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1 I N F O R M A T I O N zur Pressekonferenz mit Gesundheits-Landesrätin Dr. in Silvia Stöger am 18. September 2009 zum Thema "Ausbau der Brustgesundheitszentren in OÖ"

2 LR Dr. in Silvia Stöger Seite 2 LR Stöger will neue Brustgesundheitszentren in Steyr, Vöcklabruck und Ried Verbesserte Brustkrebsbehandlung rettet in OÖ jährlich 40 Frauen das Leben Eine Brustkrebserkrankung bedeutet ein tiefgreifendes Ereignis im Leben einer Frau, die Folgen dieser Erkrankung sind psychisch und physisch entsprechend belastend. Jährlich werden in Österreich mehr als Frauen (davon rund 750 Oberösterreicherinnen) mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert und mit fast Todesfällen im Jahr (261 Frauen in Oberösterreich) ist das Brustkarzinom die häufigste Krebstodesursache bei Frauen. Viele von ihnen könnten durch eine gesicherte Früherkennung und Diagnose sowie eine optimale individuelle Behandlung und Nachsorge gerettet werden. Aus diesem Grund sollen in oberösterreichischen Spitälern flächendeckend Brustgesundheitszentren eingerichtet werden, erklärt Gesundheits-Landesrätin Dr. in Silvia Stöger. Das Mammakarzinom ist nach wie vor die häufigste bösartige Tumorerkrankung bei Frauen. Jede achte Frau erkrankt in Oberösterreich an Brustkrebs, wobei mit dem Alter das Erkrankungsrisiko steigt. Das Durchschnittsalter zum Diagnosezeitpunkt beträgt laut Brustkrebsbericht Jahre. Rund 5 % der Brustkrebsneuerkrankungen betreffen Frauen in einem Alter von unter 40 Jahren, etwa 15 % sind 40 bis 49 Jahre alt, ca. 44 % sind 50 bis 69 Jahre und etwa 36 % der Frauen sind älter als 69 Jahre. Die Hälfte der erkrankten Frauen ist laut Bericht vor dem 73. Lebensjahr verstorben. Rund 2 % der verstorbenen Frauen waren jünger als 40. Brustkrebstodesfälle können um 15 Prozent verringert werden Die Europäische Union hat daher 2006 die Schaffung von Brustgesundheitszentren in den EU-Mitgliedsstaaten bis 2016 beschlossen. Damit soll die Brustkrebsversorgung standardisiert und die gesamte Behandlungs- und Betreuungskette optimiert werden. Ergebnisse beispielsweise aus Großbritannien zeigen, dass sich innerhalb von zehn Jahren durch die Einführung von flächendeckenden Früherkennungsprogrammen und zertifizierten Brustzentren die Anzahl von Brustkrebstodesfällen um 15 % verringert hat, obwohl im gleichen Zeitraum die Neuerkrankungen um 19 % gestiegen sind. Zwar haben wir in

3 LR Dr. in Silvia Stöger Seite 3 Oberösterreich bereits eine sehr gute Brustkrebsversorgung, aber auch hierzulande gibt es noch Verbesserungspotential. Ich will daher weitere Brustgesundheitszentren aufbauen, das wird jährlich 40 Frauen das Leben retten, betont Stöger. Brustgesundheitszentren sollen die Mammakarzinom-Behandlung weiter verbessern Das AKH Linz, das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Linz und das Klinikum Wels-Grieskirchen betreiben bereits ein derartiges Zentrum. Zumindest in den regionalen Schwerpunktspitälern außerhalb des Zentralraums Linz-Wels, also in Ried, Steyr und Vöcklabruck, sollen weitere Spezialzentren aufgebaut werden, damit Oberösterreich flächendeckend versorgt ist, sagt Stöger dem Mammakarzinom verstärkt den Kampf an. Ein Brustgesundheitszentrum ist ein Kompetenzzentrum für alle Erkrankungen der Brust, insbesondere das Mammakarzinom. Aufgrund der Komplexität dieser Erkrankung kann die Versorgung von Patientinnen mit Brustkrebs nicht von einer medizinischen Fachrichtung alleine erfolgreich durchgeführt werden. Die besten Behandlungserfolge können dort erzielt werden, wo der Krebsbehandlungsplan gemeinsam durch Spezialist/innen beraten und festgelegt wird. Die Entscheidung zu einer bestimmten Krebstherapie soll nur durch eine fächerübergreifenden Konferenz getroffen werden, in der Ärztinnen und Ärzte der Fachrichtung für Onkologie, Chirurgie, Strahlentherapie, Pathologie und Gynäkologie vertreten sind. Die Brustkrebsbehandlung kann somit perfekt für jede einzelnen Patientin geplant und durchgeführt werden. Auch bei Vorliegen von schwerwiegenden Änderungen im Krankheitsverlauf, dem Auftreten von Metastasen oder Rückfällen und bei Auftreten massiver Nebenwirkungen oder Begleitkrankheiten, die eine Änderung des Behandlungsplans zur Folge haben könnten, ist diese Zusammenarbeit von großer Bedeutung. Um für die Patientinnen die bestmögliche Behandlung auf dem neuesten Stand des Wissens gewährleisten zu können, sollen Brustzentren einem Zertifizierungsverfahren unterzogen werden. Ziel der Zertifizierung ist es, für die gesamte Versorgungskette von der Früherkennung über Diagnostik und Behandlung bis hin zu Nachsorge einheitliche Qualitätsstandards einzuführen und laufend zu kontrollieren.

4 LR Dr. in Silvia Stöger Seite 4 Optimale Brustkrebs-Vorsorge ist von größter Bedeutung Grundsätzlich gilt, dass die Heilungschancen erheblich besser sind, wenn Brustkrebs in einem möglichst frühen Stadium entdeckt wird. Bei Krebs-Vorstufen und frühen Formen des Brustkrebs ist diese Krankheit zu über 90 % heilbar. Im Anfangsstadium bereitet Brustkrebs keine Beschwerden oder Schmerzen, weshalb Veränderungen der Brust nur durch Vorsorgeuntersuchungen festgestellt werden können. Jede Frau sollte einmal im Monat eine Selbstuntersuchung der Brust durchführen und einbis zweimal jährlich durch eine Ärztin oder einen Arzt die Brust abtasten lassen. Ab dem 40. Lebensjahr wird alle zwei Jahre eine sogenannte Mammographie empfohlen. Diese Untersuchung gilt als eines der sensibelsten Verfahren, um kleinste Veränderungen im Brustgewebe feststellen zu können. Die Mammographie ist eine röntgen-diagnostische Untersuchung und dauert nur wenige Minuten. Durch sie kann Brustkrebs in einem frühen Stadium erkannt werden, in dem der Tumor weder ertastet noch mit anderen Methoden entdeckt werden kann. Diagnose Brustkrebs was nun? Die Diagnose Brustkrebs berührt eine Frau wohl wie kaum eine andere Krankheit, denn sie kann grundsätzliche Existenzängste und die Bedrohung der Weiblichkeit als erste Reaktion auslösen. Diese Krebsart lässt sich dank der großen medizinischen Fortschritte jedoch heute heilen, sofern sie früh genug erkannt und gezielt behandelt wird. Die moderne Brustkrebstherapie stützt sich im Prinzip auf drei Säulen: Die Operation, die nachfolgende Bestrahlung und die medikamentöse Behandlung. Die Operation ist auch weiterhin die zentrale Säule der Therapie und meist der erste Therapieschritt nach der Brustkrebsdiagnose. Kann die Brust erhalten werden, was heute in mehr als 80 % der Fälle gelingt, folgt in der Regel die Strahlentherapie. Während Operation und Strahlentherapie die Tumorzellen an ihrem Entstehungsort bekämpfen,

5 LR Dr. in Silvia Stöger Seite 5 gelangen Krebsmedikamente über den Blutkreislauf in den ganzen Körper, wodurch auch Tumorzellen, die bereits in andere Organe des Körpers gewandert sind, bekämpft werden können. Die medikamentöse Behandlung erfolgt gewöhnlich durch die Verabreichung einer Chemotherapie, durch antihormonelle Medikamente oder auch durch die Gabe von Antikörpern.

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