3 Installation von Exchange

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1 3 Installation von Exchange Server 2010 In diesem Kapitel wird nun der erste Exchange Server 2010 in eine neue Umgebung installiert. Ich werde hier erst einmal eine einfache Installation mit der grafischen Oberfläche beschreiben und anschließend die Möglichkeiten einer manuellen Installation über die Kommandozeilentools erläutern. 3.1 Installation von Exchange Server 2010 mit dem Installationsassistenten Die einfachste Installationsmöglichkeit bietet nach wie vor der Installationsassistent, der mit dem Produkt mitgeliefert wird. Wie bei vielen Microsoft-Produkten üblich, kann man den Datenträger eines Produktes einlegen und man wird durch einen entsprechenden Assistenten durch die Installation geleitet. Dies ist bei Exchange 2010 nicht anders. Der Installationsassistent prüft die Organisation und den Server auf die notwendigen Voraussetzungen. Abbildung 3.1: Die Automatische Wiedergabe der Exchange-DVD 51

2 mit dem Installationsassistenten Alternativ kann man die setup.exe auf der Installations-DVD ausführen, wenn die Automatische Wiedergabe auf dem Server deaktiviert sein sollte. Nach einem Klick auf Setup.exe erscheint dann der bereits aus Exchange Server 2007 bekannte Assistent, der Informationen über Exchange 2010 liefert und durch die Installation leitet. Abbildung 3.2: Die grafische Installationsoberfläche In diesem Fenster gibt es mehrere Links zu Dokumenten auf der Microsoft- Webseite, die bei der Planung, der Installation und der Wartung von Exchange Server 2010 unterstützen. Unterhalb des Menüpunktes Installieren sieht man in Abbildung 3.2 zwei ausgegraute Optionen: Schritt 1: Installieren Sie.NET Framework 3.5 SP1 und Schritt 2: Installieren Sie die Windows PowerShell v2. Da es sich bei dem Server-Betriebssystem, das ich hier verwendet habe, um einen Windows Server 2008 R2 handelt, sind diese Optionen bereits installiert. Bei einem Windows Server 2008 (ohne R2) müssen diese Optionen eventuell manuell installiert werden. Klickt man die entsprechenden Schritte an, wird man automatisch auf die Webseite von Microsoft geleitet und man kann dort die entsprechenden Komponenten herunterladen. Durch einen Klick auf Schritt 3 werden die Exchange 2010 Sprachoptionen ausgewählt. Dieser Menüpunkt gestattet die Auswahl der zu installierenden Sprachoptionen. Der Administrator hat hier die Option, alle Sprachen des Sprachpakets aus dem Internet zu installieren, oder nur die Sprachen, die auf dem Datenträger vorhanden sind. 52

3 Abbildung 3.3: Auswahl der Sprachpakete Nun werden die Installationsdateien von der DVD in ein temporäres Verzeichnis kopiert. Nach Abschluss der Installation werden die Dateien aus dem Temp- Ordner wieder gelöscht. Abbildung 3.4: Kopieren der Installationsdateien Nach Abschluss des Kopiervorgangs wird die Installation initialisiert. Dies kann, abhängig von der Server-Leistung, einige Zeit dauern. Dabei wird die Integrität des Installationspaketes geprüft. Abbildung 3.5: Initialisierung der Installation Nachdem die Installationsdateien entpackt worden sind, startet der eigentliche Installationsassistent. Dieser beginnt mit einer Einführung zu Exchange Server Mit einem Klick auf Weiter gelangt man nun zum Lizenzvertrag. 53

4 mit dem Installationsassistenten Abbildung 3.6: Einführung zur Installation Dem Lizenzvertrag von Exchange Server 2010 muss zugestimmt werden, damit die Installation fortgesetzt werden kann. Abbildung 3.7: Der Lizenzvertrag 54

5 Nach dem Akzeptieren der Lizenzbestimmungen kann man auswählen, ob man Fehlermeldungen direkt an Microsoft senden möchte. Diese Funktion entspricht dem Feature, das der Windows Server ebenfalls bietet. Dabei werden Probleme an Microsoft gemeldet und verfügbare Lösungen auf dem Server angezeigt. Diese Lösungen enthalten dann meist einen Link zu einer Webseite, auf der eine Lösung zu dem Problem bereitgestellt wird. Dies kann ein Link zu einer Herstellerwebseite sein, wenn es sich um Hardwareprobleme handelt. Abbildung 3.8: Aktivieren der Exchange-Fehlerberichterstattung Im nächsten Schritt wird die Installationsart ausgewählt. Hier stehen eine typische und eine benutzerdefinierte Option zur Verfügung. Eine typische Installation installiert die folgenden Optionen: Hub-Transport-Rolle Clientzugriff-Rolle Postfach-Rolle Exchange-Verwaltungstools Möchte man die Optionen anpassen, oder andere Rollen und Optionen auswählen, muss man die benutzerdefinierte Installation auswählen. Das Installieren oder Entfernen von Rollen kann natürlich nachträglich auch wieder durchgeführt werden. Es können Funktionen nachträglich installiert werden oder auch wieder entfernt werden. 55

6 mit dem Installationsassistenten Abbildung 3.9: Auswahl der Installationsart Zusätzlich kann hier der Installationsordner für die Programmdateien festgelegt werden. Die Grundinstallation benötigt etwa 3,5 GB. In der Grundinstallation wird auch die Datenbank im Programmordner abgelegt. Diese kann später dann an einen anderen Speicherort verschoben werden. Abbildung 3.10: Auswahl der Serverrollen 56

7 Im Fenster für die Auswahl der Serverrollen können nun einzelne Rollen ausgewählt werden. Eine Beschreibung der Rollen befindet sich in Kapitel 1. Die Edge-Transportserver-Rolle kann mit keiner der anderen Rollen kombiniert werden. Ein Edge-Transportserver ist für den Einsatz in einer DMZ gedacht. Im Gegensatz zu Exchange Server 2007 findet man keine Option, einen Cluster zu installieren. Genauere Informationen dazu befinden sich in Kapitel 10 (Hochverfügbarkeit). Abbildung 3.11: Name der Exchange-Organisation festlegen Nachdem die zu installierenden Komponenten ausgewählt worden sind, muss der Name der Exchange-Organisation festgelegt werden. Dieser Name kann nachträglich nicht mehr geändert werden. Deshalb bietet es sich an, diesen Namen eher allgemein zu halten. In einer Active-Directory-Gesamtstruktur kann es nur eine Exchange- Organisation geben! Nachdem der Name der Organisation definiert wurde, muss festgelegt werden, ob es noch ältere Outlook-Clients in der Organisation gibt. Diese Option hat Einfluss darauf, ob eine Datenbank für öffentliche Ordner angelegt wird. Outlook 2003 und Entourage-Clients verwenden öffentliche Ordner, um auf Ressourcen des Exchange Servers zuzugreifen. Entourage ist ein Exchange- Client für Macintosh-Computer. Sollte man hier auf nein geklickt haben und dann feststellen, dass es doch 57

8 mit dem Installationsassistenten noch ältere Clients im Netzwerk gibt, kann man nachträglich noch eine Datenbank für öffentliche Ordner anlegen. Eine Umgebung, die ausschließlich Outlook 2007 oder höher verwendet, benötigt keinen öffentlichen Ordner mehr. Seit Exchange Server 2007 sind die öffentlichen Ordner eine Funktionalität, die laut Microsoft nicht mehr verwendet werden sollte. Microsoft empfiehlt den Einsatz der Sharepoint Services oder des Microsoft Office Sharepoint Servers, um diese Funktionalität zur Verfügung zu stellen. Abbildung 3.12: Festlegen, ob eine Datenbank für öffentliche Ordner angelegt werden soll Nach einem Klick auf Weiter bietet der Assistent die Möglichkeit, den Clientzugriffserver direkt so zu konfigurieren, dass ein Zugriff aus dem Internet möglich ist. Der Clientzugriffserver wird zum Beispiel für Outlook Web App, Exchange Active Sync und Outlook Anywhere verwendet. Wird hier eine URL eingetragen, wird der Clientzugriffserver direkt mit einem passenden Zertifikat versehen und die Einstellungen für den Zugriff entsprechend konfiguriert. All diese Einstellungen können natürlich später angepasst werden. Eine detaillierte Beschreibung der Clientzugriffrolle und die notwendige Konfiguration befinden sich in Kapitel 7. 58

9 Abbildung 3.13: Festlegen des Zugriffs für den Clientzugriffsserver Im nächsten Schritt wird nun festgelegt, ob man am Programm zur Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit teilnehmen will. Dieses Programm gibt es für zahlreiche Anwendungen. Dabei werden Informationen über die Verwendung des jeweiligen Programms in der Organisation gesammelt und an Microsoft übermittelt. Abbildung 3.14: Festlegen der Teilnahme am Programm 59

10 mit dem Installationsassistenten Will man an dem Programm teilnehmen, werden Informationen zu Microsoft übertragen. Zusätzlich kann dann die Branche angegeben werden, in der das Unternehmen tätig ist. Nachdem nun die Komponenten ausgewählt worden sind, wird eine abschließende Überprüfung durchgeführt. Dabei werden die Organisation (Active Directory) und der Server auf die notwendigen Voraussetzungen geprüft. Abbildung 3.15: Prüfen der Voraussetzungen Der Assistent listet dann die Fehler und Warnungen auf, die bei der Überprüfung aufgetreten sind. Ein Klick auf Wiederholen führt erneut eine Prüfung durch. Eine Liste der Voraussetzungen befindet sich im Kapitel 3.2 direkt im Anschluss an dieses Kapitel. Nachdem dann alle Voraussetzungen erfüllt sind, kann die Installation gestartet werden. Die Installation kann abhängig von den ausgewählten Modulen einige Zeit in Anspruch nehmen. Die notwendigen Berechtigungen für die Installation werden ebenfalls in Kapitel 3.2 behandelt. 60

11 Abbildung 3.16: Starten der Installation Während der Installation kann man verfolgen, welche Module bereits installiert worden sind, und welche noch abgearbeitet werden müssen. Abbildung 3.17: Fortschritt der Installation Die Installation des Exchange Servers kann abhängig von den ausgewählten Komponenten und der Leistungsfähigkeit des Servers einige Zeit in Anspruch nehmen. 61

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