Konzept gesund führen bei der MAN (2- tägiger Workshop) Bildungsvereinigung Arbeit und Leben Nds. Ost ggmbh Chemnitzer Str Salzgitter

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1 Konzept gesund führen bei der MAN (2- tägiger Workshop) Bildungsvereinigung Arbeit und Leben Nds. Ost ggmbh Chemnitzer Str Salzgitter 1. Allgemeines und Ziele Die Situation von Führungskräften ist häufig besonders belastend. Sie tragen die Verantwortung für ihre eigenen Arbeitsergebnisse und für die Ihrer Mitarbeiter/innen. Sie stehen nicht selten unter erheblichem Leistungs-, Erfolgs-, Verantwortungs- und Konkurrenzdruck. Zudem birgt die Funktion Führungskraft einige klassische Konfliktkonstellationen Ø bei belastenden Entscheidungen (für Mitarbeiter/innen und sich selber) Ø beim Mitteilen und Umsetzen von angeordneten Entscheidungen, die im Widerspruch zu eigenen Erfahrungen und Ansichten stehen Ø bei Auseinandersetzungen mit Emotionen der Mitarbeiter/innen Ø bei der Rollenidentität als zugleich fachlich wie auch betriebswirtschaftlich steuernde Führungskraft. Führungskräfte neigen häufig dazu, ihre eigenen stressbedingten chronischen Anspannungszustände und Körpersignale zu ignorieren, da sie keine anderen Möglichkeiten sehen, um den Laden am Laufen zu halten und die Situation im Griff zu behalten. Auch klassische Führungsbilder wie alles können zu müssen und sich keine Fehler 1

2 erlauben zu dürfen, immer stark sein zu müssen sind weit verbreitet. Das erschwert die Wahrnehmung und den Kontakt zu sich selbst (zum Beispiel zu den eigenen Wünschen, Bedürfnissen, Fähigkeiten, Schwächen und Emotionen, wie z.b. Wut, Hilflosigkeit, Aggression, Schutz- und Distanzwünsche). Dieser eingeschränkte Kontakt zu sich selber führt in der Regel ebenfalls zu einer eingeschränkten Wahrnehmung der Umwelt und somit zu einem eingeschränkten Kontakt zu den Mitarbeitern/innen. In der Praxis kann es dazu führen, dass ein unter Druck stehender Chef seinen Druck ungefiltert an seine Mitarbeiter/innen weitergibt oder z.b. zunehmend mehr die Verantwortung seiner Mitarbeitenden übernimmt und sich so der Druck für ihn selber noch erhöht. Darüber hinaus kann der eigene Stress die sonst vorhandenen empathischen Fähigkeiten stark einschränken, bis gegen Null gehend. Da Führungskräfte in der Kommunikation zu den Mitarbeitern/innen die Arbeitsbedingungen maßgeblich beeinflussen und mitgestalten, wird der Umgang mit sich selbst zu einem bestimmenden Faktor für die Zusammenarbeit im Team. Je mehr ein Chef oder eine Chefin in der Lage ist, Stresssituationen als Herausforderung zu sehen statt als einsame persönliche Krise zu erleben, desto mehr konstruktive Impulse wird er oder sie dem Team und der Zusammenarbeit geben können. Gleichzeitig ist eine gute Zusammenarbeit ein Faktor, der unterstützend in Stresssituationen für die Führungskraft und die Mitarbeitenden wirkt. Das Auftreten eigener psychischen und physischen Symptomen verunsichert Führungskräfte und wird von ihnen oft als persönliche Schwäche bewertet. Früher (heute teilweise auch noch) galt Fachwissen als wesentliche Schlüsselqualifikation für Führungskräfte. Beschäftigte mit herausragendem Fachwissen schafften den Aufstieg und wurden/werden Führungskräfte. Heute spielen allerdings immer mehr die Kompetenzen 2

3 Kommunikationsfähigkeit, Empathie und Motivationsfähigkeit eine zentrale Rolle, um die Herausforderungen der Führungsausgaben im Arbeitsalltag erfolgreich zu bewältigen. Erfolgreich ist hier in dem Sinne gemeint, dass die positiven und persönlichkeitsstärkenden Aspekte von Arbeit von der Führungskraft als überwiegend positiv erlebt werden und Arbeit nicht nur anstrengend ist, sondern auch zufrieden macht. Das ist wichtig, denn als Langzeitwirkung kann Arbeit Freude machen und bereichern oder krank machen. 2. Ziele für den 2-tägigen Workshop Ø Sensibilisierung für die eigene Gesundheit/Balance Ø Erkennen der Schlüsselposition der Führungskraft für einen gesunden Arbeitsplatz, ohne für die TN/innen (FK) selber Druck entstehen zu lassen. Vielmehr steht die Stärkung der Führungskräfte an dieser Stelle im Focus, um ihr Verhalten für sich und ihre Mitarbeiter mehr gesundheitsförderlich und kohärent ausrichten zu können. Ø Thematisierung der Rolle der Führungskräfte auf ihre Ressourcen, Herausforderungen und Belastungen für sich selber und Mitarbeiter/innen. Ø Ausbau der kommunikativen Kompetenzen Ø Professionalisierung in Sachen Wahrnehmung der gesunden Führungsrolle Ø Herausarbeiten von Verhaltensweisen zum gesunden führen Ø Entwicklung der Führungspersönlichkeit Ø Erkennen unterschiedlichen Umganges mit Konflikten und Sicht auf Konflikte 3

4 3. Themen Das Formulieren der eigenen Erfahrungen von gutem Geführt-Werden, der Blick auf ein Vorbild zum Thema Führung und die zirkulären Fragen nach den persönlichen Führungsstärken dienen als direkter und individueller Einstieg in das Thema gesund führen. Diese eigenen Erfahrungen werden als Ressource gewürdigt. Sie fließen u.a. in die Bearbeitung der Thesen der unvollkommenen Führungskraft ein. Das Bild der unvollkommenen Führungskraft bietet einen Rahmen, Führung neu zu denken. Statt der inneren Überzeugung Ich muss als Chef alles können, was nicht selten zu Stress für Führungskraft und Mitarbeiter/innen führt, wird ein systemischer Ansatz vorgestellt, der die Stärken und Schwächen der Führungskraft als Ausgangspunkt für die Gestaltung von (Zusammen-) Arbeit im Team nutzt. Das Thema Wertschätzung spielt an Arbeitsplätzen und im gesunden Führungsverhalten eine besonders große Rolle. Diese Anerkennung adäquat zum Ausdruck zu bringen, erfordert einiges an kommunikativem Fingerspitzengefühl. Gelingt dies, ist ein zentraler Baustein aktiver Personalbindung sicher. Wichtiges Anliegen im Seminar ist es, die Teilnehmer/innen als Experten/innen ihrer Arbeit/ihres Arbeitsplatzes zu sehen und zu beratend zur Seite zu stehen statt zu belehren. Es sollen Verhaltensweisen zum gesunden führen erarbeitet werden. Gemeinsam mit den Themen Führung und systemische Kommunikation wird die Rolle der Führungskräfte auf ihre Ressourcen, Herausforderungen und Belastungen für sich selber und Mitarbeiter thematisiert. Kohärenz mit seinen Facetten gibt dabei den Rahmen und wird durch Achtsamkeitsübungen unterstützt. Die Themenauswahl wie auch die Arbeitsweise im Seminar ist darauf ausgerichtet, Kohärenzgefühl, ein Gespür für das, was stimmig ist, bewusst wahrzunehmen. Da Führungskräfte durch ihr Verhalten und ihre Arbeitsweise die Arbeitsbedingungen ihrer Mitarbeiter repräsentieren und erzeugen, stehen sie in Sachen Gesundheit an einer Schlüsselposition. Die Themen Salutogenese / kohärentes Arbeiten, Achtsamkeit werden aufgegriffen. Das persönliche Erleben und die persönliche 4

5 Gestaltung der eigenen Arbeit rückt in den Focus, und die Auseinandersetzung mit diesen Themen wird auf die Perspektive als Führungskraft konzentriert. Der Bereich Kommunikation wird in Richtung Konflikte im Führungsalltag betrachtet. Die Art und Weise, wie Führungskräfte Konfliktmanagement betreiben, hat unmittelbare Auswirkungen auf die Zusammenarbeit im Team. Schwelende, nicht bearbeitete Konflikte hemmen die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter/-innen und des gesamten Teams. In den Seminaren erkennen Führungskräfte, wie wichtig es ist, aufmerksam zu sein und aktiv mit Konflikten umzugehen. Der offene, aktive Umgang mit Konflikten sorgt für ein positives Teamklima und erhöht damit auch den Zusammenhalt des Teams. Dadurch entsteht erhöhte Arbeitszufriedenheit und damit aktive Personalbindung. Themenübersicht: Schwerpunkte und Gliederung: a. Einstieg Ø Sensibilisierungsphase; Schaffen einer emotionalen Ebene zum Workshopthema b. Nutzen des gesunden Führens Ø Zahlen/Daten/Fakten zu BGM und dessen Warum Ø Sozialkapital und Humankapital in Theorie und Praxis c. Vermittlung theoretischen Wissens für die Umsetzung Ø Was bedeutet gesundes führen ; Ø gesund führen und Konfliktmanagement Ø multilaterale Erwartungsleiter Ø die unvollkommene Führungskraft 5

6 Ø Salutogenese nach Antonowsky im Gegensatz zu Pathogenese und Kohärenzgefühl (Bedeutsamkeit, Verstehbarkeit, Handhabbarkeit); Transfer zum eigenen Arbeitsplatz; übergreifender Transfer zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (kohärentes Verhalten) Ø Achtsamkeit (Alltagsmodus/Achtsamkeitsmodus); Transfer zum Arbeitsalltag Ø Führung nach SCOHS d. Praktische Elemente zum Kennenlernen und Üben Ø Achtsamkeitsübung(-meditation) (sitzend, gehend, liegend) Ø Durchführung unterschiedlichen Entspannungsübungen zum kurzfristigen Stressabbau Ø Schutzübung e. Praktische und alltagstaugliche Umsetzung / Entwicklung eines Masterplanes Ø Achtsamkeit als Führungskompetenz Ø Erarbeitung von Maßnahmen zu gesund führen in Kleingruppen; Entwicklung von Vorhaben (individuelle Umsetzungsziele; Einbindung SWOT) Ø Erarbeitung von Tools zu Wie bleibe ich dran, Gewährung von Nachhaltigkeit neuer Verhaltensweisen Mit freundlichen Grüßen Birgit Probost (Dieses Schreiben wird digital und daher ohne Unterschrift übersandt!) 6

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