Die Hausglocke. Z e i t u n g i m E l i s a b e t h D i a k o n i e w e r k N i e d e r s c h ö n h a u s e n. Ausgabe 1.

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1 Die Hausglocke Z e i t u n g i m E l i s a b e t h D i a k o n i e w e r k N i e d e r s c h ö n h a u s e n Ausgabe 1. Quartal 2013 Themen dieser Ausgabe Herzlich Willkommen Unsere Hausärzte Bewohnerportrait Dank an den Förderkreis Rückblick Rätselspaß Der Wedding und vieles mehr...

2 Die Hausglocke Inhaltsverzeichnis Frühling auf dem Land Wenn die Wachteln wieder schlagen, wenn es grünt in Busch und Ried, wenn die Auerhähne klagen, wenn die Wildgans heimwärts zieht, wenn die Störche wiederkommen, wenn der Himmel blau sich spannt, wenn der Spatz pfeift ein Willkommen, dann ist Frühling auf dem Land! Bruno Horst Bull Seite 3 Seite 4 Seite 5 Seite 6-7 Seite 8 Seite 9 Seite Seite Seite Seite 16 Seite 17 Seite Seite Seite 22 Seite 23 Seite 24 Zu dieser Ausgabe Herzlich Willkommen Unsere Hausärzte stellen sich vor Unsere Bewohner haben das Wort Termine / Veranstaltungen Ein großes Dankeschön an den Förderkreis Rückblick Rätselseite / Humor Der Wedding Blume des Jahres Geschichte Erich Kästner und sein Gedicht Der März Andacht Wir nehmen Abschied Unsere Dienstleistungen / Rätselauflösungen Unser Angebot / Impressum Fotorätsel für Insider und Aufmerksame: Wo finden Sie diese Holzskulptur im Elisabeth Diakoniewerk Niederschönhausen? Seite 2

3 Ausgabe 1. Quartal 2013 Zu dieser Ausgabe Liebe Bewohnerinnen und Bewohner, liebe Angehörige, liebe Begleiterinnen und Begleiter unseres Hauses! Vor einigen Tagen war ich zu einem Kongress christlicher Führungskräfte unter dem Leitmotiv: Mit Werten in Führung gehen / Mit Werten führen in Leipzig. Manche Begegnungen mit Menschen, Sätze für den Kopf, sportliche Anregungen für den Körper, musikalische Impulse für den Bauch, Ermutigungen für den Glauben, Haltungen für das Herz hallen noch in meinem Innersten nach. Wir leben in einer Beziehungswelt. Nahezu alle Werte, die wir kennen, sind ihrem Wesen nach Beziehungswerte. Werte wie Solidarität, Fairness, Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit, Freiheit und Respekt kommen in Beziehungen zum Tragen. Jesus wählte als einzigen Maßstab für die Beurteilung richtiger Beziehungen die Liebe. In der Sprache unserer Arbeitswelt, auch unseres Hauses, heißt Liebe nicht: Fehler zudecken, Mittelmaß akzeptieren, schlechte Leistung hinnehmen. Die Namen der Liebe heißen hier Vertrauen, Zuhören, Ermutigung, Ehrlichkeit, Leistungsbereitschaft und Respekt. Respekt ist ein altes, wohlklingendes und zugleich aktuelles Wort. Wenn ich mich gedanklich in unserem Elisabeth Diakoniewerk umsehe, gibt es vieles, was Respekt verdient, vor dem ich Respekt habe. Respekt habe ich vor den Bewohnerinnen und Bewohnern unseres Hauses Über hundert einzigartige persönliche Lebensgeschichten, eingebettet in ein vergangenes Jahrhundert voller Umbrüche, Diktaturen, Kriege, Hunger, Vertreibung, Teilung und Wiederaufbau. Unseren heutigen Wohlstand haben wir vielen Menschen zu verdanken, die jetzt in unserem Haus leben. Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt und Einigkeit und Recht und Freiheit... gelten als Synonyme für den Mut und die Kraft zum Neubeginn nach all der erlebten und begangenen Schuld. Die Namen der Liebe heißen hier Vertrauen, Zuhören, Ermutigung, Ehrlichkeit, Leistungsbereitschaft und Respekt. Respekt habe ich vor den Besuchern vieler Bewohnerinnen und Bewohner Menschen, die hier im Haus ihre Mutter, den Vater, vielleicht auch den ehemaligen Arbeitskollegen oder die Wohnungsnachbarin besuchen. Die sich hierfür Zeit nehmen, sich aufmachen, vielleicht auch die eigene Ohnmacht aushalten, das Wahrnehmen der Veränderungen beim Gegenüber, die ein Stück weit eintauchen in die Welt des anderen. Vielleicht auch fragend und ratlos nach Hause gehen und trotzdem wiederkommen. Respekt habe ich vor den Mitarbeitenden in der Pflege Mitarbeitende, die ganz nah andere Menschen am Abend ihres Lebens begleiten. Mit Worten und Gesten und Handlungen, im Aushalten der Unterschiedlichkeit von Menschen, im Zuhören, im Trösten, im Schlichten und im Loslassen. Fortsetzung Seite 4 Seite 3

4 Die Hausglocke Herzlich Willkommen Fortsetzung von Seite 1 Respekt habe ich vor den Mitarbeitenden in der Hausreinigung Frauen, die am frühen Morgen ihren Dienst bei uns in der Einrichtung beginnen und die ganz treu und stetig das Haus sauber halten. Die Flure saugen, die Zimmer wischen, den Papierkorb leeren und nebenbei mit den Bewohnern erzählen und deren Alltag bereichern. Ich sehe den sanften Wind in den Lärchen gehen und höre das Gras wachsen, und die andern sagen: Keine Zeit! Ich sehe den wilden Wassern zu und den Wolken über den Bergen, und die andern sagen: Wozu? Ich bewundere dich, o mein Gott, in allem, was lebt, und die andern sagen: Wieso? Lothar Zenetti (gekürzt) Respekt habe ich vor den ehrenamtlichen Helfern Über zwanzig Frauen und Männer, mit ganz unterschiedlichen Motiven, Begabungen und Lebensläufen, die unser Haus bunter und individueller gestalten. Menschen, die Gottesdienste und Andachten halten, die am Wochenende den Müll entsorgen und die Tiere füttern, die mit Bewohnern im Park spazieren gehen und dabei erzählen, die im Bewohnerbeirat und in der Verwaltung mitarbeiten oder in der Veehharfengruppe musizieren. Die Aufzählung ließe sich fortsetzen Ich glaube, es gibt in allen Menschen eine große Sehnsucht über alle Religionen und Gesellschaftsordnungen hinweg nach beständigen Werten, gerade in unserer unbeständigen Zeit. Auch im Wissen, dass sich die Grundwerte einer Gesellschaft und die Wertigkeitsrangfolge im Leben jedes Einzelnen verändern können. Danken möchte ich allen Menschen, die unsere Einrichtung wohnend, arbeitend oder besuchend begleiten und den Geist des Hauses freundlich und wohlwollend gestalten. Ihnen allen wünsche ich viel Freude beim Lesen der neuen Ausgabe der Hausglocke! Berlin, im Februar 2013 Peter Molle Einrichtungsleiter Als neue Bewohnerinnen / Bewohner begrüßen wir: Michael Rührmund (Wohnbereich 2) Klaus Reincke (Wohnbereich 4) Ilse Pfeffer (Wohnbereich 3) Marion Leicher (Wohnbereich Arche) Erika Kosing (Wohnbereich 3) Lydia Dahms (Wohnbereich 4) Als neue Mitarbeitende begrüßen wir: Johann Mik, Altenpfleger, Pflege auf Zeit Olga Widerker, Altenpflegerin, Pflege auf Zeit Brigitte Fox, Altenpflegerin, Pflege auf Zeit Gudrun Kerwien, Krankenschwester, Wohnbereich 2 Wir wünschen allen neuen Bewohnerinnen, Bewohnern und Mitarbeitenden eine gute Zeit hier bei uns in der Einrichtung. Möge Ihnen das Haus zu einem Ort des förderlichen Miteinanders und des wertschätzenden Umganges auf vielen Ebenen werden! Seite 4

5 Ausgabe 1. Quartal 2013 Unsere Hausärzte stellen sich vor Zuverlässige Betreuung im Zeitalter des Schneller, Billiger, Komplizierter Liebe Bewohner, liebe Angehörige, liebe Leser der Hausglocke, Sie kennen das: Gerade diese Woche kann der Hausarzt keine Besuche machen, gerade heute ist es unmöglich, an ein Rezept zu kommen, und in der Sommerzeit? natürlich der Hausarzt im Urlaub, und man kann es ihm kaum verübeln. Massagen? Nein, hat der Hausarzt schon zu viele verordnet. Rezepte am Quartalsende? Ach, kommen Sie doch in 2 Wochen! Das Gesundheitssystem mit seinen Budgets, Ein- und Beschränkungen zwingt die Hausärzte oft zu diesem Verhalten. Sie tun dies nicht aus Bösartigkeit. Junge Patienten können sich auch leicht damit arrangieren, aber ältere? Auch das Pflegepersonal ist so oft vor unlösbare Aufgaben gestellt. Bestimmte Medikamente sind dringend erforderlich und zwar sofort. Krankengymnastik ist ein wichtiges Lebenselixier, der Hausbesuch vielleicht lebensrettend. Diese einfachen hausärztlichen Tätigkeiten können sehr entscheidend sein für eine gute Lebensqualität im Alter und in manchen Fällen im wahrsten Sinne des Wortes lebensrettend. Das Elisabeth Diakoniewerk Niederschönhausen hat sich viele Gedanken über diese Probleme gemacht und zahlreiche Versuche unternommen, die Situation zu verbessern. Es blieb schwierig, bis es der Pflege- und Einrichtungsleitung gelang, ein neues Programm der AOK zu nutzen, das Care plus Projekt. Dieses Programm verpflichtet zuverlässige Hausärzte zu einem umfassenden Service für ein zugewiesenes Heim. Die Ärzte sind gehalten, täglich, auch an den Wochenenden, bis 22 Uhr über Handy erreichbar zu sein, wöchentlich Visiten und Hausbesuche durchzuführen und jederzeit notwendige Rezepte, Verordnungen und Überweisungen zu tätigen. Im Elisabeth Diakoniewerk ist es gelungen, dies in einem Team mit der Koala-Apotheke sowie einer Physio- und Ergotherapiepraxis zu organisieren. Quartalsweise werden im Team besonders schwierige Bewohnersituationen diskutiert und Behandlungs- und Verbesserungspläne entworfen. Wir, Klaus Beese und Stephan Prost, sind Fachärzte für Allgemeinmedizin, die diese Betreuung übernommen haben. Unsere Praxis mit allen modernen Untersuchungsmöglichkeiten liegt in der Nähe im Bezirk Reinickendorf, am Wilhelmsruher Damm, sodass wir jederzeit Patienten zu uns holen und ein EKG, Ultraschall oder sonstige Untersuchungen vornehmen können. Wir beide arbeiten seit mehr als 20 Jahren als Hausärzte und stehen noch in der Tradition der alten Ärzte, die ihre Patienten zu Hause besuchen und den Kontakt zur Familie halten. Während der Visiten, aber auch gern während der Praxiszeit, sind wir ansprechbar. In dringenden Fällen können Sie auch jederzeit das Pflegepersonal ansprechen, das über eine Handynummer Kontakt zu uns herstellen kann. Seit der Einführung dieses Projekts sind Rezepte weniger ein Problem, Hausbesuche erfolgen regelmäßig und schwierige Situationen können schnell über Handy besprochen werden. Dies hat die medizinische Versorgung deutlich verbessert. Natürlich können Bewohner des Elisabeth Diakoniewerkes auch ihren gewohnten Hausarzt behalten. Sollten hierbei jedoch die zu Anfang des Artikels genannten Probleme zu häufig auftreten, bietet sich ein Wechsel in das Care plus Projekt an. Weitere Informationen und Formulare erhalten Sie beim sozialen Dienst, Frau Schwiecker im Dorotheahaus Untergeschoss. Stephan Prost, Hausarzt Seite 5 Facharzt Klaus Beese Klaus Beese Stephan Prost Fachärzte für Allgemeinmedizin Senftenberger- Ring 5A Berlin Tel: 030 / Facharzt Stephan Prost

6 Die Hausglocke Unsere Bewohner haben das Wort Heute führen mich meine Wege in den Wohnbereich 4 des Hauses Immanuel. Hier wohnt eine bescheidene Frau, die für mich unwiderruflich mit dem Elisabeth Diakoniewerk Niederschönhausen verbunden ist. Ich glaube, dass jeder sie hier kennt, nicht nur als Vorsitzende unseres Heimbeirates. Sie ist nämlich diejenige Bewohnerin, die am längsten hier in der Einrichtung lebt. Als ich sie um die Erlaubnis bat, sie in der Hauszeitung vorzustellen, sagte sie mit stillem Lächeln: Ich? Ach, ich bin doch gar nicht so wichtig Machen sie bloß nicht so`ne große Sache aus mir. Ihr Name ist Eva Durchstecher und das ist ihre Geschichte: Wir möchten uns an dieser Stelle herzlich bei Frau Durchstecher bedanken. Sie unterstütz die Einrichtung seit vielen Jahren ehrenamtlich in verschiedenen Bereichen. Am wird sie ihr 30- jähres Bewohnerjubiläum begehen. Die Redaktion Ich wurde am in Uchtdorf geboren. Heute liegt Uchtdorf auf der polnischen Seite und heißt nun Lise Pole. Mein Heimatdorf liegt etwa 30 km hinter der polnischen Grenze. Das Dorf: Es gab viele kleine private Geschäfte alle waren Kleinbauern und der Zusammenhalt untereinander war für mich einmalig. Abends saßen die Erwachsenen vor ihren Häusern und unterhielten sich. Ich denke sehr gern an mein Elternhaus zurück. Mein Vater war Schlosser, wurde 1889 geboren und starb Ich erinnere mich, dass ich ihm regelmäßig als Kind das Essen zur Arbeit brachte. Meine Mutter war Schneiderin, nähte meine Garderobe aus Decken, Tüchern und allem, was es damals so gab. Sie wurde 1886 geboren und starb da war ich 41 Jahre alt. Ich habe einen Bruder, der 3 Jahre jünger ist als ich und später Lehrer wurde. Wir haben ein sehr gutes Verhältnis und sehen uns regelmäßig. Meine Liebe zur Natur wurde mir von meinen Eltern beigebracht. Jeden Sonntag gingen wir durch die Wälder spazieren und so lernte ich die verschiedensten Pflanzen kennen. Zu Hause wurde immer plattdeutsch gesprochen, nur in der Schule mussten wir hochdeutsch sprechen. Wir hatten feste Traditionen: Silvester gab es immer Kartoffeln und Grünkohl und zwischen Weihnachten und Neujahr durften keine Hülsenfrüchte gegessen werden (weil man sonst Geschwüre bekommt) wurde ich konfirmiert. Ich weiß meinen Konfirmationsspruch noch heute:jesus spricht: Wenn du glaubtest, so würdest du die Herrlichkeit Gottes sehen. (Johannes 11, 40) Seite 6

7 Ausgabe 1. Quartal 2013 Der Krieg ging auch an uns nicht spurlos vorbei. Am 04. Februar 1945 kamen die Russen und wir mussten fliehen. Es begann eine Odyssee von Schmerzen, Hunger und Entbehrungen, die am 26. Juni 1945 in Klein Ziethen bei Angermünde endete. Den ganzen Tag sind wir zu Fuß gelaufen aber wir haben überlebt! Ich habe nie gelernt zu tanzen und nie geheiratet. Wann auch??? Gleich nach der Schule arbeitete ich als Hausmädchen. Fing morgens um 7:00 Uhr an und Feierabend war erst, wenn alle Arbeit erledigt war. Das konnte schon mal 18:00 / 19:00 Uhr sein. In Klein Ziethen wurde ich Kirchenälteste, arbeitete im Konsum und pflegte meine Mutter bis zu ihrem Tod war ich das erste Mal auf der Insel Hiddensee. Für mich einer der schönsten Orte, wo ich je gewesen bin. Ich konnte stundenlang wandern, das Meer und die Natur bewundern. Einmal fand ich sogar einen hühnereigroßen Bernstein. Schauen Sie mal, ich habe ihn heute noch. Durch meine Arbeit als Kirchenälteste lernte ich Pfarrer Welge kennen und schätzen. Durch ihn bin ich 1976, mit 52 Jahren, nach Berlin in dieses Haus gekommen. Das war mein größtes Glück! Ich begann eine Arbeit als Beiköchin im alten Dorotheahaus in der Küche und wohnte dort in der 3. Etage. Ich habe bis 1983 in der Küche gearbeitet und im Urlaub fuhr ich jedes Jahr wieder nach Hiddensee, zusammen mit fünf Bewohnerinnen aus dem Dorotheahaus eine tolle Freundschaft. Leider sind sie schon gestorben. Und ich wohne inzwischen im Haus Immanuel, aber immer noch hier. Mein Elternhaus steht in Pommern, mein schönstes Urlaubsziel ist Hiddensee aber mein größtes Glück ist hier. Bis heute bin ich Pfarrer Welge für seine Hilfe dankbar. Ich bin angekommen. Verstehen Sie...? Aber jetzt muss ich mich beeilen, es gibt gleich Mittag. Mein Elternhaus steht in Pommern, mein schönstes Urlaubsziel ist Hiddensee aber mein größtes Glück ist hier. Ich schaue mich noch einmal in ihrem Zimmer um. Da die Nähmaschine ihrer Mutter, die Bilder von ihrem Bruder an der Wand und die vielen Bücher über Pommern und Hiddensee. Alles pikobello aufgeräumt. Eine Lebensgeschichte, die nicht so wichtig ist??? Wohl kaum! Ellen Schimkat - Betreuungsassistentin Frau Durchstecher trägt auf dem Foto links als Kette den selbst gefundenen Bernstein. Seite 7

8 Die Hausglocke Termine / Veranstaltungen Fasching mit Lutz Reichert Di, um im Calvinsaal Tanzcafé mit Matthias Srp Uhr Di, um Uhr im Speisesaal Kartenvorverkauf ab dem in der Cafeteria. Hausmusik-Konzert mit Martina Zahn und Philipp Telschow im Calvinsaal Weitere Informationen zu Terminen und Veranstaltungen finden Sie stets auch an den Informationstafeln im Eingangsbereich. Do, Uhr Abendlieder zum Zuhören und Mitsingen Do, Uhr Frühlingsmelodien Modenschau mit hauseigenen Models und anschließendem Verkauf durch Frau Strupp von der Firma Mode-Service Fr, Uhr im Speisesaal und Foyer Osterkonzert (Ostermontag) Mo, im Calvinsaal Uhr Das Duo Masur spielt bekannte klassische Unterhaltungsmusik, ausgewählte Operettenmelodien und Zigeunermusik zum Ostermontag. BINGO für alle Sa, , und um 10 Uhr im Calvinsaal Neu: Kochen am Bewohnerbett Die Mitarbeitenden der Küche (Stephanus Services GmbH) kochen monatlich mit einem Kochmobil direkt im Zimmer von Bewohnerinnen und Bewohnern eine Wunschmahlzeit. Der Termin wird rechtzeitig abgesprochen. Seite 8

9 Ausgabe 1. Quartal 2013 Ein großes Dankeschön an den Förderkreis Unlängst wurde unseren Gästen der Tagespflege und der Pflege auf Zeit ein großer Wunsch erfüllt: Die Holzspiele in Großformat Funny (Tischkegeln) und Fußballkicker konnten wir, dank Frau Zahn, Beschäftigungstherapeutin, mit den Gästen ausprobieren und alle waren schnell begeistert. Es stand fest wir wollen diese beiden Spiele unbedingt haben. Es wurde ein Antrag gestellt und ganz unkompliziert genehmigte uns der Förderverein den Kauf. Beide Spiele haben jetzt einen festen Platz im Beschäftigungsplan. Unsere Gäste sind glücklich und besonders die Herren fühlen sich auf dem Fußballfeld wohl. A- ber auch das Kegelspiel ist bei allen beliebt. Es werden Platzierungen ausgespielt und anschließend gibt es eine Urkunde und kleine Preise. Wir möchten uns beim Förderkreis des Hauses im Namen aller Gäste und Mitarbeitenden der Tagespflege und Pflege auf Zeit ganz herzlich bedanken! Mona Ambelang Stellvertretende Leiterin der Tagespflege im Elisabeth Diakoniewerk Niederschönhausen Miteinander reden und lachen, sich gegenseitig Gefälligkeiten erweisen... Gedanken zum Miteinander Miteinander reden und lachen, sich gegenseitig Gefälligkeiten erweisen, zusammen schöne Bücher lesen, sich necken, dabei aber auch einander Achtung erweisen, mitunter sich auch streiten ohne Hass, wie man es auch mit sich tut; manchmal auch in den Meinungen auseinander gehen und damit die Eintracht würzen, einander belehren und voneinander lernen, die Abwesenden schmerzlich vermissen und die Ankommenden freudig begrüßen lauter Zeichen der Liebe und Gegenliebe, die aus dem Herzen kommen, sich äußern in Miene, Wort und tausend freundlichen Gesten und wie Zündstoff den Geist in Gemeinsamkeit entflammen, so dass aus Vielheit Einheit wird. Augustinus ( ) Fasching in der Tagespflege Seite 9

10 Die Hausglocke Rückblick Kleiner Dank für die Gestaltung der Weihnachtsfeier vom Wohnbereich 1 und Bereich Arche am 07. Dezember 2012 Wenn Sie auch einen Beitrag einreichen möchten, wenden Sie sich bitte an die Redaktion! Wir freuen uns. Die Ankündigung hing rechtzeitig an zugänglichen Stellen. Sämtliche Mitarbeiter sangen unter der Regie von Ilona Becker. Nach dem musikalischen Teil gab Tilo Bischof mit Partner eine lustige Einlage, dadurch war das Programm aufgelockert. Jeder gab sich Mühe. Vielen Dank allen, die ihr Bestes gaben. Es war für uns Bewohner ein herrlicher Tag. Edith Hermann, Bewohnerin Wohnbereich 1, Dorotheahaus Ein gelungener Einstand in das neue Jahr Zum 11. Januar 2013 hatte der Leiter des Elisabeth Diakoniewerkes Niederschönhausen, Peter Molle, die ehrenamtlichen Mitarbeiter zu einem festlichen Abendessen eingeladen. Nach all den individuellen Arbeiten der einzelnen ehrenamtlichen Mitarbeiter war das eine gute Gelegenheit, einmal gemeinsam bei sehr gutem Abendessen mit einem Schluck köstlichen Weines ein paar nette und interessante Stunden zu verbringen. Nach einer nachdenklichen, besinnlichen Begrüßungsrede von Herrn Molle und der guten und vielseitigen musikalischen Umrahmung von Frau Zahn und Herrn Telschow, später sogar unter Einbeziehung aller Gäste, kam es dann zu interessanten Gesprächen unter den Teilnehmern. Mein besonderer Dank geht an Frau Martina Zahn und Herrn Philipp Telschow, die es letztlich verstanden haben, alle Gäste für ein gemeinsames Kanonsingen zu begeistern. Auch der Küchenchef Frank Güttler mit seinen Mitarbeitern trug wesentlich zum Gelingen des Abends bei. Alle Anerkennung! Mit dieser gelungenen Veranstaltung sollte eine gute Grundlage für die anstehenden Aufgaben des Jahres 2013 gegeben sein! Renate Kazubke, Heimfürsprecherin in TAPF und KUPF Seite 10

11 Ausgabe 1. Quartal 2013 Rückblick Lichterfahrt im Dezember Am 20. Dezember 2012 starteten um Uhr 30 Bewohner und Mitarbeiter inklusive des Einrichtungsleiters Herrn Molle mit dem Busunternehmen Lenz zu einer Lichterfahrt durch s dämmrige Berlin. Das Einsteigen verlief ohne große Zwischenfälle, sodass die Abfahrt bereits eine halbe Stunde früher erfolgen konnte als geplant. Obwohl die Stadt in der Vorweihnachtszeit voller Autos und Menschen auf den Straßen war, gelangten wir ohne längere Standzeiten zu unserem Ziel dem Schloss Charlottenburg. Zunächst ging es über die Schönhauser Allee und am Alexanderplatz vorbei Richtung Brandenburger Tor. Die Straße Unter den Linden war traditionell weihnachtlich beleuchtet, durch die Bauarbeiten an der U-Bahnlinie 5 allerdings fehlte ein großer Teil der Bäume. Weiter ging es an Reichstag und Kanzleramt vorbei Richtung Kurfürstendamm, der für 2012 eindeutig den Preis für die schönste Weihnachtsbeleuchtung bekommt. Bewundert wurden vor allem die meterhohen Lichtskulpturen, die von der Firma Wall gesponsert waren. Entlang der Strecke sahen wir einige Weihnachtsmärkte. Der schönste war jedoch der am Schloss Charlottenburg, der in der Optik an die Märkte des 19. Jahrhunderts erinnerte. Dort drehte der Bus um und wir fuhren zurück nach Pankow. Sehr interessant waren die unterschiedlichen Blickweisen auf die Sehenswürdigkeiten von Ost- und Westberlin. Die zwei als Weihnachtsmänner verkleideten Busfahrer konnten jedenfalls viel darüber erzählen. Am Schluss gab es für jeden Passagier die Bescherung in Form eines Kalenders des Busunternehmens. Die kleineren Wartezeiten verkürzten wir uns mit dem Singen von Weihnachtsliedern. Insgesamt hat die Fahrt allen Bewohnerinnen und Bewohnern sehr gefallen. Sehr interessant waren die unterschiedlichen Blickweisen auf die Sehenswürdigkeiten von Ost- und Westberlin. Philipp Telschow Beschäftigungstherapeut Seite 11

12 Die Hausglocke Rätselseite: Sprichwörter zum Thema Kleidung 1. Kleider machen Sich den... anziehen 3. den... aufhaben 4. sich die... anziehen 5. sich auf den... getreten fühlen 6. sich ins... machen 7. das Herz rutscht in die sich mit fremden... schmücken Für die Mode, nicht dagegen sei der Mensch, denn sie erfreut! Wenn sie sich auch oft verwegen vor dem größten Kitsch nicht scheut. Joachim Ringelnatz 9. den... enger schnallen vor jemanden haben 11. die... hochkrempeln 12. jemanden beim Laufen die... besohlen 13. sich auf die... machen 14. Jacke wie. 15. eine... voll Schlaf nehmen 16. Welcher Luxusstoff wird von Raupen hergestellt A) Baumwolle B) Seide C) Mikrofaser? 17. Der traditionelle schottische Kilt ist A) uni B) gepunktet C) kariert? 18. Bei einer Hose mit der Größenangabe 29/34 steht die 29 für die A) Bundweite B) Schrittlänge C) Gesäßweite? Seite 12

13 Ausgabe 1. Quartal 2013 Humor Sitzt im Bus ein Kaugummi kauender Junge einer älteren Dame gegenüber. Nach zehn Minuten sagt die ältere Dame zu dem Jungen: "Es ist nett, dass du mich unterhalten willst, aber das nützt nichts. Ich bin taub". O` Schreck - die Jugend und der Lack sind weg, Muskeln knacken, Knochen drücken und manchmal hast du s auch im Rücken, doch tröste dich und bleibe froh, den andern geht es ebenso. Ein Rentner sitzt vor dem Landratsamt mit einem Sack Heu und lässt es sich schmecken. Der Bürgermeister kommt vorbei und fragt ihn, warum er Heu esse. Der Rentner sagt, er komme nicht mehr mit der Rente aus und müsse deshalb Heu essen. Der Bürgermeister drückt ihm 100,- Euro in die Hand und sagt Gehen Sie! Der Renter denkt Mensch jetzt nischt wie ab nach Berlin zur Bundeskanzlerin. Gesagt, getan. Er setzt sich vor das Kanzleramt und Frau Bundeskanzlerin kommt vorbei und fragt natürlich auch, warum er da sitze. Ich komm mit meiner Rente einfach nicht aus und deshalb muss ich Heu essen, antwortet er. Darauf die Bundeskanzlerin entrüstet: Was? Jetzt im Sommer? Gehen Sie auf die Wiese und essen Sie Gras und heben sich das Heu für den Winter auf!!! Unterhalten sich zwei Opas. Sagt der eine: "Ich habe jetzt ein neues Hörgerät und kann wieder prima hören"!! Darauf der andere: Und was hat es gekostet!!? Darauf der erste: "HALB VIER"!! Opa Schmitz sitzt im Stadion und murmelt vor sich hin. Nach einer Weile fragt sein Sitznachbar entnervt: Was soll das? Warum sagen Sie ständig Zuschauer, 22 Spieler, 8 Ersatzspieler, drei Schiedsrichter und zwei Trainer. Das nervt! Ich kann es einfach nicht fassen, antwortet Opa Schmitz. So viele Leute und ausgerechnet mir kackt dieser blöde Vogel auf den Kopf. Seite 13

14 Die Hausglocke Einiges über den Wedding Mich inspirierten die Bilder (Drucke) auf den Fluren des Wohnbereiches 2, den Wedding betreffend, wie der Volkspark Rehberge mit dem Stadion, das Luisenbad, der Humboldthain, die Behala, die Objekte in der Müllerstraße, das Rathaus und das Kaufhaus Karstadt und andere Objekte mehr. Der Verwaltungsbezirk Berlin-Wedding, der mit dem Gesetz über die Bildung der einheitlichen Stadtgemeinde von Groß-Berlin 1920 gegründet wurde, ging im Rahmen der Verwaltungsreform am 1. Januar 2001 in den Bezirk Mitte ein. Foto vom Nettelbeckplatz auf dem Wohnbereich 2 Bis zum Zeitpunkt der Verwaltungsreform waren für den Bezirk Wedding folgende Kennziffern bekannt: Fläche rd. 15,4 km² Einwohner rd. 158,3 Tausend Bevölkerungsdichte: Einwohner je km² Typisch für den Wedding ist auch der relativ hohe Anteil der Grünflächen an dem des gesamten Stadtgrüns der Hauptstadt. Es sind nicht nur der eingangs erwähnte Humboldthain und die Rehberge, sondern auch noch der Schiller- und Goethepark und das umfassende Wohngrün (Vor- und Hofgärten des Neubaugebietes der Bad-, Brunnen- und Bernauer Straße u.ä.), ebenso müssen auch noch der ehemalige Hertha-BSC- Sportplatz und seine Umgebung erwähnt werden. Urkundlich wurde der Wedding bereits im Jahre 1251 als Dorf genannt. Das im 2. Weltkrieg nahezu zerstörte Wohngebiet um die Brunnenstraße herum wurde mit Hilfe des Marshall-Planes wieder aufgebaut. Urkundlich wurde der Wedding bereits im Jahre 1251 als Dorf genannt. Bedeutung erlangte der Wedding erst mit dem Beginn des Industriezeitalters. Eine Fabrik, in der Chemikalien hergestellt wurden, gründete der Fabrikant Schering 1864 in der Müllerstraße gründet Louis Schwarzkopf eine Maschinenfabrik. Die Produktion von Maschinen machte sein Unternehmen berühmt. Seit 1883 war die vom Berliner Unternehmer Emil Rathenow geschaffene Deutsche Edison-Gesellschaft für angewandte Elektrizität, die 1887 in Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft (AEG) umbenannt wurde, berühmt,. Die AEG wurde im Rahmen des Weltmonopols, neben der Rolle als Kriegsproduzent, ein mächtiger Konkurrent des USA-Konzerns General Electric. Deshalb war sie auch in den Kriegsjahren das ständige Ziel alliierter Luftangriffe. In stärkeren Maße zerstört wurden die umliegenden Wohngebiete. Durch die fortschreitende Industrialisierung stand der Wedding vor großen sozialen Problemen. Der Produktionsrückgang erzeugte Massenarbeitslosigkeit, Kurzarbeit und Verelendung. Zur Zeit der Weimarer Republik war der Wedding als eine Hochburg der Arbeiterparteien und als Roter Wedding be- Seite 14

15 Ausgabe 1. Quartal 2013 Wedding als eine Hochburg der Arbeiterparteien und als Roter Wedding bekannt. Ab dem 1. Mai 1929 kam es zu blutigen Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten. Auch der Arzt und Politiker Rudolf Virchow (SPD) machte sich große Sorgen über die Entwicklung und setzte sich für den Bau eines Krankenhauses ein. Es entstand das größte und damals modernste Krankenhaus Berlins. Es wurde nach dem Förderer Rudolf-Virchow-Krankenhaus genannt. Meine persönlichen Erinnerungen, und auch die vieler Pankower Bürger, gehen auf das Jahr 1948 zurück. Am 21. Juni 1948 hatte der damalige Finanzund Wirtschaftsminister und auch Vizekanzler Ludwig Erhard im Westen Deutschlands in der Trizone die D-Mark eingeführt. In den 3 Westsektoren Berlins erfolgte das am , also 3 Tage später. Er war auch der Verfechter der sozialen Markwirtschaft. Das führte auch dazu, dass in Westberlin das Warenaufkommen und -angebot boomte, während im Ostteil der Stadt das krasse Gegenteil war. In dem zum Wedding angrenzenden Ostsektor entstanden Einkaufsmeilen unterschiedlicher Dimension. In Pankow, wie ich mich noch erinnern kann, war das besonders ausgedehnt. In Pankow, beginnend mit dem S-Bahnhof Wollankstraße, platzierten sich linksseitig und auch rechtsseitig die verschiedensten ambulanten Straßenhändler, die mit Margarine, Obst- und Südfrüchten, Fischwaren, Zigaretten und Tabak und anderen Erzeugnissen handelten. Das vollzog sich über die Straßenzüge Wollankstraße, Prinzenallee, Badstraße bis hin zum Gesundbrunnen. So waren meist Mütter mit Kleinkindern gezwungen, Bananen auf der Einkaufsmeile zu erwerben, und das zu einem Preis von 1: 5 (Verhältnis der D- Mark zur Ostwährung). In Spitzenzeiten stieg der Kurs sogar auf 1: 8 an. Besonders gefragt waren auch Kochfette, da im Ostsektor die Rationierung der Lebensmittel erst im Jahre 1958 aufgehoben wurde. Ostler leisteten sich sogar hochwertige Erzeugnisse im Kaufhaus am Gesundbrunnen, wie Trenkerkordhosen, Kreppschuhe, bunte Ringelsocken u. a. Auch der Arzt und Politiker Rudolf Virchow... setzte sich für den Bau eines Krankenhauses ein. Es entstand das größte und damals modernste Krankenhaus Berlins. Es wurde nach dem Förderer Rudolf-Virchow- Krankenhaus genannt. Solche Kleidungsstücke zierten das Straßenbild. Seit den 1970er Jahren siedelten sich im traditionellen Arbeiterviertel zahlreiche, auch türkische Gastarbeiter und andere Einwohner an, was dem Viertel einen multikulturellen Charakter verlieh. Als Standort für Forschung und Entwicklung gewann der Bezirk an Bedeutung wurden mehrere Hochschulen und Akademien vereinigt. Im Laufe der Zeit wandelte sich der Bezirk Wedding vom Industrie- zum Dienstleistungsbezirk. Mehr als zwei Drittel der Arbeitnehmer arbeiten bereits in diesem Sektor. Rudi Karger, Bewohner Wohnbereich 2 Rudi Karger Seite 15

16 Die Hausglocke Blume des Jahres 2013 Ein neues Jahr beginnt, meist sind die Tage grau, kalt und ungemütlich. Da tut es gut, etwas Farbiges anzuschauen; Sehnsucht nach Frühling, Wärme, Sonne kommt auf Und der Gedanke an Blumen und Blüten erwärmt uns das Herz. Und wir stellen uns die Frage: Welches ist denn in diesem Jahr eigentlich die Blume des Jahres 2013? Es ist das Leberblümchen. Das Leberblümchen ist die Blume des Jahres 2013 Die wunderbaren blau-lila sternförmigen Blüten des Leberblümchens erscheinen in Buchen- und Eichenwäldern. Es darf weder gepflückt noch ausgegraben werden, stellt hohe Ansprüche an den Boden (Waldboden) und breitet sich nur langsam aus, vorwiegend mit Hilfe der Ameisen, die die kleinen Samen transportieren. Das Leberblümchen ist zwischen 5 15 cm hoch und blüht in den Monaten März/April. Seinen Namen erhielt es durch seine Blattform, die in drei Lappen an die Umrisse einer menschlichen Leber erinnert. In manchen Gegenden wird es auch Vorwitzchen genannt, da es sehr zeitig im Jahr blüht. Da die Blüten vor den Blättern erscheinen, nennt man es auch Dochter vor de Moder (Tochter vor der Mutter), wegen seiner blau-lila Farbe findet man oft die Bezeichnung Blaublume. Wie sooft in der Naturheilkunde deutet die Form der Pflanze auf das Organ hin, für das sie eine heilsame Wirkung hat. So fand das Leberblümchen im Mittelalter Anwendung bei Erkrankungen der Leber und der Galle. Heute wird es noch in homöopathischen Dosen bei Katarrhen und Bronchitis eingesetzt. Seite 16

17 Ausgabe 1. Quartal 2013 Geschichte Nur ein paar alte Leute Die alten Leute gehen ganz langsam. Der Mann setzt behutsam seinen Stock voraus, und die kleine, zarte Frau stützt den Mann etwas. Die Sonne hat kühlen farbigen Lichthauch über den Park gelegt. Etwas Regenwasser steht noch auf den Sandwegen. Der alte Mann seufzt. Es ist doch anstrengend, sagt er leise. Nein, meint sie, wir kommen gut vorwärts, ich bin froh, dass wir hinausgegangen sind. Er sieht sich um, und mit einem Seitenblick umfasst er das Gesicht seiner alten Gefährtin. Sie hat ihre zarte, braune Haut noch. Diese Haut ist wie poliert. Ganz dünn an den Schläfen, wie Seidenpapier. Es ist unser alter Park, sagt sie und lächelt ihn an. Wollen wir uns setzen? Noch nicht, bittet er. Er weiß ja, sie hat eine besondere Bank. Hinten, nahe am Denkmal. Von drei Rotbuchen umstanden. Ich wollte dich auf Händen tragen, sagt er und lächelt. Weißt du noch? Ja, sagt sie, und -? Er tastet mit dem Stock voraus. Nun musst du mich fast auf Händen tragen. Sie lacht etwas und er lauscht ihrem Lachen nach. Es ist das alte, vergnügte, zauberhafte Gelächter, selbst wenn ihre Stimme dünner geworden ist. Du warst immer die Stärkere, sagt er und fühlt die Hand, die ihn leitet. Ich wusste es nur noch nicht. Du warst es damals schon, als du noch ganz jung warst. Denkst du noch daran? Sie lächelt ihn an. Er lächelt zurück. Ihre Augen sind so braun wie früher, denkt er. Es ist ganz leicht, daran zurückzudenken, sagt er. Er sieht über die große Parkwiese hinweg. Sie haben die Bank erreicht. Diesmal, sagt der alte Mann, haben sie sie weiß gestrichen. Aber es ist unsere alte Bank, erwidert sie und setzt sich. Ihr Gesicht wendet sich ihm zu. Sie hat ein spitzes Kinn bekommen. Ihre Nase ist ganz fein, als sei die Haut über den blanken, schmalen Knochen gespannt. Ihre weißen Haare wehen. Sie sind wie Schnee. Du hättest den Hut nehmen sollen, sagt er. Du weißt, sagt sie, dass ich Hüte nicht mag. Natürlich weiß ich es, sagt er liebevoll. ich weiß es seit vierzig Jahren. Er seufzt. Die Frühlingssonne ist warm, er hebt das Gesicht ein wenig. Er fühlt sich müde und möchte gern die Augen schließen. Sie sagt: Auf der Bank sagtest du vor vierzig Jahren, dass du mich liebst. Leise erwidert er: Und damals hatte ich vom Leben noch gar keine Ahnung. Er schließt nun doch die Augen, aber er fühlt ihre Hand auf seinem Arm und hört ihren leichten Atem. Vom Altern Der Liebe wird alles wichtig und lieb: eine Schattenmulde in der Wange, ein Runzelgeflecht um s Auge, eine Kindheitsnarbe unter den Zehen, ein verborgener Makel der Haut, und sichtbarer werdende Ader und die kahle Stelle im Haar. Jeder Verlust wird auch Gewinn Und mehrt die Erinnerung. Treuer als Lust macht Zärtlichkeit, die Schmerz um Vergängliches erneuert. Aus den Filtern behutsamer Trauer bergen wir die Schönheit, die bleibt. Christine Busta Ein junger Mann, der mit seinem Mädchen den Weg entlangkommt, stockt missmutig und ruft: Unsere Bank ist besetzt! Ein Liebespaar? fragt das Mädchen. Nein, ruft er, es sind nur ein paar alte Leute Herbert Reinecker (gekürzt) Auszug aus dem Buch "Ich bring die Freude mit", Weltbildverlag 1984 Seite 17

18 Die Hausglocke Erich Kästner und die 13 Monate Erich Kästner wurde 1899 in Dresden geboren. Nach Militärdienst und dem Ende des 1. Weltkrieges studierte er Geschichte, Philosophie, Germanistik und Theaterwissenschaft und promovierte. Er arbeitete als freier Journalist und Theaterkritiker für verschiedene Zeitschriften und Magazine. Nach Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde Erich Kästner aus dem Schriftstellerverband ausgeschlossen. Seine Bücher wurden verbrannt. Nach Ende des 2. Weltkriegs widmete sich Erich Kästner vorwiegend dem literarischen Kabarett und der Kinderliteratur. Erich Kästner Die Monate haben es eilig. Die Jahre haben es eiliger. Und die Jahrzehnte haben es am eiligsten. Nur die Erinnerungen haben Geduld mit uns. Besonders dann, wenn wir mit ihnen Geduld haben, schreibt Erich Kästner im Nachwort zu seinen Kindheitserinnerungen Als ich ein kleiner Junge war Bekannte Werke von ihm sind u. a.: Emil und die Detektive, Das doppelte Lottchen, Pünktchen und Anton, Als ich ein kleiner Junge war. Sie faszinieren noch heute das Publikum im Buch, auf der Bühne und auf der Leinwand. Mehr oder weniger bekannt sind seine Gedichte zu den 12 Monaten. Eine Zeitschrift hatte die Gedichte bestellt und Erich Kästner schrieb sie alle im Laufe eines Jahres. Allerdings musste er dem Kalender vorgreifen, d.h., den Januar schrieb er im November, den Mai musste er bereits im März besingen. Zwölf Monate lang war er dem Jahr also um 6 Wochen voraus und dann kreierte er sogar noch einen 13. Monat! Helfer dabei waren ihm, dem Großstädter, der fünfte Band des kleinen Brehm Die deutsche Tierwelt, Unsere Pflanzenwelt und ein Leitfaden mit dem fragwürdigen Titel Die deutsche Schulflora. Er musste während der Arbeit an den Texten nämlich beschämt feststellen, dass seine Erinnerungen doch sehr vage waren, obwohl die Prozession der Monate nun schon mehr als 50 mal an ihm vorbeigezogen war. Wir wollen Ihnen in diesem Jahr in unseren vier Ausgaben der Hausglocke jeweils eins der Gedichte vorstellen und haben als erstes den März ausgesucht. Foto: März am Grienericksee Das Titelbild von Emil und die Detektive auf einer deutschen Briefmarke von Seite 18

19 Ausgabe 1. Quartal 2013 Gedicht Der März Der März Sonne lag krank im Bett. Sitzt nun am Ofen. Liest, was gewesen ist. Liest Katastrophen. Springflut und Havarie, Sturm und Lawinen, - gibt es denn niemals Ruh drunten bei ihnen. Schaut den Kalender an. Steht drauf: Es werde! Greift nach dem Opernglas. Blickt auf die Erde. Schnee vom vergangenen Jahr Blieb nicht der gleiche. Liegt wie ein Bettbezug Klein auf der Bleiche. Winter macht Inventur. Will sich verändern. Schrieb auf ein Angebot aus andern Ländern. Mustert im Fortgehn noch Weiden und Erlen. Kätzchen blühn silbergrau. Schimmern wie Perlen. Schneeglöckchen ahnen nun, was sie bedeuten. Wenn du die Augen schließt, hörst du sie läuten. In Baum und Krume regt sich s allenthalben. Radio meldet schon Störche und Schwalben. Schneeglöckchen ahnen nun, was sie bedeuten. Wenn du die Augen schließt, hörst du sie läuten. Erich Kästner Seite 19

20 Die Hausglocke Andacht Wenn ich aus meinem Bürofenster im Dorotheahaus blicke, sehe ich unseren Garten noch voller Schnee. Aber die Tage werden wieder länger, demnächst bahnt sich vielleicht ein Krokus geduldig den Weg durch den Schnee, hinaus in die Sonne. Befiehl du deine Wege, deine Zukunft dem, der sogar Wolken eine Bahn gibt. Der wird auch deinen Weg so gestalten, dass dein Fuß ihn gehen kann. Ende Januar ist das Jahr 2013 noch jung und wir wissen nicht, auf welche Wege wir dieses Jahr geführt werden. Dieses Nichtwissen kann auch Angst machen. Die Sorge, dass wir nicht wissen, wie die Zukunft wird, greift ein evangelischer Pfarrer in einem seiner Lieder auf: Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt. Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. Ist es nicht schön, dass ein Text, der genau dreihundertsechzig Jahre alt ist, heute noch direkt in unsere Herzen sprechen kann? Der Lieddichter, Paul Gerhardt, hat keinen ebenen Lebensweg vorzuweisen. Bereits im Kindesalter erlebte er die Schrecken des dreißigjährigen Krieges in Deutschland. Nach dem frühen Tod seiner Eltern genoss er eine gute Ausbildung, studierte Theologie und wurde Pfarrer. An der Nikolai-Kirche hier in Berlin fand er seine erste Anstellung. Von dort führte ihn sein Weg in eine Gemeinde in Mittenwalde. Er heiratete und bekam mit seiner Frau Anna Maria fünf Kinder von denen vier starben. Nach dem Tod seiner Frau pflegte er den kranken Sohn in seiner Pfarrwohnung. Große Freude und großes Leid Paul Gerhardt hat in seinem Leben sicherlich beides erlebt. Dass er ein tiefgläubiger Mensch war, geht aus seinen Liedern klar hervor. Seine Texte können Trost spenden, Kraft geben, Dankbarkeit ausdrücken und Freude in Worte fassen. Befiehl du deine Wege, deine Zukunft dem, der sogar Wolken eine Bahn gibt. Der wird auch deinen Weg so gestalten, dass dein Fuß ihn gehen kann. Seite 20

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