Handeln in Praxisfeldern. Berufskolleg Gesundheit und Pflege II. Schuljahr 1. Landesinstitut für Erziehung und Unterricht Abteilung III

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1 Berufskolleg Gesundheit und Pflege II Schuljahr 1

2 2 1. Allgemeines Die praktische Ausbildung im Fach findet während der einjährigen schulischen Ausbildung statt. Sie erfolgt entsprechend der Konzeption des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg für das. Für die Zulassung zur Abschlussprüfung ist der Nachweis eines Betriebspraktikums von mindestens 180 Zeitstunden erforderlich (siehe Anlage 2). Für die praktische Ausbildung kommen Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens in Betracht: z. B. Altenheime, Krankenhäuser, ambulante Pflegedienste, große Arztpraxen und Rehaeinrichtungen. Das Praktikum sollte sich aufgliedern in die Bereiche Verwaltung, Pflege und/oder Sozialdienst. Die Praxisstelle wird von den Schülerinnen und Schülern in Absprache mit der Schule selbst gesucht. Es sollte eine Einrichtung in der näheren Umgebung der Schule sein. 2. Zusammenarbeit zwischen Schule und Einrichtung Für die Dauer des Praktikums stellt die Einrichtung die Anleitung der Schülerinnen und Schüler sicher und benennt eine verantwortliche Person. Diese stellt das Bindeglied zwischen der Einrichtung und der schulischen Ausbildung dar. Die betreuenden Lehrkräfte besuchen die Schülerinnen und Schüler während des Einsatzes in der Praktikumsstelle i. d. R. zweimal pro Schuljahr. Die praktischen Erfahrungen werden im Unterricht reflektiert. Hierzu können z. B. an sechs Tagen des Schuljahres je 3 Unterrichtsstunden von der Schule festgelegt werden. Im Verlauf des Schuljahres ist ein Praktikumsbericht (siehe Gliederungsvorschlag unter 8.) von den Schülerinnen und Schülern im Praktikum, sowie ein Protokoll (siehe Anlage 1) über den praktischen Einsatz zu erstellen. 3. Zielsetzung Ziel des Faches ist es, die Schülerinnen und Schüler im praktischen Bereich für das Tätigkeitsfeld des Assistenten im Gesundheits- und Sozialwesen zu qualifizieren. Durch praktische Mitarbeit unter fachlicher Anleitung sollen Erfahrungen gesammelt und im Unterricht analysiert und reflektiert werden. 4. Ausbildungsziele Anmerkung: * Der Begriff Klient steht für Pflegebedürftiger, Patient, Bewohner, Gast, Kunde etc. Klienten* in ihrer Persönlichkeit annehmen Bedeutung von Theorie und Praxis als Grundlage eigenen Handelns begreifen eigenes Lernen und Handeln reflektieren konstruktive Zusammenarbeit im Team auf der Grundlage gegenseitiger Wertschätzung kennen lernen ethische Grundhaltungen, z. B. Vertrauen, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit entwickeln Kooperation der Dienststellen und Berufsgruppen kennen lernen organisatorische Abläufe erfassen und mitgestalten

3 Schuljahr 1 3 schriftliche Arbeiten Ausführen und Gestalten zugewiesene Tätigkeiten korrekt und zuverlässig ausführen Mit Klienten*, Angehörigen etc. angemessen kommunizieren sich verständlich und differenziert ausdrücken belastende Situationen aushalten und reflektieren 5. Ausbildungsinhalte Aus den Zielsetzungen ergeben sich folgende Ausbildungsinhalte, die unter Anleitung und Aufsicht in der betreuenden Einrichtung durchgeführt werden sollen. Sie sind als Rahmen zu verstehen, da der jeweilige Einsatzbereich der Auszubildenden zu berücksichtigen ist und dementsprechende Schwerpunkte bezüglich der Tätigkeiten im administrativen und pflegerischen Bereich zu setzen sind. Verwaltung Beschreiben von Aufgaben und Organisation der Einrichtung Mitwirken bei Aufnahmesituationen Teilnehmen an der Organisation und Durchführung von Veranstaltungen innerhalb der Einrichtung, z. B. Festgestaltung, Ausflüge, Personalversammlungen, Heimbeiratssitzungen etc. Vorbereiten und Mitwirken bei der Öffentlichkeitsarbeit, z. B. Tag der offenen Tür, Informationsveranstaltungen Mitgestalten einer freundlichen Umgebung, z. B. Aufenthaltsräume, Wartezimmer Mitarbeiten bei Terminplanung Klientenaufnahme* und -betreuung, Karteiführung Führen von Telefonaten Begleiten der Klienten* bei Behördengängen etc. Unterstützen beim Ausfüllen von Anträgen und Abwickeln von sonstigem Schriftverkehr Abwickeln von Schriftverkehr mittels moderner Kommunikationstechniken Ablegen und Archivieren von Schriftstücken Erfassen und Abrechnen von Leistungen Verwalten von Fremdeigentum über einen bestimmten Zeitraum Aufrechterhalten von Kontakten mit kooperierenden Dienststellen und Berufsgruppen, Veranlassen von Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten Einholen von Angeboten, Beschaffen und Verteilen von Arbeitsmitteln

4 4 Pflege Mitwirkung bei der Ermittlung von Daten zur Vorbereitung von Pflegesatzverhandlungen Beteiligen an der Betreuung und Beobachtung von Patienten, Bewohnern oder anderen Klienten* Wahrnehmen und Erfassen von Fähigkeiten, Wünschen und Gewohnheiten des Patienten, Bewohners oder Klienten* Sammeln von Informationen und biografischen Daten über den Klienten* Hilfestellung Geben und rehabilitative Maßnahmen Ausführen in Bereichen, in denen der Mensch Einschränkungen hat; z. B. bei Körperpflege, Lagerungen, Mobilisation und Speisenverteilung Beobachtungen mündlich Weitergeben und unter Anleitung Dokumentieren Kontrollieren der Vitalzeichen Assistieren bei der Durchführung ärztlicher Verordnungen, die von der Pflegefachkraft ausgeführt werden, z. B. bei Einreibungen und Inhalationen Organisieren und Durchführen von Beschäftigungsmaßnahmen Vorbereiten und Begleiten des Patienten zu diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen Vorbereiten und Durchführen von desinfizierenden Maßnahmen Einhalten der Hygieneregeln (UVV103 der BGW) Bestellen, Vorbereiten und Weiterleiten von Untersuchungsmaterial Teilnehmen an Team- und Dienstbesprechungen Führen von Gesprächen mit Patienten, Bewohnern, Klienten * Teilnehmen an Beratung und Begleitung Angehöriger 6. Unterrichtsinhalte für die Begleitung durch die betreuenden Lehrkräfte Die Unterrichtsinhalte sind unter der besonderen Zielsetzung des Faches zu verstehen (siehe 3.), d. h. die Inhalte sind unter Berücksichtigung des Erfahrungsbereiches der Schülerinnen und Schüler im Praktikum auszuwählen. Themenvorschläge 1. Kommunikation, z. B.Umgang mit Klienten, Mitarbeitern, Vorgesetzten; Telefongespräche 2. Rechtliche Belange, z. B. Sorgfaltspflicht, Aufsichtspflicht etc. 3. Pflegeprozess 4. Behindertsein, Erkrankung, Sterben, Tod 5. Aktivierung und Beschäftigung, z. B. Gestaltung von Einladungen, Glückwunschkarten, Tischschmuck etc.; kleine Aktivitäten im Rahmen der Beschäftigungstherapie, z. B. Singkreis, Kommunikations- oder Gedächtnisspiele 6. Zeitmanagement: Organisation übertragener Aufgaben, Tagesabläufe 7. Problemstellungen aus der Praxis

5 Schuljahr Protokoll zum Praktikumsverlauf Das Protokoll (siehe Anlage 1) ist als Informationsblatt für die betreuende Lehrkraft gedacht. Sie erfährt, wo die Schülerinnen und Schüler eingesetzt sind (Praxisbesuche!). Außerdem wird ersichtlich, ob sie im Verlaufe des Jahres unterschiedliche Bereiche kennen gelernt haben. 8. Praktikumsbericht Im Bericht stellen die Schülerinnen und Schüler ihre Kenntnisse über die betreuende Einrichtung, durchgeführte Tätigkeiten, Beobachtungen und Erfahrungen im Rahmen der praktischen Ausbildung schriftlich dar. Der Bericht dient der Leistungsbewertung. 1. Deckblatt Name der Schülerin/des Schülers im Praktikum Einrichtung Einsatzdauer Praxisanleitung 2. Inhalt 2.1 Beschreibung der Einrichtung Träger der Einrichtung Leitbild und Konzeption Umgebung der Einrichtung Organigramm Räumliche Bedingungen der Einrichtung/Größe 2.2 Arbeitsbereich Tagesablauf Arbeitszeitregelung Beschreibung je einer übertragenen Aufgabe aus dem administrativen und pflegerischen Bereich

6 6 Persönliche Erfahrungen während der Praktikumszeit Eigene Interessen und Vorlieben Besondere Belastungen (positive und negative Lernerfahrungen) Zukunftsvisionen 9. Praxisstundennachweis (siehe Anlage 2)

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