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1 Bank Austria Economics & Market Analysis Austria Juni 2014

2 Der Überblick Schwaches Wachstum der heimischen Industrie zur Jahresmitte Industrieerholung verliert weiter an Tempo: Bank Austria EinkaufsManagerIndex sinkt im Juni mit 50,4 Punkten auf den niedrigsten Wert seit einem Jahr Weniger Neuaufträge auch aus dem Ausland, dennoch leichte Produktionsausweitung Erstmals seit sechs Monaten keine neuen Jobs in Österreichs Industrie Weniger Impulse aus dem Ausland: Industriewachstum bleibt über den Sommer verhalten Schwungvollerer Wachstumskurs durch Rückenwind aus dem Ausland für das zweite Halbjahr erwartet Autor: Walter Pudschedl Impressum Herausgeber, Verleger, Medieninhaber: UniCredit Bank Austria AG Economics & Market Analysis Austria Schottengasse Wien Telefon +43 (0) Fax +43 (0) Stand: 27. Juni 2014 Bank Austria Economics & Market Analysis Austria Seite 2

3 Die Details Neuerlicher Rückgang des Bank Austria EinkaufsManagerIndex auf 50,4 Punkte Weniger Neuaufträge aus dem Ausland im Juni Das Wachstum der Industrie in Österreich kommt zur Mitte des Jahres 2014 fast zum Stillstand. Im Juni ist der Bank Austria Einkaufsmanagerindex auf 50,4 Punkte gesunken und signalisiert damit ein nur noch minimales Wachstum der heimischen Industrie. Nach dem vielversprechenden Jahresbeginn hat im bisherigen Jahresverlauf 2014 die Industriekonjunktur kontinuierlich an Kraft eingebüßt. Grund dafür ist, dass die internationale Unterstützung aufgrund der Schwäche einiger Emerging Markets geringer wurde. Alle Teilkomponenten der monatlichen Umfrage unter österreichischen Einkaufsmanagern verlieren seit dem Jahreswechsel 2013/2014 klar an Schwung. So erreicht der aktuelle Bank Austria EinkaufsManagerIndex nur noch den niedrigsten Wert seit Sommer Der Rückgang des Indikators im Juni um 0,5 Punkte gegenüber dem Vormonat wurde vor allem durch eine Verschlechterung der Auftragslage hervorgerufen. Die Produktion wurde zwar erneut leicht gesteigert, um bestehende Aufträge abzuarbeiten, doch zusätzliche Mitarbeiter haben die Betriebe in Anbetracht der Entwicklung des Neugeschäfts nicht mehr eingestellt. Zum ersten Mal seit 14 Monaten musste die heimische Industrie Auftragseinbußen verzeichnen. Im Juni nahmen die Bestellungen sowohl aus dem Inland als auch dem Ausland ab. Bei dem erstmals seit einem Jahr rückläufigen Neugeschäft aus dem Ausland macht sich die Schwäche der Emerging Markets derzeit klar bemerkbar. Neben China und Russland sind die österreichischen Betriebe aktuell vor allem auch mit deutlichen Nachfragerückgängen aus Südamerika konfrontiert. Trotz der Verschlechterung der Auftragslage wurde die Produktion im Juni aber erneut ausgeweitet, um ausstehende Auftragsbestände abzuarbeiten. Wie im Vormonat betrug der Produktionsindex 51,9 Punkte. Da die Verkäufe niedriger ausgefallen sind als erwartet, kam es unfreiwillig zum stärksten Aufbau der Fertigwarenlager seit über zwei Jahren. Die Vormateriallager wurden dagegen abermals angesichts des flauen Neugeschäfts verringert. In den Betrieben der Verarbeitenden Industrie Österreichs wurden aufgrund der moderaten Steigerung der Produktion seit Jahresbeginn rund neue Jobs geschaffen. Das verschlechterte Nachfrageumfeld der vergangenen Wochen schlägt sich jedoch mittlerweile in der Planung der Personalkapazitäten nieder: Das Beschäftigungswachstum kam im Juni zum Erliegen. Der saisonbereinigte Beschäftigtenstand in der österreichischen Industrie blieb zur Jahresmitte mit rund weitgehend konstant, denn während einige Unternehmen aufgrund höherer Produktionsanforderungen neue Mitarbeiter einstellten, kam es in nahezu Bank Austria EinkaufsManagerIndex 65 saisonbereinigt unbereinigt Quelle: Markit Economics, Bank Austria Economics & Market Analysis Austria 30 Bank Austria Economics & Market Analysis Austria Seite 3 Juni 2014

4 Preise im Juni mit leichter Aufwärtstendenz Weiterhin 4 Prozent Industriewachstum für 2014 erwartet gleichem Umfang bei anderen Unternehmen wegen Kosteneinsparungen zu einem Jobabbau. Angesichts eines wachsenden Arbeitskräftepotenzial und einer stagnierenden Beschäftigungsentwicklung steigt die Arbeitslosigkeit derzeit spürbar. Im Jahresdurchschnitt 2014 erwarten wir mittlerweile einen Anstieg der Arbeitslosenquote in der Gesamtwirtschaft auf 8,4 Prozent. Die Preise kamen im Juni wieder etwas in Bewegung. Sowohl die Einkaufs- als auch die Verkaufspreise legten erstmals seit vier Monaten wieder leicht zu. Die Lieferanten hoben ihre Preise aufgrund von Kapazitätsengpässen an, was die gleichzeitige Verbilligung verschiedener Einstandsmaterialien, wie z.b. Stahl, mehr als kompensierte. Trotz der moderaten Absatzdynamik konnten die Verkaufspreise angehoben werden, wenn auch gebremst durch den starken Wettbewerbsdruck. Insgesamt sorgten die Preistrends im Ein- und Verkauf im Durchschnitt für eine geringe Kostenentlastung der heimischen Industriebetriebe. Seit dem vielversprechenden Jahresbeginn zeigt der Bank Austria EinkaufsManagerIndex kontinuierlich eine Abkühlung der Industriekonjunktur in Österreich an. Zur Jahresmitte ist das Wachstum im Produktionssektor beinahe ganz zum Erliegen gekommen. Vor allem die schwächere Nachfrage aus den Schwellenländern dämpft. Doch auch die Unterstützung durch die Erholung im Euroraum bleibt bislang hinter den Erwartungen zurück und die internationalen Rahmenbedingungen versprechen unmittelbar auch keinen stärkeren Rückenwind für die heimische Industrie. Der vorläufige Einkaufsmanagerindex für den Euroraum ist im Juni auf 51,9 Punkte gesunken. Hinter diesem Gesamtrückgang verbirgt sich jedoch ein Aufwärtstrend der Länder an der europäischen Peripherie, was eine weitere Festigung der Erholung in Europa in den kommenden Monaten erwarten lässt. Zudem ist die globale Erholung weiter auf Kurs. China zeigt zunehmend Anzeichen einer Stabilisierung und die USA konnten ihre Performance im zweiten Halbjahr 2013 verbessern. Wir sind optimistisch, dass die heimische Industrie in den kommenden Monaten mit mehr Rückenwind aus dem Ausland wieder auf einen schwungvolleren Wachstumskurs einschwenken wird. Damit sollte sich das Produktionsplus der Industrie von knapp 3 Prozent im ersten Halbjahr auf bis zu 4 Prozent im Jahresdurchschnitt 2014 erhöhen. Bank Austria EinkaufsManagerIndex und Teilindizes Bank Austria EMI Produktion Auftragseingang Beschäftigung Lieferzeiten Vormateriallager Einkaufspreise 1) Auftragsbestand 1) Feb.14 53,0 54,4 54,9 50,7 45,6 46,5 53,1 55,5 Mär.14 51,0 51,6 51,3 50,5 47,2 46,5 47,2 51,3 Apr.14 51,4 50,7 53,3 50,6 47,7 49,2 44,5 49,9 Mai.14 50,9 50,1 51,9 50,4 48,0 49,8 49,0 49,9 Jun.14 50,4 48,8 51,9 49,9 47,6 49,7 50,6 48,5 Quelle: Bank Austria Economics & Market Analysis Austria, Markit Economics 1) nicht im Gesamtindex Anmerkung: Werte des EMI über 50,0 weisen auf ein Wachstum in der Sachgütererzeugung gegenüber dem Vormonat hin, Notierungen unter 50,0 signalisieren einen Rückgang. Je weiter die Werte von 50,0 entfernt sind, desto größer sind die Wachstums- bzw. Schrumpfungstendenzen. Diese Aussendung enthält die Originaldaten aus der Monatsumfrage unter Einkaufsleitern der Industrie Österreichs, die von der Bank Austria gesponsert und unter der Schirmherrschaft des ÖPWZ seit Oktober 1998 von Markit Economics durchgeführt wird. Bank Austria Economics & Market Analysis Austria Seite 4 Juni 2014

5 Disclaimer und Impressum Analysen der Abteilung Economics and Market Analysis Austria der Bank Austria finden Sie im Internet unter / Über uns / Mediathek / Wirtschaftsanalysen & Studien / Österreich oder direkt unter und auf unserer Plattform Wirtschaft Online unter Wenn Sie über die neuesten Veröffentlichungen informiert werden wollen, laden wir Sie ein, sich für den Newsletter - die Bank Austria EconomicNews - unter https://nlreg.bankaustria.at/reg_econews_d.htm zu registrieren. Sollten Sie Fragen haben schicken Sie uns ein unter Ohne unser Obligo: Diese Publikation ist weder eine Marketingmitteilung noch eine Finanzanalyse. Es handelt sich lediglich um Informationen über allgemeine Wirtschaftsdaten. Trotz sorgfältiger Recherche und der Verwendung verlässlicher Quellen kann keine Verantwortung für Vollständigkeit, Richtigkeit, Aktualität und Genauigkeit übernommen werden. Unsere Analysen basieren auf öffentlichen Informationen, die wir als zuverlässig erachten, für die wir aber keine Gewähr übernehmen, genauso wie wir für Vollständigkeit und Genauigkeit nicht garantieren können. Wir behalten uns vor, unsere hier geäußerte Meinung jederzeit und ohne Vorankündigung zu ändern. Die in der vorliegenden Publikation zur Verfügung gestellten Informationen sind nicht als Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten oder als Aufforderung, ein solches Angebot zu stellen, zu verstehen. Diese Publikation dient lediglich der Information und ersetzt keinesfalls eine individuelle, auf die persönlichen Verhältnisse der Anlegerin bzw. des Anlegers (z. B. Risikobereitschaft, Kenntnisse und Erfahrungen, Anlageziele und finanziellen Verhältnisse) abgestimmte Beratung. Die vorstehenden Inhalte enthalten kurzfristige Markteinschätzungen. Wertentwicklungen in der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu. Impressum: Angaben und Offenlegung nach 24 und 25 Mediengesetz: Herausgeber und Medieninhaber: UniCredit Bank Austria AG 1010 Wien, Schottengasse 6 8 Unternehmensgegenstand: Kreditinstitut gem. 1 Abs.1 Bankwesengesetz Vertretungsbefugten Organe (Vorstand) des Medieninhabers: Willibald Cernko (Vorsitzender des Vorstandes), Gianni Franco Papa (stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes), Helmut Bernkopf, Francesco Giordano, Dieter Hengl, Jürgen Kullnigg, Doris Tomanek, Robert Zadrazil. Aufsichtsrat des Medieninhabers: Erich Hampel (Vorsitzender des Aufsichtsrates), Paolo Fiorentino (stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates), Alessandro Decio, Olivier Nessime Khayat, Johannes Koller, Adolf Lehner, Alfredo Meocci, Roberto Nicastro, Vittorio Ogliengo, Franz Rauch, Josef Reichl, Karl Samstag, Wolfgang Sprißler, Ernst Theimer, Robert Traunwieser, Michaela Vrzal, Barbara Wiedernig. Beteiligungsverhältnisse am Medieninhabergemäß 25 Mediengesetz: UniCredit S.p.A. hält einen Anteil von 99,995% der Aktien am Medieninhaber (unter folgendem Link https://www.unicreditgroup.eu/en/governance/shareholder-structure.html sind die wesentlichen, an der UniCredit S.p.A. bekannten Beteiligungsverhältnisse ersichtlich.) Der Betriebsratsfonds der Angestellten der UniCredit Bank Austria AG, Region Wien, sowie die Privatstiftung zur Verwaltung von Anteilsrechten (Stifter: Anteilsverwaltung-Zentralsparkasse; Begünstigter: WWTF Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds) sind mit einem Anteil von zusammen 0,005% am Medieninhaber beteiligt. Bank Austria Economics & Market Analysis Austria Seite 5 Juni 2014

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