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1 4,50 Fr. 9,00 Online-Werbung I E-Commerce I Technik Anzeige AUSGABE 16/12 6. AUGUST 2012 ALLE 14 TAGE TOPAKTUELL Der Weg der Banane Spaß beim Geldausgeben Negative Preisspirale vermeiden Codename Venice COMSCORE-STUDIE Jeder 8. kauft mobil ein Im Mai 2012 haben 19,5 Millionen Smartphone-Besitzer in den wichtigsten EU-Ländern Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien und UK Shopping Sites genutzt, meldet eine Studie des Marktforschers Comscore. Etwa jeder achte Smartphone-Nutzer tätigte mit seinem Gerät einen Online-Kauf. Von den 19,5 Millionen, die auf Shopping-Seiten surften, waren es 75 Prozent. fk STRATO MEDIEN AG Neuer CEO für Strato Christian Böing löst Damian Schmidt als CEO des Berliner Webhosters Strato ab. Der 41-jährige promovierte Wirtschaftswissenschaftler war bislang Vertriebsleiter und Mitglied der Geschäftsleitung bei Telegate. Zuvor verantwortete er unter anderem das internationale Produktmanagement Hosting bei 1&1. Welche Ziele sein Vorgänger Schmidt hat, ist unbekannt. fk Christian Böing wechselt von Telegate zum Hoster Strato Dole setzt im Web auf Responsive Design S. 30 E Kundenbindung durch Bezahlverfahren S. 32 Mysportgroup-Gründer Albert Schwarzmeier S. 6 Wie das neue Google-Update die Suchmaschinenoptimierung verändert S. 20 Der Preis für Gratisversand Zalando steht wegen schlechter Arbeitsbedingungen in seinen Lagerhallen in der Kritik in ZDF-Bericht über die Arbeitsbedingungen im Logistikzentrum Großbeeren von Zalando warf dieser Tage ein schlechtes Licht auf den Schrei-vor-Glück-Versender. 7,01 Euro Mindestlohn zahlt das Unternehmen den Mitarbeitern dort pro Stunde. Das ist nur für die vielen Polen, die täglich nach Großbeeren pendeln, ein lohnendes Geschäft. Und natürlich für Zalando, das die Zeche für kostenlosen Versand und Rückversand die Mitarbeiter oder auch die deutschen Steuerzahler zahlen lässt. Denn der ZDF-Bericht zeigt auch: Der Modeversender arbeitet ähnlich wie auch Amazon mit einer großen Anzahl von Schnupperpraktikanten, deren sechs- bis siebentägige Probezeit die Bundesagentur für Arbeit bezahlt. Foto: istockphoto / NuStock Stellt sich die Frage: Sind die Arbeitsbedingungen in den Logistikhallen anderer Versender auch so schlecht wie bei Zalando? INTERNET WORLD Business fragte nach unter anderem Dreckige Schuhgeschäfte: Mängel bei Zalando beim Arbeitskreis Logistik des BVH. Dort zitierte Arbeitskreis-Vorsitzender Risto Pfalz, der auch als Geschäftsführer des Schneider Versands fungiert, die Ergebnisse einer Adhoc-Umfrage unter seinen Mitgliedern, die ganz klar ergeben haben, dass es keineswegs gängige Praxis ist, sich die Einarbeitung von Arbeitskräften alimentieren zu lassen. Bei der Otto-Logistik-Tochter Hermes teilte man mit, man vergüte die eigenen Mitarbeiter mit Stundenlöhnen zwischen 9,23 und 10,79 Euro. Der Anteil beschäftigter Zeitarbeitnehmer betrage grundsätzlich maximal zehn Prozent. Die Anreize einer kritischen Vergütungspolitik seien aus rein wirtschaftlicher Sicht allerdings hoch, so Dieter Urbanke, Vorsitzender der Geschäftsführung Hermes Fulfilment. Jetzt bleibt abzuwarten, ob es die Internet-Kunden bei dem Shitstorm belassen oder ob sie die 6,50 Euro Versandkosten bei Otto.de künftig bereitwilliger zahlen. dz HUGO BOSS 21 Millionen Euro Web-Umsatz 21,5 Millionen Euro und damit 46 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum setzte Hugo Boss im ersten Halbjahr 2012 via E-Commerce um. Mit einem Anteil von 1,5 Prozent am Gesamtkonzernumsatz von 1,09 Milliarden Euro ist der Anteil des Online-Kanals aber minimal. dz INTERNET WORLD BUSINESS GUIDE Mobile Internet Den Einstieg in das Mobile Business erleichtern will der neue INTERNET WORLD Business s Guide Mobile Internet. Er enthält Tipps, Strategien und Kontakte zu den wichtigsten Dienstleistern. Ihr persönliches Exemplar liegt diesem Heft bei. BaFin-Lizenz für alle? E igentlich wollte ebay schon im Sommer seine Zahlungsmodalitäten umstellen, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat jedoch angedeutet, dass die Handelsplattform als Vermittler zwischen Kunden und Verkäufern Geldgeschäfte für Dritte abwickelt und dafür womöglich wie Banken und Geldinstitute auch eine Bafin- Lizenz braucht, um nicht mit dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG) in Konflikt zu kommen. Das plötzliche Interesse der Bafin am Internet- Handel hat den Markt aufge- Mirko Hüllemann, Heidelberger Payment schreckt. Viele Geschäftsmodelle basieren auf der Marktplatzidee und kaum ein Player könnte die Kosten, die mit einer Bafin-Lizenz verbunden sind, stemmen. Es ist nicht abzusehen, wie stark Plattformen, die als Vermittler zwischen Lieferanten und Endkunden agieren, vom ZAG betroffen sein werden, stellt Mirko Hüllemann, Chef des Payment-Dienstleisters Heidelberger Payment fest. Noch gilt: Wo kein Kläger, da kein Richter. Aber das kann sich schnell ändern. Mehr zum Thema Bafin und E-Commerce lesen Sie auf Seite 28. il Benetton handelt im Web italienische Bekleidungs- Benetton plant Dkonzern nach Medienberichten Mitte August den Start von Webshops in den wichtigsten EU-Ländern, darunter auch Deutschland. Damit will das Unternehmen seinen Umsatz ankurbeln, er sank im 1. Quartal 2012 um 5,5 Prozent. Der Start in den E-Commerce wäre nicht Benettons erster Versuch: Ende 2000 investierten die Italiener bereits 15 Millionen US-Dollar in einen eigenen Webshop damals ohne Erfolg. fk Neue Mediengesellschaft Ulm mbh, PF , München Postvertriebsstück, DPAG, Entgelt bezahlt

2 2 Internet World BUSINESS AKTUELL 6. August /12 In eigener Sache Web Developer Conference Die Web Developer Conference (WDC), die am 17. und 18. September 2012 im Sofitel Hotel Hamburg Alter Wall stattfindet, greift eine aktuelle Entwicklung im Internet auf: HTML5, CSS 3 und Java Script finden sich derzeit überall. Die Konferenz richtet sich an Entwickler von Internet-Anwendungen, Content- und Online Manager, Agenturen und Webmaster. Zudem können sich Projektleiter Inspirationen für die Durchführung von großen Web-Projekten holen. In über 25 Sessions erfahren die Teilnehmer, wie sie Online-Anwendungen, die auch großen Traffic-Belastungen standhalten, nach aktuellen Standards entwickeln können. Zwei Workshops zu den Themenschwerpunkten Node.js & Co und HTML5 für Webapps ergänzen das Veranstaltungsprogramm zudem am 19. September. Die Leser der Fachzeitschrift INTERNET WORLD Business erhalten Sonderkonditionen, wenn sie bei der Online-Anmeldung den Code WDC12iwb eingeben. Aktuelle Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie unter: Gefahr durch Karteileichen Ab 1. September 2012 müssen Opt-ins in Adressdaten dokumentiert sein einem potenziellen Kunden eine WWerb schicken will, braucht dafür eine Einwilligung (Opt-in). Mit der Novelle des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) im Jahr 2009 sind wichtige Regelungen hinzugekommen, unter anderem die Pflicht, genau zu dokumentieren, in welchem Zusammenhang der Kunde sein Opt-in erteilt hat. Für Adressbestände, die vorher erhoben wurden, trat eine dreijährige Übergangsfrist in Kraft und die läuft zum 1. September 2012 ab. In einem Beitrag zum Blog Datenschutzticker.de warnt Martin Drewes, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Münchner Anwaltskanzlei Kinast & Partner, vor den Folgen mangelhaft dokumentierter oder fehlender Opt-ins: Aufsichtsbehörden könnten nicht nur die Löschung der betroffenen Daten verlangen, sondern auch Bußgelder verhängen. Theoretisch, meint Drewes weiter, könnte sogar eine Betriebsschließung angeordnet werden. Vorbei sein sollen auch die Zeiten, in denen ein Opt-in für einen Kanal ausreichte, um den Kunden auf allen anderen Kanälen anzusprechen. Der Rat des Experten: Das hauseigene CRM-System so weit aufbohren, dass es diese Informationen sauber verwalten kann. Die BDSG-Novelle kennt allerdings auch eine Reihe von Ausnahmen: So können Unternehmen die Adressen ihrer Bestandskunden weiterhin nutzen, ebenso Adressen aus frei zugänglichen Listen. Adresshänd- Potenzielle Zeitbombe: Alte Adressbestände ohne dokumentiertes Opt-in dürfen ab 1. September nicht mehr zu Werbezwecken im -Marketing eingesetzt werden ler Schober hat sich auf das Ende der Übergangsfrist vorbereitet und bietet seinen Kunden Rat und Hilfe an. Bei der Übernahme von Adressen aus fremden Quellen, rät Schober im Firmen-Blog, müsse man sich vertraglich absichern, dass diese BDSG-konform erhoben wurden, außerdem seien die Empfänger darüber zu informieren, woher man ihre Daten hat und es müsse ihnen auch die Möglichkeit gegeben werden, der weiteren Verwendung ihrer Daten zu widersprechen. Als potenzielle Zeitbombe stufen Experten dagegen Karteileichen ein: Adressen, die vor 2009 erfasst wurden, bei denen kein dokumentiertes Opt-in vorliegt und über die auch noch nie etwas bestellt wurde, also auch nicht von Bestandskunden stammen. Hans Jürgen Schäfer, Leiter Recht beim Deutschen Dialogmarketing Verband (DDV), rät dazu, reinen Tisch zu machen: Adressen, die man seit mehr als drei Jahren nicht mehr aktualisiert hat, besitzen ohnehin keinen großen Wert mehr. fk Foto: Fotolia / Andrey Kuzmin INTERNET WORLD Business 16/2012 Meinungen in diesem Heft TRENDS & STRATEGIEN Geschäft mit Portalen Eprofessional und Axel Springer starten das Joint Venture Epro Plus und neue Verticals 4 Mobile Hotelbuchung Mehr Wettbewerb: Nach Justbook launcht Blink Booking seine App in Deutschland 5 Negative Preisspirale vermeiden Die Berliner Mysportgroup experimentiert mit Multichannel und einer eigenen Logistik 6 Nicht nur Zalando Die Herausforderer müssen mehr bieten als kostenlosen Versand und Einheitssortimente 8 Mehr fürs Fernsehen Wywy bietet Technik für den Second Screen, die erkennt, was Zuschauer wirklich sehen 10 MARKETING & WERBUNG Jeder fünfte Post zählt Der WebXF Fanpage Kompass bewertet die Dialogleistung von Facebook Fanpages 12 VW zeigt, wo der Hammer hängt Bei der viralen Verbreitung von Werbe-Videos hat den Viral Video Charts von Unruly zufolge der Autobauer Volkswagen die Nase vorn 13 Katz-und-Maus-Spiel Weshalb sich der SEO-Spezialist Ralf Zmölnig von Affiliate Marketing abwendet 14 Serie: Erfolg im Performance Marketing Mit diesen Tipps von Experten verbessern Sie Ihr Marketing auf Facebook (Teil 2) 16 Mehrmals verdienen Der Trend zum Second Screen vergrößert die Werbemöglichkeiten und verlängert die Wertschöpfungskette für Bewegtbildanbieter 18 Die Geheimnisse von Venice Mit dem neuesten Update verstärkt Google seine Bemühungen, lokale Suchergebnisse zu bieten 20 E-COMMERCE Kauf mich! Die neue Button-Lösung ist in Kraft getreten. Nicht alle haben sie rechtzeitig umgesetzt 22 Jeder Cent in die Firma Amazon hat eine große Investitionsoffensive gestartet und erntet Lob von Experten 23 Mit Feuereifer in den Web-Handel Feuerdepot.de zeigt einer skeptischen Branche, wie man erklärungsbedürftige Artikel verkauft 24 Recht: Social Media Guidelines? Ein strukturierter Meinungsbildungsprozess erleichtert das Aufstellen von Regeln 26 TOOLS & TECHNIK Vom Shop zur Bank Online-Plattformen, die Zahlungen abwickeln, bewegen sich rechtlich auf unsicherem Terrain 28 Die Zukunft des Bargelds Ein Drittel der deutschen Verbraucher kann sich eine Welt ohne Bargeld vorstellen 29 Der Weg der Banane Für Dole Europe setzte Spot-Media eine Farmtour mit Responsive Webdesign um 30 SPECIAL: PAYMENT Damit Geldausgeben im Internet Spaß macht, muss der Kunde auch so bezahlen können, wie er es möchte 32 MENSCHEN & KARRIERE Gehobe Ansprüche an Arbeitnehmer Die Münchner Agentur Quisma, Spezialist für Performance Marketing, im Arbeitgeberporträt 40 SZENE Piloten, baggern und Blumen Die Piloten feiern ihr Zehnjähriges, Explido macht es ihnen nach und Cocodibu lässt die Gäste zum Fünfjährigen Volleybälle baggern 44 MEINUNG Eher Freund als Feind Gastkommentar: News-Aggregatoren, Verlage und das geplante Leistungsschutzrecht 46 RUBRIKEN Rechtstipp: Rechtsmissbrauch bei Abmahnung 26 Techniktipp: Responsive Webdesign 28 Etats Tools & Technik 29 Dienstleisterverzeichnis 36 Menschen & Karriere 41 Impressum 41 Termine 42 Stellenmarkt 43 Gehört 46 Feedback 46 Stephanie Caspar, Geschäftsführerin von Mirapodo, will über eine innovative Passformlösung die Retourenquote senken 8 Felix Nottensteiner, Geschäftsführer von Feuerdepot, weiß, wie man beratungsintensive Produkte im Web verkaufen kann 24 Ronald Paul, Gründer und CEO von Quisma, fordert von seinen Mitarbeitern ein hohes Maß an Eigenverantwortung 40 Kerstin Richartz, Key Account Manager Spot-Media, ging für den Kunden Dole Europe an die Grenzen der Machbarkeit 30 Björn Schumacher, Innovation Manager bei DW Capital, kommentiert die Situation der News- Aggregatoren und Verlage im Web 46 Albert Schwarzmeier, Mitgründer der Mysportgroup, will expandieren und dabei eine negative Preisspirale vermeiden 6 Joerg Schwitalla, Geschäftsführer von Giropay, weiß, dass es sich lohnt, Kunden ihr Lieblingszahlverfahren anzubieten 32 Ralf Zmölnig, Geschäftsführer Rockit-Internet, findet, Affiliate Marketing sei ein Katz-und-Maus-Spiel im Web 14

3 AKTUELL 3 Alle Jahre wieder Das Sommerloch ist für Online-Händler immer wieder eine Herausforderung ine Kuh, die sich monatelang in den Wäldern Eversteckt hält, ein Braunbär, der zum Problembär wird, oder ein CSU-Hinterbänkler, der Mallorca zum 17. deutschen Bundesland machen will: Das viel zitierte Sommerloch stellt nicht nur Journalisten immer wieder vor große Herausforderungen. Auch (Online-) Händler müssen Kreativität beweisen, um die Zeit, in der alle im Urlaub sind und niemand shoppen will, erfolgreich zu über brücken. Im stationären Handel gab es als Kundenlockmittel dazu früher den Sommerschlussverkauf (SSV), der inzwischen gesetzlich abgeschafft und durch den Sale ersetzt wurde. Spontane und kreative Ideen Aber wie wappnet sich der Online- Handel gegen Umsatzeinbrüche in der Saure-Gurken-Zeit, wenn alle ins Freie strömen und das Einkaufen im Online Shop zur Nebensache wird? INTERNET WORLD Business hat sich bei Web-Händlern umgehört, was deren Rezepte gegen die gefürch tete Flaute sind. Mit der richtigen Marketingstrategie ist es möglich, die kaufschwache Zeit auch als Chance zu sehen, findet Richard Gottwald, Direktor Kundenund Formatmanagement bei Otto. Er sieht die Flexibilität als wichtigen Faktor: Im Vergleich zu stationären Shops könnten Online-Händler beispielsweise auf Wetterlagen spontan reagieren und diese geschäftspolitisch nutzen. Diese Vorgehensweise unterstützt auch Andreas Milles, Brand und Communication Director bei Spreadshirt. Sein Unternehmen nutzt zum Beispiel die Regen- Richard Gottwald, Direktor Kunden- und Formatmanagement Otto, Hamburg Gerade der Sommer bietet für Online-Händler sehr gute Optionen. Im Gegensatz zu stationären Anbietern können wir uns etwa auf unterschiedlichste Wetterlagen flexibel einstellen und genau das anbieten, was der Kunde möchte, sei es attraktive Sale-Ware aus der Frühjahr/Sommer-Saison oder bereits neue Kollektionen. Wenn es dazu gelingt, eine gute Kampagnenstory zu erzählen, wird aus einem gefürchteten Sommerloch eine geschäftspolitische Chance. Während des Sommers ist für Reisebüros Hochsaison Internet- Händler dagegen müssen um Kunden kämpfen Wetterlage, um gezielt Regen-Newsletter zu verschicken und die Kunden mit spontanen und kreativen Ideen zu locken. Die ruhigen Sommermonate können auch zum Anlass genommen werden, interne Projekte voranzutreiben, für die sonst keine Zeit wäre. Der Schuhversender Shoepassion.com etwa nutzt die etwas ruhigere Sommerzeit für Business Intelligence Themen, erklärt Geschäftsführer Tim Keding: Da diese Arbeit sehr komplex ist, braucht sie ihre Zeit. Kurzfristig können wir dadurch nicht mehr Sales generieren, hier zählt die Nachhaltigkeit. sg/tdz Simone Wiechert, Inhaberin Lieblingstasche, Köln Wir haben zusätzlich zum bewährten Online-Marketing-Mix auf Print-Beileger gesetzt, um das Sommerloch abzumildern. Dabei werden neben einem niedrigen Tausend-Auflagen-Preis Umsätze erfolgsbasiert vergütet. Außerdem versuchen wir durch eine emotionale Bildsprache, User für uns als Kunden zu gewinnen. Allerdings bleibt das wichtigste Instrument zum Ankurbeln des Umsatzes im Sommer der Sale, der online wie stationär an die Stelle des SSV oder WSV getreten ist. Foto: Fotolia / Visivasnc DURCHSTARTEN IM E-COMMERCE! Bei uns erfahren Sie wie. plentymarkets ist die clevere E-Commerce- Komplettlösung, mit der sich alle Prozesse des Onlinehandels komfortabel organisieren, effizient steuern und in Echtzeit verwalten lassen. Besuchen Sie uns auf folgenden Messen: Halle 4, Stand 444, 26 bis Unsere Mitaussteller: Halle 7.1, D 024, 12 bis Katrin Riedl, Abteilungsleiterin Angebotsflächenmanagement Print bei Baur Das Thema SSV findet der Kunde bei Baur im Juli auf allen Werbekanälen und Angebotsflächen. Im August tritt das Thema SSV in den Hintergrund zugunsten neuer, auf die Baur Kernsortimente Mode, Schuhe und Wohnen fokussierter Sortimentsaktionen. In Summe ist der August aber weiterhin sehr aktionistisch geprägt, um den Kunden auch bei schönstem Badewetter zum Einkaufen zu motivieren. Andreas Milles, Brand & Communication Director Spreadshirt, Leipzig Wir nutzen die Vorteile des Sommers und adressieren zum einen Outdoor-Aktivitäten und Sport, bis hin zu spontanen Regen-Newslettern. Kombiniert wird das Ganze mit Loss-Leader-Kampagnen, bei denen wir ein Produkt kurzzeitig sehr günstig anbieten, und Social- Media-Aktivitäten. Dort sprechen wir die Urlauber an, die ihre Fotos vom Strand aus posten. Badefotogewinnspiele, Newsletter mit Ideen zu Strand, Sommer und Hobby treffen den Nerv der Kunden.

4 4 Internet World BUSINESS RAKUTEN / VANITI Neuer Mode-Marktplatz Der Internet-Marktplatzbetreiber Rakuten lässt in den USA von ehemaligen Mitarbeitern des Portals Buy.com einen Marktplatz für Designermode aufbauen. Vaniti heißt das Start-up (www.vaniti.com) und wird in erster Linie als Technologie-Unternehmen, das den Marken Tools und Mittel für den Kundenkontakt zur Verfügung stellt, verstanden. Obwohl in das Projekt Millionen von Dollar gesteckt wurden, soll es bereits in wenigen Monaten profitabel sein, so die ehrgeizigen Pläne des Unternehmens. Und auch die Mitarbeiterzahl soll binnen der ersten beiden Jahre von derzeit 14 auf einige Hundert Mitarbeiter anwachsen. Die Grundidee des Marktplatzes, im Internet Designermode zu verkaufen, ist indes weder neu noch allzu originell. host FACEBOOK Enttäuschte Anleger Die Aktie von Facebook hat seit dem Börsengang am 18. Mai mehr als ein Drittel ihres Werts verloren. Zudem musste das Unternehmen für das zweite Quartal 2012 einen Nettoverlust von fast 160 Millionen US-Dollar einräumen und dies, obwohl die Erlöse auf rund 1,18 Milliarden US-Dollar (plus 32 Prozent) geklettert waren. Rund 84 Prozent davon entfallen auf Werbeeinnahmen, der Rest auf Gebühren für das Zahlungssystem Facebook Credits. Die Nutzerzahl wächst vor allem im mobilen Netz da, wo Facebook noch Angebote fehlen, die Massen zu monetarisieren. vs INTERNET-UNTERNEHMEN Lobby fürs Netz In den USA haben sich die führenden Internet-Konzerne formiert, um gemeinsam gegen eine zu starke Regulierung in Sachen Datenschutz sowie gegen Zensur einzutreten. Mit von der Partie sind unter anderem Google, Facebook, ebay und Amazon. Die Internet-Wirtschaft ist nicht mehr nur Silicon Valley, ließ die Gruppe wissen. Sie hat sich längst auf der Hauptstraße etabliert. Deshalb wollen die Web- Unternehmen stärker unter Politikern für ihre wirtschaftlichen Interessen werben. vs BUCHVERLAGE Selbstbedienung für Autoren Amazons Selfpublishing-Plattform macht Schule: Seit 2010 können Autoren auf Kindle Direkt ihre Werke veröffentlichen. Und die Zahl der selbst editierten E-Books überschreitet inzwischen bereits die der digitalen Werke aus Verlagen. Nach Barnes & Noble baut jetzt auch der Penguin Verlag an einer Plattform. Auch Reader-Hersteller Kobo will künftig vom Geschäft mit Autoren profitieren. In Deutschland zögern die Verlage noch mit dem Einstieg. vs INTERNET WORLD Business online ie Performance-Agentur Eprofessio- setzt nicht mehr nur auf Suchma- Dnal schinenmarketing. Sie fabriziert nun auch im Auftrag von Unternehmen Themenportale und Verticals und hat dafür mit dem Axel Springer Verlag das Joint Venture Epro Plus aufgebaut: Viele Portale kranken an schlechten redaktionellen Konzepten und wenig Besuchern, sagt Eprofessional-Chef Martin Hubert. Wo Performance-Erfahrung und die Produktion von Inhalten gebündelt werden, so das Versprechen an potenzielle Kunden, sollten höhere Reichweiten und Werbeerlöse sicher zu erzielen sein. Mit dabei bei den neuen Angeboten sind überdies das Affiliate- Netzwerk Zanox, die Mutter von Eprofessional und eine Tochter von Axel Springer, und auch der Springer-Vermarkter ASMI. Wir sind also vollständig aufgestellt und können Unternehmen Komplettangebote für den Aufbau und die Vermarktung von Themenportalen anbieten, erklärt Hubert weiter. Erste Verhandlungen mit Unternehmenskunden stünden kurz vor dem Abschluss, demnächst starte das Portal rund um das Thema Heimat, das von einem Reisevermarkter von Deutschland- Trips beauftragt wurde. Das Geschäft mit Portalen, die sich einem Thema widmen oder klar umrissene Zielgruppen ansprechen, ist nicht neu. Epro Plus trifft daher auf starke Konkurrenz junger Web-Unternehmen wie Econa aus Berlin oder Content Fleet aus Hamburg, die in vier bis acht Wochen Themenportale aufbauen und sich bei der Wahl von Inhalten an Suchwortauswertungen TRENDS & STRATEGIEN er Katalog ist tot, es lebe der Katalog: DWährend in Deutschland die klassischen Versender ihre Druckwerke reihenweise aus Kostengründen aufgeben, pimpt Möbelhändler Ikea seinen neuesten Katalog mithilfe einer App und Augmented Reality auf. Kunden, die sich die Ikea-App aufs Smartphone oder Tablet laden, können sich damit im Winter-Katalog, der dieser Tage verteilt wird, Videos auf die mobilen Bildschirme holen oder sich in dreidimensionalen Küchen- und Wohnzimmereinrichtungen verlieren. Es wäre doch verrückt, ein Magazin mit einer Auflage von 211 Millionen Kopien einzustampfen, argumentiert Linus Karlsson, der oberste Kreative bei der Agentur McCann, die Ikeas aktuelle App-Ideen umsetzte. Ikea hofft, mit digitalen Welten die Verweildauer des Katalogs auf Couchtischen und in Billy-Regalen wieder steigern zu können. Diese liegt gegenwärtig bei rund zwei Wochen, danach wandert der Katalog in den Müll. Wie die gesamte Möbelbranche verliert Ikea in seinen Häusern Umsatz an neue Online-Händler und Shopping Clubs, die Möbel anbieten. Noch kann der Online Shop von Ikea die Verluste nicht ausgleichen, zumal die wichtigste Einnahmequelle der Ikea-Häuser die Schnelldreher bei den Kassen sind. Ikea und seine Werber erwarten eine hohe Aufmerksamkeit für den angereicherten Katalog: Print cum Digital empfehlen Spezialisten bereits als Weiterentwicklung zum gedruckten Katalog. Vielleicht sollten Versender ihre Strategie nochmals überdenken. vs 6. August 2012 Geschäft mit Portalen Eprofessional und Axel Springer entdecken die neue Relevanz von Inhalten orientieren. Außerdem entwickeln auch spezialisierte Content-Lieferanten wie die Münchner Media Group One sowie Netzathleten Media Portale. Ursprünglich gestartet als Community und Portal rund um Sport und Fitness haben die Netzathleten längst die Themenwelten Wirtschaft, Ernährung, Unterhaltung und Technik für sich erobert und dafür Portale aufgebaut. Im vergangenen Jahr übernahm RTL für einen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag die Augsburger Firma, deren Portale von IP Deutschland vermarktet werden. Wir können Geschäftsideen entwickeln, berechnen, was Traffic kosten wird und wie Portalbetreiber Erlöse generieren können, hält Hubert diesen Erfahrungen entgegen. Und wir haben mit den Springer-Diensten Ullstein Bildarchiv und Infopool erstklassige Content-Lieferanten an Bord. Infopool liefert über seine Datenbank Inhalte an Portale und Communitys, zudem will Epro Plus die Archive von Ikea pimpt den Katalog auf Möbelhändler verlängert Produktinformation über Augmented Reality Ikea-Katalog: Jetzt erweitert um Augmented Reality und digitale Wohnwelten Martin Hubert (li.), Eprofessional-Site: Der Hamburger Performance-Spezialist entwickelt Themenportale 16/12 Springer-Medien anzapfen. Bisher läuft das Geschäft mit den Verticals jedoch eher zäh. Und das, obwohl Vermarkter immer wieder nach neuen und guten Umfeldern für Online-Werbung suchen. Es ist noch nicht lange her, da kündigte etwa die Media Group One ehrgeizig an, alle zwei Monate mindestens ein neues Vertical zu starten: Seit 2009 waren es lediglich drei. Diese Situation werde sich merklich ändern, ist sich Hubert sicher. Grund sei der Google-Zoo die Aktualisierungen der Suchalgorithmen. Panda hat gezeigt, dass Backlink-Käufe und andere Methoden, das Ranking in Suchergebnislisten zu verbessern, nicht mehr greifen, erklärt Hubert. Deshalb entdeckt die Branche jetzt wieder den Inhalt. Andere Verlage könnten ebenfalls das Geschäft mit Portalen entdecken. vs Junge Konkurrenz für Epro Das Angebot von Epro trifft auf Konkurrenz. Junge Web-Firmen bauen ebenfalls Verticals: Content Fleet: In Hamburg entstanden z.b. die Verticals Spieleradar und Betabuzz. Econa: Die Berliner Medienholding betreibt Sparwelt, Funload und Abacho. Media Group One: Die Münchner haben Stars & Vips und Bestofgamers aufgebaut. Lern-Team igital rückt in den Fokus: Der Schul- Klett investiert in seine Dbuchverlag Zukunft und hat sich gerade an der Games Academy beteiligt. Das Stuttgarter Unternehmen kaufte 40 Prozent der Anteile zu einem nicht genannten Preis. Die Games Academy bildet in Berlin und Frankfurt Programmierer, Designer und andere Spezialisten für die Entwicklung von Computerspielen aus. Die Beteiligung an der Games Academy bietet neue Entwicklungsperspektiven, lässt die Klett Gruppe wissen. Offensichtlich setzt der Stuttgarter Verlag für seine Zukunft auf digitale Lernspiele oder Simulationen zur Aus- und Weiterbildung. Zur Klett Gruppe gehören diverse Verlage sowie Bildungsinstitute. Die Games Academy wiederum will die Investition von Klett zur Internationalisierung nutzen. vs

5 TRENDS & STRATEGIEN 5 Mobile Hotelbuchung Mehr Wettbewerb: Nach Justbook startet Blink Booking in Deutschland as Berliner Start-up Justbook, Ddessen App für die Suche und auch Buchung eines geeigneten Hotelzimmers bereits Mal geladen wurde, bekommt nun Konkurrenz aus Spanien: Blink Booking startet in Deutschland und konzentriert sich auf die Buchung von 4- und 5-Sterne-Hotels. Zum Marktstart hat sich das Unternehmen aus Madrid mit 2,5 Millionen Euro Risikokapital eingedeckt und mit Hotels in neun Städten deutschlandweit verhandelt. Darüber hinaus sind Häuser in 50 weiteren europäischen Städten im Angebot von Blink Booking, das bereits rund Anwender gefunden hat. Zimmer zum Schnäppchenpreis: In Deutschland beginnt der Wettbewerb von Buchungs-Apps Sowohl Blink Booking als auch sein deutsches Pendant Justbook, das mit Hotels in ganz Europa, darunter in 20 deutschen Städten, zusammenarbeitet und täglich drei Hotels pro Stadt mit hohen Vergünstigungen empfiehlt, konkurrieren wiederum mit den etablierten Internet- Reservierungsdiensten: Schon seit 2010 lässt beispielsweise HRS mobil buchen. Während der Marktführer in Deutschland allerdings nur die verfügbaren Zimmer einer Stadt auflistet, erleichtern die beiden Start-ups Justbook und Blink Booking mit ihren Apps die Suche nach einer passenden Unterkunft durch einige wenige Empfehlungen pro Stadt. vs Investieren und gründen Foundingcrowd ist Crowdfunding-Plattform und Inkubator in einem eine Woche, ohne dass eine Crowdfunding- KPlattform startet. Und fast jeder Newcomer will die Möglichkeit, als Kleinanleger in Start-ups zu investieren, revolutionieren: Foundingcrowd (www.foundingcrowd.org) ist die jüngste Plattform. Sie bietet der Menge (engl. crowd) oder vielen Kleinanlegern nicht nur Investitionschancen, sondern will zugleich auch noch als Inkubator Start-ups finanziell unterstützen, beraten und sogar selbst ins Leben rufen. Wir vereinen erstmals die Vorzüge des Crowd-Investings mit der Sicherheit eines sogenannten Inkubators, erklärt Gründer Frank-Steven Eichholtz. Für einen Einsatz von mindestens 500 Euro erwerben Anleger bei Foundingcrowd keine Anteile von einem bestimmten Unternehmen, sondern eine stille Beteiligung an Foundingcrowd selbst. Damit sind sie am Eigenkapital sowie am Wertzuwachs der Gesellschaft beteiligt. Dieser soll durch gezielte Beteiligungen an Start-ups sowie eigene Gründungen erreicht werden. Jedes Start-up ist nur so gut wie die Menschen, die es Gut vermessen, richtig gekauft ie Einkaufshilfe Upcload hat laut eigenen DAngaben mehr als eine halbe Million Euro an Fördergeldern von der Berliner Beteiligungsgesellschaft IBB erhalten. Damit will das Start-up seine Technik zur Vermaßung von Online-Käufern weiterentwickeln und verbessern. Mithilfe der in Notebooks oder Computern integrierten Digitalkamera sowie einer CD als Referenzgröße bestimmt die Software von Upcload die Körpermaße eines Menschen. Daraus entsteht ein Profil, anhand dessen Upcload Online-Bestellern die richtige Kleidergröße beim Ordern vorschlägt. So sollen Retouren vermieden werden. Upcload wurde 2010 in Berlin gegründet, hat sich bisher mit Unterstützung von Business Angels und Preisgeldern finanziert und startete seinen Dienst im März 2012 online. vs Foundingcrowd: Für 500 Euro können Anleger Anteile an einem Inkubator kaufen, der Start-ups unterstützt und Firmen gründet gemeinsam gestalten und zum Erfolg führen, meint Eichholtz. Er selbst hat im Umfeld des Inkubators der Samwer-Brüder Rocket Internet die Macher von Schuhversender Zalando und der Kontaktbörse E-Darling beraten und verweist zudem auf sein Netzwerk aus Internet-Spezialisten. Dieses soll Anlegern mehr Sicherheit bieten. Mehr zum Thema online unter: vs Gekonnt in die Zukunft investiert V orsicht führt zum Erfolg: Die Berliner Spielefabrik Wooga setzte zwar anfangs nur auf Social Games und Communitys wie Facebook, doch 2011 kündigten die Gründer Jens Begemann und Philipp Moeser an, künftig auch Mobile Games zu entwickeln. Eine Finanzspritze von 17 Millionen Euro förderte den Strategieschwenk: Inzwischen arbeitet die Hälfte der Mitarbeiter an Spielen für Smartphones und Tablets. Das Wooga-Game Diamond Dash ist ein Bestseller im App Store. Wie nachhaltig der Schwenk von Wooga war, zeigt die Entwicklung von Wettbewerber Zynga: Die Firma aus den USA verbreitet seine Spiele nur über Facebook und lässt seit Monaten Federn. Allein im zweiten Quartal beliefen sich die Verluste auf 23 Millionen Dollar. Grund: Heute wird zunehmend mobil gespielt, Zynga verliert Fans und Umsatz. vs AUTHORIZED PARTNER

6 6 Internet World BUSINESS TRENDS & STRATEGIEN 6. August /12 MYSPORTGROUP: SHOPPING CLUB UND ONLINE SHOP Negative Preisspirale vermeiden Die Berliner Mysportgroup experimentiert mit Multichannel und setzt für mehr Service auf eigene Logistik ie nächste Millionenrunde: Die My- hatte im letzten November Dsportgroup bereits einen einstelligen Millionenbetrag eingeworben. Jetzt investierten Nauta Capital, Cipio Partners sowie die bestehenden Finanziers weitere 13,5 Millionen Euro in das Berliner Start-up, das im Shop Mysportworld und mit dem Club Mysportbrands Sportsachen verkauft. Wir wollen die Lieferzeiten verkürzen und Kunden noch besser beliefern, sagt Mitgründer Albert Schwarzmeier. Außerdem wollen wir international expandieren. Glückwunsch 13,5 Millionen Euro Risikokapital, das schaffen nur wenige Start-ups. Was fangen Sie damit an? Albert Schwarzmeier: Wir haben gerade die Logistik zurück ins Unternehmen geholt, ein Logistikzentrum in Neukölln aufgebaut und setzen auf besseren Versand und schnellere Lieferung. Außerdem wollen wir weiter wachsen und noch 2012 in der Schweiz, ab 2013 in weiteren europäischen Ländern internationalisieren. Im November haben Sie die erste Filiale in Berlin eröffnet, folgen bald mehr? Schwarzmeier: Wir werden in den nächsten sechs Monaten keinen weiteren Laden eröffnen und setzen unseren Schwerpunkt online. Aber wir sehen uns Multichannel genau an und machen uns Gedanken, wie wir offline und online wachsen können. Multichannel steht in der Kritik, Einzelhändler kriegen das nicht in den Griff. Schwarzmeier: Ich kenne die Diskussion, aber nicht die Zahlen, die den Argumenten zugrunde liegen. Unser Geschäft ist 2011 um 800 Prozent gewachsen, natürlich größtenteils online, aber auch stationär. Wir verfolgen ein hybrides Modell, Mysportbrands: Hier gibt es Restposten von Sportmarken zu günstigen Preisen Mysportworld: Der Online Shop hat Artikel von 250 Marken in seinem Sortiment wollen mit dem Shop Mysportworld Service-orientierte, im Club Mysportbrands smarte, preisbewusste Käufer ansprechen und über die Filiale unsere Kompetenz als Sporthändler abrunden. Ist stationärer Handel notwendig? Schwarzmeier: Das ist eine Philosophieoder Zukunftsfrage. Wir sehen, dass online brummt und die Berliner Filiale erfolgreich läuft. Das Internet ist ein schnelllebiger Markt, der uns nah zum Kunden bringt. Gleichzeitig schauen wir uns die Entwicklung im Einzelhandel genau an und können uns vorstellen, das am richtigen Standort in Kombination mit einem hoch-emotionalen Konzept auszubauen. Globetrotter scheint online und offline alles richtig zu machen und gilt als Leuchtturm guten Multichannels. Das Unternehmen dürfte ihr größter Konkurrent sein, oder? Schwarzmeier: Jein die Läden von Globetrotter beeindrucken, sie bieten tolle Erlebniswelten. Unser Schwerpunkt liegt online, daher orientieren wir uns an Händlern wie Asos.com und Sporthändlern wie Backcountry.com. Globetrotter ist in Metropolen präsent, 60 Prozent unserer Kunden bestellen aus ländlichen Regionen. Wir lagern Artikel, liefern 97 Prozent in 24 Stunden und bieten kostenlosen Versand in beide Richtungen sowie 111 Tage Rückgabe das kommt richtig gut an. Können Sie sich das als Start-up leisten? Schwarzmeier: Dafür haben wir die Logistik selbst übernommen und im Logistikzentrum halbautomatisierte Strukturen aufgebaut. Gleichzeitig sehen wir den kostenlosen Versand als klare Serviceleistung gegenüber unseren Kunden, welche von diesen sehr geschätzt wird. Als Erstes startete 2010 der Shopping Club Mysportbrands ergänzten die Gründer Albert Schwarzmeier und Erik Pfannmöller ihr Unternehmen um den Shop Mysportworld und firmieren nun als Mysportgroup öffnete zudem der erste Laden in Berlin. Der Shopping Club erreicht aktuell Mitglieder, der Shop bedient rund Kunden. Pro Monat verschickt die Gruppe etwa Pakete. Umsatzzahlen veröffentlicht das Start-up nicht. In 2011 stiegen die Erlöse um 800 Prozent auf einen zweistelligen Millionen- Euro-Betrag soll er sich verfünffachen. Die Gruppe beschäftigt 115 Mitarbeiter. In mehreren Finanzierungsrunden hat sich Mysportgroup zwischen 15 und 20 Millionen Euro gesichert. Neben Nauta Capital, Cipio Partners, XAnge, Astutia und Grazia Equity sind mehrere Business Angel am Unternehmen beteiligt Macht der Handel mit der kostenlosen Lieferung nicht denselben Fehler wie die Medienbranche, die Informationen online gratis anbot und damit ihr Geschäft entwertete? Schwarzmeier: Die kostenlose Lieferung ist vom Markt getrieben, Wettbewerber bieten sie auch an. Aber sie passt zu unserer Philosophie: Im Club verlangen wir 6,90 Euro für die Lieferung, der Kunde ist bereit, die Versandkosten zu tragen,weil er Markenware aus der Vorsaison mit Rabatten von bis zu 60 Prozent bekommt. Für Verlage ist der Verkauf von Zeitungen und Zeitschriften die Haupteinnahmequelle, sie wird durch Gratisangebote kannibalisiert. Aber im Shop stellen Versandkosten nur einen sehr kleinen Teil des Umsatzes dar, dafür sparen wir Miete. Sie kombinieren Club und Shop. Im Modebereich ist außer Vente Privée kein Club selbstständig geblieben. Warum? Schwarzmeier: Es gibt Clubs wie Pauldirekt.de, die eigenständig agieren, auch Brands4Friends ist nach der Übernahme durch ebay selbstständig geblieben. Im Möbel- und Designsegment setzen Clubs wie Fab gerade Maßstäbe. In der Mysportgroup ergänzen sich beide Modelle exzellent. Wir sprechen preissensible wie auch qualitätsorientierte Kunden an. Das funktioniert, der Umsatz verteilt sich fast 50 zu 50 auf beide Kanäle. 30 Prozent unserer Kunden nutzen beide Plattformen, und dieser Anteil steigt. Außerdem heben wir in der Kombination Synergien. Welche sind das genau? Schwarzmeier: Der Umsatz pro Kunde liegt höher, weil ich nicht nur einen Verkaufskanal habe, zudem betreiben wir technisch und personell beide Plattformen gemeinsam, können also in beiden Kanälen mit hochwertigen Fotos und Texten arbeiten. Und wir können beim Einkauf sowie im Marketing Vorteile nutzen: Unsere Einkäufer sprechen mit den Marken über zwei Absatzkanäle, das ist ein Erfolgsrezept. Haben die Markenhersteller im Clubgeschäft die Chance erkannt, neue Produkte und Preise auszuprobieren, oder sehen sie darin nur den Outlet-Kanal für Restposten? Schwarzmeier: Die Marken differenzieren ihre Ware sehr stark zwischen Shop und Club. Sie nutzen Clubs wie Mysportbrands als geräuschlose Art, Sonderposten zu vermarkten. Die hängen nicht wochenlang zu reduzierten Preisen in Läden, sondern werden schnell abgesetzt. Wir fokussieren uns auf Sport, Outdoor und Freizeit und bieten Marken ein klares Umfeld, ihre Produkte konkurrieren bei Mysportbrands nicht mit Haushaltswaren oder Erotikartikeln wie bei anderen Clubs. Weniger bekannte Marken aus dem Ausland erreichen mit Mysportbrands Mitglieder. Zudem stellen wir Marken detaillierte Marktdaten zur Verfügung. Albert Schwarzmeier hat Citydeal (heute Groupon) mitgegründet und den Schuhversender Zalando mitentwickelt, bevor er mit Erik Pfannmöller Mysportbrands gründete. Adidas zieht sich von Marktplätzen wie Amazon und ebay zurück. Was halten Sie davon? Schwarzmeier: Das ist eine gute Entwicklung. Marken können sich auf Marktplätzen kaum dagegen wehren, dass neue Produkte billig ausverkauft werden. Das bringt auch das Preisgefüge durcheinander, neue Markenprodukte sollten preisstabil verkauft werden, um eine negative Preisspirale zu vermeiden. Die Frage ist allerdings, ob Adidas und andere Marken das 100-prozentig hinbekommen, ihre Waren von Marktplätzen fernzuhalten. Jetzt klingen Sie aber wie ein konservativer Einzelhändler... Schwarzmeier: Ich bin ja auch Einzelhändler, wenn auch im Internet. Ich verkaufe wie ein Händler mit unserer Plattform Mysportworld und bin gegen Preisdumping. Wir sind preisstabil auf Mysportworld und reduzieren Preise bei Mysportbrands. INTERVIEW: SUSANNE VIESER

7 Mein Projekt braucht viel Leistung das erledigt mein Benjamin Wüstenhagen STRATO Server-Kunde Virtual Server Windows Level 1 /Mon.* Preisaktion bis Stellen Sie Ihren Webauftritt auf ein leis tungsfähiges und schnelles Fundament mit einem Virtual Server Einfache Bedienbarkeit und Administration durch Parallels Plesk Panel Garantierte Leistungsressourcen mit bis zu 4 GB RAM und 200 GB Festplatte Hohe Stabilität und Kompatibilität des Servers durch Microsoft Hyper-V Keine Vertragsbindung und kein Risiko durch 30-Tage-Geld-zurück-Garantie Hosting-Pakete Online-Speicher Webshops V-Server * Preisaktion bis Preis inkl. MwSt. Servicetelefon:

8 8 Internet World BUSINESS TRENDS & STRATEGIEN 6. August /12 Foto: Fotolia / Moreen Blackthorne ONLINE-SCHUHMARKT Mehr als Zalando Auch wenn Zalando fast schon ein Synonym für den deutschen Online-Schuhmarkt geworden zu sein scheint: Es gibt auch Konkurrenz. Doch die Herausforderer müssen schon mehr bieten als kostenlosen Versand und Einheitssortimente eiser ist insolvent, Görtz schwer ange- Der stationäre Schuhhandel Lschlagen: steckt in der Krise. Nach einem Wachstum von acht Prozent 2010 brach nach Angaben des Bundesverbands des Deutschen Schuheinzelhandels (BDSE) der Umsatz innerhalb der Branche ein das Minus lag 2011 bei etwa zwei Prozent. Kleineren und mittleren Handelsunternehmen erging es noch schlechter. Sie mussten im Durchschnitt Rückgänge von drei bis vier Prozent verkraften. Neben atypischen Witterungsverhältnissen hat die Branche einen weiteren Schuldigen an der Talfahrt im stationären Schuhverkauf ausgemacht: Konkurrenz im Web. Nach Überzeugung vieler Händler setzt sie dem Filialgeschäft zu, Synergie-Effekte gebe es kaum. Angesichts des Online-Booms und der Zalandos dieser Welt, die Filialen ins Abseits drängen und die Schuhbranche in Zugzwang bringen, zeigt sich die Branche zwiespältig. Während der eine Teil befürchtet, sich auf einen knallharten Wettbewerb einstellen zu müssen, gibt sich die andere Fraktion betont gelassen: Zwar seien die Wachstumspotenziale im Online- Geschäft noch nicht ausgereizt, so BDSE- Präsidentin Brigitte Wischnewski. Doch sieht sie auch ein Nachlassen der Dynamik des Online-Geschäfts. Bei beschaulichen Wachstumszahlen von 3,2 Prozent, die das Statistische Bundesamt für 2011 ausweist, würden die Bäume auch im Web nicht in den Himmel wachsen, ganz zu schweigen von den Ertragszahlen. Hohe Marketingaufwendungen und Retourenquoten von teilweise 60 Prozent und mehr würden so manchem virtuellen Schuhhändler gehörig die Bilanz verhageln. Das Wunder der Profitabilität Dass Zalando die Werbetrommel so kräftig wie kein anderer Schuhhändler rührt, bei Angaben zu Gewinnen oder Retourenquoten aber keinen Laut mehr von sich gibt, beflügelt die Fantasien der Wettbewerber. Wie man mit diesem enormen Marketingdruck und geldverschlingenden Service überhaupt Gewinne erzielen könne, ist vielen schleierhaft. Zalando schweigt und lässt sich einzig zum Umsatz Zahlen entlocken: 2011 flossen 500 Millionen Euro in die Foto: Fotolia / Gordana Sermek Die Schuhinnenmaße helfen der Otto-Tochter Mirapodo.de dabei, die Retourenquote des Internet Shops zu senken Kassen, bis Ende des Jahres soll die Milliardengrenze fallen. Über das Erreichen dieser Marke muss sich Europas größter Schuhhändler Deichmann den Kopf nicht zerbrechen. 4,13 Milliarden Euro setzt die Handelskette im Jahr um. Zwar mache der Umsatzanteil über den seit 2000 betriebenen Webshop nur einen Bruchteil des Gesamtumsatzes aus, die Tendenz zeigt allerdings, dass das Angebot von den Kunden sehr gut angenommen wird, betont Deichmann-Sprecher Ulrich Effing. Die Internet-Filialen hätten im Vergleich zum Vorjahr je nach Land zwischen 30 und Foto: Fotolia / Himmelssturm 50 Prozent zugelegt wobei einige auch erst in diesem Jahr gestartet sind. Einen Kannibalisierungseffekt, wie ihn mancher Branchenkollege fürchtet, sieht Effing nicht: Dass uns das Internet Umsatz wegnimmt, können wir nicht erkennen. Im Gegenteil: Man liege mit dem Umsatz über den Planzahlen für das laufende Jahr. Für uns ist nicht so wichtig, über welchen Kanal der Kunde seinen Umsatz macht, sondern dass er ihn mit uns macht, erläutert der Deichmann-Sprecher. Der Multichannel-Ansatz ist auch das, was neben dem Angebot in einem anderen Preissegment Deichmann von Wettbewerbern wie Zalando wesentlich unterscheidet. Es gibt keinen anderen Anbieter, der den Online Shop mit Läden kombinieren kann, trumpft Effing auf. Das ist besonders interessant, wenn es um spezielle Bedürfnisse wie Unter- oder Übergrößen geht. Diese bietet Deichmann schwerpunktmäßig online an. Auf diese Weise haben wir auch geringe Retouren, erklärt er. Die Retourenquote ist die Achillesferse des Online- Schuhhandels. Stationären Anbietern hingegen bietet sie einen Hebel, um dem Marketing- und Service-Monster Zalando etwas entgegenzusetzen. Stationäre Händler müssen lernen, sich in Bereichen zu differenzieren, die die Onliner nicht können. Ich denke hier an Fußvermessungen, Laufanalysen (auf dem Laufband) und Ähnliches, erklärt David Riedmiller, Mode-Blogger und Head of Performance Marketing der Shopping Community Limango.de. Service gegen Retoure Der Online-Handel holt allerdings auch hier auf. Ein Beispiel ist etwa die Software Shoefitr des US-Laufausstatters Runningwarehouse.com. Dort kann man Schuhmodelle in 2-D und 3-D mit einem Über unsere innovative Passformlösung können wir die Retourenquote senken. STEPHANIE CASPAR Geschäftsführerin Mirapodo Referenzmodell eigener Wahl hinsichtlich der Passform vergleichen. Hierzulande gibt das zur Otto Group gehörende Mirapodo.de Größenempfehlungen nach genauen Innenmaßen pro Größe, worauf Mirapodo-Geschäftsführerin Stephanie Caspar stolz ist: Wir haben eine Vorreiterrolle mit unserer innovativen Passformlösung. Die zeigt uns nachhaltig, wie wir die Kundenzufriedenheit stärken und Retourenquoten senken können. Bislang haben die Internet- Neuzugänge ob von Start-ups oder auch Ablegern von E-Commerce-Dickschiffen dem Platzhirschen Zalando aber nur wenig entgegenzusetzen. Selbst Amazons mit Spannung erwarteter Angriff durch Schuhableger Javari.de ist ausgeblieben, was sich David Ried- Foto: Fotolia / Picsfive

9 TRENDS & STRATEGIEN 16/12 6. August 2012 Internet World BUSINESS 9 miller so erklärt: Zalando ist von den Operations her unschlagbar, weil an allen neuralgischen Punkten wie Business Intelligence / Datamining oder Online Marketing absolute Vollprofis plus operatives Personal in großer Anzahl engagiert sind, und Weiterentwicklungen sowie Anpassungen an Marktgegebenheiten und Learnings in atemberaubender Geschwindigkeit erfolgen. Von außen betrachtet seien keine Bottlenecks wahrnehmbar, die das Unternehmen langsam oder träge wirken lassen. Dagegen habe gleich sein erster Selbstversuch bei Javari.de mit einer 404- Statusmeldung geendet. Richtung einer stärkeren Fokussierung auf eigene Produktlinien, oder die Etablierung neuer Marken wie Weber-Schuh (,Der Laufschuh für ihren täglichen Business-Marathon ), die sich online exklusiv vermarkten lassen, skizziert Krisch. Auch Deichmann experimentiert mit Modetrends im Web und bindet seine Facebook-Fans per Schuh-Voting ein, das heißt, die User küren ihren Favoriten, der anschließend online und in den Läden verkauft wird. Nach dem Prinzip online only gibt es im Webshop zudem eine spezielle, ausschließlich im Web verfügbare Kollektion mit sehr modischen Artikeln, die schrittweise ausgebaut werden soll. Deichmann will auf jeden Fall vorbereitet sein, denn: Am Ende wird der Kunde entscheiden, wohin die Reise geht. CHRISTINA ROSE Foto: Fotolia / pzaxe Zalando bekommt den teuer eingekauften Traffic besser als jeder andere konvertiert. DAVID RIEDMILLER Head of Performance Marketing Limango Zalando bekommt den teuer eingekauften Traffic besser als jeder andere konvertiert, was neben der exzellenten Website auch an der Angebotsbreite und -tiefe und der Markenbekanntheit liegt, analysiert Riedmiller. Das sei der entscheidende Wettbewerbsvorteil, zumindest mittelfristig. Amazon könnte laut Riedmiller eine Bedrohung für Zalando sein, wenn sie denn wollten. Ein Patentrezept für den Online- Erfolg gibt es allerdings für den stationären Handel genauso wenig wie für Start-ups, stellt Exciting-Commerce-Autor Jochen Krisch fest. Deshalb plädiert er für Experimentieren, beispielsweise in Foto: Fotolia / Jannyjus Online-Infosuche Mode & Schuhe Fast jeder zweite Web-Nutzer sucht auch nach Schuhen Schuhe 42,6 % der Webuser 21,34 Mio. Unique User Damenbekleidung Herrenbekleidung 38,1 % der Webuser 36,6 % der Webuser 19,13 Mio. Unique User 18,37 Mio. Unique User Online-Kauf Mode & Schuhe Jeder vierte Internet-Nutzer hat schon online Schuhe bestellt Damenbekleidung 26,0 % der Webuser 13,06 Mio. Unique User Schuhe Herrenbekleidung 23,2 % der Webuser 22,7 % der Webuser 11,62 Mio. Unique User 11,41 Mio. Unique User Online-Info und -Kauf Mode & Schuhe Jeder Fünfte informiert sich über Schuhe im Web und kauft auch dort Damenbekleidung 25,3 % der Webuser 12,68 Mio. Unique User Schuhe Herrenbekleidung 22,5 % der Webuser 22,1 % der Webuser 11,27 Mio. Unique User 11,07 Mio. Unique User Quelle: Agof-Branchenbericht Mode & Schuhe Q1/2012 Basis: Fälle (Internet-Nutzer letzte 3 Monate) INTERNET WORLD Business 16/12

10 10 Internet World BUSINESS TRENDS & STRATEGIEN 6. August /12 Mehr fürs Fernsehen Wywy bietet Technik für den Second Screen, die erkennt, was Zuschauer wirklich sehen ernsehen und nebenbei mit einem F Smartphone oder Tablet über die Sendung chatten, Zusatzinformationen aufrufen, in Werbepausen Gutscheine der gezeigten Marken abholen und sofort online bestellen: Willkommen bei Social TV und bei Wywy.com. Das Münchner Start-up ist eines von vielen, das sich der Konvergenz von Fernsehen und Internet widmet und die genannten Services für den Second Screen Geräte, die beim Fernsehen nebenbei laufen ermöglicht. Wir erkennen, was der Zuschauer gerade anschaut, erklärt Mitgründer Andreas Wywy ist im März 2012 entstanden, im Sommer hat das Start-up nun die israelische Firma Idioma übernommen. Wywy lizenziert Technik für Social TV und vermarktet die eigene App. Mitarbeiter: 7 Finanzierung: Gründer, Cipio Partners Internet: ie Schachtel zerrissen, die Ware Ddefekt oder verkratzt: Etwa fünf Prozent der verkauften Haushaltsgeräte oder Unterhaltungselektronik wird zurückgegeben und ist wegen der oben genannten Schäden nicht mehr zu verkaufen. Der Webshop Returbo.de lebt von dieser B-Ware: Wir wickeln für Händler den gesamten Retourenprozess ab, erklärt Tanja Glowka, Geschäftsführerin des Berliner Start-ups. Returbo.de organisiert den Rückversand, nimmt die Ware an, sortiert diese und vermarktet Restposten sofort über diverse Kanäle. Return-Services sind kein neues Geschäft, Dienstleister wie Arvato oder GLS bieten sie ebenfalls an: Stimmt, wir sind nicht die Einzigen, gibt Glowka zu, aber als Einzige bieten wir die Vermarktung der Ware an. Die B-Ware wird im eigenen Webshop, häufig als kurzfristiger Deal, angeboten oder über Amazon, ebay und Gutscheinanbieter, oft auch über Marktplätze für Geschäftskunden, Return to Sender Returbo hilft Händlern bei den Retouren und verkauft B-Ware auch im eigenen Shop Tanja Glowka verkauft Postenware Wywy: Apps für Fernseher, Daten für Werber Schroeter. Dafür wertet Wywy akustische sowie Sendersignale aus. Sie ermöglichen die zielgerichtete Auslieferung von zusätzlichen Informationen oder Werbemitteln auf den Second Screen. Demnächst startet dazu die Wywy-App: Wir wollen die Technik nicht nur in einer App vermarkten, sondern international lizenzieren, plant Schroeter Einnahmequellen. Werbungtreibende dürften sich für weitere Anwendungen interessieren. Bislang werden allein in Deutschland pro Jahr 14 Milliarden Euro für Werbespots Returbo.de: Retourenservice für Händler, Schnäppchen für Nutzer verkauft. Wir brauchen keine Zwischenhändler mehr für das Geschäft mit B-Ware oder Überhängen, sagt Glowka, dadurch sparen Händler Kosten und können sich auf ihr Geschäft konzentrieren. Wir profitieren von höheren Margen. Die Retouren werden auf Kommission abgesetzt. Je nach Aufwand und Vertragspartner liegt die Provision bei 20 bis 25 Prozent. Hinzu kom- Arena RKD startete Ende 2010 als Firma, kurz darauf der Webshop Returbo.de. Das Berliner Start-up verkauft Postenware und bietet Händlern seit 2012 Retourenservices inklusive Vermarktung an. Mitarbeiter: 30 Finanzierung: Business Angel, BDMI Internet: Die beiden Gründer von Wywy: Andreas Schroeter (links) und Tobias Schmidt auf allen TV-Kanälen investiert. Ob sich der Aufwand lohnt und Zuschauer Werbung tatsächlich verfolgen, ist nicht sicher. Wywy ermöglicht die Kontrolle vorausgesetzt, der Zuschauer nutzt eine App, in der die eigene Technik integriert wurde. Wer Fernsehwerbung besser steuerbar macht, findet Kunden, meint Schroeter. Dieser Meinung ist auch Cipio Partners. Vier Monate nach dem Start investierte die Gesellschaft 2,5 Millionen Euro in Wywy. Sie brachte mit Idioma eine ihrer Beteiligungen ein und damit ein bestehendes Team. vs men die Einnahmen aus dem Verkauf von B- und Neuware im Shop. Der Treiber unseres Geschäfts ist das Wachstum im E-Commerce, erläutert Glowka. Wo viel bestellt wird, geht auch viel zurück, heißt die Rechnung. Laut Schätzungen soll der Handel mit B-Ware in einigen Jahren ein Volumen von sechs Milliarden Euro erreichen, zurzeit liegt er bei zwei bis drei Milliarden Euro. Solche Zahlen überzeugen Investoren: Vor Kurzem investierte BDMI in Returbo. Hinter der Beteiligungsgesellschaft steht Bertelsmann, dessen Tochter Arvato zu den großen Retouren-Spezialisten zählt. Die Erfahrungen der jungen Postenhändler aus Berlin dürften in Gütersloh von großem Interesse sein. vs Eine gute Idee für einen (mobilen) Service, eine praktische Technik oder der Web-basierte Helfer im Internet-Alltag: Die Innovationskraft im Internet ist ungebrochen. Deshalb stellt INTERNET WORLD Business regelmäßig junge Unternehmen und ihre Angebote vor. Alle Beiträge dieser Serie finden Sie online unter dem Webcode auf Neues aus Altem Gründung: 2012 als Beitrag des Funpreneur-Wettbewerbs Berliner Universitäten Patchmatched macht aus alten Kleidern Neues und verkauft dies an die alten Besitzer. Preise je nach Aufwand Mitarbeiter: Die vier Gründer Finanzierung: Gründer Internet: Patchmatched: Alte Jeans wird neues Kissen reloved Fashion oder gebrauchte PMode wird Trend und beschäftigt Gründer: Nach Mädchenflohmarkt (vgl. einer Web-Boutique für Kleidung aus zweiter Hand, haben Jan Uhl und seine drei Mitstreiter ein weiteres Geschäftsmodell entwickelt und dazu Patchmatched.de gegründet. Nutzer können hier gebrauchte Textilien einreichen und daraus Neues nähen lassen. Aus alten Jeans werden Taschen, aus dem T-Shirt ein Schmusekissen. Am Anfang war Patchmatched ein Spaßprojekt an der Uni, erzählt Uhl, aber inzwischen sind wir überzeugt, dass die Idee Potenzial hat. Einige Verbraucher schränken ihren Konsum ein und verwerten Altes, weil sie nachhaltiger leben und so Ressourcen schonen wollen. Außerdem sind Second-Hand-Klamotten gerade wieder absolut schick. Patchmatched entstand als Projekt für den Funpreneur-Wettbewerb. Damit regen die Berliner Universitäten Studenten an, Geschäfte zu entwickeln und sich mit Firmen zu beschäftigen. Patchmatched wurde 2012 ausgezeichnet, das Team bekam Euro und investierte diese in die Gründung. Eine Freundin gestaltete die Website kostenlos, drei Bekannte, darunter auch ein Schneider, nähen inzwischen aus Altem immer wieder Neues. Die Preise liegen derzeit zwischen 14 und 22 Euro. Das kann auch mehr werden, wenn wir Wünsche von Kunden aufnehmen und aufwendigere Produkte herstellen, sagt Uhl. Die ersten Aufträge sind bereits ausgeliefert, das Quartett hat aus dem Gründerspaß Ernst gemacht. vs

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12 12 Anzeige Internet World BUSINESS COMMARCO / SCHOLZ & FRIENDS KKLD geht an Commarco Die Commarco Holding (Scholz & Friends, Deepblue Networks, Blumberry, United Visions, GKK Dialog Group) übernimmt die Mehrheit an der Agentur KKLD. Von den Digitalspezialisten werden Kunden wie BMW, Mini, Swarovski und Bayer betreut. Die Agentur wird weiterhin als eigenständige Marke agieren, soll aber auch als innovativer und kreativer Impulsgeber für die Kunden aller Commarco-Marken wirken. Die Kunden suchen zunehmend nach kreativen big ideas, die offline wie online erdacht und gleichermaßen professionell umgesetzt werden, heißt es von der Holding. häb BECK S Werbe-Würfel für Brauerei Unter dem Projektnamen Art Label haben fünf Künstler aus der Musikszene eigens für Beck s ein individuelles Etiketten- Design entwickelt. Um die Limited Edition zu bewerben, setzt die Brauerei das mobile Werbemittel 3D Cube ein. Das besondere Werbeformat von Tomorrow Focus Media reagiert auf die Lage und den Beschleunigungssensor des Mobilfunkgeräts. Der 3-D- Würfel wurde von DQ&A und Ad Gibbon entwickelt. sg OMS Fußball-Radio als Neuzugang OMS ist ab sofort für die Vermarktung des Online-Auftritts von 90elf zuständig. Mit der Webseite des Fußball-Radios verstärkt der Vermarkter seinen Fußball-Channel. Ziel dabei sei es, die Position der OMS- Radio-Kombination im Audio-Umfeld auszubauen. 90elf überträgt alle Spiele der ersten und zweiten Bundesliga live. sg N24 Vermarkterwechsel Der 3D Cube passt sich der Lage und dem Sensor des Smartphones an Ab August übernimmt Yoc die Vermarktung der mobilen Angebote von N24. Der Anbieter für Mobile Technology und Media löst damit IQ Media ab. N24 wird das Yoc-Portfolio im Bereich Business und News erweitern und soll dessen Position bei Mobile Video festigen. Die Vermarktung umfasst die mobile Website sowie die ios- (iphone / ipad) und Android-Applikationen des Nachrichtensenders. Yoc konnte bereits Partnerschaften mit OMS, Viacom sowie Eurosport eingehen. Seit 2012 ergänzt Gofeminin.de das Portfolio. sg MARKETING & WERBUNG acebook-fanseiten leben von der FInteraktion zwischen Page-Betreiber und User. Um messen zu können, wie intensiv Unternehmen mit ihren Fans auf der Plattform interagieren, hat das Web Excellence Forum (WebXF) eine Initiative von Web- und Social- Media-Verantwortlichen den WebXF Fanpage Kompass erstellt. Ein eigens entwickelter Index soll Unternehmen dabei Aufschluss über die Qualität von Inhalten und Dialogen ihrer Fanpages geben. Er setzt sich aus vier Leistungswerten zusammen: der Reaktionsquote, die untersucht, auf wie viele User Posts das Unternehmen reagiert der Reaktionszeit der Anzahl der Posts der Prozessqualität, die feststellt, wie verlässlich die Reaktionszeit des Unternehmens ist Der ermittelte Index hat einen Wert zwischen null und 100, wobei 100 der Bestwert ist. Insgesamt wurden die Fanseiten von Dax-30- sowie anderen 36 Großunternehmen untersucht. Die 66 analysierten ie Internet Facts der Arbeitsgemein- Online Forschung (Agof) für Dschaft den Mai 2012 überraschen kaum: Pünktlich zum Sommerbeginn können sich wie jedes Jahr die Wetter- und Reiseportale über einen Zuwachs an Unique Usern freuen: Die Pfingstferien haben im Mai bei Urlaubs-Webseiten wie Holidaycheck.de, Ab-in-den-urlaub.de sowie Travel24.com zu einem durchschnittlichen Anstieg der Nettoreichweite um 0,3 Prozent geführt. Wetterportale an der Spitze Große Sieger des Agof-Rankings im Mai sind die Wetterportale. Mit einem Anstieg der Nettoreichweite um 4,3 Prozent verglichen mit dem Vormonat auf 24,2 Prozent im Mai überragt Wetter.com ähnliche Angebote um Längen. Aber auch Wetteronline.de kann sich über eine deutliche Verbesserung freuen: Das Angebot steigerte seine Reichweite um 1,3 Prozent und erreichte damit im Mai 4,2 Millionen Unique User. sg 6. August 2012 Jeder fünfte Post zählt Der WebXF Fanpage Kompass bewertet die Dialogleistung von Facebook Fanpages DHL führt das Ranking der besten Fanpage-Dialogleistung an WebXF Ranking: Fanpage-Dialogleistung Unternehmen Fanpage WebXF-Index Dialogleistung INTERNET WORLD Business 16/12; Basis: User Posts auf 66 Fanpages im 1. Halbjahr 2012 Quelle: Web Excellence Forum (WebXF) Konzerne kamen im ersten Halbjahr 2012 zusammen auf rund 23 Millionen Fans und Posts. Durchschnittlich antworteten die Social- Media-Teams der Unternehmen auf etwa jeden fünften Post (18 Prozent). Ähnliche Untersuchungen in den USA ergaben im Vergleich dazu eine Reaktionsquote von rund 30 Prozent. Die vom WebXF gemessene Reaktionszeit betrug im Mittel zehn Stunden. Interessant dabei: Die Werte hatten eine große Spannbreite von durchschnittlich 20 Minuten bei UPS bis zu zwei Tagen bei Cisco. Für knapp 15 Prozent der Unternehmen konnten allerdings keine Leistungswerte erhoben werden, weil sie keine Posts der Nutzer auf ihren Fan- Sommerzeit, Reisezeit Bei den Agof Internet Facts im Mai boomen vor allem die Wetterangebote Rangplatz Reaktionsquote Reaktionszeit (Std:Min) Anzahl User Posts 1 Deutsche Post DHL dhl 77,1 58 % 02: UPS ups 68,9 35 % 00: Comdirect comdirect 67,4 54 % 14:09 < Deutsche Telekom telekomhilft 65,6 27 % 00: L Oréal loreal.deutschland 62,0 93 % 21: Schweizerische Post swisspost 61,8 44 % 13: AXA AXA.startklar 61,6 31 % 00:26 < Swisscom Swisscom 59,1 47 % 20: SBB sparbillette 56,7 24 % 04:17 < o2 o2de 56,6 19 % 02: Nettoreichweite von Internet-Angeboten Wetter.com Ab-in-den-urlaub.de Angaben: Unique User in Mio ,38 10,01 Holidaycheck.de Travel24.com 12,70 6 4,25 4,22 4,37 4 3,58 3,43 3,55 2 1,93 1,94 2,09 0 März 2012 April 2012 Mai 2012 Die Pfingstferien wirkten sich vor allem bei Wetter.com und den Reiseportalen positiv aus INTERNET WORLD Business 16/12 Quelle: Agof Internet Facts; Stand: August /12 pages zulassen, so etwa Adidas oder die Deutsche Bank. Logistikdienstleister führen Das Ranking der zehn Unternehmen mit der besten Dialogleistung auf Facebook Fanpages gewinnt im ersten Halbjahr 2012 die Deutsche Post und das, obwohl der Konzern nicht die beste Reaktionszeit und -quote hat. Für den Index ist allerdings das Zusammenspiel aller vier Bewertungsfaktoren entscheidend. Demzufolge liegt DHL mit einem Index von 77 vor UPS (Index von 69) und dem Finanzdienstleister Comdirect mit 67 Index- Punkten. Gemessen an der Reaktionsquote antwortete DHL im untersuchten Zeitraum mit 58 Prozent auf mehr als die Hälfte seiner User Posts. Im Schnitt dauerte es rund zwei Stunden, bis ein Fan eine Antwort erhielt. Im ersten Halbjahr 2012 erreichten das Unternehmen insgesamt mehr als User Posts. sg Das Internet als Anlageberater as Internet wird für das Thema Finanzen immer wichtiger: Wie die Yahoo- D Studie Finanzberater Internet ergab, nutzen bereits 42 Prozent der Befragten das Web als Informationsquelle in Finanzfragen lediglich 26 Prozent setzen noch auf eine Beratung in der Bank. Auch das Online Banking scheint bei Kunden zunehmend an Vertrauen zu gewinnen: Während 41 Prozent der Studienteilnehmer ihre Bankgeschäfte noch offline erledigen, machen 20 Prozent regelmäßig und 19 Prozent sogar ausschließlich vom Internet-Angebot ihrer Bank Gebrauch. Die Gründe dafür sind den Befragten zufolge die zeitliche (65 Prozent) und örtliche Flexibilität (55 Prozent). Mobile Banking hat sich im Vergleich dazu noch nicht durchgesetzt: Nur drei Prozent tätigen ihre gesamten Bankgeschäfte mobil und sechs Prozent nur in Ausnahmefällen. Die Probleme: zu große Sicherheitsbedenken sowie eine fehlende technische Ausstattung. sg

13 MARKETING & WERBUNG 16/12 6. August 2012 Internet World BUSINESS 13 VW zeigt, wo der Hammer hängt Bei der viralen Verbreitung von Werbe-Videos hat laut Viral Video Chart von Unruly VW die Nase vorn ie virale Verbreitung von Werbe- DVideos im Internet zählt zu den Königsdisziplinen bei der Bewegtbildwerbung. Einer der wichtigsten Gründe dafür: Anders als bei Pre-Roll, Inpage-Formaten & Co. schaut der Nutzer von Freunden empfohlene Videos vollkommen freiwillig und nicht gezwungermaßen an und das wiederum wirkt sich positiv auf die Werbewirkung aus. Den Dreh raus bei der viralen Verbreitung hat offenbar der Autobauer VW. Rund 5,54 Millionen Mal wurde das Commercial The Force The Dark Side mit dem kleinen Darth Vader im Social Web geteilt (siehe rechts). Das ist das Ergebnis der Viral Video Charts (VVC) von Un ruly, einem Dienstleister für Social Video Advertising, der für INTERNET WORLD Business die erfolgreichsten Virals der drei deutschen Autobauer Volkswagen, BMW und Audi ausgewertet hat. Zurück zu Volkswagen: Der Spot für den neuen VW Passat wurde 2011 im Werbeblock der US-amerikanischen Superbowl-Final-Übertragung einmal gezeigt und verbreitete sich dann wie ein Flächenbrand im Netz. Wichtig: Zu den 5,5 Millionen Shares kommen noch knapp 54 Millionen Abrufe auf Youtube andere Plattformen noch gar nicht mitgerechnet. Auch Rang zwei geht im Overall Ranking an VW, und zwar für das The Bark Side - Commercial, dem Dark Side -Nachfolge-Spot. Hier steht nicht mehr der kleine Darth Vader vor dem neuen Passat, sondern elf große und kleine Hunde bellen gemeinsam den Imperial March aus Star Wars. Bislang wurde das Video allein auf Youtube etwa 17 Millionen Mal abgerufen und laut Unruly 1,09 Millionen (Stand Mitte Juli) Mal geteilt. Tischdeckentrick kam einfach zu früh Das erfolgreichstes Viral von BMW wiederum war der Spot für das Modell 1M Walls mit etwas über Shares. Der spektakuläre Tischdeckentrick, in welchem ein BMW- Motorrad die Tischdecke von einer gedeckten Tafel zieht, ohne dass auch ein einziges Glas zu Bruch geht, landete lediglich auf Rang drei. Ein Grund: Der Spot startete im Mai 2010, als das Social Web noch in den Kinderschuhen steckte, das Teilen von Inhalten kam damals erst auf. Noch viel aufzuholen im Viral Web hat interessanterweise Audi. Fahren die Ingolstädter in Sachen innovative Werbung oft in der Pole Position, lassen sie es bei den Commercials deutlich langsamer angehen. Auf nur Shares kommt der virale Primus von Audi, der 24 Hours of Le Mans 2011 Thriller. VW viraler Weltmeister BMW Vize mit Abstand Audi hinkt hinterher 1. VW The Force The Dark Side Start: 2. Februar 2011; Gesamt: 5,54 Mio. Shares davon 5,1 Mio. Facebook Shares, Twitter Shares, Blog Posts, Kommentare; 62 Duplicate Videos 2. The Bark Side 2012 Volkswagen Game Day Commercial; Start: 18. Januar 2012; 1,09 Mio. Shares 3. The Dog Strikes Back 2012 Volkswagen Game Day Commercial; Start: 31. Januar 2012; Shares 4. Volkswagen Beetle 2011 Super Bowl XLV TV-Commercial; 4. Februar 2011; Shares 5. Fast Lane The Slide 11. Juni 2010; Shares INTERNET WORLD Business 16/12 Allen Virals gemeinsam ist: Durch Facebook (und natürlich Youtube) kam die Welle der viralen Videos erst ins Rollen, denn durch das Social Network wurde Teilen oder Posten real und einfach. Welche Eigenschaften ein Video haben muss, um bei den Nutzern auf Interesse zu Sie wollen mehr? 1. BMW 1M Walls MPowered Performance Part 1 Start: 8. Januar 2011; Gesamt: Shares davon Facebook Shares, Twitter Shares, 327 Blog Posts, 175 Kommentare 2. 1M Helipad MPowered Performance Part 2 Start: 28. Januar 2011; Shares 3. BMW S1000 RR. Dinner for RR (Tischdeckentrick) Start 5. Mai 2010; Shares 4. M5 Bullet High Performance Art Start: 22. Juni 2012; Shares 5. BMW Vision Connected Drive Start: 10. Februar 2011; Shares stoßen sowie verbreitet zu werden das herauszufinden, hat sich Unruly auf die Fahnen geschrieben. Dazu betreiben die Engländer ein eigenes Social Lab. Herzstück des Tools ist das Viral Video Chart, die nach eigenen Angaben größte und umfassendste Internet-Video-Datenbank der Mehr Anziehungskraft für Ihren Shop! Sie wollen die Kundenbindung erhöhen, außerdem Umsätze und Erträge steigern und das trotz täglich wachsender Shop-Angebote und hohem Preisbewusstsein der Konsumenten? Dann nutzen Sie die inno vative Teilzahlungslösung»revolving credit solution«von arvato infoscore und gewinnen Sie neue Kunden durch diese einzigartige Zahlart. Binden Sie Ihre Kunden durch gleichbleibende Wunsch-Ratenhöhe bei wieder kehrendem Shoppingvergnügen und erhöhen Sie Ihre Kundenzufriedenheit durch mehr Shoppingfreiräume. 1. Audi 24 Hours of Le Mans 2011 Thriller Start: 7. Juli 2011; Gesamt: Shares davon: Facebook Shares, 132:957 Twitter Shares, 1 Blog Post, 183 Kommentare Game Day Commercial Vampire Party Start: 26. Januar 2012; Shares 3. A4 TV Commercial Car Carrier Start: 13. Mai 2011; Shares 4. Big Game Commercial 2011 Release the Hounds Start: 3. Februar 2011; 93,122 Shares 5. A7 Papercraft Model Start: 18. April 2011; Shares Quelle: Unruly Welt. Seit ihrem Launch im Jahr 2006 (!) wurden hier mehr als 300 Milliarden Video Streams getrackt und auf ihre Erfolgsfaktoren hin analysiert. So werden dort beispielsweise die Ideen der Kunden getestet und auch die Reaktionen der Nutzer nachverfolgt. häb Mehr MhNeukunden? Mehr Kundenbindung? Mehr Umsatz?

14 14 Internet World BUSINESS MARKETING & WERBUNG 6. August /12 GOOGLE STREET VIEW Datenschutz-Stress hält an Von den hochfliegenden Vermarktungsvisionen im Zusammenhang mit Googles ebenso revolutionärem wie umstrittenem Stadtplan-Bilderdienst Street View ist nicht viel geblieben, dafür hält der Ärger mit den Behörden an. Jetzt forderte die oberste britische Datenschutzbehörde Auskunft über den Verbleib von WLAN- und - Daten, die Google im Rahmen der Street- View-Fotofahrten gesammelt hatte und bereits Ende 2011 hätte löschen müssen die britische Anfrage kam nur einen Tag nach einer gleichlautenden Forderung der französischen Datenschutzaufsicht. Google hat bereits Versäumnisse eingeräumt. fk BECOME EUROPE Start in Frankreich Mit dem Preisvergleichsportal Decido.fr wagt Become Europe, die Tochter des US- Konzerns Become Inc., den Markteintritt in Frankreich. Mit Deutschland, UK, Italien und jetzt Frankreich deckt Become Europe nun die stärksten E-Commerce-Märkte in Europa ab. Bereits im Oktober 2009 hatte Jetzt auch auf Französisch: Decido gibt es bereits in Deutschland, Italien und UK Become in Deutschland den Preisvergleichsportal-Betreiber Pangora übernommen. Die Marke Decido war von Pangora entwickelt und gelauncht worden. fk FACEBOOK Open Graph Pages eingestellt Facebook stellt die Open Graph Pages ein, mit denen Content-Anbieter Interessenten gezielt Informationen zukommen lassen können. Genutzt wurden diese Seiten etwa vom US-Sportsender ESPN, Fans konnten hier einzelne Mannschaften oder Spieler liken. Den (wenigen) Unternehmen, die diese Technik bislang genutzt haben, empfiehlt Facebook, neue Fanpages aufzusetzen. fk ONPAGE.ORG SEO-Tool und -Wiki Im Closed-Beta-Test läuft derzeit das neue SEO-Optimierungs-Tool Onpage.org, hinter dem ein Team um den Münchner SEO- Experten Marcus Tandler steckt. Wann die SaaS-Lösung an den Start geht, ist bislang noch nicht bekannt. Für jeden zugänglich ist aber bereits das SEO-Wiki mit den wichtigsten SEO-Fachbegriffen und eingängigen Erklärungen dazu. fk Anzeige Katz-und-Maus-Spiel Weshalb sich der SEO-Spezialist Ralf Zmölnig von Affiliate Marketing abwendet nter dem Namen On Mar- beriet und unter- Uketing stützte Ralf Zmölnig in München mit einer 15-Mann-Firma jahrelang Unternehmen bei ihren SEO- und Affiliate-Marketing-Aktivitäten. Nun bahnen sich allerdings Änderungen an: Seit Anfang August heißt Zmölnigs Agentur Rockit-Internet und schwört dem Affiliate Marketing ab. Rockit-Internet das hört sich verdächtig nach Rocket Internet an, dem Inkubator der Gebrüder Samwer. Zufall oder Absicht? Ralf Zmölnig: Das ist reine Absicht. Die Samwers gehen kompromisslos vor und stören sich nicht daran, Copycats zu sein. Ich bewundere die Konsequenz in ihrem Tun. Konsequent wollen Sie auch sein. Nur noch SEO, Affiliate Marketing ade wieso das? Zmölnig: Affiliate Marketing ist ein Katz-und-Maus-Spiel geworden, getrieben davon, was einige Advertiser bereit sind auszugeben. Die Preise sind am Boden und es wird an allen Ecken und Enden getrickst. In der Regel wird von den Agenturen auch nicht viel getan, um das zu ändern. Wer als Advertiser heute Affiliate Marketing betreiben will, der sollte sich einen Coach holen und ansonsten einen Mann hinsetzen, der sein Affiliate Marketing fünf Tage die Woche betreut. In der Branche wird viel über kanalübergreifendes Marketing geredet. Sie klingen aber nicht so. Nachholbedarf bei -Daten Werber sind vom Nutzen von Lifecycl s überzeugt, tun aber noch zu wenig dafür und 90 Prozent aller Unternehmen Rsind sicher, dass Lifecycl s besser performen als normale, situationsunabhängig verschickte Newsletter. Das geht aus der Studie des -Marketing-Spezialisten ecircle hervor. Allerdings, das ergab die Befragung von knapp 200 Online- Marketing-Fachleuten, hapert es an der Umsetzung. Lifecycle bedeutet, dass die Werbebotschaften auf die Situation abgestimmt sind, in der sich der Empfänger befindet. Doch nur ein Drittel aller Befragten speichert die Interessen der Empfänger und ihr Kaufverhalten, sozio-ökonomische Daten werden gar nur von 15 Prozent erfasst genutzt werden die Informationen noch seltener. Bei der Konvertierung von Warenkorb-Abbrechern wird das Versäumnis noch deutlicher nur 12,5 Prozent der Marketer versuchen diese hochinteressante Zielgruppe per doch noch vom Kauf zu überzeugen. fk Neue Firma und neuer Schwerpunkt: Mit Rockit-Internet fokussiert sich der Performance-Experte Ralf Zmölnig künftig ganz auf SEO Zmölnig: Wir betreiben schon sehr lange Suchmaschinenoptimierung (SEO). Ich habe immer versucht, meinen Kunden die Vorteile einer Agentur nahezubringen, die unterschiedliche Kanäle übergreifend bedient. Ich musste mir allerdings eingestehen, dass das in der Praxis häufig nicht passiert der Kunde will am Ende wissen, was der Sale in welchem Kanal gekostet hat. Wenn man jedoch wirklich ernsthaft Online Marketing mit nur einer Agentur betreiben will, dann ergibt es Sinn, einen Zu selten erfasst, noch seltener genutzt: Daten für Lifecycle- -Marketing INTERNET WORLD Business 16/12 Foto: On Marketing Dienstleister zu suchen, der die Wechselwirkung zwischen den Kanälen beachtet. Sind Shop-Betreiber damit überfordert? Zmölnig: Oft leider ja. Es geht beim Tracking los. Viele Shop- Betreiber sind nicht in der Lage, das transparent hinzubekommen. Sie messen zwar die Leads und Sales, können sie aber nicht zuordnen. Eine Absage an die viel beschworene Customer Journey also? Zmölnig: Ja, es ist ein Stück weit die Absage an das Modell, alle Kanäle gleichzeitig zu betrachten. Das ist immer noch sehr aufwendig, und die Bereitschaft, das zu tun, ist bei vielen Online- Händlern gering. In der Liga von Zalando & Co. mag das anders aussehen, aber für ein vernünftiges Customer Journey Tracking brauche ich schon eine sehr satte Reichweite und viel Geld. Bei den meisten Händlern ist das Budget besser für SEO oder zusätzliche Adwords- Kampagnen angelegt. Also nie wieder Affiliate Marketing? Zmölnig: Wir haben noch ein paar Programmierprojekte für uns selbst, aber als Agentur bieten wir nur noch SEO an. Da sind die Möglichkeiten fast unbegrenzt. Heute geht es nicht mehr nur um das Ranking, sondern um Usability: Wie schnell ist die Site, wie gut entspricht sie der Suchanfrage? Ohne Frage: SEO ist die Königsdisziplin im Online Marketing. INTERVIEW: FRANK KEMPER Erfassung und Verwendung von Kundendaten für -Marketing Nur ein Drittel wertet die Interessen und Präferenzen seiner Mail-Empfänger aus Geografische Daten -Verhalten Demografische Daten Interessen, Präferenzen Kaufverhalten Sozio-ökonomische Daten 15 % 13 % 35 % 28 % 26 % 34 % 39 % 47 % 53 % 56 % 61 % 65 % Erfassung Nutzung Quelle: ecircle GmbH, 2012

15 1&1 WEBHOSTING Kein anderer Webhoster überzeugt durch so viel Kompetenz, Know-how und Qualität wie 1&1. Ausgabe 05/12 Ausgabe 07/12 Maximal sicher: Paralleles Hosting Ihrer Website in zwei Hightech- Rechenzentren an verschiedenen Orten! Superschnell: 275 GBit/s Anbindung! Umweltschonend: Grüner Strom! Zukunftssicher: eigene Entwickler! ACHTUNG! ANGEBOT ENDET AM ACHTUNG! ANGEBOT ENDET AM Komplett-Paket für professionelle Websites: 4 Domains inklusive (Auswahl aus.de,.com,.net,.org,.biz,.info,.name,.eu,.at) 4 GB Webspace UNLIMITED Traffic 5 FTP-Accounts 5 MySQL Datenbanken (je 1 GB) UNLIMITED Click & Build Apps (Auswahl aus 65 Anwendungen, z. B. Joomla!, WordPress, ecommerce, CMS) PHP5, Zend Framework, Perl, Python, Ruby, SSI NUR BEI 1&1: GEO-REDUNDANZ! Maximale Verfügbarkeit durch paralleles Hosting in zwei örtlich getrennten Hightech-Rechenzentren u. v. m. 1&1 DUAL BASIC 1 JAHR FÜR 6, 99 /Monat* danach 6,99 /Monat* 0, /Monat, DOMAINS OHNE EINRICHTUNGSGEBÜHR AKTION BIS : /Monat /Monat 29 (im 1. Jahr) 0, (im 1. Jahr).com/.net/.org 1, 49 * *.de 0, 0, / / * 1&1 Dual Basic im 1. Jahr 0, /Monat, danach 6,99 /Monat..de Domain im 1. Jahr 0,29 /Monat, danach 0,49 /Monat,.com,.net,.org im 1. Jahr 0,69 /Monat, danach 1,49 /Monat. Einmalige Einrichtungsgebühr 9,60 (entfällt bei Domains). 24 Monate Mindestvertragslaufzeit (12 Monate bei Domains). Preise inkl. MwSt.

16 16 Internet World BUSINESS MARKETING & WERBUNG 6. August /12 SERIE: ERFOLG IM PERFORMANCE MARKETING Profi-Tipps für Facebook-Werbung Mit eigenen Beiträgen werben Kurz, knackig, kreativ: Unternehmen geben sich große Mühe, ihre Fanpage mit interessanten Statements zu füllen. Warum also nicht damit werben? Die Funktion Page Post Ad ermöglicht Advertisern, eigene Inhalte von der Pinnwand in eine Werbeanzeige zu überführen. So lassen sich beispielsweise neue User im Netzwerk ansprechen, aber auch eigene Fans aus der Community zum erneuten Besuch der Seite aktivieren. Wichtigster Erfolgsfaktor dabei: ein aussagekräftiges Bild. Boris Wollny, Head of Social Media bei Explido Webmarketing Erfolg in Social Media beginnt mit der Strategie Einen guten Auftritt in Social Media erkennt man an einem gesamtheitlichen strategischen Ansatz, der weit über wir machen jetzt auch eine Facebook Page hinausgeht. Hierzu gehört zunächst die Fähigkeit, das ganze Ökosystem aus Owned-, Paid- und Earned-Media zu verstehen, um einen sich selbst verstärkenden Kreislauf in Gang zu setzen das social momentum. Zum bestmöglichen Einsatz der gesamten Klaviatur der sozialen Medien gehören neben einer Facebook-Seite auch Social Buttons auf der eigenen Webseite, die das einfache Teilen von Inhalten mit einem Klick ermöglichen. Erfolgreiches Social Media Marketing wird aber nach wie vor in erster Linie von guten Inhalten und vom Storytelling bestimmt. Sind die Inhalte gut, werden sie gerne geteilt und erreichen automatisch mehr User. Durch das Teilen, Liken oder Kommentieren einer URL via Facebook, Twitter und vor allem Google+ werden soziale Signale erzeugt, die mehr und mehr das Ranking einer Seite bei Suchmaschinen beeinflussen. René Seifert, Brain Pirates Falsche Vergleiche bringen einen nicht weiter Nicht leistungsfähig genug, unsinnige Werbeausgaben die Erwartungshaltung gegenüber Facebook-Werbung weist ein grundsätzliches Missverhältnis in der Effektivitätsbewertung auf. Gemeinhin wird immer noch gerne ein Vergleich von Facebook-Werbung mit Google Adwords zur Bewertung der CPCs und Conversions bemüht. Das ist jedoch so nicht richtig: Werbung in beiden Kanälen funktioniert komplett unterschiedlich, das alleinige verbindende Merkmal ist das Verfahren für den Einkauf des Werbeinventars. Marketiers sollten sich die Mühe machen, für den Social-Media-Kanal andere KPIs und Benchmarks zu definieren als für alle weiteren Werbekanäle. Und sie sollten dazu ein Universal Tracking aktivieren, um das Assisting Value von Facebook überhaupt richtig ermitteln zu können. Marco Niebuhr, Business Development Analyst, Adobe Zum Liken animieren Nach dem Check-out ist vor dem nächsten Check-out! Der Kunde loggt sich gerade aus ihrer Applikation nach eifriger Benutzung aus? Der Kauf ist gerade abgeschlossen? Warum nicht zum Liken, einem Tweet oder einem +1 animieren? Das bringt direkten Traffic aus den Social Media Streams des Kunden und den einmal gewonnenen Kunden auch wieder einfacher zur Website des eigenen Unternehmens zurück. Andre Alpar, Partner AKM3 GmbH Die Mischung macht s Facebook & - Marketing Richten Sie ein Kontaktformular auf Facebook ein, das die Eingabe von -Adressen und zusätzliche Kundenangaben erfordert, oder verknüpfen Sie kostenlose Inhalte sowie spezielle Angebote auf einer Fan-Seite mit einer - Anmeldung, um Kundendaten zu erhalten. Oder gehen Sie den anderen Weg: Bewerben Sie Facebook per Mail, indem Sie Ihren -Verkehr nutzen, um eine Fan-Basis aufzubauen. Einige Ihrer Kunden bevorzugen indirekte Nachrichten über Facebook, andere erhalten dagegen lieber eine direkte . Thomas Koenen, Exact Target Ansprechende Werbeanzeigen auf dem Social-Media-Riesen Facebook zu entwickeln, ist eine hohe Kunst die gewählte Zielgruppe muss direkt angesprochen werden und dabei gibt es einiges zu beachten. Abgesehen von der Möglichkeit, die Anzeigen auf Sprachen und Länder auszurichten, muss man unbedingt das Alter der Zielgruppe unter die Lupe nehmen. Aber was bedeutet das jetzt für die Anzeigenschaltung auf Facebook? Eine Kampagne mit einer breiten Zielgruppe nochmals nach Alter aufteilen, verschiedene Anzeigen mit unterschiedlichen Anzeigentexten schalten, die sich z.b. durch die Ansprache unterscheiden, die Einstellungen beim Alter variieren und die Anzeigen parallel schalten. Ergebnis: direkte Ansprache der jeweiligen Zielgruppe, eine gesteigerte Conversion und ein genauer Überblick über die Performance der Anzeigen! Noch ein kleiner Tipp zum Schluss: Sponsored Stories kommen je nach Zielgruppe auch im Newsfeed gut an einfach mal ausprobieren und die Statistik im Auge behalten! Alexandra Porstner, Mandarin Medien Mehr Tipps finden Sie unter geheimtipps

17 MARKETING & WERBUNG 16/12 6. August 2012 Internet World BUSINESS 17 Ohne Facebook ist heute keine Online-Marketing-Strategie mehr komplett, denn mehr als 20 Millionen Deutsche sind dort fast jeden Tag unterwegs. INTERNET WORLD Business hat Experten um ihre besten Insider- Tipps für Werbung im und mit dem Social Network gebeten hier sind sie Alle Wege (zusammen) führen nach Rom Der Content aus unterschiedlichen Informationskanälen wie der Webseite oder Apps sollte geschickt mit der Facebook-Kommunikation integriert und optimal auf die Interessen der User zugeschnitten werden. Spannende, informative und vor allem interaktive Aktionen sind ebenfalls zentrale Erfolgsfaktoren. Eine wichtige Rolle spielt auch der richtige Einsatz der unterschiedlichen Ads aus dem Facebook- Werbeportfolio. Wenn die Anzeigenmotive und -texte überzeugend gestaltet sind und zur Zielgruppe passen, entwickeln sich auch die Klickraten erfreulich. Stephan Theiß, Gelbe Seiten Marketing GmbH Mit Dark Posts eine Mini- Mafo für Posts starten Die größte Herausforderung für Unternehmen ist es, bei Facebook mit einem organischen Post auch tatsächlich auf der Pinnwand des Fans zu erscheinen. Entweder man trifft ins Schwarze und erzielt schnell viele Likes und Shares, oder man liegt daneben. Die Performance von organischen Postings für wichtige Facebook-Aktionen kann man vorab testen. Dazu können sogenannte Dark Posts in verschiedenen Varianten angelegt werden. Diese werden dann mit einem minimalen Tagesbudget als Anzeige (Page Post Story) gegeneinander getestet. Der Post mit der besten CTR ist dann der Post, der die beste Resonanz als organischer Post erzielen wird. Ben Moehlenhoff, Eprofessional Serie: Erfolg im Performance Marketing In unserer neuen Serie erfahren Sie, wie Sie Ihre Budgets fürs Performance Marketing noch effizienter einsetzen können. Folge 1: Die besten Tricks für SEA & SEO Ausgabe 15/2012 Folge 2: Die besten Tipps für Werbung in Facebook Ausgabe 16/2012 Folge 3: Tipps fürs Affiliate Marketing Ausgabe 17/2012 Alle bereits erschienenen Folgen können Sie unter Webcode herunterladen Zielgruppenanalyse nach Facebook-Kriterien Facebook bietet für Anzeigenkampagnen eine enorme Auswahl an Targeting-Möglichkeiten. Da sich der Nutzer noch nicht aktiv im Suchprozess befindet, ist es besonders wichtig, eine auf Facebook abgestimmte Zielgruppenanalyse durchzuführen. Neben soziodemografischen Daten stehen dabei vor allem die Interessen und Verhaltensweise der Zielgruppe im Fokus: Welche Fanpages liken die Nutzer? Welche Interessen haben sie eingetragen? Welche Verbindungen bestehen zu anderen Nutzern und Freunden? Die definierte Zielgruppe sollte dann in der Ansprache berücksichtigt werden: verwendete Emotionen, abgebildete Personen, Tonalität, Sentiment und Art des Call-to-Actions sollten ein einheitliches Bild ergeben. Niels Hinnemann, Soquero GmbH Sind Kaffee-Fans die besseren Tee- Fans? Oder: Wie Sie neue Zielgruppen für Ihre Facebook-Kampagnen finden Durch inaktive Karteileichen oder gar gekaufte Fans aus Übersee verschlechtern viele Fanpages ihren Edge Rank und erreichen ihre Fans kaum noch. Wie nun aber an neue Fans kommen? Über Facebook-Anzeigen lässt sich sehr genau bestimmen, wen Sie ansprechen möchten, um den User als Fan für sich zu begeistern. Häufig lohnt sich bei der Zielgruppenauswahl der Blick über den Tellerrand. Hier kann zum Beispiel der Google Ad Planner (Google Login erforderlich) helfen. Tragen Sie unter Zielgruppenplanung die bekannte und/oder bisher angesprochene Zielgruppe ein. Der Google Ad Planner verrät Ihnen nun eine Handvoll affiner Zielgruppen. Diese können Sie dann für Ihre nächste Kampagne ansprechen, um neue echte Fans zu gewinnen. Und wer weiß: Vielleicht sind die Kaffee-Fans ja die besseren Tee-Fans? Steven Müller, Performance Marketing Specialist, Interwall Foto: Fotolia / Eyewave, Jürgen Fälchle, Dirk Schumann, Tournee; istockphoto / EpicStockMedia, Kemie; Frank Kemper Wie viel ist ein Facebook Fan wert? Facebook Fans sind nicht nur gut fürs Image, sie haben auch einen materiellen Wert: Eine Studie von Synapse hat untersucht, wie viel mehr ein Fan im Vergleich zu einem Nicht-Fan der Marke bringt. Das Ergebnis war, dass Fans einer Marke mehr Umsatz bringen als Nicht-Fans. In einer ähnlichen Studie von BCG, Barkley und Service Management Group heißt es, dass Online-affine Nutzer zwischen 20 und 30 Jahren eher bei Marken mit Facebook-Auftritt kaufen als bei Marken ohne Facebook-Auftritt. (Links zu den Studien stehen online) Jan Pötzscher, Queo Bringen Sie Ihre Botschaft auf 90 Zeichen! Na klar, es braucht kreative Motive und Sprache, um Aufmerksamkeit zu erhalten. Das war schon vor Facebook bekannt. Allerdings ist die Kreation von Facebook Ads eine große beziehungsweise kleine Herausforderung: die maximale Aussagekraft in 90 Zeichen Text und auf 100 x 72 Pixeln zu transportieren. Reduktion ist in diesem Fall die Lösung der Wahl. Ein gutes Creative enthält dabei stets eine klare Handlungsforderung und einen attraktiven Nutzerbenefit. Bei der Auswahl eines geeigneten Motivs lässt sich vereinfacht sagen: Gewinnspielpreise und Produktabbildungen arbeiten besser als Markenlogos. Noch besser funktionieren Motive, die aktuelle Themen aus den Massenmedien aufgreifen, zum Beispiel aus Wirtschaft, Sport oder Boulevard. Patrick Wassel, Leiter Digital FAKTOR 3

18 18 Internet World BUSINESS MARKETING & WERBUNG 6. August /12 BEWEGTBILD Mehrmals verdienen Der Trend zum Second Screen vergrößert die Werbemöglichkeiten und verlängert die Wertschöpfungskette b groß, klein, mobil oder stationär Overschieden große Bildschirme sind auf dem Vormarsch, und sie decken alle Lebensbereiche ab. Klar ist auch: Der Bildschirm des Handys wird anders genutzt als der des TV-Geräts oder des Tablets. Diese Erkenntnisse über die unterschiedlichen Nutzungssituation verschiedener Screens sind bereits Schnee von gestern und waren Gegenstand der qualitativen Gattungsstudie Kartografie von Bewegtbild aus dem Jahr Jetzt veröffentlicht der Medienvermarkter IP Deutschland die Nachfolgestudie Kartografie von Bewegtbild 2, in der die qualitativen Argumente mit quantitativen Daten untermauert werden. Das heißt, es wurde untersucht, wie sich TV und Second Screen gegenseitig beeinflussen, welche Trigger es gibt und welche Möglichkeiten sich für Werbung und Markeninszenierung ergeben. Dafür wurden vier große Show- Formate der RTL-Gruppe untersucht: Das Supertalent, Deutschland sucht den Superstar, Ich bin ein Star Holt mich hier raus! und X Factor. Befragt wurden mehr als Menschen auf rund zwanzig hauseigenen Plattformen. Kernergebnis: Die Hauptnutzung findet zwar weiterhin vor dem TV-Bildschirm statt, Online verzeichnet aber eine massive Anzahl von Video-Abrufen und Bewegtbild wird selbst über den kleinsten Screen abgerufen. Zum Beispiel erreichte die letzte Staffel des Musik-Castings X Factor im TV eine Bruttoreichweite von 132,25 Millionen Zuschauern ab 3 Jahre. Zusätzlich generierte der Sender 15,06 Millionen Das TV-Gerät generiert Reichweite. Die Abstrahleffekte auf Second Screens wie Handy, Laptop oder Tablet steigen, bieten neue Werbemöglichkeiten und erhöhen die Bindung Internet-Video-Abrufe (Long und Short Form) sowie 1,92 Millionen mobile Video-Abrufe (Long und Short Form). Das ist eine Reichweite, die die Zielgruppenausschöpfung klar erhöht und damit das Wirkungspotenzial steigert, so Cornelia Krebs, Leiterin Werbewirkungsforschung bei IP Deutschland, zu dem Ergebnis. Denn das liegt auf der Hand schließlich wird der Kontakt zur jungen Zielgruppe (bis 29 Jahre) durch die Kanäle Online und Mobile noch weiter intensiviert. Und: Die Parallelnutzung geht nicht zu Lasten von TV. Das Netz egal ob online oder mobil ergänzt TV und steigert die Aufmerksamkeit. Kommt neben der TV- Nutzung auch eine Second-Screen-Anwendung (auch TV-synchrone Anwendung genannt) zum Einsatz, steigert sich das Zuschauer-Involvement um bis zu 25 Prozent wenn diese, so Krebs, einen Mehrwert bieten. Damit nicht genug, leistet TV heute sogar Starthilfe für Interaktion im Netz, Stichwort Social TV: So reden die Zuschauer heute nicht mehr auf dem Schulhof oder in der Kneipe über ein Format, sondern im Netz. Nach zwei Staffeln hat X Factor Fans auf Facebook, Ich bin ein Star , Das Supertalent und DSDS Facebook-Fans sowie Twitter- Follower. Das Fazit von Krebs: Wenn Werbungtreibende das Verständnis konvergenter Mediennutzung gezielt einsetzen, können sie an der gesamten Involvement-Kette partizipieren. häb Alfa Giulietta: Erfolgreiche Werbefahrt auf allen Plattformen Italienische Autos sind immer für Gefühle gut. Und so setzt Alfa Romeo in der Werbung für seine legendäre Giulietta ganz auf Emotionen und auf ein Sponsoring der erfolgreichen Casting-Serie X Factor von Vox. Das Sponsoring umfasst die komplette (Bildschirm-)Palette TV, Online, Mobil, Teletext und auch Licensing. Fühle mich, berühre mich, beflügele mich!, so schmeichelt Giuliettas Stimme in der Alfa-Romeo-Kampagne. Ebenso emotional haben die X Factor -Kandidaten der vergangenen Staffel im Jahr 2011 die Vox-Zuschauer in ihren Bann gezogen. Sowohl für die Dachmarke als auch für das Modell stieg die Werbeerinnerung um bis zu 70 Prozent wie die Kampagnenbegleitstudie von Vermarkter IP Deutschland zutage brachte. Die Markenbekanntheit der Giulietta erhöhte sich um 38 Prozent. Auch das Markenimage des sportlichen Wagens hat profitiert: Er wurde nach Kampagnenende durchweg als zeitgemäßer, sympathischer, dynamischer und ansprechender im Design erlebt. Das Sponsoring machte 44 Prozent der Befragten neugierig auf die Giulietta und 41 Prozent Lust auf eine Probefahrt. Besonders stark wirkte der Auftritt von Alfa Romeo bei den X Factor -Fans, die das Format Gemeinsame Sache: Alfa Romeo setzte seine Giulietta rund um die Serie X Factor in Szene Die Castingshow animierte die Zuschauer mit diversen Online-Aktionen zum Mitmachen Herzklopfen: Die Heartbeat-App übermittelte den Herzschlag der Sänger auch auf anderen Plattformen verfolgten Stichworte Second Screen oder Social TV. Ein Viertel der Befragten schaute sich die Musik-Show im TV, online oder mobil an oder holte darüber Infos zur Sendung ein. Ein voller Erfolg war die von Vox mit RTL Interactive produzierte X Factor Heartbeat -App: Diese zeigte live den Herzschlag der Kandidaten und die Fans konnten mit ihren Stars während der Live-Sendungen chatten. Die App zu dieser Staffel wurde rund mal heruntergeladen, nahezu jeder Vierte nutzte sie mindestens einmal pro Woche. Über 70 Prozent der Nutzer erinnerten sich an die italienische Automarke, die mobil mit Sponsoring-Elementen, Bewegtbildwerbung und Sonderwerbeformen präsent war. Licensing-Aktionen am Point of Sale vor und in Autohäusern sowie online und mobil ergänzten das Sponsoring-Paket. Sie wurden von 57 Prozent der Befragten wahrgenommen und fanden mit 68 Prozent hohe Akzeptanz. Musikwettbewerbe beflügeln Marken das beweisen Marktforschungsergebnisse in der Vergangenheit und auch ganz aktuell. Die Ergebnisse der Kampagnenbegleitstudie zeigen eindrucksvoll, dass die 360-Grad-Kommunikation bestens funktioniert, so Lars-Eric Mann, Verkaufsdirektor Solutions bei IP Deutschland. Alfa Romeo erreichte den klassischen TV-Zuschauer sehr erfolgreich und intensivierte mit der crossmedialen Verlängerung die Kampagnenwirkung gerade bei der besonders involvierten Zielgruppe. Die Giulietta wurde von den Zuschauern als dynamisches, technisch innovatives, hochmodern designtes und emotionales Fahrzeug aus dem Hause Alfa Romeo wahrgenommen genau das waren unter anderem die Ziele unseres Sponsorings, sagt Giuseppe Fiordispina, Head of Brand Marketing Communication bei der Fiat Group. Daran möchten wir anknüpfen und haben uns daher ein weiteres Mal für das Crossmedia-Sponsoring von X Factor entschieden. Diesmal bewirbt Alfa Romeo zwei Modelle: Die Giulietta steht im Mittelpunkt des Sponsorings, der sportliche Kleinwagen Mito hat seinen Auftritt im Gewinnspiel. Die Mediaplanung liegt bei Maxus Global Düsseldorf, die kreative Umsetzung übernimmt Armando Testa Frankfurt. Die nächste Staffel startet am Samstag, den 25. August, um 20:15 Uhr bei RTL. Ab dem 26. August übernimmt Vox und macht um 20:15 Uhr immer den Sonntag zum Songtag. Mal schauen, welche Überraschungen sich die Werber dieses Mal einfallen lassen.

19 September 2012 InterContinental Hamburg Die Konferenz zu Facebook, Twitter, Youtube & Co Social Commerce Einkaufen mit Freunden Social Media im Marketing Mix Integrierte Strategie über alle Kanäle CRM Kundendialog und -bindung ganz social Social goes mobile Die neuesten Trends im Überblick Gamification Wirklicher Nutzen oder nur Spielerei? Jetzt anmelden! 150,- EUR Rabatt für Internet World Businesss-Leser Code: smc12iwb B2B-Special am 26. September 2012 B2B und Social Media Beginn einer wundervollen Freundschaft? Thomas Klein Ingo Notthoff Svenja Teichmann Sponsor Veranstalter

20 20 Internet World BUSINESS MARKETING & WERBUNG 6. August /12 SUCHMASCHINENOPTIMIERUNG Die Geheimnisse von Venice Mit seinem neuesten Update verstärkt Google seine Bemühungen, dem Nutzer Suchergebnisse zu bieten, die für diesen von lokalem Interesse sind. SEO-Experte Niels Dörje erklärt, wie man mit Venice umgeht as Venice -Update von DGoogle, dessen Auswirkungen sich in Deutschland seit Juni 2012 zeigen, hat in der Online- und SEO-Branche zu vielen intensiven Diskussionen geführt. Venice hat insbesondere Änderungen im Bereich der lokalen Suche zur Folge. Da die Suche mit Ortsbezug ein immer größeres Suchvolumen auf sich vereint, sind Änderungen in der lokalen Suche hoch relevant für Millionen von Website-Betreibern. Auf mobilen Endgeräten ist die lokale Suche besonders wichtig, das macht die Auseinandersetzung mit jeglichen Änderungen in dieser Hinsicht unumgänglich. Dieser Artikel soll verstehen helfen, worauf Venice basiert, welche Folgen das Update hat, wie man Google Venice als Website-Betreiber nutzen kann und welche Strategie der Suchmaschinenkonzern mit Venice im Bereich Local Search verfolgt. Im Rahmen des Venice Updates, das in den USA bereits im Februar 2012 ausgerollt wurde, hat Google neben 40 anderen Verbesserungen beim Algorithmus auch einen fundamentalen Eingriff im Bereich der lokalen Suche vorgenommen. Im Official Google Search Blog Inside Search heißt es dazu: Diese Veränderung verbessert die Erzeugung von Universal-Search- Suchergebnissen, indem stärker das grundsätzliche Suchverhalten des Nutzers herangezogen wird. Im Blick behalten werden sollte, dass Google für die lokale Suche in den letzten sieben Jahren einen qualitativ exzellenten und eigenständigen Local Index aufgebaut hat. Dieser basiert auf eigenständigen Ranking-Faktoren. Wenn der Nutzer eine lokale Suche absetzt, muss Google nicht Oben: Eine One Box in Form einer Landkarte ist bei lokalen Suchergebnissen häufig Rechts: Neu ist die One Box in Form eines 7pack, also mit sieben Textergebnissen Sorgte für Diskussionen in der SEO-Branche: Das jüngste Update im Google-Suchalgorithmus nur entscheiden, was das beste Suchergebnis basierend auf dem klassischen organischen Index ist, sondern auch die Relevanz der Ergebnisse aus dem Local Index bewerten und diese gegebenenfalls mit anzeigen. Es geht also um die Verschmelzung zweier Datenbanken, um dem User das beste Ergebnis zu bieten. Im Rahmen des Venice Updates sind meines Erachtens mehrere Parameter gleichzeitig verändert worden, die genauer betrachtet werden müssen. Venice in der lokalen Suche Im Wesentlichen wird jetzt zusätzlich zu der sogenannten Google Places One Box eine weitere Art One Box angezeigt. Die meisten dieser neuen One Boxen sind 7packs : sieben Places-Ergebnisse untereinander. Besonders auffällig ist bei den 7packs, dass Google bei der Headline des ersten Ergebnisses oft den Titel des Places-Eintrags nicht nutzt, sondern den Title Tag der zum Places-Eintrag gehörenden Website. Dies ist ein klares Indiz dafür, dass das organische Ranking einer Webseite auch einen nicht unerheblichen Einfluss auf das Ranking innerhalb der 7packs -Integration hat. Bei der Suche nach Markennamen wie zum Beispiel Kempinski wird die Places One Box angezeigt. Diese unterscheidet sich durch den Titel (Orte für Kempinski in der Nähe von München) und dem zugrunde liegenden Algorithmus. Die Titel des angezeigten Ergebnisses sind identisch mit den Titeln in der Places One Box. Die Places One Box wird dann angezeigt, wenn nach einer Marke gesucht wird, wie im Beispiel Kempinski zu erkennen ist. Zur weiteren Analyse der Zusammenhänge ist es stets sinnvoll, auf die Suchpartner von Google zu setzen, zum Beispiel AOL, Freenet und T-Online. Diese haben, nämlich sehr zu ihrem Leidwesen, keinerlei Universal- Search-Integrationen mit Extra-Boxen für Fotos, Videos und Karten. Auf diesen Seiten kann man sehr einfach den reinen organischen Google-Index mit der Darstellung auf Google selbst vergleichen. Bei der Analyse beziehungsweise dem Vergleich des Suchindexes der Partnerseiten und dem Ergebnis auf Google.de mit dem Begriff Kaffee München fällt auf, dass vier der sieben Ergebnisse aus dem 7packs auch im organischen Index auf den ersten Top-20-Ergebnissen mit der jeweiligen Original-Webseite zu finden sind. Das Cafe Luitpold rankt auch auf Freenet.de auf der ersten Seite auf Position 5. Die Kaffeerösterei Vees-kaffee.de sowie Dallmayr.de werden als organisches Ergebnis bei Google, Freenet und AOL angezeigt. Es scheint so, dass bei der Anzeige der 7packs das Ranking von Ergebnissen aus dem organischen Index stärker als noch in der Vergangenheit gewertet wird. Empfehlung 1: Sofern man im organischen Index auf Platz eins rankt, ist es nicht ratsam einen Places/Local-Eintrag anzulegen, weil man dadurch nur noch in den 7packs rankt und die Wahrscheinlichkeit hoch ist, das organische Ranking zu verlieren. Empfehlung 2: Wenn sich eine Webseite unter den ersten Top-20-Ergebnissen in der organischen Suche auf Freenet oder T-Online befindet, kann es sinnvoll sein, einen Eintrag in den Places/Local-Index vorzunehmen. Dadurch kann der Eintrag beziehungsweise das Unternehmen in den 7packs innerhalb der Google- Suchergebnisse angezeigt werden. Das Originalergebnis rankt nun zumeist vor der Detailseite des Unternehmens in den einschlägigen Verzeichnissen wie Qype, Muenchen.de oder Diemuenchner.de oder auch Gelbeseiten.de. Empfehlung 3: Auch innerhalb des lokalen Suchindex wird das klassische SEO noch relevanter als in der Vergangenheit. Empfehlung 4: Da die mobile Nutzung gerade bei der lokalen Suche zunehmend Markensuche mit lokalem Bezug: Die Suche nach Kempinski bringt in München lokalisierte Ergebnisse wichtiger wird und hier fast immer die Ergebnisse des Local Index bevorzugt werden, sollte man in diesem Index vertreten und Wert auf Optimierung legen. Venice in der organischen Suche Eine weitere Änderung bezieht sich auf den Aufenthaltsort des Benutzers in Kombination mit der Suche nach Restaurants. Im Insides for Search -Blog erläutert der Suchmaschinenkonzern die Voraussetzungen dafür: Um Ihnen die relevantesten Ergebnisse zu liefern, versucht Google automatisch Ihren Aufenthaltsort zu ermitteln und schneidet die Suchergebnisse auf diesen Ort zu. Für die automatische Ermittlung Ihres Aufenthaltsortes wertet Google Ihre IP-Adresse und Informationen aus der Google Toolbar aus. Im Rahmen des Updates hat Google nun bei generischen Begriffen, die einen lokalen Bezug haben könnten, die Suchmaschinen-Ergebnisseiten (SERPs) massiv geändert. So tauchen jetzt auch im organischen Teil des Index vermehrt lokale, auf dem Aufenthaltsort des Users basierende Ergebnisse auf. Sucht ein Nutzer beispielsweise den generischen Begriff Handwer-

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