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1 Materialien für den Unterricht Erich Kästner Das fliegende Klassenzimmer Umschlagillustration: Walter Trier ISBN Haribo Sonderausgabe: ISBN Erarbeitet von Manfred Wespel Klasse Thematik: Internat, Vorschriften, Zivilcourage, Mut, Rivalität, Freundschaft Didaktischer Schwerpunkt: Erarbeiten und Erschließen der Struktur des Textes, Erweiterung des Sprachund Textverständnisses

2 Materialien zu Das fliegende Klassenzimmer Konzipiert für die Klassen 5 bis 8 1. Das fliegende Klassenzimmer als Schullektüre Das fliegende Klassenzimmer gehört neben Emil und die Detektive zu den Klassikern unter Erich Kästners Jugendbüchern und zu den Klassikern der Kinderliteratur überhaupt. Das ist erst einmal ein Hinweis auf ihre besondere Qualität. Es ist jedoch zu bedenken, dass beide Werke vor über 70 Jahren geschrieben wurden und heutige Schülerinnen und Schüler Informationen zu einigen historischen Gegebenheiten benötigen. Was macht nun diesen Kinderroman auch heute noch lesenswert? Es sind zum einen die zeitlosen Themen: Fünf Freunde und Mitschüler einer Internatsklasse erleben gemeinsam eine spannende und aufreibende Ausein andersetzung, sie halten zusammen und unterstützen sich. Es sind unterschiedliche bis gegensätzliche Charaktere, in denen sich die verschiedenen Leser wiederfinden können. Die Internatssituation stellt für eine solche Gruppen- und Freundesaktivität einen Rahmen dar, der offensichtlich auch Externe anspricht, wie die Ver wend ung dieses Motivs in der Kinder- und Jugend literatur zeigt (Oliver Hassencamp, Burg Schreckenstein, J. K. Rowling, Harry Potter, Enid Blyton, Hanni und Nanni ). Kritisch im Hinblick auf eine Klassenlektüre muss man natürlich sehen, dass die Hauptfiguren alle männlich sind; dafür gibt es in der modernen Kinder literatur aber auch vergleichbare reine Mädchengruppen (Cornelia Funke, Die Wilden Hühner ). Die Protagonisten werden als Figuren gezeigt, die sich mit grundlegenden menschlichen Eigenschaften und Emo tionen auseinandersetzen: mit Mut, Courage bzw. Zivilcourage, Angst, Feigheit, Heimweh, Scham. Besonders hervorzuheben ist die Zivilcourage verschiedener Pro tagonisten: Die fünf Schüler stellen das moralische Gebot, einem Schüler in Not zu helfen, über das formale Gebot der Schul- bzw. Hausordnung, die das Verlassen des Inter nats verbietet. Der Hauslehrer Dr. Bökh verstieß als Schüler ebenfalls gegen dieses Verbot, als er seine kranke Mutter besuchte. Dass das Verständnis dieser Haltungen einem historischen Wandel unterliegt, kann am Beispiel Mut sichtbar gemacht werden. Die Erwartungen der Schülerinnen und Schüler an Lehrer haben sich bei aller Verschiedenheit in der äußeren Form nicht gewandelt: Besonders erwünscht sind Verständnis, Gerechtigkeit und Humor. In unterschiedlicher Weise repräsentieren das die beiden Hauptfiguren Dr. Bökh und Professor Kreuzkamm. Gerade die Situation Internat macht deutlich, wie wichtig den Schülern eine intakte Familie ist, in die man in den Ferien gerne zurückkehrt. Das Thema Armut wird nicht ausgespart. Zum anderen ist es die literarische Qualität, die den Roman auch heute noch lesenswert macht. Heute sehen wir dies als Standard für ein gutes Kinder- und Jugendbuch (etwa von C. Funke, P. Maar, A. Lindgren, J. K. Rowling, U. Timm), aber für die Dreißigerjahre war diese Form zu erzählen ungewöhnlich und deshalb bedeutsam: Die Geschichte ist spannend (Wie geht es weiter?), sie hat eine erstaunliche Dynamik (Wechsel zwischen Verzögerung und Dramatik), die Dialoge sind authentisch (nicht betulich) und die eingestreuten Kommentare humorvoll. Dennoch sollte man den historischen Abstand nicht gering einschätzen und entsprechend darauf vorbereitet sein, sodass man didaktische Möglichkeiten vorsehen kann. Das gilt für die sachlichen Hintergründe (Schulform Internatsgymnasium, Form des Unterrichts), für einige Ver haltensweisen und Einstellungen (Zivilcourage, Schläger ei, Zweikampf, Mutproben) und auch für die teils anspruchsvolle Sprache (viele Fremdwörter und einige antiquierte Redensarten). Einen Teil dieser Fragen kann man mit den angefügten Arbeitsblättern bearbeiten lassen, einige andere sollte man mit den Schülerinnen und Schülern in der Klasse gemeinsam diskutieren: Wie kommt es zum Feindbild zwischen den Gymnasiasten und den Realschülern? Wie ist der Zweikampf zwischen Matthias und Wawerka, wie die Schneeballschlacht einzuschätzen? Sind die Ohrfeigen, die Rudi und Kurtchen erhalten, zulässig? Ist das Übertreten von Vorschriften (Verlassen des Internatsareals) gerechtfertigt und notwendig? Wie ist die Mutprobe von Uli einzuschätzen?

3 2. Inhaltsangabe Kästner verwendet die für einen Kinderroman ungewöhnliche literarische Form eines (doppelten) Vorworts und eines Nachworts. Im Vorwort legt er die Gründe dar, wie es zu diesem Roman einer Weihnachtsgeschichte kam: Seine Mutter schickt den Erzähler zu einem Aufenthalt am Fuß der Zugspitze, damit er endlich eine Weihnachts- und Wintergeschichte schreiben kann. Dann stellt er das Motiv für seine Internatserzählung vor, die tatsächliche Lebensgeschichte von Johnny Trotz, der von seinen Eltern ausgesetzt wurde und den sein Adoptivvater, ein Über seekapitän, ins Internat Kirchberg gegeben hat. Johnny ist auch der Autor des Theaterstücks Das fliegende Klassenzimmer, das die Tertianer bei der Weihnachtsfeier aufführen. Im Nachwort tritt der Autor mit den Roman figuren Johnny Trotz und dem Überseekapitän in Kontakt und erkundigt sich nach dem weiteren Schicksal des Internats und seiner Bewohner. Die Binnenhandlung beginnt mit der Probe des Theaterstücks; sie wird durch den externen Mitschüler Fridolin unterbrochen. Die rivalisierenden Realschüler haben als Vergeltung für einen Fahnendiebstahl ihn und Rudi Kreuzkamm, den Sohn ihres Deutschlehrers, überfallen, Rudi verschleppt und die Diktathefte konfisziert, die Rudi seinem Vater mitbringen sollte. Fünf befreundete Klassenkameraden aus der Tertia, Martin, Johnny, Matthias, Uli und Sebastian, wollen sofort den Kampf aufnehmen, es folgen aber vorerst noch Verhandlungen zwischen den beiden rivalisierenden Schülergruppen. Als diese scheitern, kommt es auf den Rat des Nichtrauchers (ein Aussteiger, der in einem Schrebergarten einen alten Eisenbahn waggon bewohnt) zu einem Stell vertreter zweikampf zwischen einem Gymnasiasten (Matthias) und einem Real schüler (Wawerka). Nach der Niederlage Wawerkas brechen die Realschüler ihr Wort. Es folgt eine Schneeballschlacht, mit der die Gymnasiasten die Realschüler möglichst lange hinhalten. In der Zwischenzeit befreien Martin, Johnny und Matthias den gefangenen Rudi, der von zwei Realschülern gefesselt und mit Backpfeifen malträtiert wurde. Die Gymnasiasten vertreiben die Realschüler. Bei der Rückkehr der Internatsschüler werden sie vom Aufsicht führenden Primaner der schöne Theodor zum Hauslehrer Dr. Bökh bestellt. Er verhört die fünf, die gegen die Schulordnung verstoßen haben, zeigt Verständnis für ihr Handeln und verhängt aus formalen Gründen als Strafe eine Ausgangssperre. Im Rückblick erfährt der Leser, dass Dr. Bökh als Internatsschüler ebenfalls in einem Notfall gegen die Hausordnung verstoßen hatte. Damals hatte ihm ein Mitschüler hilfreich zur Seite gestanden. Es war niemand anderes als der Nichtraucher Dr. Uthofft, zu dem der Kontakt jedoch vor langer Zeit abbrach. Den fünf Freunden wird es später gelingen, die beiden wieder zusammenzuführen. Nachdem der kleine, ängstliche und sich selbst als feige empfindende Uli erneut zum Gespött der Mitschüler wird, will er durch eine Mutprobe zeigen, dass er kein Angsthase ist. Er springt mit einem Regenschirm von der hohen Turnstange aus auf den Sportplatz und bricht sich dabei (nur) das Bein. Die Weihnachtsfeier mitsamt Theaterstück wird ein großer Erfolg, die Internatsschüler reisen ab. Bis auf Johnny und Uli, der wegen seines gebrochenen Beins reiseunfähig ist. Aber auch Klassenprimus Martin, dessen Vater arbeitslos ist, kann über Weihnachten nicht nach Hause fahren, da seine Eltern das Fahrgeld nicht aufbringen können. Es ist ihm peinlich und er versteckt sich, doch Dr. Bökh entdeckt ihn und erfährt schließlich die Hintergründe. Er spendiert ihm die Fahrkarte, sodass Martin die Feiertage doch noch zu Hause mit seiner Familie verbringen kann. 3. Der Autor Erich Kästner Erich Kästner wurde 1899 in Dresden geboren; seine Mutter Ida stammte aus einer Metzgers- und Pferdehändlerfamilie, der Pflegevater war gelernter Sattlermeister, früher als solcher selbstständig, später Fabrikarbeiter. Die finanziellen Verhältnisse waren bescheiden, die Ehe unglücklich, und die Mutter wandte ihre ganze Fürsorge ihrem Sohn zu, der sich ihr ein Leben lang verpflichtet fühlte. Erich Kästner begann eine Ausbildung als Lehrer, die durch den Militärdienst unterbrochen wurde. An der Universität Leipzig studierte er Germanistik, Geschichte, Theatergeschichte und Philosophie und promovierte anschließend in Literaturwissenschaft. Schon während seines Studiums veröffentlichte Kästner journalistische und literarische Texte in verschiedenen Zeitungen wechselte er nach Berlin. Sein erster Roman für Kinder, Emil und die Detektive, machte ihn 1929 auf einen Schlag berühmt, da er damit von der bis dahin betulichen Kinderliteratur, die er im Vorwort zu Das fliegende Klassenzimmer auch deutlich kritisiert, erfrischend abgewichen war.

4 Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten erhielt Kästner (als Kriegsgegner und Antimilitarist) Publikationsverbot, seine Bücher wurden verbrannt (Kästner war am 10. Mai bei der Bücherverbrennung auf dem Opernplatz in Berlin anwesend). Dennoch blieb er in Deutschland, vermutlich aufgrund der engen Bindung zu seiner Mutter. Nach dem Krieg setzte Kästner in München sein literarisches Schreiben für Erwachsene und für Kinder fort; er bearbeitete auch zahlreiche klassische Stoffe für Kinder (Till Eulenspiegel, Münchhausen, Die Schildbürger, Don Quichotte) wurde er Vater eines Sohnes. Kästner erfuhr zahlreiche Ehrungen und erhielt viele Auszeichnungen. Er mischte sich immer wieder vehement in die politische Debatte ein (Vietnamkrieg, Verjährung von Nazi-Verbrechen, Bücherverbrennungen). Kästner starb am 29. Juli 1974 in München. 4. Einstiegsmöglichkeiten Ausgehend von der Annahme, dass manchen Schülerinnen und Schülern der Name Erich Kästner oder einige seiner kinderliterarischen Werke bekannt sind, kann man mit der Frage nach bekannten Titeln ( Emil und die Detektive, Das fliegende Klassenzimmer, Das doppelte Lottchen ) beginnen. Um die biografisch-historische Dimension zu ver deutlichen, bietet es sich an, den Schülerinnen und Schülern die Aufgabe zu geben, ihre Eltern und Großeltern zu befragen, ob sie selbst Bücher von Kästner kennen und in ihrer Kindheit gelesen haben. Handlung), die weiteren vertiefen und erweitern verschiedene Aspekte (Wortschatz, literarische Motive). Arbeitsblatt 1: Die Person Kästner ist zur Selbstrecherche gut geeignet, da es zahlreiche Quellen gibt. Die schwierige Lage Kästners im Nationalsozialismus kann in die biografische Betrachtungsweise mit einbezogen werden. Arbeitsblatt 2: Diese Form eines Vor- und Nachworts ist für Kinderbücher eher selten; sie bietet einen guten Anlass, auf die Rahmenerzählung als literarisches Mittel hinzuweisen. Auch das kinderliterarische Programm von Kästner wird hier recht deutlich sichtbar. Arbeitsblatt 3: Da das Personal der Geschichte recht umfangreich ist, sollten sich die Schülerinnen und Schüler an einer Personenskizze orientieren können, die sie nach und nach ergänzen. Arbeitsblatt 4: Die unterschiedlichen Rollen und Charaktereigenschaften sind für den Aufbau der Handlung wichtig und auch für das Verstehen komplexerer literarischer Texte Voraussetzung. Hier können die Eintragungen ebenfalls nach und nach erfolgen. Arbeitsblatt 5: Die Schauplätze sind insgesamt relativ be grenzt und überschaubar (Kirchberg und das dortige Internat, Hermsdorf). Die Handlungsabfolge orientiert sich an diesen Schauplätzen. Ein klassischer Einstieg in die Lektüre könnte mit der Betrachtung des Titelbilds erfolgen: Der Kampf zwischen den Stellvertretern sowie der beiden Gruppen führt zur Frage nach dem Sinn und der Zulässigkeit von Schlägereien. Man kann hier direkt die Frage von historisch bedeutsamen Zweikämpfen anschließen; bekannt wird den Schülerinnen und Schülern der Zweikampf zwischen David und Goliath, eventuell auch zwischen Hektor und Achill sein, weniger zwischen Hildebrand und Hadubrand. Über Abbildungen (siehe Arbeitsblatt 5 oder Bildsuche im Internet, Google, Bilder, Stichwort "Zweikampf") ist es leicht möglich, den Bezug zum Buch herzustellen. 5. Zu den Arbeitsblättern Insgesamt sollen die Arbeitsblätter dazu dienen, dem einzelnen Schüler die Struktur des Textes zu erschließen und sein Sprach- und Textverständnis zu erweitern. Die Arbeitsblätter 1 bis 4 erarbeiten und festigen die grundlegende Struktur (Personen, Charaktere, Schauplätze, Arbeitsblatt 6: Das Motiv Zweikampf ist ein altes literarisches Motiv, das den Schülerinnen und Schülern immer wieder begegnet. Sie können hier ihr Wissen aktivieren (David und Goliath dürften bekannt sein) bzw. selbst recherchieren (auch weitere bildliche Darstellungen). Arbeitsblatt 7: Die Szenen, in denen relativ realistisch geschildert wird, wie sich Jungen prügeln bzw. wie jemand geschlagen wird, stellen aus heutiger Sicht kritische Stellen des Romans dar. Hier ist das Unterrichtsgespräch erforderlich. Mit den Textauszügen soll sich der einzelne Schüler/die einzelne Schülerin nochmals mit dem Problem individuell auseinandersetzen. Arbeitsblatt 8: Die historischen Bezeichnungen können die Lektüre erschweren; hier werden notwendige Informationen geliefert. Das literarische Motiv Inter natsgeschichte wird erweitert.

5 Arbeitsblatt 9: Die inneren Motive für das Handeln der jugendlichen Hauptfiguren werden teilweise von ihnen explizit thematisiert (Uli, Johnny, Sebastian), teilweise sind sie indirekt erschließbar. Dr. Bökh sieht im Handeln der Jungen eine Form der Zivilcourage und stimmt sein pädagogisches Handeln darauf ab. In keinem dieser Fälle ist eine eindeutige Antwort möglich: Was ist Mut? Was ist Feigheit? Welche Handlungen sind ihnen zuzuordnen? Arbeitsblatt 10: Haus- und Schulordnungen sind in letzter Zeit wieder aktuell. Für ein Internat ergeben sich besondere Bedingungen, die hier geklärt werden sollen. Arbeitsblatt 11: Offensichtlich ging Kästner davon aus, dass seine jugendlichen Leser über einen relativ großen Fremdwortschatz verfügen. In vielen Fällen ist eine genauere Kenntnis der Fremdwörter im Text gar nicht erforderlich, doch sollten sich die Leser die Bedeutung einiger wichtiger Fremdwörter klarmachen. Die Aufgabe dient der generellen Fähigkeit der Bedeutungsklärung und Bedeutungsbeschreibung. 6. Weitere Anregungen Es bietet sich an, zusammen mit den Schülerinnen und Schülern eine Ausstellung zu Erich Kästner zu organisieren. Diese könnte beinhalten: Bücher für Kinder (auch ältere Ausgaben von Eltern, Großeltern), Bücher für Erwachsene, Porträtfotos, Fotos zu wichtigen Ereignissen aus Kästners Leben (Bücherverbrennung), Filmtitel und Filmplakate. Falls über Medienzentren zugänglich, kann man mit den Schülerinnen und Schülern eine Verfilmung anschauen, die von 1954 eignet sich am besten. Ein weitergehendes Projekt wäre ein Vergleich der verschiedenen Verfilmungen (1954, 1983, 2002) unter den Aspekten: Vergleich mit dem Buch, Nähe zum Buch, Unterschiede in den Verfilmungen und mögliche Gründe dafür. Arbeitsblatt 12: Der historische Abstand des Textes wird unter anderem an der Verwendung einiger Wörter und Redensarten, die heute kaum oder gar nicht mehr in Gebrauch sind, deutlich. Arbeitsblatt 13: Zur Rekapitulation einiger zentraler Ge schehensabläufe kann die Form des fiktiven Briefs verwendet werden. Arbeitsblatt 14: Ein handlungsorientierter Literatur unterricht sollte die Methode des szenischen Spiels hier einsetzen. Die berühmte Verhörszene eignet sich besonders gut. Gerade weil ein Theaterstück im Roman bedeutsam ist, kann das szenische Spiel hier anknüpfen. Arbeitsblatt 15: Das Quiz dient der Rekapitulation und Festigung. Neben einfachen Wissensfragen werden auch interpretatorische Leistungen gefordert.

6 Arbeitsblatt 1: Der Autor Erich Kästner geboren 1899 in Dresden gestorben 1974 in München Welche bekannten Kinderromane hat Erich Kästner geschrieben? Welche Stoffe der Weltliteratur hat Erich Kästner für Kinder bearbeitet? Kinderbücher von Erich Kästner: Von Erich Kästner bearbeitete Stoffe der Weltliteratur: Erich Kästner wurde im Nationalsozialismus verfolgt, seine Bücher wurden verbrannt. Was weißt du über die Bücherverbrennungen 1933? Erkundige dich.

7 Arbeitsblatt 2: Ein seltsamer Anfang (und Schluss), Teil 1 Was erfährst du aus dem Vorwort und dem Nachwort über den Autor des Romans, Erich Kästner? Erich Kästner

8 Arbeitsblatt 2: Ein seltsamer Anfang (und Schluss), Teil 2 Welche Meinungen vertritt Kästner im Vorwort und im Nachwort zu Kindheit und zu Kinderbüchern? Wozu fordert er Kinder und Erwachsene auf? Kindheit und Kinderbücher

9 Arbeitsblatt 3: Welche Personen spielen in der Geschichte mit? Trage nach und nach die Namen der Personen der Geschichte ein und nenne einige Dinge und Objekte, die eine wichtige Rolle spielen. Das Internat mit Johann-Sigismund-Gymnasium in Kirchberg: Die fünf Freunde: Die Gymnasiallehrer: weitere Schüler: Eltern: Der Nichtraucher: Die Realschule in Kirchberg: Die Realschüler: Eltern: Und einige wichtige Dinge/Objekte:

10 Arbeitsblatt 4: Ganz verschiedene Charaktere Ergänze nach und nach, welche Rollen diese Personen spielen und welche Eigenschaften und welche Verhaltensweisen für sie typisch sind. Personen Matthias Selbmann (Matz) Rolle, Eigenschaften, Charakter, Verhalten Tertianer, stark, immer hungrig, verfressen Martin Thaler Jonathan Trotz (Johnny) Uli von Simmern Sebastian Egerland Heinrich Wawerka Der schöne Theodor Dr. Johann Bökh (Justus) Professor Kreuzkamm Robert Uthofft (der Nichtraucher)

11 Arbeitsblatt 5: Was geschieht wo? Notiere während der Lektüre, was an den einzelnen Schauplätzen geschieht. Wichtigste Schauplätze sind Kirchberg und das Internat. Schauplatz der Handlung Handlungen, Ereignisse Kapitel 1 Internat Kirchberg, Theaterprobe für die Weihnachts- Turnhalle feier; Fridolin berichtet vom Überfall durch die Realschüler. Kapitel 2 Eisenbahnwaggon in einem Schrebergarten neben dem Internatsgelände Kapitel 3 Wohnung Egerland in Kirchberg, Förstereistraße Kapitel 4 Bauplatz in Kirchberg Keller Wohnung Egerland, Förstereistraße Kapitel 5 Arbeitszimmer Dr. Bökh Kapitel 6 Arbeitszimmer der Internatsschüler Schlafsaal II Kapitel 7 Klassenzimmer der Tertia Speisesaal Schrebergarten

12 Arbeitsblatt 5: Was geschieht wo? Fortsetzung Schauplatz der Handlung Handlungen, Ereignisse Kapitel 8 Turnhalle Eisbahn Vorsaal Kapitel 9 Kapitel 10 Arbeitszimmer, Wohnzimmer im Internat Krankenzimmer Restaurant Zum letzten Knochen in Kirchberg Turnhalle Kapitel 11 Bahnsteig Schulhof Kapitel 12 Hermsdorf, Wohnung Thaler Straßen, Marktplatz in Hermsdorf

13 Arbeitsblatt 6: Zweikämpfe der Stellvertreter Kennst du diesen berühmten Zweikampf? Schlage im Alten Testament nach: 1. Buch Samuel, Kapitel 17. Personen Matthias gegen Wawerka Stellvertreter Schauplatz für der Anlass Handlung des Zweikampfs Gymnasium bzw. Realschule alte ( prähistorische ) Feindseligkeiten, Diebstahl der Fahne der Realschüler, Überfall auf Rudi und Fridolin Handlungen, Ausgang Ereignisse des Zweikampfs Sieg von Matthias, aber Wortbruch der Realschüler David gegen Goliath Hektor gegen Achilles Hildebrand (Vater) gegen Hadubrand (Sohn) Kannst du die anderen Zweikämpfe genauer beschreiben? Schlage nach (Bibel, griechische Sagen, germanische Sagen) oder recherchiere im Internet.

14 Arbeitsblatt 7: Harmlose Schläge und Backpfeifen? Teil 1 Wie beurteilst du diese beiden Szenen? Zweikampf zwischen Matthias und Wawerka (S. 59): Wawerka schlug voller Wut zu. So wurde sein Gesicht wieder frei, und schon erhielt er ein derartiges Ding hinters Ohr, dass er sich hinsetzte. Er kam wieder hoch, schlingerte auf Matthias zu und wurde mit ein paar knallenden Ohrfeigen abgefangen. Sie waren gar nicht mehr nötig. Er war vollkommen erledigt. Matthias packte den Wehrlosen bei den Schultern, drehte ihn um und gab ihm einen Tritt. Kurt ohrfeigt Rudi, Matthias ohrfeigt Kurt (S. 65 und 67): Der Realschüler, der Kurtchen hieß, trat dicht vor Kreuzkamms Stuhl, hob die linke Hand und schlug zu. Dann hob er die rechte Hand, schlug zu und sagte: Das wären zwei. Dann hob er wieder die linke Hand aber da war auch schon Matthias neben ihm, und die dritte Ohrfeige kriegte Kurt selber. Er flog krachend in Egerlands Christbaum, blieb in den Tannennadeln sitzen und hielt sich heulend die linke Gesichtshälfte. Martin hatte dem anderen Realschüler einen Doppelnelson angesetzt, dass dem Jungen Hören und Sehen verging. (S. 65) Sie verließen den Keller. Nur Matthias blieb zurück. Als die anderen die Treppen hinaufstiegen, hörten sie zweimal hintereinander einen lauten Knall. Und dann heulten zwei Jungen wie die Schlosshunde. (S. 67) Antwort:

15 Arbeitsblatt 7: Harmlose Schläge und Backpfeifen? Teil 2 Reportage einer Schülerin über Schlägereien heute: Cai lacht und feuert seine Freunde an. In der Hand hält er ein Handy, mit dem er filmt, wie seine Freunde einen Mitschüler zusammenschlagen. Legal ist das nicht, und das wissen sie auch. Auf die Frage, warum sie das machen, zuckt Cai die Schultern. Es macht halt Spaß. Grinsend fügt er hinzu: Außerdem kann ich vor den anderen angeben. Dass es für das Opfer nicht so lustig ist, stört ihn nicht. Laura Voggesberger, in: Stuttgarter Zeitung, , S. 9 Sollte man eingreifen, wenn man so etwas beobachtet? Muss man immer Zivilcourage zeigen? Antwort:

16 Arbeitsblatt 8: Internate und andere Schulen Teil 1 Bezeichnungen für die Gymnasialklassen früher und heute Kirchberg (ca. 1930) 1950 Schauplatz der 2000 Handlung Handlungen, 2009 Ereignisse Grundschule Klasse 1-4 Grundschule Klasse 1 4 bzw. Volksschule Klasse 1 8 oder 9 Grundschule Klasse 1 4 Grundschule Klasse 1 4 Sexta Klasse 1 5, Unterstufe 5 Quinta Klasse 2 6, Unterstufe 6 Quarta Klasse 3 7, Mittelstufe 7 Untertertia Klasse 4 8, Mittelstufe 8 Obertertia Klasse 5 9, Mittelstufe 9 Untersekunda Klasse 6 10, Mittelstufe 10 Obersekunda Klasse 7 11, Oberstufe 11 Unterprima Klasse 8 12, Oberstufe 12 > Abitur Oberprima > Abitur Klasse 9 > Abitur 13 > Ð Abitur Die Gymnasialklassen wurden früher mit lateinischen Zahlen benannt: Sexta = 6., Quinta = 5., Quarta = 4., Tertia = 3., Sekunda = 2., Prima = 1. Nach dem Krieg begann man die Zählung der Gymnasialklassen neu mit Klasse 1, später wurden dann alle Klassen durchgezählt, also beginnend mit der 1. Klasse in der Grundschule bis hin zum Abitur nach der 13. Klasse im Gymnasium bzw. heute in einigen Ländern bereits nach der 12. Klasse.

17 Arbeitsblatt 8: Internate und andere Schulen Teil 2 Kannst du die Begriffe genauer erklären? Gymnasium Realschule Hauptschule Öffentliche Schule Privatschule Internat Kennst du diese oder andere Internatsgeschichten? Titel Hauptfiguren Burg Schreckenstein Harry Potter

18 Arbeitsblatt 9: Mut, Zivilcourage, Angst und Feigheit, Teil 1 Die fünf Freunde setzen sich mit verschiedenen Gefühlen auseinander: Mut: Fähigkeit, auch in gefährlichen Situationen seine Angst zu überwinden Courage: Unerschrockenheit, Mut Zivilcourage: anderen in der Öffentlichkeit helfen, auch wenn man selbst dabei in Gefahr gerät oder ein Verbot übertritt; öffentlich seine Meinung sagen, auch wenn man dadurch Nachteile hat Angst: Gefühl des Gelähmtseins, der Beklemmung und Bedrückung, vor allem, wenn Gefahr droht; Zittern, kalte Hände Feigheit: Vor jeder Gefahr und jedem Risiko zurückschrecken, mutlos sein, andere bei Gefahr im Stich lassen Sich schämen: Gefühl, versagt oder etwas Unrechtes getan zu haben

19 Arbeitsblatt 9: Mut, Zivilcourage, Angst und Feigheit, Teil 2 Wer hat welche Eigenschaft? Wie zeigt sich das? Personen und ihre Handlungen Mut Uli springt von der Turnstange. Zivilcourage Angst Feigheit sich schämen

20 Arbeitsblatt 10: Hausordnungen Schreibe die wichtigsten Bestimmungen der Hausordnung des Internats Kirchberg auf. Habt ihr an eurer Schule auch eine Haus- oder Schulordnung? Vergleiche. Hausordnung des Internats Kirchberg (1930) Vergleiche die Hausordnung des Internats Kirchberg mit der des Internats Schloss Belvedere. Was ist gleich? Was ist anders? Was findest du gut und notwendig, was wäre dir nicht so angenehm? Auszug aus der Hausordnung des Internats Schloss Belvedere in Weimar (2009) 3. Bei jedem Betreten bzw. Verlassen des Schul- und Internatsgeländes melden sich die Internatsschüler bei den Erziehern an bzw. ab. Die Meldepflicht gilt ebenso für Besucher (auch Eltern und Angehörige), und zwar an der Rezeption und bei den diensthabenden Erziehern. 4. In begründeten Ausnahmefällen ist eine Verlängerung des Ausgangs oder eine Übernachtung außerhalb des Internates möglich. Die Entscheidung trifft die Internatsleiterin bzw. die diensthabenden Erzieher. Für volljährige Schüler können im Benehmen mit der Internatsleitung weiter reichende Vereinbarungen getroffen werden, solange das Gemeinwohl aller Schüler nicht beeinträchtigt wird. Während des Ausgangs besteht für das Internat keine Aufsichtspflicht. 5. Schul- bzw. Internatsveranstaltungen haben Vorrang vor den Freizeit- und Ausgangswünschen. Kirchberg Belvedere

21 Arbeitsblatt 11: Viele Fremdwörter Kästner verwendet sehr viele Fremdwörter. Kennst du ihre Bedeutung? Notiere ein deutsches Wort oder eine Umschreibung. Du kannst auch im Wörterbuch nachschlagen oder im Internet recherchieren. Du kannst auch weitere Fremdwörter notieren und erklären. Fremdwort Bedeutung Kolonialwaren Primus Parlamentär Stipendium prähistorisch Requisiten Konflikt Grammophon skandalös Präfekt Inspektor Lokaltermin gigantisch Brikett Turnier

22 Arbeitsblatt 12: Ungewöhnliche Wörter und Redensarten Kästner hat seinen Kinderroman 1933 geschrieben. Einige Wörter sind heute nicht mehr gebräuchlich. Kennst du sie? Notiere ein anderes Wort oder erkläre ihre Bedeutung. Du kannst in Wörterbüchern nachschlagen oder im Internet recherchieren. Wort Bedeutung Penne Schrebergarten Keilerei Zapfenstreich Stulle Lümmel Flegel Gesindel Was bedeuten diese Redensarten? Versuche, sie zu umschreiben. Redensart/Redewendung Bedeutung jemandem eins vor den Latz knallen hart im Nehmen sein/werden die Ohren steif halten eine Hornhaut kriegen jemanden in die Pfanne hauen aus Kuchenteig gebacken sein Schwamm drüber

23 Arbeitsblatt 13: Noch mehr Briefe Im Roman sind drei Briefe abgedruckt (S. 118/119, S. 132/133 und S. 167). Wer schreibt an wen? Seite 118/119 Seite 132/133 Seite 167 Weitere mögliche Schreibanlässe: Uli schreibt an seine Eltern, warum er von der Turnstange gesprungen ist. Egerland schreibt an seinen Brieffreund Hannes in München, warum er nicht mehr der Häuptling der Realschüler sein will. Der Autor schreibt von Oberbayern aus an seine Mutter, wie es um die Weihnachtsgeschichte steht. Der Quartaner Stöcker schreibt an seine Eltern, wie er überraschend zu seiner Theaterrolle kam. Johnny Trotz schreibt an den Überseekapitän, was für ein Stück er geschrieben hat und wie die Proben und die Aufführung liefen. Matthias schreibt an einen Freund, warum er sich wegen Ulis Mutprobe schuldig fühlt. Suche dir eine Situation aus und schreibe den Brief.

24 Arbeitsblatt 13: Noch mehr Briefe Fortsetzung

25 Arbeitsblatt 14: Verhör bei Dr. Bökh Spielt die Szene Verhör bei Dr. Bökh. Der Text muss nicht wörtlich wiedergegeben werden. Doktor Bökh trat dicht vor die Angeklagten Auch diese Szenen eignen sich zum Spielen. Übt in Gruppen verschiedene Szenen. Die Tertianer proben das Stück in der Turnhalle. Fridolin platzt herein und berichtet. Verhandlung zwischen Egerland und Sebastian über die Bedingungen Prof. Kreuzkamm ist über Uli erstaunt und befragt seinen Sohn.

26 Arbeitsblatt 15: Das Zehn-Fragen-Quiz 1 Wie heißt das Stück, das die Tertia des Johann-Sigismund-Gymnasiums auf der Weihnachtsfeier aufführen will? 2 Wie heißt der Verfasser des Stückes? Wie ist sein Spitzname? 3 Wo endet das Theaterstück? 4 Warum ist Matthias froh, dass die Realschüler die Diktathefte geklaut haben? 5 Warum heißt der Nichtraucher Nichtraucher, obwohl er raucht? 6 Warum versuchen die Gymnasiasten die Realschüler bei der Schneeballschlacht hinzuhalten? 7 Warum verurteilt Dr. Bökh die Missachtung des Ausgehverbots nicht grundsätzlich? 8 Warum will Uli eine Mutprobe machen? 9 Warum lachen die Schüler, als Professor Kreuzkamm Rudi ausrichten lässt, sein Vater möge besser auf seinen Sohn aufpassen? 10 Wen trifft der Autor zwei Jahre später in Berlin in einem Kaffeehaus am Kurfürstendamm? Alle zehn Fragen gelöst? Dann bist du ein echter Kenner und Fan von Das fliegende Klassenzimmer.

27 Arbeitsblatt 1: Der Autor Erich Kästner Lösung geboren 1899 in Dresden gestorben 1974 in München Welche bekannten Kinderromane hat Erich Kästner geschrieben? Welche Stoffe der Weltliteratur hat Erich Kästner für Kinder bearbeitet? Kinderbücher von Erich Kästner: Als ich ein kleiner Junge war Das doppelte Lottchen Emil und die Detektive Emil und die drei Zwillinge Erich Kästner erzählt Das fliegende Klassenzimmer Der 35. Mai Der kleine Mann Der kleine Mann und die kleine Miss Die Konferenz der Tiere Pünktchen und Anton Das Schwein beim Friseur Das verhexte Telefon Von Erich Kästner bearbeitete Stoffe der Weltliteratur: Don Quichotte Der gestiefelte Kater Gullivers Reisen Münchhausen Die Schildbürger Till Eulenspiegel Erich Kästner wurde im Nationalsozialismus verfolgt, seine Bücher wurden verbrannt. Was weißt du über die Bücherverbrennungen 1933? Erkundige dich.

28 Arbeitsblatt 2: Ein seltsamer Anfang (und Schluss), Teil 1 Lösung Was erfährst du aus dem Vorwort und dem Nachwort über den Autor des Romans, Erich Kästner? Sohn von Frau Kästner befolgt den Wunsch seiner Mutter kennt Justus und den Nichtraucher persönlich schreibt nur mit grünem Bleistift raucht Zigaretten schreibt Geschichten Erich Kästner sitzt im Sommer am Fuß der Zugspitze wohnt in Berlin in einer kleinen Wohnung sitzt im Kaffeehaus am Kurfürstendamm will die Geschichte von Jonathan Trotz erzählen wird eine Internatsgeschichte schreiben liebt Makkaroni mit Schinken

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