WISSEN : VERNETZEN : PUBLIZIEREN

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1 WISSEN : VERNETZEN : PUBLIZIEREN Fanta, Alexander: Klug und mutig? Erich Kästner als Anti- Faschist und Drückeberger. Das fliegende Klassenzimmer vom Standpunkt der politischen Bildung. Seminararbeit,

2 Seminar Moderne Ästhetik und politische Bildung Alexander Fanta Sommersemester 2006 A300 ~ Klug und mutig? Das fliegende Klassenzimmer vom Standpunkt der politischen Bildung

3 Inhaltsverzeichnis KLUG UND MUTIG?...1 Inhaltsverzeichnis... 2 Einleitung... 3 Zur Entstehung des Buchs... 6 Erich Kästner und der Nationalsozialismus... 7 Zur Rezeption des fliegenden Klassenzimmers... 8 Synopsis der Handlung und Schlüsselszenen Die Schneeballschlacht Der Sprung Vormodern, modern, postmodern Handlungsautonomie der Kinder Klassenbewusstsein Antiautoritarismus Kästners Schlussworte Sekundärliteratur

4 Einleitung Zu Beginn dieser Arbeit muss wohl die Frage gestellt werden, wer dieser Erich Kästner überhaupt ist. Der breiten Öffentlichkeit ist er als Autor einiger Kinderbücher bekannt, darunter populäre Werke wie Das doppelte Lottchen (1947), Emil und die Detektive (1928) und eben Das fliegende Klassenzimmer (1933), deren Popularität bis heute anhält nicht zuletzt aufgrund der über 40 Verfilmungen. (Das fliegende Klassenzimmer selbst wurde zuletzt 2003 von der ZDF verfilmt.) Was ist nun aber die Signifikanz dieses Kinderbuchautors für die politische Bildung und für unser Bild von der Moderne als literarische Bewegung an sich? Zunächst einmal muss erwähnt werden, dass Erich Kästner nicht nur Kinderbuchautor war, sondern auch Lyriker, und einen in der Weimarer Republik viel beachteten Roman geschrieben hat, den Fabian. Zudem hat er häufig und kritisch das Zeitgeschehen in Zeitungskolumnen und Essays kommentiert. In der Zeit des Nationalsozialismus hat er sich in die innere Emigration 1 zurückgezogen, und sich darauf beschränkt, unpolitische Unterhaltungsliteratur zu verfassen. Später machte er noch als prominenter Vertreter der re-education und Vietnamkriegs-Gegner von sich reden. Es ist jedenfalls interessant, dass gerade seine Kinderbücher heute noch so viel gelesen werden, während sein restliches literarisches Werk - sogar in der wissenschaftlichen Kästner-Rezeption - aus dem Sichtfeld gerückt ist. Dafür hat man sich mit diesen umso intensiver beschäftigt. Die Germanistin Marianne Bäumler schreibt in ihrer Dissertation, dass sie sich aufgrund ihrer frühen Begeisterung für den Schriftsteller zu dem Thema hingezogen gefühlt hat, aber diese bald enttäuschter Ablehnung gewichen ist (Bäumler: 10). Kästner polarisiert, so scheint es. Während Mitte der Sechziger Jahre das Standardwerk zu den Kinderbüchern Kästners von Kurt Beutler versucht, ihn als anti-autoritären Erzieher zu lesen (Beutler 1966), schlägt ihm seit den 80er Jahren von seiten der kritischen Literaturwissenschaft eher Ablehnung entgegen. Auch in der DDR stand man dem typischen Vertreter kleinbürgerlicher Ideologie kritisch gegenüber. Und die amerikanische Germanistik rezipiert Kästners Kinderbücher durchwegs als 1 Eine kritische Betrachtung des Begriffes innere Emigration und dessen Auslegung findet sich bei Demuth, S. 27ff. 3

5 'Fluchtliteratur' ohne politischen Anspruch (vgl. Kirsch 10f.). Dem Moralisten Kästner, dem Anti-Militaristen und Anti-Faschisten, blättert der Lack ab. Warum also Kinderbücher, und warum das fliegende Klassenzimmer? Susanne Haywood zitiert den deutschen Pädagogen Malte Dahrendorf ihn ihrer programmatisch betitelten Schrift Kinderliteratur als Zeitdokument : Kinder- und Jugendliteratur zeigt allein aus der Natur ihres Genres, wie eine Gesellschaft ihre Mitglieder vor allem wünscht, [und] welche Bildungsideale und Erziehungsziele besonders wichtig sind. (Dahrendorf nach Haywood: 13) Jugendliteratur ist aber keine Einbahnstraße, gerade bei Kästner, dem Moralisten, exerziert sie auch gewisse Topoi, die sich in das Bewusstsein der jungen Leserschaft fressen. In allen Kinderbüchern wird die Romanhandlung regelmäßig von kurzen philosophischen Essay-Passagen unterbrochen, die er manchmal (wie in Pünktchen und Anton) Nachdenkereien nennt. Kinderliteratur ist für Kästner die Verbindung von idealisierter Kindheitsvorstellung mit dem Konzept einer idealen Gesellschaft (vgl. Haywood: 55). Und hier kreuzen sich die verschiedensten Vorstellungen von Moderne bei Kästner. Nicht umsonst nennt ihn Walter Benjamin einen linken Melancholiker, der links des Möglichen steht. Kästners Weg ist es oft, der Realität zu entfliehen. Dennoch wird er bis heute unter dem Stichwort Realismus, und der Bewegung der neuen Sachlichkeit in den 20er und 30er Jahren gelesen. Kästner hat (mit Unterstützung anderer) eine radikale Neuerung eingeleitet, einen Bruch in der Tradition deutschsprachiger Kinderbücher, in dem er erstmals realistische Settings beschrieb, und wesentlich plastischere Figuren einführte, als es sie bis dahin gegeben hatte, die sich eines saloppen Jargons bedienen, um sich dem Publikum anzunähern (Bäumler: 163). So trennte er sich von der Vorstellung, dass Kinderbücher putzig und lustig sein müssen, und gestand seinen Figuren realere Emotionen zu. Die Protagonisten seiner Kinderbücher stehen durchaus auch oft im Widerspruch mit der erwachsenen Autorität, ohne dafür verteufelt zu werden. Als Novum der damaligen Zeit konstatiert Steck-Meier auch die häufige Verwendung von Ironie im Kinderbuch in ihrer erzähltheoretischen Analyse seiner Jugendromane (Steck-Meier 1999). Im Grunde genommen ist sich die modernen Rezeption aber einig, dass Kästners Realismus eher Fassade bleibt, das er humanistische Märchen erzählt (Haywood: 96). Interessant ist auch der Enstehungszeitraum des Romans. Als das Buch Ende `33 erschien, war Erich Kästner bereits ein verbotener, von den Nazis verbrannter 4

6 Schriftsteller. Dennoch sichtet der in Deutschland Verbliebene das Buch in einigen Schaufenstern. Der nationalsozialistische Kulturapparat wies also durchaus Lücken in seiner Repression auf, wie Demuth aufweist (Demuth: 29f.), vielleicht wurde er aber zum Teil auch absichtlich übersehen, wie Drouve andeutet. (Drouve: 193) So steht Erich Kästner am Kreuzweg zwischen einem stillen Anti-Faschismus, der für manche in seinem Werk überhaupt nicht vorhanden ist (vgl. Schickorsky: 94), den wilhelminischen Erziehungsidealen seiner eigenen Kindheit, die er einerseits ablehnt, andererseits unterbewusst stark reflektiert und perpetuiert (vgl. Drouve: 81f.), so wie verschiedenen Konzeptionen von Modernität in seinem Werk, die ich später noch behandeln möchte. Kästner bleibt jedenfalls immer seiner Rolle als kleinbürgerlicher Intellektueller gerecht, der in einer zunehmend sein Milieu bedrohenden Umwelt der 20er Jahre versucht, sich neue Ordnungsprinzipien (Haywood: 24) zu erarbeiten. Seine Frustration mit diesem Ziel drückt sich schon damals in der pessimistischen Stimmung des Romans Fabian aus, die er in einem zu selben Zeit erscheinenden Essay zusammenfasst: Die Zeit fährt Auto. Doch kein Mensch kann lenken. (zitiert nach ebd.) Die große Verunsicherung des finanziell zerrütteten Bürgertums, dass über die bürgerliche Moral versucht, sich vom Proletariat abzugrenzen (ebd.: 60f.), verarbeitet er positiv in seinen Kinderbüchern, deren letztes mit dem fliegenden Klassenzimmer 1933 erscheint. Zu dieser Zeit jedoch hat eben dieses Kleinbürgertum schon zum Großteil die Flucht in die faschistische Ideologie angetreten. Dementsprechend herrscht trotz dem optimistischen Charakter der Weihnachtgeschichte ein klein wenig Endzeitstimmung durch die Enträumlichung des Schauplatzes und die völlige Bezugslosigkeit zur Außenwelt. Die vorherigen beiden Bücher Emil und die Detektive und Pünktchen und Anton hatten sich noch die Großstadt Berlin zum Schauplatz gemacht (was Bäumler kritisch unter die Lupe nimmt: 152ff.). Das Ziel dieser Arbeit ist es somit, nicht nur die bisherige Rezeption der Kinderbücher Erich Kästners exemplarisch an dem fliegenden Klassenzimmer zu untersuchen, sondern auch verschiedene Topoi des Werkes abzubilden, die eine polit-pädagogische Aufarbeitung des Romans ermöglichen könnten. Dieser Exkurs soll dazu dienen, der Konzeption von Moderne des Herrn Kästner auf den Zahn zu fühlen. 5

7 Zur Entstehung des Buchs Das fliegende Klassenzimmer wurde als letztes in einer Serie von überaus erfolgreichen Kinderbüchern geschrieben, die alle die Zielgruppe der Acht- bis Zwölfjährigen anpeilen. Ihm voraus ging als erstes Kinderbuch Emil und die Detektive, dass bis heute als sein erfolgreichstes Buch gilt und prompt verfilmt wurde, sowie Der 35. Mai und Pünktchen und Anton. Kästner war in dieser Zeit sehr erfolgreich. Er veröffentlichte hunderte Kommentare, Glossen und Artikel u.a. im Berliner Tageblatt und in der Vossischen Zeitung, sowie einige Lyrikbände. In einigen Gedichten nimmt Kästner auch zum Zeitgeschehen Stellung, z.b. in Brief an den Weihnachtsmann : Und nach München lenk die Schritte, wo der Hitler wohnen soll. Hau dem Guten, bitte, bitte, den Germanenhintern voll. (zitiert nach Drouve: 101) Generell spricht sich Kästner in seiner Lyrik immer wieder gegen Militarismus und Aufrüstung auf, und schreibt Gedichte mit prophetisch-warnendem Charakter, die eine unheilvolle Zukunft heraufbeschwören. Drouve merkt jedoch in Anlehnung an Theodor W. Adorno an, dass das Mittel der Satire oft die Potenz des Objektes unterschätzt (ebd.), und nennt Kästners Lyrik schlicht oberflächlich (ebd.: 128). Auch in einem Brief an seine Mutter, den Marianne Bäumler zitiert, findet sich eine Tendenz zu Unterschätzung der Nationalsozialisten. (vgl. Bäumler: 160) Kästner selbst romantisiert die Entstehung des Buches in der Einleitung, in der er beschreibt, wie er im Hochsommer von seiner Mutter in die Bahn gesetzt wird, um zur Zugspitze zu fahren, dem einzigen Platz in Deutschland, an dem man etwas Schnee sehen kann. Zu dieser Zeit hatte Kästner als Schriftsteller bereits Fuß gefasst 1931 war die Verfilmung von Emil und die Detektive im Kino gelaufen. Die Biographie von Helga Bemann notiert zum Jahr 1933 und dem fliegenden Klassenzimmer nur, dass er einen teuren Pelzmantel, den eine ihm bekannte Dame auf seine Rechnung schreiben ließ, ohne mit der Wimper zu zucken bezahlte. (Bemann: 93) Es war aber eben auch das Jahr der Machtergreifung Adolf Hitlers. 6

8 Erich Kästner und der Nationalsozialismus Seine Biographin Isa Schikorsky meint, dass er in Nazi-Deutschland nur ein wenig verfolgt wurde, da Kästner bis auf einige Besuche der Gestapo und die Sperrung seiner Auslandskonten für ein Jahr, sowie einem Berufsverbot im Inland wenig Repressalien erdulden musste. (Schikorsky: 92f.) Tatsächlich ist die Rolle Erich Kästners in Nazi-Deutschland viel debattiert worden. Claudia Demuth hat dieser inneren Emigration Kästners in Diplomarbeit zu seinen Unterhaltungsromanen sogar die erste Hälfte der Arbeit gewidmet. Anfang 1933 war Kästner im Urlaub in der Schweiz, als sich der Reichstagsbrand ereignete, und viele seiner Bekannten aus Deutschland flüchteten. Kästner selbst, der nach neueren Erkenntnissen Sohn des jüdischen Hausarztes der Familie gewesen sein könnte (Demuth: 46), kehrt nach Deutschland zurück. In einem Aufsatz Über das Auswandern aus dem Jahre 1947 vermerkt Kästner, dass er es in der Ferne nicht lange aushalte, und deshalb zurückgekehrt sei. An diesem Punkt verlieren sich die Eindeutigkeiten. Während Gisela Berglund (zitiert nach Drouve) und Claudia Demuth ihm den Status des Inneren Emigranten zugestehen wollen, der im Regime ausgeharrt hätte, nehmen andere eine kritischere Position ein. So empfindet Marianne Bäumler sein Verbleiben in Deutschland als klammheimlich Kollaboration mit dem Nationalsozialismus (Bäumler: 56f.), und Drouve will darin zumindest Opportunismus erkennen (Drouve: 128). Tatsächlich gibt es einige Widersprüche in dem von Kästner im Nachhinein gezeichneten Bild seiner inneren Emigration. So war er durchaus weder mit einem Schreib- noch mit einem totalen Berufsverbot belegt. Drouve führt minutiös alle in dieser Zeit von ihm erschienen Texte auf (Drouve: 141f). Zwar hatte Kästner ein Berufsverbot innerhalb Deutschlands, was ihn nicht daran hinderte, seine Manuskripte an den Zürcher Atrium Verlag zu schicken, der sie zügig herausbrachte. (vgl. Demuth: 39f) Es ist auch interessant, dass der Roman Emil und Detektive vom Publikationsverbot der Nazis ausgenommen war (vgl. Haywood: 23). Ob das jetzt damit zu tun hat, dass der Roman einfach zu populär war, um ihn zu verbieten (ebd.), oder dass er mehr einem HJ-Geländespiel ähnelt, als an demokratische Detektivarbeit erinnert (Drouve: 188), sei dahingestellt. 7

9 Im Wesentlichen produzierte Kästner in der Nazi-Zeit belanglose Unterhaltungsliteratur. Damals, so könnte man meinen, streckt er die Waffen und wird so moralisch und unpolitisch wie er immer war (Schikorsky: 94). Was hat es nun also mit dem Regimegegner Kästner auf sich, der 1942 mit Sondererlaubnis sogar ein Drehbuch für den Ufa-Film Münchhausen verfasst? Demuth, die ihn ansonsten nach Kräften verteidigt, lässt dieses unappetitliche Stück Biographie eher dezent unter den Tisch fallen. Tatsächlich stellt Haywood eine durchgehende Kontinuität in Kästners Werk zwischen Weimarer Republik, Nazizeit und Nachkriegszeit fest. (Haywood: 57) Vielleicht war Kästner nie so kritisch, wie ihn seine Anhänger in der wissenschaftlichen Rezeption gern hätten. War der unbeugsame Moralist Kästner also ein Schaumschläger? Trotz aller heroischen Versuche, ihn zu rehabilitieren, lässt sich zumindest eine gewisse Kraftlosigkeit in Biographie und Couvré des Herrn Kästners in dieser Zeit feststellen, sowie ein gewisse Schamhaftigkeit in seinem späteren Versuch, sein Ausharren im nationalsozialistischen Deutschland mit literarischen Verzerrungs-, Verfälschungsund Beschönigungsversuchen zu verschleiern. (Drouve: 141) Zur Rezeption des fliegenden Klassenzimmers Wie ich bereit in der Einleitung angeschnitten habe, gibt es verschiedene Strömungen in der Rezeption von Erich Kästners Kinderbüchern. Gemeinhin wurden diese immer als kontextuelle und inhaltlich Einheit gesehen, auch wenn es mit dem Doppelten Lottchen eine gewisse Diskontinuität in der Nachkriegszeit gibt, seine Kinderbücher zwischen `28 und `33 wurden aber ohnehin viel stärker rezipiert. Der Einfachheit halber habe ich diese Rezeption in drei Hauptrichtungen geteilt, die ich nun hier vorstellen möchte. 1. Eine eher unkritische Strömung, die auf Kurt Beutlers Standardwerk Erich Kästner. Eine literaturpädagogische Untersuchung zurückgeht, und versucht, Kästner als progressiven Autor zu lesen. Das führt etwa Beutler zu Grundthesen wie: Kästner will kritische Leser erziehen, ein Publikum [ ] das über die vom Verfasser vertretene Moral reflektiert (Beutler: 184); überhaupt soll eine antiautoritäre, demokratische Gesellschaft auf pädagogischem Wege erreicht werden (ebd.: 278). 8

10 Sein Kritiker Andreas Drouve sieht Beutlers großen Verdienst in der Tatsache, das er erstmals nicht zwischen Kinderliteratur und Erwachsenenwerken Kästners unterschieden hat, was eine bessere Rezeption von K. Gesamtwerk ermöglicht. (vgl. Drouve: 30). In der Tradition Beutlers sind dann auch einige gefolgt, die Erich Kästner in erster Linie von Kästners Intention ausgehend rezipiert haben, bzw. von dessen Selbstverständnis als linker Intellektueller. So nennt ihn Klaus Doderer etwa eine humanistische Bastion gegen den Kapitalismus (Doderer: 108). Man las offensichtlich in E.K. hinein was man wollte; Kurt Beutlers Verständnis von Kästner als antiautoritärem Erzieher ist jedenfalls eher als Produkt des Erscheinungsjahres (1966) zu sehen. Der Topos des unbeugsamen Moralisten Kästner findet sich auch bei Renate Benson, die in ihrer Dissertation 1973 erstmalig eine textimmanente Interpretation seine gesamten Werks vornimmt, sowie bei Helmuth Kiesel (1981), der zumindest emanzipatorische Momente in K.s Kinderbücher wahrnehmen will (Kiesel: 113). Ebenso argumentiert die Germanistin Petra Kirsch, die in ihrer Dissertation Kästner als durchaus politischen Autor liest, bei dem soziale und moralische Mißstände... weder als unvermeidbar,... noch als sozialpolitisch unaufhebbar dargestellt (Kirsch: 41), da bereits die Intention, literarischen Einfluß auf die Bewusstseinslage der Jugendlichen zu nehmen,... ein politisches Element der Kinderbücher Kästners darstellt. (ebd.: 41). Was ihnen an kritischen Momenten gemein ist, ist das sie alle eine deutlich Diskrepanz zwischen der linken Haltung Kästners und dem Aufbau seiner Kinderbücher bemerken, die nicht auf Reform objektiver Gegebenheiten, sondern das subjektive Verhalten des Einzelnen gerichtet ist. (Doderer: 109) Kiesel attestiert Kästner aber genau bei der Darstellung dieses individuellen Handlungsspielraums einen Mangel an Überzeugungskraft (Kiesel:114). Dieser Rezeptionstradition folgend sind 1991 und 1992 noch zwei Diplomarbeiten erschienen; die von Veronika Springer hat sich an einer textimmanenten Interpretation seiner Kinderbücher versucht und darin nichts als Gutes gefunden. Dementsprechend verzichtet sie auch auf kritische Literatur. Barbara Stickler hat den sehr interessanten Ansatz gehabt, Kästner mit der Schweizer Kinderbuchautorin Johanna Spyri und eine Generation später mit Christine Nöstlinger zu vergleichen. Das Produkt bleibt aber hinter dem vielversprechenden Titel zurück. Sie 9

11 interpretiert K. ebenfalls strikt in der Argumentation Beutlers und erkennt kaum Unterschiede im Erziehungskonzept von Kästner und Nöstlinger. 2 Insgesamt stellt Andreas Drouve fest, dass die Strömung der bejahenden Aufnahme literaturwissenschaftlich nur wenige Male durchbrochen wurde (Drouve: 20), wofür die von mir genannten Arbeiten (häufig Diplom- und Disserationsarbeiten) als exemplarisch gelten können. Noch in einem Essay, dass 2003 in der Zeit erschienen ist, lobt die Autorin Kästner als tadellosen Moralisten, der Krieg, Nachkrieg, Fernsehen, antiautoritäre Bewegung, Internet und McDonald s anstandslos überlebt hat (Döbler 2003). 2. Andreas Drouve selbst gehört neben Marianne Bäumler und Alwin Binder zu einem Teil der Rezipienten von K.s Kinderbüchern, die versucht haben, durch erneutes, kritisches Lesen der Werke Leichen in Kästners Keller zu finden, die sich dem Wortgeklingel (Drouve: 19) bis dahin entzogen hatten. So war es Alwin Binder, der in einem Aufsatz über das fliegende Klassenzimmer eine unglaubliche Sprachlosigkeit der Figuren feststellte, eine völlige Unfähigkeit der handelnden Figuren, ihre Gefühle zu kommunizieren (Binder: ), was man prototypisch für den eher vordergründigen Realismus bei E.K. nehmen kann. Binder hat damit auch weiterer Kritik Tür und Tor geöffnet. Marianne Bäumler hat die Kinderbücher für ihre Dissertation textimmanent interpretiert, und ist zu für sie selbst überraschenden Schlüssen gekommen. Sie stellt der These vom antiautoritären Kästner entgegen, dass in den Kinderbüchern eine permanente Selbstdisziplinierung stattfinde (Bäumler: 150). Auch wird die Kritik an Kästners starrem Gesellschaftsmodell, die schon in der ersten Strömung vorhanden war, weiter ausgebaut. So attestiert sie Kästner, den jungen Leser überhaupt keine Rückschlüsse von Problemen wie Armut und Arbeitslosigkeit auf die Gesellschaft ziehen zu lassen (vgl. Bäumler:164) und verortet einen impliziten Appell, sich anständig ins Klassenideal zu fügen (ebd.: 44). Die Dissertation von Andreas Drouve gut zehn Jahre später kommt zu ähnlichen Schlüssen, auch wenn er findet, dass die hypersensible Marianne Bäumler das Werk übertrieben pedantisch kritisiert hätte (Drouve: 39). Insgesamt nennt er K. 2 Man kann davon ausgehen dass Christine Nöstlinger doch weitaus progressiveren Erziehungsidealen gefolgt ist als Kästner, der im Kern wilhelminische Erbe in seinen Erziehungsidealen vertreten hat (Haywood: 98). Es bedürfte aber genauerer Textexegese beider Autoren, das auch nachzuweisen. 10

12 einen Gratwanderer, Opportunist und Blender (ebd.: 197), und spricht seinem Werk die Eignung für Kinder überhaupt ab. 3. Die dritte Strömung ist quasi ein postmoderne, da sie sich charakteristischerweise einer Wertung von Kästners Werk enthalten. Die Australierin Susanne Haywood plädiert etwa für eine literatursoziologische und rezeptionsgeschichtlich orientierte Analyse (Haywood: 32), textimmanente Ansätze hält sie für eher irreführend. Ihr ist es wichtig zu betonen, dass Kinderbücher, wie in dem schon eingangs erwähnten Zitat nur ihre Zeit und ihre Erziehungsideale reflektieren (vgl. Haywood: 13). In einem langen Einleitungskapitel beleuchtet sie die sozioökonomischen Umstände der Weimarer Republik und die ökonomische und soziale Verunsicherung des Kleinbürgertums, dem auch Kästner angehört. Kästner selbst bezeichnet sich als Übergangsmensch zur Moderne, was Niederschlag in seinen Werturteilen gefunden hat (ebd.: 41ff.); er proponiert bürgerliche Tugenden wie zum Beispiel die moralische Überlegenheit der Kleinfamilie bürgerlicher Prägung (ebd. 53ff.). Haywood vergleicht das mit Ansätzen proletarischer Kinderliteratur jener Zeit. Sie attestiert Kästner aber genau so wie die Protagonisten der zweiten Strömung eine eher unprogressive Haltung ohne strukturverändernde Kraft. Sie schreibt, seine Kinderbücher standen möglichen Veränderung in der Einstellung junger Leser, die sie für wirklich liberal-demokratische Denkweise hätten reif machen können, effektiv im Wege (ebd. 96). Claudia Demuth beschäftigt sich in ihrer Diplomarbeit aus dem Jahre 1989 mit Kästners Schaffen im Nationalsozialismus. Ihr Bild dabei ist erstmals eines, das sich moralisierenden Tönen und Unterstellungen enthält. Über die tief moralische Intention Kästners will sie in den Schlussbemerkungen aber keinen Zweifel aufkommen lassen. Esther Steck-Meier nimmt in ihrer Dissertation eine erzähltheoretische Analyse vor, die sich vor allem auf die narrative Struktur der Kinderbücher konzentriert. In den Schlussbemerkungen bemerkt sie jedoch ebenso wie Haywood ein Unvermögen, seine Ideale konstruktiv umzusetzen. (Steck-Meier: 446). Synopsis der Handlung und Schlüsselszenen 11

13 Das fliegende Klassenzimmer gehört zum klassischen Genre des Internatsromans. Die Handlung dreht sich rund um eine kleine Gruppe von Gymnasiasten der in einer deutschen Kleinstadt gelegenen Schule. Narrative Hauptfigur ist der Anführer der Gruppe, Martin Thaler (laut Steck-Meier: 253), der aus einer armen kleinbürgerlichen Familie stammt, sowie der kleine, adelige Uli von Simmern, das Waisenkind Johnny Trotz, der intellektuelle Sebastian und der immer hungrige, vierschrötige Matthias. Die Gymnasiasten verwickeln sich in eine, aus einer Erbfehde wurzelnde Schneeballschlacht mit einigen Realschülern aus der Stadt, während dessen versuchen sie, einen von den Realschülern gefangenen Kameraden zu befreien. Titelgebend für den Roman ist das ein von Johnny geschriebenes Theaterstück selbigen Namens, das von den Freunden am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien aufgeführt werden soll. Als Berater für ihre Probleme steht den Schülern der Nichtraucher zur Seite, ein Aussteiger, der in einem alten Eisenbahnwaggon neben der Schule logiert. Im späteren Verlauf der Handlung springt Uli, der von seinen Mitschülern wegen seiner Feigheit gehänselt wird von einer Sprossenwand, um seinen Mut zu beweisen. Er bricht sich ein Bein, der Mut ist bewiesen. Der Sprung und die Auseinandersetzung mit den Realschülern kann man als die Schlüsselmomente des Romans ansehen. Im Gegensatz zu seinen Vorgänger gibt es in dem Roman keine weiblichen Figuren, keine familiären Szenen. Das Internat ist eine reine Männergesellschaft mit klarer Hierarchie, gänzlich auf ihre erzieherische Funktion reduziert, was die Vorstellungen Kästners ganz unmittelbar offen legt. Die Schneeballschlacht Auf der einen Seite des Bauplatzes standen die Gymnasiasten, auf der anderen die Realschüler. Sie maßen einander mit bösen Blicken. (Kästner: 41) Die Realschüler haben einen Mitschüler gekidnappt und die Diktathefte der Klasse gestohlen. Sebastian wird zu deren Anführer Egerland als Parlamentär geschickt. Die Herausgabe wird verweigert, da Sebastian im Namen der Gruppe verweigert, einen Entschuldigungsbrief zu schreiben (die Gymnasiasten hatten eine Fahne der Realschüler beschmutzt). Es kommt zum Aufeinandertreffen der zwei Gruppen, das mit einem Zweikampf zwischen dem starken Matthias und dem Realschüler Heinrich 12

14 Wawerka entschieden werden soll. Währenddessen befreien zwei der Freunde den Kameraden. Kästner beschreibt die ganze Szene als Aufmarsch, in einer wahren Flut von militärischen Vokabeln, die wohl auch die Straffheit und den heiligen Ernst der Kinder illustrieren sollen. Die Anführer als Heerführer zu betiteln, Unterhändler oder Parlamentäre zu haben; der Sinn hinter alle dem ist zu illustrieren, das sie bereit sind, konsequent bis zum Schluss zu gehen. Dieses bewusste Gleichnis zum Krieg, die dem inhärente Glorifizierung des Kampfes ist auch Binder, Drouve und Bäumler aufgefallen (Binder: 294, Drouve: 197f, Bäumler 168). Hier fällt besonders der blinde Militarismus auf, der in der Schilderung der Szene durchscheint. Immer wieder fällt der Schlachruf Eisern!. Ruth Klüger vermerkt: Auch die Jungen selbst wissen, dass es sich um einen unsinnigen Streit handelt. Die Auseinandersetzung unterscheidet sich nur im Ton, keineswegs in der Substanz, von reaktionärer Heldentümelei (Klüger: 74f). Im vorhergehenden Kapitel des Buches wurde erwähnt, das der Streit zwischen Gymnasium und Realschule prähistorisch ist, und schon in den Annalen der Pennen sei das so (S.43) festgehalten. Man muss kein marxistischer Literaturtheoretiker sein, um die Schneeballschlacht dementsprechend als eine kriegerische Auseinandersetzung zwischen Bürgertum und Proletariat zu lesen. Alwin Binder sieht darin auch die Verkörperung der Erbfeindschaft zwischen Deutschland und Frankreich, die durchaus für den damaligen Jugendlichen wahrnehmbar und von ihm internalisiert war (Binder: Fußnote, 291). Die Realschüler, so findet Bäumler, werden in der ganzen Szene entmenschlicht, das Individuum Realschüler taucht nicht auf, mit Ausnahme des viehisch dargestellten Heinrich Wawerka, ein vierschrötiger Junge mit einem polnischen Namen, wie Haywood vermerkt (Haywood: 173). Eine andere Interpretation wäre, die 'primitiven Realschüler' als archetypische Verkörperung der Nazis zu sehen, die 'die Schlacht' gerade ein paar Monate vorher erst gewonnen hatten. (vgl. Bäumler: 168) Interessant ist auch der Nichtraucher, die ominöse Aussteigerfigur, der am Schlachtfeld auftaucht, ohne jedoch einzugreifen. Diesen Zaungast interpretiert Haywood als internalisierte Vaterfigur (Haywood: 158), die gleichsam als Mahnmal der erwachsenen Autorität in der Handlung die Jungen an ihre Pflichten als Angehörige des System Internat erinnert, und die Prügelei, die es zwischen den Schulen schon immer gegeben hat billig, ja sogar quasi einfordert. Passenderweise 13

15 stellt sich der Nichtraucher später als alter Freund des Hauslehrers der Jungen, Dr. Bökh heraus, der eine ähnliche Rolle einnimmt. Der Sprung Ein Kapitel zuvor wird der kleine, schwächliche Uli von einigen Klassenkameraden in einen Müllkorb gesteckt und mit Hilfe eines Seils zur Zimmerdecke hochgezogen. Der so gedemütigt Uli muss oben verharren und wird selbst noch vom ankommenden Professor bespottet (S.71). Danach kündigt er blass und mit leiser Stimme (S.72), an, seinen Mut beweisen zu wollen. Fünf Seiten später hüpft er von den eisernen Stangen des Freiluft-Turngeländes in den Schnee und bricht sich ein Bein. Als Matthias dem Hauslehrer Dr. Bökh erzählt, wie dieser immer ob seiner Feigheit gehänselt wurde, und versucht hat, mit dem Sprung zu imponieren, meint dieser: [ ]Vergesst nicht, dass so ein Beinbruch weniger schlimm ist, als wenn der Kleine sein Leben lang Angst davor gehabt hätte, die anderen würden ihn nicht für voll nehmen. Ich glaube wirklich, dieser Fallschirmsprung war gar nicht so blödsinnig, wie ich zunächst dachte. (S.79) Dieser Sprung von der Sprossenleiter kann nicht genug problematisiert werden. Statt das Kommunikation innerhalb der Gruppe stattfindet, statt das der kleine Uli Selbstbestätigung durch das Vertrauen seiner Mitschüler erhält, wird seine Angst stigmatisiert, wie Binder feststellt (ebd.: 295). Der Sprung ist aber nur ein extremer Fall einer permanent anherrschenden Konditionierung durch Gruppendruck 3, der das alte Erziehungsideal autoritärer Strenge ablöst. Auch wenn unbestreitbar ist, das wichtige charakterliche Entwicklungen durch die Notwendigkeit sozialer Anerkennung durch Gleichaltrige stattfinden (Beutler: 223). Durch die Gruppendynamik erzwungenes Verhalten, das sich als physisch selbstschädigend erweist, ist sicher negativ zu bewerten. Überhaupt ist solchen Zwangslagen wenig abzugewinnen; enge, autoritäre Gruppen können labile Persönlichkeiten bis an die Ich-Auflösung heranführen und große emotionale Schäden herbeiführen. Das wiederum ist ein Element totalitärer Herrschaftsgestaltung. Binder stellt fest: Kästners Antipathie gegen Heldentum [ ] hindert ihn nicht, im kleinen Uli von 3 223). Oder, in Kurt Beutlers positiver Bewertung, der Erziehungsfunktion der Gruppe (Beutler 14

16 Simmern den Prototyp eines Helden, wie man ihn im Dritten Reich brauchte, darzustellen. (Binder: 305) Dazu passend hat Kästner im Vorwort einen Exkurs über Klugheit und Mut 4 (S. 16) vorangestellt, in dem er einen Ausgleich beider Qualitäten einfordert. Mut ohne Klugheit ist Unfug, so meint er, und passend dazu wird er weder zum Emigranten noch zum Märtyrer des Widerstandes in den zwölf diesen Zeilen folgenden Jahren. 5 Vormodern, modern, postmodern In diesem Kapitel gilt es, verschiedene Topoi, verschiedene auf einer tieferen Ebene der Interpretation gelagerten Motive in Kästners Werk zum Vorschein zu bringen, und auf ihre Konzeption von Modernität hin zu untersuchen. Haywood schreibt, dass Kästners Wertvorstellungen, wie sie in seinen Kinderbüchern zu Tage kommen, bis in die jüngste Vergangenheit dem deutschen Selbstverständnis entsprochen hätten (vgl. Haywood: 25). In seiner Auseinandersetzung mit der Moderne bezeichnet K. sich selbst als Übergangsmensch, was wohl einen Widerhall in seinen Wertvorstellungen gefunden hat (ebd. 41f). Kästner ist aber nur Exeget zeitgenössischen Ansichten, die sich in einem Übergang zwischen wilhelminischem Erbe und Reformpädagogik befindet (ebd. 98), so das neben progressiven Elementen auf vormoderne einfließen (ebd. 99). Handlungsautonomie der Kinder Ein interessantes Element des Kästner-Kinderbuches im Zeitkontext ist sicher die Handlungsautonomie seiner kindlichen Figuren; vor Emil durfte kein Junge im einem Kinderbuch in Berlin frei herum rennen und Ganoven jagen; die Burschen des Internats sind auf ebenso eigene Faust aus der Schule ausgerückt, um sich zu prügeln. Die Autorität ist nicht mehr eine unmittelbar strafende Instanz, sie rutscht in den Hinterkopf der Jungen, wo sie als Selbstdisziplinierung zur höchsten Tugend 4 5 Diese Ausführungen Kästners waren übrigens titelgebend für diese Seminararbeit. Zu seiner Verteidigung muss hier jedoch auch das Argument von Petra Kirsch aufgeführt werden. Sie hat gemeint, dass der angesproche 'Mut', den ja auch die Nationalsozialisten in Anspruch genommen haben, bewusst von Kästner mit der 'Klugheit' vervollständigt wurde, und diese die Vernuft darstelle, ein rationales Element das der totalitären Ideologie widerspricht (vgl. Kirsch 49). 15

17 erhoben wird. Diese fordert Kästner übrigens auch im Vorwort ein. Er verlangt von seinen Jungen Lesern Härte, er verlangt Ohren steifhalten! Hornhaut kriegen!, weil das Leben halt nicht immer schön sei (S.16). Gleich wohl wird die strafende Autorität, auf deren Ausübung Doktor Bökh, der Hauslehrer verzichtet, zu einer moralisierenden Autorität. In seiner Ansprache nach der Schneeballschlacht zeigt der Lehrer Verständnis für die Jungens (S.51f.); seine Autorität bleibt aber ohne direkten Befehlsanspruch gewahrt. Der Hauslehrer wird durch seine moralisierenden Ansprachen und den Respekt, den ihm die Zöglinge allein schon durch das System schuldig sind zu einer internalisierten Vaterfigur, die prätendierte Freiwilligkeit einfordert, wie ich es schon im Falle des Nichtrauchers bemerk hatte (vgl. Andeutung bei Haywood:158). Diese wird letztendlich bestätigt, als die Jungen das Zimmer von Dr. Bökh verlassen haben. Er hatte in dem Gespräch auf eine Strafe verzichtet. Der Gehorsam ist schon internalisiert: Auf der Treppe sagte Matthias: Für diesen Mann da oben lass ich mich, wenn s sein muss, aufhängen. Diese verlangte Eigenverantwortlichkeit, diese hilflose Autonomie, die sich trotzdem den Wünschen der Gesellschaft unterzuordnen hat, ist ein typisches Element bürgerlich-liberaler Zielvorstellung. Passenderweise sieht Kästner Lösungsvorschläge für Probleme wie Armut, Arbeitslosigkeit etc. immer im individuellen Rahmen, bzw. problematisiert sie nur als Einzelschicksal. Er sagt sogar fast wortwörtlich in einer Nachdenkerei in Pünktchen und Anton, das die Armut nicht so ein Problem wäre, wenn die Reichen nur gedankenvoller wären (S.161 des Sammelbandes). Damit ist Erich Kästner im Sinne des neoliberalen Gesellschaftsmodells durchaus zeitgeistig. Immerhin ist das Individuum dadurch das Subjekt der Geschichte und der Einzelne eine Handlungseinheit, womit Kästner einer totalitären Konzeption von Modernität widerspricht, die nur die Dynamik des Kollektivs als Handlungseinheit anerkennt. Klassenbewusstsein Diese Position Kästners zu Armut passt in eine allgemeine Vorstellung von Klassenideal, die Haywood sogar als Verteidigung der Ideologie einer sich perpetuierenden privaten Bürgerlichkeit bezeichnet (Haywood: 96). Die Kinderfiguren haben sich in dieses Klassenideal einzufügen, sich mit ihrer Armut abzufinden. So schreibt Kurt Beutler, dass obgleich Kästner sozial Unterschiede 16

18 erkennen lässt, die Kinder frei von dem Wunsch [sind], ein gleichermaßen unbeschwertes Leben der äußeren Annehmlichkeit genießen zu wollen. (Beutler: 196). Die Armut von Martin Thaler und seinen kleinbürgerlichen Eltern wird als Bescheidenheit glorifiziert, ja sie sind neidlos und in ihrem Milieu zufrieden (ebd.). Es lässt sich, ob der Tatsache das in jenen Tagen Arbeitslose wie der Vater von Martin Thaler mehr als nur ein Einzelschicksal genossen, keine strukturverändernde Kraft in Kästners Werk erkennen, so dass er wahrlich links vom Möglichen steht (Benjamin: 282). Interessant ist auch, dass der tiefe Graben der Klasse von den Kindern scheinbar mühelos überwunden wird. So ist etwa in Pünktchen und Anton Antons Verhalten und seine Sicht auf die Verhältnisse zwischen Arm und Reich ungebrochen selbstbewusst und vorbildlich. Der Autor schildert hier nur gesellschaftsfähiges Elend (Bäumler: 45). Implizit liegt darin ein bildungsbürgerliches Wertungsmodell, das die arme Mittelschicht immer noch vom Proletariat abhebt: Immer wieder kommen bei K. als Charakteristika für gut und böse die Begriffe Intelligenz, Bildung und soziale Herkunft ins Spiel (Drouve: 231). Im fliegenden Klassenzimmer kommt auch kein sozialer Neid auf, als die Kinder über die Weihnachtsferien nach Hause fahren, und nur Martin Thaler sich die Zugfahrkarte nicht leisten kann. Martin wird als schlicht sprachlos dargestellt, unfähig, seine Trauer über die finanziellen Bedingungen seiner verarmt-bürgerlichen Eltern und seine eigene Schieflage zu kommunizieren (vgl. Binder: 297), ohne das Kästner das problematisiert. Ist das gar als ein säkularisiertes christliches Ethos zu lesen (Kiesel: 116), als die Bürde, die jeder für sich alleine zu tragen hat? Oder ist diese Selbstbeherrschung um den Preis eigensinniger Widerständigkeit gar eine Konditionierung zum probaten Stillhalten (Bäumler: 170) in einer zunehmend ökonomisch und sozial zerrüttete Weimarer Republik? Aufgrund dieser untragbaren Anforderung konstatiert Bäumler gar, die Kinderfiguren Kästner böten keine realistische Identifikationsbasis für Kinder der Mittelschicht (ebd.: 55). Antiautoritarismus Kästners Ich habe schon Kästners Status zwischen wilhelminischem Erbe und Reformpädagogik (Haywood: 98) angesprochen. Kurt Beutler ließt ja Kästner überhaupt als großen Proponenten antiautoritärer Pädagogik, und als Progressiven in seinem Bild der Rolle der Kinder in der Gesellschaft. Er spricht das Verdikt aus, 17

19 Kästner wolle das aktive Lebensgefühl der Kinder bestärken (Beutler: 194). Nun habe ich aber schon im Kapitel über die Autonomie des Individuums versucht klar zu machen, das diese antiautoritäre Haltung nur vordergründig ist, da dem wilhelminischen Ideal von Zucht und Ordnung nun eine Art von internalisierter Autorität in Form innerer Konditionierung nachfolgt. Aber auch was die superstructure, den Überbau der sozialen Struktur angeht, ist Kästner nicht progressiv. Das Image vom toleranten Lehrer (Bäumler: 40), das der gute Erich in seinen vorbildhaft geformten Pädagogenfiguren versucht zu kultivieren, wurzelt dennoch in einem sehr traditionellen Verständnis von Hierarchie. Man könnte das natürlich leicht übersehen; immerhin ist der Nichtraucher in seinem ausrangierten Eisenbahnwaggon so etwas wie das modellhafte Abziehbild für eine nachfolgende Generation von an der Selbstverwirklichung orientierten Achtundsechzigern; Katherina Döbler nennt ihn sogar den ersten Hippie avant la lettre der deutschen Literatur (Döbler 2003). Im Verlauf des Romans stellt sich jedoch heraus, dass dieser Rückzug in den Schrebergarten nicht eine Suche nach sich selbst war, sondern eine Flucht vor sich selbst. Der geheimnisvolle Nichtraucher, der Jugendfreund von Doktor Bökh, mit dem er auch dann noch gut befreundet war, als ersterer bereits verheiratet war, verschwand spurlos, nachdem seine Frau und sein Kind gestorben waren. Was für eine trostlose Freundschaft die beiden gehabt haben müssen! Statt mit Hilfe des Freundes über den Verlust hinwegzukommen, kapselt sich der Nichtraucher von der Welt ab, um Sechstklässlern seiner ehemaligen Schule Rat beim Verprügeln von Realschülern zu geben. Er hat keine pädagogische Funktion angenommen, so könnte man sagen, sondern jegliche Funktion aufgegeben. Dr. Bökh dagegen, oder Justus, wie er von den Kindern genannt wird, ist im Klassenzimmer genauso autoritär und auf Respekt bedacht wie es letztlich dem Bild der Zeit entspricht. Die Hierarchie wird nicht nur nicht angezweifelt. Sie wird sogar durch das amikale Verhalten, das Justus der Gruppe gegenüber an den Tag legt, sogar umarmt und unterstützt. Der Blick nach oben bleibt den Kinder auch in der vermeintlich autoritätsfreien Welt des Erich Kästner nicht erspart. Schlussworte 18

20 Erich Kästner, so habe ich während und durch die Lektüre der Fachliteratur festgestellt, kann in seinen Kinderbüchern nicht als Realist bezeichnet werden; allerhöchstens, wie im Titel des Buches von Andreas Drouve, als Moralist mit doppeltem Boden. Was ihm den Anspruch des Realismus letztendlich nimmt ist aber nicht sein im Kontext der Moderne gescheiterter Anspruch des Moralismus, da er die Herausforderung, die ihm seine Zeit gestellt hat, nicht wahrgenommen hat. Der Realismus ist in seinem Werk nicht gegeben, weil es essentiell zeit- und raumlos ist. Das Internat in der deutschen Kleinstadt befindet sich in einer Blase. Die Vorgängerbücher hatten als Schauplatz zumindest noch ein grundbereinigtes Berlin, eine Großstadt ohne Dissonanz. Dieses Internat scheint aber überhaupt keinen Zeitkontext zu habe. Rundherum formiert sich eine Jugend mit braunen Hemden und Armbinden, und es kann sein, dass die Realschüler ein Symbol dieser Jugend darstellen, ebenso, wie ansatzweise soziale Unterschiede thematisiert werden, aber ohne Konsequenz für die Aussage. Trotz einiger Anspielungen bleibt Kästner gnadenlos ahistorisch. In seiner Untersuchung von Kästners Lyrik hat Andreas Drouve ein zyklisches Geschichtsverständnis Kästners festgestellt (Drouve: 55); ein solcher Ereignishorizont lässt sich bei den Kinderbüchern jedoch nicht feststellen. Die Zukunft bleibt obskur und unbeeinflussbar. Am Ende des Romans überreicht Martin seinen Eltern ein Bild, das er für sie gemalt hat, mit dem Titel In zehn Jahren. Es zeigt ihn, am Bock einer Kutsche sitzend, die Eltern durch die Gegend fahren. Wenn man vom Erscheinungsjahr 1933 ausgeht, dann muss man annehmen, dass den Kinder jener Generation, die sich mit Martin identifizieren, die Abenteuerlust für Reisen in fremde Länder in zehn Jahren (also 1943) wohl vergangen sein muss. Kästner hat die Jugend, deren Tapferkeit und Klugheit er beschwor, in keinster Weise auf ihr Schicksal vorbereitet; nur um dann zwölf Jahre später zum mustergültigen Pädagogen der re-education zu werden. Das fliegende Klassenzimmer ist ebenso phantastisch wie Der 35. Mai, dessen Protagonisten hinter einem Spiegel das Schlaraffenland entdecken. Es ist ein Deutschland ohne vorher und nachher, ohne Schicksal. Es wäre dann die Frage zu stellen, wie Kästner noch gelesen werden kann, zumal vor allem die Tendenz der Sprachlosigkeit seiner Figuren, der emotionalen Inkompetenz ihrer Kommunikation, wie sie Alwin Binder aufgezeigt hat, 'falsche' Machstrukturen hat, Sprache als Herrschaftsinstrument begreift (Binder: 306). Aus 19

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