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1 (20:05-21:00 Uhr), KW 37 Deutschlandfunk (Abt. Musik und Information) F R E I S T I L Orgie, jede Woche - Geschichten aus dem Kitkatclub Eine Sendung von Christoph Spittler Redaktion: Klaus Pilger M a n u s k r i p t Urheberrechtlicher Hinweis Dieses Manuskript ist urheberrechtlich geschützt und darf vom Empfänger ausschließlich zu rein privaten Zwecken genutzt werden. Die Vervielfältigung, Verbreitung oder sonstige Nutzung, die über den in 44a bis 63a Urheberrechtsgesetz geregelten Umfang hinausgeht, ist unzulässig.

2 Hörspiel Emil und die Detektive (Emil) Guten Tag, darf ich mich hierher setzen? (Herr) Natürlich, höflicher junger Mann. (Emil) Emil Tischbein ist mein Name. (Herr) Wohin fährst du denn? (Emil) Ich fahre nach Berlin. (Herr) Ah, nach Berlin. Kennst du Berlin schon? (Emil) Nein. (Herr) Na, da wirst du aber staunen. In Berlin gibt es neuerdings Häuser, die sind hundert Stockwerke hoch, und die Dächer hat man am Himmel festbinden müssen damit sie nicht fortwehen! Na, und was es sonst noch alles gibt, du wirst staunen! (Emil) Na, das sind aber ziemlich komische Geschichten. (Herr) Ja ja, in Berlin gibt s lauter solche Sachen in Berlin! Atmo Bahnhofsansage Auf Gleis zwo fährt jetzt ein: ICE 592 von Stuttgart. Ankunft Null Uhr dreiundzwanzig. Hallo! Na, alles klar? in Orgie, jede Woche. Ich komm jetzt gerade aus Braunschweig. Ich hab noch gearbeitet, bis vor zwei Stunden, und, ja, jetzt gönn ich mir meinen Feierabend. in Geschichten aus dem Kitkatclub. Von Christoph Spittler. Ich hab mich im ICE schon ein bisschen vorbereitet, ich hab schon Basics angelegt, also, schöne Damenstrumpfhosen und so'n Netzhemd das ist schon jetzt unter meiner bürgerlichen Kleidung drunter, so dass ich nachher, wenn ich da im Club ankomme, nicht mehr so viel Arbeit hab. Das ist schon ein Ritual. Immer in 2

3 Spandau, hinter Spandau geh ich dann schonmal auf Klo... man kommt da schon ein bisschen in Stimmung. Ich werde nervös. Meine Frau geht nicht schlafen. Ich hab angekündigt, noch auszugehen. Aber jetzt steh ich unschlüssig vorm Schlafzimmerspiegel. Ich will nicht beobachtet werden, während ich mich umziehe. Ja, das fängt morgens an. Das fängt an, diese Pillen alle zu nehmen. Das ist Borretsch-Öl, wegen der Gammalinolinsäure dann ist hier Lachsöl, das ist hier Aikosapentainsäure, Ducosahexainsäure... das ist... das ist Knoblauch-Mistel- Weißdorn... das hier ist Carnitin... Rosmarin-Majoran ist auch ne gute Mischung vor irgendwelchen erotischen Abenteuern und so. Obwohl das jetzt ne Nebenrolle spielt oder so da nehm ich viel zu viele andere Sachen, die da auch ne Rolle spielen Ich pack meine Sachen in ne unauffällige Tasche. Meine Frau sitzt auf dem Sofa und sieht fern. Raumschiff Enterprise, die alten Folgen. Ist total abgefahren. Ich wusste gar nicht, dass das auf Kabel 1 läuft, sagt sie. Ach so. Tschüss, sag ich. Ich geh nochmal kurz raus. Sie sieht mich kurz an und trinkt einen Schluck Bier. Wir sind ein modernes Paar und gönnen uns unsere Freiheiten. in Er zündete sich eilig eine Zigarette an und rief den Kellner. Womit kann ich dienen?, fragte der. Antworten Sie mir auf eine Frage. - Bitte schön. - Soll ich hingehen oder nicht? - Wohin meinen der Herr? - Sie sollen nicht fragen, Sie sollen antworten. Soll ich hingehen oder nicht? Der Kellner kratzte sich unsichtbar hinter den Ohren. Dann trat er von einem Plattfuß auf den anderen und meinte verlegen: Das beste wird sein, Sie gehen nicht hin. Sicher ist sicher, mein Herr. Fabian nickte. Gut. Ich werde hingehen. Zahlen. 1 OT Cordula Schatz, beim Lippenschminken kann ich nicht reden, das wirst du doch wohl einsehen... 1 Kästner 1936: 8f 3

4 Es ist Nacht, und ich gehe. OT 5 Cordula...also das ist ja so'n kussechter. Also, der ist richtig hammerhart, normalerweise ist der ungefähr 48 Stunden bombenfest dran. Aber bei den Knutschereien im Kitty, da ist der manchmal dann schon weg. Ich setze mich ins Auto. Fahre um die Straßenecke. Zünde mir die erste Zigarette an. Ich bin Nichtraucher. An diesem Abend rauch ich eine Schachtel oder zwei. Noch ne Büchse Bier holen von der Tankstelle. Also, ich persönlich schwärme ja von dieser Khajuraho-Kultur. Das sind diese Tempel in Indien, die so über und über mit sexuellen Darstellungen bedeckt sind. Und an Bekleidung haben die nur Schmuck. Das wär so ne Kultur, die mir so sehr angenehm wäre. Ich werde dieses Jahr 49 Jahre alt. Ich arbeite im Bereich des öffentlichen Dienstes, und da hatte ich viel zu tun, heute. OT Cordula Ich bin Schauspielerin. Theater, bisher... siehste, ich komm zu nix hier... ich muss jetzt wirklich mal diesen einen braunen Lipliner, ich muss jetzt mitsprechen, laut, sonst wird das nichts... Hippiezeit, ab 69 so nur noch in Kommunen und so weiter gelebt... Ich hab damals schon von Sozialhilfe gelebt, und bis heute tu ich das auch... OT Cordula. (kramt) Ich bin nämlich total unfähig, was Multitasking betrifft... außer in bestimmten Situationen... Vielleicht erinnerst du dich ans letzte Mal... (kichert)... 4

5 Ich komm jetzt da auch seit sechs Jahren glaub ich jeden Samstag hin oder so, ne? Mit ganz wenigen Ausnahmen da funktionier ich wie so'n Uhrwerk, ne. Die sagen dann, du gehörst hier schon zur Dekoration oder so. Sehr funktionell, kann man sagen, ne. Der Ablauf ist immer identisch und so. Also, die Macht der Gewohnheit ist dann bei mir einfach sehr stark. Ich hab Glück, ein Parkplatz, gegenüber von der Tür, gegenüber, auf der anderen Straßenseite, so dass man mich nicht sofort bemerkt. Man kann quer parken, das ist gut, rückwärts, so hab ich die Tür im Blick, ohne den Kopf zu verrenken. Ich bleib im Auto sitzen und rauche. Mach mir die nächste Kippe an der Glut der letzten an und versuche, mich zu beruhigen. Meine Mutter sagt, in unserer Familie sind alle Männer pervers. Ich fahr jetzt mit der S-Bahn natürlich Richtung Club... So, jetzt muss ich erst mal ne Karte kaufen... das kann teuer werden, wenn jetzt doch ne Kontrolle kommt, dann sind das gleich 40 Euro, und das ist schon wieder eine Fahrt von Braunschweig nach Berlin, da würde ich mich richtig ärgern. OT 13 Cordula Strass-Steine kleben müssen wir heute nicht, Perlen reichen. Was muss ich denn jetzt noch, ich muss noch so zusammenpacken, was ich so mitnehme...meinen Beautycase mit allen Schminksachen... Nachschminken wenn's abge-, weggeküsst ist und so... Eine Baracke, mehr nicht, unscheinbar. So ist das, in Berlin, der Rausch in der Ruine. Blinde Fenster im ersten Stock. Versicherungsreklame auf grauem Putz. Der Fels in der Brandung. Es ist bloß der Kitkatclub. Kein blöder Swingerclub. Sex und Techno. Mein Herz klopft, und ich denk in Fetzen. So viele Geschichten vom Exzess. Diesen Tee mach ich dann...dann kommt ne Freundin und dann machen wir Essen hier... danach leg ich mich hin nochmal, so möglichst versuch ich nochmal zu 5

6 schlafen nochmal so'n paar Stunden... so. Um zehn steh ich dann auf, nochmal Duschen, nochmal richtig Grundrasieren und so...ja dann fahr ich so in der Regel ziemlich genau um elf los, kann man sagen, mit' m Rad. Zwei gehen hinein. Sie sind ein Paar. Ihr Schritt ist entschlossen. Sie tragen lange Mäntel. Sind sie alt? jung? Sie sind zu weit weg und sie gehen zu schnell, als dass ich feststellen könnte, ob es Menschen sind, die ich mit. mit Sex... in Verbindung bringen möchte. Ich warte weiter. Worauf? Ich mach das Bier auf und bin komisch glücklich. Hörspiel Emil und die Detektive In Berlin gibt s lauter solche Sachen. In Berlin! OT Cordula So... und jetzt... das geht aber noch. Alles im grünen Bereich, wie man so schön sagt... (klimper) Das ist ein Perlenstring. Das hier, das ist ein Korsett, und den Perlen-BH hab ich schon an. Und dann brauch ich noch die Stiefel... die haben wir hier... das ist... Pulp Fiction in Weiß, ein weißer Pagenkopf. Heute ist es ein Netzhemd mit einem Korsett, mit einem Dienstmädchen- Häubchen und einem kurzen Röckchen, und das kann ich bei Bedarf variieren, ich kann hab die Strumpfhose sehr schnell runtergezogen, so dass dann ich auch unten ohne, frei baumelnd quasi auf der Tanzfläche tanzen kann. Wenn mir danach ist. Ja, der Körper ist einfach auch so konstruiert, dass er eigentlich nichts anhat. So ne sehr knappe Hose, die einfach nur verhindert, dass die Geschlechtsteile so dumm hin- und herschlenkern, und, ja, dann so'n kurzes Hemd, was dann doch den überschüssigen Schweiß, der nicht verdunsten kann, aufnimmt. Schuhe nicht. Wenn ich barfuß tanzen kann, ist das natürlich besser, da hat man einfach mehr Feeling und kann das noch besser ausbalancieren und so. 6

7 Im Auto kann man kaum noch atmen. Ich kurbele die Scheibe runter und zünde noch eine Zigarette an. Ich könnt mich lächerlich finden. Ich tu es nicht. Getrieben, vielleicht. Aber das find ich nicht mal beunruhigend. Also, meine Eltern waren immer lieb zu mir, und meine Eltern waren auch ganz normale Leute, ich bin auch nicht psycho, also ich bin auch nicht missbraucht worden in der Kindheit oder so, an mir war alles in schönster Ordnung, ich komm aus einem gutbürgerlichen Elternhaus mit humanistischer Bildung, ich hab ein humanistisches Gymnasium besucht... Ein dicker Türkenpapi schlendert gemächlich den Gehsteig entlang und knibbelt an seiner Gebetskette. Er bleibt stehen, schaut in den Mond und macht mich nervös. Ich kurbele die Scheibe wieder hoch..aber meine erste große Liebe war meine Französischlehrerin auf dem Gymnasium. Eine unsterbliche, unglaublich große Liebe. Und diese Frau war sehr modebewusst und hat immer wunderbare, wunder-wunderschöne Kleider getragen, und da hab ich schon den Fetisch entwickelt, solche Kleider möchte ich eigentlich auch mal tragen. Gut, dass sie das jetzt nicht hört. (lacht) Also. Sinnlos, weiter hier zu sitzen. Ich zwänge mich, mühselig hinter dem Steuerrad, in die schwarze Lederhose, die ich mir in einem Secondhandladen gekauft habe, verstohlen. Ich lebe als Single, und mittlerweile auch als überzeugter Single. Also, das ist mir schon wichtig. Also ich würde, man soll nie nie sagen, also. Ich würde eine Beziehung nur noch dann probieren, wenn ich mich wirklich ganz, ganz fantastisch toll verlieben würde. Natürlich könnte das passieren sicher, aber, schaumermal. Das gehört ja auch zu dem Kribbeln dazu, dass man nicht so genau weiß, wen man heute alles sieht. 7

8 Was soll's. Ich schließ den Wagen ab und gehe, geh auf diese Tür zu. Wahrscheinlich hab ich Angst. Aber ich fliege fast vor Euphorie. Ja, das ist natürlich hier, U-Bahnhof Heinrich-Heine-Straße, hier steht man schon kurz vor den heiligen Hallen, und der Grundrhythmus der göttlichen Frauen, die dort den Boden der Tanzfläche berühren, der schallt schon hier nach draußen. Man kann sich hier schon einschwingen, quasi. Die Tür ist aus grob geschweißtem Stahl und hat ein Fenster. Was soll ich tun? Gibt es eine Klingel? Soll ich klopfen? Wäre das zu aufdringlich und könnte gegen mich verwendet werden? Soll ich warten? / Kirsten So, dann klopfen wir mal an die Tür. (Klopfen) Hallo! Hallo. Eine irritierend attraktive Frau mit einem Wollschal und einem Stofftier im Arm öffnet mir die Tür. Sie schaut mir aufmerksam in die Augen. Der Garderobenmann ist bleich und blond und könnte ein Matrose aus einem Fassbinderfilm sein. OT Gunnar / Lutz / Gast So kommste nicht rein. Genau, da müsste noch irgendwas passieren. Das ist ja keine Open-air-Veranstaltung, die ist ja Indoor. Das ist sehr warm. Dann den Schal, den gibste mit mit ab, den verlierste eh drinne. Und weiter? Und dein T-Shirt. OT Kirsten Ne, halt vier Schichten sind dann halt mindestens drei zu viel. Genaugenommen vier, aber in jedem Fall drei. OT Gunnar Und eben nicht nur auf dem Körper, sondern auch im Kopf, die Schichten. OT Kirsten Ich will nichts. Aber ich versteh auch nicht, warum Leute sich verhalten, wie sie sich verhalten. Ich versteh auch nicht die Probleme, die sie haben, zum Teil. In dem Moment, in dem man sie so sein lässt wie sie sind, hilft es niemandem, weder ihnen noch mir noch irgendjemandem. 8

9 Die Frau an der Tür ist skeptisch. Die Secondhandlederhose reicht ihr nicht. Sie liest anscheinend in meinen Augen, was möglich wäre. Sie liest, dass ich mir unter einem Vorwand die Nähmaschine meiner Schwiegermutter leihen werde, bevor ich das nächste Mal hierher komme. Und die Lederhose umgestalten werde zu einem bizarren Kleidungsstück voller verwegener Löcher. Doch dieses Mal darf ich weiter. Ich bin erleichtert, und noch nervöser als zuvor. OT Gunnar Es ist ja n Club wo's n Dresscode gibt, deswegen nimmst Du natürlich automatisch Einfluss darauf. Wenn der halt jetzt nicht jetzt so genormt ist, er ist ja nicht genormt, wir haben ja eigentlich keinen genormten Dresscode, man kann jetzt niemanden irgendwo reinpressen. Man versucht sie zu motivieren irgendwie, und wenn's natürlich gar nicht geht, sagt man, nee, komm, geht nicht, so Du kommst nicht rein. Aber, es geht vor allem nicht darum, dass die Leute sich jetzt alle irgendwie ausziehen müssen bis zum getno, das ist alles totaler Quatsch. So, jetzt kommt das schöne Tüllröckchen. Eins meiner liebsten Stücke... OT Gunnar Das ist n bisschen wie auf ner Intensivstation hier auch. Positiv und total skurril zum Teil. Weil das alles sehr intensiv hier ist, die Leute, die ganze Stimmung, dieses Aufgeputschte, das ist, also, empfinde ich einfach oft so. Ich erinnere mich dunkel. Da soll es schon mal einen Kitkatclub gegeben haben, in einer fernen Zeit, in einem fernen Berlin, Cabaret erzählt davon, Liza Minelli singt dort und Joel Grey schneidet Grimassen. Musik: Cabaret (Willkommen, Bienvenue, Welcome...) in Ich darf Sie, bevor wir hineingehen, mit den wichtigsten Statuten bekanntmachen. Annäherungen der Mitglieder untereinander werden nicht übelgenommen, sondern erwartet. Die Damen genießen diesel- 9

10 ben Rechte wie die Herren. Von der Existenz, der Adresse und den Gepflogenheiten des Instituts ist nur vertrauenswürdigen Herrschaften Mitteilung zu machen. 2 OT Kirsten Also die Goldenen 20er nennt man das ja, wo eine Josephine Baker mit Bananenröckchen und nackten Brüstchen auf der Bühne war, es gab die ersten Freikörperkulturen in den 20ern oder sogar früher schon, deswegen kann ich mir das schon gut vorstellen. Und dass halt sexuelle Identitäten sich aufgelöst haben und Leute sich losgelöst haben vom Herkömmlichen natürlich einhergehend mit der Psychoanalyse, anders geht s ja gar nicht das jedem auch klar war dass er sich befreien muss von seinen Komplexen, das kann man natürlich ansiedeln in dieser Zeit. Anscheinend sind damals schon verwirrte junge Männer durch verruchte Berliner Clubs gestolpert. Christopher Isherwood, und Erich Kästner. in Innerhalb der Klubräume hat keins der Paare Anspruch darauf, respektiert zu werden. Paare, die ungestört zu bleiben wünschen, werden gebeten, den Klub zu verlassen. Das Etablissement dient der Anbahnung von Beziehungen, nicht den Beziehungen selber. Mitglieder, die einander vorübergehend zu gegenseitigem Befund Gelegenheit gaben, werden ersucht, das wieder zu vergessen, da nur auf diese Weise Komplikationen vermeidbar sind. Haben Sie mich verstanden, Herr Fabian? 3 Musik, brutal reinkrachend: Techno / harter Schnitt und darauf trocken: OT Kirsten Es war verrückt am Anfang. Es war völlig verrückt. Abgesehen davon, dass natürlich sich tatsächlich die elektronische Musik mit dem sexuellen Programm perfekt ergänzt. Einfach weil es eben Rhythmus ist. Und, guter Sex ist immer Rhythmus. Sonst ist es kein guter Sex, behaupt ich einfach mal, ist einfach Einsteigen in, in eine andere Welt. Musik, brutal reinkrachend: Techno / harter Schnitt und darauf trocken: 2 Kästner 1936:12 10

11 OT Kirsten Jeder wusste um dieses besondere Moment und jeder wusste auch, dass er grad nen Experiment macht. Es war tatsächlich ein, ein gemeinsamer Flug irgendwohin. Ich glaube, da ist bei jedem im Kopf, irgendwelche Synapsen haben sich da neu zusammengeschlossen. Der Weg in die tiefe, dunkle Höhle windet sich labyrinthisch. Gehe ich gerade durch ein Beduinenzelt? Ist da nicht ein Swimmingpool? Weiße Sofas, auf denen sich Halbnackte räkeln. Und noch eine Schwelle, noch ein dunkles Loch, noch tiefer hinein. OT Gianna Ich war damals mit einem crazy Typ zusammen, der mir dieses erste Mal im Kitkat organisiert hat. Ich hab die Aufforderung bekommen, per , dass ich mir wenig bis gar nichts anziehen soll, und mir ein Taxi nehmen soll und an diese Adresse fahren soll. Schwarzbunt. Farbensturm. Klangsturm. Eine Halle voller Leiber. Nebenräume, Nebenhöhlen. Treppen nach oben und nach unten, in Verließe, zu Aussichtsplattformen. Ein riesiger metallener Drache windet sich die Decke entlang. Ein Mann sitzt im Durchgang und beleuchtet mit einer Taschenlampe sein nacktes Geschlecht. OT Gianna Es war dunkel, und als ich den Raum betrat, war es alles voller Tanzenden, sich bewegenden Menschen, die irgendwie ziemlich schräg angezogen waren, oder eben ausgezogen waren. Und ich bin da rein, natürlich total verunsichert und wahnsinnig aufgeregt, das war wirklich ein großes Abenteuer für mich. Ich fasse meinen kurzgeschorenen Kopf an und fühle mich nackt und jung, so jung. Ich lächle wie ein unsicheres Kind ins Leere. Ich will euch nichts Böses, ihr mir auch nicht? 3 Kästner 1936:12 11

12 OT Gianna Überall an den Wänden waren irgendwelche Gemälde, mit Leuchtfarben waren das, alle haben irgendwelche sexuellen Handlungen dargestellt... die Musik war tobend... und, jedenfalls war's sehr rauschhaft. Nein, es ist nicht die Hölle. Es ist nur Berlin. Es ist nur eine Disko. Der Kitkatclub. Ach ja, der Kitkatclub. Den gibt es schon seit 16 Jahren. Das weiß ich doch. Alle, die mir davon erzählt haben, haben es überlebt. OT Jo Also, ich kann mich erinnern, ich bin in dieses Kitkat reingekommen und wirklich das erste, das allererste was ich gesehen habe war ein älterer nackter Mann mit Glatze, der im hellsten Licht einfach mitten im Raum saß auf einem Stuhl und sich einen runtergeholt hat. Das war für mich neu. Das kannt ich so in der Form nicht. Und ich war umso faszinierter, wie gefühlte zehn Stunden später oder am nächsten Morgen nach acht Stunden dieser Mann dort immer noch saß, und sich immer noch einen runtergeholt hat. Teilweise ist er dabei eingenickt, mit m (PIEP) in der Hand also ich fand's rührend. OT Minou Man darf ja nicht vergessen, dass unter seinem Stuhl auch ein Pausenbrot... OT Jo eine Tupperdose steht, mit der Stulle drin, und ner Banane... OT Minou Aber er ist total freundlich. Wie lange gehen wir jetzt hin? Zwei Jahre? OT Jo Also er nimmt seinen Job sehr sehr ernst. OT Minou Aber er ist sehr, sehr nett, er nickt uns immer freundlich zu, wenn wir vorbeigehen, ich find das irgendwie find ich's charmant. Musik Eine Japanerin im Kimono steht auf der Bühne und tanzt langsam. Ihr Freund, der Samurai, ist stark geschminkt. Er hackt mit einem Stift auf einem Gameboy herum, der ganz offensichtlich 12

13 an die Verstärkeranlage angeschlossen ist. Warum tun sie das? Wer ist dieser halbnackte Mann mit langen, weißen Haaren und der Friedenspfeife? Was will er hier? Ja, dann komm ich hin das ist immer die schönste Zeit, so am Anfang. Ja, Pfeifchen rauchen... OT Jo Jeder, egal auf welche Art und Weise, kann dort sehr authentisch das sein und leben, was er möchte, und das in einer unglaublichen Vielfalt. Auch durch sämtliche Altersgruppen durch. Es gibt sehr viel ältere Menschen, die dort auch alleine hingehen zum Beispiel, einfach um zu tanzen, weil sie sagen: wo kann ich, mit meinen, was weiß ich, 60 Jahren, den ganzen Abend nackt auf der Bühne stehen und tanzen? Das ist einmalig, das können sie nur dort. Oder es gibt Leute, die da mit'm Rollstuhl durchfahren irgendwie. Ich betrachte den Kitkat auch als Schutzfeld. So'n Vogel wie ich kann sich einfach hier nicht mehr frei bewegen. Ich mein, ich tanz immer lang durch und schwitz dann auch ziemlich, dann hab ich immer so fünf Hemden dabei, diese leichten Dinger zum Wechseln, das kannste in ner Disko alles nicht bringen. Wenn ich mich, egal wie, entfalte, in den normalen Diskos, also, wo keine Einlasskontrolle ist, wo nicht ne sehr kluge Einlasskontrolle ist wie im Kitkat, da muss ich mal wirklich mein Hochachtung aussprechen, ne da werd ich einfach zu oft angemacht. OT Kirsten Sex haben oder Intimität haben ist ja n Bedürfnis, was jeder Mensch hat. Und über dieses Überthema können sich hier Leute treffen wie wahrscheinlich in keinem anderen Laden. Es gibt eben dann Junge und Alte, es gibt Akademiker und Arbeitslose... Es findet tatsächlich eine Durchmischung statt wie nirgendwo sonst. Es hat da jeder seinen Platz, der einfach hedonistisch feiern möchte. 13

14 OT Jo Das sind einfach Menschen, denen man auf diese Art und Weise, denen man halt sonst nicht begegnet. Da begegnet einem ein untersetzter älterer Mann, der einem in einem Dienstmädchenkostümchen, einem Tütü-artigen Kostümchen entgegentritt, von dem man dann irgendwie einige Zeit später erfährt, dass er Opernsänger ist, was er dann auch beweist, indem er dann ab und zu ne Arie schmettert und so geht das dann die ganze Zeit weiter. Hedonismus ist einfach erst mal das Streben nach Genuss, die Freude an der Freud, oder wie der Kölsche sagen würde, der Spaß an der Freud. Einfach Spaß und Lust zu haben, und diese Lust auch zu kultivieren. Und auch daran zu arbeiten, man kann an der Lust auch arbeiten. Ganze Philosophen haben sich beschäftigt mit dem Thema, Wie vermehre ich meinen Genuss. Es gibt da herrliche Abhandlungen von Seneca und... Musik / auf Atmo Ich reib mich ein mit Chinabalsam. Da werden die Gelenke geölt. Naja, die Durchblutung der Gelenke soll das fördern. Weil ich mich ja jetzt aufs Tanzen vorbereite. Also diese wichtigen Gelenke werden mit Chinabalsam einge... Dann andere Hautpartien, z.b. ne Venensalbe kommt auf die Venen... Hier so längs... eine Venensalbe... Warum bin ich hier? Wen suche ich? Was suche ich? Sex? Ist es denn so schwierig, Sex zu finden? Such ich den direkten Weg? Ohne das ganze Drumherum, Blumenkaufen, Aufmerksamkeit, zuhören können? Was weiß ich. Ich trinke Bier und rauche sinnlos vor mich hin. Musik in In der Nachbarnische sang eine Frau laut mit betrunkener Stimme: Die Liebe ist ein Zeitvertreib man nimmt dazu den Unterleib! 14

15 Die Dicke sagte: Die nebenan ist ne Marke. Sie gehört gar nicht hierher, kommt in teuren Pelzmänteln an, aber darunter trägt sie was ganz Durchsichtiges. Es soll eine reiche Frau aus dem Westen sein, sogar verheiratet. 4 OT Cordula Ich gebe Getränke, ich gebe Service, ich gebe Wechselgeld, das ist mal klar, das ist formell gesehen mein Job. Meine Tätigkeit ist sowieso, etwas zu geben, und dann kann ich mich gleich ganz geben. OT Minou Wir sind natürlich auch eingeschossen auf Drama Nui... und mir ist es total scheißegal, ob mir die Füße wehtun, ich muss tanzen, weil die Musik einen einfach mitreißt. Musik - Drama nui: Your way OT Drama Nui Ich bin Drama Nui, genau. Wir machen Elektro. Also, wichtig ist zu sagen, dass da irgendwie Emotion über Stimme oder über Gitarre oder so erzeugt wird, weil diese ganz normale minimale Musik, die eigentlich relativ kalt ist, transportiert für mich nicht so viel Emotion, Emotion kommt meistens für mich durch ne Stimme. Musik: Drama Nui / exponiert Bis jetzt hab ich noch jeden Abend, das nenn ich dann beim Tanzen Hit, Höhepunkt. Das ist äußerst schwierig zu beschreiben, aber das ist unglaubliche n Hochgefühl. Als wär man draußen gewesen und kommt nach Hause. Ne unglaubliche Gewissheit ist da auch mit verbunden, natürlich. Naja, man hat die Gewissheit, dass bestimmte Sachen wohl richtig sind, die hier und da gesagt wurden. Zum Beispiel auch diese buddhistischen Sachen. 4 Kästner 1936:58 15

16 in In den Fenstern standen mit farbiger Flüssigkeit gefüllte Flaschen, die von unten hell angestrahlt wurden magentarot, smaragdgrün, zinnoberrot. Sie schienen den ganzen Raum zu erleuchten. Und über der Bar hockte ein flaumiger weißer Affe. Ich trank einen kleinen Schluck. Und jetzt sah ich mit äußerster Klarheit, ohne Zorn oder Bosheit, was das Leben wirklich ist. Ich erinnere mich, dass es etwas mit dem kreisenden Sonnensegel zu tun hatte. Ja, murmelte ich bei mir, lass sie tanzen. Sie tanzen. Und ich freue mich. 5 Musik: Drama Nui OT Drama Nui Meine Musik find ich total sexy. Deswegen nehm ich sie ja, weil ich selber gerne dazu tanzen würde und die sexy finde. Und weil's auch für mich Musik zum (PIEP) ist. in Ich wurde bei der Taille gepackt, beim Hals, wurde geküsst, umarmt, gekitzelt, halb ausgezogen; ich tanzte mit Mädchen, mit Jungs, mit zwei oder drei Leuten auf einmal. Fünf oder zehn Minuten mochten vergangen sein, als ich endlich die Tür am anderen Ende des Raumes erreichte. Hinter der Tür lag ein stockdunkler Flur, an dessen Ende Licht durch eine Ritze fiel. 6 OT Jo Also, ich glaube nicht, dass diese Schlangen, vor der Toilette, die vor den Toilettenkabinen sich versammelt, dass die alle so'n Harndrang haben. Die Leute gehen zu zweit, zu dritt, zu viert auf die Klos. Die halbnackte Frau hinter der Bar grinst mit schiefem Mund. Hinter ihr schweben leuchtende Flaschen, smaragdgrün und magentarot, und sie schenkt mir ein. Jemand drückt mir etwas in die Hand. Schiebt mir etwas in den Mund. Pustet mir was in die Nase. 5 Isherwood 1986:28 16

17 OT Drama Nui Na, Exzesse halt, Alkohol, Nächte um die Ohren schlagen, Verwirrung durch irgendwelche Substanzen... ja, ich mein Irritation ist ja, führt ja meistens auch zu neuen Ergebnissen, weil die Leute sich ja drauf einstellen müssen und reagieren müssen, sie müssen ja dann auch reagieren. Die Idee des Exzessiven ist vielleicht, in neue Welten vorzudringen, die man vorher nicht kannte... OT 54 Rolf Feuerwerk z.b., so mit geschlossenen Augen... ich muss so die Augenkontakte vermeiden. Da kommt man raus. Musik würgt brutal ab in Woher haben Sie so rauhe Hände? fragte Labude. Sie drohte mit dem Finger. Nicht was du denkst rief sie und verschluckte sich vor Schelmerei. Paula hat früher in einer Konservenfabrik gearbeitet, sagte die Blonde, nahm Fabians Hand und fuhr sich mit dieser so lange über die Brüste, bis die Brustwarzen groß und fest wurden. 7 Die meisten sind mir einfach auch zu primitiv, muss ich sagen. Also vom Bewusstseinsinhalt her haben die mir nichts zu bieten. Zusammen Tanzen also, das würde mich schnell langweilen, wenn ich auf ihr Niveau gehe, und sie ist schnell frustriert, wenn ich meinen Stil weitermache. Ich bin einfach vielfältiger im Ausdruck und allem. So' n gewisser Überheblichkeitstrip, den hab ich einfach. Ich bin mir dessen bewusst, insofern wird er nicht allzu großen Schaden anrichten (lacht)... OT Minou Also, da sieht man auch Leute, die man nicht sehen möchte. Aber die sieht man auch in den anderen Clubs. Da sieht man diese ganzen... hm, Randbezirk... wie soll man das nett ausdrücken, die ganzen Solarium-Miezen, die vollgepumpten Leute... 6 Isherwood 1986:35 17

18 Ein muskulöser Glatzkopf steht vor mir. Komische Bändchen hängen an ihm runter. Seine Schultern sind drei Meter breit. Ich hab Angst und fliehe. OT Jürgen Man macht ja so'n bisschen Fitness, ohne damit irgendwie groß ne Welle zu schieben... Ich hatte immer zum Grauen von allen ne Körperstatur, wo alle gesagt haben, Schublade, Pumper, Anabolika, Macker, hohl im Kopf nee, so war's ja nicht. Akkurates Hochdeutsch, richtige vernünftige Aussprache... Musik: Welcome to the freakshow Also für mich war das n unheimliches Problem, die erste Zeit im Kitkat, diese Männer. Alle Frauen sollen nur mich wollen. Und wenn se mich halt nicht kriegen, weil ich nur einer bin, dann sollen sie wenigstens keinen anderen nehmen. Weißte? Solche bescheuerten Sachen hat man auch irgendwo in sich. OT Transe Alles gut bei Dir? Ich bin so glücklich, hier zu sein. Du weißt bestimmt, wie man wunderbaren Sex hat, weil Sex ist das allerschönste im Leben, ich liebe Sex, und Sex ist alles was das Beste der Liebe in Gott dem Menschen geschenkt hat. Ganz abgesehen von den Schwulen. Da gibt s reichlich. Ich gefall denen, wahrscheinlich, nehm ich an. OT Transe Sex ist das Allerbeste, es macht glücklich, es ist die beste Therapie, man braucht keine Drogen mehr, einfach nur Sex Sex Sex Sex Sex. OT Autor Da muss ich ja lauter pieps draufmachen. OT Transe (lasziv) Piep, piep, piep, piep... (lacht) OT 61 Jürgen Ich hatte ne frühe Abneigung gegen Schwule. Meine allererste Freundin war mit 7 Kästner 1936:56 18

19 ihrem Bruder bei mir, und er war homosexuell, damals für mich n absolutes no-go. Ich hatte n festes, eingefahrenes Bild. Ja, und dann hab ich durch's Kitkat andere Seiten kennengelernt. Schwule, die sowas von sympathisch sind, die sind genauso Menschen. OT Transe Singt: Erotic, erotic... OT Cordula Ich hab nur erlebt, wie bedrückt und beschwert und verängstigt und verklemmt diese armen beiden Menschen, die sich meine Eltern nannten, nein, die auch meine Eltern waren und immer noch sind, und die ich liebe hallo Mama, hallo Papa wie die gelitten haben, beide, unter dieser Energie, die da in ihnen irgendwo ist. Und, und weil sie nie gelernt haben, dass diese Energie Freiheit haben kann, oder dass man mit der in Freiheit umgehen kann. OT Jürgen / Jessi Also mich hat's geprägt. Ich bin offener, ich hab mehr Erfahrungen gesammelt, Einstellungen konnt ich ändern... ich bin einfach offener geworden. OT Cordula Ich hab das neulich mal für mich total schön irgendwie auf den Punkt gebracht, warum für mich der Club so'n wunderbarer Ort ist. Weil er ein Ort ist, wo die ethischen Fähigkeiten des Menschen gefordert sind, weil die moralischen Gesetzmäßigkeiten außer Kraft gesetzt sind. Was such ich bloß? Befreiung? Die Auflösung? Den Orgiastischen Ozean? Die hippiemäßige große Verschmelzung? Ethische Fähigkeiten? Nicht im Ernst. Ich hab mich doch bloß verlaufen. Es tut mir Leid. Ich stehe an der Theke, und die Barfrau spricht. Wie bin ich nur hierhergekommen? Sie redet und redet. OT Cordula Ja einfach, da ist ein schöner Arsch, kann ich den jetzt anfassen? auf der Straße weiß ich genau, kann ich nicht, Punkt. Im Kitty ist es so, ja, unter Umständen ja, aber ich kann auch nicht einfach jeden Arsch anfassen, also wir sind ja nicht, wo sind wir denn, also weißt du, es ist ja nicht so, wer da reingeht, mit dem kannst du alles machen. Aber ja, die Frage ist jetzt, wie finde ich raus, ob ich das jetzt kann. Da sind dann Fähigkeiten vonnöten, da muss ich anfangen, mein Gegenüber zu spüren 19

20 Mühsam denk ich nach. Ärsche sind vorhanden. Unbekleidete, und sogar hübsche. Will ich sie denn anfassen? Ich schau nicht hin. Ich will nicht einer von denen sein, einer von denen, die's nötig haben. Ich bleib lieber hier stehen, am Rand der Tanzfläche, rauche und versuche freundlich zu sein und cool. OT Cordula Auf der Straße ist eben der Punkt, da fragst du dich gar nicht, was du gerne würdest, du siehst so'n Arsch, aber meistens registrierst du gar nicht mehr, dass du den gerne anfassen würdest, weil das darfst du ja eh nicht, du darfst das ja nicht mal denken, oder so. Ich will nicht. Doch, ich will, aber ich trau mich nicht. Eigentlich ist es egal. Und außerdem sind da diese komischen Tiere auf der Schaukel, hoch, hoch oben über der Tanzfläche. Pelzige, riesige Häschen. Vielleicht auch Wölfe, mit langen Ohren. Ja, ich mach da auch schon mal n Nickerchen. OT Gianna Wir haben an diesem Abend ein Pärchen kennengelernt... und das bedeutete, dass ich mit diesem Typ rumgemacht hab und er mit dieser Tusse, nenn ich sie mal... Jedenfalls hat er für meinen Geschmack ein paar Augenblicke zu viel mit ihr verbracht. Und ich glaube, dass dieses Thema wahnsinnig sensibel ist und es wirklich um Sekunden gehen kann, in der man etwas falsch macht. OT Kirsten Natürlich ist Eifersucht n Thema. Aber einfach auch nur deshalb, weil der Einzelne denkt, er verliert den Anderen, wenn er jetzt mit jemand anderem intimen Austausch hat, der ja gesellschaftlich für den Partner vorgesehen ist. Und wie dann damit umzugehen ist naja, das muss man lernen. OT Gianna Jedenfalls bin ich aufgestanden und wollte gehen. Naja klar, ich hab dann im ersten Moment versucht, das irgendwie zu vertuschen...aber ich war schon sehr aufgebracht. 20

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