Erfahrungsbericht Dhulikhel Hospital

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1 Erfahrungsbericht Dhulikhel Hospital von Stephanie Prischl NEPAL ein Land voller Gegensätze. Das Land mit den höchsten Bergen der Erde, mit atemberaubenden Landschaften und einem unglaublich freundlichen Volk. Nepal ist aber auch eines der ärmsten Länder der Welt - ohne Wasserversorgung, ohne Kanalisation - ein Land mit sehr instabiler politischer Führung seit dem Volksaufstand von 2006 gibt es noch keine Verfassung. Und dennoch verstehen die Nepalesen ihre Feste zu feiern und die schönen Dinge im Leben zu sehen. NEPAL ein Land das ich immer schon entdecken wollte und nun die Chance ergriff, mithilfe von ASEA Pacific diesen Traum zu erfüllen. Insgesamt verbrachte ich 10 Wochen in Nepal. Ich startete gemeinsam mit einer Freundin einen Trekk im Solu Kumbhu, verbrachte 1 Monat an der Kinderklinik in Dhulikhel und reiste anschließend nochmals 3 Wochen quer durchs Land. DHULIKHEL HOSPITAL GESCHICHTE Dr. Ram Shresta, Sohn einer Bauernsfamilie nutze die Möglichkeit durch ein Stipendium sein Studium der Humanmedizin in Wien zu absolvieren und anschließend in Feldkirch seine Facharztausbildung in Chirurgie abzuschließen. Obwohl er sich bereits in Österreich ein schönes Heim aufgebaut hatte, zog es ihn zusammen mit seiner Frau Andrea aus Kärnten und Tochter Rebecca wieder zurück zu seinen Wurzeln nach Nepal, um dort seinen Traum von einem eigenen Krankenhaus zu verwirklichen.

2 Der Verein NepaliMed Vorarlberg beschafft das Startkapital und Reisbauern aus Dhulikhel spenden ihr Land. Und so kann 1996 das Dhulikhel Hospital eröffnet werden. Ein Krankenhaus, das westliche Standards erfüllt und auch für die Ärmsten der Armen leistbar ist. 4 Ärzte arbeiten zu Beginn im Krankenhaus, mittlerweile sind es bereits über 80 Ärzte und das Krankenhaus wächst immer weiter. Laut Dr. Ram Shresta kann sich das Krankenhaus allein erhalten. Den größten Teil der Einnahmen übernehmen nepalesische Medizinstudenten, ein Teil der Einnahmen wird durch Behandlungsgebühren gedeckt. Für Neubauten und Anschaffung neuer Geräte braucht das Krankenaus Hilfe von Außen. Als ich das Krankenhaus das erste Mal betrat, war ich sehr positiv überrascht. Ich war ja bereits 1 Monat in den Bergen unterwegs und habe die hygienischen Bedingungen im Land kennengelernt. Das Dhulikhel Hospital war sehr sauber und an unseren westlichen Standard angepasst. Das Hospital verfügt über verschiedene Abteilungen: Innere Medizin, Pädiatrie Gynäkologie HNO und Augenabteilung Dermatologie Traumatologie, Orthopädie Radiologie Chirurgie und Community Medizin

3 PÄDIATRIE - STATION Wir durften 1 Monat lang, Teil des Pädiatrie Teams sein. Die Pädiatrie verfügt über eine Ambulanz, 2 Stationen, eine neonatologische sowie eine pädiatrische Intensivstation. Weiters werden die Kinder der Geburtenstation mitbetreut. Die Arbeitswoche startet wie überall in Nepal am Sonntag und dauert bis Freitag. Um 8 Uhr morgens werden in der Conference Hall alle Neuaufnahmen im Hospital besprochen. Danach, gibt s erstmals Frühstück mit Tee. Bistari, bistari (langsam, langsam) Um frühestens 9 Uhr morgens startet dann die Visite. Zuerst auf den Intensivstationen, danach auf den Normalstationen. Je nach Oberarzt wird die Visite ganz auf Englisch gehalten oder eben in Nepali. Hierbei ist es gut einen Intern zu bitten, etwas zu übersetzen um inhaltlich folgen zu können. Nach der Visite ist fast immer etwas Zeit übrig für einen Tee :) Nach dem Tee kann man als internationaler Student entweder mit in die Ambulanz gehen, zu Sectios mit in den OP oder sich auf der Station interessante Fälle genauer ansehen. Weiters steht allen Studenten eine Bibliothek zur Verfügung um seltene Krankheitsbilder nachlesen zu können. Zwischen 13 und 14 Uhr ist Mittagspause auch die Ambulanz ist dann geschlossen. Essen gehen kann man in der Kantine - für ca 50 Cent bekommt man hier ein super Mittagessen. (Meist Reis, Gemüsecurry und Geheimtipp: Joghurt dazu bestellen schmeckt herrlich) Freitag ist Momo`s Tag (gefüllte Teigtaschen) - da rentiert sichs zeitig in der Kantine zu sein! Wer lieber auswärts isst direkt vor dem Krankenhaus gibt es eine unendlich große Auswahl an Lokalen. Die Medical Officers und andere Ärzte gehen sehr gerne draußen essen.

4 Nachmittags kann man wieder in der Ambulanz verbringen und dort viele spannende Fälle sehen. Um 16 Uhr ist dann offiziell der Arbeitstag beendet. Modellierballonkurs von uns für die Ärzte vor Ort Nepalesischer Fliegenschutz Die Arbeit der Kollegen vor Ort ist wirklich faszinierend - da so vorausschauend gearbeitet wird. Jede Untersuchung muss der Patient aus eigener Tasche bezahlen Versicherung gibt es keine. Also muss jedesmal bedacht werden was könnte bei dem Test herauskommen und hätte es eine Relevanz? Ein Beispiel wird mir ewig in Erinnerung bleiben. Ein kleines Mädchen mit Guillain Barre Syndrom. Wir sprachen jegliche Differentialdiagnosen durch. Eine davon war Hypokaliämie. Anstatt wie bei uns ein Routinelabor zu veranlassen wird in Dhulikhel nur das Kalium bestimmt. Mehr nicht. Es wird viel bedachter gehandelt. Natürlich hat es nicht zu Vorteile wenig Mittel zu haben. Eine Plasmapherese

5 zum Beispiel kann in Nepal nicht durchgeführt werden und Immunglobuline sind für die meisten Familien nicht leistbar. Die Konsequenz bei dem GBS Fall war also Warten. Warten ob die Krankheit fortschreitet und eine Atemlähmung auslöst oder nicht. Dieser Fall ist Gott sei Dank gut ausgegangen. Die Krankheit hat sich vollständig zurückgebildet und das Kind konnte wieder nach Hause. Gleichzeitig kann man sich die Frage stellen ob wir nicht viel zu oft übertherapieren und ob wir bei gewissen Erkrankungen auch durchaus etwas abwarten könnten. OUTREACHES Outreaches sind sogenannte kleine medizinische Außenstationen in entlegenen Gebieten. Sie sorgen mit Personal aus der Klinik für die Grundversorgung der Menschen vor Ort. Wöchentlich werden die Häuser von Ärzten und Schwestern konsultiert um kleinere Eingriffe vor Ort durchzuführen. Auch wir durften 3 x bei einem Outreachbesuch dabei sein. Allein die Anreise ist ein Abenteuer für sich. Wir fuhren in Nepaligeschwindigkeit (max 40km/h) über die mit Schlaglöchern versehenen Straßen - ein Sturzhelm wäre durchaus von Vorteil gewesen um den Kopf vor dem Anprall an der Decke des Jeeps etwas abzudämpfen Dennoch war es ein tolles Erlebnis die Landschaft völlig unberührt und die medizinischen Mittel vor Ort sehr eingeschränkt - aber für die Basisversorgung ausreichend. Man lernt wieder mehr mit allen Sinnen zu arbeiten, sich auf die grundlegenden Dinge zu beschränken. Ich war von der Arbeit der Ärzte vor Ort wirklich beeindruckt.

6 ÜBERNACHTUNG Ich kann nur jedem ans Herz legen bei Sharmila zu wohnen. Sharmila Shresta Basnet war die erste Krankenschwester im Dhulikhel Hospital Dr. Rams rechte Hand. Sie führt seit einigen Jahren ein kleines Guesthouse in dem nur Studenten wohnen, sowie ein Waisenhaus direkt nebenan. Die Nacht kostet 600 Rps, ein Essen jeweils 100 Rps. Ob man Frühstück oder Abendessen in Anspruch nimmt ist jedem selbst überlassen. Auf jedem Stock befinden sich ca. 3 Zimmer, ein Badezimmer und eine Küche. In die 600 Rps inkludiert ist ein Wäscheservice sowie 24h W-Lan (Dies ist eine äußerste Rarität in Nepal) Auch die Dachterasse dürfen alle Studenten nutzen um dort zu lesen, den Sonnenuntergang zu beobachten oder mal gemeinsam ein Bier zu trinken. Von Sharmilas Guesthaus geht man ca 10 min zu Fuß in die Klinik durch die wunderschöne Altstadt von Dhulikhel. Sharmila Shresta Dhulikhel municipality 3 House #52/12 - way of municipality Dhulikhel, kavre, nepal oder Handy:

7 ZUSAMMENFASSEND Zusammenfassend kann ich jedem raten, diese einzigartige Chance zu nutzen und Teil des Dhulikhel Hospital zu werden. Diese Erfahrungen werden das weitere (berufliche) Leben mit Sicherheit stark prägen. Für Fragen bezüglich Klinik, Sharmila, Trekk im Solu Kumbhu oder meine 3 wöchige Reise durch Nepal könnt ihr mich jederzeit Kontaktieren:

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