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1 12/ Dez M I T T E I LU N G E N BERICHTE UND NACHRICHTEN FÜR DIE ELEKTROTECHNIK- UND ELEKTRONIKINDUSTRIE Zuversichtlich ins neue Jahr ZVEI beantwortet Fragen zum TV-Energielabel Deutschland absorbiert Schock in Europa Friedhelm Loh als ZVEI-Präsident wiedergewählt Die Kanzlerin kam zum ZVEI Seite 4 Seite 6 Seite 21 Seite 21 ISSN X B 07531

2 I N H A LT 3 I M B L I C K P U N K T Zuversichtlich ins neue Jahr 4 N E W S ZVEI beantwortet Fragen zum TV-Energielabel Auftragslage für deutsche Elektroindustrie weiterhin robust 5 W I R T S C H A F T S P O L I T I K, K O N J U N K T U R U N D M Ä R K T E Sachverständigenrat für 2012 verhalten optimistisch Deutschland absorbiert Schock in Europa ZVEI-Benchmarking Die deutsche Elektroindustrie im europäischen Vergleich Schlaglicht: G20-Gipfel in Cannes Am Ende wird doch noch geliefert Elektro-Konjunktur im Überblick 1 1 M E S S E N 1 6 B E T R I E B S W I R T S C H A F T Energieeffizienz Potenziale heben und finanzieren 1 6 R E C H T ZVEI-Workshop: Schutz geistigen Eigentums in China 1 8 E U R O P A A K T U E L L Orgalime e-vehicles showcase event Integrating e-vehicles into modern infrastructures 2 0 U M W E L T Neuaufstellung der ZVEI-Stoffpolitik 2 1 A U S D E M V E R B A N D Friedhelm Loh als ZVEI-Präsident wiedergewählt Die Kanzlerin kam zum ZVEI ZVEI-Images 2012: Metropolen Smart Cities 2 4 A U S D E N F A C H V E R B Ä N D E N Mit TectoYou gegen den Fachkräftemangel und für mehr Arbeitgeberattraktivität Automation Energieeffizienz ist wirtschaftlich ZVEI-Excel-Tool rechnet es vor Electrical Winding & Insulation Systems Standards Trends Innovationen Arbeitskreis Elektroplaner Eplanerforum 2012 Sicherheit Haftung Effizienz Errichter und Planer ZVEI-Arbeitsgemeinschaft feiert fünfjähriges Bestehen Licht DALI-Award 2012: Jetzt bewerben Sicherheitssysteme Fachverband Sicherheit zum FRONTEX-Gespräch im Bundesministerium des Innern Buchbesprechung: Das System der Strategie ZVEI Akademie für Sicherheitssysteme ZVEI Akademie veröffentlicht neues Seminarprogramm 2012 Aktuelle Seminartermine 2011/ A U S D E N L A N D E S S T E L L E N Bayern Bayerns Elektroindustrie macht glänzende Geschäfte Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen Informationsveranstaltung REACH III Vorstandssitzung der ZVEI-Landesstelle 3 5 Z V E I - S E R V I C E S G M B H ( Z S G ) Das ZVEI Kfz-Service-Modell: Exklusiv für Verbandsmitglieder B E I L A G E N TectoYou ZVEI-Benchmarking Fotowettbewerb Images 2012 Titelbild: Zuversichtlich ins neue Jahr (Quelle: savannah144 - Fotolia.com) Konjunktursignale Geschäftsklima Das Geschäftsklima in der deutschen Elektroindustrie ist im November weiter gesunken. Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage hat sich dabei gegenüber Oktober deutlicher eingetrübt als die Erwartungen für die kommenden sechs Monate. 41 Prozent der Elektrounternehmen bewerten ihre gegenwärtige Situation als gut bis sehr gut, 46 Prozent als stabil. Ferner rechnen 75 Prozent der Firmen mit gleich bleibenden oder (noch) weiter anziehenden Geschäften im nächsten halben Jahr. Damit befindet sich das Geschäftsklima in der Branche per Saldo noch leicht im Plus. 2

3 F R I E D H E L M L O H B L I C K P U N K T Zuversichtlich ins neue Jahr 2011 ist ein gutes Jahr, gleichermaßen für die deutsche Elektroindustrie und den ZVEI. Lassen Sie uns kurz zurückblicken. Unsere Branche hat ihre Erfolgstour aus dem Jahr 2010 fortsetzen können und ist ein Eckpfeiler des konjunkturellen Aufschwungs in Deutschland. Die Branchenexporte fallen in diesem Jahr so hoch wie niemals zuvor aus. Auch die Inlandsaufträge verzeichnen ein dickes Plus. Die Schuldenkrise in Europa und das zögerliche politische Krisenmanagement machen allerdings auch vor unserer Branche nicht Halt, wenngleich die Auswirkungen der Krise noch begrenzt sind. Dennoch ist auch bei uns in der Elektroindustrie das Geschäftsklima auf dem Rückzug. Friedhelm Loh, ZVEI-Präsident Was verheißt das für das neue Jahr? Klar ist, dass wir auf unsicherere Zeiten zusteuern. Wirtschaftsexperten und die Bundesregierung haben die Wachstumsprognosen für das kommende Jahr gesenkt. Auch der ZVEI erwartet für die Elektroindustrie eine Verlangsamung des Wachstums, aber kein jähes Abreißen. Den wirtschaftlichen Unwägbarkeiten können wir mit großem Selbstbewusstsein entgegentreten. In der Krise 2009 hat unsere Industrie gezeigt, dass sie sturmfest ist aus der Rezession sind wir mit Volldampf herausgefahren. Ich bin deshalb sicher, dass wir die vor uns liegenden Herausforderungen ebenfalls meistern werden. Die Reputation der Elektroindustrie ist 2011 weiter gewachsen, bei Politikern, bei Medienvertretern und im öffentlichen Ansehen. In der Krise bewiesen wir Standorttreue, sicherten Arbeitsplätze unsere Branche beschäftigt heute Menschen, mehr als Ende des Boomjahres Ohne die Elektroindustrie geht es eben nicht, ohne unsere Produkte und Dienstleistungen gibt es keinen Fortschritt, vor allem bei zentralen gesellschaftlichen Zukunftsfragen. Unsere Industrie treibt wie keine zweite Innovationen zielstrebig voran. Sie ist eine Problemlösungsindustrie. Energieeffizienz, Elektromobilität, Smart Grid, Smart Home, Smart Building, Sicherheit, Gesundheit das sind die Themen, die über die Zukunftsfähigkeit Deutschlands entscheiden. Ingenieure aus unseren Unternehmen setzen mit ihren Ideen und Produkten immer wieder neue Weltstandards. Die Elektroindustrie ist die mit Abstand weltweit größte Wirtschaftsbranche und von ihr kann noch viel erwartet werden, auch Diese Botschaften hat der ZVEI mit Erfolg vertreten. Unter dem Titel Vernetz(e) Welten gestalten. Zukunft sichern. richtete der Verband den viel beachteten ZVEI-Jahreskongress in Berlin aus. Die Resonanz aus Politik, Wirtschaft und nicht zuletzt aus der Mitgliedschaft war überwältigend. Schon laufen die Vorbereitungen für den Jahreskongress 2012 und wir freuen uns, dass die Bundeskanzlerin, der Bundeswirtschaftsminister und der Bundesinnenminister sowie viele weitere hochrangige Persönlichkeiten ihre Teilnahme zugesagt haben. Wie seine Mitgliedsunternehmen, stellt sich der ZVEI den neuen Herausforderungen. Ich freue mich, dass ich dem Verband weiterhin als Präsident vorstehen darf und danke den Mitgliedern und dem Vorstand für das entgegengebrachte Vertrauen. Des Weiteren danke ich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, dem Vorstand und der Geschäftsführung des ZVEI für die tatkräftige Unterstützung. Ihnen und Ihren Familien wünsche ich gesegnete Weihnachten sowie einen guten Start ins neue Jahr! 3

4 N E W S N E W S ZVEI beantwortet Fragen zum TV-Energielabel Seit dem 30. November 2011 sind die Hersteller von TV-Geräten verpflichtet, zu jedem neu in Verkehr gebrachten Fernsehgerät ein gedrucktes Energielabel-Etikett mitzuliefern. Allerdings kann es noch eine gewisse Zeit dauern, bis im Handel alle TV- Geräte gekennzeichnet sind. Denn Fernseher, die vor dem 30. November 2011 in Verkehr gebracht worden sind und beim Händler noch im Lager stehen oder im Verkaufsraum ausgestellt sind, dürfen auch weiterhin ohne Label ausgestellt und verkauft werden. Seit 15 Jahren ist das Energielabel für Elektro-Hausgeräte bekannt. Künftig wird es auch beim Kauf von Fernsehern zur Orientierung beitragen. Mit dem Energielabel sieht der Verbraucher auf den ersten Blick, wie sparsam die Geräte sind. Im Gegensatz zu den Haushaltsgeräten umfassen TV- Geräte die Energie-Klassen A bis G. Ein Fernseher der Klasse C ist aber nicht zwangsläufig ein ineffizientes Gerät, denn Zusatzfunktionen, beispielsweise HD-Recorder oder Festplatten, führen mitunter zu einem erhöhten Energieverbrauch. Beim Kauf ist daher der komplette Funktionsumfang eines Geräts entscheidend. Ein Fernsehgerät mit vielen integrierten Zusatzfunktionen hat A B C D E F G Ι Ι Ι XYZ cm 2010/ ENERG Ι Ι XYZ Watt Ι Y IJA IE IA A XYZ kwh/annum XYZ inch somit unter Umständen unter dem Strich eine bessere Energiebilanz als einzelne Geräte in Summe. Fragen zum TV-Label beantwortet der ZVEI-Fachverband Consumer Electronics auf seiner Website Ausführliche Informationen zum Hausgeräte-Energielabel bietet zudem die Service-Website der ZVEI- Fachverbände Hausgeräte ZVEI-Abt. Kommunikation und Marketing Nadine Novak Fon: Mail: Auftragslage für deutsche Elektroindustrie weiterhin robust Im September dieses Jahres haben die Bestellungen in der deutschen Elektroindustrie ihren Vorjahresstand um drei Prozent übertroffen. Damit zeigt sich die Entwicklung der Auftragseingänge weiterhin robust, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. Während die Inlandsaufträge um knapp ein Prozent zurückgegangen sind, haben die Auslandsorders um sechs Prozent zugelegt. Über den gesamten Zeitraum von Januar bis September 2011 lagen die Auftragseingänge zwölf Prozent über ihrem Vorjahresniveau. Bei den Inlandsbestellungen betrug das Plus 17 und bei den Auslandsbestellungen sieben Prozent. Der Umsatz in der Elektroindustrie der mit 845 Tsd. Beschäftigten zweitgrößten Industriebranche hierzulande ist im September dieses Umsatz und Produktion 4

5 W I R T S C H A F T S P O L I T I K, KONJUNKTUR UND MÄRKTE Jahres um drei Prozent gegenüber Vorjahr gestiegen. Der Umsatz mit inländischen Kunden nahm um sechs Prozent zu, der mit ausländischen Kunden dagegen nur um ein halbes Prozent. Die (um Preiseffekte bereinigte) Produktion hat im September um 15 Prozent zugelegt. In den gesamten ersten neun Monaten 2011 ist der Branchenumsatz um neun Prozent gegenüber Vorjahr gewachsen. Inlands- und Auslandsumsatz erhöhten sich dabei gleichermaßen um neun Prozent. Der Output hat sein Vor- jahreslevel zwischen Januar und September um 16 Prozent übertroffen. Zwar haben die Elektrounternehmen ihre Geschäftserwartungen für das nächste halbe Jahr auch im Oktober weiter nach unten revidiert, sagte Dr. Gontermann, aber die Einschätzung ihrer aktuellen wirtschaftlichen Lage hat sich gegenüber September indessen kaum verändert. Neun von zehn Firmen bewerten ihre gegenwärtige Situation als (sehr) gut bzw. stabil. Insgesamt ist das Geschäftsklima in der deutschen Elektroindustrie als Mittel aus Lagebeurteilung und Erwartungen im Oktober zum sechsten Mal in Folge gesunken. Es befindet sich aber immer noch im expansiven Bereich. Mit 85 Prozent liegt die Kapazitätsauslastung in der Elektrobranche noch immer zwei Prozentpunkte oberhalb des langjährigen Mittels. ZVEI-Hauptstadtrepräsentanz Andreas Abs Fon: Mail: W I R T S C H A F T S P O L I T I K, K O N J U N K T U R U N D M Ä R K T E Sachverständigenrat für 2012 verhalten optimistisch Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung rechnet mit einem Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes um 3,0 Prozent in diesem Jahr und 0,9 Prozent im Jahr Diese Prognose ist für das Jahr 2011 fast identisch mit der gemeinschaftlichen Vorhersage der führenden Forschungsinstitute im Herbstgutachten von 2,9 Prozent. Für 2012 ist der Rat aber etwas optimistischer als die Institute (plus 0,8 Prozent) (s. Tabelle). Angetrieben von der dynamischen Entwicklung der Weltkonjunktur, leistet der Export in diesem Jahr abermals einen wesentlichen Beitrag zum hohen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts. Aufgrund der etwas schwächeren Dynamik von Importen (plus 7,1 Prozent) und Exporten (plus 7,8 Prozent) gegenüber dem Vorjahr liegt der Wachstumsbeitrag des Außenhandels aber dieses Jahr unterhalb der 1,5 Prozentpunkte des Jahres Die dennoch kräftige Auslandsnachfrage, aber auch die Impulse aus dem Inland haben zu einer deutlich gestiegenen Kapazitätsauslastung insbesondere bei den exportorientierten Unternehmen geführt und eine Erweiterung der Produktionsanlagen erforderlich gemacht. Entsprechend entwickeln sich die Ausrüstungsinvestitionen mit einem Anstieg von 8,8 Prozent weiter positiv. Insbesondere bei den Bauinvestitionen konnte in diesem Jahr eine Trendwende verzeichnet werden. Sie nehmen um 5,2 Prozent zu und werden damit nach 2010 auch 2011 wieder einen positiven Wachstumsbeitrag leisten. Gestützt von einer robusten Arbeitsmarktentwicklung sowie der sich verbessernden Einkommenssituation so sind sowohl die Unternehmens- und Vermögenseinkommen als auch die verfügbaren Einkommen gestiegen werden die privaten Konsumausgaben im Prognosezeitraum weiter zulegen. Insgesamt dürfte der private Konsum im Jahr 2011 um 1,1 Prozent und im Jahr 2012 um 0,9 Prozent steigen. Für das Jahr 2012 erwartet der Sachverständigenrat eine nur leicht bessere Entwicklung als die meisten anderen Prognostiker. Dies beruht im Wesentlichen auf der günstigeren Einschätzung des privaten Verbrauchs, der Bauinvestitionen und des Außenbeitrags (s. Tabelle). Allerdings weisen die Wirtschaftsweisen auf die Unsicherheiten ihrer Prognose hin, da die Euro-Krise noch nicht überwunden sei. Würde sie sich weiter verschärfen, dürfte das BIP-Wachstum nur noch um die 0,4 Prozent liegen. Bei weltweiten Verwerfungen und einem Rückgang des internationalen Handels schließen sie einen leichten Rückgang des BIP nicht aus. ZVEI-Abt. Wirtschaftspolitik, Konjunktur und Märkte Peter Giehl Fon: Mail: Prognosen-Jahresgutachten des Sachverständigenrates/ Herbstgutachten der Institute SVR Institute SVR Institute preisbereinigte reale Veränderung gegenüber Vorjahr Bruttoinlandsprodukt 3,7 3,0 2,9 0,9 0,8 Inlandsnachfrage 1) 2,4 2,4 2,6 1,3 1,2 Ausrüstungsinvestitionen 10,5 8,8 9,6 3,1 3,3 Bauinvestitionen 2,2 5,2 5,8 1,5 1,3 Privater Verbrauch 2) 0,6 1,1 1,2 0,9 0,9 Staatsverbrauch 1,7 0,8 1,1 0,9 1,1 Export 13,7 7,8 7,8 3,2 2,9 Import 11,7 7,1 7,7 4,2 4,1 Erwerbstätige in Mio. (Inland) 40,55 41,09 41,08 41,23 41,27 Arbeitslosenquote 3) 7,7 7,1 7,0 6,9 6,7 Verbraucherpreise 4) 1,1 2,3 2,3 1,9 1,8 1) Letzte inländische Verwendung (Priv. Verbrauch, Staatsverbrauch, Anlageinvestitionen und Vorratsveränderung). 2) Einschließlich der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck. 3) Institute: Arbeitslose in Prozent der zivilen Erwerbspersonen (Definition gemäß der Bundesagentur für Arbeit). 4) Verbraucherpreisindex (2005 = 100), Veränderung gegenüber dem Vorjahr. 5

6 W I R T S C H A F T S P O L I T I K, KONJUNKTUR UND MÄRKTE Deutschland absorbiert Schock in Europa Die deutsche Konjunktur ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (Juli bis September) um 2,6 Prozent gewachsen. Gleichzeitig sinkt die Stimmung in der deutschen Wirtschaft aber seit einigen Monaten in Folge. Wir fragen Dr. Klaus Abberger, Experte des Ifo-Instituts, was dahinter steckt und ob wir 2012 mit einer Rezession rechnen müssen. Herr Dr. Abberger, Deutschland schlägt sich in der Krise bislang recht passabel, dennoch ist der Ifo-Geschäftsklima-Index im Oktober zum vierten Mal in Folge gefallen. Wie ist das zu erklären? Unsere Befragung hat ergeben, dass die momentane Situation bei den Unternehmen noch sehr gut ist. Die deutsche Wirtschaft ist recht stark, das haben die Zahlen zum BIP auch bestätigt. Allerdings liegen schwierige Momente mit großen Unsicherheiten vor uns. In vielen Teilen der Welt kühlt die Konjunktur merklich ab, das fließt natürlich in die Erwartungen der Unternehmen mit ein. So lässt sich auch die Abwärtstendenz des Ifo-Geschäftsklima-Index erklären, der sich aber derzeit noch auf einem hohen Niveau befindet. Wir müssen uns allerdings, ausgehend von einer sehr guten Ausgangsposition, auf eine Abkühlung der Konjunktur einstellen. Müssen wir mit einer Rezession wie 2008/ 2009 rechnen? Oder wird es im nächsten Jahr nur eine konjunkturelle Flaute mit einer raschen Erholung geben? Nein, ich glaube nicht, dass man die Situation heute mit den Ereignissen 2008/ 2009 vergleichen kann. Es gibt natürlich Risiken, wie beispielsweise eine Kreditklemme, die die aktuelle wirtschaftliche Lage negativ beeinflussen könnten. So wie es jedoch Geschäftsklima in der Elektroindustrie Deutschland ist eine Ausnahme in Europa, sagt Dr. Klaus Abberger, Experte des Ifo-Instituts. Quelle: Ifo-Institut momentan aussieht, müssen wir uns auf eine deutliche Abkühlung aber keine Rezession, wie wir sie gerade hinter uns gebracht haben, einstellen. Deutschland ist sogar der große Schock- Absorbierer in Europa. Die deutschen Importe sind seit der Rezession deutlich gewachsen, sogar deutlich über das Niveau, das wir davor hatten. Deutschland ist damit eine Ausnahme, Frankreich und Italien beispielsweise haben gerade so das Vorkrisenniveau erreicht. Viele andere europäische Länder liegen sogar deutlich darunter. Damit senden wir positive Impulse an die anderen Länder aus. Ist absehbar, wann sich die deutsche Wirtschaft erholen wird? Wir rechnen damit, dass wir ein schwieriges halbes Jahr vor uns haben, dann sollten sich die Märkte jedoch wieder beruhigen. Vorausgesetzt es wird eine Lösung für die Schuldenkrise gefunden. Bis dahin müssen wir einen schwierigen Weg in Europa gehen. Es kommt sehr darauf an, wie die Schuldenkrise in Europa weiter verläuft, deshalb sind solche Prognosen natürlich immer schwer zu treffen. Der Ifo-Geschäftsklima-Index gilt als wichtiger Gradmesser für die deutsche Konjunktur. Wie wird dieser erstellt? Hinter dem Ifo-Index steckt eine Befragung von Unternehmen in Deutschland, die wir monatlich durchführen. Für den Geschäftsklima-Index spielen zwei Fragen eine Rolle. Zum einen interessiert uns, wie die aktuelle Situation bei den Unternehmen selbst ist. Es ist also keine Meinungsumfrage zur deutschen Wirtschaft, sondern behandelt konkret die Geschäftslage der Unternehmen. Wir überlassen es den Unternehmen, welche Kriterien sie dabei mit einbeziehen. Aus den Interviews wissen wir aber, dass in der Industrie die Ertragssituation und die Auftragseingänge für die Unternehmen von großer Bedeutung sind. Zum zweiten befragen wir die Firmen nach ihren Erwartungen hinsichtlich der nächsten sechs Monate. Beide Fragen werden anschließend im Geschäftsklima zusammengefasst. Wie steht die Elektroindustrie im Vergleich zum gesamten verarbeitenden Gewerbe da? In der Chemieindustrie oder generell bei den Vorprodukten sieht man immer direkt, wenn die Konjunktur schwächelt. Die Investitionsgüterindustrie, dazu gehören ja wichtige Bereiche der Elektroindustrie, ist meist erst mit einer kleinen Verzögerung betroffen. Wobei die elektrischen Ausrüstungs- 6

7 W I R T S C H A F T S P O L I T I K, KONJUNKTUR UND MÄRKTE güterhersteller etwa, sicherlich aufgrund der Auftragseingänge, die schnell abgearbeitet werden, nicht so viel Luft haben, wie beispielsweise der Maschinenbau. Dort ist die Lage daher insgesamt auch noch etwas besser. Bei den Konsumgütern ist sie ebenfalls recht stabil, diese sind auch relativ gut durch die vergangene Rezession gekommen. Dort bemerken wir nicht die großen Ausschläge, wie wir sie bei den Investitionsgütern und Vorprodukten sehen. Wie ist die Situation in wichtigen Abnehmerbranchen, wie etwa der Automobilindustrie? Die Automobilindustrie steht sehr gut da, dennoch sind auch hier die Exporterwartungen vorsichtiger geworden. Man bewertet dort von einer sehr guten Ausgangsposition das internationale Umfeld zunehmend kritischer und bereitet sich auf eine Abkühlung vor. Für Deutschland als Exportnation ist der Welthandel sehr wichtig. Wie ist dessen Entwicklung und welche Konsequenzen hat das für die deutsche Wirtschaft? Im internationalen Umfeld kühlt die Konjunktur deutlich ab. Das ist auch der Grund, weshalb sich Deutschland bald in einem wirtschaftlichen Tal befinden wird. Im Inland haben wir ja eine sehr gute Entwicklung, betrachtet man beispielsweise die Beschäftigungssituation. Die Schuldenkrise in Europa zwingt die Staaten zum Sparen. Wir müssen in vielen Ländern in Europa durch einen Anpassungsprozess gehen, den wir auch nicht durch staatliche Ausgabenprogramme verhindern können. Dazu fehlt einfach die Luft. Die nächste Initialzündung muss durch die Privatwirtschaft kommen. Erst wenn das wirtschaftliche Umfeld in den Ländern wieder so ist, dass die Privatwirtschaft verstärkt Investitionen tätigt, kommen wir aus der Krise. Die aufstrebenden Volkswirtschaften, die Emerging Markets, wie China, stützen uns. Auch, wenn wir dort eine Verlangsamung sehen, so ist diese mit positiven Vorzeichen zu bewerten und durch deren hohe Inflation angemessen. Die Gefahr einer Überhitzung in den Emerging Countries ist durch eine langsamere und gesündere Gangart gebannt. Im Gegensatz dazu bereiten uns die Vereinigten Staaten aber durchaus Kummer. Die flexibelste Volkswirtschaft der Welt, um es mal plakativ zu formulieren, hat plötzlich mit einem Langzeitarbeitslosenproblem zu kämpfen. Dort wird die Erholung ebenfalls sehr langsam verlaufen. Das Ifo-Institut veröffentlicht zudem einen Kreditklima-Index. Bislang sind die Zinsen für Firmenkredite niedrig, die EZB forciert das mit einer Leitzins-Senkung. Spiegelt sich beim Kreditklima die Finanzkrise dennoch wider? Die Kredithürde ist äußerst niedrig, die Unternehmen kommen in Deutschland sehr gut an Kredite. Die Kapitalgeber sehen Deutschland als sicheren Hafen, davon profitieren die Unternehmen natürlich enorm. Wir gehen auch davon aus, dass es so bleiben wird. Allerdings muss man wegen der Risiken ein wachsames Auge darauf haben. Es kann irgendwann der Punkt kommen, an dem Deutschland als überfordert angesehen wird, was die Rettungsmaßnahmen anbelangt. Dann könnte sich die Situation wieder rasch ändern. ZVEI-Abt. Kommunikation und Marketing Nadine Novak Fon: Mail: Quelle: Angelika Bentin - Fotolia.com Die deutschen Importe sind seit der Rezession deutlich gewachsen, sogar deutlich über das Niveau, das wir davor hatten, so Abberger. 7

8 W I R T S C H A F T S P O L I T I K, KONJUNKTUR UND MÄRKTE ZVEI-Benchmarking Die deutsche Elektroindustrie im europäischen Vergleich Die als ZVEI-Benchmarking firmierende Veröffentlichungsreihe ist um einen Vergleich der deutschen mit der europäischen Elektroindustrie ergänzt worden. Die neue Broschüre ist in deutscher und englischer Sprache erstmals im Oktober dieses Jahres erschienen und vergleicht die Elektroindustrien Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens, Italiens und Spaniens anhand von zwölf Merkmalen wie z. B. Marktgröße, Exporte, Importe, Umsatz, Produktion, Beschäftigte, Produktivität, Wertschöpfung oder Investitionen miteinander. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick: Mit einem Volumen von Mrd. Euro ist der globale Markt für elektrotechnische und elektronische Erzeugnisse und Systeme der größte Produktmarkt weltweit. Der europäische Markt bringt es mit über 600 Mrd. Euro auf einen Anteil von 22 Prozent, gleichauf mit Amerika, aber deutlich hinter Asien (Anteil 52 Prozent). Der deutsche Elektromarkt ist der mit Abstand größte Einzelländermarkt innerhalb der Europäischen Union. Er hatte 2010 ein Volumen von 109 Mrd. Euro. Dies entspricht einem Anteil von rund einem Viertel am gesamten Marktvolumen aller 27 EU-Länder. Mit einem Rekordvolumen von 151 Mrd. Euro hat die heimische Elektroindustrie im Jahr 2010 mehr exportiert als die entsprechenden Branchen in Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien zusammen. Von allen fünf großen EU-Ländern hat Deutschland im Bereich der Elektroindustrie im letzten Jahr als einziges einen Exportüberschuss erzielt. Die deutsche Elektroindustrie hat im vergangenen Jahr Umsatzerlöse von 164 Mrd. Euro erzielt und hält damit einen Anteil von 30 Prozent am Gesamtumsatz in der EU (siehe auch Grafik 1). Den zweithöchsten Umsatz macht die französische Elektrobranche mit 66 Mrd. Euro. Auf den Plätzen drei bis fünf folgen Italien (44 Mrd. Euro), Großbritannien (38 Mrd. Euro) und Spanien (24 Mrd. Euro). Nachdem die Zahl der Beschäftigten in der hiesigen Elektroindustrie im Zuge der 2009er Finanz- und Wirtschaftkrise zwischenzeitlich bis auf 800 Tsd. gesunken war, sind derzeit mehr als 840 Tsd. Menschen in der Branche tätig das sind mehr als im Boomjahr 2008 und fast so viele wie in den Elektrobranchen in Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien zusammen (siehe auch Grafik 2). Verglichen mit diesen Ländern hat die deutsche Elektroindustrie in den letzten eineinhalb Jahrzehnten auch die größten Produktivitätsfortschritte erzielt. So ist die Produktivität in Deutschland um jahresdurchschnittlich sechs Prozent pro Jahr gestiegen. In Großbritannien und Frankreich lagen die Produktivitätszuwächse bei knapp viereinhalb bzw. vier Prozent. In den Elektroindustrien Italiens und Spaniens ist die Produktivität hingegen leicht zurückgegangen. Die Wertschöpfung der Elektroindustrie in der EU belief sich 2010 auf mehr als 210 Mrd. Euro. Mit 80 Mrd. Euro bzw. einem Anteil von 38 Prozent trägt die deutsche Elektroindustrie am meisten zur Wertschöpfung der Branche auf EU-Ebene bei. Die Elektroindustrien Großbritanniens und Italiens folgen mit Anteilen von jeweils elf Prozent gleichauf vor Frankreich mit einem Anteil von einem Zehntel. Grundlage für die vergleichsweise gute Position und Entwicklung der deutschen Elektroindustrie bilden unter anderem ihre jährlich getätigten Zukunftsaufwendungen von insgesamt fast 20 Mrd. Euro. Mit zwölf Mrd. Euro wenden die Unternehmen der deutschen Elektroindustrie mehr für Forschung und Entwicklung (F & E) auf als ihre Pendants in den anderen vier großen EU-Ländern zusammen (insgesamt 10,5 Mrd. Euro). Die neue Benchmarkingbroschüre liegt dieser Ausgabe der ZVEI-Mitteilungen bei. Zusätzlich kann die Broschüre in deutscher und englischer Fassung auf der Homepage des ZVEI unter marking/europaeischer_branchenvergleich/ heruntergeladen werden. ZVEI-Abt. Wirtschaftspolitik, Konjunktur und Märkte Jürgen Polzin Fon: Mail: Grafik 1: Umsätze in der Elektroindustrie Grafik 2: Beschäftigte in der Elektroindustrie* 8

9 W I R T S C H A F T S P O L I T I K, KONJUNKTUR UND MÄRKTE Schlaglicht: G20-Gipfel in Cannes Am Ende wird doch noch geliefert Das Treffen der Regierungen der 20 größten Industrie- und Schwellenländer (G20) im Badeort Cannes Anfang November dieses Jahres hatte sich Frankreichs Präsident und Gipfelchef Nicolas Sarkozy eigentlich ganz anders vorgestellt. Neue Ideen für eine neue Welt sollten her. Raum für entsprechende Initiativen gab es dann aber nicht. Vielmehr hat zunächst das Chaos rund um die Ankündigung eines Volksentscheids in Griechenland über das nur wenige Tage zuvor auf dem Euro-Gipfel in Brüssel beschlossene und mit harten Sparauflagen versehene nächste Hilfspaket für die Hellenen das Zusammenkommen überlagert. Denn am Ende des Tages wäre ein solches Referendum wohl nichts anderes gewesen als die Abstimmung der Griechen über ihren Verbleib oder Nicht-Verbleib in der Eurozone. Der G20-Gipfel hat dann aber doch noch Zählbares geliefert: Systemrelevante Banken also Banken, die zu groß sind, als dass man sie ungeordnet in eine Pleite gehen lassen könnte sollen künftig noch stärker beaufsichtigt werden, zusätzliches Eigen- und damit Haftungskapital vorhalten müssen und Pläne vorlegen, wie man sie im Konkursfall abwickeln kann, ohne die Finanzmärkte in Turbulenzen zu stürzen und ohne die Steuerzahler zur Kasse zu bitten. Unter den hier insgesamt 29 ausgemachten Kreditinstituten sind zwei aus Deutschland, die Deutsche Bank und die Commerzbank. Der Kampf gegen Spekulationsgeschäfte und Steueroasen soll ausgeweitet werden. Elf Finanzplätze werden dabei ins Visier genommen. Bei der Bewältigung der Euro-Schuldenkrise wird der Internationale Währungsfonds (IWF) Schützenhilfe leisten, und zwar sowohl mit Geld insbesondere mit kurzfristigen Liquiditätskrediten (für Länder mit grundsätzlich solider Finanzpolitik) zur Abwehr spekulativer Attacken als auch mit fachlicher Expertise. Schließlich hat Italien zugestimmt, dass neben Vertretern von EU-Kommission und Europäischer Zentralbank (EZB) auch solche des IWF die Fortschritte des Landes bei der Umsetzung der versprochenen Sparmaßnahmen (von rund 100 Mrd. Euro) mit überwachen. Keine Einigung gab es beim Thema Finanztransaktionssteuer, deren Einführung Herr Sarkozy so gerne hätte. Immerhin hatte hier auch kaum noch einer mit einem Durchbruch gerechnet. Die G20-Länder haben sich dafür eingesetzt, Italien aus der Schusslinie der Finanzmärkte zu nehmen. So soll verhindert werden, dass das Land, welches man inzwischen getrost als das eigentliche Schlachtfeld in der europäischen Schuldenkrise bezeichnen kann, weiter ungebremst auf den Abgrund zurast. Es sind im Wesentlichen zwei grundlegende Probleme, an denen Italien und die anderen Südländer so schwer zu tragen haben: Zum einen Zweifel an der Von G7 über G8 zu G20 Tragfähigkeit der Staatsschulden und zum anderen eine verschlechterte internationale preisliche Wettbewerbsfähigkeit. Beide Probleme sind nicht über Nacht gekommen, sondern haben sich über Jahre hinweg manifestiert. Entsprechend wird es auch Jahre brauchen, um sie wieder in den Griff zu bekommen. Europäische Institutionen wie die EFSF (der Krisenfonds der Euroländer zugunsten klammer Mitgliedsstaaten) oder die EZB helfen den wankenden Ländern, Zeit zu erkaufen Zeit, die ihnen die Kapitalmärkte nicht mehr geben. Die geborgte Zeit ist nicht zum Nichtstun gedacht! Im Gegenteil: Sie muss konsequent genutzt werden, um mit tiefgreifenden Reformen verloren gegangene Glaubwürdigkeit und Vertrauen zurück zu gewinnen. EFSF und EZB können allenfalls helfen, die Flammen vorübergehend unter Kontrolle zu halten. Das Feuer bzw. den Brandherd austreten, das müssen die Regierungen schon selbst tun. Wirtschaftspolitik, Konjunktur und Märkte Dr. Andreas Gontermann Fon: Mail: 9

10 W I R T S C H A F T S P O L I T I K, KONJUNKTUR UND MÄRKTE Elektro-Konjunktur im Überblick Auftragseingänge Umsatz (164 Mrd ) Produktion (preisbereinigt) Exporte (151 Mrd. 6 (inkl. Re-Exporte) 2010) Geschäftsklima bis November 2011 Kapazitätsauslastung und Auftragsbestand ZVEI-Elektro-Euro Preise Quellen: Destatis, Ifo, Bundesbank und ZVEI-eigene Berechnungen Hinweis: Die Schaubilder finden Sie auch auf der Homepage des ZVEI unter der Rubrik Wirtschaft & Recht/ Märkte Konjunktur und Markt Elektro-Konjunktur im Überblick. ZVEI-Abt. Wirtschaftspolitik, Konjunktur und Märkte Jürgen Polzin Fon: Mail: 10

11 M E S S E N M E S S E N Auslandsmesseprogramm 2012 Offizielle Beteiligungen der Bundesrepublik Deutschland Auf Initiative des ZVEI und anderer Wirtschaftsverbände organisiert das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) in Zusammenarbeit mit dem Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (AUMA) die folgenden vier aktuell anstehenden offiziellen deutschen Beteiligungen: Africa Health 2012 Internationale Ausstellung und Kongress für Gesundheit vom 9. bis 11. Mai 2012 in Johannesburg Die führende südafrikanische Fachmesse stellt eine bedeutende Erweiterung des Messeangebots für den afrikanischen Kontinent dar und adressiert ein regional anderes Publikum als beispielsweise die jährliche Arab Health in Dubai. Die Veranstaltung ist erstmals Bestandteil des Auslandsmesseprogramms, jedoch gab es im Vorjahr bereits eine bayrische Beteiligung mit positiver Resonanz zum Messeverlauf. Selbstverständlich wird das bewährte Branchenkonzept medtec made in Germany Messedaten im Überblick: Firmengemeinschaftsausstellung mit Informationszentrum Africa Health bis 11. Mai 2012 im Johannesburg Expo Centre, Nasrec, Südafrika Angebotsschwerpunkte: u. a. Medizintechnik, Röntgengeräte für medizinische Zwecke, Laboreinrichtungen, -technik und -instrumente, Datenbanken, -erfassungsgeräte und -schutz, Chirurgischer Bedarf, Therapeutika, Krankenhausmanagement und Ausbildung. Beteiligungsvarianten für Unternehmen: Firmengemeinschaftsausstellung (eigener Stand) /m 2 Hallenfläche mit Standbau 9 m 2 bis 100 m /m 2 Hallenfläche ohne Standbau 50 m 2 bis 100 m 2 Informationszentrum (2 m 2 : Katalogausstellung/Kleinexponate) /Teilnehmer Gebühren für obligatorische Haftpflichtversicherung: / Ausstellerfirma Anmeldeschluss: 9. Januar 2012 Kontakt offizielle Durchführungsgesellschaft: Messe Düsseldorf, Messeplatz, Düsseldorf Projektleiter: Udo Wiemann Fon: , Fax: Mail: Quelle: Messe Düsseldorf für den Standbau und die Markenbildung zum Einsatz kommen. Die deutsche Präsenz umfasst auf Messen dieser Größenklasse häufig einen Stand von 15 bis 20 deutschen Ausstellern und bildet damit vermutlich einen dominierenden Teil der Messe. Eine Beteiligung außerhalb des einheitlichen Standkonzepts ist ab einer Mindestgröße von 50 qm ebenfalls möglich. Insgesamt werden rund 400 Aussteller aus über 30 Ländern erwartet. Als wichtigste Messe zur Markterkundung und zur Kundenwerbung in Südafrika und den angrenzenden nördlichen Regionen (Botswana, Simbabwe) konnte die Africa Health schon kurz nach ihrer Gründung spürbare Strahlkraft entwickeln. Ein begleitender Fachkongress mit Fortbildungsnachweisen wertete die Veranstaltung bereits im 11

12 M E S S E N vergangenen Jahr auf und erhöhte die Effektivität der Kontakte an den Messeständen. Für den Einstieg in den erweiterten Markt im Süden Afrikas empfiehlt der ZVEI eine Teilnahme als aussichtsreiche Gelegenheit. ZVEI-FV Elektromedizinische Technik Andreas Bätzel Fon: Mail: ZVEI-Abt. Außenwirtschaftspolitik, Absatzförderung, Messen Angela Strehle Fon: Mail: elcomukraine 2012 Internationale Fachausstellung für konventionelle und erneuerbare Energie- und Elektrotechnik, Haus- und Gebäude-Automatisierung vom 17. bis 20. April 2012 in Kiew Der Energiebedarf der Ukraine wird sich bis 2030 verdoppeln. 70 Prozent des aktuellen Energiebedarfs werden importiert. Der Einsatz moderner Technologien und Lösungen aus den Bereichen Energieeffizienz und erneuerbarer Energien weist auf ein enormes Einsparpotenzial. Die Einführung des grünen Tarifs durch die ukrainische Regierung im Jahr 2009 hat zu einer deutlichen Belebung im Bereich erneuerbare Energien geführt. Strom aus erneuerbaren Energien kann jetzt zum doppelten Großhandelsstrompreis aus konventionellen Quellen verkauft werden. Die 16. elcomukraine 2012 steht daher für den Energiemix der Zukunft ganz im Zeichen von Energieeffizienz, erneuerbaren Energien und intelligenten Lösungen. Der heidelberger Messeveranstalter fairtrade organisiert zusammen mit seinem ukrainischen Partner Euroindex diese internationale Fachmesse in Kiew. Quelle: fairtrade Heidelberg Veranstaltung 15 Jahre elcomukraine Die wachsende Bevölkerung, ein ehrgeiziges Wohnungs- und Infrastrukturprogramm, Metro- und Bahnprojekte, die zunehmende Industrialisierung all dies sind gute Nachrichten für deutsche Exporteure von Elektround Energietechnik. Die erneute offizielle deutsche Firmengemeinschaftsbeteiligung unterstreicht die anhaltend hohe Bedeutung der deutsch-ukrainischen Handelsbeziehungen. Messedaten im Überblick: Firmengemeinschaftsausstellung mit Informationszentrum elcomukraine bis 20. April 2012 im KievExpoPlaza exhibition center Angebotsschwerpunkte: Elektrotechnik, Elektro-Installationstechnik, Beleuchtungstechnik, Lampen, Elektronik, Messgeräte, Prüftechnik, Generatoren, Energietechnik, Energieversorgung, Gebäude-Automation. Parallelveranstaltungen: EIA Electronics and Industrial Automation TechnoDrive (former Pumps.Compressors.Fittings.Heat-and-Power Engineering) Beteiligungsvarianten für Unternehmen mit Teilnahme bis einschließlich zum 4. Mal: Firmengemeinschaftsausstellung (eigener Stand) /m 2 Hallenfläche mit Standbau 9 m 2 bis 100 m /m 2 Hallenfläche ohne Standbau 50 m 2 bis 100 m 2 Informationszentrum (2 m 2 : Katalogausstellung/Kleinexponate) /Teilnehmer zum 5. Mal oder öfter: Firmengemeinschaftsausstellung (eigener Stand) /m 2 Hallenfläche mit Standbau 9 m 2 bis 100 m /m 2 Hallenfläche ohne Standbau 50 m 2 bis 100 m 2 Informationszentrum (2 m 2 : Katalogausstellung/Kleinexponate) /Teilnehmer Registrierungsgebühr: / Ausstellerfirma Anmeldeschluss: 13. Januar 2012 Kontakt offizielle Durchführungsgesellschaft: expotec gmbh, Markgrafenstraße 12 14, Berlin Projektleiter: Frank Hoffmann Fon: , Fax: ZVEI-Abt. Außenwirtschaftspolitik, Absatzförderung, Messen Angela Strehle Fon: Mail: 12

13 M E S S E N KIHE 2012 Internationale Medizin- und Dentalmesse vom 16. bis 18. Mai 2012 im Almaty Die Kazakhstan International Healthcare Exhibition (KIHE) wird 2012 bereits zum 19. Mal durchgeführt und hat sich als wichtigste Messe in Zentralasien etabliert. Im kommenden Jahr wird es bereits zum vierten Mal in Folge einen deutschen Gemeinschaftsstand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) und des Ausstellungs- und Messeausschusses der Deutschen Wirtschaft e. V. (AUMA) geben. In den letzten Jahren umfasste der Gemeinschaftsstand regelmäßig mehr als 15 deutsche Aussteller. Auch, wenn Astana Hauptstadt und politisches Zentrum ist, findet die KIHE seit 1993 in Almaty statt, das als wirtschaftliches und kulturelles Zentrum Kasachstans gilt besuchten mehr als 150 Aussteller und Fachbesucher die Messe. Das Prädikat Made in Germany genießt in der Region einen hervorragenden Ruf, Importe aus Deutschland liegen hinter den russischen auf Platz 2. Zusammen mit dem noch großen Modernisierungsbedarf im kasachischen Gesundheitssystem und einer fehlen- Quelle: IEC Berlin Eingangsbereich Atakent Exhibition Center Messedaten im Überblick: Firmengemeinschaftsausstellung mit Informationszentrum KIHE bis 18. Mai 2012 im Atakent Exhibition Center, Almaty Angebotsschwerpunkte: u. a. Medizintechnik, Krankenhausausrüstung und -bedarf, Dentalmedizin, Optische Instrumente. Beteiligungsvarianten für Unternehmen mit Teilnahme bis einschließlich zum 4. Mal: Firmengemeinschaftsausstellung (eigener Stand) /m 2 Hallenfläche mit Standbau 9 m 2 bis 100 m /m 2 Hallenfläche ohne Standbau 50 m 2 bis 100 m 2 Informationszentrum (2 m 2 : Katalogausstellung/Kleinexponate) /Teilnehmer zum 5. Mal oder öfter: Firmengemeinschaftsausstellung (eigener Stand) /m 2 Hallenfläche mit Standbau 9 m 2 bis 100 m /m 2 Hallenfläche ohne Standbau 50 m 2 bis 100 m 2 Informationszentrum (2 m 2 : Katalogausstellung/Kleinexponate) /Teilnehmer Registrierungsgebühr: / Ausstellerfirma Anmeldeschluss: 7. Februar 2012 Kontakt offizielle Durchführungsgesellschaft: IEC Berlin Inter Expo Consult GmbH, Torstraße 124, Berlin Projektleiter: Peter Seckel Fon: , Fax: den einheimischen Medizintechnikindustrie ergibt sich ein interessanter Markt mit deutlichen Wachstumschancen für deutsche Hersteller. Die KIHE bietet eine gute Möglichkeit, das Land, die Menschen und die Eigenheiten des kasachischen Gesundheitssystems besser kennenzulernen und so den Markteinstieg zu beschleunigen. ZVEI-FV Elektromedizinische Technik Nils Daldrup Fon: Mail: ZVEI-Abt. Außenwirtschaftspolitik, Absatzförderung, Messen Angela Strehle Fon: Mail: 13

14 M E S S E N Brasilien bleibt mit seinen fast 190 Millionen Einwohnern auf einem stabilen Wachstumspfad und investiert seit Jahren konsequent in sein Gesundheitssystem. Sao Paulo ist für Südamerika der mit Abstand wichtigste Messestandort für das Thema Gesundheit. HOSPITALAR 2012 Internationale Messe für Krankenhausausrüstung und -bedarf vom 22. bis 25. Mai 2012 in Sao Paulo Seit 2006, in dem weltweit erstmals das Branchenkonzept medtec made in Germany für den Standbau und zur Markenbildung zum Einsatz kam, wird bei der HOSPITALAR ununterbrochen ein German Pavilion organsiert. Die deutsche Präsenz umfasst regelmäßig eine Gruppe von 20 Ausstellern und prägt damit das Bild der Messe. Quelle: Messe Düsseldorf Eingangsbereich Expo Center Norte Messedaten im Überblick: Firmengemeinschaftsausstellung mit Informationszentrum HOSPITALAR bis 25. Mai 2012 im Brasilien Expo Center Norte, Sao Paulo Angebotsschwerpunkte: u. a. Medizintechnik, Medizinische Geräte, Krankenhauseinrichtungen, -ausrüstung und -bedarf, Laboreinrichtungen und -technik, Praxiseinrichtungen und -bedarf, Krankenwagen, Großküchenausrüstung. Parallelveranstaltungen: HospFarma Reabilitacao OdontoBrasil Diagnóstica Beteiligungsvarianten für Unternehmen mit Teilnahme bis einschließlich zum 4. Mal: Firmengemeinschaftsausstellung (eigener Stand) /m 2 Hallenfläche mit Standbau 9 m 2 bis 100 m 2 Informationszentrum (2 m 2 : Katalogausstellung/Kleinexponate) /Teilnehmer zum 5. Mal oder öfter: Firmengemeinschaftsausstellung (eigener Stand) /m 2 Hallenfläche mit Standbau 9 m 2 bis 100 m 2 Informationszentrum (2 m 2 : Katalogausstellung/Kleinexponate) /Teilnehmer Anmeldeschluss: 9. Februar 2012 Als Gesamtmesse für Medizintechnik, Pharmazeutika und Verbrauchsartikel in der Gesundheitsversorgung nimmt die HOSPITA- LAR eine herausragende Stellung für ausländische Anbieter in Brasilien ein. Sie gehört nach der MEDICA und der Arab Health zu den international bedeutendsten Veranstaltungen im Bereich der Gesundheitswirtschaft und zählte 2011 ca Besucher aus 63 Ländern. Die traditionell guten Handelsbeziehungen zwischen Brasilien und Deutschland bieten eine wertvolle Grundlage, um auch im Gesundheitsbereich den Warenaustausch beider Staaten zu forcieren. Somit ist auch die Organisation des German Pavilion im kommenden Jahr eine logische Konsequenz für die nachhaltige Entwicklung der Geschäftsbeziehungen nach Brasilien, aber auch in den weitläufigen südamerikanischen und somit eher spanischsprachigen Raum. ZVEI-FV Elektromedizinische Technik Andreas Bätzel Fon: Mail: ZVEI-Abt. Außenwirtschaftspolitik, Absatzförderung, Messen Angela Strehle Fon: Mail: Kontakt offizielle Durchführungsgesellschaft: Messe Düsseldorf GmbH, Messeplatz, Düsseldorf Projektleiter: Stephan Küppers Fon: , Fax:

15 M E S S E N AUMA veröffentlicht: Auslandsmesseprogramm 2012 Offizielle Beteiligungen der Bundesrepublik Deutschland Termine und Kontaktdaten für die Auslandsmessebeteiligungen des Bundes enthält die Broschüre Auslandsmesseprogramm der Bundesrepublik Deutschland und der Bundesländer Der AUMA ist Mitveranstalter der Gemeinschaftsbeteiligungen, auf denen sich deutsche Unternehmen zu günstigen Konditionen präsentieren können. Ergänzende Informationen sind unter auma.de/auslandsmesseprogramme verfügbar. Die Broschüre ist kostenlos erhältlich beim AUMA, Littenstraße 9, Berlin, Tel.: , Fax: , Die pdf-datei kann im Downloadbereich unter heruntergeladen werden. Deutsche Veranstalter planen 275 Auslandsmessen in 37 Ländern Einen Überblick zu diesen Veranstaltungen bietet die Broschüre German Trade Fair Quality Abroad 2012, die sich an exportorientierte Unternehmen in Deutschland und im Ausland richtet. Detaillierte Informationen sind unter auma.de/auslandsmesseprogramme und gtq.de verfügbar. Der Kalender ist kostenlos erhältlich beim AUMA, Littenstraße 9, Berlin, Tel.: , Fax: , Die pdf-datei kann im Downloadbereich unter heruntergeladen werden. Messen Made in Germany 2012/ 2013 erschienen Kalender für den Einsatz im Ausland Termine und Statistiken zu über 200 internationalen und überregionalen deutschen Messen in den nächsten beiden Jahren enthält die Broschüre Messen Made in Germany 2012/ 2013 in den Sprachen deutsch, englisch, spanisch und französisch. Die Broschüre liegt auf den Informationsständen des Auslandsmesseprogramms der Bundesregierung aus. Weitere Sprachversionen werden überwiegend in Kooperation mit den Auslandshandelskammern in den jeweiligen Ländern erstellt, darunter arabisch, chinesisch, griechisch, koreanisch, russisch, persisch und portugiesisch. Die japanische Version gibt es weiterhin ausschließlich als Onlinedatenbank unter Detaillierte Informationen zur Nutzung der AUMA-Messedatenbank im Internet unter Der Kalender ist kostenlos erhältlich beim AUMA, Littenstraße 9, Berlin, ZVEI-Abt. Außenwirtschaftspolitik, Absatzförderung, Messen Angela Strehle Fon: Mail: 15

16 B E T R I E B S W I R T S C H A F T B E T R I E B S W I R T S C H A F T Energieeffizienz Potenziale heben und finanzieren Der ZVEI hat zusammen mit dem Bundesverband deutscher Banken (BdB) die Studie Energieeffizienz Potenziale heben und finanzieren erarbeitet. Die gemeinsame Publikation stellt heraus, dass Energieeffizienz der Schlüssel für das Energiesystem der Zukunft ist, präsentiert das Software-Tool Lifecycle Cost Evaluation des ZVEI und beschreibt private Finanzierungsinstrumente sowie öffentliche Finanzierungsprogramme für Investitionen in Energieeffizienz. Energieeffizienz als Schlüssel für das Energiesystem der Zukunft Die heutige Energieversorgung in Deutschland soll grundlegend umgebaut werden weg von endlichen Ressourcen und zentralen Strukturen, hin zu Erneuerbaren Energien und intelligenten, effizienteren sowie dezentraleren Strukturen. Die Energieeffizienz ist hierbei nicht einfach nur eine der tragenden Säulen dieses zukünftigen Gebildes. Ihr kommt, vor allem aufgrund ihrer unmittelbaren Wechselwirkung mit europäischen sowie nationalen Energie- und Klimazielen, vielmehr eine wesentliche Schlüsselfunktion zu. Software-Tool Lifecycle Cost Evaluation des ZVEI Energieeffiziente Produkte und Systeme sind auf den ersten Blick oft teurer als traditionelle Modernisierungsmaßnahmen. Über den gesamten Lebenszyklus einer Produktionsanlage zahlen sich Maßnahmen zur Energieeffizienzsteigerung und zur Senkung der Lebenszykluskosten einer Anlage aber meistens aus. Und das nicht nur für die Umwelt, sondern auch für den Geldbeutel des Unternehmens. Um dies besser überprüfen oder dem Kunden einfach(er) darstellen zu können, hat der ZVEI mit der Unterstützung von Mitgliedsfirmen ein Software-Tool zur Berechnung von Lebenszykluskosten bzw. zum Vergleich von unterschiedlich energieeffizienten Investitionen entwickelt. Dieses Software-Tool kann auf der ZVEI- Homepage kostenlos heruntergeladen werden. Zudem wird das Tool auf YouTube (http://www.youtube.com/watch?v=uyjf5cdi Rmw) in einem kurzen Video erklärt. Private Finanzierungsinstrumente Das bedeutendste Fremdfinanzierungsinstrument für den Erwerb energieeffizienter Technologien durch kleine und mittlere Unternehmen ist der Investitionskredit. Jeder Kredit wird von der Bank sorgfältig geprüft, da unerwartete Kreditausfälle die Bank selbst in Schwierigkeiten bringen können. Beim Investitionskredit kommt es besonders darauf an, in Abhängigkeit vom konkreten Investitionsobjekt die richtige Laufzeit und Tilgungsform zu finden. Die Vereinbarung des Kreditzinses sowie die Bestellung von Sicherheiten sind weitere wichtige Entscheidungen. Als Alternative zum Kauf energieeffizienter Technologien ermöglicht das Leasing deren Nutzung für einen bestimmten Zeitraum gegen ein zu Beginn festgelegtes Entgelt. Im Unterschied zum Kredit wird der Leasingnehmer jedoch nicht Eigentümer des Leasingobjektes. Leasing ermöglicht Investitionen ohne den Einsatz von Eigenkapital. Die Leasingraten lassen sich aus den erwirtschafteten Erträgen des Investitionsobjekts bestreiten. Dadurch schont Leasing die Liquidität und lässt bestehende Kreditlinien unberührt. Diesen Vorteil lässt sich der Leasinggeber entsprechend vergüten. Öffentliche Finanzierungsprogramme Für die Finanzierung von Energieeffizienzmaßnahmen sowie deren Nutzung stehen verschiedene Förderprogramme des Bundes und der Länder zur Verfügung. Öffentliche Förderprogramme im Umweltbereich sind ein wichtiger Bestandteil eines ganzheitlichen Finanzierungskonzeptes. Um ihre volle Wirkung zu entfalten, müssen die Programme, trotz der notwendigen anspruchsvollen Fördervoraussetzungen, für die Kunden verständlich und für die Banken einfach zu bearbeiten sein. Die komplette Studie steht auf der Homepage des ZVEI (www.zvei.org) zum Download bereit. ZVEI-Abt. Wirtschaftspolitik, Konjunktur und Märkte Achim Seitz Fon: Mail: R E C H T ZVEI-Workshop: Schutz geistigen Eigentums in China Sehr schnell gefüllt hatte sich die Teilnehmerliste des kurzfristig angesetzten Workshops Schutz geistigen Eigentums in China, der am 9. November 2011 im Hause des ZVEI in Zusammenarbeit mit dem China IPR SME Helpdesk der EU-Kommission und EuropElectro (China-Initiative des ZVEI) in Frankfurt stattfand. Denn wie Dr. Sabine Stricker-Kellerer, Rechtsanwältin und Senior China Counsel der Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer in München sowie Mitglied des Außenwirtschaftsbeirates beim 16

17 R E C H T Bundesminister für Wirtschaft und Technologie betonte, geht Produktpiraterie in China weit über das Kopieren von Produkten hinaus. Den Mythos, dass das Kopieren in China zur guten alten Tradition und zum Kulturgut gehört, widerlegte sie mit der Tatsache, dass schon im 19. Jahrhundert Marken in China geschützt wurden. Zudem zeigt die Entwicklung der letzten fünf Jahre, dass sich chinesische Unternehmen mit gewerblichem Rechtschutz auskennen. Ein weiteres Problem ist der erzwungene Technologietransfer, gegen den sich deutsche Unternehmen wehren, denn es gibt immer noch Branchen, in denen ein Joint-Venture als Voraussetzung für den Marktzugang vorgeschrieben wird. Mark Holtorf, Rechtsanwalt und Partner bei Clifford Chance in Düsseldorf erläuterte als Experte des China IPR SME Helpdesk die Details, die es im Hinblick auf Marken und Geschmacksmuster zu beachten gilt. Das China IPR SME Helpdesk ist das zweite Gemeinschaftsprojekt der chinesischen Regierung und der Europäischen Kommission. Das Help Desk ist bestrebt, Unternehmen beim Schutz ihrer Rechte an geistigem Eigentum auf dem chinesischen Markt zu unterstützen. Hierzu stehen Experten in einem Büro in Peking als erste Anlaufstelle kostenfrei zur Verfügung. Die Website bietet dazu unterschiedliche Materialien in verschiedenen Sprachen an. Quelle: ZVEI Dr. Sabine Strickler-Keller-Kellerer, RA und Senior China Counsul der Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer und Mitglied des Außenwirtschaftsbeirates beim BMWi. Quelle: ZVEI Mark Holtorf, Rechtsanwalt und Partner bei Clifford Chance, Experte des China IPR SME Helpdesk. Holtorf erläuterte die Grundzüge des chinesischen Markenrechts, das sich weitgehend in Einklang mit internationalen Standards befindet. Marken können derzeit als Wort-, Bild- und dreidimensionale Marke (Form) angemeldet werden. China reformiert derzeit das Markenrecht, so dass bald auch eine Anmeldung von Farb- und Hörmarken (z. B. Titelmusik) möglich sein wird. Da bei der Auswahl der Marken für den chinesischen Markt Wort- und Begriffswahl sowie die verschiedenen chinesischen Dialekte eine große Rolle spielen, wird empfohlen, einen Marketing- oder Linguistikexperten aus China zu Rate zu ziehen und auf die Transkription westlicher Marken großes Augenmerk zu richten. Des Weiteren gilt es bei der Anmeldung der Marken das Einteilungssystem der Produktklassen zu beachten, da China über ein einzigartiges Subklassensystem verfügt. Dies bedeutet, dass der Inhaber der Marke in China grundsätzlich nur Schutz für konkret angemeldete Produkte und Dienstleistungen der jeweiligen Subklasse und nicht für die gesamte Waren- und Dienstleistungsklasse genießt. Für die Anmeldung der Marken sollte zudem ausreichend Zeit eingeplant werden. China hat jedoch bereits angekündigt, den derzeitigen Bearbeitungszeitraum ab 2012 von 16 auf zehn Monate zu reduzieren. Eine Überwachung der Marken durch spezielle Dienstleister ist ebenfalls angebracht. Denn nur wenn sofort direkter Widerspruch beim Markenamt gegen neu angemeldete Marken eingelegt wird, kann Schaden abgewandt werden. Holtorf erläuterte anhand von vielen Beispielen namhafter Firmen leicht vermeidbare Fehler. In Bezug auf die Rechtsdurchsetzung gibt es mittlerweile gerichtliche Spezialkammern in China, die sich mit dem Markenrecht beschäftigen. Wichtig ist hier die Auswahl des Gerichtes und es bietet sich an, Botschaften, Konsulate oder auch Auslandshandelskammern um Mithilfe zu bitten. Ein weiterer Weg ist das Verwaltungsverfahren, welches ein schnelleres und kostengünstigeres Vorgehen verspricht, um Schutzrechtsverletzung abzustellen; allerdings kann im Verwaltungsverfahren kein Schadensersatz zugesprochen werden. Strafverfahren sollten erst zum Zuge kommen, wenn die Schwellenwerte überschritten wurden. Jiangcheng Zeng, Patentanwalt und Partner des EU-Büros von Tee & Howe in Hannover sowie Experte des China IPR SME Helpdesk ergänzte, dass das Einschalten der Zollbehörden ein weiteres hilfreiches Mittel zur Rechtsdurchsetzung darstellt. Des Weiteren gab Zeng einen genauen Überblick über die Zeithorizonte zur Erteilung von Patenten, Marken, Gebrauchs- und Geschmacksmustern sowie über den Aufbau des chinesischen Gerichtssystems und der relevanten Gesetze und Regelungen. Wichtige Änderungen des neuen chinesischen Patentgesetzes wurden ebenfalls von ihm erläutert. Quelle: ZVEI Jiancheng Zeng, Patentanwalt und Partner bei Tee & Howe, Experte des China IPR SME Helpdesk. Zeng wies darauf hin, dass es mittlerweile viele gerichtliche Spezialkammern in China gebe, die sich mit Schutzrechtsverletzungen beschäftigen. Wichtig sei hier die Auswahl des Gerichtes und es biete sich an, 17

18 E U R O PA A K T U E LL Z V E I I N B R Ü S S E L Botschaften, Konsulate oder auch Auslandshandelskammern um Mithilfe zu bitten. Ein weiterer Weg ist das Verwaltungsverfahren, welches ein schnelleres und kostengünstigeres Vorgehen verspricht, um Schutzrechtsverletzung abzustellen. Allerdings kann im Verwaltungsverfahren kein Schadensersatz zugesprochen werden, weshalb es sich anbieten kann, Gerichts- und Verwaltungsverfahren parallel einzuleiten. Strafverfahren sollten erst zum Zuge kommen, wenn die Schwellenwerte überschritten wurden. Zwischen den beiden Vorträgen der Experten des China IPR SME Helpdesk fand nach einer Einleitung durch Dr. Christian Hahn, Schutzrechtsexperte von Endress + Hauser, ein reger Erfahrungsaustausch der Workshop-Teilnehmer mit vielen wertvollen Beiträgen statt. In ihren Schlussbemerkungen machte Dr. Stricker-Kellerer erneut deutlich, dass der chinesische Markt zwar besondere Problemstellungen hinsichtlich des Schutzes geistigen Eigentums aufweist, dass den Unternehmen für die meisten Probleme aber Lösungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Diese gilt es zu nutzen. Dabei sollten Fragen des Schutzes geistigen Eigentums im Allgemeinen sowie des Know-how-Schutzes und von Schutzrechtslizenzierungen bereits ganz zu Beginn von Vertragsverhandlungen mit chinesischen Partnern oder von Entwicklungen von Strategien für den chinesischen Markt großes Gewicht eingeräumt werden. Im Nachgang der Veranstaltung nahmen zehn Unternehmen das Angebot zu individuellen und kostenlosen Gesprächen mit den Helpdesk-Experten wahr. Die Veranstaltung wurde in Zusammenarbeit der ZVEI-Abteilung Recht und öffentliche Aufträge mit der ZVEI-Abteilung Technisches Recht und Standardisierung sowie der ZVEI-Abteilung Außenwirtschaftspolitik, Absatzförderung, Messen organisiert. Quelle: ZVEI ZVEI-Abt. Recht und öffentliche Aufträge RA Till Barleben Fon: Mail: ZVEI-Abt. Technisches Recht und Standardisierung Silke Sichter Fon: Mail: ZVEI-Abt. Außenwirtschaftspolitik, Absatzförderung, Messen Johannes Kirsch Fon: Mail: E U R O P A A K T U E L L Z V E I I N B R Ü S S E L Orgalime e-vehicles showcase event Integrating e-vehicles into modern infrastructures ZVEI und Orgalime stellen Elektromobilitätstechnologien in Brüssel vor Am 22. November 2011 fand das e-vehicles event von Orgalime in Brüssel statt. ABB, Bosch, EATON, Gimélec, Hager, Harting, Ingeteam, Mennekes, Ormazabal, Phoenix Contact, Schneider Electric, Sercobe, Walther-Werke und der ZVEI stellten an ihren Ausstellungsständen Technologien zur Elektromobilität vor. Ob Steckervorrichtungen, Ladesäulen oder ein elektrisch-betriebenes Fahrrad, die Stände konnten sich über reges Interesse und Andrang freuen. Die Veranstaltung richtete sich besonders an Vertreter aus der EU- Politik und so konnten über 160 Besucher an dem Tag begrüßt werden. Die vier deutschen Steckerhersteller- Unternehmen stellten den Typ-2 Stecker vor und zeigten auf, welche technischen Infrastrukturmöglichkeiten es in Deutschland bereits gibt. Am ZVEI-Stand stellte sich der Verband mit seinen Aktivitäten zur Elektromobilität vor. Die Stände der Veranstaltung ergänzten das Rahmenprogramm der Veranstaltung, das ebenso zahlreich angenommen wurde. Nach einer Einleitung von Orgalime-Präsident Richard Dick, sprach der Europaabgeordnete und Vorsitzende der STOA-Gruppe 18

19 E U R O PA A K T U E LL Z V E I I N B R Ü S S E L im Europäischen Parlament, Paul Rübig, über die Elektromobilität aus Parlamentssicht. Besonders hob der Europaabgeordnete die Rolle der Normung bei der Elektromobilität hervor. Auch Sicherheitsaspekte müssten bei der Umsetzung der Elektromobilität beachtet werden. Richard Dick, Präsident Orgalime Quelle: deribaucourt.com by courtesy of Orgalime Heinz Zourek, Generaldirektor der Generaldirektion Unternehmen in der Europäischen Kommission verwies auch auf die Verantwortung der Industrie, die Errichtung von Infrastrukturen voranzutreiben. Die entsprechenden Normungsmaßnahmen müssten von der Industrie kommen und angetrieben Paul Rübig, Mitglied des Europäischen Parlaments Quelle: deribaucourt.com by courtesy of Orgalime Heinz Zourek, Europäische Kommission Quelle: deribaucourt.com by courtesy of Orgalime werden, unterstrich er. Falls dies nicht der Fall sei, müsste über entsprechende Regulierungen gesprochen werden. Die Frage nach der Regulierung von Infrastrukturen blieb auch in zwei Panels mit Vertretern aus der Europäischen Industrie am Morgen und am Nachmittag ein Thema. Um Elektromobilität greifbarer zu machen, wurden Beispiele von der Nutzung von Infrastruktur-Projekten in Sevilla und Paris vorgestellt. Am Nachmittag folgten Beispiele aus Deutschland, Singapur und London. Professor Dr. Gernot Spiegelberg von Siemens stellte die Umsetzung der Idee der Elektromobilität auf den Prüfstand und betonte die Wichtigkeit der Errichtung eines Smart Grids. Um ein Smart Grid zu schaffen, seien vor allen Dingen mehr finanzielle Maßnahmen notwendig. Diese könnten jedoch nicht allein von der Industrie geschaffen werden. Zwar sollte der Markt bei der Errichtung von Infrastrukturen sich selbst überlassen sein, aber er verwies auch auf die Notwendigkeit der Unterstützung von Forschungs- und Fördergeldern. Quelle: deribaucourt.com by courtesy of Orgalime Quelle: deribaucourt.com by courtesy of Orgalime Steckerausstellung am Stand der deutschen Steckerhersteller Professor Dr. Gernot Spiegelberg, Siemens Thomas Weber von Bosch wies auf verschiedene Technologien für umweltfreundliche Autos hin, auch Hybridautos seien heute schon weit verbreitet. Mit einer weiteren Botschaft gingen die Besucher aus dem letzten Panel von der Veranstaltung: Um die Infrastrukturen in der Elektromobilität voranzutreiben, müssen mehr Elektroautos gekauft werden. Es geht nicht nur um das Auto oder die Technologien zur Elektromobilität, über die die Industrie verfügt, vielmehr muss der gesamte Markt für Elektromobilität 19

20 U M W E LT Quelle: ZVEI Quelle: deribaucourt.com by courtesy of Orgalime Das ZVEI-Team vor Ort: Hans-Martin Fischer, Christine Elfers, Dr. Oliver Blank. ZVEI-Stand zur Elektromobilität gesehen werden und die dafür benötigten Infrastrukturen nach und nach geschaffen werden. Hans Streng von ABB bekräftigte, dass es keinen Anfang für die Nutzung des Elektroautos gibt. Die Technologien sind bereits da. Das Bewusstsein für die Nutzung von Elektromobilität muss jedoch mehr und mehr geschaffen werden. Die Veranstaltung rundete schließlich Richard Dick ab, indem er in seinem Schlußwort den Willen und die Bereitschaft von Orgalime bekräftigte, die Umsetzung der Elektromobilität in Europa weiter voranzubringen. Die Rede von Orgalime-Präsident Richard Dick kann unter folgendem Link als Video gesehen werden: ZVEI European Office Christine Elfers Fon: Mail: U M W E L T Neuaufstellung der ZVEI-Stoffpolitik Im ZVEI-Arbeitskreis Stoffpolitik (AK-SP) werden zukünftig alle stoffspezifischen Themen innerhalb des ZVEI gebündelt. Als Vorsitzender des Arbeitskreises wurde Andreas Quett (Bosch) gewählt. Zur Seite stehen ihm als Stellvertreter Dr. Axel Brenner (Siemens) und Dr. Gerd Schulz (EPCOS). Am 13. Oktober 2011 fand in Frankfurt am Main die konstituierende Sitzung statt. Die Ansprüche des Marktes, die gesetzgeberischen Aktivitäten (u. a. REACH, RoHS und China-RoHS) und die Diskussionen zu Inhaltsstoffen in Elektroprodukten bedürfen mehr denn je einer konzertierten fachlichen Auseinandersetzung und Fokussierung auf die für die Elektrotechnik- und Elektronikindustrie wichtigen Aspekte der Stoffpolitik. Nicht zuletzt ist auch aufgrund der technologischen Breite der Industrie und dem Einsatz der Produkte bei einer Vielzahl unterschiedlicher Abnehmerbranchen für die sachgerechte Bearbeitung die Einbeziehung komplexer Lieferketten notwendig. Quelle: Robert Bosch GmbH Andreas Quett (Robert Bosch GmbH), Vorsitzender des Arbeitskreises Stoffpolitik Die Betrachtung der Stoffthemen innerhalb des ZVEI fand bisher in den dem Arbeitskreis Produktbezogener Umweltschutz (AK-PU) angeschlossenen Gremien Ad-hoc-Gruppe REACH Stoffpolitik und Ad-hoc-Gruppe RoHS Stoffverbote statt. Die zukünftige Expertise des ZVEI in diesen Bereichen wird nun durch Bündelung dieser Arbeitsgruppen in den AK-SP sichergestellt. Er arbeitet gleichberechtigt neben dem Arbeitskreis Umweltschutz (AK-US) und dem Arbeitskreis Produktbezogener Umweltschutz (AK-PU) des Vorstandskreises Umwelt-, Energie- und Klimapolitik. Die ZVEI- Expertengruppe China-RoHS wird in die Arbeiten des AK-SP eingebunden, wobei der Besonderheit dieser Expertengruppe mit Blick auf die speziellen Verbindungen zum chinesischen Markt Rechnung getragen wird. ZVEI-Abt. Umweltschutzpolitik Andre Koring Fon: Mail: 20

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