Elternabend: Kinder sicher im Netz

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1 Elternabend: Kinder sicher im Netz Das Internet ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken und hat längst auch Einzug ins Leben der Kinder gehalten. Laut der KIM-Studie von 2010 sind bereits 57 Prozent der Sechs- bis Dreizehnjährigen zumindest hin und wieder im Internet unterwegs. Diese Entwicklung wirft bei Eltern noch immer eine Menge Probleme und Fragen auf, die im Rahmen eines medienpädagogisch orientierten Elternabends aufgegriffen und diskutiert werden können. Der Schwerpunkt eines solchen 90-minütigen Elternabends soll auf der Frage liegen, wie Schule und Eltern Kinder bei der Entdeckung des Internets unterstützen können. Auf interaktive Art und Weise werden diesbezüglich Lösungsstrategien erarbeitet und praktische Beispiele aus dem Repertoire des Internet-ABC präsentiert. Für die Vorbereitung und Durchführung des Elternabends werden im Folgenden konkrete Arbeitsschritte, Materialien und Linktipps zur Verfügung gestellt. Vorbereitung des Elternabends Checkliste Um den Elternabend zielführend zu gestalten, bedarf es einer guten Vorbereitung. Es empfiehlt sich, alle zu erledigenden Komponenten im Vorfeld zu notieren. Die wichtigsten Planungspunkte werden hier kurz vorgestellt und stehen als Checkliste bereit (Material 1). Technik und Materialien Um medienpädagogische Praxisbeispiele aus dem Repertoire des Internet-ABC vorstellen zu können, benötigen Sie einen Internetzugang sowie eine geeignete Präsentationsmöglichkeit, zum Beispiel ein interaktives Whiteboard oder einen Beamer mit Leinwand. Überlegen Sie also im Vorfeld genau, welche Räumlichkeiten an Ihrer Schule diese technischen Möglichkeiten bieten und sich demnach am besten für den Elternabend eignen. Im Vorfeld der Veranstaltung sollten Sie die technischen Gegebenheiten außerdem gründlich überprüfen, damit ein reibungsloser Ablauf gewährleistet ist. Auch sollten Sie sicherstellen, dass alle weiteren Materialien wie Zettel, Stifte und Arbeitsblätter ausreichend vorhanden sind. Sämtliche benötigte Materialien werden in der Checkliste aufgeführt (Material 1). Einladung zum Elternabend Das Hauptziel des Elternabends ist es, Eltern Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie ihre Kinder bei der Entdeckung des Internets unterstützen können. Dabei geht es vor allem auch darum, die positive Haltung gegenüber dem Medium Internet auszubauen und zur gemeinsamen Arbeit mit digitalen Medien zu animieren. Die Einladung zum Elternabend sollte deshalb den anregenden und interaktiven Charakter der Veranstaltung hervorheben und nicht die mit kindlicher Internetnutzung einhergehenden Probleme in den Vordergrund rücken. Ein Formulierungsvorschlag steht bereit (Material 2). Um das Interesse der Eltern zu wecken, empfiehlt es sich auch, die Einladung kreativ zu gestalten, zum Beispiel durch farbenfrohes Papier, thematisch passende Cartoons oder eine einfallsreiche Faltung. Inhaltliche Vorbereitung Damit Sie den Eltern als kompetenter Ansprechpartner gegenübertreten können, sollten Sie sich vorher umfassend über die Internetnutzung von Kindern und damit einhergehende Chancen und Risiken informieren. Notieren Sie sich Fragen, die die Eltern Ihrer Meinung nach stellen könnten und legen Sie sich Antworten darauf zurecht. Empfehlenswert ist auch, weiterführende Materialien und 2011 Internet-ABC - 1

2 Internetseiten für Eltern zusammenzustellen, die Antworten auf medienspezifische Fragen bereitstellen. In der Linkliste (Material 5) finden Sie Verweise auf entsprechende Seiten, die sowohl pädagogischen Fachkräften als auch Eltern Informationen zur Thematik liefern. Begrüßung und Aufgabenstellung (10 Minuten) Zu Beginn des Elternabends begrüßen Sie die Eltern und führen kurz in Thema und Ablauf des Elternabends ein. Anschließend bitten Sie die Anwesenden, jeweils eine Frage oder eine bestimmte Erfahrung zum Thema Kinder und Internet auf einem Zettel zu notieren. So kann garantiert werden, dass der Elternabend die Probleme aufgreift, die den Eltern auf der Seele brennen. Die Zettel werden anschließend von Ihnen eingesammelt. Kleingruppengespräch (15 Minuten) Problemspezifischer Austausch Im Anschluss fordern Sie die Eltern auf, sich in fünf Kleingruppen zusammen zu finden. Jede Gruppe zieht willkürlich einen der zuvor vorbereiteten Zettel. Die darauf notierte Fragestellung soll dann unter folgenden Gesichtspunkten diskutiert werden: 1. Welche persönlichen Erfahrungen haben die Gruppenmitglieder mit der Thematik? 2. Welche Hilfestellungen kann die Schule bezüglich dieser Frage/Problematik leisten? 3. Wie können Eltern Kinder bei diesem Thema unterstützen? Die Antworten können auf einem vorbereiteten Arbeitsblatt notiert werden (Material 3). Sollte eine Gruppe früher fertig sein, steht es ihr frei, noch eine weitere Fragestellung zu bearbeiten. Didaktischer Hinweis Sie als Lehrkraft sollten sich am gruppeninternen Austausch nur geringfügig aktiv beteiligen, damit die Eltern ihre persönlichen Erfahrungen, Ideen und Bedürfnisse zunächst unter Gleichgesinnten diskutieren können. Sollten Sie jedoch bemerken, dass innerhalb einer Gruppe kein zielführendes Gespräch zustande kommt, bringen Sie sich ein, indem Sie zum Beispiel nach den Erfahrungen der Gruppenmitglieder mit der jeweiligen Thematik fragen oder eventuell eine neue Fragestellung anbieten. Plenum (35 Minuten) Die fünf Gruppen stellen anschließend ihre Fragen und Antwortmöglichkeiten vor. Diese werden im Plenum diskutiert. Heftige Diskussionen oder an dieser Stelle nicht zu klärende Fragen sollten Sie notieren, um sie zu einem späteren Zeitpunkt erneut aufgreifen zu können (zum Beispiel in Einzelgesprächen). Konkrete Handlungsmöglichkeiten am Beispiel des Internet-ABC (20 Minuten) Wie Schule und Eltern Kinder begleiten können Mithilfe von Beamer und Leinwand oder interaktivem Whiteboard stellen Sie den Teilnehmerinnen und Teilnehmern anschließend am Beispiel des Internet-ABC konkrete Handlungsoptionen vor, die aufzeigen, wie Schule und Eltern das Internet gemeinsam mit den Kindern erkunden können. Idealerweise nehmen Sie dabei Bezug auf die vorangegangene Diskussionsrunde. Die Links zu den im Folgenden genannten Beispielen werden in der Linkliste (Material 5) aufgeführt Internet-ABC - 2

3 Internet-Wissen erwerben und im Surfschein testen Damit Kinder den sicheren und kompetenten Umgang mit dem Internet lernen, müssen sie verständlich und kindgerecht über die Chancen und Risiken des Mediums aufgeklärt werden. Zu diesem Zweck erläutert die Rubrik "Wissen, wie's geht" des Internet-ABC (http://www.internetabc.de/kinder/wwg.php) mithilfe von Videos und Aufgabenstellungen genau, wie das Internet funktioniert und worauf Kinder achten müssen. Sowohl Eltern als auch Lehrkräfte können diesen Bereich aufgreifen und in ihren Alltag beziehungsweise Unterricht integrieren. Während Eltern sich beispielsweise regelmäßig einen Themenkomplex vornehmen und diesen gemeinsam mit den Kindern bearbeiten können, bietet sich im Rahmen einer Unterrichtseinheit die Erforschung in Kleingruppen an. Jede Gruppe beschäftigt sich mit einem Themenkomplex und löst die virtuellen oder alternativ die im Lehrerhandbuch des Internet-ABC aufgeführten Aufgaben zur Thematik (vergleiche Material 5). Das erworbene Wissen können die Beteiligten anschließend im Surfschein des Internet-ABC testen: Besonders viel Spaß macht es den Kindern, wenn sie gegeneinander antreten können. Da der Surfschein diese Option bereithält, können zum Beispiel Kinder gegen ihre Eltern oder innerhalb einer Schulklasse Mädchen gegen Jungen antreten. Digitales Fotoalbum gestalten Das heutige Internet lebt davon, dass Nutzerinnen und Nutzer dieses aktiv mitgestalten, indem sie eigenständig multimediale Inhalte erzeugen und sich mit anderen Usern vernetzen. Mithilfe des Internet-ABC können Kinder langsam und sicher an diese Internetkultur herangeführt werden. So besteht die Möglichkeit, gemeinsam virtuelle Fotoalben zu erstellen, die von anderen Nutzerinnen und Nutzern kommentiert werden können (www.internet-abc.de/kinder/fotoalbum.php). Eltern gestalten beispielsweise gemeinsam mit ihrem Kind eine Seite über das eigene Haustier oder Lehrkräfte veranstalten einen Wettbewerb zum schönsten Sommerferien-Album. In diesem Zuge können von den Eltern und Lehrkräften auch wichtige internetspezifische Probleme wie Urheberrecht, Recht am eigenen Bild, Datenschutz und vieles mehr angesprochen werden. Gemeinsam recherchieren Im Internet gibt es viele Möglichkeiten, nach Informationen zu suchen, und nicht alle eignen sich gut für Kinder. Die Rubrik Schule und Hobby des Internet-ABC bietet Heranwachsenden diesbezüglich Hilfestellungen. Percys Recherche-Ratgeber (http://internet-abc.de/kinder/recherche-ratgeberschule.php) gibt Tipps zum effektiven und kindgerechten Recherchieren von Informationen im Netz und der Schulfachnavigator (http://internet-abc.de/kinder/linktipps-hausaufgaben.php) stellt passende Linktipps zu allen Schulfächern bereit. Es bietet sich an, diese Möglichkeiten beim gemeinsamen Hausaufgabenmachen zu nutzen und sich bei fächerspezifischen Fragestellungen mithilfe der Linktipps zu informieren. Auch den Unterricht können die vielfältigen Links bereichern. So können Kinder über den Schulfachnavigator beispielsweise zum Unterricht passende Zahlenrätsel lösen, Filme zum Thema Verdauung anschauen oder online ihre Orthografiekenntnisse trainieren. Informationen und Materialien für Eltern Nachdem Sie den Eltern die verschiedenen Möglichkeiten des Internet-ABC vorgestellt haben, weisen Sie zusätzlich auf weiterführende Informationen und Materialien hin. Stellen Sie den Eltern online den Elternbereich des Internet-ABC (www.internet-abc.de/eltern) vor, in dem sich Erziehungsberechtigte Basiswissen zum Thema Internet aneignen können (Wissen, wie s geht) und Tipps erhalten, wie sie gemeinsam mit ihrem Kind das Internet erkunden können (Zeigen, wie s geht) Internet-ABC - 3

4 Sämtliche Materialien des Internet-ABC sowie weitere Broschüren zur Thematik können über die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM NRW) bezogen werden. Der entsprechende Link ist ebenfalls in der Linkliste aufgeführt (Material 5). Falls Sie Materialien für die Eltern bestellen möchten, bedenken Sie, dass die Lieferzeit circa zwei Wochen betragen kann. Feedbackrunde (5 Minuten) Abschließend empfiehlt es sich, die Meinungen der Eltern zu der Veranstaltung einzuholen nicht zuletzt als Feedback für weitere derartige Elternabende. Um die Ergebnisse in Ruhe auswerten und reflektieren zu können, bietet sich eine kurze schriftliche Befragung an. Eine Vorlage dafür finden Sie in Material 4. Sollte die Zeit am Ende des Elternabends für eine schriftliche Befragung nicht ausreichen, schlagen Sie den Eltern vor, die Fragebögen zu Hause auszufüllen Internet-ABC - 4

5 Anhang Materialien (1) Checkliste: Vorbereitung Elternabend (2) Formulierungsvorschlag Einladung Elternabend (3) Arbeitsblatt zur Gesprächsrunde (4) Feedback-Bogen (5) Linkliste 2011 Internet-ABC - 5

6 Material 1: Checkliste Checkliste für die Vorbereitung des Elternabends Inhaltliche Vorbereitung inhaltlich auf das Thema Internet vorbereiten mit den Möglichkeiten des Internet-ABC vertraut machen Einladung Elternabend verfassen und verteilen Materialien besorgen Zettel Stifte Arbeitsblatt zur Gesprächsrunde Feedback-Bogen weiterführende Materialien für Eltern Technik Internetzugang testen Beamer/interaktives Whiteboard testen Internetseite testen 2011 Internet-ABC - 6

7 Material 2: Formulierungsvorschlag Einladung Elternabend Kinder sicher im Netz Das Internet gemeinsam entdecken Liebe Eltern, das Internet ist heutzutage fester Bestandteil des Alltags und auch Kinder sind fasziniert von diesem Medium. Sie lieben es, sich durch die kunterbunte Welt des Netzes zu klicken, Neues zu entdecken, online zu spielen und zu chatten. Verständlicherweise bringen die scheinbar grenzenlosen Weiten des World Wide Web auch viele Fragen, Unsicherheiten und Probleme mit sich. Im Rahmen des nächsten Elternabends können Sie Ihre persönlichen Fragen intensiv mit anderen Eltern diskutieren. Der Elternabend soll am Beispiel der Internetseite außerdem Anregungen geben, wie wir die Kinder gemeinsam bei der Nutzung des Internets unterstützen können. Lassen Sie uns also mit Eifer und Freude versuchen, der heutigen Kinder-Medien-Welt aufgeschlossen gegenüberzutreten und diese gemeinsam zu nutzen! Datum: Uhrzeit: Ort: 2011 Internet-ABC - 7

8 Material 3: Arbeitsblatt zur Gesprächsrunde Arbeitsblatt zur Gesprächsrunde Ihre Frage/Problemstellung zum Thema Kinder und Internet : Welche Erfahrungen haben Sie mit der Thematik? Wie können Schule und Eltern Kinder bei dieser Frage/Problematik unterstützen? Schule Eltern 2011 Internet-ABC - 8

9 Material 4: Feedback-Bogen Ihr Feedback zum Elternabend Haben Sie die Antworten gefunden, die Sie suchten? Ja Nein Falls nein: Welche Fragen sind offen geblieben? Hat Ihnen diese Arbeit Spaß gemacht? Ja Nein Falls nein: Was würden Sie anders machen? Werden Sie Ihren Kindern von dieser Erfahrung erzählen? Ja Nein Falls nein: Warum werden Sie Ihren Kindern nicht von der Veranstaltung erzählen? Werden Sie mit Ihren Kindern die Möglichkeiten des Internet-ABC nutzen? Ja Nein Falls nein: Warum werden Sie diese Möglichkeiten nicht nutzen? 2011 Internet-ABC - 9

10 Material 5: Linkliste Konkrete Handlungsmöglichkeiten am Beispiel des Internet-ABC Die Rubrik "Wissen, wie's geht" zeigt Kindern, wie das Internet funktioniert und worauf sie achten müssen. Mit dem Surfschein können Kinder auf spielerische Art und Weise ihr Wissen zum Internet testen und sich ihren ganz persönlichen Führerschein fürs Netz ausdrucken. Mit dem Fotoalbum können Kinder eine eigene Internetseite erstellen: mit Fotos und einer Beschreibung zu den Bildern. Percys Rechercheratgeber erklärt Kindern, wie sie das Internet für die Schule nutzen können. Sie erhalten dort Tipps zum effektiven und kindgerechten Recherchieren von Informationen im Netz. Der Schulfachnavigator stellt passende Linktipps zu allen Schulfächern bereit. So können Kinder beispielsweise zum Unterricht passende Zahlenrätsel lösen oder Filme anschauen. Informationen und Materialien für Eltern Im Elternbereich des Internet-ABC können sich Eltern Basiswissen über die Chancen und Risiken des Mediums Internet aneignen. lfmpublikationen.lfm-nrw.de/catalog Internet-ABC-Materialien und weitere Broschüren zum Thema können über die LfM NRW bestellt werden. Denken Sie daran, dass die Lieferzeit circa zwei Wochen betragen kann! Die Initiative klicksafe möchte Internetnutzern die kompetente und kritische Nutzung von Internet und digitalen Medien vermitteln und stellt diesbezüglich Informationen und Materialien bereit. Die KIM-Studie erfasst seit 1999 regelmäßig den Stellenwert der Medien im Alltag von Sechs- bis 13- Jährigen. Die aktuelle KIM-Studie kann unter diesem Link heruntergeladen werden. Informationen und Materialien für Lehrkräfte Unter Unterrichten im Elternbereich des Internet-ABC finden Lehrkräfte unter anderem ein ausführliches Handbuch mit Unterrichtsmaterialien zum Thema sichere Internetnutzung Internet-ABC - 10

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