Jahresbericht Wien, April In Kooperation mit:

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3 Jahresbericht 2012 Wien, April 2013 In Kooperation mit:

4 Institutsleiter: Priv.Doz. Mag. Dr. phil. Wolfgang Dür Stellvertretende Institutsleiterin: Mag a. Dr in Karin Waldherr IMPRESSUM Medieninhaber und Herausgeber: Ludwig Boltzmann Gesellschaft GmbH Nußdorfer Straße 64/ 6. Stock, A-1090 WIEN Für den Inhalt verantwortlich: Ludwig Boltzmann Institut Health Promotion Research (LBIHPR) Untere Donaustraße 47/ 3.OG, A-1020 Wien

5 Inhalt Vorwort Mission Statement und Zielsetzungen Inhaltliche Zielsetzungen des Instituts und Fortgang des Forschungsprogramms Partner und Umwelten Partnerboard Gremien Andere Projektpartner Relevante Entwicklungen in den beforschten Settings Wissensumwelten Kapitalien des LBIHPR Strukturkapital Humankapital Sozialkapital Leistungen Forschungsprojekte und- ergebnisse Publikationen Präsentationen Forschungsberichte, Policy Paper etc (Mit-)Veranstaltung von Konferenzen, Tagungen und Workshops Fachwissenschaftliche Vortragsreihe Jour fixe Beratung und Mitarbeit in Gremien Lehre von Mitgliedern des Instituts Highlights des Jahres Geplante Leistungen Wirkungen H-Index, IPSIS und PRi Wirkungen in Politik und Praxis Öffentlichkeitsarbeit Anhänge: Publikationen, Vorträge, Konferenzen, Medienberichte, Sonstiges Publikationsverzeichnis Konferenzbeiträge und Sonstige Präsentationen Wissenschaftliche Kooperationen (Mit-)Ausrichtung von Konferenzen und Workshops Teilnahme an Konferenzen Lehrtätigkeiten von Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern Begutachtungs- und Beratungstätigkeit Medienresonanz

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7 Vorwort Vorliegend ist der Jahresbericht Erstmals erfolgt das im Schema einer Wissensbilanz. Wir folgen damit einem Trend und einer Forderung, die insbesondere von wissenschaftlichen Organisationen erwartet, den Zusammenhang von strukturellen Mitteln, Prozessen der Wissensgenerierung und verwaltung sowie den Ergebnissen und Wirkungen der Wissensarbeit darzustellen. Die Darstellung der Inhalte des Berichts folgt einer inhärenten Logik: Kapitel 1 gibt die ideellen Grundlagen und Zielsetzungen des Instituts wieder. Kapitel 2 beschreibt die relevanten Umwelten des Instituts, innerhalb derer es seine Aufgaben definiert und umsetzt. Hier wird vor allem auf wesentliche Veränderungen in den politischen und wissenschaftlichen Umwelten eingegangen, auf die seitens des Instituts zu reagieren war bzw. noch zu reagieren sein wird. In Kapitel 3 werden die strukturellen Bedingungen des Instituts dargestellt. Wir haben uns dabei entschlossen, einem in den Gesundheitswissenschaften grundlegenden Paradigma zu folgen, nämlich der Kapitalientheorie. Entsprechend werden die strukturellen Grundlagen des Instituts als Strukturkapital, Humankapital und Sozialkapital beschrieben. Kapitel 4 fasst die Leistungen des Instituts zusammen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Kapitalien möglich waren. Hier finden sich in zusammengefasster Form die durchgeführten Projekte, die Publikationsarbeit, die Teilnahme an Kongressen und Konferenzen, die Vortragstätigkeit der InstitutsmitarbeiterInnen, die Lehrtätigkeit und sonstige Leistungen wie etwa beraterische Tätigkeiten in Gremien oder Reviewer-Tätigkeiten. Schließlich werden in Kapitel 5 die Wirkungen des Instituts im Sinne des wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Impacts beschrieben. Dazu werden unterschiedliche Messinstrumente sowie die Öffentlichkeitsarbeit herangezogen. Die Darstellungen des Berichts beziehen sich, wo nicht anders angegeben, auf den Berichtszeitraum bis LBIHPR 2013

8 1 Mission Statement und Zielsetzungen Das LBIHPR ist eine inter- und transdisziplinäre Forschungseinrichtung, die den Einfluss untersucht, den in spätmodernen Gesellschaften Organisationen mit ihren Strukturen und Prozessen auf die Gesundheit von Individuen (MitarbeiterInnen, NutzerInnen oder Bystander) haben. Das sind Gesellschaften, die durch die zunehmende Organisation aller Lebensbereiche gekennzeichnet sind, was zum einen bedeutet, dass Organisationen durch diese Schlüsselposition zu wesentlichen Probleme generierenden Instanzen werden, und zum anderen, dass alle Probleme wiederum durch Organisation gelöst werden müssen. Für die Lebensbedingungen, die Lebensgestaltung und schließlich die Gesundheit von Individuen ist das Wirken von Organisationen gegenüber dem direkten Einfluss des Nationalstaates daher als bedeutsamer einzuschätzen. Neben der wissenschaftlichen Modellierung der Gesundheitsrelevanz dieser Organisationen im Sinne gesundheits- und organisationstheoretischer Fragestellungen und neben der empirischen Untersuchung möglicher Einflusspfade auf die Gesundheit befasst sich unsere Forschung vor allem mit den Bedingungen und Möglichkeiten von Interventionen der Gesundheitsförderung in Organisationen. Auf der Grundlage der modernen Systemtheorie sind wir vor allem an Fragen der effektiven, effizienten und nachhaltigen Implementation von Maßnahmen interessiert sowie an der Weiterentwicklung von Theorien, Modellen und Konzepten, mit deren Hilfe solche organisationalen Veränderungsprozesse beschrieben werden können. Dabei fokussiert unsere Forschung auf ExpertInnenorganisationen, in denen die Leistung der Organisation erst durch eine enge Zusammenarbeit der in ihr tätigen ExpertInnen mit den NutzerInnen der Organisation zustande kommen kann. Das gilt, z.b., für Schulen, Krankenhäuser und Einrichtungen der Langzeitbetreuung, beziehungsweise, für die Interaktionen von LehrerInnen, medizinischen oder pflegerischen ExpertInnen mit SchülerInnen, PatientInnen oder Heim Bewohnerinnen. 1.1 Inhaltliche Zielsetzungen des Instituts und Fortgang des Forschungsprogramms Im Unterschied zu den meisten universitären und außeruniversitären Forschungsinstituten, die meistens einen hohen inneren Diversifizierungsgrad aufweisen und in Klein- und Kleinstgruppen individuell arbeiten, basiert das LBIHPR auf einem einheitlichen Forschungsprogramm, das die wissenschaftlichen Aktivitäten der Mitglieder anleiten und bündeln soll, um Synergien zu erzeugen und durch eine wohl organisierte, konzertierte Forschungspraxis rascher voranzukommen und schwierigere, umfangreichere Forschungsfragen aufgreifen zu können. Um die Arbeiten des Instituts stärker zu fokussieren und um den Austausch zwischen den Projekten zu fördern, ist eine weitreichende Koordination aller Forschungsaktivitäten erforderlich. Dem Zweck dieser wissenschaftslogischen Verknüpfung der Forschunsgarbeiten diente die Entwicklung eines inhaltlichen Ordnungsschemas, das die Projekte quer zu den settingspezifischen Programmlinien in neuer Weise thematisch verbindet und mögliche Synergien sichtbar macht. Das Ordnungsschema, das der Logik der Entwicklung, Implementation, Effektivitätsmessung und Ausrollung von Interventionen der Gesundheitsförderung folgt, ist auf der Website des Instituts dargestellt. Ausgehend von den grundlegenden Forschungsfragen des Programms und den durch das Ordnungsschema erfassten wissenschaftlichen Verbindungen und Fortschritten werden die konkreten Zielsetzungen des Instituts in Projekten und Arbeitspaketen mit den Partnern gemeinsam definiert. LBIHPR

9 2 Partner und Umwelten 2.1 Partnerboard Das siebenjährige Forschungsprogramm wird gemeinsam mit den Universitäten Wien, Bielefeld und St. Andrews (seit September 2011, davor Edinburgh), sowie den Bundesministerien für Gesundheit und Unterricht, dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger, der Gesundheit Österreich GmbH mit dem Fonds Gesundes Österreich und der Gesundheitsförderung Wien Ges.m.b.H des Magistrats der Stadt Wien umgesetzt und verbindet dabei innovative anwendungsorientierte Forschung mit wissenschaftlicher Grundlagenforschung. Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur Minoritenplatz 5, 1014 Wien Bundesministerium für Gesundheit Radetzkystraße 2, 1030 Wien Gesundheit Österreich GmbH - Fonds Gesundes Österreich Aspernbrückengasse 2, 1020 Wien Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger Kundmanngasse 21, 1030 Wien Wiener Gesundheitsförderung gemeinnützige GmbH - WiG Treustraße 35 43, 1200 Wien Universität Bielefeld Universitätsstraße 25, Bielefeld Universität St. Andrews St. Andrews KY16 9AJ Fife Scotland, UK Universität Wien Universitätsring 1, 1010 Wien 8 LBIHPR 2013

10 2.2 Gremien Das LBIHPR wird von zwei Gremien unterstützt, dem Board der Partner und dem Scientific Advisory Board. Der Partner-Board besteht aus je einer Vertreterin/einem Vertreter der Partnerorganisationen und berät zweimal im Jahr den Arbeitsfortschritt und das geplante Arbeitsprogramm des LBIHPR. Der Scientific Advisory Board berät ein- bis zweimal im Jahr die leitenden Forscher/innen in grundlegenden Forschungsfragen und in spezifischen Fragestellungen zum laufenden Forschungsbetrieb. Dem Partnerboard gehören an: Mag. a C. Lingner (LBG), SL PD Dr. in P. Rendi-Wagner (BMG), MinR Dr. G. Krötzl (BMUKK), Mag. G. Ziniel (GÖG-FGÖ), Dir. Dr. E. Schmatzberger (HVB), D. Beck (WiG), Univ.Prof. Dr. in D. Schaeffer (Uni Bielefeld), Prof. Dr. in C. Currie (Uni St. Andrews), Univ.Prof. Dr. R. Richter (Uni Wien, Vorsitz des Boards). Diese Personen sind bei Verhinderung vertreten durch: E. Heiss (LBG), Mag. a J. delle Grazie (BMG), Mag. J. Horschinegg (BMUKK), Mag. St. Spitzbart (HVB), Mag. a K. Hametner (WiG), Dr. in Jo Inchley (Uni St. Andrews), Dr. in L. Moser (Uni Wien), Mag. a C. Peinhaupt (GÖG-FGÖ). Dem Scientific Advisory Board gehören an: Univ.Prof. DDr. R. H. Noack (emer., Vorsitz des Boards), Prof. Dr. in M. Barry (University of Ireland Galway), PD Dr. G. Bergmann (Uni Klinik Göppingen), Prof. Dr. M. Mittelmark (University of Bergen), Prof. Dr. in V. Simovska (University of Aarhus). 2.3 Andere Projektpartner Mit folgenden Institutionen wurden Drittmittelprojekte durchgeführt: AUVA - Allgemeine Unfallversicherungsanstalt, Donau-Universität Krems, EU - Europäische Kommission, Fachhochschule Pinkafeld, FEM - Frauengesundheitszentrum FEM Süd, Healthcare Services Region Vestra Götaland, Hospital District of Southwest Finland, Turku, IFF Institut für Soziale Ökologie Wien, Merck Sharp & Dohme Gesellschaft m.b.h. (MSD), Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit, wissenschaftliche Projektleitung Jugend trifft Gesundheit (Vorarlberg), SMZ Ost Baumgartner Höhe, St. Anna Kinderspital, Taiwan - Bureau of Health Promotion, Department of Health, University of Brighton, Université catholique de Louvain, University of Maastricht, Verein ONGKG, Verein SV-wissenschaft, Verein Plattform Schulverpflegung. 2.4 Relevante Entwicklungen in den beforschten Settings Eine für die Gesundheitspolitik insgesamt und insbesondere für die Gesundheitsförderung für Kinder und Jugendliche überaus bedeutsame Entwicklung hat 2012 durch die Verabschiedung der nationalen Rahmengesundheitsziele und der Kinder- und Jugendgesundheitsstrategie durch das BMG bzw. den Ministerrat stattgefunden. Viele Prinzipien der Gesundheitsförderung sind darin enthalten und es wird die aktive Unterstützung durch die verschiedensten Institutionen auf Bundes- und Landesebene dadurch initiiert. Im Oktober 2012 veröffentlichte die Koordinationsstelle der Kinder- und Jugendgesundheitsstrategie einen Überblick über entsprechende Maßnahmen, die geplant, in Umsetzung oder bereits umgesetzt sind. Es gibt breiten Konsens darüber, diese Bemühungen fortzusetzen. Das HPS-Team des LBIHPR wird einerseits dazu weiterhin seinen Beitrag leisten, andererseits ergeben sich aus der erwartbaren Intensivierung sowohl der Aktivitäten wie der LBIHPR

11 Debatten zur Gesundheitsförderung für Kinder und Jugendliche insbesondere im Schulsetting auch neue Forschungsfragen und Beobachtungsaufgaben. Auf europäischer Ebene sind durch die Health 2020 Strategie der WHO-Euro bzw. in Österreich durch die Rahmengesundheitsziele und die Gesundheitsreform neue Impulse für Public Health und Gesundheitsförderung sowohl für Gesundheitsförderung in der Krankenbehandlung wie für Gesundheitskompetenz entstanden. Auf europäischer Ebene sind durch das Europäische Jahr des aktiven Alterns und der Generationensolidarität 2012 gute Anschlussbedingungen für Gesundheitsförderung entstanden sowohl in Richtung Prävention von (hoher) Pflegebedürftigkeit als auch im Sinne von Qualitätsentwicklung für NutzerInnen (Erhaltung von Autonomie/ Mobilität). Auch im Rahmen der Health 2020 Strategie der WHO Euro (Healthy and Active Ageing) wird das Thema in den nächsten Jahren an Bedeutung gewinnen. Auf nationaler Ebene hat die ÖPIA (Österreichische Plattform für Interdisziplinäre Alternsfragen) mit einer Vernetzungsveranstaltung einen neuen Impuls auch für Gesundheitsförderung im Bereich der Langzeitbetreuung gesetzt. Im Zuge der Erstellung von nationalen Gesundheitszielen wurden neue Formen der Einbindung der Öffentlichkeit und eines breiten Spektrums von Stakeholdern erprobt. Das könnte den Beginn einer stärkeren partizipativen Politikgestaltung in der Gesundheitsförderung auch in Österreich markieren. Die ARGE Selbsthilfe Österreich wird erstmals substantiell aus Bundesmitteln unterstützt. Damit wurden erste Schritte in Richtung einer institutionalisierten Einbindung als Patientenvertretung gesetzt. 2.5 Wissensumwelten Mit der Zeitschrift Clinical Health Promotion Research & Best Practice for patients, staff and community wurde eine Publikationsmöglichkeit etabliert, die für den Bereich HPH neue Chancen eröffnet. Gesundheitskompetenz (Health Literacy) als Forschungsthema der Gesundheitswissenschaften ist jetzt auch in Europa (und auch im deutschsprachigen Bereich) angekommen, was sich an einer Vielzahl von Präsentationen auf wissenschaftlichen Veranstaltungen festmachen lässt. Auch die IUHPE (International Union for Health Promotion and Education) hat mit Gründung der Global Working Group Health Literacy den Trend aufgegriffen und verstärkt. Das europäische INTERLINKS Projekt hat einen wichtigen Beitrag zur Vernetzung europäischer ForscherInnen in der Long-Term Care geleistet, Ende 2012 wurde der Projektbericht fertiggestellt. Auch bei der 2. Konferenz des Internationalen Long-Term Care Policy Netzwerks im September 2012 in London war eine zunehmende Bedeutung von Präventions- und Gesundheitsförderungsthemen zu bemerken. Ähnliches war bei anderen Konferenzen im Kontext Geriatrie/Gerontologie, Gesundheits- und Medizinsoziologie und Sozialmedizin festzustellen. Auch bei der Europäischen Public Health Konferenz war Interesse feststellbar, dort z.b. mit Bezug auf die Themen Nutzerperspektiven und Erhalt von Autonomie. Aus Sicht der Settings Comparative Study (SCS) und der wissenschaftlichen Umwelt besteht für alle drei Settings die wichtigste Entwicklung der letzten Jahre darin, dass sich die Gesundheitsförderungsforschung verstärkt mit Fragen der nachhaltigen Implementation von 10 LBIHPR 2013

12 Gesundheitsförderungsprogrammen beschäftigt. International lässt sich ein Trend dahingehend erkennen, dass man von Pilotprojekten, die unter optimalen Bedingungen stattfinden und Organisationen übergestülpt werden (Gesundheitsförderung als add on zur bisherigen organisationalen Praxis), verstärkt auf Interventionen setzt, die nachhaltig in Organisationsstrukturen eingefügt werden und die betreffenden Organisationen in ihren Kern- oder Supportprozessen derart transformieren, dass Gesundheitsförderung auch nach Pilotphasen nicht verpufft (Gesundheitsförderung als add in ). Damit verbunden ist ein zweiter Trend, der sich in allen drei Settings beobachten lässt, dass nämlich solche add in Interventionen in der Regel sehr abstrakt und modellhaft sind und meist auf betriebswirtschaftlichen Vorstellungen organisationalen Wandels beruhen. Die Grenzen dieser Herangehensweise werden jedoch zusehends erkannt. Weiters ist feststellbar, dass sich der internationale Diskurs zur Implementationsforschung rasch weiterentwickelt, was sich an der steigenden Zahl der Publikationen im von amerikanischen Universitäten neu gegründeten Journal Implementation Science ablesen lässt. Außerdem sind v.a. in internationalen organisationswissenschaftlichen Journalen viele Publikationen zu Implementationsprozessen in professionellen Organisationen erschienen (z.b. Ovretveit et al. 2012; Powell und Davis 2012). LBIHPR

13 3 Kapitalien des LBIHPR 3.1 Strukturkapital Budget Das Budget des Ludwig Boltzmann Instituts Health Promotion Research betrug für das Jahr 2012 EUR und wurde durch die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (50%), die Institutspartner (35%) sowie durch einen Drittmittelanteil von 15% bestritten Infrastruktur Im Berichtsjahr wurde für die Erhaltung und Ergänzung der infrastrukturellen Einrichtungen und Arbeitsmittel ein Gesamtbetrag von 0,7% des Budgets ausgegeben. 3.2 Humankapital Kernkompetenzen und Skills-Profil Die Kernkompetenzen des LBIHPR wurden in einem internen Workshop mit externer Anleitung und Moderation erarbeitet und können folgendermaßen beschrieben werden: Entwicklung von theoretischen Modellen zur Erfassung komplexer sozialer Wirklichkeiten im Bereich und mit Bezug auf Gesundheit Generierung von Evidenz bezüglich zentraler gesundheitswissenschaftlicher und insbesondere gesundheitsförderungsbezogener Fragestellungen Entwicklung von innovativen Forschungsdesigns im Bereich Gesundheits- und Gesundheitsförderungsforschung Wissenschaftlich angeleitete Unterstützung für die Umsetzung von gesundheitsbezogenen Forschungserkenntnissen in die Praxis Ausgehend von diesen Kernkomptenzen wurde ein Skills-Profil der MitarbeiterInnen des LBIHPR entwickelt. Die Idee dahinter ist zu prüfen, inwieweit die Kompetenzen bzw. Skills der Mitarbeiter/innen geeignet sind, die Kernkompetenzen der Institution umzusetzen. Die wissenschaftlichen Mitarbeiter/innen des LBIHPR stammen aus unterschiedlichen Quellberufen und verfügen zusammen über eine breite Palette interdisziplinärer Kompetenzen, die fachspezifisches theoretisches Wissen, setting- und populationsspezifische Expertisen sowie quantitative und qualitative Methodenkompetenzen umfassen. Durch Zusatzausbildungen verfügen Mitarbeiter/innen auch über klinisch-diagnostische und praktisch-beraterische Kompetenzen. Eine Bewertung der Skills im Zuge der Mitarbeitergespräche also als gemeinsame Einschätzung von Mitarbeiter/in und Vorgesetzte/r/m - benutzte eine Skala, die von 1 (geringe Kenntnisse) über Stufen der Erfahrenheit bis zu 5 (Mastery) reichte. Die Mittelwerte zeigen, dass die große Zahl junger und unerfahrener Junior und PhD Researcher in Rechnung stellend der Kompetenzen-Level der Mitarbeiter/innen durchaus hoch ist. Andererseits weist das Skills-Profil zwei Auffälligkeiten auf: (a) das LBIHPR ist im Bereich qualitativer Verfahren besser qualifiziert als im Bereich quantitativer Verfahren und (b) die allgemeinen gesundheitswissenschaftlichen Kompetenzen sind besser entwickelt als die spezifischeren Kompetenzen zu System- und Organisationstheorie. 12 LBIHPR 2013

14 3.2.2 Nachwuchsförderung und Weiterbildung Sinn und Zweck des organisationalen und der individuellen Skills-Profile ist es, entsprechende Weiterbildungen zu ermöglichen. Das LBIHPR ist Mitglied des Qualitätsverbunds Sozialwissenschaften, in dem sozialwissenschaftliche Weiterbildungen angeboten werden, die zu 50% vom Arbeitsmarktservice finanziell unterstützt werden. Weiters verfügt jede/r Mitarbeiter/in des Instituts über ein Weiterbildungsbudget, das in unterschiedliche Formen von Weiterbildung investiert werden kann. Im Jahr 2012 haben Mitarbeiter/innen in 31 Veranstaltungen und Kursen verschiedenster Anbieter im In- und Ausland davon Gebrauch gemacht. Des Weiteren nahmen unsere Junior ResearcherInnen regelmäßig an der Veranstaltung Meet the Expert, einer Vortragsreihe für JungwissenschaftlerInnen der Ludwig Boltzmann Gesellschaft, teil. Die Junior und Doctorate Researcher nehmen an dem einmal im Monat statt findenden Journal Club teil, in dem sie wichtige Publikationen aus ihren Bereichen vorstellen und mit dem gesamten Team diskutieren. Der Erfolg der Nachwuchsarbeit zeigt sich im ersten Halbjahr 2012 darin, dass 2 Publikationen, die von Juniors als Erstautorinnen/Erstautoren eingereicht worden waren, in peer reviewed Journals erschienen sind und ein Artikel zur Publikation angenommen wurde (siehe Publikationsliste im Anhangsteil des Berichts) Personalstand im Jahr 2012 Wissenschaftliches Personal Standort Wien: 37 Personen oder 22,31 FTEs Wissenschaftliches Personal andere Standorte: 7 Personen oder 2,36 FTEs Administratives und technisches Personal: 7 Personen oder 3,89 FTEs Veränderungen des Personalstands Es gab im Berichtszeitraum ( ) vier Abgänge und drei Neuzugänge bei den angestellten MitarbeiterInnen. Karenzen MMag. a Tanja Wagreich befindet sich seit im Mutterschutz. Dr. in Kate Levin von der University of St. Andrews befindet sich seit in maternity leave. Philipp Petersen war ab in Bildungskarenz. Während der Zeit der Bildungskarenz ( ) stand er dem LBIHPR in einem geringfügigen Anstellungsverhältnis zur Verfügung. Mit hat Frau Dr. in Martina Nitsch eine Weltreise angetreten. Daher war ihr Dienstverhältnis für den Zeitraum karenziert. Mag. a Hanna Steindl befindet sich seit im Mutterschutz. Abgänge Die Abgänge betreffen in chronologischer Reihenfolge: Mag. Markus Hojni, Mag. Robert Griebler, Mag. a Doris Zeidler, Mag. a Danuta Fehrmann, Mag. a Katrin Unterweger. Mag. Hojni wechselte an das Institut für Suchtprävention, Mag. Griebler wechselte zur Gesundheit Österreich GmbH, Mag. a Katrin Unterweger beendete das Dienstverhältnis einvernehmlich mit , um sich vermehrt der Lehrtätigket an der FH Krems sowie am Campus Wien widmen zu können und um ihre eigene ergotherapeutische Praxis aufzubauen. LBIHPR

15 Neuzugänge Dr. in Jane Hartley arbeitet während der Karenzierung von Dr. in Kate Levin an der University of St. Andrews für das Institut. Dr. Thomas Kleina ist an der Universität Bielefeld in der Nachfolge von Dr. in Michaela Brause tätig. Christina Wieczorek, MSc, ist seit als Junior Researcherin im Ausmass von 32 Wochenstunden tätig. Mag. Dr. Fran Osrecki unterstützt seit als Senior Researcher mit 40 Wochenstunden die Settings Comparative Study. Veränderungen des Anstellungsverhältnisses Mag. a Dr. in Lisa Gugglberger arbeitet neben ihrer Anstellung am Institut seit in Form einer Arbeitskräfteüberlassung an der University of Brighton. Das Ausmaß der Arbeitszeit für die University of Brighton betrug im Zeitraum vom bis Wochenstunden und seit Wochenstunden. Hermann Schmied hat im Zeitraum seine Wochenarbeitszeit von 40 auf 20 WOST reduziert, um sich in diesem Zeitraum dem Public Health Lehrgang widmen zu können. Seit ist er wieder Vollzeit beschäftigt. Der Abschluss seiner Ausbildung zum MPH erfolgte im September Mag. a Monika Simek erhöhte die Wochenstunden im Zeitraum von 26 auf 30, um einen Teil der Aufgaben von Dr. in Martina Nitsch übernehmen zu können. Mag. a Katrin Unterweger, MSc, hat von 30 auf 20 Wochenstunden ab dem reduziert, um einer Lehrtätigkeit an der Fachhochschule Krems nachgehen zu können. Namensänderung MMag. a Tanja Wagreich, die mit in den Mutterschutz eingetreten ist, hat am 25. Mai geheiratet und den Namen des Vaters ihres Kindes angenommen: sie heißt nunmehr Tanja Adamcik MitarbeiterInnen (Standort Wien) Institutsleiter: Priv.Doz. Mag. Dr. Wolfgang Dür Stellvertretende Institutsleiterin: Mag. a Dr. in Karin Waldherr Key ResearcherInnen: Priv.Doz. Mag.Dr. Wolfgang Dür Mag. a Dr. in Rosemarie Felder-Puig, MSc Priv.Doz. Dr. Karl Krajic Univ.Prof. Dr. Jürgen Pelikan, Mag. a Dr. in Karin Waldherr Senior und PostDoc ResearcherInnen Dr.med. Martin Cichocki, MPH Mag. a Dr. in Christina Dietscher Univ.Prof. Dr. Rudolf Forster Mag. a Dr. in Lisa Gugglberger Mag.Dr. Benjamin Marent Mag. a Dr. in Martina Nitsch Hermann Schmied, MPH Mag. Dr. Fran Osrecki Doctorate Researcher Mag. a Michaela Adamowitsch, MPH Mag. a Edith Flaschberger Mag. Felix Hofmann Mag. a Daniela Ramelow, MPH Mag. Florian Röthlin Mag. Friedrich Teutsch Christina Wieczorek, MSc Junior ResearcherInnen/ PraktikantInnen Enrica Denk, Bakk. Kristin Ganahl, Bakk. Mag. Angelika Hausenbiegl (fdn) Natascha Heredia Jimenez (fdn) Lisa Lehner, Bakk., (fdn) Mag. Markus Hojni Matthias Manousek, (fdn) Lara Marzinek (Pflichpraktikum) 14 LBIHPR 2013

16 Viktoria Quehenberger, Bakk. (fdn) Mag. Daniela Rojatz, (f DN) Mag. a Monika Simek, Victoria Staus, Bakk., (fdn) Mag. a Hanna Steindl Karl-Ralf Swazina, Bakk. Mag. a Katrin Unterweger, MSc MMag. a Tanja Wagreich (Adamcik), Julia Zottl, Bakk., (fdn) Administration (Sekretariat, Technician, Wissensmanagement) Gabriele Bocek Astrid Loidolt Gunter Maier, Bakk. (fdn) Philipp Petersen Jennifer Jacqueline Remenar (fdn) Bianca Schantl (fdn) Ernst Steininger * (fdn) = freier Dienstnehmer, freie Dienstnehmerin MitarbeiterInnen (andere Standorte) Standort Leitung Mitarbeiter/innen Universität Bielefeld Institut für Pflegewissenschaften Prof. Dr. Doris Schaeffer Dr. in Annett Horn Dr. Thomas Kleina St. Andrews University Child and Adolescent Health Research Unit Prof. Dr. Candace Currie Dr. Kate Levin Dr. Jane Hartley Fonds Gesundes Österreich Mag. Christa Peinhaupt Mag. a Gerlinde Rohrauer-Näf Mag. Dr. Rainer Christ MPH DI Petra Gajar Qualifizierungen Im Berichtszeitraum haben 3 MitarbeiterInnen einen akademischen Abschluss erworben: Mag. Benjamin Marent: Dr. phil. Hermann Schmied: MPH Mag. a Christina Dietscher: Dr. in phil. 3.3 Sozialkapital OE-Sitzungen Im Berichtszeitraum wurden 10 Gesamtteamsitzungen durchgeführt, die der Reflexion, und Grundorientierung der MitarbeiterInnen im Austausch mit der Führung dienen sowie der Diskussion von allfälligen und aktuellen Fragen Soziale Beziehungen und Events Neben den formalen Teamsitzungen und Maßnahmen zum Aufbau der internen Vernetzung, finden sich auch informell gewachsene Gefüge, die die Festigung sozialer Beziehungen, den Zusammenhalt und die interne Kommunikation fördern. Im Lauf der Zeit haben sich gemeinsame Koch bzw. Essensgruppen gebildet, und durch die Bereitstellung von Kaffee, Tee und frischem Obst entwickelten sich die gemeinsam genutzte Küche und auch der Kommunikationsraum des Instituts zu den Zentren dieser Strukturen. LBIHPR

17 Zur zusätzlichen Stärkung des Zusammenhalts wird die alljährliche Weihnachtsfeier des Instituts abgehalten Spezielle Leitungsprojekte D/A/CH Als Mit-Initiatoren und Gründer des D/A/CH-Netzwerks für Gesundheitsförderung der Länder Deutschland, Österreich und Schweiz sind wir weiterhin in Aktivitäten des Netzwerks involviert. Wolfgang Dür, der weiterhin Sprecher des Netzwerks für Wissenschaft ist, und Jürgen Pelikan haben im April 2012 am Netzwerktreffen in Berlin teilgenommen; das LBIHPR hat den Aufbau der computergestützten Netzwerk-Kommunikation unterstützt (Sitz in Olten/CH) ÖGPH Bis einschließlich September 2012 hat Wolfgang Dür als stellvertretender Obmann der Österreichischen Gesellschaft für Public Health (ÖGPH) fungiert und deren Jahrestagung mit organisiert. Außerdem koordiniert und ediert Philipp Petersen für das LBIHPR die Herausgabe des Newsletters der ÖGPH Benchmarking Auch 2012 haben Aktivitäten im Benchmarking-Projekt stattgefunden, das gemeinsam mit dem Research Centre for Health Promotion der Universität Bergen (Prof. Mittelmark) und der Health Promotion and Public Health Unit der National University of Ireland Galway (Prof. Barry) durgeführt wird. Nach gemeinsam entwickelten Vorgaben wurde ein Bericht verfasst, der derzeit von den Kollegen in Galway analysiert wird. 16 LBIHPR 2013

18 4 Leistungen 4.1 Forschungsprojekte und- ergebnisse 2012 Im Folgenden wird die Projektarbeit des Instituts zusammenfassend dargestellt. Gesundheitsförderung in der Schule (HPS) Eines der großen Projekte im Bereich HPS war die Schulsozialarbeit in Österreich. Es sollte u.a. eine Wissensgrundlage geschaffen werden, die zur Entwicklung von Mindeststandards sowie zur Schärfung des Berufsbildes herangezogen werden kann. Der erste Forschungsbericht aus diesem Projekt - Schulsozialarbeit in Österreich: Darstellung unterschiedlicher Implementierungsformen - wurde von allen Beteiligten sehr gut angenommen und fand auch internationale Beachtung. Im ersten Halbjahr 2012 wurde ein Grundlagenpapier zur Evaluation von Schulsozialarbeit geschaffen, das die unterschiedlichen Implementierungsformen mit berücksichtigen sollte; das Papier wurde einem Expert/inn/en-Review-Prozess unterzogen und wird Anfang 2013 veröffentlicht werden. Ebenso intensiv wurde an einem Leitfaden zur Unterstützung der Implementierung von Schulsozialarbeit gearbeitet. Dieser beleuchtet die unterschiedlichen Phasen der Implementierung und fasst Grundlagen des Arbeitsfeldes für die praktische Anwendung zusammen. Mit der empirischen Studie zur Implementierung von Gesundheitsförderung in österreichischen Schulen wurde versucht, die Lücke im Bereich der Prozessvariablen schließen zu helfen und eine Wissensbasis über die tatsächliche Umsetzung der verschiedenen, aus öffentlichen Mitteln geförderten oder auf Eigeninitiativen der Schulleitung, Lehrerschaft und/oder Eltern beruhenden GF-Maßnahmen zu schaffen. Das Arbeitspaket Gesundheitsförderliches Lehren und Lernen wurde weitergeführt, womit die geplante engere Koppelung an Schulentwicklung realisiert werden sollte. Die diesjährige Veranstaltung Dialog Gesunde Schule widmete sich deshalb auch dem Thema Gesundheitsförderung und Schulentwicklung wie schaffen wir eine bessere Kooperation? Die HBSC-Studie wurde und wird weiter in Kooperation mit den internationalen Partnern weiterentwickelt. Auf Wunsch aller Praxispartner soll das Thema Health Literacy auch in HBSC Berücksichtigung finden zumindest im nationalen Teil des Fragebogens und abhängig vom Begutachtungsprozess, den der Fragebogen noch zu durchlaufen haben wird. Vier HBSC-Factsheets mit Ergebnissen aus der Erhebung 2010 sind im Jahr 2012 produziert worden. Wie jedes Jahr nahm auch 2012 die Evaluation des Wiener Netzwerks Gesundheitsfördernder Schulen breiten Raum ein. Gesundheitsförderung im Krankenhaus (HPH) Der Forschungsschwerpunkt der Programmlinie liegt auf der Implementierung von Gesundheitsförderung in Krankenhäusern und den dafür förderlichen und hinderlichen Faktoren. Die Forschungsarbeit ist entlang von vier Projekten organisiert, die jeweils durch spezifische Forschungsfragen, Gesundheitsförderungsprogramme und KooperationspartnerInnen (bzw. Feld- Zugang ) charakterisiert sind. Das Projekt Retrospektive, international vergleichende Evaluationsstudie Gesundheitsfördernder Krankenhäuser PRICES-HPH wurde bereits 2008 gestartet und untersucht Strukturen, Kapazitäten und Maßnahmen, die im Internationale Netzwerk Gesundheitsfördernder Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen (HPH), d.h. den nationalen / regionalen HPH- Netzwerken und ihren Mitgliedseinrichtungen (Krankenhäuser) aufgebaut wurden, um Gesundheitsförderung systematisch umzusetzen. Mit den erhobenen Daten wurden auch 2012 weitere Fragestellungen bearbeitet und die Ergebnisse präsentiert und publiziert. LBIHPR

19 Das Projekt Integration von spezifischen Initiativen und Programmen der Gesundheitsförderung in Konzept und Praxis des Gesundheitsfördernden Krankenhauses unterstützt und beobachtet die Implementation von aktuellen Gesundheitsförderungsansätzen in die Krankenhauspraxis. Dies waren 2012 das Selbsthilfefreundliches Krankenhaus (systematische Kooperation zwischen Krankenhaus und Selbsthilfegruppen), das Nachhaltige Krankenhaus (Entwicklung von Indikatoren für die Messung der ökonomischen, ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit von Krankenhausabteilungen) und das Baby-friendly Hospital (Maßnahmen-Rollout der WHO/UNICEF- Initiative in österreichischen Geburtenabteilungen). Im Verlauf des Projektes Gesundheitskompetenz messen und fördern wurde Gesundheitskompetenz erstmals in den Bevölkerungen ausgewählter europäischer Länder, einschließlich Österreichs, gemessen. Aufbauend auf Messungen von Gesundheitskompetenz in Österreich (HLS-EU Studie, Österreichische Bundesländer-Gesundheitskompetenz Studie, Österreichische Gesundheitskompetenz Jugend Studie), wurden Auswertungen und Berichte erarbeitet, deren Ergebnisse u.a. ein spezifisches Gesundheitskompetenz-Ziel innerhalb der österreichischen Rahmengesundheitsziele 2012 unterstützten. Im Rahmen eines weiteren EU FP7- Projektes, an dem die PL ein Arbeitspaket verantwortet, wird Gesundheitskompetenz im Rahmen einer Evaluation der (Kosten-)Effektivität von Schulungen zum Selbstmanagement von Diabetes genützt. Mit einer Zusammenstellung von erprobten Interventionen zu Verbesserung der Gesundheitskompetenz für die SV-Wissenschaft wurde begonnen. Es wurden auch Vorarbeiten begonnen, um die Konzepte Gesundheitskompetenz bzw. Health Literate Organization (IOM) und Health Promoting Hospitals im Arbeitsjahr 2013 systematisch zu integrieren und zur Weiterentwicklung von HPH zu verwenden. Ein weiteres Projekt ist die Wissenschaftliche Unterstützung für Netzwerke international, national und regional die teilweise eng mit den Aufgaben als WHO Collaborating Centre on Health Promotion in Hospitals and Healthcare verbunden sind. Seit seiner Gründung im Jahr 1992 initiiert und koordiniert das WHO-CC Forschungsprojekte, engagiert sich im Aufbau und der wissenschaftlichen Begleitung des internationalen HPH-Netzwerkes, des Österreichischen Netzwerks gesundheitsfördernder Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen (ONGKG) sowie der Allianz für Gesundheitsförderung in Wiener Spitäler, Pflegeinrichtungen und Seniorenwohneinrichtungen. Insbesondere wird hier die Wissens-Dissemination (Organisation von Konferenzen und Workshops, Publikations- und Präsentationstätigkeit) unterstützt. Gesundheitsförderung in der Langzeitbetreuung (HPL) Das Pilotprojekt Gesundheit hat kein Alter zur Setting-orientierten Gesundheitsförderung in der stationären Altenbetreuung (gefördert durch HV, WiG und FGÖ) konnte bis zum Jahresende 2012 weitgehend abgeschlossen werden. Einen wesentlichen Teil dieses Projektes bildete eine 20 Einheiten umfassende Mobilitätsintervention für BewohnerInnen ( Bewegtes Leben ) in den drei beteiligten Einrichtungen des KWP, die im Jahr 2012 abgeschlossen und evaluiert wurde. Dabei zeigten sich deutliche und statistisch signifikante Effekte auf alltagsnahen Mobilitätsdimensionen und in Bezug auf Lebensqualität der TeilnehmerInnen. Diese Ergebnisse führten zu einem organisationsinternen Roll- Out, zunächst in Form einer systematischen Fortbildung für alle BetreuerInnen, die im Bereich Mobilitätsförderung aktiv sind. Eine systematische Implementierung in drei weiteren Einrichtungen des KWP wird im Rahmen des SCL Projekts evaluiert. Der Strategieentwicklungsprozess, der durch eine umfassende Bedarfsanalyse und ein Gesundheitszirkel-Verfahren 2011 vorbereitet worden war, hat vor allem Maßnahmen in Richtung MitarbeiterInnengesundheit vorangetrieben. Schritte wurden dabei einerseits in Richtung struktureller Verankerung von Gesundheitsförderung im Management des KWP gesetzt. Inhaltlich wurden zunächst Maßnahmen in Richtung Ergonomie (Schulungsangebot für die Haupt - Berufsgruppen) gesetzt. Das Thema Erhaltung der Arbeitsfähigkeit älterer ArbeitnehmerInnen wird weiterverfolgt. Mit der Entwicklung eines Angehörigen-Einbindungskonzepts wurde ein weiteres 18 LBIHPR 2013

20 Thema aufgegriffen. Eine Fortsetzung und Vertiefung ist für die drei Piloteinrichtungen 2013 geplant. Die Ergebnisse des Projekts wurden im Rahmen von Fachtagungen (April und Dezember 2012) öffentlich präsentiert (mit guter Medienresonanz). Der Evaluationsbericht über das Gesamtprojekt und die spezifischen Interventionen ist in Fertigstellung. Ein internationaler wissenschaftlicher Austausch mit sehr guter Resonanz - fand im Rahmen eines Expertenworkshops im Dezember 2012 statt. Weitere Präsentationen im In- und Ausland (mehrere davon gemeinsam mit Kooperationspartner Universität Bielefeld) erhöhten die Sichtbarkeit der Projektergebnisse und dienten als Vorarbeiten für derzeit in Arbeit befindliche wissenschaftliche Publikationen. Der Partner Universität Bielefeld gemeinsam mit dem Berliner Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hat ein weiteres Projekt mit dem Titel Qualität und Gesundheit in der stationären Altenhilfe durchgeführt. Darin geht es um die empirische Bestandsaufnahme von Gesundheit, Gesundheitsdeterminanten und Gesundheitsförderungsbedürfnissen bei Bewohner/innen und Mitarbeiter/innen in acht Einrichtungen der stationären Langzeitversorgung. Der Abschlussbericht wurde im April 2012 fertiggestellt, Ergebnisse wurden seither auf mehreren Tagungen präsentiert bzw. in Publikationen verarbeitet. Partizipation Die Projekte im Bereich Partizipation wurden im Jahr 2012 beendet. Der systematische Literatur Review zu Effekten der Partizipation von Schüler/innen in der schulischen Gesundheitsförderung wurde abgeschlossen. Es konnte Evidenz für positive Effekte belegt werden, vor allem für die sozialen Beziehungen in der Schule und die Schulkultur. Die Partizipation von organisierten Patient/inn/en (Selbsthilfegruppen) im Kontext gesundheitsfördernder Gesundheitseinrichtungen wurde in einem gemeinsamen Projekt mit der PL HPH auf Basis von Dokumentenanalysen und Befragungen von Netzwerkkoordinator/inn/en untersucht. Dabei zeigte sich, dass es zwar eine vielfältige Praxis der Kooperation mit solchen Gruppen gibt, aber keine kohärente Policy. Ein von uns entwickeltes Stufenmodell zeigt Perspektiven einer solchen auf. Jugend trifft Gesundheit : Dieses Projekt zielt auf die Förderung der Akzeptanz von Gesundheitsprojekten für Jugendliche und wurde in Vorarlberg exemplarisch durchgeführt. Zentrale Fragestellungen waren: Was verstehen Jugendliche unter Gesundheit und was steigert aus ihrer Sicht ihr Wohlbefinden? Diesen Fragen wurde durch einen participatory action research (PAR)- Ansatz nachgegangen. Mittels Photovoice dokumentierten Jugendliche ihre Lebenswelten und stellten Verbindungen zu ihrem subjektiven Gesundheitsbegriff her. Das Verständnis der Lebenswelt Jugendlicher dient als Grundlage für die Adaptierung und Implementierung spezifischer Gesundheitsförderungsmaßnahmen. Settings Comparative Study Das Forschungsprogramm, das dem Errichtungsvertrag des Instituts zugrundeliegt, sieht einen organisationssoziologischen und gesundheitswissenschaftlichen Vergleich von Maßnahmen und Effekten der Gesundheitsförderung in den drei verschiedenartigen Settings Schule, Krankenhaus und Langzeitpflegeeinrichtung vor. Dieser Vergleich wird in der Settings Comparative Study zunächst mit Bezug auf Implementationsfragen durchgeführt. Zum einen werden die drei Settings als Organisationskontexte verglichen, in denen professionelle Akteure wie Lehrer, Ärzte und Pflegekräfte durch direkten Kontakt mit ihren Klient/inn/en über ein sehr hohes Maß an beruflicher Autonomie verfügen und in diesem Sinne als professional people processing (ppp)-organisationen bezeichnet werden können. Zum anderen, und darauf aufbauend, ist es die Aufgabe der Programmlinie, ein Modell zur Implementation von Gesundheitsförderungsmaßnahmen zu entwickeln, das professionelle Akteure einerseits stark LBIHPR

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