Für uns war heute wichtig über die Lebenssituation von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transsexuellen, Transgender und Intersexuellen

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1 Sehr geehrte Teilnehmende, liebe Kolleginnen und Kollegen, die Fachtagung Vielfalt leben Praxis gestalten. Sexuelle und geschlechtliche Identitäten in Einrichtungen und Institutionen berücksichtigen war heute die erste große Veranstaltung im Rahmen unseres Landesaktionsplans Rheinland-Pfalz unterm Regenbogen Akzeptanz für queere Lebensweisen. Als wir in der Arbeitsgruppe mit QueerNet, der wissenschaftlichen Begleitung und dem Fachreferat die Tagung vorbereitet haben, waren wir zunächst unsicher, welche Resonanz wir auf unsere Einladung erhalten würden. Denn das Thema ist für viele Menschen neu und es besteht noch viel Unkenntnis und Unsicherheit. Es freut uns daher sehr, dass heute über 100 Personen aus ganz unterschiedlichen Arbeitsbereichen teilgenommen und Interesse an dem Thema sexuelle und geschlechtliche Identitäten gezeigt haben. Für uns war heute wichtig über die Lebenssituation von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transsexuellen, Transgender und Intersexuellen zu informieren, Ansätze aufzuzeigen, wie sexuelle und geschlechtliche Vielfalt im beruflichen Alltag berücksichtigt werden kann

2 und darüber zu informieren, welche Ansprechpersonen und Angebote es für die Fachkräfte gibt, um die Ansätze in den Köpfen und im Berufsalltag zu integrieren. Aus dem Feedback der Workshops und den vielen Gesprächen, die während der Fachtagung stattgefunden haben, wird deutlich, dass wir dazu heute die ersten Schritte gegangen sind. Ich habe eingangs gesagt: Die Fachtagung ist für uns aber ein erster Schritt. Wie soll es weiter gehen? Was sind die nächsten Schritte? Das große Ziel ist die gesetzliche Gleichstellung und vor allem die gesellschaftliche Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transsexuellen, Transgender und Intersexuellen. Dies ist im Koalitionsvertrag der Landesregierung festgeschrieben und wird im Landesaktionsplan Rheinland-Pfalz unterm Regenbogen umgesetzt. Den Landesaktionsplan werden wir konsequent umsetzen. Das ist eine Arbeit, die nicht heute und morgen, sondern in den nächsten Jahren und Jahrzehnten geleistet werden muss. Denn: Akzeptanz kann man nicht verordnen. Für Akzeptanz muss man durch Sensibilisierung, Information, Begegnung, Gespräche, gute Beispiele, positive Erfahrungen und manchmal auch durch nachdrückliche Diskurse werben. In der Zielver

3 einbarung haben wir festgelegt, dass wir diese Arbeit gemeinsam mit QueerNet Rheinland-Pfalz umsetzen und dazu eng zusammenarbeiten. Derzeit sind eine Vielzahl von Maßnahmen meines Referates, unseres Hauses, der Landesregierung und der gesellschaftlichen Gruppen in der Umsetzung. Es würde den Rahmen sprengen, alles aufzuzählen. Ich möchte drei Schwerpunkte benennen, die wir uns für dieses Jahr vorgenommen haben. 1. Umsetzung der Maßnahmen 2013 Im Handlungsplan sind über 150 Maßnahmen mit der jeweiligen Zuständigkeit und dem Zeitraum der Umsetzung beschrieben. Sie können das im Internet nachlesen. Einige Maßnahmen sind bereits angelaufen oder wurden bereits umgesetzt, wie beispielsweise die Förderung des Projektes Familienvielfalt mit seinen lokalen Ansprechpersonen von QueerNet durch uns als Familienministerium, das Symposium Vielfalt als Chance verstehen Gleichgeschlechtliche Lebensweisen als Herausforderung für die Polizei des Innenministeriums oder die Schulung von Trägern von Arbeitsmarktförderungen des Arbeitsministeriums zusammen mit QueerNet. Die Aufarbeitung der Verfolgung von Homosexuellen ist ein Beispiel für ein umfassendes Thema, das wir dieses Jahr begonnen haben und das uns die nächsten Jahre intensiv befassen wird

4 Es freut uns, dass wir auf große Offenheit in den Ministerien gestoßen sind. Unabdinglich ist es, bei der Umsetzung des Landesaktionsplans die gesellschaftlichen Gruppen einzubeziehen. Ohne Sie alle, die Sie heute gekommen sind, ist gesellschaftliche Akzeptanz nicht zu leisten. 2. Online-Umfrage zur Lebenssituation von LSBTTI in Rheinland-Pfalz Von Juni bis September dieses Jahres führen wir eine anonyme Online-Umfrage zur Lebenssituation von LSBTTI in Rheinland-Pfalz durch. Der Grund: Während wir in anderen Politikbereichen ziemlich genaue Kenntnisse über gesellschaftliche Gruppen besitzen, liegen uns in Rheinland-Pfalz bislang so gut wie keine Daten über die Lebenssituation und Bedarfe von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transsexuellen, Transgender und Intersexuellen vor. Von der Umfrage versprechen wir uns Informationen, die wir im Landesaktionsplan aufgreifen wollen. Hierzu unsere herzliche Bitte: Beteiligen Sie sich bei der Umfrage! Den Fragebogen finden Sie auf unserer Homepage unter 3. Start des landesweiten Runden Tisches LSBTTI Im September wird erstmals der landesweite Runde Tisch LSBTTI tagen, zu dem Ministerin Alt einladen wird. Ziel dieses Runden Tisches ist es, mit den in QueerNet zusammengeschlossenen Gruppen ins Gespräch zu kommen, um gemeinsam Maßnahmen zur Akzeptanz - 4 -

5 queerer Lebensweisen zu planen und abzustimmen, die in gemeinsamer oder arbeitsteiliger Verantwortung umgesetzt werden. Sehr geehrte Teilnehmenden, liebe Kolleginnen und Kollegen, mein Fazit am Ende der Tagung ist: Noch nie zuvor haben sich so viele Menschen in Rheinland-Pfalz in so intensiver und vielfältiger Weise mit dem Thema sexuelle und geschlechtliche Identitäten befasst. Das ist ein großer Erfolg! Dabei wird allerdings deutlich: Es gibt noch jede Menge zu tun, um Akzeptanz von LSBTTI im Alltag zu realisieren. Wir machen uns gemeinsam an die Arbeit. Zum Schluss ist es mir ein Anliegen, mich auch im Namen von Ministerin Alt und Herrn Abteilungsleiter Lohest herzlich zu bedanken: Bei allen, die Expertinnen und Experten, die durch ihre Vorträge und Teilnahme an den Workshops ihre Expertise eingebracht haben. Bei Joachim Schulte für die Mitwirkung bei der Fachtagung und seine jahrelange verlässliche Unterstützung. Bei Claudia Vortmann und Schneider Organisationsberatung für die wissenschaftliche Begleitung und heute - 5 -

6 ganz besonders für die Vorbereitung und Moderation der Fachtagung. Bei meinen Mitarbeitern Daniel Hoffmann und Manuela Koessler für ihre engagierte Arbeit nicht nur heute bei der Tagung. Und last but not least bei Ihnen allen für Ihr Kommen, für Ihr Interesse und für Ihre Bereitschaft, das Thema Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transsexuellen, Transgender und Intersexuellen künftig in Ihren Arbeitsalltag zu berücksichtigen. Ich wünsche Ihnen jetzt einen guten Nachhauseweg und ein schönes Wochenende. Vielen Dank! - 6 -

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