Finanzgruppe Deutscher Sparkassen- und Giroverband

Größe: px
Ab Seite anzeigen:

Download "Finanzgruppe Deutscher Sparkassen- und Giroverband"

Transkript

1 Finanzgruppe Deutscher Sparkassen- und Giroverband Griechenland: Weitere Kredite nur gegen Reformen Standpunkte der Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe 16. Juni 2015 Autoren: Uwe Burkert - LBBW Uwe Dürkop - Berliner Sparkasse Folker Hellmeyer - Bremer Landesbank Dr. Ulrich Kater - DekaBank Dr. Jürgen Michels - BayernLB Dr. Cyrus de la Rubia - HSH Nordbank Dr. Gertrud Traud - Helaba Torsten Windels - NORD/LB Dr. Michael Wolgast - DSGV Koordinator: Dr. Reinhold Rickes - DSGV

2 Seite 2 Eine Lösung im Schuldenstreit mit Griechenland liegt nur in einer umfassenden politischen Einigung über Reformen in Griechenland als Vorbedingung für ein weiteres Unterstützungsprogramm. Scheinlösungen, wie eine Ausgabe von Schuldscheinen, Parallelwährungen oder vorübergehende Euro-Austrittsszenarien, verlagern dagegen die eigentliche Entscheidung nur in die Zukunft: Die Grundproblematik die geringe Leistungsfähigkeit der griechischen Wirtschaft liegt nicht allein in einer fehlenden preislichen Wettbewerbsfähigkeit begründet. Es sind vielmehr die mangelnden Rahmenbedingungen für unternehmerische Aktivitäten auf der einen Seite und dirigistische Eingriffe der Wirtschaftspolitik in die privatwirtschaftlichen Aktivitäten auf der anderen Seite, die die griechische Wirtschaft einschnüren und etwa eine Erweiterung der Exportmöglichkeiten behindern. Unzulänglichkeiten innerhalb der bisherigen wirtschaftlichen Anpassungsprogramme könnten im Rahmen der Verhandlungen über ein drittes Kreditprogramm thematisiert werden. Wesentlich sind jedoch die grundsätzliche Akzeptanz des Konditionalitätsprinzips und damit die Bereitschaft auf griechischer Seite zu Veränderungen. Ein weiteres Hilfsprogramm wäre nicht zielführend und politisch in den Geberländern nicht vermittelbar, wenn das Anpassungsprogramm für Griechenland nicht substanzielle und messbare Reformschritte umfasst. Hilfen sind sinnvoll als zeitliches Überbrücken bis Reformen greifen, nicht jedoch als Dauerlösung. Insofern müssen die Reformen wirtschaftliche Grundlagen haben und nicht allein dem Ziel dienen, Auflagen der Geldgeber zu erfüllen. Im Fall einer Einigung mit Griechenland über ein wirkliches Reformprogramm können finanzielle Hilfen nicht nur in der Bereitstellung neuer Gelder, sondern auch in weiteren Schuldenerleichterungen bestehen. Diese könnten durch die Kreditgeber-Institutionen ebenfalls im Rahmen eines Reformprogramms mit überprüfbaren Meilensteinen schrittweise gewährt werden. Der gegenwärtige Schuldenstand Griechenlands ist zu hoch und so auf Dauer nicht tragbar. Ist eine Einigung mit der griechischen Regierung nicht erzielbar, wäre dagegen ein Ausscheiden des Landes aus dem Euro die bittere, aber notwendige Konsequenz. Auch hierfür wäre eine Begleitung des Landes durch seine bisherigen Währungspartner notwendig. Ein Austritt würde hohe Schuldenausfälle erzeugen sowie ein einmaliges sofortiges Hilfsprogramm in Milliardenhöhe notwendig machen, um die größten wirtschaftlichen Belastungen in Griechenland abzufedern.

3 Seite 3 Griechenland: Weitere Kredite nur gegen Reformen Die Zeit drängt Der scheinbar endlos anhaltende Schuldenstreit mit Griechenland verlangt immer dringender nach Entscheidungen. Zum ersten läuft Ende Juni das bislang noch nicht komplettierte zweite Unterstützungsprogramm von Europäischer Union, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds aus. Zum zweiten droht gegen Ende Juni ohne neue Vereinbarungen mit den europäischen Partnern mit großer Sicherheit der Zahlungsausfall gegenüber den staatlichen Gläubigern wahrscheinlich zunächst gegenüber dem IWF, im Juli dann auch gegenüber der EZB. Der Einsatz im gegenwärtigen Schuldenstreit ist hoch, vor allem politisch Die griechischen Verhandlungsinteressen sind politischer und wirtschaftlicher Art. Die griechische Bevölkerung möchte mehrheitlich den Umfragen zufolge den politischen Verbund der Europäischen Union wie auch den des Euro nicht verlassen. Ebenso groß ist jedoch auch das wirtschaftliche Interesse an weiteren Erleichterungen bei den bestehenden Schulden-, Zins- und Reformlasten. Für die Europäische Union wie auch die Euro-Staaten sind zwar die wirtschaftlichen Interessen ebenfalls groß die potenziellen Forderungsausfälle allein der staatlichen Kreditgeber belaufen sich auf rund 3 Prozent des BIP des Euroraums, jedoch steht hier das politische Interesse im Vordergrund, die Institution des Euro nicht durch ein Aufbrechen der Währungsunion zu beschädigen. Allerdings muss beachtet werden, dass eine Beschädigung der Währungsunion durch eine weitere Aufweichung von Regeln und Anreizen ebenfalls geschehen würde. Hinzu kommen auf europäischer Seite aber auch geopolitische Erwägungen des Verhältnisses zu Griechenland insgesamt. Die griechische Verhandlungsführung hat bislang danach getrachtet, durch die Andeutung der gravierenden Konsequenzen, sollte das Land den Euro verlassen, Druck auf die Euro-Partner aufzubauen. Diese versteckte Drohung ist aus rein wirtschaftlicher Sicht nicht mehr sehr gehaltvoll. Zwar könnten sich durch eine neue Einschätzung des Euro an den Finanzmärkten nach einem Austritt Griechenlands negative Effekte auf alle Länder des Euroraums als Investitionsstandort ergeben, diese Effekte wären jedoch vermutlich gering. Zu unterschiedlich ist inzwischen die Wahrnehmung Griechenlands und der anderen Länder des Euroraums. Bis auf vorübergehende Schwankungen an Aktien-, Renten- und Devisenmärkten in einer Ankündigungsphase des Austritts hielten sich die direkten Reaktionen in Grenzen. Dies liegt daran, dass eine unmittelbare Ansteckung des Finanzsystems durch Abschreibungen aufgrund der Forderungen und Verbindlichkeiten der Banken gegenüber Griechenland [für Deutschland nach Zahlen der Deutschen Bundesbank (März 2014) nur 0,9 Prozent aller Forderungen] nicht mehr gegeben ist und eine mögliche Spekulationswelle gegen andere Euro-Länder außerdem auch durch die EZB und den ESM abgesichert wäre. Außerhalb Griechenlands wären die größten unmittelbaren Schäden eines Austritts Griechenlands aus dem Euro damit wohl eher politischer Natur.

4 Seite 4 Aber auch ein solcher Glaubwürdigkeitsverlust des politischen Projekts Europa und die hieraus resultierende Ungewissheit sowie die mögliche Destabilisierung, die in Griechenland selbst einsetzen könnte, sind hohe Einsätze. Daher sollten die Verhandlungen ausdauernd weiter geführt werden, allerdings nur solange eine realistische Chance auf eine Einigung besteht. Ein wahrscheinliches, aber schlechtes Szenario: Default Griechenlands im Euro Im Kern entsprechen die aktuellen Verhandlungen zwischen Griechenland und seinen Geldgebern bereits einem Zahlungsverzug Griechenlands (Arrear). Solange es nicht zu einer politischen Einigung kommt, ist als nächste Eskalationsstufe ein Staatsbankrott Griechenlands ein Default (die Erklärung der Zahlungsunfähigkeit) innerhalb des Euros sehr wahrscheinlich. Dies könnte mit strengen Kapitalverkehrskontrollen, der Schließung von Banken und der Emission eines parallelen Zahlungsmittels zumindest als Verrechnungseinheit einhergehen. Die EZB müsste im Vertrauen auf eine endlich zu erreichende Verhandlungslösung die bisherige Notfall-Liquiditätsversorgung durch die griechische Zentralbank (ELA, Emergency Liquidity Assistance) möglicherweise zumindest eine Zeit lang weiter aufrechterhalten, obwohl die griechischen Banken faktisch insolvent wären. In diesem Fall sollte sie jedoch eine Frist nennen, bis zu der die Euro-Versorgung aufrecht erhalten werden würde. Zwar würde in einem solchen Szenario in Griechenland weiterhin (auch) der Euro verwendet, und Griechenland bliebe (offiziell) Mitglied des Euroraums. Faktisch käme es jedoch mehr und mehr zur Verwendung des neuen Parallelgeldes. Die Nachteile dieses Szenarios lägen auf Seiten der griechischen Unternehmen, die unter einem nicht funktionierenden Bankensystem noch stärker zu leiden hätten als jetzt. Ausländische Investoren würden Griechenland meiden. Private Haushalte wären ebenfalls benachteiligt, da sie über ihre Euro-Guthaben nur beschränkt verfügen könnten. Nachteile lägen auch auf Seiten der ausländischen staatlichen Gläubiger, die keinen Schuldendienst mehr erhalten würden, auch wenn de facto nach den derzeitigen Verträgen frühestens ab 2020 Schuldentilgungen vereinbart sind und die Zinssätze für die griechischen Schulden vergleichsweise moderat liegen. Die Vorteile dieses Szenarios lägen für die griechische Regierung darin, dass trotz der fiskalischen Lage Griechenlands dann eine weniger stark restriktive Fiskalpolitik möglich würde. In diesem Szenario würde sich der Internationale Währungsfonds vermutlich endgültig aus sämtlichen Griechenland-Programmen zurückziehen. Damit wäre eine wichtige politische und technische Kraft beim Beschreiten eines Reformweges eliminiert. Der IWF war bislang als unabhängige Institution in der Lage, wesentlich stringenter an der Umsetzung von Anpassungsprogrammen festzuhalten als die europäischen Institutionen, zumal der IWF im Gegensatz zu den europäischen Institutionen aus Jahrzehnten über entsprechende Erfahrungen im Umgang mit souveränen Schuldenstaaten an der Grenze zur Zahlungsunfähigkeit verfügt. Ein solcher Status eines Default Griechenlands innerhalb des Euro wäre ein Zustand, der sich sicherlich Wochen und Monate hinziehen könnte. Letztlich kann ein Land mit derart chaoti-

5 Seite 5 schen Geld-Verhältnissen aber nicht auf Dauer leben. Daher stellen sich auch in einem solchen Szenario in einigen Monaten wieder neu die Fragen, die auch gegenwärtig diskutiert werden. Auch nach einigen Monaten chaotischer Verhältnisse im Zuge eines griechischen Default sollte die europäische Politik eine Veränderung des Default-Status (also einen Verzicht auf die ausgefallenen Rückzahlungen sowie ein drittes Unterstützungsprogramm) auf gar keinen Fall ohne wiederum nur gegen ein Reformprogramm gewähren. Den griechischen Verhandlungspartnern müsste deutlich gemacht werden, dass die Bedingungen dann sogar noch härter ausfallen würden als wenn es bereits jetzt zu einer Übereinkunft käme. Insofern bleibt offen, ob es gelingen würde, Griechenland dann wieder vollständig zurück in den Euroraum bzw. auch nur in den internationalen Kapitalverkehr zu integrieren. Kommt es aber auch zu diesem späteren Zeitpunkt nicht zu einer Einigung, ist ein Ausscheiden des Landes aus dem Euro die wahrscheinlichste Entwicklung. Allerdings lässt sich angesichts der vielfältigen politischen und gesellschaftlichen Unwägbarkeiten innerhalb einer solchen Ausnahmesituation die auch für Griechenland selbst angesichts seiner finanzhistorischen Erfahrungen sehr schmerzhaft sein dürfte wenig über die weitere Entwicklung vorhersagen. Nach Auffassung der Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe liegt daher eine Lösung im Schuldenstreit und damit für die weitere Mitgliedschaft Griechenlands im Euro nur in einer umfassenden politischen Einigung über die Bedingungen für eine weitere Kreditvergabe und damit für ein weiteres Unterstützungsprogramm. Alle finanztechnischen Konstruktionen wie eine Ausgabe von Schuldscheinen, Parallelwährungen oder vorübergehende Euro-Austrittsszenarien sind dauerhaft nicht praktikabel und damit Scheinlösungen. Eine Währung setzt eine umfassende Verwendung voraus und nicht eine Umgehung durch komplizierte und intransparente finanztechnische Arrangements. Eine Währungsunion selbständiger Staaten lebt von der Fähigkeit ihrer Mitglieder zum politischen Kompromiss bei der Austarierung der finanziellen Rechte und Pflichten im Rahmen der geltenden Regeln. Der Weg in eine Parallelwährung wäre daher für Griechenland letztlich der Einstieg in den Ausstieg aus der Währungsunion. Dennoch - Grundsatz der Konditionalität einhalten, sonst keine weiteren Kredite Die weitere Bewältigung der griechischen Schuldenkrise muss sich in Bahnen bewegen, die durch die früheren beiderseitigen Bemühungen angelegt waren, wobei nur über die Details der Ausgestaltung eines weiteren Anpassungsplanes Verhandlungsspielraum besteht. In der internationalen Finanzordnung ist Konditionalität bei der Kreditvergabe an Staaten, die keinen oder nur unzureichenden Zugang zum Kapitalmarkt haben, ein fest etabliertes Prinzip: Der öffentliche Kreditgeber vereinbart mit dem öffentlichen Kreditnehmer ein wirtschaftspolitisches Anpassungsprogramm, um die wirtschaftliche und damit auch die finanzielle Leistungsfähigkeit des Nehmerlandes zu verbessern. Hiervon kann es auch im Rahmen der Kreditvergabe innerhalb der Europäischen Währungsunion keine Ausnahme geben, solange unter den Mitgliedstaaten keine echte Fiskalunion bzw. darüber hinaus eine Politische Union etabliert ist. Ein Abweichen von diesem Prinzip würde jegliche nachhaltige Finanzpolitik und Reformanstrengungen in anderen Ländern des Euro entmutigen und damit der künftigen finanziellen Solidität des Euroraums weiteren Schaden zufügen zusätzlich zu dem Vertrauensverlust, dem die EZB

6 Seite 6 durch ihre erzwungenen Sonderprogramme zur Rettung des Euro bislang schon ausgesetzt ist. Bei Ausfällen von Zahlungen an die EZB und den IWF muss die EZB daher schließlich auch die Genehmigung für die Notfall-Fazilitäten widerrufen und damit die ELA-Kredite fällig stellen, um die Verhandlungen über eine Beendigung des Default-Zustandes zu beschleunigen und damit keinen weiteren Verlust an Glaubwürdigkeit zulassen. In der öffentlichen Debatte gibt es dabei immer wieder Missverständnisse über die Bedeutung der bislang gewährten Hilfen der europäischen Partnerländer an Griechenland. Konkret wird moniert, dass die an das Land gegebenen öffentlichen Gelder nur an die Banken gegangen seien. Es ist richtig: Ein großer Teil der an Griechenland ausgereichten Mittel ist im Zuge von Rückzahlungen auslaufender Anleihen an Finanzinstitutionen als Halter dieser Anleihen geflossen. Der Enttäuschung, dass die Gelder nicht in Griechenland selbst ankommen, liegt jedoch ein falsches Verständnis des Charakters dieses Programms zugrunde. Die Hilfen für Griechenland waren von Anfang an kein Hilfs-Programm im Sinne von Transfers zur Hebung des Lebensstandards oder von Wirtschaftshilfen zur Bereitstellung öffentlicher Leistungen in Griechenland während schwieriger Zeiten. Vielmehr handelte es sich von Anfang an um ein reines Stabilisierungsprogramm für die griechischen Staatsfinanzen, nachdem der private Finanzsektor spätestens seit dem Jahr 2010 angesichts der Höhe der aufgelaufenen Schulden nicht mehr bereit war, diese zu tragbaren Zinskonditionen zu prolongieren. Das Unterstützungsprogramm für Griechenland bewirkt in der Hauptsache lediglich einen Austausch der privaten Gläubiger gegen öffentliche Gläubiger. Damit wurden dem europäischen Finanzsektor hinter dem private Haushalte als Kunden von Banken ebenso stehen wie die Sparer bei Kapitalsammelstellen oder die Versicherten in der privaten Altersvorsorge die Verluste eines offenen griechischen Staatsbankrotts erspart, allerdings musste im März 2012 ein partieller Schuldenschnitt hingenommen werden. Auch der griechische Staat wurde vor diesen selbst gegenüber der jetzigen Lage noch ernsthafteren Folgen eines Staatsbankrotts bewahrt. Dahinter stand die Hoffnung, dass das Land beginnend mit der Laufzeit dieses Programms und darauf aufbauend im Laufe der kommenden Jahre und Jahrzehnte aus eigener Kraft in der Lage sein würde, seine Leistungsfähigkeit zu verbessern und seine Verbindlichkeiten wenigstens verzögert und schrittweise zu bedienen. Das Programm ist somit von dieser Grundkonstruktion her in der Hauptsache von Anfang an auf Eigen-Anstrengungen von griechischer Seite angelegt gewesen. Möglichkeiten der Konditionalität Im Rahmen des ersten Unterstützungsprogramms hatte Griechenland eine solche bedingte Kreditvergabe mitgetragen. Auch wenn frühere griechische Regierungen bei der Umsetzung von Reformen deutlich langsamer voran kamen als vereinbart, waren erste Erfolge der eingeleiteten wirtschaftlichen Reformmaßnahmen bis Ende 2014 erkennbar, insbesondere eine Trendwende bei der Wirtschaftsleistung. Ohne die Unterbrechung dieser Bemühungen durch die neue Regierung wäre Griechenland auf dem Erholungspfad bereits weiter vorangeschritten. Die Grundproblematik bei der mangelnden Leistungsfähigkeit der griechischen Wirtschaft liegt nicht allein in einer fehlenden preislichen Wettbewerbsfähigkeit. Der geringe Diversifizie-

7 Seite 7 rungsgrad der Wirtschaft und mangelnde unternehmerische Aktivität bei einem zu großen Staatssektor sind für eine geringe Produktivität mit verantwortlich. Dies liegt auch an schwachen und unsicheren Rahmenbedingungen für unternehmerisches Handeln auf der einen Seite und dirigistischen Eingriffen der Wirtschaftspolitik in die privatwirtschaftlichen Aktivitäten auf der anderen Seite. Ein Ausstieg Griechenlands aus dem Euro und eine zu erwartende Abwertung der neuen Währung würden insofern voraussichtlich die gravierenden Strukturprobleme des Landes gar nicht beseitigen. Die Prioritäten innerhalb der bisherigen wirtschaftlichen Anpassungsprogramme könnten im Rahmen der Verhandlungen über ein drittes Kreditprogramm zwar thematisiert und geändert werden. Beispielsweise ist die Höhe des zu erwirtschaftenden Primärüberschusses (Haushaltsüberschuss vor Zinszahlungen) verhandelbar, ebenso wie etwa die weiteren Rückzahlungskonditionen. Auch sollte das Schwergewicht der Anpassungen bei Arbeitsmarktreformen, bei institutionellen Veränderungen wie dem Aufbau eines effektiven Steuer- und Abgabensystems, der Eindämmung des überdimensionierten Pensionswesens, mehr Effizienz bei öffentlichen Dienstleistungen und dem Abbau von Regulierungen auf Güter- und Dienstleistungsmärkten liegen. Solche Neupriorisierungen können in den Verhandlungen zwischen den Experten der griechischen Seite und den Institutionen festgelegt werden. Wesentlich ist aber die grundsätzliche Akzeptanz des Konditionalitätsprinzips und damit die Bereitschaft zu Veränderungen. Ein neues Programm wäre nicht zielführend und politisch in den Geberländern nicht vertretbar, wenn das Anpassungsprogramm nicht substanzielle und messbare Reformschritte umfasst. Würde dieses Konditionalitätsprinzip von der griechischen Seite akzeptiert, ist nach unserer Meinung sogar ein weiteres Entgegenkommen durch die Kreditgeber nicht nur möglich, sondern mittelfristig sogar geboten. Um Griechenland eine Perspektive zu bieten, ist ein langfristiger Sanierungsplan vorstellbar, in dem periodische Schuldenerleichterungen an das Erreichen festgelegter Reformziele geknüpft sind. Ein solches Vorgehen würde allerdings auch innerhalb der Währungsunion eine Ausnahme darstellen und wäre eine Konzession an die leider bereits erreichte und mit Recht als nicht tragbar erkannte Schuldenlast Griechenlands. Auf keinen Fall dürfen Schuldenerleichterungen aber ohne nachprüfbare Reformschritte gewährt werden, denn ein niedrigerer Schuldenstand würde es Griechenland ermöglichen, an den Märkten neue Verschuldung aufzunehmen. Letzteres sollte für eine Übergangsphase ohnehin besser Griechenland untersagt werden. Grexit ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro - als Rückfalloption Die Verhandlungen mit Griechenland sollten insofern konsequent und ausdauernd geführt werden, um zu dem Verhandlungsziel eines Reformplans für Griechenland als Voraussetzung für weitere finanzielle Hilfen zu gelangen. Sollte eine solche grundlegende und nachhaltige Einigung der Geberinstitutionen mit der griechischen Regierung nicht möglich sein und soll Griechenland trotzdem unbedingt im Euro gehalten werden, blieben als eine Alternative nur noch reine Wirtschaftshilfen übrig, also Transfers wohlhabenderer Länder an Griechenland als Hilfe zur Entwicklung des Landes.

8 Seite 8 Diese Alternative ist ökonomisch jedoch wegen der davon ausgehenden Fehlanreize für Griechenland selbst wie für andere Länder nicht anzuraten; sie würde innerhalb des Euroraums zudem auch die Frage aufwerfen, warum Griechenland derartige Mittel im Gegensatz zu anderen, wirtschaftlich durchaus weniger wohlhabenden Ländern erhalten sollte. Damit würde ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro notwendig werden, sollte es nicht zu einer Einigung über Reformen kommen. Auch hierfür wäre aber eine Begleitung des Landes durch seine bisherigen Währungspartner hilfreich. Ein Austritt Griechenlands aus dem Euro würde hohe Schuldenausfälle verursachen sowie ein humanitäres Hilfsprogramm (Transfers) in Milliardenhöhe notwendig machen, um die größten wirtschaftlichen Belastungen in Griechenland abzufedern. Durch Verhandlungen über eine einvernehmliche Trennung könnte aber beispielsweise erreicht werden, dass Griechenland Mitglied der Europäischen Union bleibt.

9 Finanzgruppe Deutscher Sparkassen- und Giroverband Zuletzt veröffentlichte Standpunkte der Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe 20. April 2015 Deflationssorgen übertrieben 19. Januar 2015 Kann ein schwacher Euro die Probleme im Euroraum lösen? 17. Oktober 2014 EZB in der Sackgasse 8. September 2014 Europa Wachstum in Zeiten der Konsolidierung schaffen 31. März 2014 Spanien: Europäisches Erfolgsmodell 10. März 2014 Wirtschafts- und finanzpolitische Agenda Deutschlands 10. Februar 2014 Produktionspotential Wo liegen die Chancen für Deutschland? 13. Januar 2014 Geldpolitik nicht überfordern Disclaimer: Diese Darstellungen inklusive Einschätzungen wurden von den Chefvolkswirten der Sparkassen-Finanzgruppe nur zum Zwecke der Information des jeweiligen Empfängers erstellt. Die Informationen stellen weder ein Angebot, eine Einladung zur Zeichnung oder zum Erwerb von Finanzinstrumenten noch eine Empfehlung zum Erwerb dar. Die Informationen oder Dokumente sind nicht als Grundlage für irgendeine vertragliche oder anderweitige Verpflichtung gedacht, noch ersetzen sie eine (Rechts- und / oder Steuer) Beratung; auch die Übersendung dieser stellt keine derartige beschriebene Beratung dar. Die hier abgegebenen Einschätzungen wurden nach bestem Wissen und Gewissen getroffen, können im Detail auch andere Erkenntnisse als aktuelle Research-Publikationen der Landesbanken/DekaBank enthalten und stammen (teilweise) aus von uns nicht überprüfbaren, allgemein zugänglichen Quellen. Eine Haftung für die Vollständigkeit, Aktualität und Richtigkeit der gemachten Angaben und Einschätzungen, einschließlich der rechtlichen Ausführungen, ist ausgeschlossen. Jeder Empfänger sollte eine eigene unabhängige Beurteilung, eine eigene Einschätzung und Entscheidung vornehmen. Insbesondere wird jeder Empfänger aufgefordert, eine unabhängige Prüfung vorzunehmen und/oder sich unabhängig fachlich beraten zu lassen und seine eigenen Schlussfolgerungen im Hinblick auf wirtschaftliche Vorteile und Risiken unter Berücksichtigung der rechtlichen, regulatorischen, finanziellen, steuerlichen und bilanziellen Aspekte zu ziehen. Sollten Kurse/Preise genannt sein, sind diese freibleibend und dienen nicht als Indikation handelbarer Kurse/Preise.

Nicht ein Schuldenschnitt, ein Wachstumsprogramm wäre der richtige Weg

Nicht ein Schuldenschnitt, ein Wachstumsprogramm wäre der richtige Weg 1 Die Welt http://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article136849514/hilfen-fuer-griechenland.html 28.01.2015 Hilfen für Griechenland Nicht ein Schuldenschnitt, ein Wachstumsprogramm wäre der richtige

Mehr

Die Krise in der Eurozone Mythen, Fakten, Auswege

Die Krise in der Eurozone Mythen, Fakten, Auswege Die Krise in der Eurozone Mythen, Fakten, Auswege Seminar: Geld ist genug da? Möglichkeiten zur Finanzierung einer neuen Wirtschafts- und Sozialpolitik 17.9.211, DGB Region Niedersachsen-Mitte, Celle Florian

Mehr

Entstehung und Entwicklung der griechischen Krise. Nürnberg, 8.7.2015

Entstehung und Entwicklung der griechischen Krise. Nürnberg, 8.7.2015 Entstehung und Entwicklung der griechischen Krise Nürnberg, 8.7.2015 Historischer Hintergrund Deutsche Mark im Wechselkurssystem Wiedervereinigung 1990 Vertrag von Maastricht 1992 Kritik der Volkswirte

Mehr

Finanzgruppe Deutscher Sparkassen- und Giroverband

Finanzgruppe Deutscher Sparkassen- und Giroverband Standpunkt Kann ein schwacher Euro die Probleme im Euroraum lösen? der Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe 19. Januar 2015 Chefvolkswirt Uwe Burkert - LBBW Chefvolkswirt Uwe Dürkop - Berliner Sparkasse

Mehr

JOACHIM POß MITGLIED DES DEUTSCHEN BUNDESTAGES STELLVERTRETENDER VORSITZENDER

JOACHIM POß MITGLIED DES DEUTSCHEN BUNDESTAGES STELLVERTRETENDER VORSITZENDER JOACHIM POß MITGLIED DES DEUTSCHEN BUNDESTAGES STELLVERTRETENDER VORSITZENDER SPD-BUNDESTAGSFRAKTION PLATZ DER REPUBLIK 1 11011 BERLIN An alle Mitglieder der SPD-Bundestagsfraktion 21. Juli 2011 Ergebnisse

Mehr

Berlin Aktuell Newsletter der Bundestagsabgeordneten Bärbel Bas & Mahmut Özdemir Sonderausgabe Griechenland 20.7.2015

Berlin Aktuell Newsletter der Bundestagsabgeordneten Bärbel Bas & Mahmut Özdemir Sonderausgabe Griechenland 20.7.2015 1 WEITERE HILFEN FÜR GRIECHENLAND Griechenland hat eine Bewährungsprobe bestanden An diesem Freitag hat der Bundestag in namentlicher Abstimmung einen Antrag der Bundesregierung beschlossen, Griechenland

Mehr

Die Maßnahmen zur Stabilisierung des Euro. Zeittafel der Maßnahmen (mit Links zu weiterführender Information): Zusatzthema zu Modul 6 Währungsunion

Die Maßnahmen zur Stabilisierung des Euro. Zeittafel der Maßnahmen (mit Links zu weiterführender Information): Zusatzthema zu Modul 6 Währungsunion Zusatzthema zu Modul 6 Währungsunion Die Maßnahmen zur Stabilisierung des Euro Die Schuldenkrise Griechenlands und anderer Euro-Staaten seit 2010 hat zu Reformen geführt, die den Euro und die Wirtschafts-

Mehr

Haushalts- und Finanzkrise

Haushalts- und Finanzkrise Einführung in das politische System der Europäischen Union WS 2012/13 Haushalts- und Finanzkrise Wird der Euro überleben? Prof. Dr. Jürgen Neyer Die Theorie optimaler Währungsräume Eine gemeinsame Währung

Mehr

Rettungspaket für Griechenland - EFSF - ESM

Rettungspaket für Griechenland - EFSF - ESM Rettungspaket für Griechenland - EFSF - ESM Nach einer Rettungsaktion im Jahre 2010 wurde im Februar 2012 ein weiteres Griechenlandpaket beschlossen. Die Euro-Staaten erklärten sich bereit, Griechenland

Mehr

Hilfen für Griechenland. Hintergrundinformationen

Hilfen für Griechenland. Hintergrundinformationen Hilfen für Griechenland Hintergrundinformationen Hilfen für Griechenland Hintergrundinformationen Am 19. August 2015 hat der Deutsche Bundestag in einer Sondersitzung ein neues Hilfspaket für Griechenland

Mehr

s Finanzgruppe Deutscher Sparkassen- und Giroverband

s Finanzgruppe Deutscher Sparkassen- und Giroverband s Finanzgruppe Deutscher Sparkassen- und Giroverband Standpunkt Der Europäische Stabilitätsmechanismus ersetzt den Rettungsschirm, ist aber allein keine Lösung der Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe

Mehr

Stabilisierung des Euro und der Euro-Rettungsschirm

Stabilisierung des Euro und der Euro-Rettungsschirm Ulrich Lange Mitglied des Deutschen Bundestages 11011 Berlin Platz der Republik 1 Telefon: 030 / 227-77990 Telefax: 030 / 227-76990 email: ulrich.lange@bundestag.de Internet: www.ulrich-lange.info 86720

Mehr

Finanzgruppe Deutscher Sparkassen- und Giroverband

Finanzgruppe Deutscher Sparkassen- und Giroverband Finanzgruppe Deutscher Sparkassen- und Giroverband Standpunkt EZB-Anleihekäufe bleiben ein problematischer Notbehelf der Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe 18. Oktober 2012 Chefvolkswirt Uwe Dürkop

Mehr

s Finanzgruppe Deutscher Sparkassen- und Giroverband

s Finanzgruppe Deutscher Sparkassen- und Giroverband s Finanzgruppe Deutscher Sparkassen- und Giroverband Standpunkt Finanztransaktionssteuer: Eine kritische Würdigung der Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe 28. August 2012 Chefvolkswirt Uwe Dürkop

Mehr

Weltspartags-Wochen! Gut aufgestellt mit den Zertifikaten der DekaBank.

Weltspartags-Wochen! Gut aufgestellt mit den Zertifikaten der DekaBank. Weltspartags-Wochen! Gut aufgestellt mit den Zertifikaten der DekaBank. Weltspartag 2014 Express- Zertifikat Relax der DekaBank Neue Perspektiven für mein Geld. 1 DekaBank Deutsche Girozentrale 1 Informationen

Mehr

INFORMATIONEN & RECHERCHEN

INFORMATIONEN & RECHERCHEN INFORMATIONEN & RECHERCHEN 07.07.2015 Ansprechpartner: Matthias Schäfer Leiter Das Referendum in Griechenland Ein Drehbuch der möglichen Folgen Konrad-Adenauer-Stiftung e.v. Hauptabteilung Klingelhöferstr.

Mehr

Handel mit Staatsanleihen: Der Tabubruch

Handel mit Staatsanleihen: Der Tabubruch Handel mit Staatsanleihen: Der Tabubruch 1. Kompetenzen Die Schülerinnen und Schüler sollen... 1. die derzeitigen Entwicklungen im Markt für Staatsanleihen, die hierfür verantwortlichen Ursachen sowie

Mehr

Der Euro in der Finanzmarktkrise. Über Schulden und die Gefahr des Kollaps DAS THEMA. Margit Schratzenstaller

Der Euro in der Finanzmarktkrise. Über Schulden und die Gefahr des Kollaps DAS THEMA. Margit Schratzenstaller Der Euro in der Finanzmarktkrise Margit Schratzenstaller Über Schulden und die Gefahr des Kollaps Diverse Länder der Euro-Zone sind in eine Staatsschuldenkrise geraten. Neben einem unumgänglichen kurzfristigen

Mehr

Finanzgruppe Deutscher Sparkassen- und Giroverband. Standpunkt. Trotz Entspannung an den Finanzmärkten: Herausforderungen bleiben bestehen

Finanzgruppe Deutscher Sparkassen- und Giroverband. Standpunkt. Trotz Entspannung an den Finanzmärkten: Herausforderungen bleiben bestehen Finanzgruppe Deutscher Sparkassen- und Giroverband Standpunkt Trotz Entspannung an den Finanzmärkten: Herausforderungen bleiben bestehen der Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe 18. Februar 2013

Mehr

EUD-konkret 2/2010. Häufig gestellte Fragen zur Finanzkrise Griechenlands. 1. Warum braucht Griechenland Geld?

EUD-konkret 2/2010. Häufig gestellte Fragen zur Finanzkrise Griechenlands. 1. Warum braucht Griechenland Geld? EUD-konkret 2/2010 Häufig gestellte Fragen zur Finanzkrise Griechenlands 1. Warum braucht Griechenland Geld? 1 2. Warum setzt sich die Europa-Union Deutschland für die Unterstützung Griechenlands ein?

Mehr

Grexit: Was nun, Herr Tsipras?

Grexit: Was nun, Herr Tsipras? Grexit: Was nun, Herr Tsipras? 1. Kompetenzen Die Schülerinnen und Schüler sollen... 1. den aktuellen Stand der Verhandlungen zwischen der griechischen Regierung und den relevanten Institutionen bezüglich

Mehr

Die Griechenlandkrise

Die Griechenlandkrise Die Griechenlandkrise Ein Symptom der europäischen Schuldenkrise Prof. Dr. U. Guckelsberger Die Griechenlandkrise SS 2012 Inhalt Konvergenzkriterien Griechenlands Weg in die Währungsunion Grundlagen der

Mehr

Niedrigzinsen gefährden Wohlstand und Stabilität

Niedrigzinsen gefährden Wohlstand und Stabilität Finanzgruppe Deutscher Sparkassen- und Giroverband Standpunkt Niedrigzinsen gefährden Wohlstand und Stabilität der Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe 5. November 2012 Chefvolkswirt Uwe Dürkop -

Mehr

Die Europäische Währungsunion: House of Cards

Die Europäische Währungsunion: House of Cards Die Europäische Währungsunion: House of Cards Thomas Mayer Founding Director Flossbach von Storch Research Institute www.fvs-ri.com Bei der Geburt wurden dem Euro zwei Anlagen mitgegeben Warengeld (Mittel

Mehr

Europäische Finanzhilfen im Überblick (Stand: 31. Juli 2015)

Europäische Finanzhilfen im Überblick (Stand: 31. Juli 2015) Europäische Finanzhilfen im Überblick (Stand: 31. Juli 2015) Die wichtigsten Zahlen zu den europäischen Finanzhilfen durch die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF), den Europäischen Finanzstabilisierungsmechanismus

Mehr

Wie geht es weiter mit der Eurozone?

Wie geht es weiter mit der Eurozone? Wie geht es weiter mit der Eurozone? DR. GERTRUDE TUMPEL- GUGERELL OPEN LECTURE, FH WIENER NEUSTADT 24.OKTOBER 2013 Agenda 1. Euro eine Erfolgsgeschichte 2. Ist die Krise überwunden? 3. Was wurde strukturell

Mehr

2. Was sind die Folgen für die Unabhängigkeit der Geldpolitik, die Budgethoheit des Deutschen Bundestages und die Funktionsfähigkeit des ESM?

2. Was sind die Folgen für die Unabhängigkeit der Geldpolitik, die Budgethoheit des Deutschen Bundestages und die Funktionsfähigkeit des ESM? Prof. Dr. Clemens Fuest Präsident T. +49621/1235-100, -101 F. +49621/1235-222 E-Mail fuest@zew.de Mannheim, 10. Juni 2013 Stellungnahme gegenüber dem Bundesverfassungsgericht anlässlich der mündlichen

Mehr

Financial Market Outlook

Financial Market Outlook ECONOMIC RESEARCH & CORPORATE DEVELOPMENT Financial Market Outlook 25.02.2011 Dr. Michael Heise Szenarien zur Staatsverschuldung in Europa SZENARIEN ZUR STAATSVERSCHULDUNG IN EUROPA Die Risikoprämien,

Mehr

eurogipfel sichert die stabilität unserer währung

eurogipfel sichert die stabilität unserer währung europa eurogipfel sichert die stabilität unserer währung Bundeskanzlerin angela Merkel setzt zentrale deutsche positionen durch die mitte. Euro-Sondergipfel am 21. Juli 2011 Die Staats- und Regierungschefs

Mehr

Einlagen bei Sparkassen sind sicher

Einlagen bei Sparkassen sind sicher S Finanzgruppe Deutscher Sparkassenund Giroverband Einlagen bei Sparkassen sind sicher Information für Kunden der Sparkassen Fragen und Antworten zu den Störungen auf den internationalen Finanzmärkten

Mehr

Prof. Dr. rer. pol. Norbert Konegen. downloads: www.p8-management.de/universität konegen@uni-muenster.de

Prof. Dr. rer. pol. Norbert Konegen. downloads: www.p8-management.de/universität konegen@uni-muenster.de Prof. Dr. rer. pol. Norbert Konegen downloads: www.p8-management.de/universität konegen@uni-muenster.de SS 2015 Im Rahmen des Projekts Europäische Bankenunion (Teilbereich Bankenaufsicht) hat die Europäische

Mehr

Der Euro und die Krise

Der Euro und die Krise Der Euro und die Krise Prof. Dr. Ulrich Brasche Economics / European Integration FH Brandenburg brasche@fh-brandenburg.de Fragen zur Krise Vortrag Vorab: Was wissen und verstehen wir? Wie kam es zur Krise?

Mehr

DAS URTEIL DES BUNDESVERFASSUNGSGERICHTS ZUM ESM-VERTRAG UND ZUM FISKALVERTRAG VOM 12. SEPTEMBER 2012 HINTERGRÜNDE UND INFORMATIONEN

DAS URTEIL DES BUNDESVERFASSUNGSGERICHTS ZUM ESM-VERTRAG UND ZUM FISKALVERTRAG VOM 12. SEPTEMBER 2012 HINTERGRÜNDE UND INFORMATIONEN DAS URTEIL DES BUNDESVERFASSUNGSGERICHTS ZUM ESM-VERTRAG UND ZUM FISKALVERTRAG VOM 12. SEPTEMBER 2012 HINTERGRÜNDE UND INFORMATIONEN Informationen zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum ESM-Vertrag

Mehr

Die Euro Krise. Ursachen, Folgen und Lösungsmöglichkeiten Prof. Dr. Kathrin Johansen (Juniorprofessur Empirische Wirtschaftsforschung) Vortrag im Rahmen des 5. Jahreskongress der Landeszentrale für politische

Mehr

Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen 2014/1123040 vom 15. Dezember 2014

Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen 2014/1123040 vom 15. Dezember 2014 Deutscher Bundestag Drucksache 18/3532 18. Wahlperiode 15.12.2014 Antrag* des Bundesministeriums der Finanzen Finanzhilfen zugunsten Griechenlands; technische Verlängerung und Fortführung der Stabilitätshilfe

Mehr

So funktionieren die Rettungsschirme

So funktionieren die Rettungsschirme So funktionieren die Rettungsschirme Es gibt zwei Euro-Rettungsschirme den modifizierten vorläufigen Mechanismus EFSF und seinen dauerhaften Nachfolger ESM, der Mitte 2013 in Kraft tritt. Beide Instrumente

Mehr

Fakten, Analysen, Positionen 39 Sparkassen sind in der Finanzmarktkrise noch wichtiger geworden

Fakten, Analysen, Positionen 39 Sparkassen sind in der Finanzmarktkrise noch wichtiger geworden S Finanzgruppe Deutscher Sparkassen- und Giroverband Fakten, Analysen, Positionen 39 Sparkassen sind in der Finanzmarktkrise noch wichtiger geworden Die Stabilität der Sparkassen angesichts der Finanzmarktkrise

Mehr

S Finanzgruppe Deutscher Sparkassenund Giroverband. Darauf können sich die Kunden verlassen: Sparkassen stehen für Sicherheit und Stabilität

S Finanzgruppe Deutscher Sparkassenund Giroverband. Darauf können sich die Kunden verlassen: Sparkassen stehen für Sicherheit und Stabilität Deutscher Sparkassen- und Giroverband (DSGV) Kommunikation und Medien Charlottenstraße 47 10117 Berlin Telefon 030 202 25-5115 Telefax 030 202 25-5119 S Finanzgruppe Deutscher Sparkassenund Giroverband

Mehr

Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr

Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr 80524 München Vorab per E-Mail (anfragen@bayern.landtag.de) Präsidentin des Bayer.

Mehr

Die Verhandlungen mit Griechenland. Hintergrundinformationen

Die Verhandlungen mit Griechenland. Hintergrundinformationen Die Verhandlungen mit Griechenland Hintergrundinformationen Die Verhandlungen mit Griechenland Hintergrundinformationen Am 17. Juli 2015 hat der Deutsche Bundestag in einer Sondersitzung der Bundesregierung

Mehr

Der Schuldenabbau im privaten Sektor der EWU Notwendigkeit, Ausgestaltung und die (schwierige) Rolle der Geldpolitik dabei

Der Schuldenabbau im privaten Sektor der EWU Notwendigkeit, Ausgestaltung und die (schwierige) Rolle der Geldpolitik dabei Der Schuldenabbau im privaten Sektor der EWU Notwendigkeit, Ausgestaltung und die (schwierige) Rolle der Geldpolitik dabei Dr. Manuel Rupprecht, Abteilung Geldpolitik und monetäre Analyse, Zentralbereich

Mehr

Finanzhilfe für Spanien

Finanzhilfe für Spanien Finanzhilfe für Spanien Fragen und Antworten Hintergrundinformationen zum Beschluss des Deutschen Bundestags vom 19.7.2012 Finanzhilfe für Spanien Fragen und Antworten In einer Sondersitzung des Deutschen

Mehr

Gesetzentwurf. der Bundesregierung. A. Problem und Ziel. B. Lösung. C. Alternativen

Gesetzentwurf. der Bundesregierung. A. Problem und Ziel. B. Lösung. C. Alternativen Gesetzentwurf der Bundesregierung Entwurf für ein Gesetz zur Übernahme von Gewährleistungen zum Erhalt der für die Finanzstabilität in der Währungsunion erforderlichen Zahlungsfähigkeit der Hellenischen

Mehr

Zukun%sfähigkeit der Europäischen Währungsunion nicht gefährden

Zukun%sfähigkeit der Europäischen Währungsunion nicht gefährden Zukun%sfähigkeit der Europäischen Währungsunion nicht gefährden Beitrag zum Bad Ischler Dialog 2012 Zukun% Europa Univ.- Prof. Dr. Berthold U. Wigger Lehrstuhl für Finanzwissenscha3 und Public Management

Mehr

THEMA FINANZEN STABILITAT DES EURO SICHERN LEHREN AUS DER KRISE ZIEHEN

THEMA FINANZEN STABILITAT DES EURO SICHERN LEHREN AUS DER KRISE ZIEHEN THEMA FINANZEN STABILITAT DES EURO SICHERN LEHREN AUS DER KRISE ZIEHEN Stabilität des Euro sichern - Lehren aus der Krise ziehen 1. Welche europäischen und internationalen Vereinbarungen wurden getroffen,

Mehr

Lösungen zum Übungsblatt 1

Lösungen zum Übungsblatt 1 Lösungen zum Übungsblatt 1 Die Aufgabenlösungen wurden wie folgt bewertet: Aufgabe 1: Diese Aufgabe sollte schon (weitgehend) gelöst worden sein, um einen Punkt zu erzielen. Aufgabe 2: Die vorgeschlagene

Mehr

S Finanzgruppe Sparkassenverband. Bayern. Wunschbarometer 2006 Sonderauswertung. Bayern. www.sparkassenverband-bayern.de www.dsgv.

S Finanzgruppe Sparkassenverband. Bayern. Wunschbarometer 2006 Sonderauswertung. Bayern. www.sparkassenverband-bayern.de www.dsgv. S Finanzgruppe Sparkassenverband Bayern www.sparkassenverband-bayern.de www.dsgv.de Wunschbarometer 200 Sonderauswertung Bayern Im Fokus: Bayern Das Wunschbarometer 200 Zum zweiten Mal veröffentlicht der

Mehr

100 Tage umsonst verhandelt: Warum Varoufakis kein primitiver Feilscher ist

100 Tage umsonst verhandelt: Warum Varoufakis kein primitiver Feilscher ist Noch nie was vom "Harvard Konzept" gehört? 100 Tage umsonst verhandelt: Warum Varoufakis kein primitiver Feilscher ist Dienstag, 05.05.2015, 19:50 dpa/valda Kalnina Griechenlands Finanzminister Varoufakis

Mehr

Kapitalmärkte - Quo vadis?

Kapitalmärkte - Quo vadis? Mülheim, 05.03.2015 Kapitalmärkte - Quo vadis? Business Break im Franky s Präsentation Ulrich Peine Bereichsleiter Private Banking & Treasury 1 Themen 1. Vorstellung des Bereiches Private Banking 2. Kapitalmärkte

Mehr

Grundzüge der Geldtheorie und Geldpolitik

Grundzüge der Geldtheorie und Geldpolitik Grundzüge der Geldtheorie und Geldpolitik Sommersemester 2014 Kapitel 10: Die Zeiten sind nicht normal: Geldpolitik in der Finanzkrise 10.1 Krisenmanagement 10.2 Die Geldpolitik der EZB 10.3 Reformen des

Mehr

Kommunalforum 11. März 2015. Michael Janßen Marco Eisenschmidt

Kommunalforum 11. März 2015. Michael Janßen Marco Eisenschmidt Kommunalforum 11. März 2015 Michael Janßen Marco Eisenschmidt Zinsprognose 2 Swap-Sätze aktuelle Zinsen (05.02.15) Zinsprognosevorschlag und Delta zur Altprognose Swapsätze (gg. 6M-Euribor) Tendersatz

Mehr

Die Krise des Euroraumes

Die Krise des Euroraumes Die Krise des Euroraumes Juniorprofessor Dr. Philipp Engler Freie Universität Berlin Vortrag am Gymnasium Wiesentheid, 21.12.2011 Die Krise des Euroraumes Was ist in den letzten zwei Jahren passiert? Manche

Mehr

Downloads: www.p8-management.de/universität Prof. Dr. Norbert Konegen

Downloads: www.p8-management.de/universität Prof. Dr. Norbert Konegen Downloads: www.p8-management.de/universität Prof. Dr. Norbert Konegen WS 11/12 Zur Wirksamkeit der Euro-Rettungspakete. Versuch einer Bestandsaufnahme, Analyse sowie einer Abschätzung möglicher ökonomischer

Mehr

Staatsschulden in der Eurozone

Staatsschulden in der Eurozone Staatsschulden in Prozent des Bruttoinlandsprodukts 95 Staatsschulden in der Eurozone 90 85 Beginn der Wirtschaftsund Finanzkrise 80 75 70 65 60 1997 2008 2012 Quelle: Ameco-Datenbank Grafik: Andrej Hunko,

Mehr

Problemdimensionen im Weltfinanzsystem. Welche wesentlichen Parameter bestimmen die Stabilität bzw.

Problemdimensionen im Weltfinanzsystem. Welche wesentlichen Parameter bestimmen die Stabilität bzw. - 1 - Problemdimensionen im Weltfinanzsystem Dirk Solte Welche wesentlichen Parameter bestimmen die Stabilität bzw. Instabilität des Weltfinanzsystems? Das erste Kriterium ist die Liquidität, also die

Mehr

Schulden des öffentlichen Gesamthaushaltes

Schulden des öffentlichen Gesamthaushaltes in Mrd. Euro 2.000 1.800 Schulden des öffentlichen Gesamthaushaltes In absoluten Zahlen, 1970 bis 2012* Schulden des öffentlichen Gesamthaushaltes In absoluten Zahlen, 1970 bis 2012* Kreditmarktschulden

Mehr

Europäischer Fiskalpakt ohne

Europäischer Fiskalpakt ohne Europäischer Fiskalpakt ohne Alternative? MdB BERLIN, DEN 11. JUNI 2012 Wirkungen des Europäischen Fiskalpaktes MdB Mitglied im Finanzausschuss des Deutschen Bundestages BERLIN, DEN 11. JUNI 2012 Überblick

Mehr

Griechenland: Kritikpunkte der Vergangenheit und der Weg in die Zukunft

Griechenland: Kritikpunkte der Vergangenheit und der Weg in die Zukunft Griechenland: Kritikpunkte der Vergangenheit und der Weg in die Zukunft Von Olivier Blanchard 9. Juli 2015 Alle Augen sind auf Griechenland gerichtet, während die beteiligten Parteien weiterhin um eine

Mehr

Zur Bedeutung glaubwürdiger Risiko- Beteiligung für Investoren in Staatsanleihen

Zur Bedeutung glaubwürdiger Risiko- Beteiligung für Investoren in Staatsanleihen Zur Bedeutung glaubwürdiger Risiko- Beteiligung für Investoren in Staatsanleihen Prof. Dr. Kai A. Konrad Max-Planck-Institut für Geistiges Eigentum, Wettbewerbs- und Steuerrecht FES, Berlin, Oktober 2010

Mehr

Finanzgruppe Deutscher Sparkassen- und Giroverband

Finanzgruppe Deutscher Sparkassen- und Giroverband Finanzgruppe Deutscher Sparkassen- und Giroverband Standpunkt EZB in der Sackgasse der Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe 17. Oktober 2014 Chefvolkswirt Uwe Burkert - LBBW Chefvolkswirt Uwe Dürkop

Mehr

Das Welt- Währungssystem

Das Welt- Währungssystem Das Welt- Währungssystem Helga Wieser & Corina Wallensteiner Überblick Bimetall-Standard Gold Standard (1870-1914) Zwischenkriegszeit (1918-1939) Warum funktionierte Bretton Woods nicht? Wie sieht es heute

Mehr

ZUR MESSUNG DER STAATSVERSCHULDUNG AM BEISPIEL GRIECHENLAND. Dr. Reimund Mink 6. Berliner VGR-Kolloquium 13. und 14. Juni 2013

ZUR MESSUNG DER STAATSVERSCHULDUNG AM BEISPIEL GRIECHENLAND. Dr. Reimund Mink 6. Berliner VGR-Kolloquium 13. und 14. Juni 2013 1 ZUR MESSUNG DER STAATSVERSCHULDUNG AM BEISPIEL GRIECHENLAND Dr. Reimund Mink 6. Berliner VGR-Kolloquium 13. und 14. Juni 2013 Zur Messung der Staatsverschuldung am Beispiel Griechenland 2 1.Zur Definition

Mehr

Inflation oder Deflation? Was ist die größere Gefahr?

Inflation oder Deflation? Was ist die größere Gefahr? Inflation oder Deflation? Was ist die größere Gefahr? Führt ausufernde Staatsverschuldung in Zukunft zu hoher Inflation? Oder führt die Schwäche der makroökonomischen Kräfte zu einem deflationären Szenario?

Mehr

Prof. Dr. rer. pol. Norbert Konegen. downloads: www.p8-management.de/universität konegen@uni-muenster.de

Prof. Dr. rer. pol. Norbert Konegen. downloads: www.p8-management.de/universität konegen@uni-muenster.de Prof. Dr. rer. pol. Norbert Konegen downloads: www.p8-management.de/universität konegen@uni-muenster.de Vorlesung WS 2012/13: Wachsende Funktionsschwächen: Finanzausgleich und Aufbau-Ost in Deutschland

Mehr

Volkswirtschaftliche Folgen des Niedrigzinsumfeldes und mögliche Auswege. Prof. Dr. Michael Hüther 5. Juni 2014, Berlin

Volkswirtschaftliche Folgen des Niedrigzinsumfeldes und mögliche Auswege. Prof. Dr. Michael Hüther 5. Juni 2014, Berlin Volkswirtschaftliche Folgen des Niedrigzinsumfeldes und mögliche Auswege Prof. Dr. Michael Hüther 5. Juni 014, Berlin Der Weg ins Niedrigzinsumfeld Auswirkungen auf die Volkswirtschaft Der Ausweg aus dem

Mehr

Finanzgruppe Deutscher Sparkassen- und Giroverband

Finanzgruppe Deutscher Sparkassen- und Giroverband Finanzgruppe Deutscher Sparkassen- und Giroverband Standpunkt Hochfrequenzhandel Entschleunigung stärkt realwirtschaftliche Verankerung der Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe 14. Januar 2013 Chefvolkswirt

Mehr

S Finanzgruppe. Bei den Sparkassen ist das Geld der Kunden in guten Händen

S Finanzgruppe. Bei den Sparkassen ist das Geld der Kunden in guten Händen S Finanzgruppe Bei den Sparkassen ist das Geld der Kunden in guten Händen Information für Kunden der Sparkassen-Finanzgruppe Die Sparkassen haben ein sehr stabiles Geschäftsmodell mit überschaubaren Risiken.

Mehr

Konsequenz: Höhere Realzinsen für Kreditnehmer, da Risikoprämie im Zins für Inflationsrisiko

Konsequenz: Höhere Realzinsen für Kreditnehmer, da Risikoprämie im Zins für Inflationsrisiko Musterlösung für Klausur Europäische Makro I. Austritt Italiens aus der EWU 1. Nachteile a) Italien verliert eine stabilitätsorientierte Geldpolitik. Nationale Notenbank hätte geringere Glaubwürdigkeit

Mehr

Was ist los an den Finanzmärkten?

Was ist los an den Finanzmärkten? Was ist los an den Finanzmärkten? Erlen, 27. Oktober 2011 Karel E. Ehmann Leiter Portfolio Management Thurgauer Kantonalbank Aktuelle Rahmenbedingungen der Märkte Konjunkturmotor stottert aber läuft noch.

Mehr

Basel III und Bankenregulierung. Einfluss auf die Finanzierung von KMU

Basel III und Bankenregulierung. Einfluss auf die Finanzierung von KMU Basel III und Bankenregulierung Einfluss auf die Finanzierung von KMU Netzwerktreffen Unternehmenssicherung - 25. Juni 2015 Martin van Treeck, IHK Düsseldorf Übersicht Wie ist die aktuelle Lage bei der

Mehr

SWP-Aktuell. Gefährliches Spiel mit dem Euro-Ausstieg. Problemstellung

SWP-Aktuell. Gefährliches Spiel mit dem Euro-Ausstieg. Problemstellung Problemstellung Stiftung Wissenschaft und Politik Deutsches Institut für Internationale Politik und Sicherheit SWP-Aktuell Gefährliches Spiel mit dem Euro-Ausstieg Ein Bankrott Griechenlands außerhalb

Mehr

Weiterhin gute Finanzierungsbedingungen

Weiterhin gute Finanzierungsbedingungen Zur Lage der Unternehmensfinanzierung 27. August 2012 Weiterhin gute Finanzierungsbedingungen Die deutschen Unternehmen profitieren aktuell von ausgesprochen guten Finanzierungsbedingungen. Sie haben einen

Mehr

Die Finanzkrise wirft viele Fragen auf wir geben Ihnen Antworten

Die Finanzkrise wirft viele Fragen auf wir geben Ihnen Antworten S Finanzgruppe Die Finanzkrise wirft viele Fragen auf wir geben Ihnen Antworten Informationen für die Kunden der Sparkassen-Finanzgruppe Die Finanzkrise bewegt die Menschen in Deutschland. Deswegen beantworten

Mehr

Unternehmensfinanzierung in wirtschaftlich schwierigem Umfeld

Unternehmensfinanzierung in wirtschaftlich schwierigem Umfeld Unternehmensfinanzierung in wirtschaftlich schwierigem Umfeld Peter Heckl Leiter Unternehmenskunden Regionalbereich Filder Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen Zweitgrößte Sparkasse in Baden-Württemberg

Mehr

Die Geldpolitik vor schwierigen Entscheidungen

Die Geldpolitik vor schwierigen Entscheidungen Die Geldpolitik vor schwierigen Entscheidungen http://www.kunstkopie.de/a/paul_klee.html Referat an der Generalversammlung der FHNW-Alumni-Finance in Zürich vom 23. Juni 2015 von Prof. Dr. Josef Marbacher,

Mehr

Geld, Kredit und Banken

Geld, Kredit und Banken Horst Gischer Bernhard Herz Lukas Menkhoff Geld, Kredit und Banken Eine Einführung Dritte, aktualisierte und erweiterte Auflage ^J Springer Inhaltsverzeichnis Vorwort V Kapitel 1 Funktionen des Finanzsektors

Mehr

Entwurf eines Gesetzes zur Übernahme von Gewährleistungen im Rahmen eines europäischen Stabilisierungsmechanismus

Entwurf eines Gesetzes zur Übernahme von Gewährleistungen im Rahmen eines europäischen Stabilisierungsmechanismus Deutscher Bundestag Drucksache 17/ 17. Wahlperiode Gesetzentwurf der Fraktionen von CDU/CSU und FDP Entwurf eines Gesetzes zur Übernahme von Gewährleistungen im Rahmen eines europäischen Stabilisierungsmechanismus

Mehr

WS 2014/15: Die Bankenunion und die Eurokrise. Strukturen, Funktionen, Erwartungen.

WS 2014/15: Die Bankenunion und die Eurokrise. Strukturen, Funktionen, Erwartungen. Prof. em. Dr. rer. pol. Norbert Konegen downloads: www.p8-management.de/universität konegen@uni-muenster.de WS : Die Bankenunion und die Eurokrise. Strukturen, Funktionen, Erwartungen. Agenda / Lerneinheiten

Mehr

Geld, das man nicht selbst herstellen kann : Das besondere institutionelle Umfeld der Europäischen Währungsunion

Geld, das man nicht selbst herstellen kann : Das besondere institutionelle Umfeld der Europäischen Währungsunion Auszug aus dem Jahresgutachten 2011/12 Geld, das man nicht selbst herstellen kann : Das besondere institutionelle Umfeld der Europäischen Währungsunion (Textziffern 143 bis 153) Das besondere institutionelle

Mehr

Stand: 14 07 2011. nformationen s dem BundesfinaPunkt. nzministerium. BankenaBgaBe

Stand: 14 07 2011. nformationen s dem BundesfinaPunkt. nzministerium. BankenaBgaBe Stand: 14 07 2011 IAuf auden nformationen s dem BundesfinaPunkt. nzministerium. BankenaBgaBe ausgabe 03 2010 AUSGANGSPUNKT Die Finanzmärkte Lebensadern moderner Volkswirtschaften Die Krise der internationalen

Mehr

Griechenland-Hilfspaket. Liebe Freundinnen und Freunde,

Griechenland-Hilfspaket. Liebe Freundinnen und Freunde, Kai Gehring Mitglied des Deutschen Bundestages Kai Gehring, MdB, Platz der Republik 1, 11011 Berlin Berlin, 05.03.2012 Bezug: Anlagen: Kai Gehring, MdB Platz der Republik 1 11011 Berlin Büro: Unter den

Mehr

Genießen Sie interessante Aussichten.

Genießen Sie interessante Aussichten. Genießen Sie interessante Aussichten. Odenwald Express-Zertifikat Relax der DekaBank. Neue Perspektiven für mein Geld. Informieren Sie sich jetzt. DekaBank Deutsche Girozentrale Unser Angebot. Odenwald

Mehr

Eine andere unsichtbare Hand des Marktes

Eine andere unsichtbare Hand des Marktes Eine andere unsichtbare Hand des Marktes Prof. Dr. Jürgen Kremer 2012 Die Polarisierung der Gesellschaft Ursachen und Reformvorschläge Prof. Dr. Jürgen Kremer (2012) Eine andere unsichtbare Hand Polarisierung

Mehr

Griechenland aktuell (03.02.2015) Alternativen für Hellas?

Griechenland aktuell (03.02.2015) Alternativen für Hellas? Prof. em. Dr. rer. pol. Norbert Konegen downloads: www.p8-management.de/universität konegen@uni-muenster.de Griechenland aktuell (03.02.2015) Alternativen für Hellas? Agenda I. Bisherige Hilfsprogramme

Mehr

Eurobonds: Ausweg aus der Schuldenkrise?

Eurobonds: Ausweg aus der Schuldenkrise? Eurobonds: Ausweg aus der Schuldenkrise? Prof. Dr. Kai Carstensen ifo Institut und LMU München 17. August 2011 Europäische Schuldenkrise und Euro Krisenmechanismus - Agenda 1. Warum werden Eurobonds gefordert?

Mehr

EUROPÄISCHE ZENTRALBANK

EUROPÄISCHE ZENTRALBANK 22.4.2010 Amtsblatt der Europäischen Union C 103/1 I (Entschließungen, Empfehlungen und Stellungnahmen) STELLUNGNAHMEN EUROPÄISCHE ZENTRALBANK STELLUNGNAHME DER EUROPÄISCHEN ZENTRALBANK vom 31. März 2010

Mehr

Einzige Möglichkeit. Auf mehr konnten sich Merkel und Sarkozy nicht einigen, denn Rettungspaket Griechenland

Einzige Möglichkeit. Auf mehr konnten sich Merkel und Sarkozy nicht einigen, denn Rettungspaket Griechenland Kredithilfe Anne Kunz, Gerhard Bläske, Christian Ramthun, Silke Wettach 25.07.2011 (25) 4,8 (84) Legende Das neue Rettungspaket für Griechenland entlastet das Land nur mäßig. Dafür hilft es den zur Rettung

Mehr

Geldmarkt. Finanzmärkte

Geldmarkt. Finanzmärkte Finanzmärkte und ihre Funktionen Euromarkt Geldmarkt Inlands und Auslandsmärkte Kassa und Terminmärkte Finanzmärkte Kapitalmarkt Primärkapitalmarkt Sekundärkapitalmarkt Markt für Zinsmanagementinstrumente

Mehr

1.WelcheentwicklungspolitischeZielsetzungverfolgtdieBundesregierungin ihrer Förderung von Mikrokrediten?

1.WelcheentwicklungspolitischeZielsetzungverfolgtdieBundesregierungin ihrer Förderung von Mikrokrediten? Deutscher Bundestag Drucksache 17/5432 17. Wahlperiode 06. 04. 2011 Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Uwe Kekeritz, Thilo Hoppe, Ute Koczy, weiterer Abgeordneter und der

Mehr

KW 9: Griechenlandhilfe Maik Beermann

KW 9: Griechenlandhilfe Maik Beermann Maik Beermann Verlängerung des zweiten Hilfsprogramms 2 Hintergrundinformationen zur Stabilitätshilfe 4 ff. Schlusswort 9 Verlängerung des zweiten Hilfsprogramms für Griechenland Nach schwierigen Verhandlungen

Mehr

Haftungsverbund der Sparkassen-Finanzgruppe Stabilitätsanker am deutschen Finanzplatz

Haftungsverbund der Sparkassen-Finanzgruppe Stabilitätsanker am deutschen Finanzplatz S Finanzgruppe Haftungsverbund der Sparkassen-Finanzgruppe Stabilitätsanker am deutschen Finanzplatz Information für Kunden der Sparkassen-Finanzgruppe Die Sparkassen in Deutschland werden durch einen

Mehr

S Ü D W E S T R U N D F U N K F S - I N L A N D R E P O R T MAINZ S E N D U N G: 14.07.2015

S Ü D W E S T R U N D F U N K F S - I N L A N D R E P O R T MAINZ S E N D U N G: 14.07.2015 Diese Kopie wird nur zur rein persönlichen Information überlassen. Jede Form der Vervielfältigung oder Verwertung bedarf der ausdrücklichen vorherigen Genehmigung des Urhebers by the author S Ü D W E S

Mehr

Kreditklausel gebrochen und dann? Vom 25. September 2009

Kreditklausel gebrochen und dann? Vom 25. September 2009 Wintersemester 2009/2010 Sanierung von Unternehmen in der Krise Teil 8: - Sanierungsbeiträge der Kreditinstitute Banksyndikus Arne Wittig, 14. Januar 2009 Frankfurt am Main Die allgemeine Lage Kreditklausel

Mehr

Ziele der. Bearbeitet von: Sandra Bärmann, Christoph Mai und Philipp Ulrich

Ziele der. Bearbeitet von: Sandra Bärmann, Christoph Mai und Philipp Ulrich Ziele der Kapitalmarktregulierung Bearbeitet von: Sandra Bärmann, Christoph Mai und Philipp Ulrich 2 Gliederung 1. Grundlagen und Definitionen 3. Kritik 3 Gliederung 1. Grundlagen und Definitionen 3. Kritik

Mehr

Gothaer Studie zum Anlageverhalten der Deutschen. Gothaer Asset Management AG Köln, 23. Januar 2015

Gothaer Studie zum Anlageverhalten der Deutschen. Gothaer Asset Management AG Köln, 23. Januar 2015 Gothaer Studie zum Anlageverhalten der Deutschen Gothaer Asset Management AG Köln, 23. Januar 2015 Agenda 1. Vorbemerkung 2. Studienergebnisse 3. Fazit 1. Vorbemerkung Repräsentative Studie über das Anlageverhalten

Mehr

Beratervertrag Finanzierung/Kreditsanierung

Beratervertrag Finanzierung/Kreditsanierung Zwischen vertreten durch im folgenden Auftraggeber genannt, und Dielmannstraße 65 D 63069 Offenbach am Main Amtsgericht Offenbach am Main vertreten durch im folgenden Auftragnehmer genannt, wird folgender

Mehr

Deka-Deutschland Balance Kundenhandout. Oktober 2011

Deka-Deutschland Balance Kundenhandout. Oktober 2011 Deka-Deutschland Balance Kundenhandout Oktober 2011 1 In Deutschlands Zukunft investieren Die Rahmenbedingungen stimmen Geographische Lage Deutschland profitiert von der zentralen Lage. Diese macht das

Mehr

Euro-US-Dollar: Ein neues Kapitel in einer wechselhaften Beziehung

Euro-US-Dollar: Ein neues Kapitel in einer wechselhaften Beziehung Überblick Euro-US-Dollar: Ein neues Kapitel in einer wechselhaften Beziehung Der verbindet die zwei wichtigsten Währungen der Weltwirtschaft. Die europäische Einheitswährung hat sich nach ihrer Geburt

Mehr

Sparkasse Muster. Finanzierung und Absicherung von Auslandsgeschäften für den Mittelstand. Sparkassen-Finanzgruppe

Sparkasse Muster. Finanzierung und Absicherung von Auslandsgeschäften für den Mittelstand. Sparkassen-Finanzgruppe s Sparkasse Muster Finanzierung und Absicherung von Auslandsgeschäften für den Mittelstand Sparkassen-Finanzgruppe Drei starke Möglichkeiten zur Absicherung und Finanzierung Ihres Auslandsgeschäfts bei

Mehr

starker franken die schweiz profitiert von einem offenen kapitalmarkt

starker franken die schweiz profitiert von einem offenen kapitalmarkt starker franken die schweiz profitiert von einem offenen kapitalmarkt Informationsblatt 1: Negativzinsen und Kapitalverkehrskontrollen Das Wichtigste in Kürze: Über drei Viertel des täglich gehandelten

Mehr