Kinderarbeit? Was ist ausbeuterische. EINE WELT Netzwerk Sachen-Anhalt e.v. Projekt Sachen-Anhalt-nachhaltige Beschaffung

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1 EINE WELT Netzwerk Sachen-Anhalt e.v. Was ist ausbeuterische Kinderarbeit? Projekt Sachen-Anhalt-nachhaltige Beschaffung Für den Inhalt ist nur der Herausgeber verantwortlich. Koordination: Stefan Giese-Rehm Bürozeit: Die + Do Uhr Adresse: Geschäftsstelle ENSA e.v. Johannisstraße Dessau-Roßlau Tel.: Fax.: Internet: weitere Infomationen: Internet: Mit finanzieller Unterstützung durch:

2 Kinderarbeit verfestigt langfristig ungerechte Arbeitsbedingungen In vielen Bereichen gehört auch heute noch Kinderarbeit zum Alltag. Kinder werden wegen ihrer geringen Körpergröße in Bergwerken eingesetzt, vielfach werden sie ein-gesetzt, weil sie nicht so schnell gegen überlange Arbeitszeiten und ungesunde Bedingungen protestiere und dazu noch geringer entlohnt. In vielen Ländern des Südens der Welt werden Kinder nicht als schützenswert, sondern als billig und leicht verfügbar angesehen. Wenn Erwachsene kaum noch Chancen für ein Arbeitseinkommen haben, werden Kinder arbeiten oder betteln geschickt, als Kindersoldaten rekrutiert oder zur Prostitution gezwungen. Kinder werden so zu Ernährern von Familien. Nur wenn dies ausgeschlossen werden kann, können auch normale Familienverhältnisse entstehen. Deswegen engagieren wir uns gegen Kinderarbeit und für Bildung und kindgerechtes Aufwachsen. Konsumenten verfügen über eine große Macht, die sie mit jedem Kauf aktiv nutzen können! Siegel, Label und Marken Setzen auch Sie diese Macht gezielt und bewusst ein. Fragen Sie nach Produkten, die ohne ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt wurden. Solche Produkte erkennen Sie u.a. an den folgenden Siegeln, Labeln und Marken: Laut Konvention 182 der Internationalen Arbeits - organisation (ILO) vom umfasst der Ausdruck «die schlimmsten Formen der Kinderarbeit» Sklaverei, Kinderhandel, Zwangsarbeit, Kinder -soldaten, Prostitution und Pornografie, unerlaubte Tätigkeiten wie Drogenherstellung und-handel, Diebstahl etc., gefährliche oder ungesunde Tätig keiten Und was können Sie dagegen tun? Sie können beim Einkauf darauf achten, dass insbesondere folgende Produkte nicht in ausbeuterischer Kinderarbeit hergestellt wurde: Bananen Baumwolle Blumen Computer Fußbälle Grabsteine Handys Hölzer Kaffee Kakao Kautschuk Natursteine Orangensaft Shrimps Spielzeug Tee Teppiche Textilien Schmuck Weiter Informationen unter:

3 EINE WELT Netzwerk Sachen-Anhalt e.v. Nachhaltig bio regional fair Projekt Sachen-Anhalt-nachhaltige Beschaffung Für den Inhalt ist nur der Herausgeber verantwortlich. Koordination: Stefan Giese-Rehm Bürozeit: Die + Do Uhr Adresse: Geschäftsstelle ENSA e.v. Johannisstraße Dessau-Roßlau Tel.: Fax.: Internet: weitere Infomationen: Internet: Mit finanzieller Unterstützung durch:

4 Nachhaltigkeit schließt neben biologischregenerativem auch sozial-gerechtes Wirtschaften ein. Der Begriff Nachhaltigkeit kam vor 150 Jahre in der Forstwirtschaft auf. Dabei sollte dem Wald nur so viel an Holz entnommen werden, daß der Wald sich innerhalb der Lebenszeit seiner Nutzer erneuern konnte. Heute bedeutet nachhaltiges Wirtschaften, daß wir mit der Welt (Umwelt, Rohstoffe und auch mit den Menschen) so umgehen, daß die nächste Generation mindestens genau so gute Bedingungen vorfindet, wie wir sie vorgefunden haben. In der Landwirtschaft haben wir mit biologischen Anbauprozessen einen Weg gefunden, Ressourcen und Menschen zu schonen (Bio-Siegel). Übertragen auf die Herstellung von und den Handel mit Gütern geht es um gerechtes Wirtschaften, insbesondere um gerechte Arbeitsbedingungen. Zwar sind die meisten Staaten der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) beigetreten und haben sich damit verpflichtet, deren Grundsätze zu beachten, aber umgesetzt werden diese in vielen Ländern nur sehr mangelhaft. Selbst aus Großbritannien ging in 2011 die Meldung von der Aushebung einer Bande durch die Medien, die Arbeiter unter sklavengleichen Bedingungen zur Arbeit zwang. Positives Gegenbeispiel sind Fußbälle, von denen über 80 % in einer Region in Pakistan hergestellt werden. Diese Konzentration hat es ermöglicht, daß durch massiven internationalen Druck auf die großen Händler, wie z.b. Puma, so gut wie keine Fußbälle von Kindern mehr zusammengenäht werden. Dies bedeutet noch nicht, daß heute die Näherinnen etwa angemessen bezahlt, unter gesunden Bedingungen arbeiten und dafür auch gut ausgebildet würden. Unter fairem Handel ist zu verstehen, daß Mindestkriterien bei Entlohnung, Arbeitsbedingungen und Bildung eingehalten werden, die ein menschenwürdiges Leben garantieren. Die Kernarbeitsnormen der ILO versuchen dies als Mindestkriterien zu beschreiben und sind als internationale Normen geltendes Recht in allen Mitgliedstaaten, auch ohne daß sie explizit in nationales Recht umgesetzt werden müssten. Die Grundsätze lauten: 1930 Beseitigung der Zwangsarbeit 1948 Vereinigungsfreiheit und Schutz des Vereinigungsrechts 1949 Vereinigungsrecht und Recht zu Kollektivverhandlungen 1951 Gleichheit des Entgelts (von Arbeitnehmern, Männern und Frauen) 1957 Abschaffung des Zwangsarbeit 1958 gegen Diskriminierung, (Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Glauben, polit. Meinung, Abstammung und Herkunft) 1973 Arbeits-Mindestalter 15 Jahre (Schulabschluß, evtl 14 Jahre) 1999 Verbot und unverzügliche Maßnahme zur Beseitigung der schlimmsten Kinderarbeit (Sklaverei, Kindersoldaten, Prostitution und Pornografie, Unerlaubtes z.b. Drogenhandel, Gesundheitsgefährdungen) Nachhaltiger Konsum z.b. fair gehandeltes Produkte z.b. Bio-Erzeugnisse z.b. Regionale-Marken Konkrete Anwendungen Nachhaltige Stadt z.b. Recycling Papier z.b. Ökostrom z.b. faire Beschaffung Nachhaltige Wirtschaft z.b. Soziale Unternehmens- Verantwortung weltweit (CSR) z.b. zertifizierte Produkte

5 EINE WELT Netzwerk Sachen-Anhalt e.v. Der Weg zum Rats-Beschluß zur nachhaligen Beschaffung Projekt Sachen-Anhalt-nachhaltige Beschaffung Für den Inhalt ist nur der Herausgeber verantwortlich. Koordination: Stefan Giese-Rehm Bürozeit: Die + Do Uhr Adresse: Geschäftsstelle ENSA e.v. Johannisstraße Dessau-Roßlau Tel.: Fax.: Internet: weitere Infomationen: Internet: Mit finanzieller Unterstützung durch:

6 In einer Gemeinde ist ein Ratsbeschluß zu fairer Beschaffung Basis zu öko-gerechtem Handeln. In Sachsen-Anhalt hat sich in den letzten Jahren einiges beim fairen Handel getan. In immer mehr Läden und Supermärkten tauchen Waren mit den fairtrade - Siegeln oder ähnlichen Kennzeichen auf. Der Markt für fair gehandelte Produkte wächst schneller als der Bio-Bereich. Der Einkauf öffentlicher Verwaltungen wird als Beschaffung bezeichnet. Dienstleitungen werden häufig nach Ausschreibungen vergeben. Sieben Kommunen haben Beschlüße für die Beschaffung von Produkten ohne Kinderarbeit gefasst, manche auch darüber hinaus Kriterien sozial-gerechter Herstellung einbezogen. In Verbänden und Kirchen gibt es Aktionen zu ökologischem und sozial-gerechtem Einkauf. Dazu gehört auch die Verwendung von Recycling-Papier in Halle, Magdeburg und Dessau-Roßlau. Im Landtag von Sachsen-Anhalt wurde 2008 ein Beschluß zur Beschaffung ohne ausbeuterische Kinderarbeit gefaßt und durch die Richtlinie aller Ministerien vom 24. Nov umgesetzt. Im Koalitionsvertrag wurde im April 2011 ein Vergabegesetz für 2012 in Aussicht gestellt. Dazu haben am 16. Dez Koalition und Opposition Gesetzentwürfe in den Landtag eingebracht, die bis Sommer 2012 in ein Gesetz münden sollen. Wenn das Vergabegesetz dann verkündet ist, wird es auch die Kommunen in der Beschaffung binden, die bislang keinen eigenen Beschluß gefaßt haben. Trotzdem werden noch Gestaltungsräume in der Umsetzung bleiben: Welche Kriterien genau sollen angewendet werden? Wie sollen die Kontrollen aussehen? Welche Strafen sollen bei Täuschungen angedroht werden? Es macht also Sinn, sich in die öffentliche Beschaffung einzumischen und Anträge auf Beschlüsse in Kreis-, Stadt- und Gemeinderäten zu stellen. In Deutschland werden jedes Jahr ca Mrd. in der öffentlichen Beschaffung ausgegeben und über 60 % davon in den Kommunen. Diese Summen umschreiben eine riesige Marktmacht und wir Bürger dürfen mit Recht erwarten, daß die Öffentliche Hand unsere Gelder (nämlich Steuern) auch in vorbildlicher Weise verwendet. Dann dürfen wir hoffen, daß Wirtschafts-Unternehmen diesem Vorbild folgen. Konkrete Anwendungen Vorberatung in Verwaltung Beschlußvorschlag Gremien Beratung in Ausschüssen und Gemeinde-/Stadtrat Beschluß im Gemeinde-/ Stadtrat Bürgerinitiative/Bündnis Unterschriftensammlung Umsetzung / Umsetzungsbericht Bürgerantrag Bürgerentscheid Stadt Dessau/Roßlau gegen ausbeuterische Kinderarbeit Beschlussvorschlag: 1. Die Stadtverwaltung wird aufgefordert, umgehendihre Beschaffung nach den Kriterien dieses Beschlusses zu überprüfen und dazu bis zum 30. Juni 2009 dem Stadtrat zu berichten. 2. Die Kriterien umfassen den Ausschluss von ausbeuterischer Kinderarbeit und unsozialen Arbeitsbedingungen; sie orientieren sich im Sinne von best practices an Umweltverträglichkeit und größtmöglicher Standortnähe zu Dessau- Roßlau. 3. Diese Kriterien gelten sowohl für Ursprung und Herstellung der verwendeten Materialien als auch für Weiter- und Endbearbeitung bzw. Leistungserbringung des Auftragnehmers. Nach einem Ratsbeschluß könnten dann etwa mit der Bewerbung als fairtrade-city oder beim Wettbewerb Hauptstadt fairen Handels weitere Akzente gesetzt werden.

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