Wöchentliche Information zu den Kapitalmärkten 15. Mai 2015

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1 Liebe Leserinnen, liebe Leser, an den globalen Aktienmärkten waren in der abgelaufenen Woche überwiegend leichte Abschläge zu beobachten. Insbesondere in Europa notierten die Börsen wie schon in der Vorwoche im Minus. Dessen ungeachtet dreht sich das Übernahmekarussell weiter sowohl in den USA als auch in Europa. Die europäischen Staatsanleihemärkte haben sich in der vergangenen Woche nach den heftigen Ausschlägen wieder etwas beruhigt, auch wenn hier und da noch eine erhöhte Volatilität zu verzeichnen war. Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihr Portfoliomanagement Union Investment Privatkunden. Wöchentliche Information zu den Kapitalmärkten 15. Mai 2015

2 Inhaltsverzeichnis Aktien: Globale Börsen minimal im Minus Übernahmekarussell dreht sich weiter Intesa mit Gewinnschub Renten: Kursveränderungen Marktindikator Stand am ca. 17:30 seit Wertentwicklung Seit Dow Jones ,2% 2,3% EuroStoxx ,1% 13,5% Marktberuhigung in Europa US-Konjunkturdaten sorgen für Bewegung Dax % 16,6% Ausblick: Nikkei ,8% 13,1% Deutsche Stimmungsindikatoren erwartet Notenbanker legen Protokolle vor MSCI Emerging Markets ,2% 9,0% Euro-Leitzins 0,05 0 BP 0 BP Rendite 10-jähriger Bundesanleihen 0,64 9 BP 10 BP IBoxx Euro Sovereign 223,29-0,7% 0,7% Spread EMU-Unternehmenszu EMU-Staatsanleihen 69-2 BP -4 BP US-Leitzins 0,25 0 BP 0 BP Rendite 10-jähriger US-Treasury-Bonds 2,16 1 BP -1 BP Euro-Wechselkurs in USD 1,1432 1,9% -5,8% Ölpreis (WTI) in USD/Barrel 59,43 0,0% 11,2% Marktticker 15. Mai 2015 Seite 2

3 Aktien Globale Börsen minimal im Minus Die globalen Aktienmärkte haben in der abgelaufenen Handelswoche leichte Abschläge verzeichnet. Verluste fielen vor allem bei Aktien aus der Eurozone an. Als Belastungsfaktor erwies sich unter anderem die Fortsetzung der Schuldenkrise in Griechenland. Das Land konnte zu Wochenbeginn zwar einen Kredit an den Internationalen Währungsfonds zwar zurückzahlen - wie lange sich Athen noch finanziell über Wasser halten kann, ist weiter offen. In den USA waren hingegen leichte Kursgewinne zu verzeichnen. Auf globaler Ebene gab der MSCI World in lokaler Währung bis Donnertagabend rund 0,1 Prozent ab. Übernahmekarussell dreht sich weiter In der Unternehmenswelt dreht sich das Übernahmekarussell weiter. Wie vergangene Woche bereits berichtet, greift der USamerikanische Saatgut- und Genpflanzen-Produzent Monsanto nach seinem Schweizer Konkurrenten Syngenta. Die Schweizer haben zwar das erste Gebot über 45 Milliarden US-Dollar zurückgewiesen, gleichwohl lassen die US-Amerikaner nicht locker. Auch in anderen Branchen ist derzeit von Übernahmen zu lesen. So will der Technologiekonzern Danaher den Filterspezialisten Pall für knapp 14 Milliarden US-Dollar schlucken. Später soll das zusammengeführte Unternehmen in zwei Teile aufgespaltet und separat an der Börse gehandelt werden. Bei den Aktionären kam das gut an: Die Danaher-Aktie schoss zwischenzeitlich um rund sechs Prozent nach oben. Zusammenschließen wollen sich auch die Supermarktketten Ahold aus den Niederlanden und Delhaize aus Belgien. Die Konzerne sprechen derzeit über eine mögliche Fusion, allerdings befinden sich die Gespräche nach Unternehmensangaben noch in einem sehr frühen Stadium. Die beiden Handelsketten haben 2014 gemeinsam einen Gesamtumsatz von rund 54 Milliarden Euro erzielt, wobei der größere Teil auf Ahold entfiel. Beide Aktienkurse reagierten positiv auf die Fusionsverhandlungen, allerdings fiel das Plus von Delhaize mit fast 15 Prozent deutlich größer aus. In der Telekommunikationsbranche will der US-Mobilfunkriese Verizon das für seinen -Dienst bekanntgewordene Unternehmen AOL für rund 4,4 Milliarden US-Dollar kaufen. Man habe sich auf einen Preis von 50 USD-Dollar pro Akte geeinigt, zu einem Aufschlag von gut 17 Prozent zum Schlusskurs vom Montag. Daraufhin kletterte die Aktie von AOL um rund 18 Prozent. Intesa mit Gewinnschub Unterdessen geht die europäische Berichtssaison in die nächste Runde. So konnte die italienische Großbank Intesa Sanpaolo im ersten Quartal ihren Gewinn mehr als verdoppeln. Das Institut profitiert von der guten Entwicklung der italienischen Volkswirtschaft. So lagen die Rückstellungen für faule Kredite auf dem niedrigsten Stand seit Intesa- Konkurrent UniCredit konnte von der verbesserten Konjunktur nicht profitieren. Das Institut berichtete über einen um 28 Prozent gesunkenen Überschuss im ersten Quartal. Schwierig gestaltet sich die Situation bei der Deutschen Post. Das Unternehmen hat im Startquartal einen Gewinnrückgang verzeichnet. Dem boomenden internationalen Express- Geschäft und den Zuwächsen auf dem deutschen Paket-Markt standen rückläufige Zahlen in der Frachtsparte gegenüber. Ebenfalls zu schaffen machte dem Unternehmen der laufende Tarifstreit, in dessen Rahmen bundesweit rund 7000 Zusteller die Arbeit niederlegten. Marktticker 15. Mai 2015 Seite 3

4 Renten Marktberuhigung in Europa Die größten Turbulenzen an den europäischen Staatsanleihemärkten scheinen (hoffentlich) hinter uns zu liegen. Die Situation hat sich in den zurückliegenden Handelstagen etwas beruhigt, wenngleich im einen oder anderen Markt noch eine erhöhte Volatilität zu beobachten war. So verzeichneten etwa deutsche Bundesanleihen auch zuletzt noch größere Tagesschwankungen. Die große Angebotswelle, die in erster Linie im längeren Laufzeitenbereich vorherrschte, ebbt aber zunehmend ab. Mit Fortschreiten des aktuellen Monats geht auch sukzessive der Druck von Neuemissionsseite zurück. Kam es doch im Mai zu hohen Belastungen durch viele Platzierungen neuer Papiere sowohl aus den Kern- als auch den Peripherieländern. Zahlreiche Emittenten aus dem Euroraum nutzten in den vergangenen Wochen das historisch niedrige Zinsniveau, um sich vor allem durch die Begebung langer Laufzeiten zu verschulden. So konnten auf längere Dauer sehr vorteilhafte Konditionen gesichert werden. Dies war einer der Gründe, die für das jüngste Kippen des Marktes anzuführen waren. Eine Nachfrage durch die Investoren scheint aber weiterhin vorhanden, wie die jüngsten Neuemissionen zeigen. Sowohl der Bund mit der Aufstockung einer Bundesanleihe mit zehn Jahren Laufzeit als auch Irland, das am Donnerstag ein Papier mit sieben Jahren Laufzeit emittierte, konnten problemlos ihre Papiere bei den Anlegern unterbringen. Mit Blick auf den Emissionskalender versprechen die kommenden Monate - insbesondere der Juli - aber eine deutliche Entspannung für den Gesamtmarkt. Insgesamt zogen die Renditen in der Berichtswoche zunächst noch etwas an, fielen dann aber im Rahmen der Marktberuhingung wieder zurück. Die Verzinsung lag zumeist aber ein paar Basispunkte über dem Schlussniveau des vergangenen Freitags. So rentierten beispielweise Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit per Freitagmittag mit 0,65 Prozent und damit zehn Basispunkte über Vorwochenschluss. Zum Vergleich: Das kürzlich erzielte historische Tief befand sich bei 0,05 Prozent. Insgesamt hat die deutsche Zinsstrukturkurve in den vergangenen Tagen aufgrund der Kursverluste respektive Renditeanstiege vor allem in den langen Laufzeitbereichen einen steileren Verlauf angenommen. Ab fünf Jahren Laufzeit befindet sich die Verzinsung im positiven Bereich. Ähnlich zeigte sich die Entwicklung an den anderen europäischen Staatsanleihemärkten. Die Peripherie mit Spanien und Italien kratzte kurzzeitig an der 1,9-Prozentmarke, bevor die Verzinsung in Richtung 1,8 Prozent fiel und damit aber immer noch gut 10 Basispunkte oberhalb der Vorwoche lag. Auf Indexebene (iboxx Euro Sovereign) gab der Gesamtmarkt per Freitagmittag 0,7 Prozent ab. US-Konjunkturdaten sorgen für Bewegung Am US-amerikanischen Rentenmarkt kam es ebenfalls zu Schwankungen. Dort sorgten gegensätzliche Konjunkturdaten für Verunsicherung. Zeigte der Renditetrend aufgrund guter US- April-Beschäftigungszahlen aus der Vorwoche zunächst noch nach oben, kam es zuletzt aufgrund enttäuschender Einzelhandelsumsätze zu einer Umkehr. Einige Marktteilnehmer spekulierten wieder einmal über eine Verschiebung der US-Leitzinserhöhung durch die Fed auf einen späteren Zeitpunkt. Zehnjahrespapiere notierten bei 2,2 nach 2,3 Prozent, legten im Wochenvergleich aber ebenfalls um einige Basispunkte zu. Der Euro konnte in der Handelswoche einen weiteren Cent auf 1,133 US-Dollar aufwerten.. Marktticker 15. Mai 2015 Seite 4

5 Ausblick Die neue Handelswoche hält wieder ein paar interessante Konjunkturdaten und Stimmungsindikatoren bereit. Den Auftakt bereitet die Mai-Erhebung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag. Das ZEW befragt regelmäßig rund 300 Finanzanalysten zu den Konjunkturaussichten der deutschen Wirtschaft. Darüber hinaus wird am Freitag der ifo-geschäftsklimaindex Aufschluss über die Stimmung in der deutschen Wirtschaft - repräsentiert von rund 7000 befragten heimischen Unternehmen - geben. Angesichts zuletzt eher schwächerer Konjunkturdaten in China und den USA und den jüngsten Finanzmarktturbulenzen sollte eine leichte Stimmungseintrübung der Befragten nicht besonders überraschen. Weiterhin werden die Europäische Zentralbank, die US- Notenbank Fed und auch die Bank of England ihre letzten Sitzungsprotokolle veröffentlichen und möglicherweise neue Erkenntnisse zur jeweiligen Geldpolitik vermitteln. Darüber hinaus dürften die Verbraucherpreise in Euroraum, in Großbritannien und in den USA Aufschluss über die aktuelle Inflationsentwicklung geben. Termine Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, JPN: Auftragseingänge Maschinenbau (Mrz.); Industrieproduktion (Mrz.) USA: NAHB Wohnungsmarktindex (Mai) DE: ZEW-Konjunkturerwartungen (Mai) EWU: Endgültige Verbraucherpreise HVPI (Apr.) UK: Verbraucherpreise (Apr.) USA: Wohnungsbaugenehmigungen und beginne (Apr.) Q1: Wal-Mart, Home Depot JPN: Bruttoinlandsprodukt Q1 UK: Veröffentlichung des Sitzungsprotokolls der Bank of England vom 11. Mai USA: Veröffentlichung des Sitzungsprotokolls der US- Notenbank Fed vom 28./29. April DE/EWU: Vorläufiger Einkaufsmanagerindex für verarbeitendes Gewerbe und Dienstleistungen (Mai) EWU: Veröffentlichung des Sitzungsprotokolls der EZB vom 15. April UK: Einzelhandelsumsätze (Apr.) USA: Verkauf bestehender Häuser (Apr.); Philadelphia Fed Index (Mai); China: HSBC Flash-PMI verarb. Gewerbe (Mai) JPN: Geldpolitische Sitzung der Bank of Japan DE: Ifo Geschäftsklimaindex (Mai) FR: Geschäftsklima INSEE (Mai) USA: Verbraucherpreise (Apr.) Marktticker 15. Mai 2015 Seite 5

6 Disclaimer Die Inhalte in diesem Dokument wurden von der Union Investment Privatfonds GmbH nach bestem Urteilsvermögen erstellt und herausgegeben. Eigene Darstellungen und Erläuterungen beruhen auf der jeweiligen Einschätzung des Verfassers zum Zeitpunkt ihrer Erstellung, auch im Hinblick auf die gegenwärtige Rechts- und Steuerlage, die sich jederzeit ohne vorherige Ankündigung ändern kann. Ihre Kontaktmöglichkeiten Union Investment Service Bank AG Weißfrauenstraße Frankfurt am Main Telefon Telefax Als Grundlage dienen Informationen aus eigenen oder öffentlich zugänglichen Quellen, die für zuverlässig gehalten werden. Für deren Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit steht der jeweilige Verfasser jedoch nicht ein. Alle Indexbzw. Produktbezeichnungen anderer Unternehmen als Union Investment werden lediglich beispielhaft genannt und können urheber- und markenrechtlich geschützte Produkte und Marken dieser Unternehmen sein. Alle Inhalte dieses Dokuments dienen ausschließlich Informationszwecken. Sie dürfen daher weder ganz noch teilweise verändert oder zusammengefasst werden. Sie stellen keine individuelle Anlageempfehlung dar und ersetzen weder die individuelle Anlageberatung durch die Bank noch die individuelle, qualifizierte Steuerberatung. Für die Eignung von Empfehlungen zu Fondsanteilen oder Einzeltiteln für bestimmte Kunden oder Kundengruppen übernimmt Union Investment daher keine Haftung. Impressum Union Investment Privatfonds GmbH Investment Office Weißfrauenstraße Frankfurt Dieses Dokument wurde mit Sorgfalt entworfen und hergestellt, dennoch übernimmt Union Investment keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit. Es wird keinerlei Haftung für Nachteile, die direkt oder indirekt aus der Verteilung, der Verwendung oder Veränderung und Zusammenfassung dieses Dokuments oder seiner Inhalt entstehen, übernommen. Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 15. Mai 2015, soweit nicht anders angegeben. Marktticker 15. Mai 2015 Seite 6

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