nordrhein-westfälischen Kommunen immer mehr in Anspruch genommen werde, sondern auch bereits zur Ansiedlung ausländischer IT-Firmen in diesem Bundesland geführt habe. mk

6 BRANCHE & INNOVATION GOVERNMENT COMPUTING AUSGABE Thin Clients Sie benötigen wenig Platz, machen keinen Krach, bleiben immer cool und verzichten auf Laufwerke ein Plus für die Sicherheit. Seite 10 Glaubenskrieg München will den Pinguin, Frankfurt fensterlt weiter. Government Computing befragte Großstädte nach ihren Planungen. Seite 14 Security Beim IT-Sicherheitskongress des Bundesamtes für Sicherheit in der Informa tionstechnik (BSI) wurden Preise verliehen. Seite 15 Urheberrecht Wenn die zweite Stufe des neuen Urheberrechts zündet, kommen auf die Öffentliche Hand hohe Kosten zu. Seite 16 Projekte in der Praxis Leinen los für DOMEA Vorarbeit. Mit der Inbetriebnahme eines Dokumenten- Management-Systems wurde im Hamburger Amt Stromund Hafenbau eines der bisher größten DOMEA-Projekte Deutschlands erfolgreich abgeschlossen. Dabei hat sich das DOMEA-Konzept des Bundesinnenministeriums (BMI) als ein wesentlicher Erfolgsfaktor erwiesen. Dr. Rolf Meyer zeigt die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen des DOMEA-Konzeptes auf. Das Amt Strom- und Hafenbau ist als technische Behörde für die Infrastruktureinrichtungen (Verkehrswege, Brücken, Schleusen, Sperrwerke, Kaimauern, Radaranlagen etc.) im Hamburger Hafen verantwortlich. Mehrere Betriebsstellen des Amtes sind im Hafengebiet verteilt. Für die Planung, den Bau und die Instandhaltung werden mehr als technische Dokumente benötigt, die über mehrere Jahrzehnte verwaltet und aufbewahrt werden. Dabei werden Neudokumente digital im Amt oder bei externen Dienstleistern erstellt. Mit den vielfach großformatigen technischen Zeichnungen, der Dokumentenerstellung im Rahmen von Bauprojekten unterschiedlicher Größe und der Dokumentenbearbeitung in verschiedenen Anwendungssystemen (von MS-Office bis zu CAD-Systemen) ergeben sich Anforderungen, die sicher nicht behördentypisch sind. Deshalb hat die Consultec Dr. Ernst GmbH die Einsatzbedingungen und benötigten Systemeigenschaften zunächst in einer mehrmonatigen Bedarfsanalyse ermittelt. Kompatibilitäten Das Lösungskonzept wurde in enger Abstimmung mit dem Projektteam des Amtes entwickelt und bewusst produktneutral formuliert, um für die nachfolgende Produktauswahl einen technisch-wirtschaftlichen Optimierungsspielraum zu erhalten. Für die Produktauswahl war das DOMEA-Konzept einerseits attraktiv wegen seiner vereinfachten (beschränkten) Ausschreibung, andererseits jedoch fragwürdig im Hinblick auf die Kompatibilität der Anforderungsprofile. Deshalb verifizierte Consultec zunächst die DOMEA-Kompatibilität des Projektes in einem Proof of Concept. Es zeigte sich, dass die Anforderungen des Amtes vor allem Erweiterungen des DOMEA-Anforderungsprofils darstellen und insofern durchaus kompatibel sind sowie die DOMEA-zertifizierten Produkte ein großes Spektrum an DMS- Software repräsentieren und auch für die spezifischen Anforderungen gute Lösungen erwarten lassen. Das Amt konnte daher die Produktauswahl guten Gewissens auf die DOMEA-zertifizierten Produkte beschränken. Da eine bedarfsgerechte Lösung von einem reinen Standardprodukt nicht zu erwarten war, wurde beim Produktvergleich die Anpassungsfähigkeit der Software besonders berücksichtigt. Dabei war die Produktbewertung durch spätere Anwender Teil eines gezielten Akzeptanzmanagements im Projekt. Nach Verhandlungen mit mehreren Anbietern konnte das Projekt der Amtsleitung mit dem von der Datagroup GmbH angebotenen DMS-Produkt Fabasoft Components eine Lösung empfehlen, die sowohl die Anforderungen der Anwender erfüllt wie auch hinsichtlich der Projekt- und Betriebskosten realisierbar war. Das überzeugende Lösungskonzept und die Vertragskonditionen erleichterten der Amtsleitung die Entscheidung und ermöglichten eine zügige Projektrealisierung. Die Realisierungsteile (Anpassungsarbeiten, Softwarelizenzen, Schulungen usw.) wurden jeweils gesondert beauftragt. Nach der Produktauswahl im Sommer 2001 wurde der Anpassungsbedarf in einer Spezifikation technisch definiert DER AUTOR DR. ROLF MEYER...ist Chefberater und Ansprechpartner beiconsultec Dr. Ernst GmbH Hamburg und zwischen Kunde und Systemanbieter abgestimmt. Während die Datagroup GmbH die notwendigen Softwareanpassungen vornahm, definierte das Projektteam im Amt die organisatorischen Voraussetzungen für einen effizienten DMS-Einsatz. Pilotversuch In einer Piloterprobung wurden im Frühjahr 2002 sowohl die Technik wie auch die Regularien für die Nutzung und den Betrieb des DMS überprüft und optimiert. Das Ergebnis dieser Projektarbeit war der Beschluss zur amtweiten Einführung des DMS auf mehr als 300 Arbeitsplätzen bis Mitte Die implementierte Lösung ermöglicht den Anwendern in allen Betriebsstellen (Ausnahme ist lediglich die Außenstelle auf der Insel Neuwerk) den sekundenschnellen Zugriff auf mehr als technische Zeichnungen und Genehmigungsdokumentationen. Dabei kann zu jedem Dokument eine TIFF-Datei für die Langzeitarchivierung und zusätzlich eine Anwendungsdatei im proprietären Dateiformat der Bearbeitungssoftware gespeichert werden. Jeder DMS-Anwender kann mit einem integrierten Anzeigewerkzeug (Viewer) lesend auf die TIFF-Datei BRANCHE & INNOVATION Verantwortlicher Redakteur: Gerald Viola Tel / , Fax 0821 / zugreifen. Der schreibende Zugriff auf die Anwendungsdatei zur Bearbeitung eines Dokuments ist den zuständigen Sachbearbeitern vorbehalten. Dabei ist das DMS betriebstechnisch in die Windows Systemlandschaft des Amtes integriert. Das Projekt im Amt Strom- und Hafenbau hat die Leistungsfähigkeit und Flexibilität des DOMEA-Konzeptes bestätigt, aber auch gezeigt, dass umfangreiche Projektarbeiten geleistet und spezifische Lösungen erarbeitet werden müssen, um einen großflächigen DMS-Einsatz zu erreichen. Die Consultec Dr. Ernst GmbH ist eine produktunabhängige Unternehmensberatung in Hamburg und führt seit 1993 Projekte im Dokumenten- und Informationsmanagement durch. Die Spezialisierung auf Document Related Technologies garantiere eine hohe Erfahrungsdichte mit derartigen Projekten. rm N 1 in Deutschland und Europa* COLOR Fujitsu SCANPARTNER 620C COLOR Fujitsu SCANPARTNER 4010CU Office Fujitsu SCANPARTNER 300C COLOR ScanSnap! TM NEU Fujitsu fi-4110cu PPersonal DF-Scanner Fujitsu fi-4220c COLOR Desktop Dokumentenscanner ProHigh-Volume duktionsscanner Fujitsu fi-4120c COLOR Produktionsscanner NEU Workgroup/Mid-Volume Fujitsu fi-4530c Fujitsu M3093xX Fujitsu fi-4640s COLOR Fujitsu fi-4340c Fujitsu M4097D Fujitsu fi-4750l Fujitsu M4099D MehrInfos unter Tel oder Fujitsu fi-4860c COLOR Fujitsu fi-4990c *Marktführer im Bereich Desktop/Workgroup Scanner und Low Volume Production Scanner European Scanning Program, Ausgabe April 2001 Fujitsu fi-4750c COLOR Echte Profis wissen, worauf es bei professionellen Dokumentenscannern ankommt: Leistung, Qualität, Marktbreite, Zuverlässigkeit. teamkreativ Alle Firmenzeichen und Produktnamen sind Herstellerzeichen und eingetragene Marken der jeweiligen Inhaber. Technische Änderungen vorbehalten.

7 10 GOVERNMENT COMPUTING SCHWERPUNKT BRANCHE & INNOVATION Viele Behörden und Organisationen entdecken derzeit ihr Interesse an dieser längst bekannten Technologie, die eigentlich schon als antiquiert abgetan worden war. Dafür gibt es eine ganze Reihe plausibler Gründe: Zunächst einmal der steigende Kostendruck in Zeiten leerer Kassen, ein reduzierter Administrationsaufwand, die deutliche Senkung der Betriebskosten, aber auch ein sensibilisiertes Sicherheitsbewusstsein machen die Philosophie der Thin Client-Technologie wieder reizvoll. Rückblick Geht man 25 bis 30 Jahre in der IT- Geschichte zurück, so fand man damals in den Behörden, Verwaltungen oder Unternehmen meist nur Terminals, die ausschließlich als Eingabegeräte dienten. Diese Geräte waren oft alles andere als augenschonend und hatten entweder einen grünen oder bernsteinfarbigen Monitor. Es handelte sich dabei um so genannte dumme Terminals, denn ihre Leistungsfähigkeit war allein von der Prozessorleistung des Host-Rechners abhängig. Dies änderte sich erst, als man begann, die Terminals durch PCs zu ersetzen, was den Vorteil hatte, dass die Rechnerleistung nun direkt zum Anwender gebracht wurde. Allerdings brachte dies auch viele Nachteile: Zum einen entwickelte sich daraus eine sehr bunte, heterogene IT- Landschaft, anderseits war der Anwender in der Lage, eigene Applikationen wie Spiele, Raubkopien oder private Software zu installieren, was der produktiven Arbeit nicht immer sehr zuträglich war. Auch die Administration war oft sehr aufwendig, schon allein deshalb, weil die Innovationszyklen bei den PCs egal, ob Hard- oder Software sehr kurz waren. Genügte bei einem Terminal das An- und Abstecken des Geräts, so musste bei einem PC die gesamte Software, oft auch die Hardware durch einen Administrator erst einmal installiert und eingerichtet werden, damit jeder Anwender seine arbeitsspezifische Software nutzen konnte. Der Zeitaufwand dafür war nicht gerade gering und daher produktivitätshemmend. Thin Client-Architektur Das Konzept der Thin Client-Architektur ist unter anderen aus der Erfahrung heraus entstanden, dass die meisten Anwendungen Eingabeorientiert sind und den weitaus höchsten Teil der Computerarbeit darstellen. Der Großteil der Zeit verbringt der Rechner mit dem Warten auf die Eingaben des Anwenders, anderseits handelt es sich dabei um eine Tätigkeit, die nur geringe Bandbreiten zur Datenübertragung benötigt. Daraus resultiert der logische Gedanke, Applikationen wieder vom Client auf dem Server zu verlagern. Ein anderer Vorteil ist, dass die Thin Client-Technologie sehr viel dazu beitragen kann, Betriebskosten zu senken auch der Administrationsaufwand ist wesentlich geringer. Experten sprechen von zirka 30 Prozent Kosteneinsparungen im Gegensatz zu den herkömmlichen PC- Lösungen. Für den IT-Entscheider in den Behörden oder Unternehmen stellen sich vorab einige Fragen: Wie integriere ich Thin Clients sinnvoll in eine bereits existierende IT-Landschaft, welche Details sind dabei zu beachten, wie gestalten sich die Kosten im Zuge der Aufrüstung? Welche Betriebssysteme werden bereits eingesetzt und sind diese überhaupt geeignet? Wenn Windows 2000, NT 4.0 Terminal Server, Solaris oder Linux bereits vorhanden sind, sollte es kaum Probleme geben. Zudem stellt sich aber auch die Frage: Wie viele Server sind bereits vorhanden und wie stark sind sie ausgelastet? Oft findet man Server im Betrieb, die nicht ausgelastet sind und Ressourcen frei haben genau diese Geräte lassen sich relativ einfach und kostengünstig zu Applikationsservern umfunktionieren, wenn die vorhandene Hardware ausreichend ist. Die nächsten Fragen, die sich stellen, sind die nach der Netzwerkstruktur selbst: Ist sie von der Architektur für den Einsatz von Thin Clients geeignet? Und schließlich: Welche Applikationen sollen eingesetzt werden? Die Vorteile Thin Clients haben zuerst einmal den Vorteil, dass sie weit weniger Platz benötigen als ein PC. Gerade für kleinere Arbeitsräume ist dies ideal. Zudem benötigt ein Thin Client auch nur eine abgespeckte Ausrüstung: Ein ausreichend schneller Prozessor, eine leistungsfähige Grafikkarte, die notwendigen Schnittstellen für die Tastatur, die Maus, der Monitor und ein Netzwerkanschluss genügen. Dass der interne Speicher ausreichend konzipiert sein sollte, versteht sich von selbst. Bedingt dadurch, dass lokale Speichermedien wie Diskettenlaufwerk oder Festplatte fehlen, wird die Installation betriebsfremder Software wirkungsvoll verhindert; der Anwender ist auf die für ihn freigeschalteten Applikationen beschränkt. Dazu kommt ein weiterer Vorteil: Dem Ausspähen betriebsinterner Daten durch Unbefugte ist ein effektiver Riegel vorgeschoben. Aber auch die Arbeitsplatznutzung gestaltet sich sehr flexibel, denn aufgrund der Login-Informationen entscheidet das System automatisch, welche Anwendungen bereitgestellt werden dürfen. Somit findet der Benutzer immer seine persönliche Arbeitsumgebung vor egal, an welcher Arbeitsstation er sich gerade befindet. Und schließlich: Bei einem Defekt am Arbeitsgerät muss dieses nur ausgetauscht werden, der Anwender ist in der Lage, wie gewohnt weiter zu arbeiten Thin Clients Des Administrators Liebling Renaissance. Früher kannte man es nicht anders: Die IT-Anlage bestand in den meisten Unternehmen aus einem zentralen Rechner, dem Host, auf dem alle Daten und notwendigen Applikationen gespeichert waren und PCs, die den Anwendern als Arbeitsstationen dienten. Die IT-Landschaft war damit zwar klar strukturiert, aber auch nicht gerade billig weder in der Anschaffung, noch im Unterhalt. und beim defekten Gerät kann in Ruhe die Fehlerbehebung durch den Service vorgenommen werden. Verschiedene Konzepte Für die Umsetzung von Thin Client- Konzepten gibt es mehrere Ansätze, wobei sich drei Gruppen herauskristallisiert haben: Windows Based Terminal (WBT), der Network PC und der Network Computer. Windows Based Terminals eignen sich beispielsweise hervorragend für Office-Anwendungen, aber auch für Speziallösungen wie Kassensysteme direkt am Point of Sales. Der Vorteil ist hier, dass bei diesem Einsatz keine besonderen grafischen Fähigkeiten erwartet werden. Sind häufige Internet-Zugriffe oder Internet-Recherchen nötig, ist der Anwender allerdings mit einem Network Computer besser bedient. Vorhandene Lagacy-Applikationen lassen sich relativ schnell auf die Thin Clients übertragen; die Vorteile wie der geringe Wartungsbedarf und die erhöhte Sicherheit bleiben dabei stets erhalten. Werden Anwendungen eingesetzt, die sehr viel Ressourcen benötigen, dann ist der Einsatz von Network PCs in Erwägung zu ziehen, denn bereits durch die vereinfachte Administration der Geräte kann man eine deutliche Senkung der Betriebskosten erzielen. Grundphilosophie Bei genauerem Hinsehen kommen der Grundphilosophie der Thin Clients die Windows Based Terminals am nächsten. Sie sind so konzipiert, dass sie mit Windows NT 4.0 Terminal Server und mit Windows 2000 zusammenarbeiten. Sie benutzen als Basisbetriebssystem Windows CE und zur Kommunikation mit dem Applikationsserver die Independent Communication Architecture (ICA) von Citrix oder das Remote Desktop Protocol (RDP) von Microsoft beide Varianten werden normalerweise unterstützt. Der Vorteil der Windows Based Terminals ist, dass sie vollständig auf die Eigenschaften der Windows-Plattform abgestimmt sind Voraussetzung dabei ist allerdings, dass eine Multiuser-Version von Windows NT oder Windows 2000 vorhanden sein muss eine Kooperation mit anderen Systemen ist nicht möglich. Interaktionen mit Java-Applikationen oder spezifischer Verwaltungs- oder Unternehmenssoftware lassen sich nur mit einem Browser realisieren. Beim Einsatz dieser Geräte werden alle Applikationen auf dem Server ausgeführt, auch die Datenspeicherung erfolgt auf dem Server, was den Vorteil hat, dass sich auf dem Thin Client zu keiner Zeit Daten befinden, die zerstört, versehentlich oder absichtlich gelöscht oder gestohlen werden können. Da sich im Windows Based Terminal selbst keine beweglichen Teile befinden, ist das Gerät sehr geräuscharm, eine Wärmeentwicklung ist kaum vorhanden. Die Folge: Sie zeichnen sich durch eine lange Lebensdauer und Zuverlässigkeit aus. Durch die Minimal-Konfiguration ohne Festplatten und lokalem Speicher bieten Windows Based Terminals eine kostengünstige Möglichkeit für den Einstieg in diese Technologie. Nachteile Es gibt aber auch die bekannte Kehrseite der Medaille: Die gravierendste Einschränkung dürfte sein, dass nicht jede Software für den Multiuser-Betrieb geeignet ist, da beispielsweise oftmals kein Record Locking vorhanden ist. Auch die Verarbeitung von Audio-, Videound Multimediadaten dürfte problematisch sein, zudem stoßen Windows Based Teminals schnell an ihre Grenzen, wenn es um eine intensive Nutzung des Internets geht. Die Beschränkung auf die Windows-Plattform kann ebenfalls hinderlich werden. Es ist zwar durchaus möglich, einen Browser zu verwenden, mit dem dann verschiedene Java-Applikationen ausgeführt werden können. Doch dabei leidet wiederum die Gesamt-Performance des gesamte Netzwerks, da hier enorm große Mengen an Hauptspeicher benötigt Bild: Fujitsu Siemens Computers SCHLANKHEITSKUR. Im Gegensatz zu den herkömmlichen PCs sind Thin Clients wesentlich kleiner, bieten aber bis auf den lokalen Festspeicher den vollen Leistungsumfang eines PCs werden und die CPU entsprechend belastet wird. Die Kostenfrage Wenn ein Arbeitsplatzrechner ausfällt, dann verursacht er in der Regel eine Menge Kosten, die man auf den ersten Blick gar nicht sieht: Zuerst einmal unmittelbar beim Mitarbeiter hier fallen Arbeitszeit und -leistung aus. Der Service, der sich mit der Fehlerbeseitigung beschäftigen muss, kostet ebenfalls Geld. Dazu kommen noch die Kosten für eventuell anfallende Ersatzteile. Experten haben errechnet, dass ein PC über drei Jahre Nutzung ungefähr Euro an Kosten verursacht, wobei lediglich rund drei Prozent auf die reinen Anschaffungskosten entfallen der Großteil verschlingen Wartungskosten, Upgrades (Soft- und Hardware) und natürlich die Administration. Thin Clients sind in all diesen Bereichen äußerst spartanisch besonders, was die Bereiche Update und Administration betrifft. In kleinen Schritten Wenn sich eine Behörde oder Verwaltung für die Einführung der Thin Client-Technologie entscheidet, so sollte sie mit kleinen Schritten beginnen. Ideal ist es, wenn man zuerst mit einer Testgruppe beginnt, die sich in das neue System einarbeitet und nur einen gewissen Bereich mit fest definierten Applikationen bearbeitet. Die dabei gesammelten Erfahrungen sind in erster Linie für den weiteren Ausbau des Systems sehr nützlich; auch die Auswirkung auf das Netzwerk lässt sich zuerst einmal ohne Risiko testen. Danach kann dann der schrittweise Ausbau erfolgen dabei ist es ein sehr wichtiger Punkt, dass die Austauschstrategie der Altgeräte gut überlegt ist: Veraltete Arbeitsplatzrechner sollten wann immer möglich besser durch einen Thin Client statt durch einen PC ersetzt werden. Aber auch dann, wenn der Test erfolgreich war, wäre es ein Fehler, alle Arbeitsplatzrechner auf einmal durch Thin Clients zu ersetzen, denn diese Variante ist sehr kostenintensiv und es wäre vielleicht besser, die vorhandenen Rechner vorerst einmal mit einer geeigneten Software in das Server Based Computing zu integrieren. Das hat zudem den Vorteil, dass sich die Mitarbeiter in Ruhe an das neue System gewöhnen können, während sie noch auf ihren alten Rechnern arbeiten der spätere vollständige Umstieg kann dann problemloser vollzogen werden. Fazit Schwerpunktthema in dieser Ausgabe Workstations - ThinClients FLEXIBLER Die Stadt Treuchtlingen hat ihren Handlungsspielraum mit Thin Clients erweitert Seite 12 KOSTENDÄMPFUNG Preiswert und wenig Administrationsaufwand: Thin Clients der Welthungerhilfe..Seite 16 Merkmale wie hohe Sicherheit, zentrale Verwaltung und einfache Administration machen den Einsatz von Thin Clients dort interessant, wo mit eingabeorientierter Software gearbeitet wird. Eine geradezu prädestinierte Anwendergruppe sind Mitarbeiter, die überwiegend mit Textverarbeitungen oder Tabellenkalkulationen arbeiten, denn hier warten die Applikationen meist auf Eingaben seitens der Anwender, die CPU-Zeit wird sozusagen zwischen den Geräten aufgesplittet. Die Datenübertragungsprotokolle, die zur Datenübertragung zwischen Client und Serveranwendungen zuständig sind, sind meist sehr intelligent und tragen dafür Sorge, dass für eine sinnvolle Arbeit eine Bandbreite von etwa drei kbit/s ausreicht dieser Wert kann selbst von einem analogen Modem erzielt werden. Das Remote Working ist ebenfalls positiv, denn da genau genommen eigentlich keine Daten auf dem Gerät des Anwenders vorhanden sind, können auch bei Diebstahl oder Beschädigung eines Geräts keine Daten verloren gehen. Die Grenzen Sobald das Anwendungsgebiet jedoch über die Textarbeit hinaus geht, stößt man jedoch schnell an die Grenzen der Thin Clients. Einer der Hauptgründe ist, dass das System auf eine stoßweise Datenübertragung zwischen Client und Server ausgerichtet ist, nicht aber für Streaming, das für den Audio-, Videooder Multimedia-Betrieb Voraussetzung ist. Durch Anwendungen dieser Art werden Netzwerk und Server über Gebühr belastet und das wirkt sich letztlich auf die Gesamtperformance des Netzwerks aus. Das Gleiche gilt auch für rechenintensive Anwendungen wie CAD-Programme oder Bildbearbeitungsprogramme. Diese Applikationen sind Speicherfresser erster Güte und lassen den Einsatz als Server-Anwendung nicht ratsam erscheinen. Für Anwendungen dieser Art sollten weiterhin PCs verwendet werden, die aber ebenfalls von den Vorteilen der Thin Client-Technologie profitieren können, indem sie über die Client- Software auf den Server und die sich dort befindlichen Applikationen zugreifen. Tatsache ist: Eine Thin Client-Lösung erschließt ein großes Einsparungspotenzial Modernisierung und Kostenreduzierung lassen sich so zu einer zukunftssicheren Strategie verbinden. jü

8 12 GOVERNMENT COMPUTING SCHWERPUNKT BRANCHE & INNOVATION Stadt Treuchtlingen schafft erweiterten Handlungsspielraum mit Thin Clients Mehr Flexibilität in der kommunalen Verwaltung HIGHLIGHTS Auftraggeber Stadtverwaltung Treuchtlingen Aufgabe Integration heterogener Systeme und Anwendungen Lösung Server der Enterprise-Familie mit SunRays 1 als Arbeitsstationen. Verknüpfung von Windows- und Solaris-Anwendungen Der Gordische Knoten und die Informationsverarbeitung in kommunalen Verwaltungen die Parallelen sind offensichtlich. Ursache für die Komplexität sind einerseits die breit gefächerten Geschäftsabläufe, die durch Verordnungsänderungen ständigen Anpassungen unterworfen sind. Andererseits steht den Kommunen nur ein begrenztes Angebot an Softwareprodukten zur Verfügung es ist im Lauf der Zeit Patchwork-artig gewachsen. Sieht man sich den Geschäftsverteilungsplan an, wird der Umfang der Aufgaben deutlich: von der zentralen Verwaltung über Schulwesen, Fremdenverkehr, Finanzen, Steuerverwaltung, öffentliche Sicherheit und Ordnung bis zur Stadtentwicklung erstrecken sich die Verantwortlichkeiten. Software-Konsolidierung lautet deshalb der Appell an die Programmanbieter. Denn heterogene Systemlandschaften gehen mit Kosten treibenden Effekten einher. Wie Hunderte anderer Kommunen auch arbeitete die Stadtverwaltung Treuchtlingen in der Vergangenheit mit einem NT-basierten Server-Client-System. Das in seiner Flexibilität eingeschränkte System forderte einen hohen Zeiteinsatz in der Administration und Wartung der einzelnen Arbeitsplätze. Zudem behinderten häufige Systemausfälle den Arbeitsfluss. Von eleganter Informationsverarbeitung keine Spur. Allein aufgrund kollidierender DLLs in gleichzeitig eingesetzten Programmen mussten einige Mitarbeiter als Ausweg mehrere Systeme an ihrem Arbeitsplatz in Kauf nehmen, erinnert sich Heinz-Markus Graesing. Der Systemadministrator der Stadtverwaltung Treuchtlingen war auch der Erste auf der Suche nach einer grundlegend neuen Lösung, deren Anfang 1999 mit der Installation eines Linux-Servers für Mail-Dienste und einem selbst programmierten Redaktionssystem begann. Hintergrund: Treuchtlingen wandelt sich mit seinen über 400 Stadt- Foto: Vio Systemstabilität. Die breit gefächerten Aufgaben einer Stadtverwaltung stellen an das IT-System höchste Anforderungen. Mit einer unkonventionellen Systemlösung bahnt sich die bayerische Stadt Treuchtlingen den Weg zu deutlich höherer Effizienz. Mitarbeitern zurzeit für seine Einwohner zum modernen Dienstleister. Zudem möchte die im Jahr 899 gegründete Stadt mit ihren Erlebniseinrichtungen wie der Altmühltherme auch mehr Touristen begeistern. Folgerichtig waren sich die Verantwortlichen vom Bürgermeister bis zum Systemadministrator einig, ein offenes, benutzerorientiertes IT-Konzept umzusetzen, das der strategischen Ausrichtung der Stadt Rechnung tragen konnte. Die nicht unbedeutende Nebenbedingung lautete, das niedrige Budget einzuhalten. Unsere Vorgaben lauteten: Reduktion von Abhängigkeiten, Abkehr von dezentralen Applikationen und raus aus der Kostenfalle, so Graesing. Von allen Angeboten hat uns letztendlich der Lösungspartner R-zwo-R mit der Sun Thin-Client- Lösung am meisten überzeugt. Die TREUCHTLINGEN. Das Stadtschloss ist Sitz der Kur- und Touristinformation. Der staatlich anerkannte Erholungsort liegt im Naturpark Altmühltal Entscheidung für das Team von R- zwo-r fiel aufgrund dessen Erfahrung mit komplexen IT-Systemen und IT-Sicherheitsfragen. Die Lösung Zentraler Rechner des Systems ist ein Sun Enterprise Server E450. Anfangs mit zwei 400-MHz-Prozessoren ausgestattet, bedient der 2-GB- RAM-Server in der Ausbaustufe mit vier CPUs gleichzeitig die rund 50 Arbeitsplätze vom Typ SunRay 1. Als Massenspeicher dienen mehrere sich gegenseitig spiegelnde Festplatten-Arrays mit insgesamt 140 GB Speichervolumen. Charakteristisches Merkmal der SunRay-1-Clients ist die hohe Verlässlichkeit im täglichen Einsatz. Da jede Session direkt auf dem Server läuft, beschränkt sich die Aufgabe der Arbeitsstationen auf die reine Ein- und Ausgabe der Daten. Die laufwerklosen Stationen erfordern zudem keinerlei Betreuung vor Ort, da sie ohne eigenes Betriebssystem funktionieren. Wer als Mitarbeiter Datenträger bearbeiten möchte, geht zu einer der im Hause verteilten Mediastationen. Dort findet er CD- Brenner, DVD-Laufwerke, Scanner und Palm-Synchronisierstationen. Außerdem kann er auf den Mediastationen per VMWare in virtuellen Betriebssystemen verschiedene Applikationen ausprobieren. Schäden durch Viren beispielsweise sind in dieser Sandbox-ähnlichen Umgebung nicht zu befürchten. Die Computer sind derart konfiguriert, dass kein Zugriff auf das Produktivsystem besteht. Diese Lösung hat sich nicht nur als praktisch, sondern auch kostengünstig erwiesen. Die Systemanmeldung der Mitarbeiter erfolgt per personalisierter Smartcard. Vorteil dieser Methode: An jeder Station, an der sich ein Mitarbeiter einloggt, greift er unmittelbar auf genau die Session zu, die er zuvor an einer anderen Station bearbeitet hat. Das erhöht die Mobilität der Mitarbeiter und erleichtert damit deren tägliche Arbeit, freut sich Graesing über die dadurch ausgelöste starke System- Akzeptanz bei seinen Kollegen. Die Verbindung der Welten Lösungspartner R-zwo-R wählte für eine reibungslose Installation den Weg, das System erst in kleineren und dann immer größeren Arbeitsgruppen einzuführen. Zunächst war aus Sicherheitsgründen ein Parallelbetrieb möglich. Im jetzigen Vollbetrieb arbeiten im Hintergrund mehrere Unix-, Linux- und Windows- Server. Als Netzwerk-Dateisysteme kommen SMB (Server Message Block) und NFS (Network File System) zum Einsatz, wobei die Benutzer gegenüber einem zentralen OpenLDAP-Server authentifiziert werden. Vorteil ist die zentrale Dateihaltung wie auch Benutzerverwaltung unter gleichzeitiger Verwendung von Unix, Linux und Windows. Für Datenbankanwendungen stehen Oracle-Datenbank sowie MySQL zur Verfügung. Die SunRay1-Clients sind für den Multimediaeinsatz mit 24-bit-Farbtiefe und Sound-Ein- und -ausgabe ausgelegt. Für die Windows Server bei Grafik-lastigen Anwendungen übernimmt Citrix Metaframe XP mit dem ICA-Protokoll den Terminalservice. Für schnelle Verbindungen mit 256 Farben in die Windows-Welt wird die Open-Source-Software RDesktop mit Zugriff auf das RDP-Protokoll eingesetzt. Mehrere Anwendungen, wie beispielsweise die Standesamtsverwaltung Elvis, erfordern spezielle Windows-Versionen. Diese Applikationen laufen in Treuchtlingen vollkommen konfliktfrei unter der Software VMWare GSX Server. Intranet- Anwendungen (Termin-, Adress-, Projektverwaltung und Helpdesk) sind vollständig in PHP realisiert. Die Administratoren sind von dem Open-Source-Projekt deshalb so überzeugt, weil sie hier leicht Anpassungen vornehmen können. Auch bei der Bürosoftware werden keine Kompromisse eingegangen: teure Office-Pakete haben ausgedient. Jetzt setzt die Stadtverwaltung konsequent auf das neue Star- Office, das direkt unter Solaris läuft. Sicherheit steht beim Thema Internet an vorderster Stelle. Deshalb Treuchtlingen wandelt sich für seine Bewohner und Gäste immer mehr zu einer modernen, innovativen Stadt. Diesen Prozess unterstützt ein zukunftsgerichtetes Informationssystem bedeutend besser als eine herkömmliche EDV. Heinz-Markus Graesing Systemadministrator, Stadtverwaltung Treuchtlingen fungiert hier ein Linux-Server, der über eine Astaro-Firewall und einen NAT-Router abgesichert ist. Mozilla dient nicht nur als Internet-Browser, sondern ist auch als -client im Einsatz. Erfolgsbilanz Foto: Vio Business-Anforderungen Zugriff unterschiedlicher Anwendungen von jedem Arbeitsplatz aus. Kosteneinsparungen. Senkung des administrativen Aufwands Business-Lösungen Flexibles Stadtverwaltungs- Informationssystem mit hohem Sicherheitsniveau auf Sun- Server und SunRay-Stationen Implementierungsdauer: 90 Tage Mengengerüst der Daten: Etwa 100 GB einschließlich Bildarchiv Kostenumfang des Projekts: IT-Gesamtkosten über vier Jahre: etwa 285 Tausend Euro Service- und Wartungsverträge: 36-Monate-Servicevertrag (Telefonsupport Mo-Fr 8:30-20:00h, HW-Onsite Mo-Fr 8:30-17:00h, Reaktionszeit 4 h) Schulungsaufwand: Durchschnittlich 1,5 Tage pro Mitarbeiter Erste Nachkalkulationen haben die geplanten Einsparungen voll bestätigt. Die Stadt spart ein Fünftel der Ausgaben in drei Jahren ein, schwärmt der IT-Leiter. Bei Betrachtung der Kosten ab dem vierten Jahr steigt die Ersparnis gegenüber einem herkömmlichen Client- Server-System noch einmal deutlich, weil kein Hardwareaustausch wegen neuer Technologien notwendig ist. Aufgrund der niedrigen Lizenzgebühren pro Client verbessert sich die Nutzenrelation noch mit jedem zusätzlich installierten Arbeitsplatz. Die Gesamtkosten pro Arbeitsplatz (TCO) liegen mit rund Euro im Jahr auf einem auffallend niedrigen Niveau. Die Anstrengungen beim Umbau der IT-Infrastruktur haben sich auch anderweitig ausgezahlt. In den letzten sechs Monaten stand das System gerade mal drei Minuten still. Ursache war kein Fehler im System, sondern die unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV), die ihren Dienst nicht korrekt ausgeführt hat. Die hohe Systemstabilität hat auch den Personalaufwand im Rahmen gehalten. So hat Heinz-M. Graesing nur noch einen Kollegen, der ihn in seiner täglichen Arbeit unterstützt. Resümierend stellt Graesing fest: Auch wenn anfangs einige Überzeugungsarbeit erforderlich war, haben die Beteiligten schnell erkannt, welche enormen Vorteile das Zukunfts-orientierte Konzept in der täglichen Arbeit bringt. Zukunftsplanung Aktuell wird das System mit dem Geo-Informationssystem GTI/RDB erweitert. Mit dem Programm können Stadtverwaltung und Stadtwerken gleichermaßen arbeiten, weil alle Anwendungsbereiche (Fachschalen) abgedeckt werden. Die Unix- Software unterstützt die Vermessungsamt-genaue grafische Darstellung der Stadt einschließlich aller Ortsteile im Umkreis. Stadtplanungsaufgaben werden damit leichter lösbar, Umweltschäden kann gezielter begegnet werden. Katastrophenszenarien erlauben die bessere Vorbereitung auf Eventualfälle. In der nächsten Ausbaustufe sollen auch in den Stadtwerken und im Bauhof weitere Sun-Arbeitsplätze eingerichtet werden. ja

9 BRANCHE & INNOVATION SCHWERPUNKT GOVERNMENT COMPUTING Wyse Thin Clients Schlank und kostensparend Kostendämpfung. Jeder Euro, der bei den Bedürftigen und Hungernden in aller Welt ankommt, rettet Leben. Deshalb ist es von ganz entscheidender Bedeutung, die allgemeinen Verwaltungskosten die im Jahr 2001 bei 4,05 Prozent lagen so gering wie möglich zu halten. Die Verwaltungskosten setzen sich im Wesentlichen aus Personal- und IT-Kosten zusammen. Die Bereitstellung der Netzwerkdienste muss daher hochverfügbar und kostengünstig in der Zentrale in Bonn erfolgen. Wegen der heterogenen Struktur der Rechner und der eingesetzten Software oder Betriebssysteme die von PC zu PC teilweise variierten waren insbesondere die Wartung und Administration sehr aufwendig und damit kostenintensiv. Diese Kosten waren mit ein Grund, warum wir unser PC-Netzwerk weitestgehend durch ein Thin Client-Netzwerk ersetzen wollten. Zudem hätten wir in diesem Jahr rund 50 veraltete PCs PORTRAIT DIE DEUTSCHE WELTHUNGERHILFE Der weltweite Kampf gegen den Hunger hat in ein Deutschland eine lange Tradition: Bereits im Jahr 1962, also vor mehr als 40 Jahren, gründete der damalige Bundespräsident den Deutschen Ausschuss für den Kampf gegen den Hunger wurde dieser Verein in die Deutsche Welthungerhilfe umbenannt. Die Entwicklung der letzten 40 Jahre und die zunehmende Bedeutung verdeutlicht das Spendenaufkommen: Lag es anfangs bei DM, so überschritt es 1971 bereits die Millionengrenze erhielt die Organisation Spenden in Höhe von rund 32,6 Millionen Euro. Mit diesem Geld förderte die Deutsche Welthungerhilfe bislang insgesamt Selbsthilfeprojekte, 850 Projekte für Kinder und Jugendliche und 550 Nothilfeprogramme in 70 Ländern. Allein 2001 hat die Organisation, die heu- durch neue Geräte ersetzen müssen, erklärt der IT-Leiter Heinrich Stienhans von der Deutschen Hungerhilfe. Die Überlegung war, ob man nicht durch eine andere Struktur einerseits die Kosten für die Administration reduzieren und zugleich die Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit der IT erhöhen könnte. Dafür waren wir auch durchaus bereit, grundlegende Strukturen zu ändern, erläutert Heinrich Stienhans. Die Lösung Kosten reduzieren und gleichzeitig die Verfügbarkeit des Systems erhöhen keine leichte Aufgabe für die IT-Abteilung. Die Lösung dieses Problems bot sich mit der Thin Cli- EFFIZIENT. Mit der Thin Client-Technologie im Einsatz gegen den weltweiten Hunger te zu den größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland zählt, 159 neue Projekte in 41 Ländern in Angriff genommen. Schwerpunkt der Projektarbeit der 175 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen (82 im Ausland) war dabei in Afrika, Asien und Lateinamerika die Förderung des ländlichen Bereichs. Dort wurden auch die meisten Rehabilitationsprojekte und Nothilfeprogramme durchgeführt. ent-technologie, denn hier werden die teueren PCs durch preisgünstigere und vor allem leicht zu administrierende Thin Clients ersetzt. Wir haben im Vorfeld der Entscheidung verschiedene Thin Clients unter die Lupe genommen. Dabei fiel uns auf, dass Windows CE-basierende Geräte eher langsam ansprachen, relativ lange zum Starten brauchten und auch in der Performance vor allem im Grafikbereich nicht mit den Wyse 1200LE-Terminals mithalten konnten. Die Wyse-Geräte bieten das volle Look- und Feel eines Windows-PCs, und dies ist ausge- die nötig waren, um die entsprechenden Server und Thin Clients anzuschaffen und einzurichten, rechnet der IT-Leiter mit einem ROI (Return of Investment) innerhalb von zwölf Monaten. Die Thin Client-Lösung war günstiger als der Einsatz der PCs, freut sich Heinrich Stienhans. Bei der vorhandenen Netzinfrastruktur mussten überhaupt keine Änderungen vorgenommen werden. Die Vorteile Zeitgleich mit der Einführung der ver vorgenommen und gespeichert wird, bedeutet des für die IT-Abteilung eine deutliche Arbeitserleichterung bei gleichzeitigem Gewinn an Stabilität und Verfügbarkeit. Bei der Einführung der Thin Clients in den vergangenen sechs Monaten stieß man allerdings auf ein Problem, mit dem man zuerst nicht gerechnet hatte: Einige Anwender wollten sich zuerst nicht von ihren PCs trennen, weil sie nicht auf die Disketten- und CD-Laufwerke verzichten wollten. Die Macht der Gewohnheit, so Heinrich Stienhans, doch letztlich musste auch hier eisation Konkret hat die Organisprochen wichtig, wenn Anwender Terminal-Server-Umgebung und ne Lösung gefunden werden. Wir im Jahr 2001 rund 3,5 umsteigen sollen, betont Stienhans. der Thin Clients wurde von der boten den Mitarbeitern an, dass die Millionen Menschen erreicht. Es Die Entscheidung für Wyse Deutschen Welthungerhilfe be- PCs als Ersatz stehen bleiben. Sollte wurden unter anderem Tonnen Nahrungsmittel, Tonnen Saatgut und Düngemittel, Kleidungsstücke und Decken sowie Schulmöbel verteilt. Damit ist die Deutsche Welthungerhilfe, die gemeinnützig und konfessionell unabhängig arbeitet, für viele Menschen weltweit die Hoffnung auf ein war also schnell getroffen. Für die Einführung der derzeit 40 Thin Clients, die in der Zentrale in Bonn zum Einsatz kommen, arbeitete man mit dem saardata Systemhaus aus Saarbrücken zusammen, mit dessen Hilfe man bereits eine ASP-Lösung zum Betrieb von SAP HR umgesetzt hatte. Die Hardware schlossen, die Softwareverteilung zu regulieren, sodass die IT-Abteilung die Konfiguration der Software für die verschiedenen Nutzergruppen vornehmen kann. Dies funktioniert problemlos und ist, beispielsweise in Bezug auf die Verwaltung von Lizenzen, ein großer Vorteil, so der Leiter IT und Organisation. Gemeinsam wirklich einmal eine Diskette hereinkommen und kein anderer Rechner verfügbar sein, um diese einzulesen, dann können die Mitarbeiter den Thin Client schnell durch den Rechner ersetzen und wie früher daran arbeiten. Auf diese Weise konnten wir die Akzeptanz der Thin Clients deutlich erhöhen. besseres Leben ohne Hunger. jü lieferte das Bios Systemhaus in Hamburg. Trotz der Investitionen, mit der Konfiguration der Terminals, die zentral auf dem Ser- Nach und nach erkannten die Mitarbeiter, dass der alte HEINRICH STIENHANS, IT-Leiter bei der Deutschen Welthungerhilfe PC eigentlich gar nicht mehr gebraucht wird. Somit wurden sozusagen durch die Hintertür die alten Rechner ausgemustert. Neben den ergonomischen Vorteilen, wie beispielsweise der fehlenden Abwärme, dem fehlenden Brummen des Lüfters und dem Platzgewinn auf und unter dem Schreibtisch überzeugte die Anwender vor allem das schnelle Starten der Geräte. Ein PC braucht für den Bootvorgang deutlich länger als die Wyse WT 1200LE Thin Clients, die bereits nach wenigen Sekunden einsatzbereit sind. Mittlerweile sind rund 40 Wyse Thin Clients bei der Deutschen Welthungerhilfe im Einsatz. Im Endausbauzustand sollen es dann ungefähr 80 Geräte sein. Die IT auf Basis von Thin Clients, die in Deutschland derzeit in der Zentrale in Bonn eingesetzt wird, läuft ohne Probleme. Dennoch sieht Heinrich Stienhans, den die Thin Client-Struktur in der Zentrale überzeugt hat, für die Zukunft noch Handlungsbedarf: Wir wollen unser Büro in Berlin über einen RAS- Zugang mit anbinden und dort ebenfalls Thin Clients einsetzen. Interessant sei die Technologie auch bei der Anbindung der Büros im Ausland, denn der Support erfordere einigen Aufwand. Hier wäre es gut, wenn wir auf der Grundlage eines schnellen Internetzugangs ebenfalls Thin Clients nutzen könnten, die dann über Terminal-Sessions auf die Server der Zentrale zugreifen. Doch das ist noch Zukunftsmusik. Bis in den Ländern, in denen die Deutsche Welthungerhilfe aktiv ist, eine entsprechende Infrastruktur zur Verfügung steht, wird noch einige Zeit vergehen. jü Konzepte US-Gerichte setzen auf Serverbased-Computing Lösung. Das Kammergericht von Kalifornien im Bezirk Santa Cruz ist Teil eines zusammenhängenden Gerichtssystems, welches die gesamte Straf- und Zivilgerichtsbarkeit umfasst. Es besteht aus den Gerichtsbehörden in Santa Cruz, Felton und Watsonville. Diese Justizbehörden alle werden vom US-Bundesstaat Kalifornien finanziert, arbeiten als eigenständige Teile des Kammergerichtssystems und unterliegen der Aufsicht der Gerichtsvereinigung. Das Kammergericht im Landkreis Santa Cruz war, wie viele andere staatliche Behörden, personell völlig unterbesetzt. Dies war auch im IT-Bereich der Fall. Der Bezirk konnte zwar technische Unterstützung anbieten, doch die erforderlichen Bearbeitungszeiten waren zu viel zu lang. Hinzu kam, dass der Kostenaufwand für permanent anstehende Systemverbesserungen einfach zu hoch war. Unter diesen Bedingungen sollte das Kammergericht zusätzlich 50 Windows-98-Arbeitsplätze sichern und einen großen Server durch mehrere kleine Applikations- Server ersetzen. Da nur drei Techniker für über 160 Anwender an drei Standorten zur Verfügung standen, musste eine Lösung mit geringem administrativem Aufwand gefunden werden. Die IT-Mitarbeiter des Kammergerichts von Kalifornien erkannten im Server-Based-Computing mit Thin- Client-Infrastruktur die Lösung für ihr Problem. Außerdem konnte mit dieser Lösung die angestrebte Fern- Administration der Applikationen sinnvoll ermöglicht werden. Eine weitere wichtige Voraussetzung für den Erfolg des Konzeptes war die Sicherstellung der gewohnten Arbeitsplatz-Umgebung, da die Akzeptanz der Benutzer maßgebend für den effektiven Einsatz des neuen Systems wichtig war. Dazu kam aber auch, dass die optimale Verteilung der Rechenleistung auf die verfügbaren Server auf der Anforderungs- Wunschliste ganz oben stand. Die Lösung COURTHOUSE. Das Gerichtsgebäude des Kammergerichts von Santa Cruz/Kalifornien Die IT-Abteilung prüfte zunächst den Einsatz einer eigenen Terminal- Server-Umgebung. Es stellte sich jedoch schnell heraus, dass damit längst nicht alle Probleme gelöst werden konnten. Die notwendige zentrale Absicherung sowie die zentrale Administration der Arbeitsplätze waren mit der eigenen Lösung nicht möglich und der äußere Rahmen, der für Windows Terminal Services typisch ist, sollte auch verschwinden. Die IT-Abteilung des Kammergerichts evaluierte daher verschiedene Anbieter und externe Möglichkeiten. Neben der Lösung von New Moon Systems, Canaveral iq, wurden auch Angebote von Citrix geprüft, doch aufgrund der hohen Kosten schnell verworfen. Nach einer erfolgreichen Probephase wurde die Software von New Moon Systems auf Wyse Terminals 8440 XL eingerichtet. Die effektive Unterstüzung durch den Hersteller bei der Integration der beiden Produkte wurde von dem amerikanischen Gericht besonders hervorgehoben. Das Engagement und die Zielstrebigkeit bei New Moon Systems haben uns sehr beeindruckt. Sie waren der Schlüssel zum Erfolg, lobt Etienne Gadient, Enterprise IT Consultant bei Getsumei Consulting. Vorteile Der Einsatz von Serverbasierenden Anwendungen führte zu einer deutlichen Kostenreduzierung. Die IT- Mitarbeiter sind nun in der Lage, die gesamte IT-Infrastruktur zentral und mit einem deutlich geringeren Aufwand zu administrieren. Die Lastenverteilung und das Load-Balancing durch Canaveral iq gewährleisten nun den optimierten Zugriff auf alle Applikationen und deren volle Leistungsvielfalt. Mithilfe von Canaveral iq können wir die Anwender viel effektiver unterstützen, betont Paul Chavez, Info Systems Specialist beim Kammergericht von Kalifornien im Landkreis Santa Cruz. Jetzt können wir ein Standard-Setup auf den Clients konfigurieren und die Canaveral-Server nutzen, um aufgabenspezifische Anwendungen zur Verfügung zu stellen. Wir sind auch sehr positiv überrascht, wie einfach die Installation und Administration des Produktes sind. Wir konnten in nur wenigen Tagen acht Server installieren und einrichten. Ich bin noch nicht oft mit einem so weit integrierten und ausgereiftem Produkt in Berührung gekommen. rh

10 14 GOVERNMENT COMPUTING MARKT & TRENDS BRANCHE & INNOVATION STANDPUNKT Gretchenfrage DIE KOSTEN ÜBERSCHÄTZT Microsoft-Chef Steve Ballmer war selber an die Isar gereist, um OB Ude und den Stadtrat von den Produkten seines Hauses zu überzeugen. Vergeblich. Die Entscheidung pro Linux kann im benachbarten Unterschleißheim allerdings nicht nachvollzogen werden. Norman Heydenreich, Vertriebsdirektor Öffentliche Verwaltung: Die Kosten für die Umstellung von Windows NT auf Windows XP und die Schulung der Mitarbeiter wurden in der Bewertung nach unserer Erfahrung erheblich überschätzt. Aufgrund der Tatsache, dass Windows XP evolutionär aus Windows NT entwickelt wurde und unserer Erfahrung in vergleichbaren Projekten, waren wir in der Lage, der Stadt ein Festpreisangebot für Schulungs- und Migrationsunterstützung anzubieten, das den Kunden von diesen Risiken frei stellte. Wichtig ist für Microsoft in diesem Zusammenhang, dass dies wirtschaftliche Garantien seien und keine Rabatte auf die mit dem BMI vereinbarten Lizenzpreise. Selbst der Berater Unilog sei zu dem Ergebnis gekommen, dass die Windows-Alternative in den Gesamtkosten um mehr als fünf Millionen Euro günstiger gewesen wäre, als andere Lösungen. Das Nachtragsangebot, das aus Unterschleißheim kam, habe sogar einem Gesamtkostenvorteil von rund zehn Millionen Euro entsprochen. Heydenreich: Dieses Angebot wurde aus uns nicht nachvollziehbaren Gründen nicht berücksichtigt. vio Microsoft oder Open Source Die Entscheidung des Frankfurter Stadtrates fiel nämlich pro Microsoft aus. Oberbürgermeisterin Petra Roth: Wir sehen die neue Vereinbarung mit Microsoft als die Fortsetzung einer vertrauensvollen Partnerschaft. Wir erhalten damit nicht nur ein höheres Maß an Planungssicherheit. Auch unser Verwaltungsaufwand verringert sich erheblich, was zu einer Entlastung aller Dezernate führt. Der deutsche Chef des Software-Konzerns, Jürgen F. Gallmann: Auf diesem Wege wollen wir zu einer effizienten Gestaltung von IT-gestützten Verwaltungsaufgaben beitragen und der Stadt Frankfurt ermöglichen, langfristig Kosten zu sparen. Andere Einschätzungen Zustande gekommen war das Main- Agreement auf der Basis des Vertrages zwischen Microsoft und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB). Er ermöglicht unter anderem das Angebot eines Ratenkaufvertrages, der die Standardisierung des Softwareportfolios von Microsoft einschließt. Dabei sollen es gerade die Kosten gewesen sein, die München zur entgegen gesetzten Entscheidung trieb. Die SPD-Fraktion stellte fest, dass deutlich geringere haushaltswirksame Kosten anfallen. Eine Einschätzung, die beim Software-Konzern im benachbarten Unterschleißheim nicht nachvollzogen werden kann Unentschieden. Fast alle Augen blicken nach München, denn mit der Entscheidung Microsoftprodukte von den Arbeitsplätzen der Stadtverwaltung zu verbannen, hat die größte deutsche Kommune ein Zeichen gesetzt. In dem frenetischen Jubel der Open Source-Gemeinde ging der Frankfurter Beschluss fasst unter. (siehe nebenstehender Kasten Die Kosten überschätzt ). Wie dem auch sei: Die Entscheidungen, die an Main und Isar gefällt wurden, zeigen deutlich auf, dass sich die IT- Landschaften in deutschen Kommunen in den kommenden Jahren unterschiedlich entwickeln werden. Strategische Entscheidung Denn zahlreiche Kommunen, die bisher ihre Netzwerke unter Windows-Betriebssystemen betrieben haben, sehen in Linux eine mögliche Alternative für die Zukunft. In Regensburg steht derzeit die Umstellung der bisherigen Windows NT-Server bevor und die Verantwortlichen sind in der Phase der Ermittlung und Bewertung von Alternativen. In Magdeburg wird über eine Ablösung von Novell Netware nachgedacht. Ein Beschluss steht noch aus, denn es handele sich um eine strategische Entscheidung. Keine Änderungen auf den Servern wollen unter anderem Göttingen (Linux), Kiel (Windows 2000, Sun Solaris, Linux), Neuss (Windows NT), Karlsruhe (Windows NT), Cottbus (Novell Netware, keine Änderung vor 2005), Paderborn (Windows 2000), Gelsenkirchen (Novell, Windows 2000, AIX, Linux) und Osnabrück (Novell, Windows 2000). Ein friedliches Nebeneinander werden Windows und Linux in der Zukunft in Erfurt, Mannheim und Remscheid führen, wobei Remscheid zwar derzeit auf den Arbeitsplätzen Windows 2000 fährt, aber verstärkt den Einsatz von Thin Clients für Windows Terminal Server testet. In der Landeshauptstadt Kiel steht zwar aktuell keine Umstellung der Betriebssysteme der Desktops an, aber die Möglichkeiten des Einsatzes von Linux auf den städtischen Büroarbeitsplätzen werden geprüft. Fensterln oder Open Source lautet auch in Neuss (850 Arbeitsplätze) die Frage: Eine Entscheidungsabwägung ist in diesem Jahr geplant. Erfurt dagegen hat sich bereits festgelegt: Windows XP wird suksessiv im Rahmen der jährlichen Kompensation in den städtischen Amtsstuben Einzug halten. Vorerhebungen Dortmund wiederum wird zwar auf den Servern vom Windows-Linux- Mix ganz auf Open Source umstellen, hat für die rund Windows- Arbeitsplätze zwar keine konkreten Umstellungspläne, macht jedoch Vorerhebungen. Mannheim blinzelt dem Pinguin zu und blickt angestrengt nach München, um von den Erfahrungen der bayerischen Landeshauptstadt zu profitieren (siehe Seite 1), während Karlsruhe weiter auf Microsoft setzt. Die Desktops, die heute unter Windows NT oder XP laufen, werden beim Neu- oder Ersatzkauf auf XP umgestellt. In Magdeburg marschieren die PCs unter Windows NT, die Empfehlung auf Windows 2000 oder XP umzusteigen, wird im Rahmen der derzeitigen Fortschreibung der IuK-Strategie untersucht. Cottbus will nicht vor 2005 entscheiden, welches Nachfolgesystem für Windows 2000 auf den städtischen PCs installiert wird. In Paderborn wird sich dagegen auf 900 Bildschirmarbeitsplätzen (Windows 2000) nichts ändern. In Zwickau werden zwar die Computer, die noch unter Windows NT laufen, auf die Version 2000 umgestellt, aber für die 900 Arbeitsplätze hält sich die Verwaltung alle Optionen offen. Auf den Windows-PCs in Gelsenkirchen ändert sich bis Mitte 2004 nichts, die Computer in Braunschweig werden dieses und nächstes Jahr von Windows NT auf XP umgestellt und Osnabrück trimmt die Desktops, die noch unter Windows 98 laufen, im nächsten Jahr auf Windows In Nürnberg laufen Desktops und die Mehrzahl der Server unter Windows 2000 (oder werden von NT umgestellt). Allerdings wird bei jeder Server-Beschaffung der Einsatz von Linux individuell geprüft. Doch zum Jahresende soll auch in der fränkischen Metropole eine Entscheidung über die weitere Vorgehensweise erfolgen. vio Lexmark Druck für die Öffentliche Hand Seitenschleuder. Mit Druckleistungen von 33 bis 43 Seiten/Minute und der Möglichkeit, die Drucker zu multifunktionalen Lösungen zu erweitern, können Behörden und Organisationen effektiver drucken, den Informationsfluss optimieren und gleichzeitig die Kosten im Griff behalten. Die drei neuen von Lexmark vorgestellten monochromen Laserdrucker T630, T632 und T634 sind ausbaufähige DIN-A4-Drucker, die für die jeweiligen Anforderung flexibel aufrüstbar sind. Mit modularem Design, umfangreichen Optionen zur Papierhandhabung (bis zu sechs Papierzuführungen für maximal Blatt Kapazität; Duplexoption; Finisher zum Heften, Sortieren, versetzten Ablegen; Mailboxen mit insgesamt bis zu 11 Papierablagen) und der Möglichkeit, die Systeme an spezifische Anforderungen anzupassen, bieten sie nach Herstellerangaben sehr hohe Flexibilität und Skalierbarkeit. Die neuen Laserdrucker der T-Familie können darüber hinaus mit den neuen Multifunktionseinheiten Lexmark 3100 MFP und 3200 MFP sowie der X4500 um die Funktionalitäten Kopieren, Faxen und Scannen in Farbe und Schwarzweiß zu vollwertigen Multifunktionsdruckern erweitert werden. Mit Druckgeschwindigkeiten bis zu 43 Seiten/Minute, weniger als 8,5 Sekunden bis zum ersten Ausdruck und einer monatlichen Druckleistung von bis zu Seiten sollen sie höchsten Anforderungen gerecht werden. Eine Druckauflösung von 1200 x 1200 dpi, die unterstützten Druckersprachen PCL6 und Post- Script Level 3 sowie die Möglichkeit, PDF-Dateien direkt per Drag'n'Drop zu drucken, sorgen für höchste Ausgabequalität und größtmögliche Kompatibilität zu allen Anwendungen. Die neuen Drucker der T-Familie können mit dem Parallel- und dem USB-Port sowie mit der bei den Netzwerkversionen standardmäßig integrierten Ethernet 10/100TX-Schnittstelle schnell in jede System-und Netzwerkumgebung eingebunden werden. Druckertreiber stehen für alle Windows- und Macintosh-Plattformen zur Verfügung. Auch eine neue Printutility für Unix und Linux gehört zum Lieferumfang der Drucker. Die grafische Benutzeroberfläche der Treiber von Lexmark macht es nun auch unter Unix/Linux leicht, Funktionen wie Duplexdruck und vertrauliches Drucken zu nutzen. Mit der Lexmark Netzwerkmanagement-Software MarkVision Professional können die Systeme zentral konfiguriert und verwaltet werden. Das senkt den Zeit- und Kostenaufwand für die Administration mehrerer Drucker deutlich. Die Drucker werden (bis auf die VE-Versionen ) standardmäßig mit Druckkassetten ausgeliefert, die mit einer Druckleistung von Seiten (bei fünf Prozent durchschnittlicher Seitendeckung) über eine hohe Druckkapazität verfügen. Darüber hinaus ist auch eine Druckkassette mit Druckseiten Kapazität erhältlich: Das senkt die Druckkosten, vereinfacht die Bedienung und hilft vor allem der Umwelt, weil so Lexmark SCHNELLDRUCK. Die neue Druckerfamilie von Lexmark ist auf einen hohen Seitenausstoß optimiert für dasselbe Druckvolumen bis zu 30 Prozent weniger Druckkassetten produziert und recycelt werden müssen. Der Lexmark T630 ist mit einem 300 MHz schnellen Prozessor und 32 MB RAM (erweiterbar auf 288 MB) ausgestattet und erreicht eine Druckgeschwindigkeit von bis zu 33 Seiten/Minute. Maximal sechs Papierzuführungen (Standard: 1 x 250 Blatt) und bis zu Seiten Papiervorrat sowie Duplex-, Finisher- und Mailboxoptionen sorgen für komfortable und effiziente Arbeitsabläufe. Für Anwender, die Wert auf hohe Geschwindigkeit und Modularität legen, aber zunächst keine hohen Druckvolumen bewältigen müssen, bietet Lexmark zwei Value Enhanced -Versionen an, die sich lediglich in der Kapazität der Druckkassette (5 000 Seiten statt Seiten) von den Standardmodellen T630 und T630n unterscheiden. Eine Druckgeschwindigkeit von bis zu 38 Seiten/Minute, der 350 MHz schnelle Prozessor mit 64 MB RAM (erweiterbar auf 320 MB) sowie eine Papierzuführung mit 500 Blatt Kapazität sind die Eckdaten des Lexmark T632, der mit den verfügbaren Optionen zu einem hochleistungsfähigen Drucksystem ausgebaut werden kann. Mit einer Druckgeschwindigkeit von bis zu 43 Seiten/Minute, einem 500 MHz schnellen Prozessor mit 64 MB RAM (erweiterbar auf 320 MB) und einem monatlichen Druckvolumen von bis zu Seiten ist der Lexmark T634 prädestiniert als Drucklösung für große Abteilungen mit hohem Druckaufkommen. vio SBS und Microsoft marschieren gemeinsam Zweckverband für egovernment Doppelpack. Siemens Business Services und Microsoft arbeiten bei egovernment-projekten jetzt eng zusammen. Der internationale Partnerschaftsvertrag soll die Vermarktung und Entwicklung von Lösungen für den Public Sector für Europa, Afrika und den Mittleren Osten bündeln. Das Hauptziel der gemeinsamen Anstrengungen werden zunächst die EU-Beitrittsländer in Osteuropa sein, aber eine Allianz für Nordamerika wird auch schon angedacht. Der Schwerpunkt des Angebotes wird die E2Government Solution Suite von Siemens Business Services sein eine Gesamtlösung für Online-Portale der Öffentlichen Verwaltung, die auf einer zentralen Plattform mit.net-technologienen von Microsoft basiert. Sie stellt die Verbindung zwischen den öffentlich zugänglichen Internetseiten und den Back-Office-Prozessen von Behörden und Organisationen her. Das so betonten Jürgen Gallmann, Deutschlandchef von Microsoft, und Günter Weimer, General Manager Großkunden EMEA des Softwarekonzerns sei eine offene Architektur, in die beliebig bereits bestehende Verfahren intergriert werden könnten. Die Bürger könnten dann über derartige Portale sämtliche Kontakte mit den Behörden abwickeln: Von der Steuererklärung über die Adressänderung bis zur Kfz-Anmeldung. Die Grundlagen für die Portale hat Microsoft in Großbritannien entwickelt. Das UK Government Gateway bietet die Verbindungsinfrastruktur für 200 zentrale Behörden, 482 lokale Behörden, 60 Millionen Einwohner und drei Millionen Firmen. Die Lösung sei für die Transaktion von über hundert Dokumenten pro Sekunde und einer Belastbarkeit von 8,4 Millionen Transaktionen täglich getestet. Es bestehe eine Verfügbarkeitsgarantie von 99,95 Prozent. Von den wichtigsten Vorteilen profitieren so Gallmann bereits das Hamburg Gateway, die RIVAR Polizeilösung in Rheinland- Pfalz und das Infrastruktur-Projekt Justiz NRW. Winfried Holz (SBS-Leiter Geschäftsgebiet Solution Business) und Peter Blaschke (SBS-Segment-Manager Government) sehen als Zielgruppe für die E2Government Solution nationale Regierungen, Landesregierungen und große Kommunen. Nutzer der Infrastruktur-Plattform seien Wirtschaft, Bürger und andere Verwaltungen. Die Lösung biete einen Investionsschutz für vorhandene Fachverfahren und ermögliche eine sanfte Migration. Als Referenz-Projekte nannten sie die Arbeitsämter in Südafrika, die elektronische ID Card in Macao, Mobile Police in Italien und das Portal Baynet in Deutschland. IT-Analysten (Kable, Gartner) sehen in egovernment weltweit überproportionales Wachstum: Der Martbereich Öffentlicher Dienst werde von rund 30 Milliarden US- Dollar bis Ende 2007 auf 54 Milliarden wachsen. Der Anteil von egovernment werde sich dabei von 18 auf 36 Prozent verdoppeln. vio

11 BRANCHE & INNOVATION NAMEN 15 Kongress Preise für Sicherheit Erfolreich. Der dreitägige 8. Deutsche IT-Sicherheitskongress des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist mit einer Preisverleihung für die besten Beiträge zu Ende gegangen. Mit rund 550 Teilnehmern war der Kongress für das BSI ein voller Erfolg. In der Stadthalle Bonn-Bad Godesberg haben Hersteller, Anwender und Dienstleister in Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft über aktuelle Entwicklungen im Bereich der IT-Sicherheit diskutiert. Wir schaffen Verbindungen. Die Preisverleihung bildete den Abschluss des Kongresses. In der Kategorie Best papers award wurden folgende Preisträger ausgezeichnet: Den ersten Platz belegten Christian Helmuth und Dr. Andreas Westfeld von der TU Dresden gemeinsam mit Dr. Michael Sobirey von der Firma secunet Security Networks AG. In ihrem Beitrag Eine Mikrokern-basierte Systemarchitektur für sichere Systemkomponenten wird die Systemarchitektur des Forschungsprojektes SINA, das sich mit der Entwicklung einer Betriebssystemarchitektur für Systeme mit sehr hohen Sicherheitsanforderungen beschäftigt, exemplarisch für ein Sicherheitsgateway auf Mikrokernbasis umgesetzt. Dessen Komponenten laufen dabei in separaten Adressräumen ab und sind dadurch voreinander geschützt. Der zweite Platz ging an Erik Neumann von der Firma media transfer GmbH. Im Beitrag Multicast-Anwendungen auf Basis von IP Sec erfolgt eine Verbindung von zwei Themen, die bisher eher einzeln gesehen werden: IP Multicast und IPSec. Diese haben jeweils unterschiedliche Zielsetzungen: IP Multicast reduziert die notwendige Bandbreite beim Versand des gleichen Inhalts an viele Adressaten. IPSec sichert IP-Datenströme ab. Die Kombination beider Technologien würde den gesicherten Versand an viele Teilnehmer erlauben. Anwendungsszenarien könnten vertrauliche Telefonkonferenzen oder Pay-TV sein. In Neumanns Beitrag geht es um die Absicherung von IP Multicast und um die Erweiterung von IPSec sein. Als dritter Gewinner wurde Martin Schmucker vom Fraunhofer IGD für seinen Beitrag Digitale Wasserzeichen: Benchmark und neue Forschungsergebnisse ausgezeichnet. Er diskutiert darin die Entwicklungen im Bereich Wasserzeichenverfahren für Notenblätter. AKTUELL DENNIS POWELL NEUER CFO BEI CISCO SYSTEMS Cisco Systems hat Dennis Powell (55) zum neuen Chief Financial Officer (CFO) berufen. Er wird an John Chambers, President und CEO von Cisco, berichten. Powell, zuvor Senior Vice President Corporate Finance, ist der Nachfolger von Larry Carter, der acht Jahre lang als CFO bei Cisco Sytems tätig war. Carter wird weiterhin dem Vorstand angehören und das Unternehmen als Senior Vice President zu verschiedenen Themen beraten. Als CFO ist Powell weltweit für Mitarbeiter verantwortlich und leitet die finanziellen Geschicke eines Unternehmens mit insgesamt mehr als Mitarbeitern in 58 Ländern und einem jährlichen Umsatz von 18 Milliarden US-Dollar. In seiner vorherigen Position war Powell für die Finanzplanung und -analyse verantwortlich. Er leitete die Controllingabteilungen und war bei Cisco für die finanzielle Analyse bei Fusionen und Übernahmen zuständig. vio Dabei werden bewährte Verfahren auf ein neues Gebiet übertragen, denn bisher fanden digitale Wasserzeichen nur bei Ton und Bild Verwendung. Bei Schmucker steht die Synthese von abstrakter Technik und der Darstellung künstlerischer Inhalte im Vordergrund. Alle Preisträger leisten mit ihren sowohl wissenschaftlichen als auch sehr praxisorientierten innovativen Arbeiten einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der IT-Sicherheit, lobte Dr. Udo Helmbrecht, Präsident des BSI, während der Preisverleihung. Zugleich bedankte er sich für das Engagement aller Referenten des Kongresses. Das Spektrum der Kongressbeiträge könne sich wie in den Vorjahren sehen lassen, sagte Dr. Helmbrecht. Den Gewinnern überreichte er attraktive Preise: Das Fraunhofer IGD stiftete den Siegern die Teilnahme an zwölf CAST-Workshops. Im Competence Center for Applied Security Technology (CAST) in Darmstadt findet monatlich ein Workshop zu einem Thema aus dem Umfeld der IT-Sicherheit statt. Erik Neumann erhielt als Zweitplatzierter von Guardeonic ein Mobiltelefon der Marke Siemens S55. Martin Schmucker wurde von der UIMC GmbH ein Palm gesponsert. Erstmals wurde auch eine studentische Arbeit mit dem Best Student Award ausgezeichnet. Der Preisträger Oliver Stecklina von der BTU Cottbus hat mit seiner Diplomarbeit zum Thema Realisierung geschützter Speicherbereiche für Funktionen des Linux-Systemkerns einen Beitrag zum anspruchsvollen Ziel zuverlässiger und sicherer Betriebssysteme vorgestellt. Stecklina beschäftigt sich mit der Entwicklung eines erweiterten Speichermanagements für das Betriebssystem Linux auf der Basis des Fiasco-Mikrokerns. Eine kontrollierbare und vertrauenswürdige Speicherverwaltung ist wichtige Voraussetzung für die Manipulationssicherheit ausführbarer Internetdienstleister Programmcodes. Für seine Arbeit erhielt Stecklina ein Stipendium für sechs Monate am Center for Research in Computer Graphics in Providence / USA. Gestiftet wurde der Preis vom Fraunhofer IGD. Die Auswahl der Preisträger erfolgte durch einen Programmbeirat. Dieser hatte das Kongressprogramm im Vorfeld zusammengestellt und daraus die besten Beiträge nominiert. Insgesamt wurde den Teilnehmern des 8. Deutschen IT-Sicherheitskongresses ein abwechslungsreiches Programm geboten: Anhand von rund 35 Vorträgen, zwei Podiumsdiskussionen zur Zukunft von elektronischer Signatur und PKI und zu IT-Sicherheit durch Open Source? sowie zwei Foren zum IT-Grundschutz und zur Kommunikations- und Informationstechnik erhielten sie einen Überblick über die aktuellsten Entwicklungen innerhalb der IT-Sicherheit. Abgerundet wurde der Kongress durch den Vortrag von Prof. Dr. Friedemann Mattern von der ETH Zürich. Er gab mit seinem Beitrag zu Ubiquitous Computing einen visionären Ausblick in die Zukunft. Die schleichende technische Revolution führe demnach zu einer völlig vernetzten Umwelt, in der Computer allgegenwärtig sind, sagte er. Der Schutz der IT-Sicherheit bliebe deshalb eine wichtige Aufgabe. vio ZUM NACHLESEN Die Vorträge des 8. Deutschen IT-Sicherheitskongresses sind im Tagungsband IT-Sicherheit im verteilten Chaos enthalten. Dieser ist im SecuMedia Verlag erschienen und kann über den Buchhandel bezogen werden (ISBN , Preis: 49,10 Euro). Der nächste IT-Sicherheitskongress des BSI findet im Mai 2005 statt. Jörg Bienert neu im Framfab-Vorstand Jörg Bienert (37) ist in den Vorstand der Framfab Deutschland AG berufen worden. Er übernimmt die operative Leitung über das Projektmanagement, die inhaltliche, gra- JÖRG BIENERT zuständig für das Projektmanagement bei Framfab fische und technische Produktion sowie die Unternehmens-Kommunikation des Internet-Dienstleisters. Das neue Vorstandsmitglied Jörg Bienert hat in den mehr als zwei Jahren bei Framfab Deutschland schon wichtige Aufgaben im Unternehmens-Management übernommen zunächst als Standortleiter, daran anschließend als Vice-President. Die Zukunft der Web-Technologie geht weit über die Erstellung von Internet Portalen und grafischen Oberflächen hinaus. Zunehmend werden mit Hilfe von Browser-Applikationen Vertriebsaktivitäten unterstützt und interne Prozesse hinsichtlich der Kosten und Durchlaufzeiten optimiert. Bevor Jörg Bienert zu Framfab wechselte, war er bei Accenture als Projektmanager für Telekommunikations- und Finanzdienstleistungs-Unternehmen tätig. Eine weitere Station des Diplom-Ingenieurs der Elektrotechnik war der Gerling Konzern in Köln. In den Abteilungen internationale DV- Strategie sowie Unterstützung des global agierenden Versicherers übernahm Jörg Bienert in seiner mehr als sechsjährigen Tätigkeit Leitungsaufgaben in verschiedenen nationalen und internationalen DV-Projekten. vio Finanzmanagement und Logistik Personalmanagement Dokumentenmanagement Geografische Informationssysteme Individuelle Datenbankprogrammierung Internet- und Intranetlösungen Dezentrale und zentrale Betriebslösungen IT-Systemtechnik, Schulung und Support Spezifische Kompetenz in Ihrem Markt, optimale Kundenbetreuung und -beratung und eine maßgeschneiderte Softwarelösung die ITEBO GmbH schafft die Verbindung für Ihre ganz individuelle IT-Lösung. Ob für Kommune, kirchliche oder karitative Einrichtung, Versorgungsunternehmen oder Mittelstand wir besitzen für jede Branche das passende IT-Know-how. Die ITEBO GmbH versteht Ihr Geschäft, spricht Ihre Sprache. Als Fullservice-Anbieter beraten wir Sie im Bereich IT-Strategie und -Organisation. Gleichzeitig sorgen wir für die anforderungsgerechte Einführung und Integration von Anwendungssystemen in Ihrem Hause. Der Betrieb komplexer IT-Infrastrukturen in unserem eigenen Rechenzentrum gehört zu unserem Tagesgeschäft. Sprechen Sie mit uns. Wir schaffen Ihre IT-Verbindung. ITEBO GmbH Luisenstraße Osnabrück Tel. (0541) Fax (05 41) Internet:

12 16 GOVERNMENT COMPUTING TRENDS BRANCHE & INNOVATION Urheberrecht Die Öffentliche Hand zahlt mit Streit. Vehement laufen die Hersteller von IT- Equipment Sturm gegen die geplanten Änderungen im Urheberrecht. Auch auf die Öffentliche Hand kommen enorme Kosten zu. Es geht dabei um das Pauschalabgabensystem, das bei der bisherigen Novellierung ausgeklammert wurde (Government Computing berichtete). Zwar ist auch der erste Teil des Gesetzes bisher nicht in Kraft getreten, weil der Bundesrat den Entwurf in den Vermittlungsausschuss zwang, dennoch soll in puncto Pauschalabgaben noch in diesem Jahr der zweite Teil des Gesetzes in Kraft treten. Statt der pauschalen Abgabe beim Geräte oder Zubehörkauf empfiehlt die Industrie die Nutzung von Digital-Rights-Management-Systemen, die eine individuelle Lizenzierung von urheberrechtlich geschützten Werken und damit auch die individuelle, nutzungsabhängige Vergütung der Urheber ermöglichen sollen. Skeptiker befürchten nun, dass neben den Kosten für die individuelle Lizensierung die Pauschalabgaben beibehalten werden könnten, so dass auf Verbraucher und auf die Öffentliche Hand noch höhere Kosten zukommen könnten. Government Computing bat Experten der Drucker-Industrie um ihre Einschätzung der Situation. Regine Stachelhaus, Geschäftsführin von Hewlett-Packard, ist auch Sprecherin der Initiative der führenden deutschen Drucker-Hersteller Brother, Canon, EPSON, Hewlett-Packard, Lexmark, Kyocera Mita und Xerox gegen Urheberrechtsabgaben auf Drucker und IT-Geräte. vio Höchstpreise für Nichterlaubtes Druckerabgabe ist in keinem anderen EU-Land ein Thema Auch die Öffentliche Hand muss mit erheblichen Mehrkosten bei der Beschaffung von IT-Equipment rechnen, sollte die geplante Reform des Urheberrechts unverändert in Kraft treten. Denn die deutschen Verwertungsgesellschaften, insbesondere die GEMA, die VG Wort und die VG Bild-Kunst, würden dann versuchen, bei Verkauf von IT-Geräten zusätzliche Geräteabgaben durchzusetzen. Betroffen wären alle Geräte vom Drucker bis zum Handy. Das System der pauschalen Geräteabgaben ist beinahe 40 Jahre alt. Bei analogen Geräten, zum Beispiel bei Videorecordern und Tonbandgeräten, sind Geräteabgaben gerechtfertigt, wenn sie zum Kopieren bestimmt sind und überwiegend auch so genutzt werden. Seit etwa zwei Jahren versuchen die Verwertungsgesellschaften jedoch, dieses Pauschalabgabensystem auf alle IT- Geräte auszudehnen, die nur halbwegs in der Lage sind, Daten zu speichern. Für einen Farbtintenstrahldrucker fordern sie je nach Druckgeschwindigkeit 20 bis 300 Euro, obwohl der Handel schon Drucker für weniger als 40 Euro anbietet. Für ein Farb-All-in-One Gerät verlangen die Verwertungsgesellschaften über 76 Euro. Beim PC fordert die VG Wort 12 Euro, während die GEMA voraussichtlich noch 20 Euro drauflegen will. Dabei zahlt die Industrie bereits für Scanner (zwischen 10,83 und über 200 Euro) und CD-Brenner (6 Euro) Abgaben, weil mit diesen Geräten auch analoge Werke kopiert werden können. Der vorliegende Gesetzentwurf sieht vor, dass auch alle Institutionen der Öffentlichen Hand Abgaben bezahlen müssten, obwohl hier eine private Nutzung der Computerarbeitsplätze und damit auch privates Kopieren meist untersagt ist. Das bedeutet, die Bundesregierung unterstützt Geräteabgaben in Millionenhöhe für eine Leistung, die gar nicht in Anspruch genommen werden darf. Ein einfaches Rechenbeispiel macht die finanziellen Folgen deutlich: Die Stadtverwaltung München verfügt über etwa PCs bzw. Notebooks. Allein für die Erneuerung der PCs würden zusätzliche Kosten von netto etwa Euro entstehen, Drucker, Multifunktionsgeräte, Scanner und CD-Brenner noch gar nicht eingerechnet. Insgesamt rechnet BITKOM mit einer jährlichen Belastung von bis zu 300 Millionen Euro, rechnet man die gezahlten und geforderten Abgaben Auch alle Institutionen der Öffentlichen Hand müssen Abgaben zahlen. Regine Stachelhaus Geschäftsführerin von Hewlett-Packard auf die Zahl der verkauften Geräte um. Obwohl das Bundesjustizministerium bereits angekündigt hat, dass es unabhängig vom derzeit laufenden Vermittlungsverfahren noch in diesem Jahr den zweiten Teil der Reform des Urheberrechts in Angriff nehmen will, hören die Verwertungsgesellschaften nicht auf, immer weitere Abgaben zu fordern. Ich kann nur an die Bundesregierung und an den Gesetzgeber appellieren, anstelle der ungerechten und rückwärtsgewandten Gerätepauschale eine nutzungsabhängige Vergütung der Urheber und Rechteinhaber einzuführen. Der zur Zeit in den parlamentarischen Beratungen befindliche Gesetzentwurf bedeutet gegenüber früheren Ansätzen einerseits einen Fortschritt auf dem Weg in die Informationsgesellschaft, da er in Übereinstimmung mit der EU-Richtlinie technische Schutzmaßnahmen rechtlich absichert. Andererseits werden zentrale Bereiche aus der Sicht von Lexmark als führendem Hersteller von Druckern und Multifunktionsgeräten jedoch unzureichend oder gar nicht geregelt. Die überfällige Neuregelung des Pauschalabgabensystems wird ausgeklammert. Gerade hier besteht jedoch akuter Handlungsbedarf, da seitens der Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) und der GEMA erhebliche Forderungen auf IT-Geräte bestehen. Der veröffentlichte Tarif der VG Wort für Drucker liegt zwischen 20 und 300 Euro pro Gerät und das bei Preisen für einfache Tintenstrahldrucker von unter 50 Euro. Allein die Durchsetzung dieser Forderung würde die Druckerindustrie in Deutschland mit mindestens 90 Millionen Euro im Jahr belasten. Für die überwiegend in Farbe druckenden Multifunktionsgeräte werden gar zwischen 76,70 und 613,56 Euro verlangt, und das bei einem Einstiegspreis der aktuell unter 130 Euro liegt, Tendenz sinkend. Sollten alle auf dem Tisch liegenden Forderungen zu Druckern und PCs umgesetzt werden, würde dies eine Mehrbelastung der IT-Branche in Deutschland von mehr als 187 Millionen Euro pro Jahr bedeuten. Insgesamt lägen Forderungen auf Drucker und PCs in Höhe von mindestens 277 Millionen Euro pro Jahr vor. Aufgrund der angespannten Marktsituation mit extrem engen Margen im Drucker- Geschäft bliebe Lexmark und anderen Druckerherstellern keine Wahl: die Abgaben müssten an den Endkunden weitergereicht werden. Gerade im Bereich der Öffentlichen Hand zeigt sich dabei die fehlende sachliche Berechtigung der Abgabenforderungen, denn nach unserer Erfahrung werden durch die Öffentlichen Auftraggeber in der Regel keine urheberrechtlich geschützten Dokumente verarbeitet. Im Ergebnis müßte die Öffentliche Hand also für eine Leistung bezahlen, die sie gar nicht in Anspruch nimmt. Die Auswirkungen solcher Abgaben wären umso gravierender, als andere europäische Länder wie Italien und Griechenland Abgaben auf Drucker per Gesetz ausgeschlossen Gefährdung von Arbeitsplätzen eine zwangsläufige Folge Kai Wagener Leiter Recht, Lexmark Deutschland GmbH haben, und in keinem anderem EU- Land diese Abgaben noch zur Diskussion stehen. Auch in Frankreich wurden entsprechende Forderungen der Verwertungsgesellschaften von der Politik abschlägig beschieden. Dadurch wäre das Ziel der EU-Richtlinie, die Harmonisierung der europäischen Märkte voran zu treiben, in ihr Gegenteil verkehrt. Die Wettbewerbschancen der deutschen Drucker-Industrie und insbesondere des mittelständischen Handels würden hierdurch enorm beeinträchtigt, die Haushalte der Öffentlichen Auftraggeber zusätzlich belastet. Eine Gefährdung weiterer Arbeitsplätze in Deutschland wäre die zwangsläufige Folge. Interview Auf dem Wege zur Elektronischen Akte Zeitdruck. Seit Beginn des Jahres existiert in Österreich die neue Pensionsversicherungsanstalt (PVA). Sie entstand durch eine Megafusion der Versicherungsinstitutionen für Angestellte und Arbeiter. Innerhalb von 120 Arbeitstagen waren die Voraussetzungen zu schaffen, um rund 4,7 Millionen Versicherungsakten in eine neue, gemeinsame Ordnung zu überführen. Government Computing sprach mit der verantwortlichen Projektleiterin, Gabriele Eichhorn. GovCom: Ihr hochgestecktes Ziel war es, den PVA-Mitarbeitern nach der vollzogenen Fusion mit DOMEA PV von SER ein durchgängiges elektronisches Aktenverfolgungssystem mit integriertem Zugang zu einem elektronischen Versichertenarchiv bereitzustellen. Haben Sie dieses Ziel erreicht? Eichhorn: Es ist uns trotz der fusionsbedingt sehr kurzen Analyseund Designphase gelungen, die speziell auf unsere Belange zugeschnittenen SER DOMEA PV-Module nach den Integrations-, Funktions-, und Performancetests wie geplant zu Beginn des Jahres in den Regelbetrieb zu überführen. Das System wird flächendeckend in allen Dienststellen eingeführt. Zur Zeit sind bereits 1 300, also etwas über ein Drittel aller Verwaltungsmitarbeiter, an das System angeschlossen. Parallel dazu werden seit Oktober des vergangenen Jahres mittels der SER-Archivlösung auch unsere alten Versicherungsakten in leistungsfähigen Scanner-Stationen digitalisiert, um sie für eine effiziente elektronische Vorgangsbearbeitung durchgängig in unseren neuen elektronischen Aktenarchiven verfügbar zu halten. Künftig werden wir in der Lage sein, das Datenmaterial für die Versicherungshistorien unserer Klienten wesentlich schneller recherchieren und bearbeiten zu können. GovCom: Können Sie uns die wichtigsten Anforderungen, die Sie aus operativer Sicht an Ihr elektronisches Aktenverfolgungssystem stellen, erläutern? Eichhorn: Jeder PVA-Versicherte hat einen Anspruch darauf, von jedem unserer Standorte in Österreich aus bedient zu werden. Er erhält Auskunft darüber, wo sich seine Akten befinden und auf welchem Stand sie sind. Das bedeutet, dass jeder unserer Mitarbeiter künftig auf die Akten jedes Einzelfalls zurückgreifen kann, selbst wenn sich 60 Prozent des physikalischen Aktenbestandes zur direkten Einsicht nicht unmittelbar vor Ort befinden. Neben der Aktensuche ist deren organisatorische Anforderung und Weiterleitung, die Überprüfung von Evidenzterminen, gegebenenfalls auch die Möglichkeit zur Fristensetzung vor Ort wichtig. Und um die unvermeidbaren organisatorischen und logistischen Probleme einer Megafusion vernünftig im Griff zu behalten immerhin stellt das Budget der neuen PVA mit rund 20 Milliarden Euro das höchste operative Einzelbudget der Republik Österreich dar legen wir großen Wert auf eine Dokumentation der innerbetrieblichen Historie unserer Aktenläufe. GovCom: Wie wurde das Projekt geplant und welche Milestones haben Sie gesetzt? Eichhorn: Wir gingen von Anfang an davon aus, dass eine rasche Umsetzung des Projektes nur dann zu schaffen ist, wenn die einzelnen Projektphasen durch unterschiedliche interne und externe Teams weitgehend parallel abgearbeitet werden. Dies funktioniert aber nur, wenn man die Planungs- und Entscheidungsinterdependenzen zwischen der Analyse-, Design- und Implementierungsphase schon sehr frühzeitig identifiziert, eventuelle Entscheidungsalternativen bereits in der Planungsphase berücksichtigt und dafür Sorge trägt, dass alle Teilprojektergebnisse direkt weitergeleitet und ohne Verzug umgesetzt werden. Von der ersten Kick off-sitzung der hausintern für die Lenkung der Fusion verantwortlichen Organsationseinheit, dem PVA-Projektteam sowie den beiden externen Projektpartnern bis zur Vorlage eines Feinkonzeptes vergingen gerade einmal fünf Wochen. Auch die Implementierungs-, Testund Einführungsphase wurde weitgehend parallel durchgeführt. Hier hat sich bewährt, dass wir mit SER Solutions Österreich und ihrer DO- MEA-Lösung sowie dem CC ARVO, der steiermärkischen Gebietskrankenkasse, die für die Qualitätssicherung innerhalb des Projektes verantwortlich waren, zwei erfahrene Projektpartner zur Seite hatten. Das elektronische Archivsystem ging nach vier Monaten in den Echtbetrieb über, das elektronische Aktenverfolgungssystem folgte knapp drei Monate später. GovCom: Wie gehen Sie auf die weitere Dynamik des Fusionsprozesses ein? Eichhorn: Wie bei jeder Unternehmensfusion gilt es auch hier, zwei mehr oder minder unterschiedliche Unternehmenskulturen, zwei unterschiedliche Arbeitsorganisationen mit unterschiedlichen Workflows und jahrzehntelang eingewöhnten Arbeitsabläufen zu vereinen. Tatsächlich haben wir in unserem Projekt nun eine Phase eingeplant, in der wir auf die neugestalteten Unternehmensstrukturen und die damit einhergehenden Arbeitsprozessveränderungen verstärkt eingehen werden. Die Grundlagen dafür sind mit der elektronischen Aktenverfolgung und dem einheitlich strukturieren elektronischen Archiv gelegt. Nun gilt es, die operativen Arbeitsabläufe auf elektronischer Basis zu schematisieren und sie im Sinne einer durchgängigen elektronischen Vorgangsbearbeitung systematisch miteinander zu vernetzen. Dabei bleiben unsere Mitarbeiter mit ihren Erfahrungen nicht außen vor. Jeder Fachbereich wird unmittelbar in die Gestaltung seiner Arbeitsabläufe einbezogen. GovCom: Wie gehen Sie vor, um Verständnis für die fusionsbedingt notwendigen Veränderungsprozesse in Ihren neuen, IT-gestützten Arbeitsprozessen zu wecken? Eichhorn: Zum einen beteiligen wir unsere Mitarbeiter an den Veränderungen ihrer Arbeitsabläufe. Zum anderen werden alle Mitarbeiter laufend über den Stand des Fusionsprozesses informiert. Doch permanente Information und Mitarbeiterbeteiligung zur Zeit sind innerhalb der Organisation mehr als 50 Kontaktpersonen als Moderatoren zu unserem Projektteam benannt sind nur eine Seite der Medaille. Echte Synergien lassen sich nur dann erzeugen, wenn alle PVA-Beschäftigten inhaltlich voll hinter ihrer Arbeit stehen. GovCom: Berufliche Weiterqualifizierungsmaßnahmen und ein entsprechendes betriebsinternes Schulungsprogramm werden projektbegleitend angeboten. Welche Erfahrungen haben Sie bisher sammeln können? Eichhorn: Bereits während der Implementierungsphase wurden durch das Team der SER die unmittelbar am Projekt beteiligten Personen geschult. Mit den ersten 160 Key Usern sind anschließend die Migrationstests in acht repräsentativen Applikationsanwendungen durchgeführt worden. Anfang Dezember ist dann die zweite Schulungsstaffel angelaufen.

13 PRAXIS & LÖSUNGEN GOVERNMENT COMPUTING AUSGABE Erfolg Für die Implementierung von CMS-Systemen ist die Zusammenarbeit zwischen Auftragsgeber und Dienstleister sehr wichtig. Seite 18 Transparenz Auch im Gesundheitswesen hat sich das Internet im Lauf der vergangenen Jahre zu einer wichtigen Anlaufstelle entwickelt. Seite 22 Barrierefreiheit Bei Webauftritten muss die Bundesverwaltung sicher stellen, dass Behinderte das Informationsangebot nutzen können. Seite 23 Umstieg Als effektive Verwaltung bietet die Stadt Tuttlingen ein Maximum an Dienstleistung mit minimalem finanziellen Aufwand. Seite 24 Studien/Umfragen Modernisierung in PRAXIS & LÖSUNGEN Verantwortlicher Redakteur: Jürgen Sprenzinger Tel / , Fax 0821 / Wirtschaft und Verwaltung Verbesserung. Die Aussage Gerhard Schröders Die Daten sollen laufen, nicht der Bürger, stellt die Transparenz und Effizienz der Öffentlichen Verwaltungen heute mehr den je auf den Prüfstand. So gibt es auf verschiedenen Ebenen von den Kommunen bis zur Bundesregierung bereits Aktivitäten für die notwendige Modernisierung in den Öffentlichen Verwaltungen. Vor allem dem Bürger soll mehr Service geboten werden. Partner der Öffentlichen Verwaltung ist aber auch die Wirtschaft: Steuern, Abgaben und Beihilfen müssen bezahlt, aber auch Genehmigungen erteilt werden sehr oft haben Unternehmen also mit Behörden zu tun. So verwundert es nicht, wenn immer häufiger die Forderung nach einem modernen, leistungsfähigen und flexiblen Verwaltungsapparat laut wird. Verwaltungsdienstleistungen sind ein wichtiger Bestandteil für die Unternehmen. Als wichtige Standortfaktoren werden dabei oft Servicequalität, Effizienzgewinn, aber auch Dinge wie Vorgangsbearbeitung ohne Medienbruch genannt. All diese Punkte bestimmen das Verhältnis zwischen Wirtschaft und Politik ganz entscheidend. Die Frage, die sich stellt, ist: Wie gestalten sich die Bedürfnisse der Wirtschaft im Einzelnen? Eine aktuelle Studie der De-Coda GmbH gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen, die auch durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit unterstützt wurde, hat diese Faktoren untersucht und bringt einige interessante Ansätze zutage. Ziele Will man Verwaltungsangebote entwickeln, dann liegt der Entscheidung in den meisten Fällen eine Rechtsgrundlage, eine Nachfrage seitens der Kunden oder ein Bedarf zugrunde. Die normalen, täglichen Verwaltungsvorgänge werden normalerweise unabhängig von Nachfrage oder Komplexität in eine elektronische Form gebracht. Da eine Analyse wirtschaftsorientierter Verwaltungsdienstleistungen für eine egovernment-strategie noch nicht vorhanden ist, die man als Richtlinie nützen könnte, muss es das Ziel sein, den Bedarf aus Kostensicht genauer zu ermitteln, um danach Verwaltungsangebote zu entwickeln und das Portfolio zu optimieren. Hier tauchen einige Fragen auf: Wo ist der Bedarf besonders hoch? Wie hoch ist die Nutzungsintensität? Welche Angebote machen aus einer Verwaltung eine wirtschaftsfreundliche Verwaltung? Und schließlich: Welche Wünsche stehen bei Unternehmen im Vordergrund? Bestimmte Verwaltungsverfahren wie Baugenehmigungen oder Ausschreibungen werden in der Öffentlichkeit immer wieder diskutiert, denn deren elektronische Bereitstellung würde zu einem deutlichen Nutzen durch die Beschleunigung der Bearbeitung, aber auch durch die Papiereinsparung führen. Die Frage, die sich im Weiteren stellt, ist: Gibt es bestimmte, Branchen übergreifende Prozesse, die auf einem gemeinsamen Interesse basieren? Zwei wichtige Beispiele dafür sind die Unternehmenssteuer und der Personalbereich. Die Studie von De-Coda bietet hier einige Anregungen zur Vertiefung des Themas wirtschaftsbezogene Verwaltungsdienstleistungen. Obwohl die Studie auf Grund des geringen Rücklaufs nicht gerade repräsentativ ist, eröffnet sie doch einige interessante Aspekte. Befragt werden sollten insgesamt Berliner Unternehmen, nur 96 davon haben geantwortet, wobei diese Anzahl durchaus genügt, um die Berliner Wirtschaft widerzuspiegeln und es lassen sich Trends erkennen. Gesamtbild Betrachtet man die Studie, dann ergibt sich eine positive Einstellung der Unternehmen zur elektronischen Geschäftsabwicklung das betrifft nicht nur den Kontakt zu Behörden, sondern auch die Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern und Kunden. Zudem ist die Haltung gegenüber elektronischen Interaktionen, die mit Hilfe der digitalen Signatur abzusichern sind, ebenfalls positiv. Favorisiert werden dabei Prozesse, die regelmäßig und branchenübergreifend sind, also beispielsweise Steuerangelegenheiten und das Personalwesen. Erstaunlich ist, dass die Häufigkeit, mit der Geschäftsprozesse auftauchen, nur bedingt damit zusammenhängt, ob eine elektronische Abwicklung sinnvoll erscheint oder nicht, denn auch selten vorkommende Prozesse wie etwa eine Baugenehmigung oder eine Gewerbean- und ummeldung, wurden von der Mehrheit der Befragten für digitalisierbar gehalten. Glaubt man der Studie, so sind es speziell im Bereich Bestellungen, Rechnungsabwicklungen, automatisierte Geschäftsprozesse und Kaufabwicklung im Internet, die die Unternehmen elektronische abhandeln möchten. Bei internen Unternehmensprozessen ist die Neigung zu elektronische Abwicklung teilweise etwas geringer. Skepsis Auch wenn die Offenheit für die elektronische Abwicklung deutlich zu Tage tritt, ist andererseits aber auch Skepsis oder eine Tendenz zur Wahrung der traditionellen Vorgehensweise feststellbar. Die vergleichsweise etwas geringere Befürwortung elektronische Vertragsabschlüsse lässt durchaus die Sorge erahnen, dass beim elektronischen Workflow die persönliche Komponente zu kurz kommen oder die Zuverlässigkeit leiden könnte. Aufgeschlossenheit Allerdings ist die Aufgeschlossenheit der Befragten gegenüber der digitalen Signatur bemerkenswert und sollte von den Verwaltungen mit konkreten Angeboten beantwortet werden, wobei die digitale Signatur kein Selbstzweck ist, sondern dazu dient, Behördenkontakte medienbruchfrei abwickeln zu können. Die Einsicht einer Mehrzahl der Unternehmen, dass die Signaturausstattung Geld kostet, und ihre Bereitschaft, sich an Pilotprojekten zu beteiligen, kann man durchaus als positives Signal für die Verbreitung der Signaturtechnik werten. Obwohl das im Image von egovernment-anwendungen grundsätzlich sehr positiv ist und durch die Berliner Zahlen belegt wird, zeigt sich die praktische Nutzung sehr verhalten. Dies mag daran liegen, dass sich einige Projekte noch in der Aufbauphase befinden und derzeit noch mit Medienbrüchen arbeiten. Ein anderer Grund könnte sein, dass eine Befürwortung der Elektronisierung bestimmter Vorgänge längst noch nicht bedeutet, dass der eigene konkrete Bedarf vorhanden ist. Die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis zeigt aber, dass auch die interessierte Wirtschaft sich nicht von selbst den Weg zu den bestehenden Anwendungen bahnt, sondern dort hingeführt werden muss. Und doch: Die Unternehmen sind über die Vorteile der digitalen Signatur informiert und warten lediglich auf lohnende Einsatzgebiete. In der Internet durchgeführten Umfrage Was will der Bürger?, die Accenture gemeinsam mit der bayerischen Staatskanzlei in dem Zeitraum von Mai bis Juni 2002 durchgeführt hat, sind vor allem Antworten von Bürgern und Verwaltungsangestellten, zu einem geringeren Anteil auch von Unternehmen eingegangen, die besagen, dass die Unternehmen grundsätzlich ein stärkeres Bedürfnis nach Online- Transaktionen mit der Verwaltung haben, als dies bei Privatpersonen der Fall ist. Gründe dafür könnten sein, dass Unternehmen häufiger mit zeitkritischen Prozessen so wie höheren Leistungs- und Effizienzanforderungen konfrontiert sind als Privatpersonen. Das zu erschließende Optimierungspotenzial ist demnach für Unternehmen höher als für Privatpersonen. Schenkt man der Accenture-Studie Glauben, so nutzen Unternehmen das Internet für die eigene Homepage, für die zur Kommunikation mit Geschäftspartnern via , zur Informationsbeschaffung und nur zu einem geringeren Anteil, um Online-Dienstleistungen der Öffentlichen Verwaltung in Anspruch zunehmen. Konkret wünschen sich die Unternehmen nach dieser Studie als Internet-Verwaltungsservices: Auskunft aus dem Handelsregister, Steuererklärung, Auskunft aus dem Melde- oder Gewerberegister, Ausschreibungen und Vergabe öffentlicher Aufträge und für Anträge auf Wirtschaftsförderung. Positive Tendenzen Wenngleich die Gewichtung der von den Unternehmen favorisierten Online-Services der Verwaltung ein wenig von der in der Berliner Umfrage abweicht, so besteht doch in der Tendenz eine gewisse Übereinstimmung, dass sich die Unternehmen von egovernment wesentliche Arbeitserleichterungen und Effizienzsteigerungen versprechen und dies an konkreten Anwendungsmöglichkeiten festmachen. Insbesondere stellt die Accenture-Studie heraus, dass egovernment sich nicht nur auf die exakte Übertragung bislang papier-gebundener Prozesse auf elektronische Medien beschränken darf, sondern die möglichst effiziente und kundenfreundliche Neugestaltung der zu Grunde liegenden Prozesse bedeutet. Ausschlaggebend für egovernment-anwendungen darf nicht das eigene Interesse der Verwaltung oder die leichte technische Realisierbarkeit sein. Es ist eine gemeinsames Anliegen der Accenture-, aber auch der Berliner Studie, das bislang vorhandene Manko an Bedarfanalysen aus der Wirtschaft zu beheben. Auch die CSSC Ploenzke GmbH hat in einer elektronischen Umfrage versucht, zu ermitteln, wie wichtig großen Unternehmen in Deutschland das Thema egovernment tatsächlich ist. Konkret gaben dabei zwei Drittel der befragten Unternehmen an, durch die Elektronisierung des Informationsaustausches mit der öffentlichen Verwaltung Kosten sparen zu wollen. Einen Schwerpunkt setzte die CSC Ploenzke AG auf die Untersuchung der Kontakte zwischen Verwaltung und Unternehmen, die auf Grund gesetzlicher Vorschriften die Schriftform voraussetzen. Dieser Anforderung kann nur mit dem Einsatz qualifizierter elektronischer Signaturen entsprochen werden. Nach der CSC Ploenzke-Studie erkennt die große Mehrzahl der Unternehmen die Bedeutung, die der elektronischen Signatur zukommen wird, sobald eine kritische Masse erreicht ist. Fast 79 Prozent der Befragten forderten eine Vorreiterrolle des Staats beim Einsatz der qualifizierten Signatur. Mit 76 Prozent hätten sich fast genauso viele Firmen bereit erklärt, innerhalb der nächsten drei Jahre die Voraussetzung für die Nutzung der elektronischen Signatur zu schaffen, sofern der Staat eine geeignete Plattform für den elektronischen Datenaustausch zwischen Privatwirtschaft und öffentlicher Verwaltung bereitstellt. Identische Aussagen FIRMENPORTRAIT DIE DE-CODA GMBH Die De-Coda GmbH in Berlin ist Teil der Unternehmens-Gruppe ECOFIS, ein seit Mitte der 90er Jahre bestehender Unternehmensverbund, der für vielfältige Produkte und Dienstleistungen rund um IT und Netzwerk steht. Die Kernkompetenzen liegen in den Bereichen Netzwerk-Management, IT-Security, Hosting und Webtechnologien. Mit mehr als 100 Mitarbeitern in Berlin, Dortmund und Neuss konnte das Unternehmen jahrelang Erfahrung in der Zusammenarbeit mit führenden Unternehmen im Finanzdienstleistungsbereich, der Industrie und dem Öffentlichen Sektor sammeln. Die Unternehmens-Gruppe ECOFIS und ihre Tochterfirmen sind durch effektive Arbeitsteilung eine starke Allianz für Gesamtkonzepte aus einer Hand mit einem Leistungsportfolio, das von der Konzeption großer Netzwerke über individuelle ebusiness-lösungen bis hin zur redaktionellen Gestaltung kommerzieller Websites reicht. Diese Aussage passt auch mit dem Ergebnis der Berliner Studie zusammen, nämlich, dass die Mehrzahl der Unternehmen bereit ist, für eine Signaturausstattung Geld auszugeben und sich an Signatur-Pilotprojekten zu beteiligen wenn daraus tatsächlich Vorteile für das Unternehmen entstehen. Doch alle sind sich einig: Das Interesse der Unternehmen an interaktiven egovernment-prozessen ist groß. Diese sollten aber nicht von oben eingeführt, sondern in möglichst enger Abstimmung mit der Wirtschaft evaluiert werden. Nur so kann man verhindern, dass gut gemeinte und mit hohem Aufwand entwickelte egovernment-projekte ein unbemerktes Dasein auf irgend einer versteckten Website fristen. Dies gilt im speziellen für egovernment-anwendungen mit digitaler Signatur, die durch ihre technische und rechtliche Sicherheit ein riesiges Einsatzpotenzial haben aber leider bisher nur wenig aktive Nutzer. Die Botschaft aller Umfragen jedoch lautet: Transparenz, Marketing und Kundenbindung müssen bei erfolgreichen egovernment-anwendungen optimiert werden. jü

14 18 GOVERNMENT COMPUTING SCHWERPUNKT PRAXIS & LÖSUNGEN sd&m AG, Berlin (C)ontent Schwerpunktthema in dieser Ausgabe Content Management (M)anagement (S)uccess MEINUNGEN Der Trend geht zu barrierefreien kommunalen Webseiten, wie eine Umfrage bestätigt. Seite 19 Am Anfang steht meist das Engagement einzelner Mitarbeiter, Abteilungen oder Referate. Oder eine egovernment-initiative wie BundOnline 2005 gibt Anreize, über einen Web- Auftritt größere Bürgernähe und Effizienz bei den Dienstleistungen der eigenen Behörde zu erzielen. Ambitionierte Projekte versuchen, bereits interaktive oder transaktionsorientierte Dienste im Sinne des virtuellen Behördengangs zu realisieren. Bei diesem metaphorischen Sprung in die Internet-Neuzeit soll das magische Werkzeug CMS den entscheidenden Antrieb liefern. Wie überall ist auch hier der Weg zum Glück steinig: Was will man eigentlich genau erreichen, welcher Dienstleister kann einem bei der Einführung helfen, wie soll das Ganze grafisch aussehen, was kostet es? Content Management-Projekte gehören in die Klasse der so genannten Integrationsprojekte, genauer gesagt: in die der High-end- Integrationsprojekte. Diesen ist gemein, dass ein komplexes, meist kostspieliges Software-Produkt mit hohem Anpassungsaufwand für die Unterstützung umfangreicher organisatorischer oder geschäftlicher Prozesse eingeführt wird. Dazu gehören zum Beispiel Systeme für die Finanzplanung, das Kundenbeziehungs-Management, die Beschaffung und letztlich auch die Erstellung und Pflege von großen Web-Auftritten. Neben der Konfiguration und Anpassung der Kernsoftware müssen dabei oft Schnittstellen zu Nachbarsystemen geschaffen werden, die die benötigten Daten liefern, und es müssen mehr oder weniger komplexe Server-Systeme eingerichtet und betrieben werden. Mutter aller Risiken PROJEKTHINTERGRUND Die Mutter aller Projektrisiken ist ein mangelndes Verständnis der Prinzipien von Content Management-Systemen und des mit ihnen erzielbaren Nutzens beim Anwender. Dadurch können die Versprechungen von Produktherstellern und Dienstleistern nicht eingeschätzt werden und es werden unrealistische Erwartungen entwickelt, die im späteren Projektverlauf nur schwer wieder einzufangen sind. Nicht alle Eigenschaften eines CMS erleichtern die Arbeit: So zwingt es dazu, die Inhalte zu klassifizieren, zu strukturieren und mit dem je nach Entwicklungsaufwand mehr oder weniger starren Rahmen aus vorgegebenen Dokumenttypen und Layouts auszukommen. Ein CMS kann nicht Microsoft Word ersetzen und auch nicht dessen Dokumente in voller Pracht übernehmen. Ein wachsender, aktueller Internet-Auftritt verlangt ständige Pflege um nur einige Beispiele zu nennen. Auf der anderen Seite bekommt man mit dem CMS ein System, mit dem eine frei wählbare Zahl von Mitarbeitern (bei Bedarf Hunderte) unkompliziert, konfliktfrei, in einheitlichem Layout und mit einem kontrollierten Prozess Inhalte ins Web publizieren können. Während der Internet-Auftritt vorher eine Angelegenheit weniger Spezialisten war, kann CMS potenziell auch ganz normale Mitarbeiter zu Redakteuren machen. Einer der wichtigsten Schritte zum Projekterfolg ist wie bei jedem Software-Projekt das Erstellen einer detaillierten Leistungsbeschreibung. Dabei gilt für die erste Annäherung an das Behördenportal das KISS-Prinzip (Keep It Stupidly Simple). Aufgrund der allgemeinen Komplexität eines CMS-Einführungsprojekts ist es weise, zunächst nur den absolut unverzichtbaren Kern der Anforderungen zu realisieren und dann in weiteren Stufen aufzusatteln. Dabei profitiert man von der Erfahrung aus Entwicklung Die Erfahrungen in diesem Artikel stammen aus den folgenden Projekten der sd&m AG (www.sdm.de). Für öffentliche Auftraggeber: Internet-Relaunch und CMS-Einführung für die Freie und Hansestadt Hamburg Leistungen: Projektleitung, Übernahme und Anpassung des bestehenden Designs, Überarbeitung des Navigationsprinzips, umfassende Anpassungen am CoreMedia-Java-Client, Betriebsvorbereitung und vieles mehr. CMS: CoreMedia 3.3 Projektdauer: 6 Monate Schulung (Teach-the-Teacher): 2 Tage Internet-Relaunch und CMS-Einführung für die Landesregierung Schleswig-Holstein Leistungen: Projektleitung, Umsetzung eines kompletten Redesigns, Überarbeitung des Navigationsprinzips, Konzeptionierung und Implementierung eines neuartigen Kategorisierungs- und Suchprinzips, umfassende Anpassungen am CoreMedia-Java-Client, Betriebsvorbereitung u.v.m. CMS: CoreMedia 3.3 Projektdauer: 6 Monate Schulung: implizit im Rahmen des vorgezogenen Abnahmetests Internet-Relaunch und CMS-Einführung für den Bundesrat Projekt hat am 5. Mai begonnen und soll Ende September live gehen Leistungen: Gesamtprojektleitung, komplettes Redesign, Anpassungen am CoreMedia-Java-Client, Suchmaschinen-Einbindung, Betriebsvorbereitung u.v.m. CMS: CoreMedia 4.0 Projektdauer: vorauss. 4 Monate Schulung: 6 Tage Risikobegrenzung. CMS-Projekte können planmäßig erfolgreich sein. Kostspielige Fehlschläge und unnötigen Zeitaufwand vermeidet man durch ein Verständnis der Komplexität, der wesentlichen Risikoquellen und durch eine geeignete Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber und Dienstleister. Dieser Artikel zeigt, worauf man achten muß. und Einsatz der ersten Stufe. Wenn in einer Organisation nicht genügend technisch fachliches Wissen vorhanden ist, um die Anforderungen selbst klar und realitätsnah zu definieren, bietet es sich an, das Pflichtenheft von einem ausgewiesen qualifizierten Beratungsunternehmen erstellen zu lassen. Um Interessenkonflikte zu vermeiden, sollte dieses Unternehmen nicht an der folgenden Ausschreibung selbst teilnehmen. Das für die Beratung eingesetzte Geld ist meist gut investiert Missverständnisse, Konflikte und Anforderungsänderungen, die sich sonst nach Zuschlagserteilung an einen Dienstleister aufgrund einer mangelhaften Ausschreibung ergeben, kosten meist viel mehr Zeit, Nerven und insbesondere Geld. Ohnehin erhält man vergleichbare Angebote zu einem belastbaren Festpreis nur, wenn die Bieter für ihre Angebote nicht auf Interpretation oder Rätselraten angewiesen sind. Wichtig sind auch realistische Termine. Das Wort sportlich sollte man im Zusammenhang mit komplexen Projekten wie diesen aus dem Wortschatz streichen es übersetzt sich viel zu oft in schnellschnell. Schlechte Stimmung durch Teamverschleiß und anschließend große Enttäuschung über die weit überzogenen Termine mit wahrscheinlich späterem Endtermin als in einem Projekt mit von Anfang an realistischem Plan sind die Folge. Das heißt nicht, dass ein CMS-Projekt lange dauern muss. Einfache CMS-Umgebungen können von einem erfahrenen Team innerhalb von drei Monaten aus dem Boden gestampft werden. Allerdings steigt entsprechend einem der Hauptsätze des IT-Projektmanagements der Aufwand exponentiell zur Länge der Anforderungsliste und zudem zur Zahl der daran beteiligten Fachabteilungen. Eine Frage des Teams INNOVATIV. Das Firmengebäude von softwaredesign & management (sd&m AG) in Berlin Entscheidenden Einfluss auf das Gelingen des Projekts hat die Auswahl des richtigen Teams. Wenn man nicht selbst über das benötigte CMS-Know-how verfügt, sieht das optimale Team so aus: Der Auftraggeber stellt die Ansprechpartner der Fachabteilungen und einen allgemein IT-technisch kompetenten Koordinator. Der IT-Dienstleister stellt in der Rolle des Generalunternehmers einen Vollzeit- und Vollblut- Gesamtprojektleiter und zwei bis fünf weitere Software-Entwickler. Mit jedem weiteren Mitarbeiter im sinkt der Produktivitätszuwachs, so dass bei größeren Teams das Projekt in Teilprojekte mit jeweils eigenen Verantwortlichen gegliedert werden sollte. Der Produkthersteller trägt mit ein bis zwei unbedingt handverlesenen Beratern zu einem kurzen Draht zum Support bei. Man sollte keine Junior-Berater für teures Geld akzeptieren, die selbst Anfänger sind. Im Zweifel richten diese mehr Schaden als Nutzen an. Web-Designer und die Rechenzentrums- Mannschaft werden nur zu bestimmten Projektphasen benötigt und richten sich nach den Vorgaben des Gesamtprojektleiters. Selbstverständlich arbeiten alle nach den Prinzipien guten Projektmanagements, systematischen Software-Engineerings und umfassender Qualitätssicherung. Man sollte genau hinschauen: Behauptet dies der Dienstleister nur, oder haben es seine Mitarbeiter tatsächlich verinnerlicht? Im CMS-Kontext muss das Team insbesondere in der Lage sein, ein konsistentes, mediengerechtes Design, ergonomische redaktions- und nutzerseitige Funktionsprinzipien, ein straffes Datenmodell, eine skalierbare, robuste Anwendung mit sauberer Architektur und die Grundlagen für einen problemlosen Betrieb zu konzipieren und zu implementieren. CMS-Alternativen Nachdem im Rahmen von BundOnline 2005 für die Bundesbehörden das CMS CoreMedia CAP 4.0 ausgewählt und vorgegeben wurde, stellt sich die Frage der Produktauswahl nur noch für die Landes- und Kommunalverwaltungen. Prinzipiell ist CoreMedia auch auf diesen Ebenen aus strategischen und technischen Erwägungen eine gute Wahl. Allerdings lohnt sich der Einsatz erst ab etwa mittelgroßen Internet-Auftritten (Dutzende Redakteure, Hunderte Web-Seiten), da die Lizenzkosten nicht unerheblich sind und das System nicht-triviale Anforderungen an den Betrieb stellt. Will man ein anderes CMS einsetzen, sollte man zumindest auf die Verwendung offener Standards wie JSP, Java und XML achten. Doch ist Vorsicht geboten: Open- Source-CM-Systeme wie beispielsweise Zope sind zwar kostenlos verfügbar, verlangen aber oft einen besonders hohen Anpassungsaufwand und sind bisher auch nur relativ begrenzt leistungsfähig. Den Prozess machen Ein gern unterschätzter Faktor ist der Aufwand, den die Einführung eines CMS in die Arbeitswelt der Organisation bedeutet. Die Verordnung von oben allein genügt aller Erfahrung nach nicht für eine hohe Akzeptanz. Es gilt, frühzeitig die betroffenen Mitarbeiter abzuholen, einzubinden und so Berührungsängste zu nehmen. Die Arbeitsprozesse sollten trotz der umfassenden Möglichkeiten vieler Content Management-Systeme, bestimmte Abläufe automatisch zu erzwingen, möglichst einfach gehalten werden. Keine Workflow-Definition kann alle Eventualitäten des realen Redaktionsbetriebs abdecken. Komplex ist auch die Definition der Rollen und Rechte: Wer darf wann was mit welchen Funktionen und Inhalten des CMS tun? Bei größeren Organisationen mit verteilt arbeitenden Redakteuren bietet es sich an, diese Rechtezuordnung in einer Matrix zu erfassen. Die Zukunft Sollen in Zukunft echte egovernment-prozesse über die Web-Site laufen, ist zu berücksichtigen, dass deren Anbindung an die internen Behördenprozesse (die allein nennenswerte Effizienzgewinne bringen kann) sich leicht zu einem eigenen Integrationsprojekt von nicht zu unterschätzender Komplexität auswachsen kann. Auch hier ist es wiederum wichtig für den Erfolg, vorab eine kompetente und ausführliche Analyse zu machen, um nicht folgenschwere Entscheidungen über die Systemlandschaft mal eben nebenbei im Rahmen des CMS-Projekts treffen zu müssen. Ein heikles Thema ist das bei erstmaligem Aufeinandertreffen zwischen Öffentlichem Auftraggeber und IT-Dienstleister häufig stattfindende Aufeinanderprallen zweier Denkwelten: der dem Klischee nach starren, hierarchischen und an Verwaltungsvorschriften ausgerichteten Behördenstruktur und der angeblich flexiblen und pragmatischen Beraterzunft. Es gibt dabei ein paar klassische Missverständnisse: Der Dienstleister wundert sich, warum sein ambitionierter Zeitplan nicht durch die Entscheidungsstrukturen des Kunden passt oder warum der Kunde immer ein halbes Dutzend Mitarbeiter zu Besprechungen mitbringt, wieso lästige Dienstvorschriften die Kreativität behindern. Auf der anderen Seite mag sich der Öffentliche Auftraggeber von den scheinbar dreisten Terminvorgaben überfahren fühlen, die Protokollführung des Dienstleisters zu lax finden oder dessen mangelnde Sensibilität für politische Empfindlichkeiten in seiner Organisation beklagen. Für dieses Problem gibt es zwei Lösungen: Entweder, man beauftragt einen Dienstleister, dessen Mitarbeiter über ausreichend Erfahrung im Umfeld Öffentlicher Auftraggeber verfügen oder man macht sich zusammen mit dem Auftragnehmer die Unterschiede explizit bewusst und übt bis zum RELAUNCH Die Website des Forschungsministeriums ist nun auch für Sehbehinderte lesbar. Seite 21 Einschleifen geeigneter Prozesse beiderseitige Toleranz: Die andere Seite will nichts Böses, sie denkt nur tendenziell anders. Das hässliche Betrieblein Gern unterschätzt wird in CMS-Projekten der Aufwand, die Betriebsumgebung in Umfang und Architektur zu definieren, die benötigten Server zu besorgen (oft mit wochenlangen Lieferzeiten), einen Rechenzentrum-Betreiber zu finden, die Maschinen aufzubauen, zu konfigurieren, die Software zu installieren, die Redaktionsarbeitsplätze anzubinden, Sicherheitsfragen zu lösen, das Gesamtsystem zu testen und schließlich den Entwicklungsprozess so zu gestalten, dass auch bei laufendem Betrieb neue Versionen aller Komponenten eingespielt werden können. Beginnen sollte man mit diesen Aufgaben spätestens am Anfang des Projekts, zugleich muss ein Verantwortlicher im Projekt- Team benannt werden, der exklusiv zuständig ist und auch die notwendigen Ressourcen und Ansprechpartner sollten dafür bereitgestellt werden. Fazit Beherzigt man die genannten Punkte, dann steigen die Chancen, ein erfolgreiches, kostengünstiges und zukunftssicheres CMS-Projekt zum Nutzen der Organisation durchzuführen, dramatisch an. dt DER AUTOR DANIEL TAMBERG...ist Senior-Berater bei software design & management (sd&m AG) in Berlin. Seit über vier Jahren leitet er erfolgreich CMS- und Internet-Projekte, die letzten drei unter Einsatz des CoreMedia- CMS. Die sd&m AG gehört mit 900 Mitarbeitern und 129 Millionen Euro Umsatz (2002) zu den großen Software- und Beratungsunternehmen.

15 PRAXIS & LÖSUNGEN SCHWERPUNKT GOVERNMENT COMPUTING Kommunen, die ihre Webseiten ohne Content-Management-System (CMS) pflegen, haben bei der Umstellung auf barrierefreie Seiten wesentlich größere Probleme als solche, die ohnehin bereits ein CMS einsetzen. Zwar ist das Erstellen neuer Seiten mithilfe moderner HTML-Editoren problemlos barrierefrei möglich, spätestens jedoch bei der Umstellungen des vorhandenen Angebotes wird dies problematisch bis unmöglich. Somit geht die Notwendigkeit eines einbarrierefreien Webauftrittes oftmals Hand in Hand mit der Einführung eines Content Management Systems. Bei der Evaluierung oder Ausschreibung eines solchen Systems wird dann das Kriterium der Barrierefreiheit in den Leistungskatalog aufgenommen, in der Hoffnung, damit schon einmal Systeme filtern zu können. Aber weit gefehlt: Die Ausgabe von barrierefreien Seiten stellt für ein einigermaßen modernes CMS keine Hürde dar, CMS-Hersteller werben zwar mit der Möglichkeit, das ist aber genau so zu bewerten, wie die Aussage eines Automobilherstellers, man könne mit den Fahrzeugen seiner Marke auf jeder Autobahn fahren. Die meisten professionellen Lösungen lassen dem Web-Programmierer freie Hand bei der Erstellung des Quellcodes, somit liegt die Qualität desselben auch nicht in der Hand des CMS, sondern beim Programmierer. Dieser ist gehalten, bei der Erstellung seiner Vorlagen, in CM-Systemen meist Templates genannt, die Regeln der Barrierefreiheit einzuhalten. Der angenehme Nebeneffekt: Wird eine Webseite barrierefrei gestaltet, kommt das nicht nur behinderten Usern zugute, auch nicht behinderte User, die auf die Webseite zugreifen wollen, haben es leichter. Barrierefrei bedeutet nicht nur behindertengerechtes Gestalten, sondern auch die Einhaltung der gängigen Webstandards. Somit darf der Seitenzugriff nicht begrenzt sein auf eine bestimmte Browserversion oder Bildschirmauflösung, auch die Bedienung der Seiten mithilfe so genannter PDAs (Personal Digital Assistants), also Kleinstcomputern oder mit SetTop-Boxen, internetfähigen Geräten, die den Fernsehbildschirm zur Ausgabe nutzen, wird erleichtert oder ermöglicht. Barrierefreiheit für alle! Die Regeln, die hierbei zu beachten sind, finden sich in der Rechtsverordnung zum Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) in der Rechtsverordnung zum Paragraf 11 des BGG, der Verordnung zur Schaffung barrierefreier Informationstechnik nach dem Behindertengleichstellungsgesetz (Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung BITV) vom 17. Juli Hier werden in zwei Prioritätsstufen Ansprüche definiert, die sich im Wesentlichen auf die Web Content Accessibility Guidelines (WAI) des W3-Consortiums, der Instanz, die Standards für das Internet festlegt, stützen. Diese Regeln sind, sofern sie von Anfang an konsequent und Barrierefreiheit Kommunaler Webseiten. CMS als Lösung Umfrage. Der Trend geht hin zu barrierefreien kommunalen Webseiten. Diese Tendenz lässt sich nicht nur hierzulande beobachten. Die bei den Kommunen gewählten Umsetzungen der Aufgabe erstrecken sich jedoch über die ganze Breite der Barrierefreiheit. In einer aktuellen Umfrage unter den 100 größten deutschen Städten geben lediglich 25 Prozent an, dass ihre Webseiten den WAI-Standards zur Barrierefreiheit entsprechen, jedoch planen über 70 Prozent in den nächsten zwölf Monaten diesen Umstand zu verbessern. professionell berücksichtig werden recht einfach einzuhalten, wenn auch einige Webdesigner nicht ganz darauf verzichten wollen, zur pixelgenauen Positionierung Tabellen zu verwenden und Schriftarten in Stein zu meißeln, anstatt wie es die Barrierefreiheit vorsieht sehbehinderten Menschen die Möglichkeit zu geben, die Schrift zu vergrößern. Auch weit verbreitet ist der Irrglaube, dass barrierefreie Seiten ganz ohne Design erstellt werden müssten. Von den Menschen in Deutschland, die man landläufig als blind bezeichnet, sind nach Expertenmeinung wirklich blind 70 Prozent davon sind in einem fortgeschrittenen Alter über 70 Jahren. Der weitaus größere Anteil der Sehbehinderten kann Farben, Konturen und somit auch Designs erkennen. Mythos Textversion Viele Kommunen gehen daher den Weg, alternative, barrierefreie Seiten zu erstellen. Jan Eric Hellbusch, Autor des Buches Barrierefreies Webdesign wie Menschen mit Behinderungen WWW-Seiten lesen können, erschienen im KnowWare Verlag (ISBN ), schreibt hierzu: Wer behauptet, eine Textversion einer Website wäre behindertengerecht, hat Barrierefreiheit nicht verstanden. Eine alternative Textversion bedeutet nicht nur doppelten Pflegeaufwand. Die Argumente, die eigentlich für ein gutes Web-Design sprechen sollten wie beispielsweise leichte Bedienbarkeit, Benutzerführung und Unterhaltung, bleiben hierbei auf der Strecke. In der Begründung zur Rechtsverordnung zum 11 BGG steht unter anderem: Die Erstellung eines Internetangebots, das für alle Benutzergruppen gleichermaßen uneingeschränkt nutzbar ist, hat Vorrang insbesondere vor einer nicht wünschenswerten Nur- Text-Lösung als Alternative zum eigentlichen Internetangebot. Nicht nur Technik Neben technischen Gesichtspunkten ist ein weiterer essenzieller Teil der Barrierefreiheit auch die Disziplin der Redakteure. Auf der technischen Seite kann ein CMS zwar den Redakteur zwingen, beispielsweise das Alt-Label eines Bildes anzugeben, die Richtigkeit kann aber nicht überprüft werden. Genauso wenig kann ein System überprüfen, ob der Text im Sinne der Barrierefreiheit in der klarsten und einfachsten Sprache, die angemessen ist verfasst wurde. Da Blinde und Sehbehinderte auf technische Hilfsmittel wie Screenreader (eine Software, die den Inhalt des Bildschirmes vorliest) angewiesen sind, ist es ebenfalls nötig, den Artikel der verwendeten Sprache zuzuweisen und Anglizismen als solche zu kennzeichnen. Auch diese Aufgabe kann von einem CMS zwar technisch unterstützt, aber eben nicht übernommen werden. Technisch werden solche Eingabeüberprüfungen und Hilfen durch SixCMS des Stuttgarter Softwarehauses Six Offene Systeme GmbH vollständig umgesetzt, hier steht durch eine enge Zusammenarbeit mit der Beratungsstelle Barrierefrei Informieren und Kommunizieren des Deutschen Verbandes der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf umfangreiches Wissen über barrierefreies Webdesign vor, das sich in vielen Bereichen nutzen lässt. Barrierefrei? Barrierefreie Websites Quelle: SIX Offene Systeme GmbH Die Frage, ob denn eine Seite barrierefrei ist oder nicht, lässt sich nicht immer endgültig klären. Barrierefreiheit ist keine festgezogene Linie. Eine Einschätzung, in wie weit man den technischen Kriterien entspricht, erhält man auf diversen Seiten, die meist kostenlos die Syntax des fertigen HTML-Codes überprüfen. Das international anerkannteste Emblem, mit dem man seine Webseiten schmücken kann, ist Bobby. Die Kriterien, die hier angelegt werden, um das begehrte Bobby AAA-Logo (sprich: tripple-a ) auf einer Webseite platzieren zu dürfen, sind aber eher dogmatisch und können nur unter akribischer Einhaltung der W3C-Richtlinien erreicht werden. Etwas realistischer sind Tests, wie sie durch den DVBS angeboten werden. Der Deutsche Verband der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf bietet diesen Service kostenlos an. Auf kommunaler Ebene steht ein weiterer empfehlenswerter, allerdings kommerzieller Dienst zur Verfügung: der WebCheck des Berliner Unternehmens City&Bits, der unter anderen in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Urbanistik (DIFU), nicht nur die Bewertung der Barrierefreiheit, sondern auch die konzeptionelle Aufarbeitung der Webseite verspricht.... auch im Backend GOVERNMENT COMPUTING ANFORDERUNG. Barrierefreie Websites sollten leicht bedienbar und unterhaltsam sein, aber auch eine gute Benutzerführung aufweisen Gänzlich übersehen wird in der laufenden Diskussion, dass neben der Ausgabe von barrierefreien Seiten auch für den Redakteur eine barrierefreies Backend zur Verfügung stehen muss. Die meisten Hersteller können auf die Nachfrage, ob denn auch das Redaktionssystem selbst den Ansprüchen der Barrierefreiheit entspricht, nur mit dem Kopf schütteln. Eine Ausnahme bildet auch hier SixCMS. Hier wird durch viele Hilfestellungen behinderten Mitarbeitern ermöglicht, das System auf der Redakteurs- und Administrations-Seite zu bedienen. Nur ein Browser... Zur Bedienung ist lediglich ein Webbrowser nötig, der Behinderte findet sich in der gewohnten Umgebung schnell zurecht. An allen Stellen, wo Barrieren auftreten könnten, werden diese galant umschifft, Rahmen und Icons sind beschriftet und somit bedienbar und nicht zuletzt auch dies ist ein ganz wichtiger Aspekt ist die Bedienung auch ohne Maus möglich. FAZIT Die Umsetzung der Richtlinien zur Barrierefreiheit wird die Kommunen in der nächsten Zeit weiterhin beschäftigen, oftmals einhergehend mit weitreichenden Entscheidungen zur Internetstrategie. Standardkonformes Webdesign wird wichtiger als je zuvor. Unumgänglich bei der Erstellung von barrierefreien Seiten ist professionelle Beratung und der Einsatz moderner Content- Management-Systeme, die den Programmierer die Freiheit über den erzeugten HTML-Code und somit auch die Verantwortung für die Barrierefreiheit überlassen. Eine barrierefreie Seite kommt nicht nur behinderten Usern zugute, auch Nichbehinderte werden sich über die Bedienbarkeit freuen. Ebenso sollte nicht übersehen werden, dass es bei Barrierefreiheit nicht nur um Blinde geht. Auch durch andere Behinderungen kann die Bedienung einer Webseite erschwert werden. Optisch und technisch schon längst nicht mehr beeindruckende Effekte wie Menüs, die bei Mausberührung aufklappen, sollten immer auch berücksichtigen, dass nicht jedem eine Maus zur Verfügung steht. Auch bei der redaktionellen Arbeit und der Aufarbeitung der Inhalte bietet SixCMS viel Komfort. Unter andern können Abkürzungen automatisiert als solche ausgewiesen werden und der Redakteur ist in der Lage, relativ einfach Sprachangaben im Text ohne HTML-Kenntnisse einfügen. Laut Angaben des Herstellers SIX stehen die Berater des Unternehmens bei der Umsetzung von barrierefreien Seiten jederzeit zur Verfügung und zeichnen sich dabei durch ihre hervorragenden Beziehungen zu Behindertenorganisationen und durch ihr umfangreiches Erfahrungswissen aus. jü

16 PRAXIS & LÖSUNGEN SCHWERPUNKT GOVERNMENT COMPUTING Bundesministerium für Bildung und Forschung Website ohne Barrieren Praxis. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ist zuständig für die Bildungsplanung und Forschungsförderung. Das Tätigkeitsfeld des Referats Patente, Unternehmensgründungen, Erfinderförderung im Ministerium umfasst die Innovationsförderung und den Technologietransfer. Wichtige Aufgaben sind aber auch die schutzrechtliche Sicherung und eine bessere Verwertung von Erfindungen. Das BMBF plante den Relaunch seiner Informationsplattform rund um das Thema Patentrechte und Erfindungen. Auf der Website sollen Informationen über Fördermaßnahmen und Ansprechpartner ergänzt und benutzerfreundlicher strukturiert werden. Die neue Website sollte für alle Benutzer entsprechend den Kriterien der Barrierefreien Informationstechnik-Verordnung (BITV) zum Behindertengleichstellungsgesetz (BGG, 11) zugänglich sein. Danach müssen neue digitale Informationsangebote bei Öffentlichen Einrichtungen seit Juli 2002 so gestaltet werden, dass sie für Sehbehinderte lesbar sind und von Blinden mit Hilfe von Sprachausgabegeräten oder Braille-Zeile erschlossen werden können. Das BMBF wollte eine einheitliche Website für alle Interessenten anbieten anstatt, wie es häufig geschieht, eine zusätzliche Website- Variante ( Nur-Text-Version ) für behinderte Benutzer erstellen. Gefordert war also ein entsprechendes Screendesign bei gleichzeitig barrierefreiem Zugang und leichter Pflegbarkeit der Seiten. Die Lösung Der Patentserver wurde von der Stuttgarter Multimedia-Agentur informedia GmbH in nur sieben Wochen umgesetzt. Die Agentur setzte den RedDot Content Manager Server (CMS) als redaktionelle Basis dafür ein. Neben der einfach zu bedienenden SmartEdit-Oberfläche von RedDot CMS lag ein weiterer Vorteil darin, dass das Ausgabeformat frei definierbar ist und RedDot den Quellcode nicht verändert. Werden die Templates (Seitenvorlagen) nach den Richtlinien der Barrierefreiheit gestaltet, sind alle damit produzierten Webseiten automatisch barrierefrei. Bei der Realisierung der Website stand die Prämisse im Vordergrund, dass die Redakteure auch ohne detaillierte Kenntnisse der Bestimmungen der BITV und ohne HTML-Know-how alle Seiten von vorne herein richtlinienkonform erstellen können. RedDot CMS wurde so konfiguriert, dass die Bearbeitung einer Seite erst dann abgeschlossen werden kann, wenn alle Voraussetzungen für die Barrierefreiheit erfüllt sind. So wird beispielsweise geprüft, ob zu einem Bild der alternative Beschreibungstext erfasst worden ist oder die für den Screenreader erforderliche Informationen eingegeben wurden. Gerade wenn es darum geht, Gewohnheiten zu ändern, sind solche Hilfsfunktionen sehr nützlich. Fazit Seit Juli 2002 ist der Patentserver online. Gepflegt wird der rund 100 Seiten umfassende Internetauftritt von zwei Redakteurinnen, die bereits nach kurzer Einarbeitungszeit mithilfe der einfachen und intuitiven SmartEdit-Technologie mit Red- Dot arbeiten konnten. Von der barrierefreien Gestaltung der Website profitieren nicht nur Blinde und Sehbehinderte. Auch für Senioren, die am schnellsten wachsende Nutzergruppe im Internet, ist die Barrierefreiheit ein großer Vorteil, denn zu geringe Kontraste, kleine Schriften, verwischte Farben oder winzige Schaltflächen machen auch ihnen das Computerleben schwer. Letztlich jedoch profitieren von den zusätzlichen Effekten wie der Verbesserung der Usability, einer kürzeren Ladezeit und Kompatibilität zu verschiedenen Browsertypen und Ausgabemedien alle Anwender. Das BMBF als Webseiten-Betreiber hat darüber hinaus noch einen zusätzlichen Nutzen: Die Website kann als barrierefreie Website wesentlich leichter von den Robots und Spidern der Suchmaschinen gelesen und indiziert werden. jü IN KÜRZE REDDOT SOLUTIONS... deckt als Komplettanbieter das gesamte Spektrum von Content Management-Systemen ab: Von der Express-Version als Einstiegslösung bis zum RedDot Content Integration Server für personalisierte Websites mit flexibler Applikations-Integration. Der zentrale Aspekt des Unternehmens ist es, Software zu entwickeln, die leicht bedienbar ist und mit der komplexe Websites schnell und effizient erstellt und verwaltet werden können. EINBLICK DAS PROJEKT IN STICHWORTEN: Kunde: Bundesministerium für Bildung und Forschung URL: Partner: informedia GmbH Stuttgart Projektlaufzeit: April bis Juli 2002 Aufwand: 35 Personentage Ziel: Schaffung einer Website für alle ansprechendes Design bei gleichzeitiger Barrierefreiheit Umfang der Site: Rund 100 Seiten Server: RedDot CMS Professional 4 auf Intel P4 1,4GHz-Server. Windows 2000 Advanced Server

17 22 GOVERNMENT COMPUTING CASE - STUDY PRAXIS & LÖSUNGEN Kassenärztliche Vereinigung Bayern EINBLICK Aktuell und transparent durch dezentrale Verwaltung Änderung. Die öffentlichen und kontroversen Diskussionen zum Thema Gesundheitswesen und Krankenversicherungen haben in den vergangenen Jahren zu Unsicherheiten sowohl bei Patienten als auch bei Ärzten geführt. Will man das ändern, ist eine offene Informationspolitik nötig. Die jeweiligen Zielgruppen müssen Zugriff auf die für sie relevanten Informationen haben. Besonders wichtig sind daher Transparenz und Aktualität. Auch im Gesundheitswesen hat sich im Laufe der vergangenen Jahre das Internet zur wichtigen Anlaufstelle entwickelt. Auf das Web-Angebot beziehungsweise das Extranet der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) greifen ganz unterschiedliche Anwender zu. Die KVB sorgt bayernweit für die reibungslose ambulante Versorgung von mehr als zwölf Millionen Menschen. Im öffentlichen Bereich des Internet-Auftritts können Patienten beispielsweise recherchieren, wo sie einen bestimmten Facharzt in ihrer Umgebung finden. Im Mitgliederbereich liefert die Institution den angeschlossenen Ärzten und Psychotherapeuten medizinische und gesundheitspolitische Themenbeiträge, die durch Applikationen wie den Richtgrößenkalkulator ergänzt werden. Dieser unterstützt die Mitglieder der KVB bei der Kontrolle ihrer Verschreibungen von Arzneimitteln. In einem personalisierten Bereich des Extranets finden die Ärzte und Psychotherapeuten unter anderem Informationen aus den Abrechnungssystemen der KVB sowie zusätzliche Funktionalitäten wie den -service KVB-direkt. Bei der Auswahl der geeigneten Lösung für das Extranet der KVB spielten mehrere Faktoren eine Rolle. So sollten sich Inhalt und Struktur des Auftritts getrennt bearbeiten lassen, um eine Aktualität der Inhalte zu gewährleisten. Das System musste zudem offene Standards wie Java unterstützen, um je nach Bedarf webbasierte Applikationen einbinden zu können. Die Skalierbarkeit der Software war ein weiteres Entscheidungskriterium ebenso wie ein vielschichtiges und ausgefeiltes Rechtekonzept. Gutes Gesamtkonzept Neben den Funktionen der Software wurde auch das Projektmanagement beurteilt. Von den zwölf Softwareunternehmen, die die KVB angeschrieben und bewertet hatte, erhielten Pironet NDH und deren Integrationspartner Berata schließlich den Auftrag. Die benutzerfreundliche Oberfläche und die Search Engine überzeugten neben den geforderten Features besonders. Aber Quelle: KVB Webauftritt auch die schon zum Ausschreibungszeitpunkt hohe Liquidität von Pironet NDH war für die Auswahl mitentscheidend, denn die Investition in das neue System sollte zukunftssicher sein. Innerhalb von zehn Wochen realisierte Berata das Content Management Projekt. Zunächst mussten über HTML-Seiten des früheren Auftritts schnell übernommen und an das neue Layout und die veränderte Struktur angepasst werden. pirobase verfügt über eine Importunterstützung für bestehende Inhalte, sodass dies reibungslos erledigt werden konnte. Die KVB lässt die gesamte Lösung auch im Rechenzentrum der Pironet NDH betreiben. Datenbank-, Entwicklungsund Konsolidierungssystem sowie das Content Management System laufen auf unterschiedlichen Servern. Die KVB kann sich so auf eine hoch performante und ausfallsichere Infrastruktur verlassen. Damit entlastete sie sich von Aufgaben, die sonst sowohl IT-Ressourcen, Personal und Know-how im eigenen Unternehmen erfordern. Die teilweise sensiblen medizinischen Daten sind durch außerordentliche Sicherheitsvorkehrungen geschützt. Ausgefeiltes Rechtekonzept GOVERNMENT COMPUTING Benutzerfreundlich. Die Website ist überzeugend und zukunftssicher Die KVB hat über Mitglieder. Neben den Ärzten und Psychotherapeuten sowie den Mitglieder der Vertreterversammlung der KVB greifen außerdem Patienten, Mitarbeiter und Lehrende an den Universitäten oder Hochschulen auf das Angebot im Internet zu. Für alle Anwendergruppen benötigt die KVB individuelle Zugangsberechtigungen. Das Rechte- und Rollenkonzept in pirobase sorgt dafür, dass jeder Benutzer nur die Inhalte sieht, die für ihn persönlich vorgesehen und relevant sind. Der Anwender darf lediglich Funktionen ausführen, für die er eine Berechtigung besitzt, denn jeder Anwender bekommt eine oder mehrere Rollen zugewiesen. Zudem erhält jeder Zugriffsrechte auf Inhaltsseiten und -objekte. Aus der Kombination ergibt sich der Handlungsspielraum eines Benutzers. Die KVB sandte allen Mitgliedern per Post eine individuelle Zugangserkennung. Die Ärzte haben beispielsweise so auch die Möglichkeit, genehmigungsfreie Daten selber online im Mitgliederbereich zu modifizieren: Hat ein Arzt eine neue -adresse oder seine Praxis behindertengerecht umgebaut, so kann er seine Daten selbst in Echtzeit im Extranet der KVB aktualisieren. Vier Mitarbeiter der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern sind im Administration Center des Content Management Systems ständig tätig, um die verschiedenen Rollen, Gruppen und Profile zu bestimmen und zu ändern. Dezentrale Verwaltung Weitere dreißig Editoren sind in der Landesgeschäftsstelle und den acht Bezirksstellen damit beschäftigt, den Content zu generieren, zu pflegen, zu aktualisieren und zu verwalten. Früher wurden die Inhalte zentral erstellt. Die Folge waren ein höherer Aufwand und dementsprechend auch nicht aktualisierte Informationen. Jetzt ist es möglich, die Inhalte dezentral zu erstellen und zu aktualisieren, ohne die einheitliche Struktur zu gefährden. Das Edit Center des Content Management Systems ist leicht bedienbar ähnlich wie Word. Dank exakt zugewiesener Schreibrechte, vorgegebener Templates und definierter, redaktioneller Workflowprozesse bleiben ständig alle Vorgänge unter Kontrolle. In pirobase ist eine XML-basierte Workflow-Komponente enthalten. Da für einige Inhalte mehrere Personen verantwortlich sind, kann über die Funktion des redaktionellen Workflows ein Freigabe-Prozess eingesetzt werden: Ein neu erstellter oder geänderter Inhalt wird so automatisch von einem anderen Anwender geprüft, bevor er allgemein zugänglich gemacht wird. So ist das Informationsangebot mit Tausenden von Arztprofilen immer auf dem neuesten Stand und organisatorisch aufwendige und kostenintensive Aktualisierungsprozesse gehören der Vergangenheit an. Abrechnungsinformationen Die Ärzte nehmen die Internet-Services der KVB sehr gut an. Besonders gefragt ist die Abrechnungsfrühinformation. Über diesen Service können die Ärzte online ihre Abrechnungsinformationen abfragen, vier bis sieben Wochen, bevor sie den genauen Bescheid per Post bekommen. Das gibt ihnen Planungssicherheit. Aber auch die normalen Besucher der Website können viele Auskünfte einholen: von Impfungen über Notfallinfos bis hin zur Krebsvorsorge. Sie können sich über die Vor- und Nachteile von Schutzimpfungen informieren, aber auch alternative Methoden zur Schulmedizin erfragen. Vielfältige Suchfunktionen Neben der themenbezogenen Suche helfen vielfältige Navigationsmöglichkeiten in pirobase dabei, komfortabel und intuitiv Inhalte zu finden. Aber gerade bei größeren Websites mit komplexen Themen und einer Vielzahl eingebundener Dokumente, wie Rezeptformulare, Rundschreiben oder KV-Anträge, sind Alternativen zur klassischen Klick-Navigation durch die gesamte Hierarchie sehr hilfreich. Die Kategorisierung stellte sich bei den KVB-Anwendern als eine sehr nützliche, alternative Navigationsstruktur heraus. Im so genannten Information Center von pirobase, einer in den Browser eingebetteten, personalisierten Oberfläche, können die Anwender gemäß hierarchisch angelegter Seitenstruktur navigieren oder sich nach ausgewählten Kategorien richten, mit denen zuvor Seiten und Dokumente klassifiziert wurden. Sie können sich auch an Linksammlungen wie zuletzt besuchten oder themenverwandten Seiten orientieren. Der Anwender kann so thematisch mit unmittelbarem Bezug zur jeweiligen Bezirksstelle recherchieren. Als komfortabel für Patienten erwies sich der umfassende Suchdienst im Internet, über den sie eine Arztpraxis finden können, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. INTERESSE. Auch andere Kassenärztliche Vereinigungen interessieren sich zwischenzeitlich für das Projekt. Die Kassenärztliche Vereinigung Bayern ist bereits in Verhandlungen, um das System anderen KV als Plattform anbieten zu können Das Extranet bietet dabei die Möglichkeit, nicht nur nach einem Facharzt in der unmittelbaren regionalen oder lokalen Umgebung zu suchen, sondern auch Detailinformationen der Praxis, wie Sprechstundenzeiten, medizinische Ausrichtung, Fremdsprachenkenntnisse oder Rollstuhleignung, bei der Suche zu berücksichtigen. Pläne für die Zukunft DIE KASSENÄRZTLICHE VEREINIGUNG BAYERN Die KVB ist Dienstleister für Ärzte, Psychotherapeuten und Patienten in Bayern. Bundesweit gibt es 23 Kassenärztliche Vereinigungen, deren Dachorganisation die Kassenärztliche Bundesvereinigung (Sitz in Köln) ist. Mit weit mehr als Mitgliedern ist die KVB die größte KV. Sie stellt die ambulante ärztliche Versorgung in diesem Bundesland mit rund zwölf Millionen Einwohnern sicher. Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und hat eine Doppelfunktion: Sie nimmt hoheitliche Aufgaben wahr. Sie wirkt gegenüber ihren Mitgliedern sozusagen als Behörde und sie vertritt die Rechte und Interessen der zugelassenen Ärzte und Psychotherapeuten gegenüber den Krankenkassen und der Politik. Die Kassenärztliche Vereinigung ist außerdem die Vertretung aller niedergelassenen ambulant tätigen Vertragsärzte, psychologischen Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten (Vertragspsychotherapeuten) in Bayern. pirobase arbeitet für die KVB sehr effizient. Dr. Gabriele Ulrich, Projektleiterin des Extranet Projekts bei der KVB, ist von der Zusammenarbeit überzeugt: Die Kooperation mit Pironet NDH und Berata war sehr professionell. Das war ein Glücksgriff. Dabei gab es kein Schwarzes-Peter-Spiel. Die KVB ist stolz auf das Projekt, das in dieser Ausprägung bei keiner anderen KV zu finden ist. Nächstes Jahr sollen die Ärzte auch ihre Honorarbescheide online abrufen können. Zusätzlich sollen sie die Möglichkeit haben, ihre Abrechnungen online zu übertragen. Zur Verschlüsselung wird die KVB ein so genanntes Hybrid-Verfahren einsetzen, welches über die aktuellen Sicherheitsstandards hinausgeht und ein Höchstmaß an Sicherheit bietet. Zudem ist ein Online-Formular-Management geplant. Damit können Ärzte künftig Änderungen wie Zusatzqualifikationen direkt ins Extranet eingeben. Eine Assistenten- Funktion in pirobase unterstützt die Anwender bei der Eingabe. So ist künftig die manuelle Nachbearbeitung des Formulars nicht mehr nötig, und eine Fehlerquelle entfällt. Auch andere Kassenärztliche Vereinigungen interessieren sich bereits für das Projekt. Die KVB ist schon in Verhandlungen, ob sie künftig die Mandantenfähigkeit von pirobase nutzt, um das System anderen Kasseärztlichen Vereinigungen als Plattform anbieten zu können. Sie hätten dadurch ihren komplett eigenen Auftritt und könnten alle Vorteile nutzen, ohne ein Projektrisiko eingehen zu müssen. jb DER AUTOR JENS BEBA...ist Leiter eservices der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns.

18 PRAXIS & LÖSUNGEN CASE - STUDY GOVERNMENT COMPUTING Websites für Sehbehinderte : keine Hexerei Behindertengleichstellungsgesetz IN KÜRZE Die Firma Baum Elektronik wurde 1980 von Wolfgang Baum als Ein-Mann-Betrieb gegründet. Die Idee war, elektronische Hilfsmittel für Blinde und Sehbehinderte sowohl für den Arbeitsplatz als auch für den privaten Bereich anzubieten und dabei mit renommierten internationalen Herstellern zusammenzuarbeiten. Barrierefrei. Die Frist läuft: Seit Mai letzten Jahres gilt die Verordnung zur Schaffung barrierefreier Informationstechnik nach dem Behindertengleichstellungsgesetz. Behörden der Bundesverwaltung müssen beim Einrichten neuer Webauftritte oder deren Überarbeitung nun Vorkehrungen treffen, damit auch Behinderte das Informationsangebot nutzen können. Es gibt in Deutschland rund Blinde und hochgradig Sehbehinderte. Das Internet bietet diesen Menschen ein Stück mehr Selbstständigkeit hilft ihnen, in der Informationsgesellschaft nicht ins soziale Abseits zu rutschen; auch die Lebensqualität kann sich durch dieses Mehr an Selbstständigkeit wesentlich verbessern. Denn im Web können Blinde und stark Sehbehinderte ohne Umwege und ohne fremde Hilfe auf Informationen und Dienstleistungen zugreifen und Kontakt mit anderen aufnehmen auch mit Behörden. Die Vorgaben durch das Behindertengleichstellungsgesetz besagen nun unter anderem, dass Applets VEREINFACHUNG WIE SOLLTEN WEBSEITEN FÜR BLINDE UND SEHBEHINDERTE GESTALTET SEIN? Wenn Websites auch bei ausgeschalteter Grafikfunktion eines Internetbrowsers ohne Verlust wesentlicher Informationen lesbar sind und die Navigation gewährleistet bleibt, können diese Seiten von blinden und sehbehinderten Menschen genutzt werden. Speziell durch die Trennung von Struktur und Layout ergibt sich die Möglichkeit, die Layout-Vorgaben einer Seite problemlos unterschiedlichen Bedürfnissen anzupassen. Für einen Sehbehinderten, der beispielsweise keine Farben unterscheiden kann, lässt sich Text ganz einfach auch in Fettschrift hervorheben. FRAMES Wenn viele Frames gleichzeitig auf dem Bildschirm dargestellt werden, sind Webseiten für Blinde und stark Sehbehinderte unübersichtlich. Es ist wichtig, dass Frames mit sinnvollen Namen versehen werden wie Text, Inhalt oder Menü. FORMULARE UND DIALOGE Die Beschriftung von Eingabefeldern muss in unmittelbarer Feldnähe erfolgen, damit es nicht zu Fehleingaben kommen kann. Formulare müssen alternativ mit der Tastatur bedienbar sein, da Blinde oder Sehbehinderte in der Regel keine Maus benutzen können. Darstellungen und Symbole wie Grafiken, Bilder, Animationen, sowie grafische Bedienelemente sind für Blinde und viele Sehbehinderte nicht erkennbar und nicht anwendbar. Dies kann vermieden werden, wenn sie mit einem sinnvollen Beschreibungstext versehen sind. WEBSITES MIT WEITERFÜHRENDEM INHALT und Skripte nicht von einem bestimmten Eingabegerät des Anwenders abhängig sein dürfen. Auch die anderen Anforderungen beziehen sich in erster Linie auf das Web-Design der angebotenen Inhalte. Aus diesem Grund müssen Präsentationen auch ohne Farbwiedergabe einsetzbar sein und für Bilder sowie Multimedia-Darstellungen jeweils Alternativtexte zur Verfügung gestellt werden. Viele Behörden haben jedoch eine falsche Vorstellung vom zusätzlichen Aufwand, der dafür zu betreiben ist: Er ist in der Regel sehr gering vorausgesetzt, die Website ist von vornherein dynamisch konzipiert. So wie man Webseiten in deutscher, französischer oder englischer Sprache anlegt, so einfach lassen sie sich auch für Blinde oder stark Sehbehinderte entwickeln: Dabei müssen nur die Parameter entsprechend eingebaut werden. Über einen Text/Grafik-Schalter steht die gewünschte Version dann sofort für die jeweilige Personengruppe zur Verfügung. Ist dieses Text-only-Template erst einmal vorhanden, lässt sich Web- Content problemlos so aufbereiten, dass Blinde die Bildschirmtexte auf der Brailletastatur dargestellt oder mittels spezieller Software vorgelesen bekommen. Über diese synthetische Sprachausgabe, dem so genannten Screenreader, sowie einer Blindenschriftzeile (Braillezeile) oder einem Vergrößerungssystem für stark Sehbehinderte können Anwender dann ihren PC nutzen wie jeder andere auch. Nur Textzeichen Grafiken sind mittlerweile das wichtigste Bedienelement im Web, weiß Matthias Hänel. Der Datenverarbeitungskaufmann, der selbst blind ist, hat es sich zur Aufgabe gemacht, seine Leidensgenossen ans Internet heranzuführen. Wenn ich beispielsweise von einem bundesweiten Dienstleistungsanbieter einen regionalen Ansprechpartner herausfinden möchte, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder ich erhalte die gewünschte Information, nachdem ich meine Postleitzahl in ein Feld eingetragen habe. Oder aber auf dem Bildschirm erscheint eine Deutschlandkarte, auf der ich meine Region heraussuchen müsste und da haben Blinde eben kaum eine Chance. Da Screenreader nur reine Textzeichen erkennen können, sind Informationen, die sich nicht in Textform verwandeln lassen, für Blinde verloren. Es gibt noch kein System, das Grafiken und Bilder für Blinde interpretieren könnte, erklärt Karsten Warnke, Leiter des Gemeinsamen Fachausschusses für Informations- und Telekommunikationssysteme der Blinden- und Sehbehin- derten- Selbsthilfeorganisationen Deutschlands. Auch solche Websites mit Frames und Tabellen stellen eine Hürde dar. Ein weiteres Problem ist die Verfolgung von Hyperlinks, kritisiert Warnke. Ist ein Link in einem Bild versteckt und dieses nicht mit einem begleitenden Alternativtext versehen, kann der Screenreader den Link nicht wahrnehmen. Auf der Braillezeile sind Hyperlinks durch zusätzliche Punktkombinationen erkennbar, Hyperlinks als Grafiksymbol ohne Textunterlage bleiben dagegen verborgen. Doch das Vorhandensein von Alternativtexten nützt wenig, wenn der Benutzer zehnmal hier klicken vom Screenreader zu hören bekommt. Eine sinnvolle Benennung der Alternativlinks ist also erforderlich. Neben Blinden können auch andere körperbehinderte Menschen die Maus häufig nicht so genau auf dem Bildschirm positionieren, wie es mancher Web-Designer von den Benutzern abverlangt. Beim Aufbau einer Website sollten Designer deshalb darauf achten, dass Links nicht zu dicht nebeneinander liegen. Ein Screenreader kann innerhalb einer Zeile stehende Punkte schlechter unterscheiden als Punkte, die untereinander in einer Spalte liegen. Webseiten-Gestaltung Da so gut wie alle Internetseiten mit grafischen Elementen arbeiten, können Blinde und Sehbehinderte sie in dieser Form nur eingeschränkt benutzen. Zudem können Blinde mit der Maus nicht viel anfangen, da die Maus ein rein optisches Bedieninstrument ist und eben über visuelle Wahrnehmung gesteuert wird. Die Zugangsbarrieren für diese Personengruppe lassen sich jedoch mit relativ geringem Aufwand von Web-Designern beseitigen. Nachfolgend beschriebene Zugänglichkeitsrichtlinien für Web- Inhalte, wie sie beispielsweise auch das World Wide Web-Konsortium (W3C) beschreibt, sollten von den Behörden dabei grundsätzlich berücksichtigt werden: VIELSEITIG. Die Brailletastatur (hier von HandyTech) ist eine vollwertige Computertastatur zur Eingabe von Punktschrift mit den kompletten Eingabefunktionen der MF2- Tastatur. Sie ist ergonomisch optimiert, ermöglicht entspanntes Schreiben und ist parallel zur normalen PC-Tastatur nutzbar Immer äquivalente Alternativen, die im Wesentlichen dieselbe Funktion oder denselben Zweck erfüllen, für Audio- und visuellen Inhalt bereitstellen. Sich nicht auf Farbe allein verlassen. Das bedeutet, dass Texte und Grafiken auch dann verständlich sein müssen, wenn sie ohne Farbe betrachtet werden. Denn auch Farbenblinde können bereits große Schwierigkeiten bekommen, wenn beispielsweise der Kontrast durch ungünstige Farbkombinationen für sie aufgehoben ist. Markup und Stylesheets auf korrekte Weise als Struktur-Elemente verwenden. Präsentation sollten Web-Designer mit Stylesheets anstelle von Präsentations-Elementen und -Attributen beeinflussen. Tabellen sollten nur eingesetzt werden, um tatsächlich tabellarische Daten (Datentabellen) zu kennzeichnen, also nicht für das Seitenlayout. Die Webseiten müssen auch dann zugänglich sein, wenn neuere Technologien nicht unterstützt werden oder abgeschaltet sind. Das trifft vor allem auf JavaScript und Flash zu. Bewegte, scrollende oder sich automatisch ändernde Objekte oder Seiten müssen vom Benutzer angehalten werden können. Benutzerschnittstellen sollten den Prinzipien eines frei zugänglichen Designs folgen: Geräteunabhängiger Zugriff auf die Funktionalität, Bedienbarkeit über die Tastatur. ein geräteunabhängiges Design wählen. Also Features verwenden, die die Aktivierung von Seitenobjekten über eine Reihe von Eingabegeräten ermöglichen. Interim-Zugänglichkeitslösungen einsetzen, damit Hilfsmittel (assistive Technologien) und ältere Browser korrekt funktionieren. Generell immer die W3C-Technologien berücksichtigen. Informationen zum Kontext und zur Orientierung bereitstellen, um Benutzern das Verständnis komplexer Seiten oder Elemente zu erleichtern. Klare Navigationsmechanismen aufzeigen. Informationen zur Orientierung, Navigationsleisten, eine Sitemap usw. erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Anwender auf einer Homepage das finden, was sie suchen. Dokumente klar und einfach halten. Konsistentes Seitenlayout, deutliche Grafiken und eine leicht verständliche Sprache fördern die Kommunikation. Grundregeln Foto: Baum Retec AG Wenn Behörden bei der Erstellung von Webseiten diese Grundregeln beachten, erhalten so auch sehbehinderte Menschen bei Verwendung eines gängigen Browsers einen Zugang zu Internet-Informationen. Um die Vorteile des neuen Mediums nutzen zu können, muss dieser Personengruppe das Surfen und Navigieren so leicht wie möglich gemacht werden. Dazu ist es notwendig, dass die Website-Entwickler einen Textmodus als Alternative beibehalten, auch wenn die Informationen auf Websites vor allem grafisch vermittelt werden. sh Neue Alternativen für Sehbehinderte Der Computer macht es möglich... Chance. Waren Sehbehinderte früher in ihren Möglichkeiten zum Informations- und Wissenserwerb stark eingeschränkt, so hat sich dies mit der Verfügbarkeit von neuer Peripheriegeräte für den PC deutlich verbessert. Durch die Entwicklung von Peripheriegeräten, wie der so genannten Braillezeile, haben Blinde die Möglichkeit, relativ komfortabel und effektiv mit dem PC zu arbeiten. Die Entwicklung der graphischen Oberflächen hat die Übertragung der zweidimensionalen Bildschirmoberfläche auf die eindimensionale, lineare Braillezeile deutlich verkompliziert. Entsprechend komplexe Programme versuchen dieses Manko wieder auszugleichen. Braillezeilen Braillezeilen sind Computerausgabegeräte, sie werden also an einen Rechner angeschlossen, um den Inhalt des Bildschirmes für Blinde lesbar zu machen. Allerdings wird hier die Schrift nicht auf Papier geprägt, sondern die Punkte werden mit Hilfe von Piezo-Elementen elektronisch gesteuert, um die Zeichen aufzubauen.braillezeilen stellen das Punktsystem der Brailleschrift durch kleine Stifte dar, die piezoelektronisch angehoben werden. Die Darstellung erfolgt linear. Zusätzliche Tasten ermöglichen die Navigation im Text, oder haben programmierbare Funktionszuweisungen. In den 80er Jahren gewann die Blindenschrift durch die Entwicklung der Braillezeilen eine neue Bedeutung. Damit besteht die Aufgabe der Blindenschrift ausschließlich in der Darstellung und nicht in der Speicherung wie beispielsweise bei Blindenschriftbüchern. Das gespeicherte Material befindet sich wie bei allen Computerbenutzern auf der Festplatte, der CD-Rom oder anderen üblichen Speichermedien. Daraus ergeben sich zwei Vorteile: Einerseits braucht das Material nicht manuell in Blindenschrift übersetzt zu werden, denn es ist bereits für den allgemeinen Computereinsatz digitalisiert. Zum anderen löst sich das Problem des erhöhten Platzbedarfes der Blindenschrift, denn das Basismaterial befindet sich hochverdichtet auf den üblichen Speichermedien oder wird über das Internet geladen. Moderne Braillezeilen haben Zeichenelemente mit acht Punkten. Somit kann der ASCII-Zeichensatz ohne Einschränkungen dargestellt werden. Es gibt Braillezeilen mit je 20, 40 oder auch 80 Elementen. Es erfolgt somit nur die Darstellung eines kleinen Ausschnittes des Bildschirmes maximal 80 Zeichen einer Bildschirmzeile. FIT In Deutschland leben rund blinde und sehbehinderte Menschen. Für sie gewinnt der Zugang zu Informationen durch Computer und andere elektronische Medien an Bedeutung. Der Fachausschuss für Informations- und Telekommunikationssysteme (FIT) befaßt sich deshalb mit allen Entwicklungen, Problemen und Anwendungen im Bereich der Computertechnologie. Im FIT sind blinde und sehbehinderte Anwender und Computerexperten vertreten. Der FIT arbeitet ehrenamtlich unter der Regie des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV), Spitzenverband in der Bundesrepublik Deutschland. Neben dem DBSV sind die Bundesverbände Deutscher Verein der Blinden- und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS), Bund der Kriegsblinden Deutschlands (BKD), Interessengemeinschaft Sehgeschädigter Computerbenutzer (ISCB), die Pro Retina Deutschland (PRDV) und der Verband der Blinden- und Sehbehindertenpädagogen und Pädagoginnen (VBS) vertreten. Ziel der Ausschussarbeit ist, dazu beizutragen, dass Blinde und Sehbehinderte durch Berücksichtigung von Gestaltungsprinzipien und Entwicklung geeigneter Hard- und Software mit dem Multimediazeitalter Schritt halten können. jü

19 24 GOVERNMENT COMPUTING CASE - STUDY PRAXIS & LÖSUNGEN Strukturierte Verkabelung XRN Tuttlingen baut Netzwerk Das klassische, preußische Modell des Bürgers als Untertan, der sich seiner Verwaltung als Bittsteller zu nähern habe, kommt immer mehr aus der Mode: Die meisten Stadt- und Gemeindeverwaltungen sehen sich heute als Dienstleister und die Bürger als Kunden. So sieht sich auch die Stadtverwaltung Tuttlingen. Dies wird schon beim Eintreten ins Rathaus deutlich: keine düstere Eingangshalle mit abweisender Nüchternheit, sondern ein freundlicher Empfang mit lächelnden Damen. Direkt daneben befindet sich ein Bürgerbüro, in dem den Einwohnern bei allen Verwaltungsangelegenheiten geholfen wird. Als sichtbares Zeichen, dass sich die Stadt Tuttlingen zu neuen Technologien bekennt, steht mitten in der Eingangshalle ein öffentliches, für alle Besucher kostenlos nutzbares Internet-Terminal. Sparen mit Augenmaß Wie jede effektive Verwaltung versucht auch die Stadt Tuttlingen, ihren Bürgern mit einem Minimum an finanziellen Aufwand ein Maximum an Dienstleistung zu bieten. Doch im Bereich der IT stieß dieses Konzept auf ernsthafte Schwierigkeiten. Leistungsfähige PCs anzuschaffen ist angesichts stark gefallener Hardwarepreise kein Problem mehr, erläutert Markus Spätling, der zuständige Netzwerkadministrator der Stadt Tuttlingen. Die Stadtverwaltung hatte letztlich das, was freundlicherweise mit gewachsene Strukturen umschrieben wird ein wildes Sammelsurium von Hubs, Routern und Switches unterschiedlicher Hersteller, die, einzeln und ausschließlich nach aktuellem Bedarf gekauft, mehr schlecht als recht zusammenarbeiteten. Verschärft wurde die Situation durch den gleichzeitigen Betrieb zweier Netzwerktopologien Token- Ring und Ethernet. Die Folge davon: Selbst wenn alles gut lief, waren Performance und Stabilität äußerst unbefriedigend, und wenn etwas nicht funktionierte, begann eine aufwendige Fehlersuche. Wir hatten einen Punkt erreicht, so Markus Spätling, an dem das Netzwerk mit vertretbarem Aufwand nicht mehr zu handhaben war und waren daher gezwungen, uns nach einer anderen Lösung umzusehen. Die Startphase stufenweise aus Umstieg. Jahrelang war das bestehende Netzwerk nur nach Bedarf aufgerüstet worden und die daraus entstandene gewachsene Struktur erwies sich schließlich als nicht mehr wartbar. Anfang 2002 entschloss sich die Stadt Tuttlingen deshalb zum Umstieg auf eine strukturierte Verkabelung mit Switches von 3Com. Um auch für künftige Aufgaben gerüstet zu sein, kamen nur Geräte zum Einsatz, die sich mit der neuen XRN-Technologie schnell und preiswert zu einer vollkommen redundanten Lösung aufrüsten lassen. Anfang 2002 wurde das lokale Ingenieurbüro für Elektrotechnik Schnell GmbH damit beauftragt, ein Konzept für ein strukturiertes Netzwerk zu erstellen. Es sollte die Ablösung der beiden vorhandenen Netze, den kompletten Austausch der veralteten Verkabelung und den Einsatz neuer, aktiver Netzkomponenten umfassen. Von dieser Ablösung betroffen waren neben dem Rathaus zwei weitere Gebäude in unmittelbarer Nähe der Stadtverwaltung, verschiedene Außenstellen der Stadt und diverse Verwaltungsgebäude in den umliegenden Gemeinden. Das vorgelegte Konzept mit Glasfaser-Gigabit-Backbone, 100 MBit/s Kat zu den PCs, einem zentralen Backbone-Switch und 30 weiteren Switches als lokale Verteiler, war State-of-the-art. Alles, was wir noch zu tun hatten, war, die einzelnen Gewerke auszuschreiben und das neue Netzwerk implementieren zu lassen, so Markus Spätling. Dann wären wir nach unseren Überlegungen alle Sorgen für die nächsten Jahre los gewesen. Blick nach vorn Markus Spätling war dies jedoch zu wenig. Natürlich schaut man in einer Rezession zuerst auf die Kosten. Doch das ist nur kurzfristig sinnvoll. Was nützt die modernste und leistungsfähigste Infrastruktur, wenn sie mit wachsenden Anforderungen nicht Schritt halten kann und schon bald wieder ausgetauscht werden muss? Markus Spätling wollte deshalb kein System, das nur den derzeitigen Anforderungen gerecht wird, sondern eine Technologie, die auch den künftigen Bedarf abdeckt. Als die an der Ausschreibung teilnehmenden Anbieter ihre Angebote einreichten, wurde schnell deutlich, dass 3Com die beste Offerte machte. 3Com war preislich sehr attraktiv und bot neben leistungsfähigen Switches auch ein überlegenes Management- System, mit dem wir das Netzwerk mit minimalem Aufwand betreuen können, schwärmt Markus Spätling. Den Ausschlag aber gab letztendlich die XRN-Technologie, die uns für relativ wenig Geld die Einrichtung eines ausfallsicheren Netzwerks ermöglichte. Ausfallsicherheit Markus Spätling stellt jedoch klar, dass die hundertprozentige Ausfallsicherheit der Verwaltung derzeit noch kein Thema ist. Um eine 100prozentige Verfügbarkeit zu realisieren, ist es nicht damit getan, die zentralen Komponenten doppelt zu installieren auch die gesamte Verkabelung muss doppelt ausgeführt werden. Und das ist in Tuttlingen derzeit nicht so ganz einfach. Allein in den drei zentralen Gebäuden haben wir im Zuge der Umstellung rund 30 Kilometer Kat6-Kabel verlegt. Und dabei mussten wir nicht nur eine technisch einwandfreie Lösung finden, es galt zusätzlich viele Auflagen zu erfüllen beziehungsweise einzuhalten, berichtet der Netzwerk-Verantwortliche. Allein der Brandschutz erwies sich bei der Verkabelung in den teilweise mehrere hundert Jahre alten Gebäuden AUSFALLSICHERHEIT. Aktive Switches von 3com stellen bei der Stadt Tuttlingen die Kernstücke des Netzwerks dar FORTSCHRITTLICH. Sieht sich als Dienstleister und die Bürger als Kunden: die Stadt Tuttlingen als große Herausforderung. Unter diesen Umständen alle Kabel doppelt zu verlegen, wäre wirtschaftlich kaum zu vertreten gewesen. Permanenter Zugriff Die Zeit, da in einer Behörde nur Daten bearbeitet werden, bei denen der Zugriff nicht so zeitkritisch ist wie beispielsweise in einer Produktionsumgebung, geht ihrem Ende zu, stellt Markus Spätling ganz nüchtern fest. Auch im Behördenbereich gibt es immer mehr Aufgaben, bei denen der permanente Zugriff auf Informationen sehr wichtig ist. Als Beispiel dazu führt Markus Spätling das Geografische Informationssystem (GIS) an. Wenn in der Vergangenheit Tiefbauarbeiten durchgeführt werden mussten, war es Sache des Bauunternehmens beziehungsweise der Mitarbeiter des Bauamtes, vor Beginn der Arbeiten festzustellen, was genau sich in dem zu bearbeitenden Grund befindet. Doch die Verwaltung der Daten über verlegte Rohre oder Kabel oblag zahlreichen Ämtern. Und mehr als einmal kam es vor, dass beim Aufbaggern ein wichtiges Kabel zerrissen wurde, von dessen Existenz nichts bekannt war. Das GIS soll dieses Problem beseitigen. Das System enthält als Grunddaten die geografischen Informationen des Gebietes, für das eine Gemeinde zuständig ist sowie zusätzlich alle Daten über verlegte Kanalisationsrohre, Wasserleitungen, Stromkabel, Telefonleitungen, Gasleitungen und vieles mehr. Über GPS kann ein Ingenieur seine genaue Position festlegen und GIS liefert neben den geografischen Informationen auch Angaben über alle im Boden verlegten Installationen. Ein System wie GIS macht nur dann in der Praxis Sinn, wenn die Daten auch rund um die Uhr verfügbar sind, so Markus Spätling. Netzausbau in Stufen Die Neugestaltung der Netzwerk-Infrastruktur der Stadt erfolgt daher in mehreren Stufen. Wir haben jetzt die drei zentralen Gebäudeteile über ein Glasfaser-Gigabit-Netz miteinander verbunden, berichtet Markus Spätling, die restlichen Dienststellen sowie die Verwaltungen der umliegenden Gemeinden sind über Router und Telefonleitungen, teils auch über das Internet und das VPN daran angeschlossen. Da die Stadt Eigentümerin des Straßennetzes ist und beispielsweise für die Steuerung der Ampelanlagen schon ein Glasfasernetz betreibt, ist jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen, dass schon in absehbarer Zukunft die Außenstellen ebenfalls über Glasfaser an das Netz angeschlossen werden. Netzwerkkomponenten Kern der aktiven Netzkomponenten ist der Switch 4060 von 3Com, der den GBit-Backbone steuert und sowohl an den 30 SuperStack 3 Switches 4400 SE 24-Port als Stockwerkverteiler sowie dem zentralen Datenbankserver angeschlossen ist. Von den Etagen-Switches gehen Kat6-Kabel zu den einzelnen Arbeitsplätzen, die heute alle über echte 100 MBit/s in das Netz eingebunden sind. Um einen reibungslosen Betrieb sicherzustellen und das Netz gegen Manipulationen zu schützen, sind alle aktiven Netzwerkkomponenten in abschließbaren 19-Zoll-Schränken untergebracht. Jeder Schrank verfügt über an die zentrale Überwachung angeschlossene Rauchund Erschütterungsmelder selbst ein Fußtritt gegen einen der Schränke führt sofort zu einer entsprechenden Meldung, so Markus Spätling stolz. Das erste Ziel Mit dem Ergebnis dieser ersten Ausbaustufe ist man in Tuttlingen sehr zufrieden. Die Performance des gesamten Netzwerks hat um über hundert Prozent zugenommen, die AUSFALLSICHERHEIT FÜR WENIG GELD XRN steht für expandable Resilient Networking und wurde von 3Com entwickelt, um auch kleineren Unternehmen mit 200 bis 500 Nodes ausfallsicheres Switching zu ermöglichen. Die Switches sind dabei zu einer Distributed Fabric zusammengeschlossen, bei der intern alle beteiligten Komponenten permanent Managementinformationen miteinander austauschen und so den Ausfall einer Komponente verzögerungsfrei kompensieren können. Nach außen hin treten alle Komponenten wie eine einzige logische Einheit auf, sie haben die gleiche Netzwerkadresse und benötigen nur eine einzige Schnittstelle zu Managementtools wie NSMP, Telnet oder Web-Managern. Die Umsetzung von XRN erfolgt in drei Stufen: Stufe I, die heute schon verfügbar ist, besteht aus zwei über das XRN Interconnect Kit miteinander verbundenen Switches, die jeder für sich an Server und Netzwerkverteiler angeschlossen sind. Kommt es zu einer Störung, erfolgt die Datenübermittlung transparent und verzögerungsfrei über die zweite Komponente. Die beiden Switches operieren im Netz wie eine logische Einheit und werden auch nur über eine IP-Adresse angesprochen. Stufe II umfasst eine Erweiterung dieses Clusters auf bis zu vier Switches, die über Glasfaser miteinander verbunden sind. Sie bieten noch mehr Ausfallsicherheit und eine optimierte Lastverteilung. In Stufe III wird die maximale Anzahl der Switches in der Distributed Fabric weiter erhöht, um Skalierbarkeit und Gesamtkapazität nochmals zu verbessern. Stabilität konnte erheblich verbessert werden und das Management wird durch die 3Com-Überwachungssoftware geradezu dramatisch vereinfacht. Die Zukunft Spätestens mit der Einführung von Voice-over-IP ist für Markus Spätling dann auch der Zeitpunkt gekommen, die XRN-Technologie von 3Com in der Praxis zu nutzen. Bei einem anderen Anbieter müssten wir bei jedem unserer nächsten Schritte Teile unserer gerade erst angeschafften Netzwerkkomponenten austauschen, doch bei 3Com können wir kostengünstig aufrüsten, dank XRN-Technologie und dem zugrunde liegenden pay-as-yougrow -Ansatz. Das ist es, was ich unter Zukunftssicherheit verstehe, so Markus Spätling. jü STADT TUTTLINGEN Vor Jahren gegründet, blickt die Stadt Tuttlingen auf eine lebhafte Geschichte zurück. Seit ihr 1338 das Stadtrecht verliehen wurde, konnte Tuttlingen vor allem durch seine günstige geografische Lage an wichtigen Verkehrswegen profitieren. Heute ist die Stadt vor allem durch ihre Industrie bekannt, sie gilt als das Weltzentrum der Medizintechnik. Rund 400 Unternehmen in Tuttlingen arbeiten allein in diesem Wirtschaftszweig. Doch auch Branchen wie die Metallverarbeitung, der Maschinenbau, das Ledergewerbe, der Straßenbau sowie der Handel haben spielen eine große Rolle. Die Stadt Tuttlingen bietet schon aufgrund ihrer geografischen Lage sehr gute Lebensbedingungen.

20 RECHT & SERVICE GOVERNMENT COMPUTING AUSGABE Redaktionsbeirat Regelmäßig findet sich Deutschland in egovernment-studien auf den hinteren Plätze. Der Beirat wollte wissen warum? Seite 26 Virtuelles Bauamt Die MediaKomm-Stadt Esslingen wurde für ihr Virtuelles Bauamt ausgezeichnet. Hintergründe und Fakten auf Seite 28 Aktuelle Projekte Ausgewählte, neue IT- Ausschreibungen aus den Bereichen der Öffentlichen Verwaltung zusammengestellt von subreport. Seite 29 egov-forum Professor Dr. Friedhelm Gehrmann im Interview zum europäischen Kongress mit Fachmesse. Und weitere wichtige Termine. Seite 31 Biometrische Authentifizierung für die Öffentliche Verwaltung Mit der Smartcard RECHT & SERVICE Verantwortlicher Redakteur: Jürgen Sprenzinger Tel / , Fax 0821 / Biometrische Daten sind unveränderliche persönliche Kennzeichen, auf deren Grundlage die Identität eines Menschen zweifelsfrei festgestellt werden kann. Das prominenteste Beispiel ist der Fingerabdruck. Mit Hilfe moderner Technologien können mehrere biometrische Daten bis hin zum kompletten genetischen Fingerabdruck zur Identifikationsprüfung eingesetzt werden. Die Identifizierung von Kartenbenutzern durch ein einziges biometrisches Merkmal gilt als zuverlässiger als jeder Kennwort- oder PIN-Schutz. Während ein einzelnes Merkmal nicht immer hundertprozentig zuverlässig ist, verarbeitet der Intelligent Digital Passport mehrere biometrische Daten, was eine nahezu unfehlbare Identifizierung erlaubt. Der sichere Ausweis Die Basis des IDP-Systems bildet die Smartcard-Technologie. Smartcards unterscheiden sich von ihren weniger intelligenten Artgenossen durch einen elektronischen Chip, der sie in die Lage versetzt, mit anderen IT-Geräten in Verbindung zu treten und Informationen innerhalb der Karte aktiv zu verarbeiten. Dies ermöglichen verschiedene Verfahren, bei denen ein Schlüssel die Karte nie verlässt ein wesentlicher Fortschritt zum vergleichsweise primitiven Magnetstreifen. Zudem hat der rasante Fortschritt der Smartcard-Technologie nicht nur die Speicherkapazitäten auf der Karte in den letzten Jahren dramatisch gesteigert, sondern auch die entsprechenden Kosten deutlich gesenkt. Das IDP-System gestattet beispielsweise die Speicherung der kompletten biometrischen Datensätze Fingerabdruck, Stimme und Gesicht. Siemens Business Services hat eine Lösung entwickelt, die es erlaubt, drei biometrische Verfahren und zwar die Erkennung von Sprache, Gesicht und Fingerabdruck auf einer einzigen Smartcard zu hinterlegen. Sie besteht aus einem Gerät zur Aufnahme der Daten und Personalisierung der Karte, einem Lesegerät sowie einem Management-System für die Karten. Das Gerät nimmt die Stimme des Benutzers auf, fotografiert ihn mit der integrierten Digitalkamera und registriert seinen auf Nummer sicher Merkmale. Zu Beginn dieses Jahres hat das Scientific Application Center im indischen Pune eine bahnbrechende Authentifizierungstechnologie für Karten-Systeme vorgestellt: Der so genannte Intelligent Digital Passport (IDP) ermöglicht einen dreifachen Identifikationstest des Kartenbenutzers mit Hilfe eines IDP-Lesegeräts. Der Schlüssel für das entscheidende Plus an Sicherheit ist die Verwendung biometrischer Daten zur Identifizierung des Kartenbenutzers. Fingerabdruck. Die Daten werden beim Aufbringen auf die Karte komprimiert und verschlüsselt. Nach etwa zwei Minuten ist der gesamte Vorgang abgeschlossen und die Karte ist einsatzbereit. Die Nutzermerkmale sind somit in der Karte selbst gespeichert. Das bietet zwei Vorteile. Erstens: Das System ist sicherer, denn beim Abgleich der Merkmale greift der IDP-Reader nicht auf einen zentralen Server zu. So entfällt die Möglichkeit, Daten auf dem Server oder dem Weg zwischen Lesegerät und Server zu manipulieren. Zweiter Vorteil: Der Vorgang läuft schneller ab. Da Karten der neuesten Generation über 32 Kilobyte Speicherkapazität verfügen (die Infineon Smartcard mit dem Betriebssystem Card- OS bietet 32 KB EEPROM und 136 KB ROM), verbleibt auf der Karte noch genügend Platz für zusätzliche Anwendungen, wie Bezahlfunktionen, digitale Zertifikate zur Verschlüsselung, digitale Signatur und Authentifikation, Registrierung der Arbeitszeit oder Kontrolle des Gebäudezutritts, Speicherung medizinischer Informationen oder die Funktion als Pass oder Visum. Der rasante Fortschritt der Smartcard- Techologie hat nicht nur die Speicherkapazität auf der Karte in den letzten Jahren gesteigert, sondern auch die Kosten deutlich gesenkt. Der Smartcard-Markt gehört zu den am schnellsten wachsenden globalen High-Tech-Märkten der Welt, da sind sich die Analysten einig. So prognostiziert Dataquest für das Jahr 2003 einen Umsatz von etwa 3,5 Milliarden Euro und eine Absatzsteigerung von 15 Prozent bis zum Jahr 2006 (September 2002). Was die regionale Verteilung weltweit anbelangt, so sind bereits einschlägige Trends sichtbar: Frost & POLLING. Die EU setzt auf Smartcards im Wahlverfahren DEFINITION. Biometrische Daten sind unveränderliche persönliche Kennzeichen, auf deren Grundlage die Identität eines Menschen zweifelsfrei festgestellt werden kann Sullivan (11/2002) sieht die Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA) aufgrund ihres beherrschenden Marktanteiles als Vorreiter bei der Aufstellung von Smartcard-Lesegeräten und Terminals. Für 2006 erwarten die Analysten im EMEA-Gebiet über 46 Prozent des gesamten Marktumsatzes, gefolgt vom amerikanischen Kontinent mit mehr als 32 Prozent und dem asiatisch-pazifischen Raum mit knapp 21 Prozent. Eine aktuelle Untersuchung von Marktforschern der Gartner Dataquest im März 2002 bestätigte Siemens Business Services eine führende Position als IT-Service-Provider bei Öffentlichen Auftraggebern in Westeuropa. Vertraulichkeit Öffentliche Einrichtungen haben ein großes Interesse daran, ihre Daten durch Smartcard-basierte Sicherheitslösungen vor unberechtigtem Zugriff zu schützen. Denn die Bürger erwarten vom Staat die höchste Vertraulichkeitsstufe beim Umgang mit ihren Daten. Staat und Wirtschaft haben daher Anfang April das Bündnis für elektronische Signaturen gegründet, um den breiten Einsatz elektronischer Unterschriften zu fördern. Denn obwohl Deutschland eines der ersten Länder war, das die elektronische Unterschrift der eigenhändigen Unterschrift gleichgestellt hat, hinkt es in der täglichen Anwendung immer noch hinterher. Mit Sicherheit ins Rathaus Obwohl Online-Behördengänge mit der elektronischen Signatur derzeit noch eher selten sind, gibt es bereits einige Anwendungsbeispiele. Dazu gehört das Pilotprojekt der Stadt Hagen, die bereits eine SignaturCard eingeführt hat. Die Bürger können seitdem rund 150 verschiedene Anträge, Stadt-Auskünfte und kommunale Gesetzestexte online nutzen. Von der Meldung verlorener Führerscheine über die Bestellung von Auto-Wunschkennzeichen bis zur Anmeldung reicht das rund um die Uhr erreichbare Angebot in den Sparten Fahrzeug und Verkehr, Abgaben und Steuern sowie Umwelt und Entsorgung. Durch die SignaturCard erhalten die Bürger eine gesicherte elektronische Unterschrift, die ebenso zum Schutz ihrer personenbezogenen Daten dient, wie etwa zur Bestellung kostenpflichtiger Dienste. Für die Ausgabe und Ausweiskontrolle muss der Bürger lediglich beim nächsten Postamt per Postident- Verfahren seine persönliche Karte bestellen, die dann per Post zugestellt wird. Die Chipkarten-Lösung war besonders wichtig, weil das Rathaus Hagen neben Informationen auch kostenpflichtige Verwaltungsleistungen anbietet, für die auf personenbezogene Daten zurückgegriffen werden muss, erklärt Reinhard Linke, Projektleiter bei Siemens Business Services. Doch mit der Identifizierung allein ist es nicht getan. Um Transaktionen sicher zu machen, müssen alle Schritte für beide Seiten eindeutig nachvollziehbar sein. Im Fehlerfall, beispielsweise bei einer unterbrochenen Telefonleitung, dürfen keine falschen Daten übermittelt werden. Alle Vorgänge müssen nach der Fehlerbehebung in einem klar definierten Zustand sein. Neben einer umfassenden Protokollierung werden dafür transaktionsgesicherte Systeme benötigt, wie sie im Online-Banking seit längerem erprobt sind. Bei kostenpflichtigen Vorgängen stellt ein Zurückweisungsschutz zudem sicher, dass der Auslöser den Vorgang auch wirklich persönlich auslösen will. Andererseits erhält der Bürger damit die belegbare Bestätigung, dass sein Auftrag wirklich beim Empfänger angekommen ist ein wichtiger Fortschritt beim Einhalten von Fristen. Spätestens beim Anschluss ans Internet erwächst den behördlichen Prozessen eine neue Klasse von Sicherheitsanforderungen: Hacker, Viren, Störangriffe und zufällig oder absichtlich falsch abgeschickte Daten müssen vom eigentlich erwünschten Geschäftsverkehr mit Bürgern und Unternehmen getrennt werden. Damit die behördeninternen Systeme der Stadt Hagen vor Eindringlingen sicher sind, wurden leistungsfähige, mehrstufige Firewall-Systeme aufgebaut, die ähnlich einem System von Burggräben und Zugbrücken den Ansturm von außen kanalisieren und nur erwünschte (Daten-)Reisende einlassen. Dazwischen werden ähnlich einer Quarantänestation Dokumente, s oder auch komplexe Datenstrukturen in einer sogenannten Demilitarisierten Zone auf Viren und sonstige Schädlinge geprüft. Damit die Datenverbindung bis zum Schreibtisch des Bürgers auch auf den öffentlichen Netzen vor Abhören oder Datenmodifikationen sicher ist, kommen ausgeklügelte, automatisch arbeitende Verschlüsselungsverfahren zum Einsatz. Beispielsweise bieten https und SSL ( Secure Sockets Layer ) eine standardisierte Methode, die auf allen Plattformen ohne Zusatzaufwand oder besondere Installationen funktioniert. Pionier Macau Ein Blick über die Grenze zeigt, dass auch das europäische Ausland und der asiatisch-pazifische Raum die Sicherheitsaspekte von Smartcard- Lösungen für sich entdeckt haben. So nutzen die Einwohner der Insel Macau bereits Chipkartenausweise. Da sich der Besitzer bei dieser Lösung mittels Fingerabdruck identifiziert, macht die biometrische Erkennung die Ausweise fälschungssicher. Der Chip ist zudem gegen Hackerangriffe und Kopierversuche geschützt. In einem weiteren Schritt soll die Chipkarte nicht nur als Ausweis, sondern auch als Führerschein, Krankenversicherungskarte, Studenten- und Sozialversicherungsausweis und möglicherweise als elektronische Geldbörse dienen. Selbst für die Stärkung der demokratischen Prinzipien ist die Smartcard hilfreich. Speziell geformte, ergonomische Kiosksysteme bestehend aus einem Touch-Screen-PC, einem Smartcard-Leser und einem Fingerprint-Lesegerät sollen die Wahlbeteiligung innerhalb der Europäischen Union erhöhen und das Wahlverfahren erleichtern. In dem Pilotprojekt European Union / E- Poll-Project garantiert eine intelligente Smartcard-Technologie die sichere Identifizierung wahlberechtigter Bürger. Sie wird kombiniert mit dem biometrischen Verfahren digitaler Fingerabdruck. Mittels Smartcard und GPRS-Technologie muss der Wähler kein bestimmtes Wahllokal mehr aufsuchen. Egal ob im Krankenstand oder im Urlaub, seine Stimme zählt immer. Nicht nur persönliche Daten lassen sich mittels Verschlüsselung sicher auf den intelligenten Plastikkarten abspeichern. Auch der Zugang zu PCs, Applikationen oder Gebäuden kann damit geregelt werden. Die Smartcard-basierte Authentifizierung ist durch den ecommerce-boom via Internet, Intranet und VPNs zur Grundlage aller Lösungen geworden, die die Vertraulichkeit und Integrität von Daten und sichere Prozessabläufe in Telekommunikationsnetzen gewährleisten, so Xavier Debanne, verantwortlich für Smartcard Business Development bei Siemens Business Services in Italien. jf

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