Eröffnungsgebet anlässlich der Fußball-WM am

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1 GEBETE; PREDIGTGEDANKEN; TEXTE ZUR GOTTESDIENSTGESTALTUNG WÄHREND DER FUßBALL-WM von Heinz Summerer, Pfarrer i. R. Geistlicher Ehrenbeirat des DJK-DV München und Freising Eröffnungsgebet anlässlich der Fußball-WM am Gott, unser Vater! Heute, am 9. Juni 2006 am Beginn der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland sind wir vor dir versammelt und halten dir dieses Ereignis hin. Breite deine barmherzigen Hände über dieses Sporttreffen aus, über Spieler und Verantwortliche, über Schiedsrichter und Zuschauer und nicht zuletzt über alle Menschen, die sonst mit diesem Ereignis zu tun haben. Wir können nur planen und ins Werk setzen, du aber kannst es vollenden. Sei allen beteiligten Nationen nahe und schenk einen friedlichen Umgang miteinander, damit wir am Ende sagen können: Wir danken dir, du guter Gott. Dies bitten wir dich und loben dich in Ewigkeit. Fürbitten zur Fußball-WM 2006 Deutschland ist im Fußballfieber, wir aber feiern Gottesdienst, der uns bitten lässt für alle, die mit dieser WM zu tun haben. Guter Gott, schau her auf uns: 1. Um eine gute Aufnahme der Gäste in unseren Städten und Verständnis dafür, wenn Fußballfans bisweilen laut sind. Zu unserem Gott und Vater lasst uns rufen: 2. Lass Spielideen für gute Spiele entstehen, damit Begeisterung diese Weltmeisterschaft begleitet. 3. Lass die Menschen friedlich miteinander umgehen auf dem Rasen, auf den Tribünen, in den Städten und über uns hinaus in der ganzen Welt. 4. Schenk den Zuschauern Spannung und Gelassenheit, Freude und Mitleid und lass sie bei allem, was sie erleben, dich nicht vergessen. 5. Gib den Spielern Raum für den fair-play-gedanken als Voraussetzung für gute Spiele, schenk den Schiedsrichtern das rechte Augenmaß und uns allen viel Freude. 6. Nimm von uns alle Überheblichkeit bei Siegen aber auch die lähmende Traurigkeit bei Niederlagen, damit Fußball die schönste Nebensache der Welt bleibt. Denn dir sei Ehre und Lobpreis durch Christus, unseren Herrn. Predigtgedanken zum Sonntag, (Dreifaltigkeitssonntag, Lesejahr B) Vor 2 Tagen begann die Fußballweltmeisterschaft in Berlin und München. Sie dauert bis Sonntag, 9. Juli. Tausende Fußballfans begleiten ihre Nationalmannschaft von

2 Stadt zu Stadt und alle hoffen, dass ihre Mannschaft siegt oder wenigstens den sogenannten Großen ein Bein Stellen kann. Zuerst wollen wir aber als gute Gastgeber auch bei uns alle begrüßen, die hierher gekommen sind, um dabei zu sein. Wir als katholische Gemeinde möchten mithelfen, dass diese WM ein Ereignis der guten Art wird. Deshalb beten wir und empfehlen alle der bergenden Hand unseres Gottes, der zu uns sagt: "Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt." Es geht ja letztlich nicht um einen Ball, sondern um den Menschen und seine Sehnsucht, im Spiel sich selbst zu entdecken oder sich mit den Spielern zu identifizieren. Es nützt nichts, in einer Kirche eine Kerze anzuzünden, wenn ich nicht mit meiner Person dahinter stehe in der Gewissheit: auch bei Fußballspielen ist er bei uns und lässt uns nicht allein. Darum feiern wir miteinander dieses Fußballfest unter Gottes gnädigem Segen. Meditation zum Sonntag, (Dreifaltigkeitssonntag): "Begeisterung im Gesicht" Langsam gehe ich vor dem Spiel den Weg entgegengesetzt, das heißt vom Stadion weg. Hunderte kommen mir entgegen, sie wollen das Spiel sehen, das in einer Stunde beginnt. Sie erwarten etwas davon. Darum sind sie auch voller Anspannung, ja Begeisterung leuchtet aus ihren Augen. Werden sie enttäuscht? Was wird in 3 Stunden sein? Und doch, guter Gott, liebst du sie alle, jeden Einzelnen, damit sein Menschsein gelingen kann. Auch wenn sie jetzt eher einen Torschuss bejubeln als das Wirken deiner Gnade, so weiß ich doch deine Zusage zu deuten, die da heißt: "Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt." Da frage ich mich ebenfalls: Wann und wie bringe ich, bringst du, mein Freund, Begeisterung auf für das Wissen, dass Gott dich liebt, dich begleitet und dich nicht nach Torschüssen beurteilt, sondern einzig und allein, weil du von deinem Vater im Himmel angenommen bist. Vielleicht sieht man es dir und mir morgen schon an. Predigtgedanken zum (11. Sonntag im Lesejahr B) Es gibt Samenkörner, die sind zwar so klein, haben aber eine unwahrscheinliche Explosionskraft. Ein solches ist das Senfkorn. Kleine Ursache, große Wirkung, so könnte man sagen. Was bedeutet dies aber für die zur Zeit in Deutschland stattfindenden Fußball-WM? Explosionen können negative Katastrophen sein, aber ebenso eine positive Entwicklung nach sich ziehen. Wenn Christen es fertig bringen, die Kraft des Evangeliums in diese Welt zu übersetzen, dann ist hier ein neuer Ausbreitungsherd der Botschaft Jesu für die Menschen entstanden. Bei der Fußball-WM können sicher mehrere Punkte hier ansetzen. Im Negativen kann ein rüdes Foul ein Spiel drehen, so dass es zu einer sogenannten "Holzerei" wird. Im Positiven kann ein freundlicher Gruß, ein guter Hinweis für einen Gast eine gute Folgerung nach sich ziehen. "Bedenke das Ende" (respice finem) sagt ein lateinisches Sprichwort. "Das wollte ich nicht" - ist eine schwache Entschuldigung. Wir müssen es fertig bringen, die Konsequenzen unseres Handelns voraus zu sehen, um dann in einer gelockerten Atmosphäre das Spiel zu gestalten. Sie hilft dazu, dass sich zwar Gegner, aber keine Feinde gegenüberstehen.

3 Meditation zum (11. Sonntag im Lesejahr B) Manchmal ist ein kleines Wort mehr wert als eine Rede. Manchmal ist eine selbstverständliche Hilfe mehr wert als ein großer Aufwand. Manchmal ist das Gute mitten im Menschen, aber er traut sich nicht, es in der Welt zu tun. Manchmal ist das Senfkorn der Anfang eines großen Baumes. Manchmal frage ich mich: bei mir auch? Doch Gott sagt: Ich habe in dich das kleine Samenkorn gelegt, - das Samenkorn der Fairness - das Samenkorn des guten Passes - das Samenkorn der Begeisterung bei einem Fußballspiel und - das Samenkorn meiner Zusage: Trau dich, außergewöhnlich zu spielen, mitzudenken, fair zu sein. Ja Herr, ich frage mich: wo lege ich die Kraft des Senfkorns in meine Erde? Schlummert sie da, ohne aufzugehen? Gib mir die Fähigkeit, das Senfkorn deines Wortes zu erspüren, um zu erkennen, dass du mitten unter uns bist, ja mitten in mir. Dann wird auch das kleinste Senfkorn in mir neue Überraschungen zeitigen. Danke! Predigtgedanken zum (12. Sonntag im Lesejahr B) Manchmal steht man vor einem übermächtigen Gegner, Angst schleicht sich ein. Wie soll das gehen? Die Jünger Jesu spüren das auch - und Jesus schläft! "Ja, Gott schläft, wenn ich ihn brauche, weil ich allein nicht mehr weiter weiß." Erinnern wir uns an Gott immer erst bei Katastrophen? Oder ist der "Fußball-Gott", wie ich vor ein paar Jahren las, nicht auf meiner, sondern auf der anderen Seite? Warum mag er mich nicht? Wer so denkt, ist falsch gespult. Jesus, der Retter, gebietet dem Sturm, lässt uns Zeit, uns zu erinnern, dass wir nicht allein sind. Aber für die Tore und ein gutes Spiel ist er wohl nicht zuständig, das ist schon unsere eigene Aufgabe. Und trotzdem: wenn ich ihn verstehe, dann weiß ich auch, dass ich durch mein Spiel in Freude ohne Angst mithelfen kann, dass dieses Fest auch ein Fest wird und kein Sturm der Entrüstung unser kleines Boot zum Sinken bringt. Meditation zum (12. Sonntag im Lesejahr B) "Kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen", so rufen die Jünger Jesus zu. Kümmern dich die Flutopfer und Minengeschädigten, die Toten bei Anschlägen und verkrüppelte oder verwaiste Kinder gar nicht? Geschweige die Hungernden, denen es an allem fehlt? Warum tust du nichts dagegen? "Doch", sagt Gott, "ich tue sehr viel, ich habe dich und viele Millionen Menschen erschaffen, damit sie alles gegen Not und Krieg, gegen Hunger und Katastrophen tun". Manche fragen: Unser Spiel ging daneben, unglücklich haben wir verloren: eine Katastrophe meinen wir. Aber es bleibt doch das Wissen, dass eine Niederlage auch ein menschlicher Sieg oder umgekehrt sein kann. Wir lernen aus unseren Fehlern, unser Herr ist trotzdem bei uns und gebietet dem Sturm.

4 Du bist es, Herr, der die Welt in seinen Händen hält, auch uns mit unseren kleinen und großen Ängsten. Predigtgedanken zum (13. Sonntag im Lesejahr B) Sie waren völlig erschöpft, ja wir tot, die Spieler von XY. Sie hatten alles gegeben und doch verloren. So wird es auch Jairus, dem römischen Offizier ergangen sein, der alles versucht hatte und trotzdem war seine Tochter gestorben. Da kommt beim Spiel ein guter Freund und sagt: "Komm, steh auf!" Im Evangelium gibt Jesus nach einem "Mädchen steh auf" die Tochter dem Vater zurück. Sein Glaube hat sie gerettet und gesund gemacht. Es soll keine Sensation sein, die Jesus vorführt, sondern ein Akt des Glaubens. Und wenn ein Spieler nach einem Foul den "Toten markiert", so ist das oft genug eine Vorspiegelung falscher Tatsachen. Das Reich Gottes aber ist dort, wo das Heil von Jesus ausgeht. Und die Spieler können es ebenso darstellen, indem sie ehrlich auch mit negativen Erscheinungsformen umgehen. Denn sich auf dem Boden zu wälzen, nur um einen Strafstoß oder eine Bestrafung des Gegners "herauszuschinden", ist schlicht unfair. Es sind noch wenige Mannschaften bei der WM. Mögen es ehrliche Spiele werden in dieser letzten Woche, damit wir uns gerne erinnern an den Anfang des Juli 2006, wo man zwar des Siegeswillen erkannte, aber auch den Willen, menschlich miteinander umzugehen, damit niemand auf der Strecke bleibt. Meditation zum (13. Sonntag im Lesejahr B) Tot, gestorben, alles vorbei! Damals bei Jesus und seiner Begegnung mit Jairus und seiner Tochter. Aus, vorbei, verloren! Heute bei der Fußball-WM. Es können nicht alle Weltmeister werden. Und so überfällt manche die große Traurigkeit. Jesus steht vor uns, gibt uns die Hand und sagt: "Steh auf!" Das Leben geht weiter, du lebst nicht umsonst, auf dich warten Aufgaben, für die ich niemand anderen habe als dich. Darum sage ich mein "Ich bin da, o Herr, wenn du mich brauchst." Das Abgestorbensein habe ich überwunden, lass mich wieder von vorne beginnen. Predigtgedanken zum (14. Sonntag im Lesejahr B / Endspiel) Heute geht die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland mit dem Endspiel in Berlin zu Ende. Es gab im Lauf der Wochen viele schöne Spiele, aber leider auch sicher manch unschöne Szene. Eine solche Meisterschaft ist eben ein Spiegelbild der Gesellschaft, in der wir leben. Und dann geht es an das große Beurteilen und Verteilen. Manche bekommen mehr als ihnen gut tut, andere gehen leer aus oder werden gar als Enttäuschung eingestuft: sie haben die Erwartungen nicht erfüllt. Jesus ging es ebenso: "Wir kennen ihn doch, was will er denn?" Und sie lehnten ihn ab, weil er nicht in ihr Schema passte. Vielleicht hat ein Spieler, ein Schiedsrichter, ein Offizieller während der WM auch etwas getan, was nicht ins Schema passte. Ein Fußballer mit Höchstleistung verdankt dies nicht allein sich selbst. Vieles - von sei-

5 nen Eltern bis zum Trainer und nicht zuletzt von Gott, der ihm die Talente gab - verdankt er anderen, wie wir alle, in unserem Leben. So bedanken wir uns bei den vielen Frauen und Männern, die für uns hinter den Kulissen alles Taten, dass diese Weltmeisterschaft ein Ereignis wurde. Wir alle freuten uns über gute Spiele und evtl. das Erreichen eines guten Platzes. Aber wenn es nicht so ist, geht die Welt auch nicht unter. Auch bei einem Gewinn sind die Weltmeister nicht allein die Höchsten. Es gibt vielerlei Maßstäbe. Meditation zum (14. Sonntag im Lesejahr B) Heute geht die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland mit dem Endspiel in Berlin zu Ende. Der Schlusspunkt wird noch einmal ein Event vor allem für die beiden Nationalmannschaften, die sich durchkämpften mit Glück und Können. Spieler werden groß herauskommen, andere haben enttäuscht, jeder bekommt, was er "verdient hat". Aber hängen wir diese Ergebnisse nicht zu hoch? Wie wenn die Welt unterginge oder gerettet würde durch ein Tor, das erzielt wird? Erwartungen kann man erfüllen oder auch nicht. Es kommt oft auf die Sicht der Dinge an. Jesus hat sie in Nazareth auch nicht erfüllt - wie es seine Verwandten wollten. So sieht jeder die Situation anders. Wir aber bringen uns weiter ein in den Lauf unserer Welt, der Siege und Niederlagen relativiert. Denn selbst, wenn wir gewinnen würden, kann uns keiner sagen, er habe die Talente nur aus sich. Danken wir den vielen, die uns geholfen haben, das zu werden, was wir sind, danken wir den vielen Mitarbeitern bei dieser WM, ohne die ein solches Schauspiel nicht möglich gewesen wäre. "Ich habe dem Rasen nicht gedankt", auf dem sie spielten, aber hoffentlich den Mitspielern neben mir schon. Darum Dank an alle! Ich will niemand vergessen!

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