Hausarzt in Hamburg. Honorarentwicklung in Hamburg 12 Jahre Flaute bei den Hausärzten, 12 Jahre Rückenwind bei den (meisten) Spezialisten

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1 Hausarzt in Hamburg Die Zeitung für Hausärztin und Hausarzt Hausärzteverband Hamburg e.v., Humboldtstr. 9, Hamburg, Dezember 2013 Honorarentwicklung in Hamburg 12 Jahre Flaute bei den Hausärzten, 12 Jahre Rückenwind bei den (meisten) Spezialisten Das ist das Resümee der Auswertung jener Zahlen, auf die wir so lange gewartet haben. Was die meisten immer geahnt haben, ist nun durch die Herausgabe der Honorarverteilung in Hamburg mit Zahlen belegt. Aber von Anfang an. WIE ALLES BEGANN Seit Jahren ist die Vergütung der Hausärzte in Hamburg bundesweit die schlechteste obwohl die Krankenkassen der Stadt im Bundesvergleich nahezu die höchste morbiditätsbedingte Gesamtvergütung je Versicherten zahlen. Seit Jahren schon wollten wir deshalb die hinter der Honorarzahlung liegenden Berechnungen der KV rückwirkend prüfen und baten um die Bereitstellung der notwendigen Daten. Unsere Anträge dazu wurden mehrfach abgelehnt, auch der Umweg über eine Satzungsänderung wurde in der Vertreterversammlung (VV) gegen die Stimmen des Hausärzteverbandes von fast allen anderen Mitgliedern der Versammlung abgeschmettert. Die Politik als Helfer Der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg entwarf ein Transparenzgesetz für die Bürgerinnen und Bürger. Diese Möglichkeit packte unser langjähriger Mitstreiter Peter Berdin (an dieser Stelle nochmal und nicht oft genug: Danke, Danke, Danke!) am Schopfe und überzeugte erst die Bürgerinitiative und mit dieser die Bürgerschaft von der Notwendigkeit, die Körperschaften öffentlichen Rechts und somit auch die KV mit in das Transparenzgesetz einzubeziehen. Seit 6. Oktober 2012 ist das Hamburgische Transparenzgesetz (HmbTG) in Kraft. So konnten wir schließlich doch noch eine Satzungsänderung erwirken, um das Recht auf Auskunft durchzusetzen. Danach benötigte die KV Hamburg noch einmal neun Monate, um die angeforderten Zahlen zu erstellen. Nach einer letztmaligen Aufforderung, in der die Anrufung des Datenschutzbeauftragten angekündigt wurde, erschienen die Daten am 9. November 2013 im Intranet der KV als Tabellen. Wir haben diese Tabellen in Graphiken umgewandelt und verstehen nun, warum weder die Kollegen der VV noch der KV Vorstand diese Zahlen veröffentlicht haben wollten. WAS UNS VORLIEGT Analysen und Gesprächsstoff gibt es reichlich, doch haben wir an dieser Stelle vorerst die wichtigsten Ergebnisse in Graphiken zusammengefasst, sehen Sie selbst:

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4 Vergleich zwischen Fallzahl und Umsatz aller Hausärzte Gesamtumsatz Hausärzte Fallzahl Hausärzte

5 Die offensichtlichsten Aspekte der unterschiedlichen Dynamik der Honorarzuwächse zusammengefasst: Das durchschnittlich von der KVHH an die Ärzte (ohne Psychotherapeuten) ausgeschüttete Geld (budgetiert, unbudgetiert, Kostenerstattung) wuchs von Q bis Q um 34,8%. Die Geldmenge für die Allgemeinärzte und Hausärztlichen Internisten wuchs aber nur um 1,8%, obwohl alle Hausärzte zusammen 8,5 Prozent mehr Patienten behandelt haben. Der durchschnittliche Umsatz aller Ärzte und Therapeuten stieg von Euro/Jahr (2000) auf Euro/Jahr (2012). Der Jahresumsatz des Hausarztes sank im gleichen Zeitraum von Euro (2000) auf Euro (2012). Bei weniger Geld für gleichbleibende Arbeit sind gleichzeitig die Kosten laut Verbraucherpreisindex in diesen 12 Jahren um 20% gestiegen. Auf unserer Internetseite steht zum Downloaden eine ausführliche Präsentation, in der wir alle Fachgruppen einzeln ausgewertet haben. UND NU? Am 12. Dezember 2013 haben wir auf der Vertreterversammlung der KV folgenden Antrag gestellt: Die Vertreterversammlung möge beschließen: Der Vorstand der KV Hamburg wird aufgefordert, in den kommenden Honorarverhandlungen alle rechtlich möglichen Spielräume zu nutzen, um jene Fachgruppen zu fördern, die bisher im Bundesvergleich unterdurchschnittliche Fallwerte aufweisen. Das Ziel soll sein, diese Fachgruppen baldmöglichst an den bundesdurchschnittlichen Honorarumsatz heranzuführen. Es war zu vorgerückter Stunde um Uhr wohl zu spät, diesen Antrag in der gebotenen Ruhe zu diskutieren. Deshalb ist die Debatte abgebrochen und auf die nächste VV am 15. Januar 2014 verschoben worden. Was lange währt, wird endlich gut? Wir laden alle Kolleginnen und Kollegen ein, zu der arztöffentlichen VV am um 17 Uhr ins Ärztehaus zu kommen: Hören Sie im O-Ton, wie sich der Vorstand und die Vertreter aus den anderen Fachgruppen in der viel beschworenen Arztsolidarität zu unserem Antrag verhalten werden. Man kann asymmetrisch verhandeln, möchte ich aber nicht, denn das könnte Unfrieden geben, gab Walter Plassmann bereits kurz nach Antragstellung seine Grundhaltung kund. Heißt das, dass die asymmetrische Verteilung der Vergangenheit in Ordnung war und es erst Unfrieden gibt, wenn schlechter gestellte Fachgruppen künftig an Zuwächsen überproportional beteiligt werden? Wir sind gespannt, wie mit unserem Vorstoß weiter verfahren wird.

6 Denn eines ist unumstritten: Diese Verteilung führt zur Abwicklung der ärztlichen Primärebene. Wir werden weiter für eine Korrektur dieser Fehlentwicklung kämpfen, denn den Kassen und der Politik wird die Fehlverteilung in Hamburg durch diese Transparenzdaten sehr deutlich. Der Gesetzgeber verpflichtet die KV zur Sicherstellung und hat ihr ermöglicht, die Fachgruppentöpfe unterschiedlich zu verhandeln. Dieser Zwist findet sich auch in der KBV in Berlin. Auch dazu haben wir in der letzten VV einen weiteren Antrag gestellt, in dem wir den KV-Vorstand aufgefordert haben, gegen die Abberufung von Regina Feldmann zu stimmen, die die hausärztlichen Interessen in der KBV vertritt. Auch dieser Antrag ist in Hamburg abgelehnt worden, was am Folgetag in Berlin aber keine Relevanz mehr hatte: Die Abberufungsanträge gegen Frau Feldmann und Herrn Köhler fanden nicht die notwendige Zwei- Drittel-Mehrheit. Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie friedvolle Weihnachten und alles Gute für das Neue Jahr. Wir bedanken uns für Ihren Rückhalt in den vergangen Monaten und freuen uns auf ein berufspolitisch auf jeden Fall spannendes Angesichts dieser Situation empfehlen die uns beratenden Juristen einen Musterwiderspruch, den wir unseren Mitgliedern in einer gesonderten zusenden. Die nächste Ausgabe des Hausarzt in Hamburg erscheint in der letzten Januarwoche Verantwortlich für diese Ausgabe: Geschäftsführender Vorstand Klaus Schäfer, Dr. Henning Harder, Michael Klemperer und Dr. Frank Stüven Redaktion (V.i.S.d.P.): Nicole Bongard Hausärzteverband Hamburg e.v. Humboldtstr. 9, Hamburg Telefon , Telefax

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