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1 Verteilen einer Windows Vista Installation 1 Verteilen einer Windows Vista Installation Lernziele: Analyse System vorbereiten Die unbeaufsichtigte Installation Migration von Benutzerkonten Das Upgrade Dualboot Treiberprobleme Tools Prüfungsanforderungen von Microsoft: Analyze the business environment and select an appropriate deployment method Prepare a system for clean installation or upgrade Deploy Windows Vista from a custom image Perform post-installation tasks Troubleshoot deployment issues Quelle: Microsoft 25

2 Einführung 1.1 Einführung Das Verteilen einer Windows Vista Installation ist eine Aufgabe, die in größeren Firmen auf Sie zukommen kann. Microsoft bietet dafür verschiedene Tools an, die alle im Business Desktop Deployment (BDD) zu finden sind. Der BDD ist eine Sammlung von Tools, mit denen Sie die Verteilung von Windows Vista automatisieren können. Abbildung 1.1: Komponenten des BDD, Quelle: Microsoft Als Desktop-Supporter werden Sie zwar in den seltensten Fällen ein komplettes Massenrollout alleine vornehmen müssen, allerdings ist es möglich, dass Sie unterstützend mitarbeiten müssen. In Folge werden wir uns mit den wichtigsten Tools von BDD beschäftigen. 26

3 Verteilen einer Windows Vista Installation 1.2 Hardwarevoraussetzungen Die Hardwarevoraussetzungen für Vista sind relativ hoch. Besonders, wenn Sie die AERO-Oberfläche benutzen wollen, benötigen Sie eine DirektX 9 kompatible Grafikkarte mit WDDM Treiber, und einem möglichst großen Grafikspeicher. Hardware, die die Mindestanforderungen für Vista erfüllt, erhält die Bezeichnung Vista Capable. Für ein reibungsloses Arbeiten und die Möglichkeit, alle Funktionen nutzen zu können, gelten höhere Anforderungen. Wenn diese erfüllt werden, erhält die Hardware das Siegel Premium Ready. Vista Capable Premium Ready CPU 800 MHz 1 GHz RAM 512 MB 1 GB Grafikkarte DirectX 9 DirectX9 128 MB VideoRAM HDD 20 GB 40 GB Freier Speicher HDD 15 GB 15 GB Optisches Laufwerk CD DVD Man kann sagen, Vista läuft schneller und reibungsfreier, wenn die Hardware diese Anforderungen übertrifft. Wenn Sie einen neuen Rechner kaufen, sollten Sie diese Anforderungen als das absolute Minimum betrachten, und versuchen, gerade im Bereich Arbeitsspeicher diese Werte zu übertreffen. 1.3 Die unbeaufsichtigte Installation Die unbeaufsichtigte Installation ist eine der größten Neuerungen, die Microsoft mit Windows Vista geschaffen hat. Unbeaufsichtigte Installationen sind die Grundvoraussetzung für Massenrollouts. Immer wenn viele Rechner mit ein und demselben Betriebssystem ausgestattet werden müssen, ist es nicht mehr möglich, eine Installation über eine DVD zu starten, wie wir es bisher gemacht haben. Massenrollouts setzen Vorbereitung voraus, unter anderem darf es nicht mehr nötig sein, die Informationen, wie Seriennummer oder Sprachversion manuell an jedem 27

4 Die unbeaufsichtigte Installation Computer eingeben zu müssen. Bisher war ein Massenrollout relativ schwierig, da jeder Computer einzeln installiert werden musste. Dies konnte zwar mit einigen Dateien vereinfacht werden, aber das Prinzip der Einzelinstallation blieb. Selbst mit Tools, die ein Image eines installierten Systems weiterverbreitet haben, stieß man schnell an die Grenzen des machbaren, da für eine solche Verteilung gleiche, oder zumindest ähnliche Hardware nötig war. Windows Vista wird auch beaufsichtigt- nicht mehr wie die älteren Windows Versionen durch Aufrufen eines Installationsprogrammes installiert, sondern hat ein komplett neues Konzept. Windows Vista ist imagebasiert Das klingt nicht überragend neu, denn es war ja bisher auch schon möglich, von installierten Systemen Images zu erstellen, und diese zu verteilen. Doch Windows Vista wird bereits als Image ausgeliefert! Dies ist sehr wohl neu, und wirft einige Fragen auf. Wie ist es möglich, dass ein Image auf den verschiedensten Hardwarekonfigurationen installiert werden kann? Microsoft hat es geschafft, ein neues Imageformat zu kreieren, das völlig hardwareunabhängig ist. Dieses Format arbeitet auch mit einer hohen Kompressionsrate, deswegen ist es möglich, dass auf jeder Windows Vista DVD alle Versionen von Vista vorhanden sind! Das Format nennt sich.wim (Windows Imaging Microsoft). Die relevanten Daten befinden sich in zwei Dateien: Install.WIM Boot.WIM ACHTUNG Tatsächlich sind auf einer Windows Installations-DVD alle 6 Versionen von Vista vorhanden. Welche Version installiert wird, wird lediglich durch den Produkt-Key festgelegt! Es ist tatsächlich so, dass es nur noch zwei verschiedene Installations-DVDs gibt, eine für die 32-Bit Version und eine für die 64-Bit Version. Das eröffnet natürlich für das Massenrollout neue Möglichkeiten. 28

5 Verteilen einer Windows Vista Installation Windows Vista ist sprachneutral Alle Sprachpakete (inklusive Englisch) sind optionale Komponenten und können einzeln zum Betriebssystem hinzugefügt werden. Das kann man erkennen, wenn man in der Registry einige Einträge mit den Einträgen vergleicht, die in früheren Windows Versionen zu finden waren. Windows Vista startet die Installation nicht mehr im DOS-Modus Alle vorherigen Windows Versionen haben die Installation immer im DOS-Modus gestartet. Windows Vista dagegen startet die Installation mit Windows PE 2.0. Windows PE 2.0 basiert auf dem Vista-Kernel und ist ein eigenes, kleines Betriebssystem, das aber nur eingeschränkte Funktion hat. Mit diesem System wird die Installation gestartet. Windows PE 2.0 findet sich in der Datei Boot.WIM. Außerdem stellt Microsoft für ein entsprechendes Massenrollout Tools zur Verfügung, die wir in diesem Kapitel betrachten werden. Diese Tools finden Sie im WAIK (Windows Automated Installation Kit), den Sie von der Microsoft Seite herunterladen können Installieren mithilfe von WDS (Windows Bereitstellungsdiensten) Die Installation mit WDS erfordert zwei Schritte: zunächst muss der Server konfiguriert werden, auf dem die Abbilder bereitgestellt werden, und dann muss der Client gestartet werden, um eine Installation zu erhalten. Installation des WDS-Servers Um Vista mithilfe von WDS bereitzustellen, benötigen Sie einen Server, auf dem der Dienst WDS installiert wird. Dies muss nicht unbedingt der neue Windows Server 2008 sein, es ist auch möglich, WDS auf einem Windows Server 2003 zu installieren. Der Windows Server 2003 benötigt auf jeden Fall SP2, denn erst mit diesem SP ist WDS verfügbar, in älteren Versionen gibt es nur das Vorgängermodell, RIS (Remote Installation Service), der aber eine Bereitstellung von Vista nicht unterstützt. Zunächst müssen Sie die Windows-Bereitstellungsdienste installieren. 29

6 Die unbeaufsichtigte Installation Abbildung 1.2: Installation der Windows-Bereitstellungsdienste unter Windows Server 2003 Nach der Diensteinstallation muss ein Neustart erfolgen. Nach dem Neustart können Sie die entsprechende Verwaltungskonsole öffnen. Abbildung 1.3: Konsole der Bereitstellungsdienste 30

7 Verteilen einer Windows Vista Installation Wie Sie sehen, ist der Server, der in unserem Beispiel W2K3.meistertrainer.info heißt, zwar aufgeführt, aber noch nicht konfiguriert. Wir müssen nun dafür sorgen, dass er die für die Bereitstellung benötigten Daten erhält: Boot.wim Install.wim Dafür klicken wir auf Aktion und konfigurieren den Server. Zunächst werden uns die Voraussetzungen für die Bereitstellung angezeigt. Abbildung 1.4: Voraussetzungen Also ist WDS ein Dienst, der nur in einer Domänenumgebung mit entsprechend vorhandenen Netzwerkdiensten ausgeführt werden kann. Active Directory wird benötigt, um einige Einstellungen zu konfigurieren, die die Sicherheit betreffen. Für eine Active Directory Domäne wird auch der Netzwerkdienst DNS benötigt, der auch die Namensauflösung vornimmt. 31

8 Die unbeaufsichtigte Installation Ein DHCP-Server wird benötigt, damit die Clients bei der Installation eine IP-Adresse bekommen können. Ohne eine IP-Adresse können sie den WDS-Server nicht erreichen. All diese Konfigurationen erfordern Kenntnisse über Active Directory und über die Netzwerkdienste, und sind deswegen an dieser Stelle nicht relevant. Nun müssen Sie noch einen Speicherort wählen, der groß genug ist, um die.wim- Dateien speichern zu können. Diese Partition muss zwingend mit NTFS formatiert sein. Wenn Sie alle diese Anforderungen erfüllt haben, werden die.wim-dateien auf den Server kopiert, zunächst das Startabbild. Abbildung 1.5: Kopieren des Startabbildes Dies ist die Datei Boot.wim. Im Anschluss wird die Datei install.wim auf den WDS-Server kopiert. 32

9 Verteilen einer Windows Vista Installation Abbildung 1.6: Kopieren der Windows Abbilder Sie erinnern sich? In der install.wim Datei sind alle Vista Versionen gespeichert, deswegen werden natürlich auch alle Versionen auf den Server kopiert. Den Beweis können Sie erkennen, sobald der Kopiervorgang abgeschlossen ist: 33

10 Die unbeaufsichtigte Installation Abbildung 1.7: Alle Windows-Abbilder Sie sehen alle Windows-Abbilder, die in der Datei install.wim vorhanden sind. Damit ist die Seite des Servers konfiguriert, und Sie können einen Client für die Installation starten. Installation des Clients mit WDS Wenn der WDS Server richtig konfiguriert ist, starten Sie einen Client einfach im Netzwerk, und stellen das BIOS so ein, dass der Client einen Netzwerkstart macht. In diesem Fall erhält der Client eine IP-Adresse vom DHCP-Server, und kann dann Kontakt mit dem WDS-Server aufnehmen. Falls die Netzwerkkarte des Clients diese Startart nicht unterstützt, also nicht PXEfähig ist, ist es auch möglich, den Client von einer speziellen CD zu starten. Hierbei wird eine WIM-Datei erstellt, mit der Sie den nicht PXE-fähigen Client starten können. 34

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